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Mittwoch, 2. April 2025

The Minotauress

The Minotauress

Inhalt:

"HELL'S BITCH IN HEAT...

Seething, slavering, and insane, it cringes, not wanting to slip forth from the noxious, bloated belly of its abyssal mother until the most hideous sexual atrocities beckon it from Hell's hot bowels: the dread monstrosity of unfathomable beauty and the most vile horror--revulsion and desire incarnated into one...

...PREGNANT TO BURSTING WITH ABOMINATIONS UNTOLD...

Atop the moon-drenched hillock sits the leaning manse, surrounded by ancient graves rich with the bones of witches, and amid the dense cricket-choruses of these ghastly twilight deeps, it stalks, thrashes and prowls, its nipples gorged with evil, its loins a frenzy of Luciferic lust...

RITES OF REDNECK PASSAGE... 

Behold Balls and Dicky (of THE BIGHEAD fame) as they embark on their first sociopathic epiphany teeming with down and dirty redneck whores, occult science, corpse-sex, and scatological gross-out the likes of which would make the BTK Killer faint. These boys think they're bad...but are they bad enough to face—

THE MINOTAURESS

Edward Lee's latest novel of irredeemable harder-than-hardcore horror...

This edition also contains the story "The Horn-Cranker"."

Meine Meinung:

In diesem Roman, der 2007 erschienen ist, sind zwei Edward Lee Romane hinterlegt. Zuerst die titelgebende Geschichte The Minotauress, dessen Artwork bereits sehr vielversprechend anmutet und Lust auf mehr macht. In dessen Plot gibt es ein Wiedersehen mit Balls und Dicky aus Edward Lees Roman The Bighead. Die Story aus The Minotauress spielt jedoch vor The Bighead. Fans der zwei Rednecks werden voll auf ihre Kosten kommen. The Minotauress endet enttäuschend, da offenes Ende. Auf der anderen Seite gibt mein Buch an, dass The Minotauress 2007 veröffentlicht wurde, während der 2. Roman in diesem Buch, The Horn-Cranker, bereits 2002 veröffentlicht worden sein soll.

Das ist spannend, da The Horn-Cranker als Fortsetzung zu The Minotauress zu verstehen ist. The Minotauress nimmt von 286 Seiten 176 ein. Um die Story, welche ich bereits einmal las, zu Ende zu lesen, brauchte ich heuer sehr lange. Oft waren lange Pausen dazwischen. Es wird vor allem Fokus auf Balls und Dicky gelegt. Zum einen ist das fiese, spassige und makabre Redneck-Action, auf der anderen Seite wird mit der Hauptfigur, die dem Roman auch den Namen gab, dem Minotauress, viel zu wenig Zeit gewidmet. Eigentlich geht es darum, dass Balls und Dicky einen reichen Mann bestehlen, in dessen Haus der Minotauress auf sie wartet. Dieser Sub-Plot nimmt aber nur ca. ein Viertel der Story ein und das offene Ende hat mich beim Lesen wirklich enttäuscht.

Die 3. Person, die nebst Balls und Dicky vorkommt, ist ein Autor. Dessen Szenen und sein Philosophieren gingen mir, ehrlich gesagt, auf den Sack. Diese Zeilen fand ich nervend und schwach. Daher ist The Minotauress, vor allem im Vergleich mit einem Highlight wie The Bighead, eine ziemliche Enttäuschung. Auch vom Vergleich losgelöst würde ich den Roman nur als qualitativ durchschnittlichen Roman betiteln. Umso erfreuter war ich, dass die Gottheit (der Minotauress) dann in der 2. Geschichte des Romans wieder auftaucht und der Plot quasi in einer neuen Geschichte weiter und vor allem zu Ende erzählt wird. Das gab Pluspunkte.

