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Sonntag, 4. Juli 2021

Shock Wave 2 Review

 NIFFF 2021 Spezial

Shock Wave 2

Story:

Bei einem Einsatz werden Bomben-Spezialist Poon Sing Fung (Andy Lau) und sein Kumpel (Lau Ching-Wan) verletzt. Poon Sing Fung verliert dabei ein Bein. Er kämpft sich zurück. Sei Ziel: wieder an der Front seinen Job ausüben. Doch von oben wird dies abgeschmettert. Poon Sing Fung wird zum Tyrannen und quittiert den Dienst und verlässt seine Freundin (Ni Ni). Fünf Jahre später: bei einem Terroranschlag (durch eine Bombe) wird Poon Sing Fung am Tatort vorgefunden – ohnmächtig. Er wird unter Bewachung in Spitalpflege gebracht, wo die Ärzte eine Amnesie feststellen. Ist er der Täter?

Meine Meinung:

Shock Wave war einer von wenigen neuen HK-Filmen (nebst Werken wie Ip Man, The White Storm, Dream Home oder Gallants), die mir gefallen haben. Damals am FFF in Berlin gesehen war es selbstverständlich, die Fortsetzung am NIFFF geniessen zu dürfen, selbst wo der jetzt im Ursprungsland Hong Kong veröffentlicht sein dürfte (DVD, Blu-Ray, UHD).

Mit dem Kinobesuch entsteht der Vorteil, danach entscheiden zu können, ob ich mir den Film in die Sammlung holen will oder nicht. Und das ist bei Shock Wave 2, auch wenn der Film einige Mankos hat, dennoch der Fall. CGI Effekte und asiatische Filme – das ist immer eine Sache für sich. Wenn man nach China schaut, haben deren Produktionen teilweise sehr schlechte CGI-Effekte, was aber das Publikum oder die Macher/Produzenten nicht zu stören scheint.

Was die CGI-Effekte in Shock Wave 2 angehen war ich vorgewarnt. Dennoch war ich teilweise schockiert, wie mies, grottenschlecht und peinlich die CGI-Effekte getrickst waren. Zum Fremdschämen eigentlich. Wäre ich verantwortlicher der Produktion, hätte ich die dafür zuständigen Personen alle fristlos entlassen. Dies kommt einer Arbeitsverweigerung gleich. Speziell die Szenen zu Beginn (Flugzeug, Airport) oder später, als Opfer von einem gesprengten Pool auf die Strasse gespült werden empfand ich als sehr schlecht getrickst. Die Airport-Szenen beinhalten auch Zugszenen, die selbst die miesen CGI Effekte in Shin Godzilla (glaube im Finale) in den Schatten stellen.

Abgesehen davon hat die Action ansonsten gefallen. Es gibt einige rasante, knackige und harte Kampfszenen (z.B. im Lift und Hotel), Verfolgungsjagden (in Mongkok) und auch blutige Shoot-Outs (Krankenhaus-Schiesserei). Diese waren zwar teilweise recht schnell geschnitten, aber dennoch mit viel Wucht und Power in Szene gesetzt. Bei der Verfolgungsjagd zu Fuss mache ich leichte Abstriche (da hält Andy Laus Prothese zu viel aus, was nicht möglich wäre).

Dafür ist der Film zu keiner Sekunde langweilig, es gibt viele tolle Aufnahmen aus Hong Kong (u.a. eine wunderschöne Einstellung vom Victoria Peak auf die Skyline) und der Cast war im Grossen und Ganzen sehr gut. Vor allem die Hauptstars Andy Lau (Magic Crystal), Lau Ching-Wan (Loving You) und Ni Ni waren überzeugend. Aus Teil eins kehren ansonsten noch Herman Yau (Ebola Syndrome) und Philip Keung Hiu-Man zurück.

Zuweilen waren der Film und Inhalt fesselnd, spannend, packend und auch rührend. Hat für die schlechten Effekte kompensiert. Das Ende mochte ich (wie kann Teil 3 kommen? = soll angeblich kommen) und dort empfand ich auch die (Wasser)Explosion als besser getrickst als die CGI Effekte in den Explosionen zuvor. Der Bösewicht und wie Andy Lau am Ende (der Bombe) entkommt war hingegen etwas zu konstruiert (oder dass sich Lau und der Bösewicht seit Kindheitstagen kennen = hätte nicht sein müssen).

