Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Ausbildung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ausbildung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 21. Juli 2024

Lady Piranha

Lady Piranha

Story:

Sechs Frauen gelingt die Flucht aus einem nordvietnamesischen Frauenlager. Sie retten sich auf eine Insel und tun sich mit Freiheitskämpfern zusammen. Unter der Leitung von Cheng Pei-Pei werden die sechs Mädels in Sachen Kämpfen, Schiessen und Tauchen ausgebildet. Ziel ist es, dass Frauenlager einzunehmen, die restlichen Frauen zu retten und den Feind zu zerstören…

Meine Meinung:

Lady Piranha von Lee Tso-Nam (The Woman Avenger, Phantom Kung Fu, The Challenge of the Lady Ninja) ist eine Produktion aus dem Jahr 1982 und für Fans von Shaw Brothers Star Cheng Pei-Pei (Painted Faces, 14 Schwerter, Raw Courage, The Jade Raksha) interessant. 1974, nach Whiplash, zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück, heiratete und zog in die USA. Erst 1982 kehrte sie, für diese taiwanesische Produktion von Lee Tso-Nam, auf die Leinwand zurück. Ihr zu Ehren wurde der Film nun gesichtet (war einer von ca. 770 ungesehenen Filmen in meiner Sammlung).

Lady Piranha hat mir dabei klar besser gefallen als z.B. The Women Warriors of Kinmen, der inzwischen auch aus der Sammlung verbannt wurde. Es gibt einige solcher Filme in Taiwan. Die meisten davon habe ich noch gar nicht gesehen. Ich spreche da von Titeln wie Pink Force Commando, Golden Queen Commandos und Co. Lady Piranha spielt seine Stärken zu Beginn, vor dem Finale und im Finale aus. Schon am Anfang des Filmes, wenn die sechs Mädels aus dem Camp fliehen, nimmt der Bodycount extrem hohe Zahlen an (gefühlt sterben in den ersten 15 Minuten Menschen im 3stelligen Bereich).

Danach folgt Handlung. Die Ausbildung der Mädels beginnt und da kommt Shaw Brothers Star Cheng Pei-Pei ins Spiel. Sie ist die Leitung des Kommandos und trainiert die Mädels, damit am Ende ein Schatz geborgen und Rache geübt werden können. Cheng Pei-Pei darf sich im Finale in den Actionszenen auch auszeichnen. In kurzen Shorts und in Slow-Mo-Szenen. Sie macht, wie auch die anderen Mädels, eine gute Figur. Es gibt kleine Stunts, Explosionen und blutige Shoot-Outs. Der Film ist in Sachen Stimmung und Genres wechselhaft. Hier und da gibt es paar blutige Momente im Film, auch wenn selten.

Hier und da gibt es WIP (Women in Prison), B-Action, Dschungel-(Fallen) und Trash-Elemente zu sehen. Sei es zu Beginn, wenn in schnellen Aufnahmen fliehenden Frauen Köpfe oder andere Extremitäten abgeschlagen werden, diese in Fallen (à la Vietnam-Krieg) stürzen oder im Treibsand ertrinken. Etwas asiatischen Klamauk gibt es ebenso wie Aufopferung, Rape & Revenge Momente und Folter-Szenen (die taten beim Zuschauen schon weg, da Zehen und Fingernägel betreffend). Erinnerte mich an Imprint. Als Theme soll der Song aus Droids - (Do You Have) The Force part 2 zu hören sein. Fiel mir aber nicht auf. Ich schaute den Film aber in einem Mandarin gesprochenen Print. Vielleicht ist das in der Englisch Dubbed Fassung anders?

Fazit: Nicht uninteressante Cheng Pei-Pei Rückkehr ins Filmgeschäft. Fans können durchaus einen Blick riskieren!

Infos:

O: Lie Ri Nu Wa Ren

Taiwan 1982

R: Lee Tso-Nam

D: Cheng Pei-Pei, Linda Liu Shui-Chi, Ha Kwong-Li, Lee Lieh, Chu Wan-Yi, Mary Wong Ma-Lee, Chang Kuo-Chu

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 85:20 Min.

Gesehen am: 19.07.24

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Sam Boo vor = Unbekannt ob Uncut/Cut, Mandarin mit koreanischen Subs. Hier wurde ein Vollbild-Master (von 2,35:1) noch weiter gezoomt, um feste englische und chinesische Subs aus dem Bild zu rücken. So geht unendlich viel Bildmaterial verloren. Schade. Denn diese Mandarin-Ausgabe ist selten. Ansonsten ist mir nur eine VHS aus Griechenland bekannt, die nur Englisch Dubbed ist. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2024).