The Horn-Cranker hat mir besser gefallen als The Minotauress. Ich habe den Roman sehr schnell verschlungen. Der Plot ist ein Mix aus Redneck- und Backwood-Setting. Die Figuren waren, auch wenn mehr als 100% frauenfeindlich (und wie), sympathischer als jene in The Minotauress. In traditioneller Edward Lee Manier wird das so extrem übertrieben dargestellt, dass man das nicht ernst nehmen kann. Held der Geschichte ist Dean, der nach einer Weil an seinen Geburtsort zurückkehren muss, wo er der Held der Stunde war. Er hat alle Frauen flachgelegt und war der Champ der Region und der Weltmeister als Horn-Brecher. Ob es diese Disziplin überhaupt gibt, weiss ich nicht. Dean, der mehr und mehr Tagträume voller Gewalt hat, muss sich seiner Vergangenheit stellen, seinen verletzten Vater unterstützten, seine Jugendliebe retten und wird dabei von Ajax, seinem ebenso frauenfeindlichen Pseudo-Hobby-Psychologen aus der Grossstadt, begleitet, der sich in Deans 60 Jahre alte (!!!) Haushälterin verguckt. Und dann gibt es noch einen amüsanten Nebenplot mit einem schweinischen und korrupten Cop. Und Edward Lee scheint kein Hip-Hop und Rap-Fan zu sein. Das macht er im Roman auf amüsante Art und Weise mehrfach deutlich.

Fazit: Solide, aber kein Meisterwerk. Dafür hatte The Minotauress zu viele Schwachstellen. Pluspunkte gibt es, da die «Fortsetzung» The Horn-Cranker auch im Roman verewigt wurde. Ich empfehle, beide Geschichten nacheinander zu lesen. Edward Lee hat schon zuvor mehrere seiner Geschichten in einem Roman veröffentlicht (The House/The Pig).

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 286

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 01.01.2007

Dienstag, 9. Juli 2024

The Bighead

The Bighead

Inhalt:

"Rape. Murder. Brain-Eating.

THE BIGHEAD - Who is he? What is he? An inbred homicidal pervert? A supernatural psychopath? Who or whatever he is, he’s on a roll now, raging out of the Virgina backwoods, and leaving in his wake a trail of blood, guts, and disgust far beyond the limits of your reckoning.

 

JERRICA - Sex-addict, drug-addict - a woman so far out of control she would make Linda Lovelace look like a schoolmarm. And little does she know, The Bighead is coming…for her.

 

THE ABBEY - Closed for years, Wroxeter Abbey is back in business, haunted by two nuns…from hell. Erotopathic, clinically demented, gross beyond belief. Tot he faithful priest, Father Alexander, they will do things that absolutely beggar description…"

Meine Meinung:

Als ich The Bighead vor ca. über zehn Jahren das erste Mal gelesen habe, war ich, glaube ich, etwas enttäuscht. Ich kann mich jedoch nicht mehr wirklich erinnern. Nun, nachdem ich den Roman in den letzten Monaten erneut gelesen habe, ich nahm mir Zeit (aufgrund Norovirus auf der Arbeit, aufgrund BIFFF, aufgrund Brugggore Filmfestival, aufgrund NIFFF, aufgrund Die Macht der Kränkung = viel los und das Leben am Geniessen), fand ich Edward Lees Roman super. The Bighead, welchen es inzwischen auch in Deutsch zu lesen gibt (ich frage mich, wie sie den Redneck Slang übersetzen?!), hat mit seinen über 300 Seiten richtig viel Spass gemacht.

The Bighead ist mehr als nur einer 08/15 Monster- oder Backwood-Story. Und genau deshalb war ich eventuell früher auch enttäuscht und nun dafür umso positiv gestellter. Ich würde gar sagen, dass die Kreatur Bighead sogar nur eine Randerscheinung ist. Es ist so viel los in dem Plot und es kommen so viele Figuren vor, dass für genug Makabre, perverse und gewalttätige, aber immer auch bitterböse und schwarzhumorige, Elemente gesorgt ist. Langweilig wird es daher nicht und wer die Fantasie von Edward Lee aus anderem Romanen kennt, weiss, dass praktisch alles möglich ist.