Fazit: Wer Teil 1 mochte sollte hier auch reinschauen!

Infos:

O: Caak Daan Zyun Gaa 2

China, HK 2020

R: Herman Yau

D: Andy Lau, Lau Ching-Wan, Ni Ni Tse, Kwan-Ho, Philip Keung

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: NIFFF 2021

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2021 im O-Ton mit englischen Subs. In Hong Kong ist der Film seit Mitte Juni auf DVD, Blu-Ray oder UHD Disc zu haben (Einzeln oder mit Teil eins). Eine deutsche Vö ist noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2021).

Donnerstag, 9. August 2018

Ebola Syndrome Review

 
Ebola Syndrome

Story:

Kai (Anthony Wong) flüchtet nach diversen Morden (u.a. an Shing Fui-On) von Hong Kong nach Südafrika. Dort arbeitet er für die Restaurantbesitzer Kei (Lo Meng) und dessen Frau (Cheung Lau). Kai steckt sich mit Ebola an. Jedoch ist Kai immun dagegen, kann aber andere damit anstecken. Im Streit tötet er Kei und dessen Frau, verarbeitet deren Körper zu Hamburgern, welche er im Restaurant verkauft und somit das Ebola-Virus verbreitet. Unter falscher Identität reist er nach Hong Kong zurück, wo er das Virus auch zu verbreiten beginnt, während die HKer Polizei zu ermitteln beginnt…

Meine Meinung:

Ebola Syndrome ist ein berühmt-berüchtigter CAT. III Film aus Hong Kong, welche vor allem Anfang bis Mitte der 90er Jahre die HKer-Fimwelt mit vielen tollen Streifen begeistert hat (und auch viele ausländische Fans).

Da wären grossartige Titel wie Naked Killer (Simon Yam und Chingmy Yau), Raped by an Angel (Simon Yam und Chingmy Yau Teil zwei), Red to Kill, Story of Ricky (Manga Verfilmung), Run & Kill (wieder mit Simon Yam und Kent Cheng), die Sex & Zen Reihe, Her Vengeance, Dr. Lamb (Simon Yam), Diary of a Serial Killer, A Day Without Policeman oder Bloody Beast.

Auch Ebola Syndrome Star Antony Wong ist in diesen Filmen, obwohl er das Genre gar nicht gerne mag (sagt er im Audiokommentar zur US-DVD von Ebola Syndrome), oft vertreten: Daughter of Darkness (Nebenrolle als Cop), Love to Kill (als irrer Killer), 3 Days of a Blind Girl (als irrer Stalker – Opfer eine blinde Frau), Taxi Hunter (vom Ebola Syndrome Regisseur), The Untold Story (mit diesem Film, eine weitere Anthony Wong und Herman Yau Zusammenarbeit, gelang Wong in dem Genre der grosse Durchbruch – es winkte sogar der «HK Oscar» als bester Darsteller), The Underground Banker (teilt sich Film mit Simon Yam) oder Brother of Darkness (Nebenrolle als Anwalt).

Ebola Syndrome ist einer der besten Filme dieser Art. Regisseur Herman Yau (Shock Wave, The Sleep Curse) und Anthony Wong, die zuvor schon das Meisterwerk The Untold Story ablieferten, haben sich dem damals sehr aktuellen Thema (welches auch heute nach wie vor in Afrika auftaucht und wütet) des Ebola Virus angenommen. Der Film ist fies, tabubrechend, teilweise herrlich eklig, tief böse und schwarzhumorig.

Man muss jedoch ein Faible für diesen comicartigen, übertriebenen Humor (plus Mix aus harter Gewalt, Sex und sexueller Gewalt) haben, damit man sich mit dem Film und einzelner Szenen amüsieren kann – vielen dürfte der Inhalt und die widerlichen Ideen, gerade wenn sie die Figur Kai charakterisieren (fies, widerwärtig, eklig, schmierig, psychopathisch…), nicht gefallen.

