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Samstag, 25. Juli 2026

Mercenario - Der Gefürchtete

Mercenario - Der Gefürchtete

Story:

Paco (Tony Musante) will eine Revolution anzetteln und erkauft sich dafür die Hilfe des Söldners Sergei 'Polack' Kowalski (Franco Nero). Um ihr Ziel erreichen zu können, müssen sie jedoch zuerst Ricciolo (Jack Palance) aus dem Weg räumen…

Meine Meinung:

Mercenario - Der Gefürchtete ist ein Italo-Western (Mithilfe von spanischen Hilfsmitteln) des legendären Sergio Corbucci (Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, Django, Leichen pflastern seinen Weg). Dazu kommen Namen wie Franco Nero (Die Klette, Djangos Rückkehr, High Crime), Jack Palance (Zwei Supertypen räumen auf, Tango & Cash, Die Strickmütze), Ennio Morricone (Malastrana, The Thing) sowie Bruno Nicolai (The Case of the Scorpion's Tail, The Night Evelyn Came Out of the Grave). Letztere waren selbstverständlich für den tollen Soundtrack und die Musik des Filmes zuständig.

Leider hat mir Mercenario - Der Gefürchtete nicht gut gefallen. Aufgrund des Cast war ich am Ende sogar sehr enttäuscht von dem Film. Der Film ist kein Vergleich zu den anderen Italo-Western, die ich von Sergio Corbucci gesehen habe. Franco Nero war solide. Der Film ist technisch auch gut gemacht und zum Teil aufwändig (kleinere Stunts, Explosionen, Massenszenen, Pferdestürzte). Die Musik war, wie bereits erwähnt, toll. Sie kam mir auch bekannt vor. Ob Quentin Tarantino diese in einem seiner Filme benutzt hat? Am besten war Jack Palance.

Abgesehen davon hat mir der Film nicht gefallen. Die Handlung empfand ich als uninteressant und langweilig. Ich mochte die Tatsache nicht, dass der Plot als Rückblende erzählt wird. Und dann sehen wir Paco noch als Clown. Ich mag Clowns nicht (Ausnahme als Gestalten in Horrorfilmen). Der Film war viel zu zahm und harmlos, der Humor hat mir nicht gefallen und der Verlauf der Handlung fesselte nicht. Ich mag keine Revolutionsgeschichten und der Humor triggerte mich selten, zu lachen. Und das Jack Palance nach seinem tollen Auftritt bis zum Finale von der Bildfläche verschwindet, war ein fataler Schachzug.

Fazit: Besser Compañeros schauen!

Infos:

O: Il Mercenario

Italien, Spanien 1968

R: Sergio Corbucci

D: Franco Nero, Jack Palance, Tony Musante, Giovanna Ralli, Eduardo Fajardo, Álvaro de Luna

Laufzeit der deutschen DVD: 101:55 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Booklet, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Audio (Deutsch, Englisch oder Ital.) und Untertitel (Deutsch) Optionen. Die deutsche Sprachfassung ist die beste. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Vier Fliegen auf grauem Samt

Vier Fliegen auf grauem Samt

Story:

Roberto (Michael Brandon) wird von einem unbekannten, mysteriösen Hutträger verfolgt und beschattet. Eines nachts folgt Roberto dem Hutträger um ihn zur Rede zu stellen. Bei dem Handgemenge stirbt der Hutträger. Derweil hält eine Person, die eine Maske trägt, den Akt auf Fotos fest. Danach wird Roberto von einem unbekannten Killer terrorisiert. Roberto heuert einen Detektiv (Jean-Pierre Marielle) an, um mehr herauszufinden. Es kommt zu Morden an Robertos Umfeld…

Meine Meinung:

Vier Fliegen auf grauem Samt ist Dario Argentos (Tenebrae, Sleepless, Phenomena) dritter Teil seiner Tier-Trilogie nach Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Die neunschwänzige Katze. Leider hat der Film seine Zweitsichtung, diesmal sah ich mir den Film erstmals in Deutscher Sprache an, nicht bestanden. Vier Fliegen auf grauem Samt ist leider nur eine durchschnittliche und relativ öde Angelegenheit. Das hatte ich besser in Erinnerung, denn der Film gefiel mir früher, warum auch immer, besser.

Der Plot ist minimalistisch, wie oft bei Argento. Es geht um die Suche nach dem Mörder und Motiv. Das erinnert an frühere und spätere Auflösungen im Schaffen von Dario Argentos Filmwelt. Das Detail mit den Fliegen fand ich einen interessanten Ansatz und gefiel mir. Ebenso der Traum mit der Köpfung. Die Kameraführung war zuweilen erneut exzellent, fantasievoll und innovativ. Die Musik war hingegen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits tolle Klänge von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt, Malastrana), andererseits hat mich nicht jedes Stück abgeholt.

Leider war der Film für seine Laufzeit sehr langweilig. Zudem haben mir, praktisch durch die Bank, alle Figuren missfallen. Ich fand diese nicht wirklich sympathisch oder charismatisch. Was die Morde angehen, muss gesagt werden, dass der Bodycount relativ klein und der Film in Sachen Blutgehalt relativ harmlos und blutleer ausgefallen ist. In der Hinsicht waren andere Filme von Dario Argento fieser. Etwas, was mich während dieser zweiten Sichtung am meisten gestört hat, war der unpassende Klamauk und Humor. Das ist nebst der Langeweile auch der Hauptgrund, warum der Film jetzt aus der Sammlung fliegt. Wie ich das früher nicht bemängeln konnte, wissen nur die Sterne.

Fazit: Wird seinem Ruf nicht gerecht. Zu langweilig und zu lustig…

Infos:

O: 4 mosche di velluto grigio

Italien 1971

R: Dario Argento

D: Michael Brandon, Francine Racette, Mimsy Farmer, Bud Spencer, Jean-Pierre Marielle, Marisa Fabbri

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:16 Min.