Die zwei Rednecks waren besonders fies, dann gibt es zwei unterschiedliche Frauen. Eine mit einem mysteriösen Geheimnis, die andere bietet genug Stoff für ein eigenes Buch, da drogen- und sexabhängig. Dazu ermordete Nonnen, perverse Sex-Träume und ein fluchender Pfarrer, dessen Arsch regelmässig durch Traumvisionen und amüsanten Konversationen mit (einem rauchenden und coolen) Jesus gerettet wird. Abgerundet wird der Roman durch viel schmerzhafte Grausamkeiten, die der Leser nicht Mal seinem Feind wünscht (oder gerade deshalb doch) und, wie für Edward Lee typisch, nicht vorhersehbaren Twists im Finale. Cool!

Absolut empfehlenswert für Fans von Edward Lee!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Englisch

Verlag: Overlook Connection Press

Anzahl Seiten: 354

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 1999

Samstag, 3. Februar 2024

Stark - The Dark Half

Stark - The Dark Half

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

"Seit Jahren hat Thad Beaumont unter dem Pseudonym George Stark erfolgreich blutrünstige Thriller veröffentlicht. Als das Pseudonym aufgedeckt wird, beschließt er, sein Alter Ego »umzubringen«. Kurz darauf kommt es zu einer Mordserie in der Kleinstadt, unter den Opfern sind jene, die sich an dem symbolischen Begräbnis beteiligt haben. Ist George Stark wieder zum Leben erwacht?"

Meine Meinung:

Stark - The Dark Half bekam ich zusammen mit Regulator geschenkt. Von den zwei Stephen King (The Stand - Das letzte Gefecht) Romanen hatte ich weniger Vorfreude, Lust und Erwartungen auf Stark - The Dark Half. Daher las ich zuerst Regulator. In den ersten zwei Monaten auf meiner neuen Stelle als Nachtwache ist Stark - The Dark Half nach Regulator und Goon das dritte Buch, welches ich auf Arbeit gelesen habe. Warum ich nicht viel vom Roman erwartet habe? Ich kannte den Film und meinte, noch viel vom Film zu wissen = wenig Überraschungen.

Zudem ist der Plot, eine Art Dr. Jekyll und Mr. Hyde Variante, eigentlich auch nicht mehr sonderlich originell, wobei Stephen King sicherlich auch Privates hat in den Roman einfliessen lassen. Wie seine Figur Thad hatte auch King ein Pseudonym - Richard Bachman (Menschenjagd), die er auch im echten Leben «sterben liess». Zu meiner Überraschung gefiel mir Stark - The Dark Half im Vergleich zu Regulator deutlich besser. Nicht nur das: ich finde den Roman einen der bisher besten Stephen King Romanen, den ich gelesen habe. Ich habe es zuletzt regelrecht verschlungen, wenn es auf der Arbeit ruhig war.

Ich wusste, um ehrlich zu sein, nicht mehr allzu viel vom Film. Daher empfand ich den Plot des Romans als sehr spannend und extrem fesselnd. Ich mochte die Kleinstadt-Stimmung, ich mochte die Figuren (z.B. Sheriff Alan Pangborn), ich mochte den brutalen Terror, der durch Stark durchgeführt wird und ich mochte vor allem den mysteriösen und phantastischen Einschub mit dem Zwilling, der Thad als Jugendlicher entfernt wurde und die Sache mit den Vögeln (Sperlinge). Mir gefiel auch die Tatsache, dass Sheriff Alan an Stark so lange nicht glaubt, bis sein Weltbild, vor allem kurz vor dem Finale durch Tatsachen, mehr und mehr zu bröckeln beginnt. Diese Szenerie liess mir mehr als nur einmal ein Schauer über den Rücken jagen. Intensiv und stimmungsvoll geschrieben. Das Finale war zudem sehr spannend.

Etwas schade ist, dass die Zuschauer nicht erfahren, welche Auswirkungen das Ganze auf einzelne Figuren, nachdem der Roman endet, hat. Es gäbe ja noch Links zu Nebenfiguren wie Dr. Pritchard oder Rawlie DeLesseps die im Roman klar Stellung beziehen und hoffen, «nach der ganzen Sache» mehr Infos über den Fall zu erhalten. Darauf wird leider nicht eingegangen. Ein kleines, aber verschmerzbares, Manko.

Fazit: Pflichtlektüre für Stephen King Fans! 

PS: Und habe nun grosse Lust, bald den Film neu zu schauen, um vergleichen zu können! 