Die blutigen Effekte sind sehr schön getrickst und aufwändig in Szene gesetzt. Das gilt für den Film allgemein (es wurde wirklich auch in Südafrika vor Ort gedreht) – es wurden echte Tiere (vor der Szene mit den Leoparden hatte Anthony Wong grosse Angst) und echten Feuer-Stunts (am Ende – es handelte sich im übrigen nicht um Anthony Wong sondern um einen Stuntman) eingesetzt aber auch Tiersnuff (die Frösche, die im Restaurant zerkleinert werden, werden nicht von Anthony Wong zerhackt, Hühner die geköpft werden, am Ende eine Maus, die überfahren wird). Anthony Wong ist im Übrigen ein grosser Verfechter von Tiersnuff (kann man auch dem Autiokommentar entnehmen). 

In Ebola Syndrome gibt es eine Hommage an The Untold Story (in welchem Menschen zu Fleisch verarbeitet und als Nahrung verkauft werden) und im späteren The Sleep Curse von Herman Yau zitiert er von seinem Ebola Syndrome (Kopfhaut abziehen bei der Obduktion).

Weiter positiv erwähnenswert: den Soundtrack fand ich Spitze. Die Story soll von Wong Jing, der den Film produziert hat, stammen. Der Mann hatte damals schon ein gutes Händchen für erfolgbringenden Inhalt, um Kasse machen zu können. Anthony Wong brilliert in der Rolle des Psychopathen grossartige Leitung von ihm. Schön zu sehen, dass sogar ein ehemaliger Shaw Brothers Star, nämlich Lo Meng (einer der Venom Darsteller, die von Chang Cheh entdeckt und gefördert wurden – zu sehen in Shaw Brothers Arbeiten wie Pursuit of a Killer, This Man Is Dangerous, Men from the Gutter, Bastard Swordsman, Five Element Ninjas, The Rebel Intruders oder The Naval Commandos) in einer grossen Rolle zu sehen ist. Desweitern ist Shing Fui-On als Anthony Wongs Boss am Beginn des Filmes zu sehen, der damit droht, Wong zu kastrieren da er mit seiner Frau Sex hatte.

Ebola Syndrome – man muss den Film gesehen haben, um es zu glauben! Ein Film, der seinem Ruf gerecht wird und der auf politische Korrektheit definitiv keinen Wert legt! Klare Empfehlung an alle CAT. III Filmfans!

Infos:

O: Yibola bing du

HK 1996

R: Herman Yau

D: Anthony Wong, Lo Meng, Cheung Lau, Angel Wong Chui-Ling, Vincent Wan Yeung-Ming, Shing Fui-On

Laufzeit der österreichischen DVD: 96:21 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überabrietet: 21.05.18

Fassungen: Zu empfehlen ist die österreichische DVD von Illusions = diese präsentierten weltweit zum ersten Mal nebst der Kinofassung die echte Uncut-Fassung, in welcher die geschnittenen Szenen, die kurz vorher zum ersten Mal weltweit auf der US-DVD von Discothek auftauchten (als Bonus), wieder in den Film geschnitten wurden. O-Ton und deutsche Subs liegen bei. Die Bildqualität ist recht gut. Bis daher war nur der Kino-Cut, der für die CAT. III Freigabe stark zensiert wurde, erhältlich. Die US-DVD lohnt trotzdem: es gibt exklusive Interviews mit Herman Yau und sogar einen Audiokommentar mit Herman Yau und Star Anthony Wong (in Chinesisch mit englischen Subs. Nachtrag 27.06.23: Für eine Neusichtung lag mir nun die US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor = Uncut, bessere Qualität als bei der österreichischen DVD, O-Ton, englische Subs, exklusives Bonusmaterial, Wendecover, Booklet, Region-All Disc und eine UHD-Disc befindet sich ebenfalls an Bord.

