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Montag, 8. Juni 2026

Repo! The Genetic Opera

Repo! The Genetic Opera

Story:

In der Zukunft:

Wer neue Organe braucht, kann diese durch die Biotech Firma GeneCo erwerben und springt dem Tod von der Schippe. Doch wer seine Raten nicht abzahlen kann, den erwartet ebenfalls der Tod. Dann schickt GeneCo ihren Repo Man (Anthony Stewart Head) los, um die Organe zurück zu holen. Interne Machtkämpfe in der GeneCo-Dynastie (Bill Moseley, Paul Sorvino, Kevin 'ohGr' Ogilvie, Paris Hilton) belasten zukünftige Strukturen und auch Repo Man hadert mit seinem Schicksal, als er droht, seine Tochter (Alexa PenaVega) an GeneCo zu verlieren…

Meine Meinung:

Repo! The Genetic Opera wurde zu Ehren von Anthony Stewart Head angesehen, der am 01.06.26 an einer Lungenentzündung verstorben ist. Ich kenne den Schauspieler vor allem aus der 90er Jahre Serie Buffy - Im Bann der Dämonen und eben aus besagtem Spielfilm aus dem Jahr 2008. Bei Repo! The Genetic Opera handelt es sich um eine Bühnenverfilmung. Darren Lynn Bousman inszenierte zwei Jahre zuvor bereits einen zehnminütigen Kurzfilm (mit Michael Rooker) und dann diesen abendfüllenden Spielfilm mit Anthony Stewart Head als Repo Man.

Aus dem Kurzfilm kehrten Terrance Zdunich und Sarah Brightman in gleichen Rollen zurück. Der Rest wurde neu gecastet. Der Film ist ein Musical, der in einem futuristischen, düsteren und gotischen Comic-Look inszeniert wurde. Teilweise hatte der Film auch leichte The Rocky Horror Picture Show Vibes. Der Film hat, obwohl ich kein allzu grosser Musical-Fan bin, die Neusichtung bestanden. Das war schon ziemlich originell, kreativ und einfach Mal was Anderes. Der Plot selbst ist natürlich bekannt. Es gibt auch andere Spielfilm, die die Geschichte des Repo Man erzählen (z.B. Repo Men 2010 mit Jude Law als Actionfilm).

Der Plot ist daher bekannt. Visuell gefällt Repo! The Genetic Opera. Das Set-Design ist klasse und auch die Mehrheit der Songs sind toll. Anthony Stewart Head gefällt in der Rolle des Vaters und des Repo Man. Noch besser haben mir die Bösewichte gefallen. Die schräge, reiche Familie, die dank dem Verkauf von Organen an Macht und Reichtum gelangt, vermag durch den Humor und dem Overacting zu gefallen. Schrill. Die waren irrwitzig dargestellt. Dass Paris Hilton im Film mitwirkt, wusste ich nicht mehr. Ich habe sie während der Sichtung nicht Mal erkannt. Erkannt habe ich hingegen Horror-Star Bill Moseley (The Texas Chainsaw Massacre 2, Night of the Living Dead, House of 1000 Corpses), der eine ebenfalls zu überzeugen weiss.

Fazit: Wer gerne Horror-Musicals hat, sollte sich Repo! The Genetic Opera nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Repo! The Genetic Opera

USA 2008

R: Darren Lynn Bousman

D: Anthony Stewart Head, Bill Moseley, Alexa PenaVega, Paul Sorvino, Kevin 'ohGr' Ogilvie, Sarah Brightman, Paris Hilton, Terrance Zdunich

Laufzeit der US-DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung am: 08.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Wurde in Deutschland von Kinowelt auf DVD und später auch Blu-Ray veröffentlicht (in Englisch mit deutschen Subs).

Donnerstag, 7. Mai 2026

Cinderella 2000

 

Cinderella 2000

Story:

Im Jahr 2047:

Der impotente Controller (Erwin Fuller) erlässt ein Verbot von nicht erlaubtem Geschlechtsverkehr. Roscoe the Robot (Eddie Garetti) sorgt zusammen mit seinen Männern für Verhaftungen und Bestrafungen. Cindy (Catharine Burgess) lebt zusammen mit ihrer immer geilen Stiefmutter (Renee Harmon) sowie ihren Stiefschwestern Bella (Bhurni Cowans) und Stella (Adina Ross). Als Cindy im Wald spazieren geht trifft sie auf Fairy Godfather (Jay B. Larson). Dieser öffnet ihr die Augen, so dass sie sich verwandelt und am Maskenball des Controllers teilnimmt und dort Tom Prince (Vaughn Armstrong) kennen und lieben lernt…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen von Alice In Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy sowie der Sci-Fi-Parodie Flesh Gordon wurde Cinderella 2000 ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um eine Sci-Fi Erotikkomödie mit Musical-Einlagen. Regie führte der fleissige Al Adamson (Female Bunch, Black Samurai, Death Dimension) und sorgt damit sich für einen seiner besseren und unterhaltsameren Filme in der Box von Severin Films (= Al Adamson - The Masterpiece Collection). Zumindest hatte ich damit meinen Spass.