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 522

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King

Erschienen: 3. Auflage

Freitag, 19. Januar 2024

Regulator

Regulator

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

«DER KAMPF GEGEN DAS BÖSE BEGINNT

Ohne Vorwarnung tauchen in der Kleinstadt Wentworth die mörderischen «Regulatoren» auf und erschiessen alles und jeden, der sich ihnen nähert. Aber mit dem Massaker beginnt das Grauen erst. Ausgerechnet ein kleiner Junge könnte die Stadt vielleicht retten.

Ein Parallelroman zu Stephen Kings «Desperation».»

Meine Meinung:

Von meinem Bruder bekam ich zwei Stephen King Romane geschenkt. Von Regulator hörte ich zuvor noch nie. Dies sprach mich mehr an (dass andere wäre Stark gewesen, wo ich den Film dazu schon kenne) und habe es, vor allem auf der Arbeit als Nachtwache (auf meiner neuen Stelle), rasch gelesen. Auf der einen Seite ist es packend, spannend und fesselt. Auf der anderen Seite gehört es definitiv nicht zu seinen besten Werken.

Stephen King (Dead Zone - Das Attentat, The Stand - Das letzte Gefecht, Schwarz - Der Dunkle Turm Band 1) schrieb hier erneut als Richard Bachmann, wie es dies bereits zuvortat (Menschenjagd). Was mir in Regulator gefiel war die Kleinstadtstimmung, der phantastische Inhalt, die blutige Gewalt und die Kinderfantasie, welche durch das Monster Tak in die Realität projiziert werden. Ich denke, aus dem Stoff hätte man einen tollen Film machen können.

Der Film nimmt Bezug zu Stephen Kings Roman Desperation. Verwirrend ist, dass in Desperation auch Personen dieselben Namen tragen wie in Regulator aber andere Personen verkörpern. Die Art und Weise, wie der Plot erzählt wird, macht Regulator nicht einfach zu lesen. Der Plot ist nicht gradlinig und diverse Zeit Verschiebungen und Einfälle (seitenlange Tagebucheinträge) machen es nicht besser. Zudem gibt es zu viele Personen, die Mal mit Vor- und dann wieder mit Nachnamen (oder Kosenamen) benannt werden.

Oft verlor ich wirklich den Überblick oder habe Person A mit Person B verwechselt. Die Hauptfiguren sind Audrey, Tak und Seth. Diese konnte ich jedoch auch immer auseinanderhalten. Der Rest ist, praktisch gesehen, mehr oder weniger nur Kanonenfutter. Ich fühlte mich beim Lesen auch an andere Romane/Filme von Stephen King erinnert: Shining oder Es. Es gibt auch weitere Links z.B. zu Kings Der Dunkle Turm Saga.

Fazit: Kein Kracher, aber durch und durch solide. Schade, dass es dazu keinen Film gab. Desperation, von dem es einen billigen Film gibt, werde ich mir als Roman sicherlich auf die Wunschliste setzen.

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Heyne

Anzahl Seiten: 544

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Erschienen: 03/2011 (3. Auflage)

Donnerstag, 16. November 2023

Bullet Through Your Face

Bullet Through Your Face

Inhalt:

«No writer is more extreme, perverted, or gross than Edward Lee. His world in one of psychopathic redneck rapists, sex-addicted demons, and semen-stealing aliens. Brace yourself, the king of splatterspunk is guaranteed to shock, offend, and make you laugh until you vomit. Bullet Through Your Face collects three novellas demonstrating Lee’s mind-blasting talent.


Ever Nat

One man is forced to endure an unimaginable torment just to stay alive, one night at a time.


The Salt-Diviner

A touching story of one couple and the quadriplegic, homeless fortune teller locked in their basement.


The Refrigerator Full of Sperm

Why are all the men of Luntville falling into comas with their pants down and dicks up?


Meine Meinung:

Bullet Through Your Face war damals vor ca. zehn Jahren nach Brain Cheese Buffet mein 2. Buch von Edward Lee (Header 2), welches ich gelesen habe. Der Roman umfasst die drei Kurzgeschichten Ever Nat, The Salt-Diviner sowie The Refrigerator Full of Sperm. Ich wusste nicht mehr allzu viel vom Inhalt, so dass ich beim erneuten Lesen gut unterhalten wurde. Ich würde den Roman zusammenfassend zwar nicht zu seinen besten Werken zählen, aber unterhaltsam waren die abwechslungsreichen Geschichten allemal.

