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Mittwoch, 23. April 2025

Monkey's Magic Merry Go Round

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Monkey's Magic Merry Go Round

Story:

Kindershow-Moderator James (Michael Gilio) führt eine (Hand)Puppen-Show für ein junges Publikum. Doch plötzlich erinnert sich James nicht mehr. Er leidet an einer Amnesie. Er versucht mehr über sich herauszufinden und seine Co-Stars, die Puppen, versuchen ihm zu helfen. Doch was nach und nach zu Tage gefördert wird, ist nichts für Kinder…

Meine Meinung:

Obwohl es für Monkey's Magic Merry Go Round weder ein offizielles Plakat noch einen Trailer gibt, habe ich mich am Brugggore Filmfestival zur Sichtung des Filmes entschieden. Warum? Die ein-zwei Bilder, welche ich vom Film sah, sahen wunderbar stimmungsvoll und hübsch creepy aus. Puppen und Affen können, ähnlich wie Clowns, perfekte Sujets in einem Horrorfilm sein. So stellte ich mich darauf ein, einen schrägen Film, von dem ich praktisch nichts weiss, anzusehen.

Monkey's Magic Merry Go Round ist ein Spielfilmdebüt. Regisseur Aidan Leary hatte zuvor «nur» Kurzfilme realisiert. Der Film ist, vor allem auch für ein Debüt, sehr gelungen. Das Konzept des Filmes ist erfrischend anders und originell. Natürlich auch gewöhnungsbedürftig. Ähnlich wie in einem Giallo wird am Ende alles aufgeklärt. Der Weg dorthin ist hübsch fies, unheimlich, originell, schwarzhumorig und auch lustig. So ein Film steht oder fällt mit dem Hauptdarsteller.

Der mir unbekannte Michael Gilio macht dabei einen herausragenden, fantastischen Job und spielt einen übertrieben herzensguten und freundlichen Host, der jedoch zwei Gesichter hat. Sein Schauspiel und sein Wandel sind dabei grandios gespielt. Auch das Spiel mit der Kamera und wie die Puppen, die zunächst überhaupt nicht unheimlich wirken, in späteren Szenen direkt aus der Hölle kommen könnten, eingesetzt werden, verdient viel Lob. Speziell der Affe war wirklich gruselig. So steht es im Vergleich zu The Monkey 1:0 für Monkey's Magic Merry Go Round.

Was ich dem Film ankreiden könnte ist die Laufzeit. Die wirkte etwas zu lang, obwohl der Film nur ca. 90 Minuten läuft. Gegen Ende fühlte sich die Laufzeit länger an. Der Inhalt hätte sich wohlmöglich für einen Kurzfilm besser geeignet und das Ende, welches dann alle Fragen klärt, kann daher als eine Art «Happy End» interpretiert werden. Mir hätte ein böses und mehr düsteres Ende mehr meinem Geschmack entsprochen. Abgesehen davon ein beachtliches Regie-Debüt und alles andere als ein 08/15 Film. Bravo!

Infos:

O: Monkey's Magic Merry Go Round

USA 2024

R: Aidan Leary

D: Michael Gilio, Frank Cesario, Connar Brown Sprenger

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 91 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englischer Sprache. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Sonntag, 27. März 2022

Annabelle Comes Home Review



Annabelle Comes Home

Story:

 

Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga), die «Dämonenjäger», sind ausser Haus und lassen für ihre Tochter Judy (Mckenna Grace) einen Babysitter (Madison Iseman) kommen. Diese und ihre Freundin (Katie Sarife) erleben Dank dem Erwachen des Bösen in dem Haus eine Nacht des Grauens…

 

Meine Meinung:

 

Annabelle Comes Home habe ich im Kino verpasst. Der Film und dritte Teil der Annabelle Reihe stammt von Gary Dauberman, der im Moment den neuen Salem’s Lot dreht und schon an anderen Gruselfilmen wie The Nun, It Chapter 1 & 2 oder auch am Vorgänger (Annabelle 2) beteiligt war (Drehbuch). Den Film konnte ich mir nun Dank Netflix Schweiz ansehen.

 

Ich fand Annabelle Comes Home besser als den enttäuschenden ersten Film, aber weniger gut als den Vorgänger. Schlecht ist Annabelle Comes Home aber definitiv nicht. Kann gut geguckt werden, ist mehr oder weniger unterhaltsam und die Zeit geht vorbei. Die Warrens sind nur zu Beginn uns am Ende dabei. Hauptpersonen sind deren Tochter Judy, dessen Babysitterin und ihre Kollegin.