Das Raumschiff und Weltraum-Setting sehen im Film sehr gut aus. Der Film zeigt eindrücklich, dass es für Requisiten, futuristische Kostüme oder einen Roboter nicht viel Budget braucht. Der Film ist crazy, unterhaltsam und legt gleich am Anfang mit viel nackter Haut los, um den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Auch andere Märchen werden angegangen (Schneewittchen und die sieben Zwerge = und das definitiv sehenswerter als in Disneys letztem Versuch).

Der Film empfand ich vor allem als lustig. Besonders Figuren wie Roscoe the Robot, der Controller, Tom Prince oder Fairy Godfather brachten mich durch ihr Overacting oder ihre lustigen Dialoge oft zum Schmunzeln. Das Highlight war die Tanz- und Song-Einlage von Fairy Godfather, als dieser erstmals im Wald auf Cindy trifft, die dort heimlich Cinderella liest. Catharine Burgess, die auch schon Erfahrungen im Erotikfilm vorzuweisen hatte, ist auch hier und da nackt zu sehen. Aber andere Mädels zeigen hier definitiv mehr und waren nicht scheu, ihre Körper dem Publikum zu präsentieren (Softcore).

Der Film war, durch sein Zeitgeist-Phänomen, an den Kinokassen ein voller Erfolg. Al Adamson drehte danach weitere Filme mit Erotikeinschlag = Sunset Cove und Bedroom Stewardesses wobei das nicht seine ersten Filme mit Erotikeinschlag waren. Er drehte zuvor schon Titel wie Lash of Lust oder The Naughty Stewardesses. Bis auf Lash of Lust (Sexploitation Western) handelt es sich bei den anderen erwähnten Titeln jeweils um Erotikkomödien. Solche waren dazumal in den Kinos (eine andere Möglichkeit, solche Filme zu sehen, gab es dazumal schliesslich noch nicht) populär und erfolgreich. Ein Kritikpunkt des Filmes ist, dass es doch auch die ein oder andere lahme Sequenz gibt. Vielleicht wäre der Film mit einer kürzeren Laufzeit (80 statt z.B. 104 Minuten) kurzweiliger ausgefallen.

Fazit: Einer der besseren Filme von Al Adamson!

Infos:

O: Cinderella 2000

USA 1977

R: Al Adamson

D: Catharine Burgess, Jay B. Larson, Vaughn Armstrong, Erwin Fuller, Bhurni Cowans, Adina Ross, Eddie Garetti, Renee Harmon

Laufzeit der US-Blu: Ca. 103 Min.

Gesehen am: 06.05.26

Fassungen: Gesehen via Al Adamson - The Masterpiece Collection = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Englischer O-Ton mit englischen Subs. Der Film wurde in Deutschland als Liebe im Raumschiff Venus veröffentlicht (Stark zensiert = ca. 79 Minuten Laufzeit).

Sonntag, 27. April 2025

Chainsaws Were Singing

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Chainsaws Were Singing

Story:

Maria (Laura Niils) wird von einem Kettensägen schwingenden Irren entführt. Ihr Freud Tom (Karl Ilves) setzt alles daran, Maria aus dessen Fängen zu befreien…

Meine Meinung:

Nach The Black Hole der zweite Betrag aus Estland am diesjährigen Brugggore Filmfestival. Den Film nahm ich nur schon aufgrund des Titels und des Plakates in mein persönliches Programm auf. Der Film, der an unzähligen Film Festivals rund um die Erde gezeigt wird und der sich zehn Jahre (!!!) in der Post-Produktion befand, kann nicht nur als Hommage an Tobe Hoopers Blutgericht in Texas verstanden werden, sondern auch als rabenschwarte, total verrückte und sympathische Idee seitens Regisseur Sander Maran und seinem Bruder, wobei letzterer im Film auch mitspielt.