Gesehen am: Mitte Feb. 2009 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook (Drei Discs d.h. DVD, Blu-Ray, Bonusdisc sowie Booklet) von Koch Media vor = bis auf ein-zwei Handlungsszenen, die aus einer schwächeren Quelle stammen, gute bis sehr gute Bildqualität, Uncut, Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist gut. Den Film gibt es inzwischen von Plaion Pictures auch als UHD (inklusive Blu-Rays und Soundtrack CD).

Dienstag, 27. Januar 2026

Tough Duel

Tough Duel

Story:

China in den 30ern:

Ein Undercover-Cop (Tien Peng) nimmt den Kampf gegen eine Diebesbande (u.a. Shan Mao, Lung Fei, Chen Hung-Lieh) auf…

Meine Meinung:

Hsiung Ting-Wu, der kurz im Shaw Brothers Universum schnupperte (vor allem als Assistant Director in Filmen von Chang Cheh), drehte Angang der 70er Jahre diesen soliden Basher. Der Plot scheint zunächst simpel und mehr in die 08/15 Fraktion zu verfallen. Doch mit der Bruderschaft des Helden und Bösewichts, die vom selben Meister ausgebildet wurden, kommen noch so was die sehr früher «Heroic Bloodshed» Motive à la Chang Cheh/John Woo in den Film.

Abgesehen von diesem Detail ist der Inhalt definitiv klischeehaft. Es gibt auch hier und da Längen und eine kitschige Love-Story. Die Settings mit dem Zug waren hingegen eine willkommene Abwechslung. Auch das finale Duell in der Einöde, welches an einen Italo-Western oder japanischen Samurai-Film erinnert hat, war schön anzusehen. Apropos Italo-Western: hier und da ist die Musik aus dem Klassiker Spiel mir das Lied vom Tod zu hören. Cool.

Der Star des Filmes wird von Tien Peng (Heroes in the Late Ming Dynasty, Imperial Sword, Assassin) gespielt. Er macht dies solide und soll in den 70ern ein grosser und bekannter Name in Taiwan gewesen sein. Er spielte dementsprechend in vielen solchen Filmen mit. Etwas mehr Freude hatte ich, wie so oft in diesen Filmen, an den Bösewichten. Weil da stechen drei Namen heraus und diese als fiese Gangster und Endgegner zu sehen, macht einfach viel Spass.

Chen Hung-Lieh (A Brave Girl-Boxer in Shanghai, Na Cha and the Seven Devils, The Masks), Lung Fei (The Cavalier, Tiger, Tai Chi Shadow Boxing) und Shan Mao (The Death Player, Wang-Yu kennt kein Erbarmen, Shaolin Temple) spielen die Bösewichte und sie überzeugen in all ihren Szenen. Im Finale wird der Film überraschend hart, was Pluspunkte gibt. Es wird mit Messern gekämpft und die Knochenbrüche haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Fazit: Solider Film. Basher-Fans können einen Blick riskieren.

Infos:

O: Ying Peng Ying

Taiwan 1972

R: Hsiung Ting-Wu

D: Tien Peng, Shan Mao, Lung Fei, Chen Hung-Lieh, Wong Ching-Chun, Kang Kai

Laufzeit der holländischen Betamax: 83:38 Min.

Gesehen am: 26.01.26

Fassungen: Mir lag die holländische Betamax von Phoenix Home Video vor = Uncut, Mandarin O-Ton mit holländischen Subs, gute Bildqualität und vor allem in Widescreen. Die Info, dass die holländische Fassung in Kantonesisch sei (ofdb Eintrag), ist falsch. Eine Deutsche, eine DVD- oder Blu-Ray Version (Stand: Jan. 2026) sind mir nicht bekannt.

Sonntag, 28. Dezember 2025

The Dragon, the Hero Review

The Dragon, the Hero

Story:

Tu Wu Shen (John Liu) ist ein Agent. Er ist hinter einem Gangster und Schmuggler (Phillip Ko Fei) her. Auf seinem Weg trifft Tu Wu Shen auf Tang (Tino Wong Cheung). Dieser sieht in Tu Wu Shen zuerst einen Feind, ehe sie sich später mit einem weiteren Verbündeten (Dragon Lee) auf den Weg machen, die Gangster zu besiegen…

Meine Meinung:

The Dragon, the Hero ist einer der besten Filme von Godfrey Ho (Ninja Terminator, Lethal Panther, Secret Ninja Roaring Tiger). Der taiwanesische Film von Asso Asia Films (Hard Bastard, Fury in Shaolin Temple, The Blazing Ninja) bietet zwar einen sehr dünnen und auch leicht wirren Plot, dafür gibt es bekannte Namen und jede Menge spektakuläre Kampfszenen zu sehen. Es wird sicherlich fast alle fünf Minuten gekämpft. Daher überrascht es nicht, dass es kaum einen Plot gibt.

Schon das Intro in den Film, das diverse Kämpfer vor rotem Hintergrund Kampfdemonstrationen vorführen lässt, dazu gibt es gestohlene Italo-Western Musik aus dem Film Der Gehetzte der Sierra Madre (Musik von Ennio Morricone = La resa dei conti: Run Man Run), ist eine Klasse für sich. Italo-Western Musik in Eastern liebe ich. Das gibt schon Pluspunkte. Leider war das Stück jedoch im Film weniger oft zu hören, als ich es erwartet hätte. Dafür gibt es auch gestohlene Goblin-Musik zu hören (aus Dawn of the Dead). Auch cool.

Der Film ist unterhaltsam. Längen gibt es eigentlich keine. Die Helden sind John Liu (Eine Prise für tödliche Pfeifen) und Tino Wong Cheung (The Butterfly Murders). Beide beeindrucken. Dragon Lee (Muscle of the Dragon) spielt eine kleinere Rolle. Er taucht hier und da auf, um aus der Patsche zu helfen, hat aber deutlich weniger Screentime als die anderen beiden. Die Bösewichte sind Phillip Ko Fei (The Club) und Chan Lau (Crocodile Evil). In einem kleinen Gastauftritt ist noch Bolo Yeung (Bolo) zu sehen und in einer Nebenrolle darf Fatty Chiang Kam (Ghosts Galore) noch etwas Klamauk in den Film bringen.