 

Also ein angenehm erfrischendes fast schon 80er Jahre Teenie-Setting. Nett. Phasenweise fühlte ich mich tatsächlich an Filme wie The Gate erinnert. Quasi eine Nacht des Grauens, in welchen die drei gegen diverse Monster ankämpfen müssen. Es geht nicht per se nur um Annabelle. Einige der Figuren sind besser und gruseliger, andere schwächer (z.B. der Teufel oder die Braut).

 

Die Effekte sind unterschiedlich ausgefallen. CGI Nebel oder das Monster (Werwolf?) sind sofort als CGI zu erkennen. Die Puppe und andere Motive waren nett getrickst. Einige Sujets und Settings fand ich stimmungsvoll und optisch sehr ansprechend. Da kommt die Erfahrung von Gary Dauberman gut zum Tragen!

 

Die Darsteller und die Figuren, die sie verkörpern, sind ok. Nicht wirklich nervend, aber man schliesst die Teens auch nicht ins Herz. Der Film ist phasenweise auch überraschend lustig und hebt sich auch in dieser Hinsicht von den Vorgängern ab (z.B. der Pizza-Bote). Richtig erschrocken bin ich leider nie (und genau deshalb empfand ich den Vorgänger als besser), aber einige Male kam Stimmung und Gänsehaut-Feeling auf.

 

Fazit: Wer die Vorgänger mochte oder sich schnell gruseln lässt, kann einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Annabelle Comes Home

 

USA 2019

 

R: Gary Dauberman

 

D: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Mckenna Grace, Madison Iseman, Emily Brobst, Sade Katarina

 

Laufzeit der Netflix Fassung: Ca. 106 Min.

 

Gesehen am: 10.02.22

 

Fassungen: Gesehen via Netflix Schweiz in Englisch mit englischen Subs. Die Qualität war sehr gut, Film Uncut. Gibt es in Deutschland auch auf DVD und Blu-Ray (Warner).

Montag, 25. Oktober 2021

Baba Yaga Review


Horroktober 2021

Baba Yaga

Story:

Photographin Valentina (Isabelle De Funès) trifft eines nachts auf die mysteriöse Baba Yaga (Carroll Baker). Baba Yaga zieht Valentina schnell in ihren Bann, wobei diese von Baba Yaga fasziniert scheint. Als Valentina von Baba Yaga eine mysteriöse S/M-Puppe geschenkt bekommt, nimmt das Unheil seinen Lauf…

Meine Meinung:

Baba Yaga, nicht zu verwechseln mit dem russischen Film mit dem gleichen Namen, ist ein sonderbarer, phasenweise hypnotischer und psychedelischer Film und eine Ital./Französische Co-Produktion mit Carroll Baker, die schon in vielen Euro-Cult Steifen wie Orgasmo, Knife of Ice, A Quiet Place to Kill, So Sweet...So Perverse oder The Fourth Victim zu sehen war (liegen alle gesehen, ungesehen oder vorbestellt rum).

Der Film ist vor allem optisch ein Genuss: Spiele mit Licht und Schatten (Witterung, Blitzlicht, Close Ups), diverse Standbilder, Videoclip Ästhetik, fantasievolle/abgefahrene Alptraum-Visionen, Zeichentrick-Bilder, eine Model-Photographin bei der Arbeit (oder in der Dunkelhammer am Film entwickeln) und einige abgefahrene Film-im-Film Szenen inklusive interessanter Darstellerinnen, die auch nicht mit ihren Reizen geizen, sorgen für eine Flut an schöner Optik und Emotionen.

Carroll Baker, Isabelle De Funès und Ely Galleani (Tote Zeugen singen nicht) spielen stark. Die Männer sind nur Ballast in dem Film. Mit Männern ist George Eastman (Man-Eater) gemeint, die einzige grössere Rolle, die von einem Mann gespielt wird. Inhalte: Erotik, Beziehungen, Dominanz, Abhängigkeit, Zeitgeschichte. Zu erwähnen sei noch, dass es sich bei Baba Yaga um eine Comic-Verfilmung handelt («Valentina» von Artist Guido Crepax).