Die ersten zwei Geschichten sind dabei solide, die 3. gefiel mir hingegen klar besser und nur schon wegen dieser lohnt der Roman. Die Themen sind dabei jene, welche Edward Lee mag: Extreme Gewalt, viel Ekel, Sex und Perversionen aber auch immer viel bitterböser schwarzer Humor inklusive Redneck-Inhalten. Was die drei Kurzgeschichten allesamt innehaben, sind Slangs. Ever Nat und The Refrigerator Full of Sperm haben viel Redneck-Slang, was auf den ersten Blick nicht immer einfach zu lesen ist. Aber nach Mr. Torso (in Brain Cheese Buffet) war ich es gewohnt.

Die 1. Story ist wohl die typische Backwood-Story mit gewissen 08/15 Elementen wie ein abgelegenes Farmhaus, Rednecks und dem Klischee, das es nie gut ist, eine Anhalterin mitzunehmen. Es gibt viel Ekel in dem Buch mit diversen Ausscheidungen (Durchfälle z.B.) und viel Sex und Male to Male Rape-Kram. Die Hauptfigur hätte sich anders und besser verhalten können. Das Schicksal hätte ich z.B. nicht akzeptiert und aufgegeben, aber es passt zum Titel Ever Nat – die Pointe wird dem Zuschauer erst in den letzten Zeilen ersichtlich.

Die 2. Story bringt einen interessanten Inhalt um einen «Salt-Diviner». Es geht um Salz und einen Wahrsager. Auch hier: viel Sex, herrlich verschrobene Figuren aber die Auflösung war vorhersehbar. Die 3. Story war das amüsante, fantasievolle, auch hier und da super eklige Highlight der drei Geschichten mit dem wohl frauenfeindlichsten Cop der Welt. Füllszenen, die nichts zum Plot beitragen, bestehen aus sonderbaren Frauengeschichten, die PFC Hays zum Besten gibt. Herrlich eklig. Die Gegensätze des alten Chief Kinion, der seiner Traumfrau nachjagt, und PFC Hays, der sie alle erobert, sind einfach herrlich amüsant zum Lesen. Dazu mochte ich die Kleinstadt-Stimmung und auch den aberwitzigen, fantasievollen Plot um Sperma, Verschwörungen und Aliens. Interessanterweise sehe ich, dass Edward Lee seiner Figur PFC Hays sogar einen eigenen Roman spendiert hat. 2016 erschien Splatterspunk: The Micah Hays' Stories, wobei ich annehme, dass einige seiner Frauen-Geschichten aus Bullet Through Your Face auch dort erneut integriert wurden. Der Roman wird auf die Wunschliste gesetzt.

Fazit: Wer Edward Lees Romane mag, kommt um Bullet Through Your Face nicht herum!

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: Deadite Press

Anzahl Seiten: 203

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2010

Freitag, 10. November 2023

Giger

Giger

Inhalt:

«Der Schweizer Künstler HR Giger (1940–2014) wurde vor allem durch die Gestaltung des Weltraummonsters für Ridley Scotts Scifi-Horrorfilm Alien (1979) berühmt, für das er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Das Alien ist zweifellos der Star aus Gigers umfangreichem Arsenal biomechanischer Geschöpfe, doch nur eines von vielen Zwitterwesen aus Mensch und Maschine, mit denen Giger unsere Albträume bevölkerte, Kreaturen von eindringlicher Kraft, schrecklicher Schönheit, morbid-erotischer Drastik und surrealer Fantastik. Giger schuf eine völlig eigenständige Bildwelt und verlieh den kollektiven Ängsten seiner Epoche Ausdruck: Angst vor dem Atomkrieg, vor Überbevölkerung und knappen Rohstoffen und einer Zukunft, in der das Überleben unserer Körper von Maschinen abhängen wird.