Die Kampfchoreographie stammt von Tang Tak-Cheung. Er war als Darsteller (meist nur sehr kurze Rollen) und Martial Arts Director (My Heart Is That Eternal Rose, Super Power, Ambitious Kung Fu Girl) tätig. Sogar auf den Regiestuhl hat er es geschafft, wobei er nur zwei Filme realisierte (u.a. Demon of the Lute). Seine Arbeit für The Dragon, the Hero ist der Wahnsinn. Bei den Stars, die zur Verfügung standen, aber auch wenig überraschend. Vor allem Fans von John Liu und Phillip Ko Fei werden voll auf ihre Kosten kommen. Am Ende wird es zwar etwas übertrieben trashig, dennoch sehr sehenswert.

Fazit: Für Eastern Fans Pflichtprogramm!

Infos:

O: Za Jia Gao Shou

Taiwan 1979

R: Godfrey Ho

D: John Liu, Tino Wong Cheung, Phillip Ko Fei, Bolo Yeung, Dragon Lee, Chiang Kam, Mars

Laufzeit der US-DVD: Ca. 93 Min.

Gesehen am: März 2009 / Neusichtung am: 28.12.25

Fassungen: Gesehen via US-DVD von Crash Cinema = Uncut, solide Bild- und Tonqualität (in einigen Nachtszenen etwas zu dunkel), O-Ton und englische Subs. Nicht anamorph. Zudem liegt mir die deutsche Fassung (Todesgrüsse aus Shanghai aka Todesgrüsse von Bruce Lee) in der John Liu Eastern Box Vol. 1 von MIG vor sowie die neue US-Blu-Ray von Severin Films (The Game Of Clones: Bruceploitation Collection - Volume 1). Letztere wird jedoch nie geschaut werden da nur Englisch Dubbed. Zudem ist das Master auch nicht Uncut. Alleine im Finale fehlen zwei Minuten an Kämpfen. Zudem soll Severin Films nicht die Rechte am Film haben. Diese liegen bei Toby Russell, der mit Severin Films vor Gericht steht («IFD Films and Services Ltd. v. Severin Films, Inc. (2:24-cv-10904). District Court, C.D. California»). Der Fall, der am 18.12.24 eröffnet wurde, ist noch immer offen und wird weiterhin vor Gericht behandelt.

Sonntag, 28. September 2025

Spiel mir das Lied vom Tod Review

Spiel mir das Lied vom Tod

Story:

Jill McBain (Claudia Cardinale) muss, als sie von New Orleans anreist, feststellen, dass ihre ganze Familie (u.a. Frank Wolff) ermordet wurde. Was steckt dahinter? Was ist das Motiv? Wer der Täter? Es geht um das Grundstück, welches den Besitzer reich machen wird. Der skrupellose Frank (Henry Fonda) ist dar Täter und Hintermann des Anaschlags. Als zwei seiner Männer Jill ausschalten wollen, eilt ihr ein mysteriöser, Mundharmonika spielender «Held» (Charles Bronson) zur Seite…

Meine Meinung:

Spiel mir das Lied vom Tod gilt als einer der besten Italo-Western und Klassiker aller Zeiten. Ich sah den Film bisher ohne Übertreibung nur einmal. Und das ist lange her. Das war im September des Jahres 2007. Dazumal empfand ich den Film zwar als gut, aber auch als überbewertet. Der Film wurde zu Ehren von Claudia Cardinale (Die Rache bin ich) neu gesichtet. Und diesmal hat mich der Film voll erwischt und gepackt: Was für ein tolles Filmerlebnis! So muss Kino aussehen und wirken. Stark!

Ich bin überrascht zu sehen, dass Regisseur Sergio Leone nur wenige Filme (als Regisseur) realisiert hat. Ich kenne von ihm ansonsten nur einen Streifen: den Italo-Western Für eine Handvoll Dollar mit Clint Eastwood. Den sah ich 2013 am NIFFF an einer Retroperspektive. Spiel mir das Lied vom Tod hat mich in jeder Hinsicht überzeugt und gepackt. Ein filmisch wahrlich intensives Erlebnis, dass sofort fesselt. Der Start in den Film ist einer der coolsten Filmanfänge, welche ich je sah. Für den Plot, der lange Spannung generiert, aber am Ende einfach an eine Kung Fu Rache-Story erinnert, war auch Dario Argento (Two Evil Eyes, Mother of Tears, Dracula 3D) beteiligt.

Einmal mehr sieht man, dass auch Quentin Tarantino Sergio Leone für spätere Filme (z.B. der Anfang von Inglourious Basterds) zitierte. Spiel mir das Lied vom Tod hat, nebst der grandiosen Kameraarbeit und Inszenierung, drei Dinge, die den Film zum Kracher machen. Erstens die Musik vom Meister Ennio Morricone (L'immoralità, Von Angesicht zu Angesicht, Orca). Die haben ja schon in Für eine Handvoll Dollar zusammengearbeitet. Und die Musik im Film ist ein Traum und gibt vielen Szenen eine grandiose Stimmung. Es wird Spannung generiert.

Die zwei weiteren Punkte betreffen den Cast. Der Cast ist allgemein toll. Aber zwei Namen ragen aus dem Cast hervor. Das sind Charles Bronson (The White Buffalo, Rivalen unter roter Sonne, Das Gesetz bin ich) und der mir unbekannte Henry Fonda (Mein Name ist Nobody sah ich mir einmal beim Kumpel an, aber an den kann ich mich nicht mehr erinnern). Beide agieren ultracool und jede Szene mit ihnen ist ein Genuss. Das Schauspiel, ihre Mimik, ihre Dialoge. Ein Traum. Teilweise laden die (Macho)Dialoge zum Schmunzeln an. Frank Wolff, in einer kleinen Rolle zu sehen, war auch öfters im Ital.-Film zu sehen (Death Occurred Last Night, Leichen pflastern seinen Weg, Milano Kaliber 9).