Der Film trifft die Comic-Inhalte authentisch und auch die Figuren sehen so aus wie im Comic (der Pagenschnitt von Valentina z.B.). Tolle Leistung von Regisseur Corrado Farina. Die Musik war sehr Jazz lastig. Ich bin nicht der grösste Jazz Fan. Aber immerhin fühlte ich mich daher an Filme von Jess Franco erinnert. Baba Yaga ist ein sonderbarer, ruhiger Film ohne allzu viele Action, (Blut)Effekte oder Nackt-Szenen (aber viel Erotik kommt vor).

Wer das knisternde, erotische Euro-Cult Kino mag, macht mit dieser wilden Achterbahnfahrt an Optik und Wahnsinn nichts falsch! Empfehlenswert – aber nur im Director’s Cut!

Infos:

O: Baba Yaga

Italien, Frankreich 1973

R: Corrado Farina

D: Carroll Baker, George Eastman, Isabelle De Funès, Ely Galleani, Daniela Balzaretti

Laufzeit der UK-Blu: 88:32 Min.

Gesehen am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Shameless vor = Weltweit erste Mal die Uncut-Fassung (ehemals zensierte Szenen wurden, wenn auch aus einem schlechteren Master, in den Film geschnitten) und zensierte Kino-Fassung. Beide in Englisch/Italienisch mit englischen Subs. Wendecover. Der Ital. Dub war kraftvoller, lauter und besser abgemischt als der Englische Dub. Musik und Dialoge kommen besser und lauter zur Geltung. In Deutschland von X-Rated zu haben, aber nur in der zensierten Kinofassung = nicht zu empfehlen. 

Donnerstag, 8. Juli 2021

Frank & Zed Review

NIFFF 2021 Spezial

Frank & Zed

Story:

Zwei eigentlich friedliche Monster, Frank & Zed, werden durch einen Trick eines fiesen Magistraten zur Zielscheibe des Pöbels. Doch Frank & Zed wissen sich zu wehren – ein Blutbad folgt…

Meine Meinung:

In Frank & Zed, den ich am NIFFF sah, hegte ich grössere Hoffnungen ein amüsantes, kurzweiliges, anspruchsloses Schlachtfest mit coolen Effekten vorgesetzt zu bekommen. Leider wurde ich stark enttäuscht. Frank & Zed war nämlich vor allem eines: langweilig! Ich musste gegen das Einschlafen kämpfen!

Frank & Zed, eine Kickstarter Produktion, die nach einem Kurzfilm (der vor Frank & Zed gezeigt wurde) gezeigt wurde und der am 03.07.21 am NIFFF Premiere feierte (laut imdb), war laut Machern sechs Jahre in Produktion. Der Inhalt hat mich nicht überzeugt. Der Inhalt hätte konzeptionell besser als Kurzfilm funktioniert statt als Spielfilm. Vor allem alle Szenen ohne die Monster empfand ich als lahm.

Inhaltlich bot der Film wenig. Für meinen Geschmack auch zu wenig Blut und Gore. Da muss der Fan eigentlich bis zum Ende des Filmes warten. Die Story war lahm, nicht fesselnd und wenig spektakulär. Der Sprecher war nervend und auch die Puppen-Figuren und deren Schicksal waren einem egal. Die zwei Monster geraten zuweilen auch arg in den Hintergrund, vor allem im Finale.

Frank (eine Art Frankenstein) hat mich leider zudem genervt. War irgendwie so langsam, so hölzern, so repetitiv. Aber auch von Zed sah man eigentlich zu wenig (vor allem auch im Finale). Die Puppen-Effekte (ich habe Effekte é la Pingu erwartet – also mit Knete) waren hingegen cool und niedlich – und vor allem gut getrickst. Gilt vor allem für die Monster, abgetrennte Körperteile (Köpfe bekommen X X Augen sobald Lebewesen tot) und Tiere (Fledermaus, Katze etc.).

Der Film war mir zu wenig unterhaltsam, zu langweilig und auch die Musik war leider nichts Besonderes. Hat Potenzial und coole Effekte mit viel Liebe zum Detail, aber hat mich doch mehr enttäuscht als erfreut.

Fazit: Was Puppen-Effekte angehen empfehle ich lieber Filme wie Meet the Feebles oder Team America!

Infos:

O: Frank & Zed

2020 USA

R: Jesse Blanchard

D: Jerry Bell Jr., Aaron Booth, Randolph F. Christen

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: NIFFF 2021

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit franz. Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray (Stand: Juli 2021).