Mittwoch, 12. Juni 2024

Thank You, Sir

Thank You, Sir

Story:

Diverse Kadeten (u.a. Chan Kwok-Pong, Nick Cheung Ka-Fai) durchlaufen die Polizeischule unter dem wachsamen Auge ihres Mentors (Danny Lee), der alles Mögliche unternimmt, um die Jungs durch die Ausbildung zu bekommen.

Meine Meinung:

Thank You, Sir war ein Geschenk eines Film-Dealers aus Hong Kong aus früheren Zeiten. Damals viel aus der Quelle bezogen, so gab es doch hier und da gratis eine VCD mitgeschickt. Und einer dieser Filme war Thank You, Sir. Ein Film, von welchem ich zuvor nie was hörte und den ich mir auch nicht gekauft hätte. Thank You, Sir wird nach der Sichtung auch nicht in die Filmsammlung integriert.

Der Film ist nämlich wirklich nur ein zahmer, harmloser Ausbildungs- und Propaganda-Film für die HKer Polizei. Es gibt keine einzige Action-Szene = für mich also nur wenig interessant. Kein Vergleich zu Filmen wie die Shaw Brothers Produktion Police Force, den sehenswerten Erstlingsfilm The Inspector Wears Skirts und selbst der mässige, aus der Sammlung verbannte First Option war im Vergleich der doch bessere Film.

Thank You, Sir ist gut gespielt und hat das Herz am rechten Fleck. Auf Klamauk wird verzichtet und es gibt auch einige dramatische Momente. Aber ich schaue diese HK-Filme vor allem aufgrund der Stars und den Action-Szenen - egal ob moderne (Family Honor, Beast Cops) oder klassische Settings (The Buddhist Fist, Die Rückkehr im Schatten des Adlers). Aber solche Filme, die keine einzige Actionszene bieten, sind nicht wirklich für mich geschaffen. Ich sage also nicht, dass der Film schlecht ist, aber es ist kein Inhalt, den ich mag.

Nebst Danny Lee (Law with Two Phases), der seine Karriere bei den Shaw Brothers begann und später oft als Cop zu sehen war, sind Namen wie Parkman Wong Pak-Man (Shoot to Kill) oder Shing Fui-On (Ghost for Sale) in Nebenrollen zu sehen. Nick Cheung Ka-Fai (Keeper of Darkness) in einer seiner ersten Rollen. Das Hauptaugenmerk sind die Kadeten, weniger Danny Lee und Co. Er kommt zwar immer Mal wieder vor, spielt aber mehr eine grössere Nebenrolle. Darstellerisch haben mich alle bis auf Shing Fui-On überzeugt. Danny Lee hat den Film auch produziert und Parkman Wong als Drehbuchautor fungiert. Regie führte Ivan Lai (Daughter of Darkness), der damit, zumindest laut der hkmdb, sein Debüt als Regisseur ablieferte.

Fazit: Wer Polizei- und Ausbildungsfilme und Danny Lee mag, kann einen Blick riskieren. Sonst eher lahm und uninteressant.

Infos:

O: Zhuang zhi xiong xin

HK 1989

R: Ivan Lai

D: Danny Lee, Chan Kwok-Pong, Nick Cheung Ka-Fai, Alan Ng Siu-Hung, Joan Tong Lai-Kau, Shing Fui-On, Parkman Wong Pak-Man

Laufzeit der HK-VCD: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 05.04.24

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Mega Star vor = Solide Bildqualität, Mandarin oder Kantonesisch (O-Ton), wahrscheinlich Uncut und keine Subs. Die HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star hat englische Subs. Es gibt keine Blu-Ray, keine UHD und keine deutsche Fassung (Stand: April 2024).

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Raiders of the Shaolin Temple

 


Raiders of the Shaolin Temple

Story:

Pai Ying sieht in den Shaolin Kloster und den Shaolin Mönchen eine Gefahr für seine Herrschaft. Er plant, die Tempel zu zerstören und die Kämpfer zu töten. Derweil trainiert Sonny Yue in den Pferde-Kammern des Shaolin Tempels unter Aufsicht seiner Krüppel-Onkel (Thomas Hong Chiu-Ming, Shun Chung-Chuen), um seine Kampffähigkeiten zu erweitern. Diese kommen Sonny dann im Finalkampf gegen Pai Ying zu gute…

Meine Meinung:

Aka Raiders of Wu Tang. Kracher aus Taiwan, der die 2. Sichtung mehr als bestanden hat! In meinen Augen einer der besten und unterhaltsamsten Kung Fu Filme aus Taiwan aus der Zeit. Schade, dass Regisseur Fang Hao (The Imperial Sword Killing the Devil, Miraculous Flower) nur so wenig Filme realisiert hat. Den Film hatte ich noch als Kracher abgespeichert, auch wenn ich nur noch wenig wusste. Aber diesmal hat mich mein Erinnerungsvermögen nicht enttäuscht.