Freitag, 13. Oktober 2017

The Sleep Curse Review

The Sleep Curse

Story:

Ein Professor (Anthony Wong), spezialisiert in Sachen Schlaferkrankungen, wird vom Geist einer Frau heimgesucht, dessen Tod sein Vater (Anthony Wong Doppelrolle) zwischen 1941-1945 (Hong Kong unter Herrschaft von Japan) verursacht hat…

Meine Meinung:

The Sleep Curse, ein neuer reiner Hong Kong Film und CAT. III Streifen, ist am besten, zumindest was die filmische Qualität angeht, mit Gong Tau (aus 2007, vom gleichen Regisseur) zu vergleichen. Dieser hatte, zumindest was ich noch weiss (bisher kam es zu keiner 2. Sichtung), mehr CGI so dass hier The Sleep Curse die Nase vorne hat. Aber rein stimmungsmässig und inhaltlich gefiel mir Gong Tau besser.

Beim Dream Team Herman Yau (Regie) und Anthony Wong (Darsteller) muss man natürlich gleich an deren Zusammenarbeiten denken - Taxi Hunter, Cop Image, Ip Man – The Final Fight, The Untold Story und natürlich Ebola Syndrome. Aber man sollte nicht vergleichen – die Zeiten haben sich geändert und gerade die CAT. III Klassiker wie The Untold Story oder den grossartigen Ebola Syndrome wird man nie erreichen können. Das waren einfach andere Zeiten…

Regisseur Herman Yau blieb auch ohne Wong im Genre hängen (The Second Coming, The Untold Story III) und auch Anthony Wong kann auch eine beachtliche Anzahl Rollen in anderen CAT. III Streifen abseits seiner Herman Yau Arbeiten zurückblicken (Erotic Ghost Story II, Daughter of Darkness, Love to Kill, 3 Days of a Blind Girl, The Underground Banker, Brother of Darkness, The Untold Story 2, Rape Trap, The Demon's Baby). Reviews zu all den Filmen gibt es noch auf der alten Page zu lesen. Die Mehrheit wird früher oder später sicher auch hier auf dem Blog, jedoch komplett überarbeitet, zu lesen sein.

The Sleep Curse hat Sonnen- wie auch Schattenseiten. Leider ist der Film inhaltlich vor allem fad und langweilig. Es kommt kaum Stimmung oder Spannung auf. Im Mittelteil herrschen Längen und die Zeitsprünge nerven. Der Beginn und das Finale retten Dank einigen derben Szenen und weniger Längen. Anthony Wong war gut bis nicht glaubhaft. Einige Szenen waren stark, andere wirkten unfreiwillig komisch und glaubt mir: der Film will nicht lustig sein, sondern ernst. Auf HK Humor wird verzichtet.

Der Film versucht möglichst zu schocken und bietet einige schmuddelige und derbe Schockeffekte. Teilweise wirken diese Szenen aufgesetzt und übertrieben. Sie kommen oft auch harmloser rüber, weil leider hier und da billiges CGI eingesetzt wurde – wobei dies nur auf einige wenige Szenen zutrifft wobei wir dann wieder bei einer Sonnenseite wären: es gibt einige nette Splattereffekte zu sehen, welche handgemacht sind (oder mit CGI verschlimmbessert wurden) und welche mich in diesem Ausmass in einem neuen HK Film überrascht haben (bitte keinen Dream Home erwarten). Vor allem im Finale dreht der Film auf und im ersten Viertel des Filmes gibt es eine nette, matschige und gut getrickste Hommage an Ebola Syndrome.

Fazit: Man sollte nicht zu viel von The Sleep Curse erwarten – aber der Film hat seine Momente (und Anthony Wong und Herman Yau Bonus) so dass der Film in der Sammlung bleiben darf! 

Infos:

O: Shi Mian

HK 2017

R: Herman Yau

D: Anthony Wong, Jojo Goh, Gordon Lam Ka-Tung, Michelle Wai, Bryant Mak

Laufzeit der HK DVD: 100:03 Min.

Gesehen am: 25.09.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2017). Mir lag die DVD aus Hong Kong vor = Uncut (wobei man schon hörte dass zehn Sek. im "Asia Release" fehlen soll, wäre noch gut zu wissen was mit Asia Release gemeint ist, ist ein weiter Begriff), Schuber, vorzügliche Bild- und Tonqualität (DTS Tonspur), O-Ton und englische Subs vorhanden. Die DVD ist nicht Code Free (sondern Code drei). Gäbe es vom gleichen Label auch auf Blu Ray.

