Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Lo Wei werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lo Wei werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. August 2025

Dragon Swamp

Shawgust 2025

Dragon Swamp

Story:

Qing-Erh (Cheng Pei-Pei) jagt einem gestohlenen Schwert hinterher. Der Täter: Yu Chiang (Lo Lieh). Qing-Erh bekommt Hilfe von Roaming Knight Xi Zheng Yuan (Yueh Hua). Ihr Weg führt sie in den Dragon Swamp, wo sie sich von Dragon Swamp Master (Tung Li) Hilfe versprechen. Tung Li ist in Wahrheit jedoch die verschollene Fan Ying (Doppelrolle Cheng Pei-Pei), die Mutter von Quing-Erh…

Meine Meinung:

Dragon Swamp ist ein Shaw Brothers Wuxia, der Ende der 60er veröffentlicht wurde. Und wer führte Regie und machte seine Anfänge auch in Sachen Shaw Brothers? Lo Wei (The Kung Fu Kid, Summons to Death, The Golden Sword). Förderer von Jackie Chan in Filmen wie The Killer Meteors, Shaolin Wooden Men oder Dragon Fist oder und mit Golden Harvest seine besten Filme zeigend: die Bruce Lee Klassiker The Big Boss und Fist of Fury. Dragon Swamp sah ich zehn Jahre nicht mehr.

Leider hat mir der Film nach der Neusichtung nur noch wenig gefallen. Leider ist seine Shaw Brothers Arbeit weniger sehenswert ausgefallen als seine Werke mit Jackie Chan oder Bruce Lee. Daher überrascht es nicht, dass Lo Wei die Shaw Brothers auch nach einiger Zeit verliess. Seine Werke gehören sicher nicht zu den besten und bekanntesten Werken im Shaw Brothers Universum. Dragon Swamp krankt an mehreren Dingen. Wäre der Film nicht in einer Collection (siehe Fassungen), hätte ich diesen sogar entsorgt/verkauft.

Dragon Swamp ist ein Mix aus Wuxia, Fantasy, Komödie und Love-Story. Das Problem ist, dass der Film mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden sehr langweilig ist. Der Plot hat mich absolut nicht gefesselt. Schon bevor die 60. Minute eingeläutet wurde, hatte ich längst das Interesse an dem Plot und Film verloren. Es gab viel zu wenig Action und eigentlich gab es keine einzige wirklich sehenswerte Action-Szene zu sehen. Der Film war mir zu lustig, die Schwertkämpfe zu harmlos und die Figuren waren uninteressant und naiv (am Ende stellt sich heraus, dass praktisch alle auf die ein oder andere Art verwandt sind).

Lo Wei, der im Film auch einen Gastauftritt hinlegt, hat zwar bekannte Namen wie Cheng Pei-Pei (Lady Piranha, Come Drink with Me, The Thundering Sword), Lo Lieh (The Big Boss Part II, The Web of Death, One Foot Crane) oder Yueh Hua (The Green Dragon Inn, The Young Avenger, On the Wrong Track) in Hauptrollen und Namen wie Ku Feng (The Avenging Eagle), Fan Mei-Sheng (Die Eroberer), Sammo Hung (Slickers Vs Killers) oder Simon Yuen (The Buddhist Fist) in Neben- und Kurzrollen an Bord, aber der Cast vermag es nicht, zu überzeugen. Das Schauspiel ist zu naiv, zu laienhaft, zu schlecht. Das Drehbuch und die Dialoge lassen keine überzeugende Leistung der Darsteller zu.

Fazit: Lahm und langweilig!

Infos:

O: Du Long Tan

HK 1969

R: Lo Wei

D: Cheng Pei-Pei, Lo Lieh, Yueh Hua, Tung Li, Huang Tsung-Hsun, Lo Wei, Ku Feng, Fan Mei-Sheng, Simon Yuen, Sammo Hung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 111 Min.