Der Film wartet mit Non-Stop Action auf: Kampfszenen und Trainingsszenen gehen hier Hand in Hand. Es laufen parallel zwei Plots ab, die erst im Finale vereint werden. Zum einen geht es um den weisshaarigen Super-Bösewicht gespielt von Pai Ying (A Fistful of Talons). Dieser macht eine sehr gute Figur und weisshaarige Bösewichte sind in dem Genre immer gern gesehen. Schön fies und stark in den Kampfszenen. Kaum zu besiegen. Er versucht, den Shaolin Clan gegen andere Clans aufzuhetzen und am Ende selbst den Tempel zu stürmen.

Im anderen Plot geht es um den jungen Helden gespielt von Sonny Yue (Duel of the Masters). Sonny Yue hat mich von seinem körperlichen Können wie auch von seinem Charisma überzeugt. Umso überraschter bin ich, zu lesen, dass er nur in vier Filmen mitgewirkt hat (einer davon Chang Chehs grandioser Shanghai 13). Für die sehenswerte und spektakuläre Kampf-Choreographie war Chan Siu-Pang zuständig. Er hat vor allem Cameo-Auftritte in Filmen hingelegt (Mysterious Footworks of Kung Fu), hier und da Regie geführt (Shaolin Death Squads) und war vor allem als Kampf-Choreograph (Crush) zuständig.

Die Action-Szenen sind abwechslungsreich, vielzählig und sehenswert in Szene gesetzt! Mehr als nur solide. Im Finale wird es zudem plötzlich blutig brutal und auch das ein oder andere Körperteil muss dran glauben (Arm, Ohren…). Die Trainingsszenen in den Kammern à la The 18 Bronze Girls of Shaolin, The 18 Bronzemen, The Unbeaten 28 und Co., mit den Bronze-Pferden, fand ich sehr gelungen und eine willkommene Abwechslung zu den menschenähnlichen Bronze-Statuen. 

Übrigens sind auch die beiden Krüppel, Thomas Hong Chiu-Ming und Shun Chung-Chuen, beide durch The Crippled Masters bekannt geworden, im Film zu sehen. Deren echte Behinderungen werden im Film als Folge dieser Bronze-Horse-Prüfungen begründet. Beide dürfen auch etwas von ihrem Können zeigen, auch wenn sie «nur» Nebenrollen spielen. Ihre beste Arbeit war noch immer der bereits erwähnte The Crippled Masters. Die Musik gefiel auch, ggf. aus anderen (westlichen?) oder asiatischen Produktionen geklaut!

Fazit: Must See Titel für Kung Fu Film-Fans! 

Infos:

O: Shao Lin Nian Si Liu Ma

Taiwan 1983

R: Fang Hao

D: Pai Ying, Sonny Yue, Thomas Hong Chiu-Ming, Shun Chung-Chuen, Chao Yung-Hsin, Chan Siu-Pang

Laufzeit der Mandarin Fassung: 88:55 Min.

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 90:20 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Neusichtung am: 22.11.23 / Sichtung der VHS aus Südkorea: Juli 2026

Fassungen: Für die 1. Sichtung lag mir die US-DVD vor = Schrecklicher Englischer Dub, wohl Uncut, nur Vollbild. Unter dem Titel Raiders of Wu Tang vom Label Videoasia. Der Film wurde in der Wu Tang 8 Diagram Collection zusammen mit weiteren Filmen veröffentlicht. Ich fand nie eine Mandarin Fassung. Nun auf DVD-R einen Mandarin Print erhalten (ist auch auf Youtube zu finden): Widescreen, Mandarin, feste englische und chinesische Subs, Uncut. Schöner Print. Es bleibt zu hoffen, dass davon früher oder später eine DVD oder Blu-Ray erscheinen wird. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2023). Nachtrag Juli 2026: In einem Shop in Südkorea stiess ich auf eine VHS namens Raiders of the Temple. Ich hoffte beim Kauf auf den hier besprochenen Film und vor allem auf einen Mandarin-Print. Zwar hatte ich schon eine 35mm Kopie, aber ich habe gerne auch Originale der Filme Zuhause (für die Filmsammlung). Das VHS von Saekyong Video Production gekauft und Glück gehabt. Es handelt sich a) um den korrekten Film und b) um einen Mandarin-Print. Der Film schien Uncut und es gibt koreanische Untertitel. Statt Widescreen nur in Vollbild. Mehrheitlich beeinträchtigt es die Kampfszenen jedoch nicht negativ, da die Kamera meist von weiter ferne die Kampfszenen eingefangen hat. Der Film hat auch die aktuelle Sichtung bestanden. Tolle Trainings- und Kampfszenen. Quasi Die 36 Kammern der Shaolin mit Pferden. Sonny Yue ist sehenswert. Schade, dass er keine grössere Filmkarriere hinlegen durfte. Es war zudem nett, die Krüppel aus The Crippled Masters erneut auf der Leinwand zu sehen. Pai Ying gibt zudem einen wunderbaren (natürlich weisshaarigen) Bösewicht ab. Pflichtprogramm für Eastern-Fans! 