Beim Film handelt es sich um einen Mix aus Hommage, Backwood-Horror, Musical, Liebesgeschichte und Komödie/Satire. Eine wilde Mischung, die so erstaunlich gut funktioniert. Low Budget hin oder her, der Film hat sehr viel Spass gemacht, auch wenn bei Leibe nicht alles perfekt geworden ist. Mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist der Film, der mehreren der Hauptpersonen ein Kapitel widmet, in denen ihre Vorgeschichte erzählt wird, sicher etwas zu lange geraten. Zumindest die Figur Cobra und dessen Sub-Plot (Bukkake…) hätte man z.B. zuhanden einer etwas kürzeren Laufzeit komplett weglassen können.

Der Film, der viele Blutgericht in Texas Vibes bietet, ist charmant und auch die Mehrheit der Figuren fand ich sympathisch. Vor allem die Helden und die Guten. Speziell Tom, Maria und Jaan waren super gespielt. Auch die kannibalistische Redneck Familie war gut gespielt: total verrückt und überzeichnet, aber meine Sympathien galten den Helden, nicht der Kannibalen-Familie. Auch Nebenfiguren (die trotteligen Cops z.B.) waren amüsant und der Film bot allgemein extrem viel zu lachen. Mit Blut wird auch nicht gespart. Der Film kaschiert das kleine Budget wunderbar.

Fazit: Sicher einer der wildesten, fantasievollsten und verrücktesten Filme, den ich in den letzten Jahren an einem Filmfestival sah! Tolles Konzept, welches in seiner Entstehungsgeschichte an Bad Taste erinnert.

Infos:

O: Mootorsaed laulsid

Estland 2024

R: Sander Maran

D: Karl Ilves, Laura Niils, Martin Ruus, Janno Puusepp, Rita Rätsepp

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 117 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, O-Ton und englische Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Dienstag, 14. November 2023

Poultrygeist - Night of the Chicken Dead

Poultrygeist - Night of the Chicken Dead

Story:

Auf ehemaligem Indianer-Land wird, trotz Warnungen, ein Fast-Food Restaurant gebaut. Die Angestellten (Jason Yachanin, Robin L. Watkins, Joshua Olatunde, Caleb Emerson, Rose Ghavami, Khalid Rivera) und Gäste (Kate Graham, Allyson Sereboff, Joe Fleishaker, Lloyd Kaufman, Brian Cheverie) kämpfen dort gegen Chicken Zombies um ihr Überleben…

Meine Meinung:

Poultrygeist - Night of the Chicken Dead habe ich seit 2008 nicht mehr gesehen. Zeit für eine Neusichtung. Der Film fliegt leider aus der Sammlung. Schlecht ist Poultrygeist - Night of the Chicken Dead nicht, einfach nicht mehr gut genug für die Sammlung. Es besteht kaum Motivation, den Film jemals wieder zuschauen. Dabei fängt der Film mit herrlich ekligen Geschmacklosigkeiten erst Mal gut an. Die ersten 20 Minuten haben wirklich überraschend viel Spass gemacht, wenn man kein Niveau erwartet.

Danach folgt das Hauptproblem: Längen im Mittelteil! Der Film ist mit einer Laufzeit von 100 Minuten gut 20-30 Minuten zu lang. In Mittelteil flacht der Film dann stark ab. Gore gibt es im Mittelteil zu wenig, Geschmacklosigkeiten bleiben zwar vorhanden, aber der Plot tritt nicht von der Stelle und lahme Songs (der Film ist z.T. auch ein Musical) dominieren. Erst im Finale wird der Film dann wieder sehenswert. Und genau wegen dem lahmen Mittelteil bleibt der Film auch nicht in der Sammlung.

Wer Troma-Filme, Trash, Geschmacklosen, nackte Tatsachen und politisch unkorrekten Humor mag, kann sich Poultrygeist - Night of the Chicken Dead auf jeden Fall ansehen. Der Film hat viele verrückte, fantasievolle und innovative Ideen, die teilweise herrlich amüsant und sehenswert geworden sind. Auch die grosse Anzahl an Splatter-Szenen und Effekte sind sehr gut geworden. Vor allem das Massaker der Zombie-Chicken im Finale war das Highlight des Filmes. Dazu kommen diverse Monster-Kreationen und Hommagen an frühere Troma-Filme (der Monster-Penis aus Tromeo and Juliet oder der immer ewig recycelte Auto-Crash). Die Effekte sind allgemein herrlich und absolut sehenswert.