Gesehen am: Okt. 2015 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (Shaw Brothers Classics Vol. One) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Montag, 7. April 2025

To Kill with Intrigue

To Kill with Intrigue

Story:

Hsiao Lei (Jackie Chan) muss mit ansehen, wie seine ganze Familie bei einem Massaker ausgelöscht wird. Er wird verschont, da er leiden soll. Die Killerin: Ting Chan Yen (Hsu Feng). Sie übt selbst Rache, da Hsiaos Vater vor 15 Jahren ihre Familie auslöschte. Hsiao macht sich auf die Suche nach seiner Freundin Chin Chin (Yu Ling-Lung), welche von ihm schwanger ist. Diese wird von Chen Chun (Shin Il-Ryong), einem vermeidlichen Freund von Hsiao, begleitet. Dieser führt aber Böses im Schilde. Hsiao gerät über Umwege wieder an Ting Chan Yen, welche sich in ihn verliebt und ihn im Kampf ausbildet…

Meine Meinung:

Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Regisseur Lo Wei (The Killer Meteors, Slaughter in San Francisco, Fist of Fury) und Jackie Chan (Hand of Death, Dragon Lord, Who Am I?) bevor Jackie Chan 1979 mit den Seasonal Film-Produktionen Snake in the Eagle's Shadow und Drunken Master endgültig der Durchbruch gelang. 1977 im kalten Südkorea gedreht und auf einer (konfusen) Gu Long Adaption basierend.

To Kill with Intrigue ist solide. Dragon Fist und Shaolin Wooden Men haben mir aber definitiv besser gefallen und mehr meinem Geschmack entsprochen. Der Inhalt von To Kill with Intrigue ist in der Tat etwas wirr. Das ist definitiv nicht der unterhaltsamste Plot, der da erzählt wird. Nebst Jackie Chan, der sich in dieser total humorlosen Story und Darbietung sichtlich unwohl fühlt, ist, wie die meisten Akteure der Produktion, solide. Aber mehr auch nicht.

Enttäuschend fand ich hingegen den Bösewicht, gespielt von Koreaner Shin Il-Ryong (The Double Crossers, The Dragon Lives Again). Der hatte auch nicht wirklich Charisma und der Finalkampf war eine kleine Enttäuschung. Aus der Masse Figuren sticht eine Figur heraus: Ting Chan Yen, gespielt von Hsu Feng (A City Called Dragon). Diese war dazumal vor allem durch ihr Mitwirken in Filmen von King Fu sehr gefragt. So sah man sie in Hus Filmen Dragon Inn, A Touch of Zen, The Fate of Lee Khan und The Valiant Ones. Zwei davon liegen mir noch ungesehen vor. Ihre Szenen hatten mehr Niveau und Klasse. Optisch ist der Film allgemein stimmungsvoll und schön inszeniert.

Fazit: Solider Jackie Chan Film!

Infos:

O: Jian Hua Yan Yu Jiang Nan

HK 1977

R: Lo Wei

D: Jackie Chan, Hsu Feng, Yu Ling-Lung, Shin Il-Ryong

Laufzeit der US-Blu: Ca. 1087 Min.

Gesehen am: Nov. 2007 / Neusichtung: 19.01.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory via The Jackie Chan Collection Vol. 1 = mehrere Filme und Schuber, O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (Original Mono-Spur ohne Remix). Als Bonus gibt es u.a. ein Interview mit Rick Baker. In Deutschland Uncut von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Mandarin mit deutschen Subs). Titel: Der Herausforderer. In England ist der Film von 88 Films sogar als UHD erschienen.