Fazit: Gilt zu Recht als Klassiker!

Infos:

O: C'era una volta il West

Italien, USA 1968

R: Sergio Leone

D: Charles Bronson, Claudia Cardinale, Henry Fonda, Jason Robards, Frank Wolff, Claudia Cardinale

Laufzeit der deutschen DVD: 158:33 Min.

Gesehen am: Sept. 2007 / 2. Sichtung am: 24.09.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Paramount vor = Uncut (= internationale Fassung), erstklassige Bild- und Tonqualität. Die deutsche Synchronisation ist exzellent. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD. In Italien gibt es einen längeren Director’s Cut, der jedoch gestrafft und/oder umgeschnitten wurde.

Mittwoch, 4. Juni 2025

L'immoralità

L'immoralità

Story:

Federico (Howard Ross), ein pädophiler Mörder, entkommt verletzt der Polizei. Er versteckt sich in einem Sumpfgebiet nahe einer Villa. Dort wohnen der im Rollstuhl sitzende Vater (Mel Ferrer), dessen Ehefrau Vera (Lisa Gastoni) und deren 12jährige Tochter Simona (Karin Trentephol). Simona entdeckt Federico und versteckt ihn auf dem Anwesen, während die Polizei und Co. (= ein Mob) nach Federico suchen…

Meine Meinung:

Nackte Minderjährige in einem Spielfilm? Heute undenkbar, in den 70ern kam das schon Mal vor. Nicht nur im Kino, sondern auch auf Zeitungen = Eva Ionesco wurde z.B. im Mai 1977 nackt auf die Titelseite des Magazins Der Spiegel geklatscht. Dass, nachdem sie in Spielen wir Liebe zu sehen war inklusive Nacktszenen. Wenn wir beim Der Spiegel sind, bleiben wir Mal bei den Deutschen. Jess Franco setzte die Deutsche Katja Bienert in mehreren Filmen als Teen-Star ein inklusive Nacktszenen. Das war die Katja allerdings von dem Drama Die Schulmädchen vom Treffpunkt Zoo schon gewohnt. Désirée Nosbusch kann davon ebenso ein Lied singen (ihre Rolle in Der Fan).

Die Italiener machten dies auch: siehe Filme wie Wilde Früchte, Die Nackte von Sados (ok, der Film stammt aus Griechenland) oder den hier besprochenen L'immoralità. In L'immoralità geht es um eine Dreiecksbeziehung zwischen einem Pädophilen, einer "notgeilen" (Raben)Mutter und einer 12jährigen (!!!). Letzter wird von der damals 11jährigen Karin Trentephol gespielt. Laut einem Bericht von Regisseur Massimo Pirri soll dessen Mutter während des Drehs anwesend gewesen sein. Mehr Infos finden sich nicht. Karin Trentephol spielte danach, wie es aussieht, in keinem Film mehr mit. Von Regisseur Massimo Pirri kenne ich keine weiteren Filme. Der Film ist ein zuweilen ein herrliches Sleaze-Fest.

Praktisch alle Figuren im Film sind total verdorben und nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Moral und Ethik existieren nicht. Es wird nur dem Instinkt gefolgt. Besonders die zwei Frauen der Love Triangle spielen das grandios: Karin Trentephol und ihre Filmmutter Lisa Gastoni. Letzterer spielt fast den hassenswertesten Charakter. Zum Teil sind ihre Szenen und Dialoge, auch gegen die eigene Tochter gerichtet, nur schwer zu ertragen. Howard Ross (The New York Ripper, 5 Women for the Killer, Der Teufel führt Regie) macht seine Sache solide. Der bekannteste Name wird von Mel Ferrer (Killer sterben einsam, Eaten Alive, The Suspicious Death of a Minor) gespielt. Seine Szenen halten sich in Grenzen. Nebenrolle.

Zwar gibt es einige (jedoch wenige) abgefuckte Momente/Dialoge und eine sehr kontroverse Nacktszene (die Sex-Szene hingegen wurde mit einem Body-Double gedreht), aber alles in allem ist Film mehr eine Sozialkritik, eine Charakterstudie, ein Drama, ein Slow-Burner. Klar, die Figuren und einzelne Inhalte sind klar provokativ und kontrovers, aber damit lässt sich auch gut werben. Zu 90% ist es ein ruhiger Film.  Das Ende mochte ich. Alles in allem nicht uninteressant. Ein Film, der heute nie mehr in der Form so gedreht werden könnte. Leider war ausgerechnet die Musik von Ennio Morricone (Von Angesicht zu Angesicht, Orca, Sketch) schwach.

Fazit: Kein Kracher und kein Must See Titel, aber definitiv auch nicht uninteressant!

Infos:

O: L'immoralità

Italien 1978

R: Massimo Pirri

D: Lisa Gastoni, Howard Ross, Karin Trentephol, Mel Ferrer, Andrea Franchetti

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 110:12 Min.

Gesehen am: 12.03.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Cineploit Records vor = Booklet, Poster, O-Ton mit deutschen Subs, gute Bild- und Tonqualität und Uncut. Als Extras gibt es ein ca. 20minütiges Interview mit Howard Ross. Leider geht es nicht um L'immoralità. Den Film gab es nie in deutscher Sprache.