Jason Yachanin und Kate Graham geben ein sympathisches Duo ab. Regisseur Lloyd Kaufman (The Toxic Avenger, Hanger) spielt eine kleinere Nebenrolle. Auch sonst gibt es im Film Altbekannte wie Joe Fleishaker zu sehen, der in einigen der ekligsten Szenen im Film abbekommen hat (wobei es da unendlich viele Gibt mit unzähligen Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen). Ihn sah man in vielen Troma-Filmen wie Troma's War, The Toxic Avenger Part II, Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., Terror Firmer. Einen Gastauftritt legt Ex-Porno-Star Ron Jeremy hin. Der Film erinnert vom Setting an die neuste Necrostorm-Produktion Taeter Burger, welche auch in einem Fast-Food Lokal spielt.

Fazit: Hätte ein grosser Kracher werden können, hätte der Film nicht so viele lahme Füllszenen im Mittelteil abbekommen. Schade. Für Troma-Fans dennoch sehenswert!

Infos:

O: Poultrygeist - Night of the Chicken Dead

USA 2006

R: Lloyd Kaufman

D: Jason Yachanin, Kate Graham, Allyson Sereboff, Robin L. Watkins, Joshua Olatunde, Caleb Emerson, Rose Ghavami, Khalid Rivera, Joe Fleishaker, Lloyd Kaufman, Ron Jeremy, Brian Cheverie

Laufzeit der US-DVD: 102:49 Min.

Gesehen am: Okt. 2008 / Neusichtung am: 04.10.23

Fassungen: Mir lag die limitierte US-DVD von Troma vor = Eggs-clusive 3-Disc Edition = Uncut, viele Extras, O-Ton, keine Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Auch die US-Blu-Ray oder deutsche DVD haben keine Untertitel.

Samstag, 6. Juni 2020

Heaven and Hell Review

Heaven and Hell

Story:

Sechs unschuldige Seelen (Lin Chen-Chi, Sun Chien, Phillip Kwok Chun-Fung, Bruce Tong Yim-Chaan, Lo Meng, Lee I Min) bekommen die Chance, aus der Hölle zu flüchten und wiedergeboren zu werden. Der Weg aus den diversen Höllen ist jedoch schwierig und gefährlich…

Meine Meinung:

Nach Jigoku (1960) bzw. dessen 1979er Remake (The Inferno) folgte Chang Cheh dem Ruf des «Höllen-Erfolges» und packte die Hölle als Setting in seinen fantasievollen, neusten Venom-Film: Heaven and Hell war geboren!

Der zunächst sehr episodenhaft wirkende Film erzählt eine leicht wirre Story, die zunächst im Himmel beginnt (und nur in diesen wenigen Szenen kommt David Chiang vor). Er flieht aus dem Himmel mit seiner Geliebten. Auf der Erde werden sie dann wiedergeboren – als Alexander Fu Sheng, der zusammen mit seiner Real-Life Frau Jenny Tseng, eine in Asien sehr bekannten Sängerin, aufwartet.

Auch Alexander Fu Sheng (Friends) und seine Jenny bekommen nur wenige Szenen spendiert – immerhin mehr als Davie Chiang (Die Todeskralle des roten Phoenix) aber noch immer: sie spielen nur kurze Nebenrollen und haben mit dem Hauptplot nichts zu tun. Dasselbe gilt für Stars wie: Dick Wei (The Owl vs Bombo), Robert Tai (Ninja – The Final Duel), Johnny Wang Lung-Wei (The New Legend of Shaolin), Lau Kar-Wing (The Odd Couple) und Kara Hui (The Vengeance of Six Dragon).

Dem sollte man sich bewusst sein. Ich habe Heaven and Hell bereits früher 1x gesehen – die Sichtung ist aber so lange her, dass mir dieser Umstand nicht mehr bewusst war, zumal Alexander Fu Sheng und seine Jenny auch etliche Cover-Artworks zieren, als ob sie die Hauptrollen innehätten. Ich sage dies nur, um falsche Erwartungen vorzubeugen – denn nach meiner aktuellen Sichtung war ich, zumindest in der Hinsicht, leicht enttäuscht. Dafür ist das Liebespaar mehrfach am Singen – was zu den kitschigen Sets passt (ich meine das sogar positiv).