Sonntag, 1. Dezember 2024

The Killer Meteors

 

The Killer Meteors

Story:

Im Auftrag von Lord Fung (Tung Lin) soll Mei Sin Her (Jimmy Wang Yu), der in der Martial Arts Welt den Ruf geniesst, dank seiner Waffe «Killer Meteors» unbesiegbar zu sein, Beweise finden, die zur Ergreifung von Wa Wu-Bin (Jackie Chan) führen. Dieser ist krank. Er wurde von seiner Frau Lady Tempest (Lee Si-Si) vergiftet.  Mei Sin Her soll das Gegenmittel finden. Doch um an Lady Tempest zu gelangen, muss Mei Sin Her zuerst ihre vier Kämpfer (u.a. Lee Man-Tai, Phillip Ko Fei) besiegen…

Meine Meinung:

The Killer Meteors sah ich bisher nur einmal. Im November des Jahres 2007. Dazumal war ich enttäuscht von dem Film. Dazumal startete ich, mich mit Jackie Chan und Co. zu befassen. Damals habe ich meinen Filmhorizont erweitert. Nun kam es im Oktober 2024 zu der 2. Sichtung des Filmes. Ich wusste praktisch nichts mehr über den Film. Ich halte The Killer Meteors auch nach der 2. Sichtung nicht für ein Meisterwerk, aber alles in allem gefiel mir der Film, zumindest wenn ich mit meinem alten Review vergleiche, als deutlich besser als früher.

Dazumal gehörte Jackie Chan (Hand of Death, Who Am I?, The Twin Dragons) zum Ensemble von Regisseur Lo Wei (The Big Boss, Wooden Man, Dragon Fist). The Killer Meteors ist sicherlich eine schwächere Zusammenarbeit des späteren Superstars und Regisseur Lo Wei, trotz Mitwirken der früheren Shaw Brothers Legende Jimmy Wang Yu (Boxers of Loyalty and Righteousness, Der Silberspeer der Shaolin, Wu Xia) in der Hauptrolle. Jackie Chan spielt nur eine Nebenrolle. Interessant ist jedoch, dass er einen Bösewicht spielt. Das ist eine willkommene Abwechslung.

Auch wenn sich ausgerechnet der Plot Kritik gefallen lassen muss war es eine löbliche Erwähnung, dass die Drehbuchautoren für The Killer Meteors Mal was Anderes probiert haben. Der Anfang des Filmes ist wirr und diverse Parteien verraten einander und es gibt mehrere Bösewichte und mehrere Fake-Tode und Twists am Ende. Vielleicht etwas zu viel des Guten, aber löblich, dass was Anderes als ein reiner 08/15 Kung Fu Plot gezeigt wurde. Das muss man Lo Wei und seinem Team lassen. Jackie Chan und Jimmy Wang Yu sollten übrigens auch später wieder zusammen vor der Kamera stehen (in Fantasy Mission Force sowie Island of Fire).

Der Plot scheint, vor allem zu Beginn, etwas wirr, konfus und lahm. Doch mit dem Verlauf der Story wird der Film besser. Es werden neue Figuren integriert, es kommt hier und da zu soliden Kampfszenen und der Plot schafft es sogar, eine leichte Spannung zu generieren. Einige der Dialoge sind etwas hölzern und hohl. Der Film ist sehr auf Jimmy Wang Yu zugeschnitten. Tung Lin (King Boxer) spielte nebst den Mädels sehenswert und es überrascht nicht, dass auch er einer der Bösewichte spielt (auch weisshaarig). 

Enttäuscht war ich von dem Auftritt der vier Killer, u.a. gespielt von Phillip Ko Fei (Lethal Panther 2, The Challenger, The Master Strikes Back). Da freute ich mich auf spektakuläre und längere Kampfszenen und dann werden die da locker einer nach dem anderen besiegt. Schwach. Cool und fantasievoll, die Idee hätte aus einem taiwanesischen Eastern stammen können, war Jimmy Wang Yus Waffe, die nur zweimal im Finale zum Zug kommt. Trashig und amüsant zugleich! Die abwechslungsreichen Naturkulissen wie auch bunten & fantasievollen Sets waren zudem sehr schön anzusehen.

Fazit: Kein Kracher und mehr für Jimmy Wang Yu statt Jackie Chan Fans zu empfehlen. Ok. Solide.