Dieser Band erzählt anhand autobiografischer Texte und einer Fülle exzellent-schauriger Abbildungen Gigers Lebensgeschichte und gibt Einblick in ein überaus facettenreiches Werk. Er zeigt Gigers Skulpturen, Interieurs, Zeichnungen, Gemälde und Plattencover, seine ausgefeilten Setdesigns für Filme wie Species, Alien oder Dune, das einzigartige Giger-Museum und die fantastische, ganz von Giger designte Bar in der Kleinstadt Gruyères in der französischen Schweiz. Das Vorwort schrieb Gigers Freund Timothy Leary.»

Quelle: 

https://www.amazon.de/Giger-HR/dp/3836533170/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=giger&s=books&sr=1-2

Meine Meinung:

Ich besuchte Mitte Oktober dieses Jahres in Gruyères, einer Ortschaft im französischen Teil der Schweiz, das H.R. Giger Museum. Auf den Schweizer Künstler H.R. Giger wurde ich früher durch Alien aufmerksam – für die tollen Effekte gewannen er und sein Team (u.a. Carlo Rambaldi) den Oscar. Dazu noch Species und Alien 3. Dass er noch in weiteren Filmprojekten involviert war, wusste ich nicht (u.a. Poltergeist II: The Other Side, den japanischen Film Tokyo: The Last War und in weiteren Teilen der Alien Fortsetzungen).

Es war mein 2. Besuch in Gruyères. Ich habe meinen Vater und meine Stiefmutter ins Museum eingeladen. Zuvor gingen wir in Gruyères Mittagessen – auch dies war Teil des (Geburi)Geschenk an meinen Vater und meine Stiefmutter. Das Essen war gut und es gab auch Wild – eines von vielen Wild-Restaurant-Besuchen (16 Besuche sind bisher geplant). Nach dem Museum besuchten wir noch die Bar HR Giger, welche im Alien-Look eingerichtet ist. Auch dazu wurden beide eingeladen. Danach gab es, zumindest für mich, noch Meringue zu essen, erneut in einem der Restaurants. Es war ein schöner Tag: super Wetter, wenig Leute (halt durch die Woche), von mir aus mit dem ÖV schnell zu erreichen und nicht wahnsinnig teuer.

Obwohl ich das Museum vor vielen Jahren schon Mal besuchte, war ich erstaunt, wie gross das Museum war und wie viel es bot. Ich hatte das Museum gar nicht als so gross in Erinnerung. Auffallend bei seiner Kunst waren u.a. der Einbezug von Waffen, Baby-Köpfe und Verschmelzungen von Körper und futuristischen Einheiten. Wir trafen im Museum zufällig H.R. Gigers Frau: Carmen Maria Scheifele Giger. Sie suchte, und das ist kein Witz, eine verirrte Fledermaus, welche im Museum gesehen worden ist.

Sie hat uns viel über Giger erzählt. Unter anderem, dass das Museum nicht subventioniert wird und Geld immer ein Problem ist, dass versucht wurde, das Grab von Giger zu öffnen (kamen fast Charlie Chaplin Vibes auf, dessen Leichnam ausgegraben und gestohlen wurde, als Erpressungsmittel), dass der blasphemische Christ Table von Giger von einem Priester kritisiert wurde, der inzwischen als pädophil gilt und Giger diesen sogar in ein Kunstwerke hat einfliessen lassen, dass Giger schüchtern und ein Waffenliebhaber war und dass Giger sie im Bett als «Beretta» bezeichnet hat.

Ich wollte mehr über Giger, über den ich eigentlich kaum etwas wusste, wissen und kaufte mir im Museum das Buch Giger von HR Giger. Mit anderen Worten: das Buch, eine Art Biographie, hat Giger selbst geschrieben und an einer Biographie war ich interessiert. Das Buch bietet viele tolle Bilder und Illustrationen zu seiner Kunst. Es gibt ein Vorwort von Timothy Leary. Danach folgen chronologisch Erzählungen zu seinem Leben. «Churer Jugenderinnerungen», «Mein Vater», «Geisterbahn II», «Meine ersten Publikationen» oder «Die chinesische Folter».