Vielmehr ist Heaven and Hell ein Venom-Film im Höllen-Setting. Dies macht Heaven and Hell aus. Der Film punktet dann auch durch die Höllenszenen und die Darstellung verschiedenster Höllen. Im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Art und Weise (The Secret Mirror from the Hell und Co.) geht es im Film von Chang Cheh (The Nine Demons) harmloser und teilweise auch lustiger zu. Der Film ist unterhaltsam und jedem Venom-Fan zu empfehlen.

Allerdings sind auch die Action-Szenen nüchtern betrachtet, trotz Choreographie von Robert Tai und Venom Lu Feng, nicht wirklich spektakulär. Da sind andere Venom-Filme um Welten spektakulärer, was deren Actionszenen angehen (z.B. Crippled Avengers, The Rebel Intruders…). Man kann Heaven and Hell gut weckgucken, aber in Sachen Action gibt es hier nichts Neues zu sehen und man darf sogar leicht enttäuscht sein. Von den Venoms darf man mehr erwarten…

Der Film lohnt sich natürlich trotzdem, denn schlecht ist Heaven and Hell nicht. Durch den wechselhaften Beginn abwechslungsreich, die Höhepunkte in den Höllenszenen widerspiegelnd (Settings, Effekte, Kostüme) macht Heaven and Hell eins: Spass und bietet eine gute, solide Unterhaltung! PS: Lin Chen-Chi, sie spielt «Red Dress», fand ich relativ sexy und es ist ungewohnt, in einem Chang Cheh Film eine Frau in einer der Hauptrollen zu sehen! Sie hat ihren Job gut gemacht – schade, dass sie nicht in mehr Filmen mitwirkte. Eine ihrer besten Rollen hatte sie in Tsui Harks Dangerous Encounter - 1st Kind. Ansonsten spielte sie davor vor allem in Shaw Brothers Filmen mit…

Infos:

O: Di San Lei Da Dou

HK 1980

R: Chang Cheh

D: Lin Chen-Chi, Sun Chien, Phillip Kwok Chun-Fung, Bruce Tong Yim-Chaan, Lo Meng, Lee I Min, Dick Wei, Robert Tai, Lu Feng, Alexander Fu Sheng, Jenny Tseng, Johnny Wang Lung-Wei, Lau Kar-Wing, Kara Hui, David Chiang, Yang Chi-Ching, Jenny Tseng

Laufzeit der US-DVD: Ca. 92 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 24.04.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Image Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2020).

Donnerstag, 26. September 2019

Hellywood Review


Und drei Bilder aus dem Film (während dem Schauen mit dem Handy geknipst): 



Hellywood

Story:

2060: Aliens wollen die Erde übernehmen und tarnen sich als Musiker und Tänzer in Hollywood. Das Ziel: Menschen entführen und in Pflanzen verwandeln. Doch Super-Agent Bifunovich (Tomoko Saito) und seine drei Gehilfinnen (u.a. Mio Hani) versuchen, die Aliens aufzuhalten…

Meine Meinung:

Von Regisseur Takafumi Nagamine, der den kultigen Independent-Film Diva in the Netherworld mit viel Liebe auf die Leinwand zauberte, kam zwei Jahre später ein erneuter Kracher, der an Surrealität und völlig verrückten Einfällen inklusive vielen charmanten Effekten und mit viel Liebe für Details, zu überzeugen vermochte: Hellywood!

Hellywood sieht, dank grösserem Budget und besserer Technik (nun auf 35mm gedreht), aufwändiger aus. Dazu gibt es auch mehr Effekte und eine bessere Bildqualität. Der Inhalt ist ähnlich verrückt und fantasievoll wie in Diva in the Netherworld. Die Story ist hier noch dünner – der Style over Substance Faktor kommt voll zum Tragen.

Die Story sollte man vernachlässigen und sich einfach am bunten Treiben, was einem vorgesetzt wird, erfreuen und sich kurzweilig und abgedreht unterhalten lassen. Kino, wie es nur aus Japan kommen kann. Zum Teil ist es kaum in Worte zu fassen, was man da zu sehen bekommt. Der Film bietet sehr abwechslungsreiche und originelle Settings (eines könnte direkt aus der Feder von Salvador Dalí stammen).

Der Film ist nur zum Teil ein Musical. Mehr echter Spielfilm mit hier und da Tanz- und Gesangseinlagen, die groovig und sehenswert in Szene gesetzt wurden. Die mir unbekannten Darsteller, die alle sichtlich Spass am Film hatten, machen ihre Sache gut. So auch Regisseur Takafumi Nagamine, dem man extrem viel Fantasie nachsagen kann (was ich sehr mag), war mit Herz dabei (am Ende gibt’s die Einstellung «directed by Takafumi Nagamine with Love»). Schade, dass er nicht mehr Filme wie Diva in the Netherworld und/oder Hellywood drehte.