Infos:

O: Feng Yu Shuang Liu Xing

HK 1976

R: Lo Wei

D: Tung Lin, Jimmy Wang Yu, Jackie Chan, Lee Si-Si, Lee Man-Tai, Phillip Ko Fei, Lily Lan Yu-Li, Yu Ling-Lung, Ma Chi Wang Ruo-Ping

Laufzeit der US-Blu: Ca. 104 Min.

Gesehen am: Nov. 2007 / 2. Sichtung: 18.10.24

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor = der Film ist in der The Jackie Chan Collection Vol. 1 Box zusammen mit anderen Filmen enthalten. Uncut, in einer sehr guten Bild- und Tonqualität, mit O-Ton (= Mandarin) und englischen Subs. Als Extras bietet die Disc u.a. eine Hybrid-Fassung von Dragon Lord an. In Deutschland Uncut von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Titel: Tiger der Todesarena). 

Donnerstag, 19. September 2024

The Challenger

The Challenger

Story:

Yu (David Chiang) und Chin (Norman Tsui) sind auf der Suche nach Pai (Phillip Ko Fei). Dieser hat Chins Ehefrau vergewaltigt und getötet. In der zwielichtigen Wei (Lily Li) sehen sie einen Weg, Pai zu finden…

Meine Meinung:

The Challenger wurde zu Ehren von Norman Tsui (Shaolin Mantis, We're Going to Eat You, The Dragon Family) aufgefrischt. Er begann seine Karriere bei den Shaw Brothers. Wurde er zuerst vereinzelt in Nebenrollen eingesetzt, kamen später mehr und mehr Hauptrollen (Bastard Swordsman, Return of Bastard Swordsman, Hong Kong Godfather, Seeding of a Ghost) dazu, ehe er sich auch in der Ära nach den Shaw Brothers in Hong Kong Kino durchsetzen (Das Todesduell der Shaolin, Das Schwert, Sea Wolves, The Rebellious Reign, Blood Ritual, The Club, That’s Money), bis hin zu neueren Produktionen (Dream Home, Sword Master).

Nun ist Norman Tsui an Krebs verstorben (01.09.24). The Challenger, dessen Fortsetzung The Loot ich vor nicht allzu langer Zeit aufgefrischt habe, kam in die Auswahl, ihm zu Ehren aufgefrischt und neu gesichtet zu werden. Wie bereits die Fortsetzung stellt The Challenger, ein Film von Eric Tsang (Hitman, The Dragon Lives Again, Millionaires Express) und produziert von Lo Wei (The Big Boss, Triad Story, Wooden Man), für Kung-Fu-Film-Fans absolutes Pflichtprogramm dar. Der Film aus dem Jahr 1979 erzählt eine Story im klassischen Kung-Fu-Setting.

Bei The Challenger handelt es sich um eine Kung-Fu-Komödie mit Norman Tsui und David Chiang (Die 7 goldenen Vampire, Die 13 Söhne des gelben Drachen, Die Todeskralle des roten Phoenix) in den Hauptrollen. Fans der beiden kommen voll auf ihre Kosten. Besonders Norman Tsui dürfte hier wohl seine eindrücklichsten Kampfszenen in seiner Karriere spendiert bekommen haben (nebst The Loot sowie The Rebellious Reign). Starke Leistung der beiden. Der Film könnte fast als Buddy-Movie durchgehen, da beide Helden unterschiedliche Motive haben, den Bösewicht zu finden.

Dieser wird gekonnt von Phillip Ko Fei (Bandits, Prostitutes & Silver, Master Killers, Lucky Seven 2) dargestellt. Auch seine Kampfszenen sind unglaublich spektakulär. Allein das Finale rechtfertig den Kauf des Filmes und entschädigt für den z.T. wechselhaften Ton des Filmes und/oder den hier und da gezeigten Klamauk. Eric Tsang ist in einem Gastauftritt zu sehen und Mars (Dragon Lord, Come Drink with Me) bekommt im Gegensatz zu Lily Li (The Beauty Escort, Black Magic 2, The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare) keine Kampfszene spendiert. Lily Li darf aber nur 1-2x zeigen, was in ihr steckt. Dies sollte sich spätestens in der Fortsetzung ändern.