Bildvergleich:



Samstag, 23. April 2022

Naked Killer Review

Naked Killer

Story:

 

Cindy (Yiu Wai) bildet Kitty (Chingmy Yau) zur Profikillerin aus, bis diese auf ihre ehemalige Liebe trifft: Tinam (Simon Yam). Das Problem: Tinam ist ein Cop. Das zweite Problem: Cindys ehemalige Schülerin Princess (Carrie Ng) und ihr Schosshündchen Baby (Sugawara Madoka) haben es auf sie und Kitty abgesehen…

 

Meine Meinung:

 

Naked Killer entstand zur Blütezeit des neuen, modernen Hong Kong Kinos Anfang der 90er Jahre und ist ein waschechter Category III Film, wie er im Buche steht und zudem die erste Arbeit für Wong Jings Produktionsfirma «Wong Jing's Workshop». Interessanterweise strebte Regisseur Clarence Ford von Beginn an eine Category III Freigabe (à la ab 18 Jahren freigegeben) an, während Produzent Wong Jing dies nicht beabsichtigte.

 

Wong Jing (Magic Crystal) hat mit Clarence Ford (Special ID) einen fähigen Mann an Bord geholt, der mit Naked Killer als Regisseur wohl sein bester Film gelang. Der Film wurde, sogar in Hong Kong selbst, zu einem grossen Erfolg, der sich vor allem auch für Chingmy Yau (High Risk) bezahlt machte. Sie spielte danach in weiteren Filmen von Wong Jings Produktionsfirma mit.

 

Der Film mag zunächst inhaltlich sehr an westliche/europäische Filme wie Nikita oder Basic Instinct erinnern. In Wahrheit handelt es sich praktisch um ein Remake eines Shaw Brothers Filmes. Clarence Ford orientierte sich an Intimate Confessions of a Chinese Courtesan, dessen Inhalt mehr oder weniger 1:1 dem von Naked Killer entspricht, nur im klassischen Setting (jetzt motiviert, Intimate Confessions of a Chinese Courtesan zu schauen, um vergleichen zu können), während der Plot von Naked Killer in der Moderne handelt.

 

Ansonsten erinnerte mich der Film an Raped by an Angel (durch Simon Yam und Chingmy Yau), Cheap Killers (Homo-Inhalt & auch von Ford) und A Day Without Policeman (Simon Yams Panik vor Schusswaffen). Ich sah den Film heuer erst zum zweiten Mal und muss sagen: Kracher! Unglaublich unterhaltsam, schöne Bilder und viele sexy Szenen ohne schmuddelig zu wirken. Trotz Category III Freigabe gibt es nur relativ wenig nackte Haut zu sehen. Aber die Stimmung ist immer heiss, knisternd, anziehend und auch die Dialoge sind für die Chinesen sicherlich ungewöhnlich (Sex, Selbstbefriedigung, Penisse) freizügig geworden.

 

Abgerundet wird der Film durch einen tollen Cast und Namen wie Chingmy Yau, Simon Yam, Carrie Ng (The Armed Policewoman), Yiu Wa, Sugawara Madoka (Rape in Public Sea) und Ken Lo (Cheetah on Fire) in einem Kurzauftritt. Die Actionszenen sind rasant in Szene gesetzt. Die Choreographie erinnert an jene eines Tony Ching Siu-Tung (Dragon Inn) und besteht aus schnell geschnittenen, extrem stylischen (und zuweilen sehr blutigen) Kampfszenen und Shoot-Outs.  