Donnerstag, 26. März 2020

Dolls Review

Dolls

Story:

Zwei Gruppen von Personen geraten in einen schweren Sturm/Unwetter und durch Zufall retten sie sich in ein abgelegenes, grosses Haus, welches von einem alten Ehepaar behaust wird – und deren Spielzeugen und Puppen. Das Paar sind Spielzeughersteller. Doch in den Gemäuern lauert ein tödliches Geheimnis…

Meine Meinung:

Dolls, vom Dream Team Stuart Gordon (Re-Animator, Eater) und Brian Yuzna (Bride of Re-Animator, Beyond Re-Animator) kann ich Fans der beiden nur ans Herz legen. Im Gegensatz zu anderen Filmen der beiden wird in Dolls statt auf Effekte mehr Wert auf Story und Suspense gelegt (was nicht heissen soll, dass es keine Effekte zu sehen gibt).

Dolls ist in meinen Augen nach Chucky 1-3 der beste Puppenhorrorfilm und lässt weitere Chucky Fortsetzungen (z.B. Cult of Chucky), die Puppet Master Filme (z.B. Puppet Master: The Littlest Reich), Dolly Dearest oder das schwache Chucky Remake weit hinter sich. Mit einer angenehm kurzen Laufzeit von nur ca. 77 Minuten ist Dolls zudem sehr kurzweilig.

Dank der Stimmung, der Atmosphäre und den dunklen Gängen des alten Gebäudes und den vielen Puppen, ist für eine stimmungsvolle und unheimliche Szenerie gesorgt. Die Effekte sind allgemein klasse und erste Sahne. Dies gilt sowohl für die Puppeneffekte, die regulären (wenigen) Gore-Szenen und die Puppen-Gore-Szenen. Tolle Tricks, absolut sehenswert.

Eine der besten Szenen ist dabei der Alptraum/Tag-Traum/Fantasie-Szene mit dem Teddy – die beste Szene des ganzen Filmes! Warum gibt es eigentlich keinen Horrorfilm mit Teddybären als killende Protagonisten die so aussehen wie dieser aus dieser Szene? Der ist so gut getrickst – und einmal mehr hatte dabei Effekte-Künstler John Carl Buechler seine Finger im Spiel (machte u.a. die Effekte für Carnosaur 3: Primal Species, To Die For, Halloween 4: The Return of Michael Myers, Halloween: The Curse of Michael Myers, Tammy and the T-Rex, The Laughing Dead, Mausoleum).

Wenn man dem Film hingegen etwas ankreiden möchte, dann zwei Tatsachen: zum einen ist die Story nicht wirklich originell oder überraschend, zum anderen ist die Charakterzeichnung der Figuren doch relativ oberflächlich ausgefallen, so dass man sofort weiss, wer sterben und wer überleben wird.

Dennoch: für Horrorfans der alten Schule zu empfehlen! Und wer Angst vor Puppen hat, dem sei Dolls so oder so ans Herz gelegt…

Infos:

O: Dolls

USA 1987

R: Stuart Gordon

D: Ian Patrick Williams, Carolyn Purdy-Gordon, Carrie Lorraine, Guy Rolfe, Hilary Mason

Laufzeit der US-DVD: 77:29 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 25.03.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von MGM vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, englische Subs vorhanden, Extras (u.a. Audiokommentare). Wer den Film in Deutsch sehen möchte, sollte zur Koch Media Fassung aus Österreich greifen.

Donnerstag, 8. August 2019

Child's Play Review

Child’s Play

Story:

Mutter (Aubrey Plaza) schenkt ihrem Sohn Andy (Gabriel Bateman) zum Geburtstag eine Puppe (Stimme: Mark Hamill) – welche durch eine Fehlkonstruktion jedoch zur Mörderpuppe wird…

Meine Meinung:

Nach dem miesen Friedhof der Kuscheltiere Remake wurde dieses Jahr eine weitere Film-Kindheitserinnerung von mir (Child’s Play aka Chucky – Die Mörderpuppe) als Remake ins Kino gebracht – allerdings hatte ich im Fall von Child’s Play mehr Hoffnungen als bei Friedhof der Kuscheltiere. Dass das Remake nicht ans Original (nur schon wegen dem Nostalgie Kindheitsbonus, der auch für die Teile 2-3 der Reihe gilt) heranreicht, war mir im Voraus klar.