Fazit: Danke der starken Kampf-Choreographie und einem starken Cast (David Chiang, Norman Tsui & Phillip Ko Fei) ein absoluter Must Have Titel des Kung-Fu-Kinos!

Gefolgt von: The Loot

Infos:

O: Ti Guan

HK 1979

R: Eric Tsang

D: David Chiang, Norman Tsui, Lily Li, Phillip Ko Fei, Mars, Eric Tsang

Laufzeit der HK-DVD: 87:57 Min.

Gesehen am: Dez. 2007 / Neusichtung am: 18.09.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland von diversen Anbietern auch auf DVD (Deutsch/Kanto mit englischen Subs, Uncut). Titel: Der Herausforderer. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2024).

Freitag, 9. Juni 2023

The Big Boss





The Big Boss   


Story:

 

Cheng (Bruce Lee) sucht nach einem Job und Dank Hsu Chien (James Tin Chuen) wird er fündig: er beginnt in einer Eisfabrik zu arbeiten. Dumm nur, dass diese von Gangstern (u.a. Lau Wing, Han Ying-Chieh) dazu benutzt wird, um Heroin zu schmuggeln. Als mehr und mehr Arbeiter "spurlos verschwinden", beginnt Cheng zu ermitteln…

 

Meine Meinung (The Mandarin Cut):

 

The Big Boss ist ein wegweisender Klassiker, der Bruce Lee in seinem 1. HK-Spielfilm zum weltweiten Superstar machte und Jimmy Wang Yu als HK-Star ablöste. Zudem brach The Big Boss auch sämtliche Rekorde (von The One-Armed Swordsman) und gilt, auch durch das spätere Ableben von Bruce Lee, als Inspiration für viele andere Filme (den "verschollenen" The Big Boss Part II oder The New Big Boss), Künstler und Sub-Genre (Bruceploitation). Und damit ging Golden Harvest gegenüber den Shaw Brothers als Sieger hervor.

 

Nach dem Ausscheiden von Wu Chia-Hsiang übernahm Lo Wei (The Golden Sword) das Zepter und wie später mit Jackie Chan sorgte er mit Bruce Lee (Fist of Fury) für einen neuen Star am Himmel. Ich sah The Big Boss unendlich lange nicht mehr. 15+ Jahre. Die Neusichtung in London im Kino fühlte sich mehr wie eine Erstsichtung an. Ich würde The Big Boss nicht als besten Bruce Lee Film betiteln, aber wohl als einflussreichsten. Der Film bietet mehre Inhalte, die man im Kung-Fu-Kino immer wieder sah: Typ vom Lande kommt in die Stadt, naive Figuren (James Tin), Selbstjustiz- und Rache, aufgrund eines Versprechens nicht kämpfen zu dürfen etc.

 

Vor allem letzterer Punkt störte mich damals bei Erstsichtung. Ähnlich wie Michael Chan Wai-Man in Chinese Hercules störte es mich, dass Bruce Lee erst gegen Ende zulangen darf. Weil genau deshalb schaut sich der Fan einen Bruce Lee Film an: man will Bruce in Action sehen! Und nicht sehen, dass er nicht kämpfen "darf". Warum auch immer. Bei dieser Sichtung störte es mich nicht mehr, da angepasste Erwartungen. Ausserdem macht Bruce Lee mit seinem Charisma Vieles wieder wett, auch wenn sein Schauspiel noch etwas laienhaft anmutet (vor allem in den lustigen Szenen). Seine Leinwandwirkung und Präsenz sind aber intensiv. Es überrascht nicht, dass er das Publikum damals überzeugte.