Mittwoch, 21. August 2024

Von Angesicht zu Angesicht

Von Angesicht zu Angesicht

Story:

Bandit Bennet (Tomas Milian) entgeht seinem Todesurteil und nimmt Professor Fletcher (Gian Maria Volontè) als Geisel. Er lässt Fletcher leben, da dieser ihm das Leben rettet.  Bennet versucht, seine Bande, die zerschlagen wurde (einige geflüchtet, andere gefangen genommen worden), wieder aufzubauen. Fletcher ist beeindruckt von diesem ihm völlig Fremden leben und will Teil von Bennets Leben und Bande werden. Dieser zögert. Ein weiterer Anwärter, Siringo (William Berger), versucht ebenfalls in Bennets Bande aufgenommen zu werden. In Wahrheit handelt es sich jedoch um einen Agenten des Staates, der die ganze Bande verhaften will…

Meine Meinung:

Von Angesicht zu Angesicht ist nach Orca und Der City Hai der dritte Film, der zu Ehren des vor kurzem verstorbenen Sergio Donati geschaut wurde. Für alle drei Filme war er für das Drehbuch/Story zuständig. Im Fall des Italo-Western Von Angesicht zu Angesicht wurde er dabei von Regisseur Sergio Sollima (Revolver – Die perfekte Erpressung, Der Gehetzte der Sierra Madre) unterstürzt. Er schreib vor allem Drehbücher für Italo-Western.

Von Angesicht zu Angesicht hat in der Tat eine Story, die tiefgründiger und anspruchsvoller ist, als in manch anderem Italo-Western. Auch die Figuren haben mehr Tiefe und entwickeln sich, vor allem Bandit Bennet, der mir hier etwas zu sehr nach einem Indianer aussieht (und die Frisur war auch übel), der entführte Professor und auch der von einer Agentur losgeschickte Kopfgeldjäger, der den Kampf gegen die Banditen aufnimmt.

Alle drei treffen in einem spannenden Finale aufeinander. Das Trio wird stark gespielt. Als Bandit überzeugt (abgesehen vom Aussehen) einmal mehr Italo- und Euro-Cult Legende Tomas Milian (Der Superbulle jagt den Ripper, Die Gangster-Akademie, Die Strickmütze). Er macht einen tollen Job. Der mir unbekannte Gian Maria Volontè (Investigation of a Citizen Above Suspicion) war ebenso stark und am meisten überzeugt und positiv überrascht hat mich William Berger (If You Meet Sartana…Prey for Your Death, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, Kung-Fu Brothers in the Wild West).

Auch die anderen Figuren wurden überzeugend dargestellt. Die Action-Szenen sind zwar unblutig, aber dennoch sehenswert inszeniert. Schon das Intro in den Film, welches an Intros der Bruce Lee Filme erinnert, war sehenswert. Paste einfach perfekt zu der Zeit. Dazu der wunderschöne Soundtrack des Filmes. Ein Genuss. Für diesen zeichneten sich u.a. Ennio Morricone (Der Schwarze Tag des Widders, Der Berserker, Mafian Kosto) und Bruno Nicolai (Emanuelle in America, Cosa avete fatto a Solange?, The Bloody Judge) aus.

Fazit: Must See Titel für Italo-Western Fans!

Infos:

O: Faccia a faccia

Italien, Spanien 1967

R: Sergio Sollima

D: Tomas Milian, William Berger, Gian Maria Volontè, Carole André, Aldo Sambrell, Ángel del Pozo, Jolanda Modio, Lidia Alfonsi

Laufzeit der deutschen DVD: 106:49 Min.

Gesehen am: April 2007 / Neusichtung am: 16.08.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = enthalten in der Sergio Sollima Box nebst Lauf um dein Leben & Der Gehetzte der Sierra Madre, Booklet und einem Buch über das Italo-Western Genre. Der Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind sehr gut und der Film kann in Deutsch und Ital. mit Untertiteln angesehen werden. Den Film gibt es inzwischen, auch in Deutschland, auf Blu-Ray.

Orca

Orca

Story:

Captain Nolan (Richard Harris) trifft zufällig auf einen Orca. Als er diesen fangen will, verletzt und tötet er unabsichtlich statt dem Männchen das schwangere Weibchen. Danach terrorisiert der Orca Nolan und seine Crew und will blutige Rache…

Meine Meinung:

Nach dem weltweiten Erfolg von Steven Spielbergs Jaws (1975) kamen diverse Nachahmer wie Grizzly (1976), The last Jaws - Der weisse Killer (1981) oder besagter Orca in die Kinos. Letzterer im Jahr 1977. Produzent Dino De Laurentiis (Death Wish, Halloween II, Assassins) liess den mir unbekannten Michael Anderson auf dem Regiestuhl Platz nehmen und für das Drehbuch zeichnete sich u.a. der Italo-Western-Erfahrene Sergio Donati (Shoot First, Die Later) aus, der Mitte August 2024 verstarb. Man wollte den weissen Hai mit einem grösseren Tier toppen und liess daher einen Orca als «Killer» fungieren. Plus Moby Dick Vibes.

Ich sah den Film seit 2008 nicht mehr. Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Ich mag den Film sehr. Zwar ist der Plot nicht unbedingt originell, aber die Umsetzung ist sehr gelungen. Ich mag die Kleinstadt-Stimmung, ich mag die Figuren, ich mag die Infos über Orcas. Sogar dank solchen Filmen können Zuschauer noch was lernen. Orcas sind, wie auch Elefanten oder Krähen, sehr intelligent und/oder können sich lange an Ereignisse erinnern. Dies wird im Film gekonnt in den Plot integriert. Die menschlichen Figuren machen im Film Fehler, die zu weiteren Tragödien führen. Die Szene mit dem Baby Orca war in der Tat unschön anzusehen.