Dienstag, 19. September 2017

Shock Wave Review

 
FFF 2017 Spezial
Shock Wave

Story:

Ein Undercover Cop und Bombenspezialist (Andy Lau) zieht die Rache eines Gangsters auf sich, dessen kleiner Bruder er vor paar Jahren verhaftete...


Meine Meinung:

Von Shock Wave habe ich am zweiten FFF Tag nebst dem später laufenden M.F.A. am wenigsten erwartet. Zu meiner Überraschung und entgegen meiner Erwartungen war Shock Wave jedoch ein richtig toller Film und gar der beste Film des heutigen Tages.

Der von Herman Yau (Ebola Syndrome, Gong Tau) inszenierte Film überzeugt durch folgende Punkte:

Story: es gibt viele Polizeifilme, welche sich auf Spezialeinheiten berufen und Geschichten darüber erzählen - einige von Johnnie To. Diese entsprechen wenig meinem Geschmack. Hier geht es jedoch um eine simple Rachegeschichte und die Gangster und auch Held Andy Lau sind Bombenspezialisten. Dies macht die Story dramatisch, spannend, unterhaltsam.

Hong Kong: wir haben es hier mit einem richtigen Only Hong Kong Film zu tun - nicht China. Das sieht man dem Film zu jeder Sekunde an inklusive einiger wunderschöner Aufnahmen von Hong Kongs grossartiger Kulisse und Stadt.

Andy Lau: dieser hat mich in vielen neuen Filmen nicht mehr zu begeistern vermocht wie er es früher tat (z.B. in Filmen wie Magic Crystal, Shanghai 13). in dieser Rolle war er jedoch sackstark und konnte den Zuschauer fesseln und begeistern. Im Finale fiebert man richtig mit ihm mit. Er wirkt sympathisch. Auch der Gangsterboss und die anderen Figuren überzeugen.

Dann zum Wichtigsten, der Action: diese rockt und wurde versucht realistisch umzusetzen. Auf Kämpfe muss in diesem realistischen Filmversuch jedoch verzichtet werden. Es gibt aber Stunts, lange Autoverfolgungsjagden, blutige Shoot-Outs und vor allem meist tolle und echte (oder echt wirkende) Explosionen. Besonders das Finale, in welchem Geiseln in der Tunnelverbindung Hong Kong Island - Kowloon und umgekehrt festgehalten werden, hat noch Pluspunkte gegeben da actionreich, dramatisch und spannend. Zudem wirkt das Thema Terroristen und Bomben aktueller denn je.

Diesen Punkten ist es zu verdanken, dass Shock Wave ein überraschend toller Film und der besten Film an diesem FFF Tag geworden ist.

Gerade für Fans des Hong Kong Kinos ist Shock Wave auf jeden Fall zu empfehlen! Der Film wird auf meiner Wunschliste landen...
 
Gefolgt von: Shock Wave 2

Infos:

O: Caak Daan Zyun Gaa

HK 2017

R: Herman Yau

D: Andy Lau, Jiang Wu, Song Jia, Philip Keung, Felix Wong, Sek Sau, Ron Ng, Louis Cheung, Baby John Choi

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 119 Min.

Gesehen am: Sept. 2017 am Fantasy Film Fest

Fassungen: Gesehen am Fantasy Film Fest in der OV mit englischen UT. Gibt es in Malaysia auf DVD (mit englischen Subs) wie auch in Hong Kong auf DVD oder Blu Ray (auch englische Subs). Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2017). Nachtrag 29.12.22: Inzwischen befindet sich der Film als HK-DVD von Universe in meiner Sammlung (O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut).

Dienstag, 15. August 2017

No More Love, No More Death Review

No More Love, No More Death

Story:

Prince (Jacky Cheung) ist ein Profikiller. Sein neustes Opfer soll werden: Dragon (Michael Chan Wai-Man), in Wahrheit Prince leiblicher Vater was Price jedoch nicht weiss. Als Prince den Auftrag ausführen soll, trifft er auf die bezaubernde Rosamund Kwan und beide verlieben sich! Von Hormonen beflügelt kann Prince Dragon nicht töten, sehr zum Ärger seines Auftraggebers. Doch Prince gelobt Besserung und den Job doch noch auszuführen. Doch nun wird er selbst von Chin Chin (Carina Lau), eigentlich seiner Komplizin, ins Auge gefasst und die Polizei ist auch hinter ihm her...