 

Wer Angst hat vor dem sonderbaren Hong-Kong-Humor, diese kann ich beruhigen: zwar ist der Plot und die Figurenzeichnung total übertrieben (Overacting) und hier und da gibt es auch typischen HK-Klamauk ("Dickhead" isst einen abgetrennten Penis eines Toten) zu sehen, doch diese Szenen halten sich verhältnismässig stark in Grenzen.

 

Fazit: Für Fans des 90er Jahre (CAT. III) HK-Kinos zu empfehlen und wohl einer der besten, wenn nicht gar der beste Film mit Chingmy Yau und von Clarence Ford!

 

Infos:

 

O: Chik Loh Go Yeung

 

HK 1992

 

R: Clarence Ford

 

D: Yiu Wai, Chingmy Yau, Simon Yam, Carrie Ng, Sugawara Madoka, Ken Lo, Hui Siu-Hung

 

Laufzeit der UK-DVD: 92:58 Min.

 

Neusichtung am: 28.03.22

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von HKL vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs und interessante Extras (vor allem das Interview mit Clarence Ford ist gut). Daneben gibt es noch Interviews mit Wong Jing und Simon Yam. Die deutschen Fassungen sollen auf der malaysischen Version beruhen und sind stark zensiert (69 Minuten Laufzeit!). Eine Blu-Ray scheint es nicht zu geben (Stand: März 2022).

Dienstag, 8. März 2022

Lucky Seven 2 Review


Lucky Seven 2

Story:

 

Gangster unter der Führung von Big Sister (Yukari Ôshima) entführen Kinder und erpressen Lösegelder. Die Polizei in Taiwan lässt daraufhin sieben Kinder ausbilden und trainieren, damit diese die entführten Kinder befreien bzw. die Polizei zu Big Sister führen…

 

Meine Meinung:

 

Fortsetzung von Lucky Seven (Taiwan, 1986). Aus Teil eins kehrte Regisseur Chao Chen-Kuo (The War Dogs) und Martial Arts Regisseur Chiu Ying-Hong (Drug Tiger) zurück. Ob es hingegen die gleichen Kids sind, ist mir nicht bekannt, da diese in der hkmdb gar nicht gelistet sind. Es gibt einiger solcher 80er Jahre Kung-Fu Filme mit kämpfenden Kids. Diese sind mir jedoch wenig bekannt, da ich kein grosser Fan von Kindern bin…

 

Nebst Lucky Seven war in Taiwan auch die The Kung Fu Kids Reihe sehr erfolgreich. Durch ein Youtube Video mit coolen Stunts über das HK-Kino wurde ich indirekt auf Kung Fu Kids II mit Dick Wei als Bösewicht aufmerksam. Die Clips der Stunts sahen einfach nur spektakulär aus! So wollte ich den Film sehen, doch mein Kumpel besitzt diesen Film nicht. Stattdessen guckten wir uns als Ersatz dann Lucky Seven 2 an – welchen er auch noch nie sah.

 

Schmackhaft mit dem Wissen, dass immerhin Genre-Grössen wie Japanerin Yukari Ôshima (Devil Cat, Kung Fu Wonder Child, Iron Angels) und dessen späteren Ehemann Philip Ko (7 Men of Kungfu, Eine Prise für tödliche Pfeifen, The Loot) als Cast gelistet sind. Yukari Ôshima spielt dabei den Bösewicht und eine der Hauptrollen, während Philip Ko nur in einer Kurzrolle zu sehen ist (immerhin mit Action).

 

Lucky Seven 2 muss man sich wie folgt vorstellen: The Inspector Wears Skirts ohne Frauen und Männer, dafür mit Kindern und viel taiwanesischem Patriotismus. Dabei gibt es sieben Kinder, jede Menge Gags, Klamauk, Running Gags und auch Action. Die Actionszenen hätten natürlich länger und von der Anzahl her grossflächiger ausfallen dürfen. Dennoch hat der Film Spass gemacht und die Kinder und der Humor waren weniger schlimm und nervend als befürchtet.

 

In den Action-Szene machen die Kinder eine gute Figur wie auch Yukari Ôshima. Sie spielt die Endgegnerin toll und jede Szene mit ihr ist ein Genuss. Davor dürfen auch Amazonen ran, die direkt aus Jackie Chans Armour of God entsprungen sein könnten, der zuvor an den Kinokassen Erfolge eingefahren hat. Und davon liess man sich beeindrucken. Auch diese Kämpfe waren sehenswert. Teilweise cool, rasant und schnell choreographiert und mit Stunts versehen. Dennoch erreichen sie nicht die Qualität der Kampfszenen aus Kung Fu Kids II, wenn ich mit den Clips aus dem Youtube Video Vergleiche. Aber für die Wunschliste reicht es aus!