Dabei ist der Film stark gespielt. Richard Harris und Charlotte Rampling (Angel Heart, Benedetta) sind die Leads. Sie spielen stark. Richard Harris hat zudem eine tolle deutsche Stimme abbekommen. Auch die Nebenrollen wie Bo Derek und Co. überzeugen und Will Sampson war im ähnlich gelagerten The White Buffalo (1977) zu sehen (übrigens auch von Dino De Laurentiis produziert). Die Musik ist wunderschön und stammt von Ennio Morricone (Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien, Malastrana). Die mechanischen Effekte (Fake-Orcas) sind stark. Es wurden aber auch echte, dressierte Tiere benutzt. Die Attacken sind furchteinflössend und das Finale stimmungsvoll und spannend.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Orca

USA 1977

R: Michael Anderson

D: Richard Harris, Charlotte Rampling, Keenan Wynn, Bo Derek, Robert Carradine, Peter Hooten, Will Sampson

Laufzeit der deutschen DVD: 88:16 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 15.08.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Kinowelt vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist absolut hervorragend. Den Film gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 9. Mai 2024

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

Story:

Polizist Dottore (Gian Maria Volontè) bekommt eine Beförderung: er wird in ein wichtiges, mit politischen Themen vertrauten, Team aufgenommen.  Dottores Affäre (Florinda Bolkan) witzelt noch, dass er nun zu wichtig sei und sogar mit Mord davonkäme. Gesagt, getan. Dottore bringt seine Affäre um und amüsiert sich, wie seine Partei damit beginnt, Spuren zu verwischen…

Meine Meinung:

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, der sogar für einen Oscar nominiert wurde, ist ein Mix aus Poliziotteschi, Polit-Thriller, Sozialkritik und bitterböser Satire, in der das dazumal Ital. System und alle, die es betraf (Rechte, Linke, Anarchisten, Studenten, Kommunisten, Politiker, Polizei, der hart arbeitende 08/15-Bürger etc.), ihr Fett abbekommen. Der Film beginnt mit dem Mord von Dottore an Florinda Bolk, die danach nur noch in Rückblenden vorkommt (= Motive und Charaktereigenschaften von Dotorre und seiner Affäre werden dem Zuschauer nähergebracht).

Der Film erscheint zunächst ernst, driftet aber, vor allem gegen Ende, mehr und mehr Richtung Satire ab. Vor allem das Finale erinnerte mehr an eine Theateraufführung, als an einen richtigen Film. Das Ganze ist, bis in die kleinsten Nebenrollen, stark gespielt. Der mir unbekannte Gian Maria Volontè trägt den Film fast allein, aber auch die anderen Gesellen machen viel Spass in ihren Rollen. Auch Florinda Bolkan (Nonnen bis aufs Blut gequält, La settima donna, A Man to Respect, Don’t Torture a Duckling) ist, quasi als einzige starke Frauenrolle, eine Wucht. Kein Wunder, war sie im Italo-Kino der 70er Jahre so beliebt. Die Musik steuerten Bruno Nicolai (A Virgin Among the Living Dead) und Ennio Morricone (Wenn Du krepierst - lebe ich) bei. Tolle Wahl und auch tolle Musik im Film.

Ich empfand den Film, auch wenn sehr dialoglastig, als sehr unterhaltsam und erfrischend. Ganz leicht erinnert der Film an den viel ernsteren, aber nicht weniger interessanten Film Gewalt - Die fünfte Macht im Staat, den es, wie Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, in Deutschland bislang (leider) auch nur auf VHS zu sehen gibt. Regisseur Elio Petri war mir bisher auch unbekannt. Wenn ich auf seine Filmographie schaue, könnten ggf. noch A Quiet Place in the Country (Zitat aus einem Letterboxd Review: «a haunting psychedelic spiral into madness» mit Franco Nero) sowie The 10th Victim (Artsy sci-fi mit Ursula Andress) interessant sein.

Fazit: Interessant und sehenswert!

Infos:

O: Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto

Italien 1970

R: Elio Petri

D: Gian Maria Volontè, Florinda Bolkan, Gianni Santuccio, Orazio Orlando, Sergio Tramonti, Arturo Dominici, Aldo Rendine

Laufzeit der Ital. Blu-Ray: 115:14 Min.

Gesehen am: 20.02.25

Fassungen: Mir lag die Ital. Blu-Ray von Lucky Red vor = 4K Restauration, Uncut, Ital. O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland nur auf VHS (Stand: Feb. 2024).

Montag, 4. Dezember 2023

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

Story:

Zwei Studentinnen (Laura D'Angelo, Irene Miracle) werden auf der Zugreise von Deutschland nach Italien von einer Frau (Macha Méril) und zwei Männern (Flavio Bucci, Gianfranco De Grassi) gedemütigt, gefoltert, vergewaltigt und getötet. In Italien trifft das Trio dann zufällig auf die Eltern der Ermordeten (Enrico Maria Salerno, Marina Berti). Als diese erfahren, was das Trio zu verantworten hat, greifen sie zur Selbstjustiz…

Meine Meinung:

Im Gegensatz zu Malastrana wäre Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien nach der Neusichtung fast aus der Sammlung geflogen. Es ist der deutlich weniger interessanter Film und vor allem «nur» eine dreiste Last House on the Left Kopie von Wes Cravens Terrorklassiker mit David Hess. Das deutsche Label spricht z.B. von einem «absoluten Klassiker des Terrorkinos». Das sind, wenn schon, meiner Meinung nach eben besagter Last House on the Left oder Tobe Hoopers Blutgericht in Texas. Dass die Italiener auf erfolgreiche Trends aus dem Ausland aufsprangen und diese kopierten, ist nicht neu.

Aber in Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien erinnert zu vieles an das grosse Vorbild, der einfach besser ist. Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien ist zwar technisch einwandfrei und auch toll gefilmt, aber gerade die 1. Filmhälfte ist viel zu lahm, das der Film komplett überzeugt. Die Rache-Aktionen im Finale sind hingegen viel zu kurz und dass die von Macha Méril (Deep Red) gespielte Frau am Ende nicht Mal bestraft wird, sondern überlebt, hat mich verärgert. Wer z.B. Wes Cravens Klassiker nicht kennt, dürfte mit Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien definitiv mehr «Spass» haben, sofern man davon in diesem Rape & Revenge Schmuddel-Exploitation-Film überhaupt davon sprechen kann.