Doch leider hat mir das Child’s Play Remake auch nicht gefallen. Die Gründe sind simpel:

Der Inhalt war vorsehbar. Es gab keine düsteren Szenen, keine Spannung, keinen Grusel, keine Jump-Scares. Änderungen, damit kein 1:1 Remake erzählt wird, haben mir nicht gefallen. Dass Chucky nicht mehr von der Seele eines Killers befallen wird, empfand ich als sehr schade. Damit ging auch potenzielle Spannung verloren (Killer der seine Seele in den Jungen transferieren lassen will) und die Tatsache, dass Chucky einfach nur eine defekte Puppe ist, gefiel mir nicht.

Weiter: Das Aussehen von Chucky gefiel mir nicht. Die Puppe sieht schlecht aus. Alles andere als gruselig. Zeitgeist-Aspekte (der Polizist ist jetzt schwarz, Gender-Quatsch, z.T. auch schon fast Coming of Age Inhalte) haben mich ebenso gestört. Der dazu hier und da durchsickernde Humor empfand ich als störend und deplatziert. Die deutsche Sprachfassung, sehr mässig und alles andere als gut, tat sicherlich ihr übriges dazu.

Es gab immerhin vier gute Sachen:

Im Kino lief der Trailer zu Midsommar – dem neuen Film vom Regisseur von Hereditary und den Trailer sah ich mir bewusst (vorher) extra nicht an – dies wurde nun wegen dem Child’s Play Kinobesuch zu einer unfreiwilligen Sichtung – aber die Vorfreude steigt – der Trailer zu Midsommar macht definitiv Lust auf mehr!

Im Finale gab es Massenpanik und dass Kind wird mit Blut vollgespritzt – fand ich lustig.

Andy und seine Kollegen gucken The Texas Chainsaw Massacre 2 und Chucky setzt einige der Inhalte später im Film um

Aubrey Plaza ist eine gute Schauspielerin und eine hübsche Frau – allerdings kam mir immer An Evening with Beverly Luff Linn in den Sinn:-)

Das wars = Sichtung des Remakes nicht zu empfehlen! Besser die alten Filme (Teil 1-3) schauen!

Infos:

O: Child’s Play

USA, Frankreich 2019

R: Lars Klevberg

D: Aubrey Plaza, Tim Matheson, Brian Tyree Henry, Gabriel Bateman, David Lewis, Beatrice Kitsos, Mark Hamill (Stimme von Chucky)

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 30.07.19

Fassungen: In der Schweiz (ab 16/14) im Kino gesehen – Uncut aber leider nur aus Deutsch (lief nicht im O-Ton). Die deutsche Sprachfassung ist sehr mässig und wertet den Film ab. Die US DVD/Blu-Ray soll im Herbst 2019 erscheinen.

Dienstag, 9. Juli 2019

Papi Gudia Review

Papi Gudia

Story:

Ein Gangster (Shakti Kapoor) wird von der Polizei (Avinash Wadhavan) gejagt und erschossen. Im Sterbeprozess lässt der Gangster, der schwarze Magie praktiziert, seine Seele in eine Spielzeugpuppe fahren. Diese landet bei einem kleinen Jungen (Master Amar) und dessen älteren Schwester (Karisma Kapoor). Als dessen Umfeld wegstirbt, schaltet sich die Polizei (Avinash Wadhavan der den Killer schon einst tötete) in den Fall ein…

Meine Meinung:

Chucky – Die Mörderpuppe (Originaltitel = Child’s Play) ist, wie auch die Teile zwei und drei der Reihe, eine schöne Horrorfilm-Kindheitserinnerung von mir. Bald startet in den Deutschschweizer Kinos das Remake – Child’s Play mit Aubrey Plaza (An Evening with Beverly Luff Linn) – um mich vorzubereiten habe ich mir statt dem Original von 1988 das indische inoffizielle Remake von 1996 (Film wirkt aber wie ein 80er Jahre Film) angesehen.

Der Film hat gegen das Original natürlich keine Chance, trotzdem finde ich es amüsant, dass es in Indien inoffizielle Remakes von solchen Filmen gibt. Das wusste ich bis vor kurzem nicht. Es gibt ja eine ganze Reihe von Filmen aus Indien, Indonesien und Co., die US-Filme neuverfilmen. Beispiele? Aatank (Der weisse Hai), Pembalasan rambu (Rambo), Srigala (Friday the 13th Variante mit Barry Prima), Mahakaal (A Nightmare on Elm Street)…und diese Liste würde sich ganz sicher beliebig fortsetzen lassen…Da es aktuell kaum möglich sein wird, solche unbekannten Filme (als Original-Fassungen) zu kaufen/erwerben/sammeln, schaue ich mir hier und da, z.B. am NIFFF (in langen Pausen), solche Filme an.