 

Fazit: Für Fans von asiatischen HK/TW-Komödien, Ausbildungsfilmen, Kinder Martial Arts Streifen oder Yukari Oshima zu empfehlen!  

 

Infos:

 

O: 7 Siu Fook 2

 

Taiwan 1989

 

R: Chao Chen-Kuo

 

D: Yukari Ôshima, Philip Ko, Wong Chung-Yue, Li Chung-Yat, Chiou Ing-Horng, Chiang Ching-Feng, Tsai Chung-Chiu

 

Laufzeit der chinesischen DVCD: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 19.01.22

 

Fassungen: Ich sah den Film beim Kollegen als chinesische DVCD = Mandarin oder Kantonesisch mit englischen und chinesischen Subs, Uncut, gute Bildqualität. Pics Mal wieder aus anderen Filmen, aber immerhin haben sie es geschafft, Yukari Ôshima und Philip Ko aufs Cover zu klatschen. Gibt es in Deutschland auf DVD, aber nur in Deutsch/Englisch (also kein O-Ton). Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Jan. 2022).

Mittwoch, 19. Februar 2020

The Villainess Review

The Villainess

Story:

Eine Auftragskillern (Ok-bin Kim) wird nach einem Auftrag von einer Agenten-Firma gefangen genommen, einer Ausbildung unterzogen und zur Killerin trainiert. Sie muss zehn Jahre in neuer Identität leben und Aufträge für die Firma tätigen, danach soll sie in die Freiheit erlassen werden. Doch ihre Vergangenheit und Lügen der Agentur sorgen für dramatische Wendungen…

Meine Meinung:

The Villainess konnte mich, trotz starkem Beginn, gar nicht überzeugen. Ich war froh, im Urlaub (in Südkorea), nur die abgespeckte und billige Blu-Ray Variante gekauft zu haben. Ich ahnte schon, warum und das mir der Film wohl nicht gross gefallen würde. So war es denn auch.

Zuerst: der Beginn mit der Action ist wirklich stark. Überdurchschnittlich gut, innovativ, originell und machte viel Spass! Zudem blutig wie sau und natürlich an Action-Klassiker wie The Raid und Hardcore Henry erinnernd. Ich empfand die Kamera dabei auch als deutlich weniger verwackelt, als dies sonst üblich ist im südkoreanischen neuen Action-Kino. Der Beginn des Filmes war deutlich besser als erwartet und überraschte mich positiv.

Danach beginnt die Story à la Nikita, den ich nicht sonderlich mag und auch solche Plots mag ich i.d.R. nicht. Danach flacht der Film zunehmend ab und wird wirklich mühsam. Das heisst: die Story, die zudem in konfusen Rückblenden erzählt wird, ist langweilig, zu dramatisch und der Wechsel weg von dem Action-Genre war ein Fehler. Es folgt Liebesgeschichte und viel Dramatik und Herzschmerz-Inhalte. Längen. Ich musste spulen. Mehr als nur einmal da die Inhalte kaum aushaltbar waren.

Gegen Ende kommt es zwar nochmals zu soliden und schicken Action-Szenen, die vermögen aber bei weitem nicht, die Klasse der Actionszenen, die wir zu Beginn des Filmes sahen, zu erreichen. Und retten den Film auch nicht davor, nicht in die Sammlung aufgenommen zu werden, da einfach schrecklicher Mittelteil.

Fazit: Braucht man sich nicht anschauen und/oder kann nach den ersten 20 Minuten, wenn die tollen Actionszenen vorbei sind, gleich ausschalten. PS: immerhin die Mucke in den Actionszenen war cool!

Infos:

O: Aknyeo

Südkorea 2017

R: Jeong Byeong-gil

D: Kim Ok-bin, Shin Ha-kyun, Seong Joon, Kim Seo-hyeong, Jo Eun-ji

Laufzeit der südkoreanischen Blu-Ray: Ca. 123 Min.

Gesehen am: 26.11.19

Fassungen: Mir lag die Single-Blu Ray aus Südkorea vor (Label kann ich nicht verifizieren) = Uncut, Schuber, O-Ton, englische Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. In D von Splendid Film erschienen (auch mit O-Ton, Subs, Uncut).