Flavio Bucci (Suspiria) und Gianfranco De Grassi (The Church) waren ok, aber mehr auch nicht. Da waren die Eltern schon besser dargestellt, allen voran der rächende Vater, gespielt von Enrico Maria Salerno (Die Grausamen Drei). Die Mutter ist leider nur passiv bei der Sache. Die Mädels müssen Schlimmes über sich ergehen lassen ehe sie als Dummies aus dem Zug (köstlich) fliegen. Laura D'Angelo und Irene Miracle (Inferno) machen das gut und sehen auch bezaubernd aus. Die Musik, von Meister Ennio Morricone (Wenn Du krepierst - lebe ich), passt hervorragend zur den einzelnen Gefühlsmomenten im Film und mit so einem Namen liess sich natürlich auch gut werben.

Fazit: Bleibt knapp in der Sammlung - noch! Mal sehen, was die Zukunft bringt…

Infos:

O: L'Ultimo Treno della Notte

Italien 1975

R: Aldo Lado

D: Flavio Bucci, Laura D'Angelo, Irene Miracle, Gianfranco De Grassi, Macha Méril, Enrico Maria Salerno, Marina Berti

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 94:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.11.23

Fassungen: Mir lag das Mediabook von Koch Media vor = Film auf DVD und Blu-Ray plus 1 Bonus-DVD und Booklet. Film ist Uncut, Bild- und Tonqualität sind hervorragend und der Film liegt in Deutsch, Englisch, Ital. mit deutschen Subs vor. Die deutsche Synchronisation ist gelungen.

Malastrana

Malastrana

Story:

Journalist Gregory Moore (Jean Sorel) wird leblos in einem Park aufgefunden. Der Arzt stellt fest, dass Gregory tot ist. Doch dem ist nicht so: er kann hören und sehen, was um ihn herum passiert. Aber nicht auf seine Situation aufmerksam machen. Er droht, aufgeschnitten zu werden (Autopsie). Gregory versucht sich zu erinnern, was zuvor passiert sein könnte, in der Hoffnung, dass dies seine Rettung bedeuten könnte…

Meine Meinung:

Zu Ehren des vor kurzem verstorbenen Regisseur Aldo Lado, von dem ich nur ganze zwei Filme habe und kenne, kam es zu einer Neusichtung von Malastrana, einer Co-Produktion zwischen mehreren Ländern (Italien, dem damaligen Jugoslawien und Deutschland). Das erklärt auch den internationalen Cast wie Jean Sorel (In the Eye of the Hurricane), Fabijan Šovagović (Der Rattengott), Barbara Bach (Ein Bürger setzt sich zur Wehr) oder Mario Adorf (Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale).

Malastrana sah ich bisher nur einmal. Ich wusste nichts mehr vom Film. Die Sichtung fühlte sich also so an, als guckte ich den Film zum ersten Mal. Schon als ich die Inhaltsangabe las, war das Interesse geweckt. Der Film funktioniert vor allem dann, wenn man möglichst wenig im Vorfeld weiss. Nicht tot aber als tot abgestempelt zu werden (und somit eine Autopsie an sich selbst mit zu erleben und zu fühlen und/oder lebendig vergraben zu werden) ist definitiv guter Stoff für einen phantastischen Horrorfilm.

Malastrana würde ich als einen Mix aus Krimi, Horror, Mystery und Giallo beschreiben. Der Film startet mit einem stimmungsvollen, Unheil versprechen Soundtrack durch die Strassen Prags. Sehr stimmig eingefangen und macht Lust auf mehr. Für die Musik/Songs zeichneten sich Ennio Morricone (Der Schwarze Tag des Widders), Bruno Nicolai (The Bloody Judge) und Jürgen Drews ab. Letzterer ist als Strassenmusiker zu sehen und darf einen Song trällern. Die Musik von Ennio Morricone/Bruno Nicolai ist gelungen. Der Verlauf des Filmes ist langsam.

Der Film wartet am Ende mit coolen Szenen und Überraschungen auf. Gegen Ende geht der Film mehr Richtung Horror, erinnert dabei aber von der Stimmung her immer etwas an Filme wie The Sentinel, Spider Labyrinth oder Rosemaries Baby. Geübte Zuschauer werden so was in die Art und Richtung vermuten. Es ist also nicht ganz neu, aber speziell für ein Regiedebüt ist der Inhalt doch sehr innovativ, beachtlich und originell. Der langsame Verlauf der Story könnte aber nicht jedem gefallen.

Fazit: Sehenswert! 

Infos:

O: La Corta notte delle bambole di vetro

Italien, Jugoslawien, Deutschland 1971

R: Aldo Lado

D: Jean Sorel, Ingrid Thulin, Mario Adorf, Barbara Bach, Fabijan Šovagović, Piero Vida, José Quaglio, Luciano Catenacci, Semka Sokolovic-Bertok

Laufzeit der deutschen DVD: 92:50 Min.

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 29.11.23

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Camera Obscura vor = Schuber, Booklet, Doppel DVD, Uncut, Deutsch/Ital. mit Subs, recht gute Bild- und Tonqualität. Gibt es inzwischen vom Label auch auf Blu-Ray.

Samstag, 15. Oktober 2022

Sketch Review




 
Horroktober 2022

Sketch

Story:

Inspektor Hank Chin (Newton Lai Hon-Chi) wird zusammen mit einer traumatisierten Ehefrau Jun (Doris Law Pooi-Chi) in eine Kleinstadt versetzt. Dort ermittelt er mit seinem Partner Chung Ng (Stanley Fung) in einer Mordserie. Mehrere Verdächtige (Wong Ching, Cheng Lei) kommen in Auswahl…

Meine Meinung:

Sketch sah ich das erste Mal 2011. Ich wusste kaum mehr etwas. Ich wusste, dass das Master ziemlich dunkel ist und dass der Film gestohlene Musik aus John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt beinhaltet. Und das Genre: Horror/Slasher. Mehr wusste ich nicht mehr. Also freute ich mich auf die 2. Sichtung zu Sketch. Einer 1983er Hong Kong Produktion von und mit Wong Ching (Eagle Shadow Fist, The Imp).