Papi Gudia hatte seinen Reiz, gerade weil man mit dem US-Film vergleichen will. Einzelne Story-Elemente sind fast 1:1 übernommen (Mord mit dem Hammer, explodierende Haus, Angriff der Puppe auf den Cop im Auto…). Die Puppe ist in Papi Gudia jedoch nicht wirklich gruselig, angsteinflössend sondern mehr niedlich, unfreiwillig komisch.

Die Horrorparts, die auf die ganze Länge gesehen nicht viele Szenen ausmachen, haben mir, trotz 1:1 aus dem US-Film gestohlen, gut gefallen. Trotz 1996 wirkt der Film wie ein 80er Jahre Filme und die Musik fetzt. Das mochte ich. Neu dazu kommen Nebenplots und paar Actionszenen (Schlägereien), die sehr solide in Szene gesetzt sind. Das haben die Filmemacher aus Indien halt einfach drauf.

Die mir total unbekannten Darsteller haben alle gut gespielt. Zum Teil sind sie sehr bekannt und in Indien grosse Stars, das gilt sowohl für Shakti Kapoor der den Bösewicht spielt wie auch für die sehr hübsche Karisma Kapoor, dessen nahezu ganze Familie im Filmgeschäft tätig ist. Avinash Wadhavan, der den Cop spielt, ist sicher auch ein bekanntes Gesicht im indischen Kino. Er wirkt wie der heldenhafte Rebell und Rambo in einer Person.

Warum die lange Laufzeit von über zwei Stunden? Das lag auch daran, dass der Film, immerhin ein Bollywood-Werk, auch mit viel Gesang und Tanz aufwartet. Es gab insgesamt sechs Lieder wobei die meisten unterhaltsam, sehenswert und amüsant waren. Nur das eine Stück auf Englisch gefiel mir gar nicht. Ein weiteres Lied erinnerte an Thriller von Michael Jackson. Dass das Remake von solchen Unterbrüchen begleitet wird, empfand ich als exotische Abwechslung, da mir das indische Kino unbekannt ist.

Fazit: Nicht uninteressant – ich werde mir sicher noch paar andere solche Titel (Srigala, Mahakaal…) ansehen in Zukunft!

Infos:

O: Papi Gudia

Indien 1996

R: Lawrence D'Souza

D: Avinash Wadhavan, Karisma Kapoor, Shakti Kapoor, Master Amar

Laufzeit der Originalversion: Ca. 130 Min.

Gesehen am: 08.07.19

Fassungen: Gesehen via Youtube – gute Bildqualität, im O-Ton (Hindi) und ohne Subs (wobei man mit Youtube Funktion sogar hätte anzeigen lassen können was ich erst NACH der Sichtung merkte). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2019). Es scheint den Film nebst VHS (nix Subs), VCD (nix Subs) und DVD (drei Filme auf einer Disc, keine Subs) aus Indien auch mind. in England auf DVD zu geben mit englischen Subs (oder Bootleg).

Montag, 21. Januar 2019

Puppet Master: The Littlest Reich Review

Puppet Master: The Littlest Reich

Story:

Edgar (Thomas Lennon) braucht Geld. Dafür will er eine Puppe, die seinem Bruder gehörte, an einer Ausstellung verkaufen. Dazu begeben sich Edgar, seine Kollegin (Ashley Summers) und Nerd Markowitz (Nelson Franklin) zu einem Hotel, wo eine Ausstellung zu den Andre Toulon (Udo Kier) Morden stattfindet. Und es dauert nicht lange, bis die dortigen Puppen ein Eigenleben erwecken und ein Massaker veranstalten…

Meine Meinung:

Der neuste Teil der langen Horrorfilmreihe um die mordenden Puppen, die The Puppet Master Reihe, von dem US-Magazin Fangoria produziert, hat gute Kritiken bekommen und lief u.a. in Deutschland am Fantasy Film Fest 2018. Dazu Namen wie Udo Kier (Suspiria) und Barbara Crampton (Re-Animator). Was sollte schon schief gehen?

Leider viel. Natürlich sind die Erwartungen auch etwas gestiegen, nachdem, was man alles über den Film hörte. Doch im Grossen und Ganzen hat mir der Film nur wenig gefallen, so dass diese Fortsetzung, trotz gutem Gore-Gehalt und blutigen Morden, nicht in die Sammlung aufgenommen wird.