Die Effekte sind sehr charmant. Es gibt z.T. auch wieder Stop-Motion Arbeiten zu sehen. Daneben noch eine Autopsie mit hängenden Därmen an der Decke, ein Gehirn, eine eklige Szene à la Die 120 Tage von Sodom, eine weitere eklige Szene (WC «reinigen»), einem cool getricksten Alien im Weltraum, kämpfende Samurai-Einlagen auf der Bühne und sogar eine Hommage an Frankenstein gibt es zu sehen (eine der Figuren wird in der Szene auch Frankenstein genannt).

Fazit: Für Fans des japanischen Kinos und insbesondere Fans von Regisseur Takafumi Nagamine und Diva in the Netherworld zu empfehlen! Muss man gesehen haben, um es zu glauben!

Infos:

O: Heriuddo

Japan 1982

R: Takafumi Nagamine

D: Kumi Aochi, Kenji Endo, Mio Hani, Tomoko Saito

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 26.07.19

Fassungen: Mir lag das jap. VHS von Daiei Video vor = Uncut, in Japanisch, keine Subs, gute Bildqualität. Gäb es inzwischen in Japan sogar auf DVD. Ausserhalb Japans wurde der Film nie veröffentlicht (Stand: Juli 2019).

Samstag, 7. September 2019

Diva in the Netherworld Review



 

Diva in the Netherworld

Story:

Zwei Sängerinnern namens Micki (Yôko Kurita) und Donaldo (Kiyose Fujiwara), eine davon ein Vampir, sind mit dem Auto und ihrem Manager, einem Werwolf, unterwegs als die eine Panne haben. Sie finden ein Anwesen, wo sie die Nacht verbringen. Doch die Herrin und ihr Diener haben es auf das Trio abgesehen, da Kannibalen inklusive Dinosaurier als Haustier…

Meine Meinung:

Auf Diva in the Netherworld wurde ich Dank einem Kollegen aufmerksam, der den seltenen Film in der Sammlung hat und der mir das lesenswerte und informative Buch Japanese Cinema Encyclopedia: The horror, fantasy, and scifi films von Thomas Weisser empfahl – und eine der ersten Kritiken, die mir der Kollege zeigte, war diese zu Diva in the Netherworld (nebst Hellywood).

Seitdem Zeitpunkt habe ich das Buch selbst gekauft und den Film auf die Wunschliste gesetzt, auf welcher dieser noch heute steht. Der Film ist selten, selbst in Japan. Und es gibt diesen wirklich nur auf VHS (mehr dazu unter Fassungen). Das Interesse wurde erhöht, da der Film Kaijū-Elemente beinhalten soll (siehe Inhaltsangabe mit dem Dinosaurier).

Nun habe ich den Film beim Kollegen gesehen und er bleibt als Titel meiner Wunschliste treu. Diva in the Netherworld ist ein Low-Budget und auf 16mm gedrehter Independent-Streifen und Mix aus Hausu, Backwood-Filmen wie Blutgericht in Taxas, Kaijū-Inhalten und Superhelden-Motiven (sie fliegen wie in Superman um die Erde und auch japanische Superhelden-Motive kommen zum Tragen). Dazu Fantasy-Elemente wie Vampire, Werwölfe und viel Gesang und Komik.

Der Film, der nur knapp eine Stunde läuft, nimmt sich absolut nicht ernst. Dem sollte man nicht bewusst sein. Auch sollte man keinen Realismus erwarten und sich auf billige, aber für meinen Geschmack immer charmante Effekte, einstellen. Eine tolle Effekt-Szene gibt es als Ausnahme: Augäpfel werden aus einem Schädel entnommen und man sieht kriechende Maden auf dem Schädel – fand ich ziemlich cool! War auch stark getrickst (wie auch das Riesen-Spiegelei, welches auf dem Back-Cover der japanischen Kassette abgebildet wurde).

Der Dinosaurier ist im Übrigen kein Mensch im Gummikostüm, wie dies meist im japanischen Kaijū Genre der Fall ist, sondern wurde via Stop-Motion bewerkstelligt. Auch cool und sympathisch. Japan und Stop-Motion Effekte sind eine Seltenheit. Spontan kommt mir nur die jap. TV-Serie (12 Folgen) Majin Hunter Mitsurugi (aka Demon Hunter Mitsurugi) in den Sinn, die auch auf Stop-Motion Effekte setzt.