Sketch ist ein Mix aus Thriller, Slasher und Backwood-Film. Hat mich teilweise an The Beasts erinnert (nicht nur aufgrund Wong Ching). Wie aufmerksam Leser wissen, mag ich solche Kleinstadt-Settings gerne. So auch hier. Der Cast und die Figuren haben mir auch zugesagt. Teilweise leicht übertrieben und unsympathisch (z.B., dass Hank seiner traumatisierten Frau nicht glaubt), aber die allgemein stereotypische Darbietung und Klischees mochte ich. Die Punks nervten auch deutlich weniger als während der 1. Sichtung.

Ich mag Krimi-Plots. Der Film ist in Sachen Effekte und Kills zwar mehrheitlich harmlos, aber die Tötungsszenen sind wunderschön stimmungsvoll in Szene gesetzt und fies. Da kam mehr als nur einmal Giallo-Feeling auf. Tipptopp. An der Seite von Newton Lai Hon-Chi agiert nebst Wong Ching der zweite grössere Name: Stanley Fung (Ghost in Me, The Owl vs Bombo, Raid on Royal Casino Marine). Dieser spielte öfters Polizisten in seiner Filmkarriere. Unverkennbar ist ein Markenzeichen: sein Schnauz!

Dass die unheimlichen Mordszenen mit Morricones Musik aus The Thing versehen wurden, fand ich auch bei der 2. Sichtung super. Ein bisschen Kung Fu Darbietungen inklusive Drachentanz sowie wenig HK-Klamauk darf es auch sein (Cheng Lei als Höschen Fetischist oder Lung Tin-Sangs Rolle). Wong Ching nimmt man die Rolle als Jugendlicher-Halbstarker hingegen gar nicht ab, dafür ist er definitiv zu alt. Das Finale im Krankenhaus fand ich sehr gelungen!

Fazit: In einer restaurierten Fassung im Originalbildformat wäre der Film sicher nochmals eine ganze Stufe sehenswerter als in dieser Form! Ob jemand was Besseres erscheinen wird? Wahrscheinlich nicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Infos:

O: Xie Zhong Xie

HK 1983

R: Wong Ching

D: Wong Ching, Newton Lai Hon-Chi, Doris Law Pooi-Chi, Stanley Fung, Cheng Lei, Lung Tin-Sang

Laufzeit der HK-VCD: 53:08 Min. (1. VCD), 38:13 Min. (2. VCD)

Neusichtung am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Mei Ah vor = Wahrscheinlich Uncut, O-Ton, feste englische Subs, mässige bis zu dunkler Bildqualität. Es gibt noch eine VHS in Südkorea. Wahrscheinlich im O-Ton und ohne englische Subs. Wie diese qualitativ ausgefallen ist (und/oder Zensur ja/nein) ist mir nicht bekannt. Und dann scheint es noch ein US-VHS von Rainbow Video zu geben. Online gibt es qualitativ bessere und hellere Prints zum Film (jedoch ohne englische Subs). Eine restaurierte Blu-Ray im Originalbildformat wäre wünschenswert. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (DVD, Blu-Ray oder eine deutsche Fassung gibt es nicht, Stand: Okt. 2022).

Freitag, 24. Juni 2022

Der Schwarze Tag des Widders Review

Der Schwarze Tag des Widders

Story:

 

Reporter Andrea (Franco Nero) versucht eine Mordserie aufzuklären, während auch er in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen wird (von der Polizei)…

 

Meine Meinung:

 

Leider hat mir Der Schwarze Tag des Widders nicht gefallen. Fast ein Totalausfall und auf jeden Fall eine grosse Enttäuschung, vor allem wenn bedacht wird, dass Star Franco Nero (Ein Bürger setzt sich zur Wehr) die Hauptrolle spielt und Ennio Morricone (Mafian Kosto) die Musik besorgte. Von einem richtigen Giallo ist der Film auch weit entfernt.

 

Der Schwarze Tag des Widders ist in meinen Augen ein lahmer Paranoia-Krimi, dessen Plot sich relativ gemächlich, unspektakulär und überraschungsarm über die Laufzeit verteilt. Dem Film gelang es nicht, mich zu unterhalten, zu erfreuen oder zu fesseln. Eine richtige Spannung war nie vorhanden und ich empfand das Gezeigte als gleichgültig und teilweise schon fast nervend.

 

Franco Nero ist zwar in seinem Element, wird aber von einem schwachen Drehbuch im Stich gelassen. Die anderen Figuren sind nicht der Rede wert. Von Pamela Tiffin z.B. hätte ich gerne mehr gesehen («das blonde Gift»), aber diesbezüglich ist der Film sehr harmlos. Kaum Sex, kaum nackte Haut, kaum Sleaze/Schmuddel und kaum Gewalt. Könnte heutzutage sogar mit einer FSK12 durchgehen…

 

Der Film ist zwar zuweilen optisch stimmungsvoll in Szene gesetzt und interessant gefilmt, aber wenn sämtliche anderen Elemente versagen, hilft auch das nicht, das Runder gerade zu rücken. Selbst die Musik von Ennio Morricone fand ich wenig erwähnenswert. Der Film war in meinem Auge einfach eins: eine absolute Schlaftablette und total langweilig.

 

Schade um die Namen im Film und für mich wenig überraschend, dass Luigi Bazzoni nur wenige Filme als Regisseur realisiert hat…

 

Infos:

 

O: Giornata nera per l'ariete

 

Italien 1971

 

R: Luigi Bazzoni

 

D: Franco Nero, Pamela Tiffin,

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 92:42 Min.

 

Gesehen am: 22.05.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Wendecover, Uncut, Deutscher Ton. Die Synchro ist gelungen. Englisch/Ital. sind nicht auf der Disc. Die Bildqualität ist hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein Booklet.