 

Nebst Bruce Lee gefiel mir der coole, bunte 70er Jahre Vorspann, die exotischen Settings in Thailand (es wurde vor Ort gedreht), der kleine Schmuddel-Faktor (die Szenen mit Malalin Bonnak), die weiteren Frauen (Maria Yi Yi und Nora Mia), der Blutgehalt in den Kampfszenen (vor allem die Kämpfe in der Eisfabrik und im Finale) und Han Ying-Chieh als Bösewicht. Er strahlte, wie Bruce Lee, auch viel Charisma aus. Der Finalkampf und das Macho-Gehabe zuvor (die Szene mit dem Vogelkäfig) sind einfach cool. Der Sohn des "Bis Boss" wird von Shaw Brothers Star Lau Wing (Human Lanterns) verkörpert. Auch er war in seinen Szenen überzeugend. Daneben ist ein ganz junger Lam Ching-Ying (Pom Pom & Hot Hot) in einer Nebenrolle zu sehen. Dessen Schauspiel war zu der Zeit noch sehr amateurhaft.

 

Fazit: Sehenswerter Kung-Fu-Klassiker!

 

Infos:

 

O: Tong San Dai Hing

 

HK 1971

 

R: Lo Wei, Wu Chia-Hsiang

 

D: Bruce Lee, James Tin Chuen, Lau Wing, Han Ying-Chieh, Maria Yi Yi, Nora Miao Ke-Hsiu, Malalin Bonnak, Lam Ching-Ying

 

Laufzeit des Mandarin-Cut: Ca. 110 Min.

 

Gesehen am: 06.06.23

 

Fassungen: Bisher waren alle Fassungen auf die ein oder andere Weise zensiert (mir liegt die Fortune Star/IVL Box aus HK vor) und es gibt unterschiedliche Fassungen mit unterschiedlicher Musik. Arrow Video werden im Juli 2023 via Blu-Ray und UHD den nahezu unzensierten, zehn Minuten längeren The Mandarin Cut, der in den 70ern auch in den Londonern Kinos lief, veröffentlichen. Es gibt mehr Handlung und mehr Gewaltspitzen. Die Szene mit der Säge (im Kopf) fehlt aber auch in dieser Version. Diese Version wurde im Juni 2023 auch in London im The Prinz Charles Cinema gezeigt, wo ich mir den Film in besagter Fassung angesehen habe. Nachtrag Aug. 2024: Zweitsichtung der zehn Min. längeren Mandarin Cut Fassung nach meiner Sichtung in London (Kino im Juni 2023). Diesmal schaute ich mir jedoch die "Unrestored raw scan" Fassung an. Diese hat viel Charme und mir gut gefallen. Umso mehr ich mir The Big Boss ansehe, umso mehr mag ich den Film. Die Tatsache, dass Bruce Lee erst spät im Verlauf des Plots zuschlägt, stört mich inzwischen immer weniger. Dies aufgrund der Tatsachen, dass es zuvor schon Kampfszenen durch andere Darsteller gibt, der Film hübsch blutig ist (Messer-Morde etc.) und Bruce Lee einfach eine coole Socke ist. Sein Charisma wertet viele seiner Szenen auf. Ich mochte die Bösewichte (Lau Wing, Han Ying-Chieh), die Finalkämpfe und den Vorspann. Obwohl es in der Mandarin Cut Fassung mehr Gewalt zu sehen gibt, wirkt die fehlende "Sägen-Szene" noch immer "zensiert". Infos zur Bruce Lee Box von Arrow Video können im folgenden Neukauf nachgelesen werden = HIER KLICKEN

Montag, 4. Juli 2022

Triad Story Review

Triad Story

Story:

 