Der Film nimmt inhaltlich Bezug zu Teil drei, der während der Nazizeit spielte. Doch in den ersten 30 Minuten herrschen Langeweile. Da schläft man fast ein. Viel schlimmer sind aber alle Figuren im Film: nervend, unsympathisch, schlecht spielend, politisch korrekt. Quasi jede Minderheit wird bewusst übertrieben dargestellt und höllisch nervend vertreten (Jude, Nerd, Nazi, Schwarzer, Homosexuelle…) so dass der ganze Film und alle Figuren total nerven. Der ganze Humor und die Dialoge sind einfach peinlich schlecht, lächerlich und vor allem unlustig.

Dazu kommt, dass der Film politisch korrekt ist. Es nervt, wenn z.B. das Kind oder die Freundin des «Helden» im off screen sterben, weil man das dem Zuschauer nicht zumuten will. Auf der anderen Seite wird eine unbeteiligte Schwangere getötet (und dessen Ungeborenes), sichtbar und grafisch, aber nicht zu den Hauptfiguren zählend, und dann geht so was okay. Heuchlerei. Das Ende (Happy End) passte wunderbar dazu...

Fazit: Guter Gore allein hat einen Film noch nie gut gemacht – dies gilt auch für Puppet Master: The Littlest Reich, den ich nicht empfehlen kann! Ganz allgemein handelt es sich bei der Puppet Master Reihe um eine durchschnittliche Horrorfilmreihe…

PS: Die Shoot-Outs im Finale und vorher sind sehr billig, schlecht gefilmt und choreographiert...

Infos:

O: Puppet Master: The Littlest Reich

Großbritannien, USA 2018

R: Sonny Laguna, Tommy Wiklund

D: Thomas Lennon, Jenny Pellicer, Nelson Franklin, Barbara Crampton, Udo Kier

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 22.11.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von RLJE vor = Schuber, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden, Uncut. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2018). Gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Mittwoch, 8. November 2017

It Review

It

Story:

Eine Gruppe von Jugendlichen (u.a. Sophia Lillis) kämpft in einer US-Kleinstadt der 80er gegen das ultimative Böse (Bill Skarsgård)…

Meine Meinung:

Neuverfilmung der Stephen King Geschichte (1100 Seiten, Buch habe ich bisher noch nicht gelesen, hole ich in Zukunft sicher einmal nach, Nachtrag: inzwischen gelesen) welche schon 1990 als TV Miniserie / TV Film als 2teiler (zumindest in den USA) veröffentlicht wurde (Review). 

Der Film von 1990 gehört zu meinen frühsten Kindheitserinnerungen bzw. Horrorfilmen, welche ich schon als Kind sah und daher hat der Film einen speziellen Stellenwert für mich. Was habe ich mich damals gegruselt – nur schon der Vorspann und die Musik dazu waren sehr unheimlich!

Daher wusste ich schon: der neue Film kann gar nicht besser werden. Ich guckte auch möglichst wenig Trailer (nur den ersten oder zweiten habe ich gesehen bzw. lief in Annabelle 2 im Kino), las keine Reviews, versuchte nicht viel zu erwarten. Trotzdem freute ich mich auf den Kinobesuch.

Nach dem Schauen blieb ich mit gemischten Gefühlen zurück. Teil zwei, der erst 2019 in die Kinos kommen soll, werde ich sicherlich auch schauen gehen – aber in die Sammlung wird der Film vorerst nicht aufgenommen. Auch dazu lohnt sich ein Kinobesuch – man spart Geld für einen späteren DVD / Blu Ray Kauf.

Alles in allem ist der Film okay und gut, aber es gibt doch auch einiges an der Kinoversion zu kritisieren.

Fangen wir mit den positiven Seiten an:

Trotz der langen Laufzeit von über zwei Stunden war der Film nicht langweilig. Im Gegenteil: hier und da hätte man sich gerne noch mehr Szenen/Laufzeit gewünscht.

Die Darsteller waren alle samt sehr gut! Unbekannte Jungdarsteller die ihren Job sehr gut gemacht haben. Da der Film grosse Coming Of Age Szenen bietet und teilweise mehr wie ein solches Drama wirkt als ein Horrorfilm fühlte ich mich auch an die Jungdarsteller aus Super Dark Times oder Sicilian Ghost Story erinnert (oft fiel in anderen Reviews auch der Vergleich zur Serie Stranger Things).