Sonntag, 10. Februar 2019

School for Vampires Review

School for Vampires

Story:

Ein Meister und Taoist-Priester, dessen kleine Tochter und dessen rechte Hand (William Yen) führen eine Vampirschule. Diese ist einem anderen Priester ein Dorn im Auge – er versucht gegen den Meister der Schule vorzugehen und diesen und dessen Vampire unschädlich zu machen. Derweil absolvieren die Vampire ein hartes Training in der Schule…

Meine Meinung:

School for Vampires ist ein sehr seltener Film aus Taiwan, der weder in der deutschen Online Filmdatenbank noch in der internationalen imdb.com verzeichnet ist. Der Film von 1988 sprang auf die Ghost/Fantasy/Vampire/Children Settings auf, die von dem HKer Film Mr. Vampire ausgelöst wurde – und auch schnell Rip-Offs in Taiwan fand (dazu gehört auch die sehenswerte Hello Dracula Reihe). Dazu gehört auch School for Vampires.

Ich liess mir die Chance nicht entgehen, den seltenen Film zu erwerben. School for Vampires stellt jedoch KEIN Highlight dar. Ich würde den Film auch nur Fans von hüpfenden Vampiren, und die diesbezüglich alles sehen möchten, was veröffentlicht wurde (rein aus filmhistorischer Sicht), empfehlen. Schlecht ist der Film auch nicht, aber es gibt einige negative Punkte, die viele Szenen einnehmen.

Es sei gesagt, dass es per se kein Kampffilm ist, obwohl genau hier die Stärken des Filmes liegen. Die wenigen Kampfszenen (im ersten Viertel, 1-2x zwischen durch und dann vor und im Finale nochmal) sind die Highlights des Filmes. Es hätte gerne mehr Kampfszenen geben und die Szenen an sich hätten gerne länger sein dürfen, vor allem was die Kämpfe im Finale angehen. Da merkt man, dass Taiwanese Alexander Lo Rei (Shaolin Vs. Lama), der im ¼ auch als kämpfender Vampir zu sehen ist, als Action-Director zuständig war.

Ansonsten sind es unbekannte Namen. Das sehr junge Mädchen wird im Übrigen NICHT vom Hello Dracula Star Shadow Liu Chih-Yu. Die meisten Darsteller konnte ich nicht verifizieren, da mir dazu Quellen und Datenbanken und Vergleiche fehlen. Die meisten Darsteller waren i.O., auch das junge Mädel (man sieht ihr an, dass sie auch Kung Fu trainiert), aber einige agieren zu sehr im klamaukhaften Overacting.

Der Humor in School for Vampires ist eine Sache für sich. Oft unlustig, zu viel des Guten, zu blöd. Dazu kommen Längen. Die ganzen Ausbildungsszenen im Mittelteil, die aus jedem Kriegsfilm / Ausbildungsfilm hätten stammen können, waren eine zähe, uninteressante und langweilige Sache. Vor allem, weil die Story in der Zeit nicht weitererzählt wird (böser Magier, der versucht die Schule, warum auch immer, unschädlich zu machen). Erst gegen Ende, wenn die Konfrontation zwischen Gut und Böse droht, wird der Film besser.

Fazit: Ein Film mit gutem Potenzial und einer Vermischung von Ausbildung- und Vampirfilm, aber mit zu vielen Längen, zu wenig Action und zu doofem Humor. Nur Fans von hüpfenden Vampiren, die diesbezüglich wirklich alles sammeln und sehen möchten, zu empfehlen!

Infos:

O: 殭屍訓練營

Taiwan 1988

R: Chang Chien-Chi

D: William Yen, Jack Lung Sai-Ga, Nam Hing-Gei, Lee Hoi-Hing, Ma Hok-Man, Ma Do-Sik, Alexander Lo Rei

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 06.12.18

Fassungen: Mir lag die VHS aus Japan von Daiei Video vor = Uncut, sehr gute Bildqualität für VHS, im O-Ton Mandarin mit jap. Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2018). Nachtrag 09.02.19: Gäbe es auch als VHS in Südkorea im O-Ton mit koreanischen Subs. Pics welche ich vom Film sah lassen vermuten, dass das VHS aus Japan eine deutlich bessere Bildqualität aufweist.