Da gute Führung und krank, wird der alternde Gangster-Boss Feng (Ko Chun-Hsiung) aus dem Gefängnis entlassen. Dessen Familie (Stephen Chow) und Triaden-Mitglieder (Shing Fui-On, Wu Ma, Shum Wai, Billy Chow) werden von Jason (Alan Ng Siu-Hung), einem Gangster aus den USA, der Fengs Tochter in seiner Gewalt hält, und seinen Männern (Eddie Maher, Kwai Chung) bekämpft. Mit tödlichem Ausgang…

 

Meine Meinung:

 

Zu Ehren von Shum Wai, der am 9. Juni (andere Quellen geben den 11. Juni als Todestag an) verstorben ist, kam es zur Zweitsichtung von Triad Story. Shum Wai hat in unzähligen Hong Kong Produktionen wie Bloody Brotherhood, Code of Honor, Magic Crystal, Who's the Crook, Framed oder Hong Kong Godfather mitgewirkt. Regie führte er hingegen seltener (Master's Necklace). Ich wählte Triad Story zur Neusichtung, da Shum Wai Regie führt und mitspielt.

 

Leider hat mich Triad Story nach der 2. Sichtung recht enttäuscht. Meinem alten Review kann ich definitiv nicht mehr zustimmen. Für einen Hong Kong Film aus dem Jahr 1990 fällt Triad Story mehrheitlich ernst und düster aus. Quasi der Abgesang auf die Triaden-Gemeinschaft und all seine negativen Folgen. Aber der Funke will nicht recht rüber springen.

 

Der Plot in der Form wurde unzählige Male gesehen, und dies meist besser und vor allem unterhaltsamer. Das Hauptproblem von Triad Story ist folgendes: bis auf das Finale ist der Film stinklangweilig. Ewiges blablabla und dazu zu melodramatisch. Auch das Ableben der ein oder anderen Figur berührt nicht.

 

Der Film, der heuer vor allem als "Stephen Chow und Ng Man-Tat Film" vermarktet wird, ist weit davon entfernt, eine ihrer 90er Jahre Zusammenarbeiten zu sein (waren ja vor allem Komödien wie Fight Back to School und Co.). Stephen Chow hatte als Rookie jedoch einen Deal/Vertrag zu erfüllen. Deshalb spielte er auch in einigen ernsten Rollen und Filmen mit (Just Heroes, The Defector – Der Dragon Fighter).

 

Das Overacting, gerade von Bösewicht Jason oder Shing Fui-On (Running Mate) und Ng Man-Tat (Rape and Die) konnte mich nicht wirklich überzeugen. Wu Ma (Ti Lung – Die tödliche Kobra) kommt nochmals weniger vor und überzeugt haben mich nebst der weiblichen Attentäterin (keine Ahnung wie sie heisst) Billy Chow (Fist of Legend), Jackie Chan Entdecker Lo Wei (Summons to Death) und Gweilo Eddie Maher (Don't Give a Damn). Die sorgen zumindest im Finale für brutales Action-Spektakel mit schmerzhaften Szenen und sehenswerten Stunts.

 

Fazit: das Finale rockt und ist sehenswert. Leider gilt das nicht für die erste Stunde des Filmes, in der praktisch nichts Erwähnenswertes passiert. Schade!

 

Infos:

 

O: Jiang hu zui hou yi ge da lao

 

HK 1990

 

R: Shum Wai

 

D: Ko Chun-Hsiung, Stephen Chow, Shing Fui-On, Wu Ma, Shum Wai, Billy Chow, Alan Ng Siu-Hung, Lo Wei, Eddie Maher, Kwai Chung

 

Laufzeit der HK-DVD: 97:58 Min.

 

Neusichtung am: 03.07.22

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Kam & Ronson vor = Uncut, solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Die englischen Subs sind massiv fehlerhaft und etwas vom schlechtesten, was ich bei einer HK-DVD je sah. Ng Man-Tat und Stephen Chow haben nicht ihre bekannten Stimmen und wurden von Drittpersonen gesprochen. Die DVD ist Code Free. Es gibt weder eine Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2022).