Meine Meinung:

Herman Yaus Film hat einige gute Momente zu bieten, jedoch auch einige welche mir nicht sonderlich Gefallen haben. Daher wurde ich bei dem Film auch definitiv nicht von einem Highlight sprechen, aber im Grossen und Ganzen ist der Film ganz okay.

Es handelt sich um eine Fortsetzung und Teil eins kenne ich nicht. Braucht man aber auch nicht, der Story kann man gut Folgen. Die Geschichte ist aus vielen HK Filmen zusammen gestohlen, das Konzept simpel wie unterhaltsam.

Nur mit der Dramatik will es nicht Recht funktionieren. Die Darsteller sind bemüht, aber nicht alle machen einen guten Job. Michael Chan Wai-Man ist gut während vor allem die Mädels sehr gut auftreten. Rosamund Kwan und vor allem Carina Lau geben dem Film pepp und Grösse. Blass und jederzeit unglaubwürdig bleibt Jacky Cheung, dem man die Profikiller Nr. zu keiner Sekunde abnimmt. Gerade er, der viel den Clown raushängen lässt (in anderen Filmen) ist absolut unpassend für diese Rolle.

Die Dramatik und Ernsthaftigkeit, welche seine Rolle ausstrahlen soll, kommen nie auf. Die Actionszenen sind nur solide - Paar Shoot-Outs, kaum Kämpfe, paar Verfolgungsjagden. Die Shoot-Outs hätten blutiger sein können. Hier und da gibt es vereinzelt Längen.

Die grossen Stärken des Filmes sind für mich jene Dinge, welche in anderen Reviews zum Film oft bemängelt werden: Den Soundtrack und die bunte Optik des Filmes haben mir sehr gefallen! Herman Yau nahm sich Regisseur Clarence Ford zum Vorbild und hat die Figuren, Sets, Autos etc. bunt, originell und traumhaft gestaltet, teilweise fast in einer eigenen Zeit und surreal wirkend (die Polizeiautos z.B.).

Vor allem die kleinen Details diesbezüglich haben mir Gefallen und den Soundtrack fand ich cool und jederzeit passend. Zusammen mit passabler Action und einer okayischen Story bleibt der Film vor allem wegen der tollen Optik, den schicken Bildern, den Mädels und dem Soundtrack in Erinnerung bzw. in der Filmsammlung.

Fazit: Kein Highlight, aber gibt schlechtere Filme…

Infos:

O: Tai zi chuan shuo

HK 1993

R: Herman Yau

D: Michael Chan Wai-Man, Jacky Cheung, Chin Ho, Rosamund Kwan, Carina Lau

Laufzeit der Singapur LD: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 06.08.16

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2016). Mir lag die Laserdisc aus Singapur vor = O-Ton, englische UT, Uncut, gute Bildqualität. Die LD ist auf beiden Seiten bespielt (= eine Disc).

Dienstag, 30. Mai 2017

Cop Image Review

Cop Image

Story:

Nach einem Banküberfall verschwindet ein Cop (Bowie Lam Bo-Yi) und das Geld. Gangster des Überfalls sind hinter dem Cop her. Verkehrspolizist Wong (Anthony Wong) und Fan von Steven Seagal, Bruce Wills, Jackie Chan, Chow Yun Fat, Charles Bronson, Robocop und Mel Gibson, ein junges Triaden Mitglied (Andy Hui Chi-On) und die Freundin (Linda Wong Hing-Ping) des verschwundenen Cops sind ebenfalls hinter dem verschwundenen Geld und Cop her. Vor allem Wong sieht seine Chance gekommen, sich als Polizist beweisen zu dürfen. Sein Wissen bestehend aus Romanen und Polizeifilmen kommt ihm da gerade recht…

Meine Meinung:

Sympathische Actionkomödie (mehr Komödie als Action) mit Anthony Wong die von Beginn an amüsant, unterhaltsam und abwechslungsreich unterhält. Der Story kann man gut folgen, Längen gibt es praktisch keine.