Montag, 10. Dezember 2018

Invincible Review

Invincible

Story:

Dave (Dave Wong Kit) flüchtet mit Sharla (Sharla Cheung Man) von HK nach Paris, nachdem Sharlas Bruder (Danny Lee) einen Mord beging und verhaftet wurde. Dort gibt es Ärger mit Triaden. Dave schreibt sich bei der französischen Legion ein, um die Franz. Staatsbürgschaft er erhalten. Das Training ist hart – doch in Blackie (Blackie Ko Shou-Liang) findet er einen weiteren Chinesen, beide freunden sich an. Als während der Ausbildung Sharla von Killern erschossen wird sinnt Dave auf Rache…

Meine Meinung:

Invincible hat mir besser gefallen als erwartet. Der Film startet mit Actionszenen, die im letzten Viertel des Filmes gezeigt werden. Dann beginnt die eigentliche Story, die paar wenige Action-Szenen parat hält: blutige Shoot-Outs durch den Mord, durch Ex-Shaw Brothers Star Danny Lee (Law with Two Phases) verursacht, mit später tollen Actionszenen im Restaurant, als Dave seine Sharla aus den Fängen des Gangsters rettet – inklusive Messeraction, Prügeleien und viel Glas und Gegenstände, die im Restaurant zu Bruch gehen. Tolle Szenen! Vor allem landen die Figuren oft im Glas bzw. werden durch eine Scheibe gekickt etc. Tolle Stunts!

Danach wechselt der Film inhaltlich nach Paris, wo der Film allerdings nicht viel Zeit vergeudet. Das Highlight ist eine spektakuläre Flucht vor Gangstern über Pariser Dächer mit anschliessendem Stunt, der sich sehen lassen kann. Erst danach heuert Dave in der Legion an – es folgt ein stimmungsvoller Wechsel im Setting – es geht in die Wüste, wo Dave und andere Halbstarke Gweilos (Regisseur Blackie Ko in einer der Hautrollen und daneben einige B-Stars wie Billy Blanks oder Stefanos Miltsakakis) hart trainieren müssen – mit teilweise übertriebenem Schauspiel und vielen sexistischen Witzen über Männer Vergewaltigungen.

Vor dem Finale darf Dave Wong Kit, dem man jedoch seinen Part als Actionheld zu keiner Sekunde abnimmt, auch nicht im späteren Finale, mit seinen Kameraden würten, nachdem sie das Training abgeschlossen haben. Dort gibt es Massen-Shoot-Outs (inklusive hier und da blutige Shoot-Outs) und viele echte und aufwändige Explosionen zu sehen. Danach gewinnt der Film actionmässig an Fahrt – vor allem das Finale ist eine Wucht!

Die Gangster, darunter Shaw Brothers Star Leung Kar-Yan (Satanic Crystals), nehmen nämlich die Hilfe von Daves Kollegen und Ex-Boss, den zwei Gweilos Billy Blanks und Stefanos Miltsakakis an, um ihn und Blackie Ko zu eliminieren. Das ca. 15minütige Actionfest/Fimale wartet mit hohem Bodycount, vielen blutigen Shoot-Outs, vielen Explosionen, vielen Stunts (auch hier: viel geht kaputt, viel Scherben und Glas bleiben zurück und der Feuer-Stunt am Ende war mehr als spektakulär) und Endgegner auf, die nahezu unbesiegbar erscheinen (vor allem an Stefanos Miltsakakis beissen sich Dave und Blackie die Zähne aus).

Die Machos werden zwar übertrieben dargestellt, aber genau so erwarte ich solche Figuren in einem solchen Film! Blackie Ko (Asian Connection, Rainy Dog) war auch gut und ihm nahm man die Actionrolle deutlich besser ab als Dave Wong Kit. Letzterem bleib eine allzu grosse Karriere untersagt, was mich nach dieser durchschnittlichen Leistung nicht überrascht. Die weibliche Rolle bleibt im Hintergrund, Danny Lee spielt einen äusserten kleinen und ernsten Part (nur Nebenrolle) und als Negativpunkt muss Leung Kar-Yan herhalten, da er weit hinter seinen Möglichkeiten agiert (was Charisma, Auftreten, Schauspiel und Actionszenen angehen) und auch nur eine Nebenrolle spielt.

Fazit: Dank dem actionreichen Finale besser als erwartet und nur schon deshalb jedem HK-Actionfilmfan zu empfehlen!

Infos:

O: Chin Lung Joi Yau

HK 1992

R: Blackie Ko Shou-Liang

D: Blackie Ko Shou-Liang, Dave Wong Kit, Sharla Cheung Man, Danny Lee, Billy Blanks, Leung Kar-Yan, Stefanos Miltsakakis

Laufzeit der HK DVD: 91:36 Min.

Gesehen am: 31.08.18

Fassungen: Mir lag die HK DVD von Deltamac vor = gute Bild- und Tonqualität, O-Tin und englische Subs, Uncut. Neuauflage von Joy Sales / Fortune Star bietet ein anamorphes Bildformat an. Die DVDs sind selten – die VCDs sind man etwas mehr, aber z.T. recht teuer (bis 48 USD). Die HK LD ist ebenso sehr teuer (100 USD). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2018).