Dazu kommen wir auch zu Bill Skarsgård als Pennywise – diesen fand ich besser als erwartet auch wenn er nicht am Tim Curry herankommt. Ich hätte mir jedoch mehr ruhige Szenen und Dialoge mit ihm gewünscht wie z.B. beim Beginn des Filmes. Diese waren sehr stark.

Der Nostalgie Bonus wirkte sich auch positiv auf mich aus. 80er Jahre, typische US Kleinstadt – so was mag ich einfach (und dies ist ja bei vielen Stephen King Verfilmungen der Fall). Das gibt immer Pluspunkte.

Negative Seiten:

Story wirkt teilweise zu gehetzt oder episodenhaft (Aneinander gereiht ohne grossen Link dazwischen, z.B. als die einzelnen Figuren im ersten Viertel alle ihre Pennywise Begegnung haben). Hier wären neue Szenen in einem möglichen längeren Cut auf Heimmedium wünschenswert.

Soundtrack: Nicht wirklich schlecht aber auch nicht speziell gut. Soll heissen: unauffällig.

Keine Spannung, keine Atmosphäre, nicht gruselig: Dies ist sicher einer der grössten negativen Pluspunkte. Der Film bietet keine Spannung. Es kommt zudem zu keiner Sekunde eine unheimliche oder dichte Atmosphäre auf. Gruselig war der Film leider auch nicht und teilweise kann man fast nicht von echtem Horror sprechen. Der Film spielt in einem altmodischen Setting aber mit zu modernen Schockeffekten, welche alle 08/15 sind (Jump Scares) und welche man aus vielen anderen Filmen kennt. Die Kamera ist dann teilweise zu schnell und hektisch, ein Schocker folgt auf den nächsten. Dies geht zu Lasten von Pennywise und seinen Dialogen, was schade ist. Der nächste Kritikpunkt baut weiter auf das hier geschriebene auf:

Schlechte CGI Effekte. Der Film baut, gerade in einigen der Gewalt- oder Schock/Jump Scare Szenen, auf sehr billige CGI Effekte. Daher wirken diese Szenen auch schlecht und nicht brutal oder gruselig (ansonsten gibt es schon bisschen mehr Blut zu sehen als in der 1990 TV Version) sondern einfach billig getrickst. Das ist schade. Wenn man alte Effekte anschaut (z.B. die Effekte aus Das Ding aus einer anderen Welt von 1980) dann wirken diese wie dazumal noch heute absolut grandios und tricktechnisch brillant. Diese Effekte sind nicht schlecht gealtert. 
 
Und heutige CGI Effekte? Billig, als solche zu erkennen, können es mit Effekten aus einem Film von 1980 nicht aufnehmen, geht zu Lasten von Stimmung und Atmosphäre. Leider interessiert das 90% der Zuschauer nicht und daher wird es sich sicherlich auch nicht ändern…Auch viele der Pennywise Szenen wurden durch digitale Effekte verschlimmbessert, so dass es wenig wirklich gute und authentisch wirkende Szenen mit dem Clown gibt. Das ist schade, da Pennywise eben besser als erwartet war und man gerne mehr von ihm gesehen hätte aber nicht als billigen, digitalen CGI Effekt…

Fazit: Kann man sich gut schauen. War, zumindest bisher in den USA, ein grosser Erfolg, wenn man bedenkt, dass Rated R Film und durch einige Naturkatastrophen der Film am Startwochenende in vielen Bundesstaaten gar nicht lief. Auf Heimmedium ist eine längere Fassung im Gespräch, Kapitel zwei wird erst 2019 in die Kinos kommen! Den 2. Teil werde ich mir sicher auch anschauen gehen, aber mit einem möglichen Kauf warte ich ab (wie wird Teil 2? Wie wird eine mögliche Langfassung von Teil 1?). 

Gefolgt von: It Chapter Two

Infos:

O: It

USA 2017

R: Andrés Muschietti

D: Bill Skarsgård, Jaeden Lieberher, Jeremy Ray Taylor, Sophia Lillis, Finn Wolfhard, Wyatt Oleff

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 135 Min.

Gesehen am (Kino): 11.10.17

Fassungen: Gesehen im Kino – Uncut, ab16/14 und im O-Ton mit deutschen und franz. Subs. In Deutschland soll der Film im Feb. 2018 auf Heimmedium (DVD, Blu Ray etc.) erscheinen. Im Gespräch sei eine 15minütige längere Fassung.