Die Darsteller sind mir total unbekannt, hatten aber sichtlich Spass an der Beteiligung (inklusive viel Overacting). Regisseur Takafumi Nagamine hat später noch gedreht:

den bereits erwähnten Hellywood (da erwarte ich einen ähnlichen Film wie Diva in the Netherworld), Maboroshi panti (Panty Hero), Shocking Asia III und mehrere Kekkô Kamen Filme.

Fazit: wer auf skurrile und seltene Filme aus Japan abfährt, sollte sich Diva in the Netherworld nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Utahime makai o yuku

Japan 1980

R: Takafumi Nagamine

D: Kiyose Fujiwara, Yôko Kurita

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 63 Min.

Gesehen am: 25.06.19

Fassungen: Den Film gibt es bisher nur als japanische VHS = Uncut, Japanischer O-Ton, keine Subs, zum Teil zu dunkler Bildqualität. Andere Fassungen gibt es nicht. Film ist, sogar in Japan, selten. Stand: Juni 2019. Nachtrag 07.09.19: Es gibt in Japan eine DVD-Kleinauflage von nur 50 Stück - diese wurde, als der Film 2014 in Tokyo in Anwesenheit des Regisseurs aufgeführt wurde, verkauft! Nachtrag 15.11.19: Für die 2. Sichtung lag mir nun die DVD aus Japan vor = Uncut, Jap. O-Ton, keine Subs, 64 Min. laufend. Der extrem grosse Vorteil gegenüber der jap. VHS: die DVD bietet eine um Welten hellere Bildqulaität, so dass jetzt viele Szenen, die beim VHS kaum zu erkennen waren, sorglos zu sehen sind! So schön!

Montag, 10. Juni 2019

Cannibal! The Musical Review

Cannibal! The Musical

Story:

Rocky Mountains im 18. Jahrhundert: Alferd Packer (Trey Parker) wird des Mordes und des Kannibalismus beschuldigt. Einer Reporterin (Toddy Walters) erzählt Alfred die wahre Geschichte und was wirklich passierte…

Meine Meinung:

1993 drehte der spätere South Park Macher Trey Parker einen Trailer namens Alferd Packer: The Musical – während seiner Studentenzeit. 1996 wurde daraus dann ein leicht veränderter Spielfilm (im Trailer sieht man z.T. viele Szenen, die dann ähnlich oder gar nicht im Film zu sehen sind inklusive Austausch von einigen Figuren, u.a. gespielt von Matt Stone, Treys Kumpel und dem 2. South Park Macher) der durch Troma vertrieben wurde und sogar ein echtes Musical/Bühnenshow folgte.

Troma hat nicht nur eigene Filme gedreht (die The Toxic Avenger Reihe, Tromeo & Julia, Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., Class of Nuke 'Em High Reihe) sondern früher auch viele aufgekauft und vertrieben, z.B. den belgischen Fun-Splatter Rabid Grannies, Dario Argentos The Stendhal Syndrome (kein Witz), den schwarzhumorigen Bühnenfilm Bloodsucking Freaks (à la Herschell Gordon Lewis), den nihilistischen Film Combat Shock oder zuletzt Father’s Day (passte zu Tromas eigenem Mother’s Day). Cannibal! The Musical gesellt sich ebenfalls in die Runde der von Troma aufgekauften und vertriebenen Filme.

Cannibal! The Musical, der auf einer wahren Geschichte beruhen soll, ist ein Mix aus Komödie, Trash, Kannibalenfilm und Musical. Und: der Mix funktioniert erstaunlich gut! Wer South Park kennt weiss, was für eine Art Humor ihn hier erwartet. Die wenigen Splatterszenen (am Anfang und im Finale) sind comicartig übertriebenen in ihrer Darstellung (deshalb auch die FSK16 in Deutschland) aber gut getrickst. Die Lieder haben nicht gestört (auch in South Park wird viel gesungen). Nicht alle Lieder sind toll, aber einige sind schon sehr lustig (mit dem Schneemann).

Die Darsteller hatten sichtlich Spass am Film, ich nach neuster Sichtung (letzte Sichtung ist ewig her, muss in der Jugendzeit gewesen sein) auch – Cannibal! The Musical ist schöner, nicht ernstzunehmender Trash, den man sich gut ansehen kann!