Der Film fängt actionreich an (und teilweise auch mit blutigen Shoot-Outs) und dann gibt es immer Mal wieder eine Actionszene zu sehen, wobei der Film klar mehr Komödie ist. Vor allem gegen Ende hin dreht der Film in Sachen Action und einigen tollen Stunts (Bambusgerüst, Autostunts etc.) auf. Dazu kommen Parodien auf John Woo und Co. und viele Filmzitate und Filmcover – denn Anthony Wong spielt den Traffic Cop sehr gut, der sich als echter Cop versucht und dies vor allem durch Selbstvertrauen und angepasste Kommunikation überzeugend auftritt und all anderen im Glauben lässt, dass er ein echter Cop ist. Hat mich vor allem an Eddie Murphy aus Beverly Hills Cop erinnert – der ja auch oft durch sein schnelles Reden und sein Auftreten das gegenüber überzeugt hat.

Die anderen Darsteller sind mir unbekannt aber gerade Linda Wong und vor allem Andy Hui sind auch sehr gut in ihren Rollen und einfach auch sympathisch, so dass der Film und Verlauf der Story gut funktionieren und glaubhaft wirken.

Wer das HK Kino aus dieser Zeit und den HK Humor, der für westliche Zuschauer anders und komisch sein kann, mag, kann sich gut an Cop Image versuchen!

Infos:

O: Mung Cha Yan

HK 1994

R: Herman Yau

D: Anthony Wong, Andy Hui Chi-On, Linda Wong Hing-Ping, Bowie Lam Bo-Yi

Laufzeit der HK VCD: Ca. 104 Min.

Gesehen am: 28.04.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2017). Mir lag die HK VCD vor = solide Bildqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. Es scheint keine DVD Fassung zu geben. Alternativ gäbe es in HK noch eine LD (auch O-Ton und englische UT).

Donnerstag, 12. Januar 2017

City Cop Review

City Cop

Story:

Zwei ungleiche Cops (Michael Chow Man-Kin und Parkman Wong Pak-Man) nehmen den Kampf gegen eine Gangster-Bande (u.a. Ben Ng Ngai-Cheung) auf…

Meine Meinung:

Wird offiziell als 2. Teil zu Asian Connection verstanden. Herstellungsland und Jahr sind identisch, ebenso das Genre (ernster Cop-Action-Thriller) und Darsteller Danny Lee und Michael Chow kehren zurück, jedoch spielen sie andere Figuren und der Film hat inhaltlich nichts mit Teil eins zu tun. Zudem hat Danny Lee nur eine grosse Nebenrolle erhalten.

Primär sind Michael Chow Man-Kin und Parkman Wong Pak-Man sind Hauptfiguren. Die Story ist nur wenig originell, aber der Verzicht auf Klamauk war hier Mal lohnenswert, da ernst umgesetzt und auch die Actionszenen machen einen realistischen Eindruck.

Herman Yau hat mit diesem Film von 1995 einen Film geschaffen, der genau so gut von den 80ern hätte stammen können! Das meine ich als positiv – die Action rockt, ist aufwändig und abwechslungsreich. Das Tempo ist hoch, die Inszenierung technisch einwandfrei und die Shoot-Outs zwischen Cops und Gangstern auf den belebten Strassen Hong Kongs oder am Ende im Kino mit vielen unbeteiligten Zivilisten sind sehenswert und spannend! Ben Ng gibt auch einen fiesen Bösewicht ab, so dass auch in dieser Hinsicht nicht enttäuscht wird.

Für Fans der HKer Actionkinos (speziell: Shoot-Outs, Gangster vs. Cops, modern) klar empfehlenswert!

Infos:

O: Gong pu II

HK 1995

R: Herman Yau

D: Danny Lee, Michael Chow Man-Kin, Parkman Wong Pak-Man, Ben Ng Ngai-Cheung

Laufzeit der HK VCD: Ca. 99 Min.

Gesehen am: 20.11.16

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2016). Mir lag die HK VCD vor = Uncut, O-Ton, englische UT, relativ bescheidene Bildqualität.