Infos:

O: Alferd Packer: The Musical

USA 1996

R: Trey Parker

D: Trey Parker, Toddy Walters, Dian Bachar, Masao Maki, Matt Stone

Laufzeit der deutschen DVD: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 25.04.19

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Troma vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch, keine Subs (ausser den Liedern, da diese nicht synchronisiert wurden). Wer den Film sehr mag, sollte die 84 Edition kaufen, da Subs, Unmengen von Extras und die Qualität von Bild (vielleicht auch Ton) dürfte auch besser sein.

Samstag, 7. Juli 2018

Love and Bullets Review

NIFFF 2018 Spezial
Love and Bullets

Story:

Nach einem Attentat auf Mafia Boss Don Vincenzo (Carlo Buccirosso), welches er überlebt, hegen er und seine Ehefrau Donna Maria (Claudia Gerini) einen Plan aus: man lässt verkünden, dass Don Vincenzo gestorben ist um danach ein neues Leben in Ruhe beginnen zu können. Nur drei Personen aus dem Umfeld, darunter die Bodyguards und Killer von Don Vincenzo, wissen Bescheid. Doch als im Spital Krankenschwester Fatima (Serena Rossi) den lebendigen Don Vincenzo sieht, schickt dieser seine Killer Ciro und Rosari (Giampaolo Morelli, Raiz) los, um die Zeugin zu töten. Das Problem: Es handelt sich um Ciros grosse Jugendliebe – er führt den Auftrag nicht durch, sondern flüchtet mit Fatima…

Meine Meinung:

Die Vorfreude auf Love and Bullets war zwar nicht riesig, aber trotzdem war ich gespannt auf den Streifen. Bei Love and Bullets handelt es sich um ein satirisches Mafia-Musical, welches die ganzen bekannten TV-Serien à la Gomorrha und Co. aufs Korn nimmt. Der Film soll gerade in Italien sehr gut angekommen sein was sich a) in hohen Besucherzahlen in den Kinos zeigt und b), soll der Film in Italien diverse Filmpreise gewonnen haben (Stand 07.07.18 = 28x nominiert, 18x Preis gewonnen).

Die Macher waren mit einem Horrorfilm am NIFFF bereits einmal vertreten gewesen – mit ihrem Film Paura 3D. Dieser war jedoch nur durchschnittlich, so dass man heute eine definitive Weiterentwicklung der Regisseure Antonio Manetti und Marco Manetti feststellen kann. Was andere Filme von ihnen angeht, so sieht man, dass Musik und Tanz oft ein von ihnen gewähltes Thema sind.

Love and Bullets war besser als erwartet und relativ spassig und unterhaltsam. Trotz der langen Laufzeit entstehen nur kurz vor dem Ende paar Längen, da die Handlung scheinbar nie enden will (kam ich mir fast vor wie in einem südkoreanischen Film). Ansonsten wird die Story mit gutem Humor, originellen und sympathischen Figuren, Action (Shoot-Outs auch hübsch blutig), Sozialkritik (bei der Mafia gibt es keine Gewinner), Liebesgeschichte und Musical-Szenen angerichtet.

Und der Mix funktioniert – die Musikszenen machen Spass und lockern das Gezeigte auf. Ich denke, auch daher bietet der Film nur wenig Längen trotz der langen Laufzeit. Die Darsteller machen alle einen fantastischen Job. In den Szenen als Schauspieler, als Tänzer oder Sänger.

Einziges Manko nebst paar Längen am Ende: da scheinbar nicht so viel Budget vorhanden war (oder zu wenig Kompetenz der Macher), sahen zwei grössere Actionszenen (zwei Explosionen) sehr schlecht getrickst aus. Sehr billige digitale Effekte. Diese unschönen Bilder fallen zwar nur gering ins Gewicht, aber passten gar nicht zum Rest des Filmes, der sonst sauber, aufwändig und schön gefilmt wurde/aussieht.

Fazit: Für Musical-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ammore e malavita

Italien 2017

R: Antonio Manetti, Marco Manetti

D: Claudia Gerini, Ronnie Marmo, Carlo Buccirosso, Serena Rossi, Giampaolo Morelli, Mario Rivelli

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 133 Min.

Gesehen am: 06.07.18 (NIFFF)

Fassungen: Film am NIFFF 2018 gesehen im O-Ton mit englischen/franz. UT. Eine (deutsch oder englisch synchronisierte oder untertitelte) DVD / Blu Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2018). Bisher ist der Film nur in Italien auf DVD / Blu Ray zu bekommen (nix Englisch).