Die Infos sind interessant und vermitteln, durch welchen Menschen oder Situationen, sich Giger beeinflussen und inspirieren liess. Teilweise sind die Texte schwarzhumorig, makaber, kontrovers geschrieben («Leider galt es als unfein, Mädchen zu hauen»). Sicherlich bewusst. Und auf einiges wird nicht weiter eingegangen (z.B., wer war die «Fremdperson», die ihn «beinahe in seinem Schlafzimmer erschossen» hat?). Besonders cool, informativ und zusammenfassend war am Ende der Teil «HR Giger 1940-2014 Leben und Werk". Da ist zeitlich und chronologisch alles aufgegliedert und es werden noch mehr Infos und Details zu Giger präsentiert. Spannend!

Fazit: Wer mehr über Giger erfahren möchte, kann sich bedenkenlos an das Buch wagen! Informativ, schnell gelesen und auch für das Auge bietet es viel!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Taschen

Anzahl Seiten: 95

Roman/Sachbuch: Biographie, Sachbuch

Art: Gebunden

Autor: H.R. Giger

Erschienen: 2021

Freitag, 15. September 2023

Brain Cheese Buffet

 

Brain Cheese Buffet

Inhalt:

"You've seen Cannibal Holocaust.

You've seen Salo.

You've seen Nekromantik.

You ain't seen shit!

Zombie prostitutes, religious rapists, horny werewolves, death by vomit, and sexual fetishes scraped off the sidewalk. From sex prisons to mafia torture chambers, hold on tight because you're about to enter the perverted and twisted mind of Edward Lee. Once you've seen what he hast o show you - there's no coming back.

Brain Cheese Buffet collects nine of Lee's most sought after tales of violence and body fluids. Featuring the Stoker-nominated «Mr. Torso, »the legendary gross-out piece «The Dritiphilist, »the notorious» The McCrath Model SS40-C, Series S» and six more stories to test your gag reflex."

Meine Meinung:

Brain Cheese Buffet war zwischen 2010-2011 das erste Buch von Edward Lee (The Stickmen, The Dunwich Romance, Sacrifice, Header 3, Portrait of the Psychopath as a Young Woman), welches ich gelesen habe. Es ist eine Ansammlung von mehreren, älteren Kurzgeschichten. Dazumal fand ich es extrem gut, heute noch immer, auch wenn ich bei einigen Geschichten paar Abstriche machen muss. Die Wirkung war nicht mehrt 100% die gleiche, da ich paar Sachen noch wusste.

Es handelt sich um neun Kurzgeschichten. Starten tut das Buch mit Mr. Torso. Diese Story fand ich nach wie vor sehr gut bis auf die philosophischen Ansätze. In anderen Romanen von Edward Lee dient das Thema Philosophie hier und da als Hauptthema – und das Gebiet finde ich halt eher zäh und lahm. Deswegen gab es bei der Story Abstriche. Rein von der perversen Fantasie und dem Backwood- und Redneck-Thema, immer gern gesehen bei Edward Lee, war die Kurzgeschichte aber hübsch innovativ und pervers.

Miss Torso, die 2. Geschichte, nimmt am Ende in einer amüsanten Pointe, Bezug zu Mr. Torso. Diese Story war überzeugt durch das Gangster-Setting und die vulgären Kraftausdrücke. Und viel perversen Sex. Apropos Bezüge: die Story handelt auch von Gangster-Boss Vinchetti bzw. dieser findet an mehreren Stellen eine Erwähnung. Und der kommt auch in anderen Kurz- und Lang-Romanen von Edward Lee immer wieder vor = The McCrath Model SS40-C, Series S, The Pig oder Header 2. Das finde ich cool.

Grub Girl in the Prison of Dead Women ist einer der schwächeren Kurzgeschichten in diesem Buch. Noch immer kurzweilig, amüsant und unterhaltsam, aber inhaltlich nichts Besonderes und nichts Spezielles: Zombies, Endzeit-Setting, WIP-Feeling und viel Splatter- und Gewalt! Gefolgt von The Dritiphilist, der wohl perversesten Geschichte des Buches mit viel Ekelfaktor und daher genau nach meinem Geschmack! Ob es dieses Krankheitsbild/Fetisch wirklich gibt? Wohlmöglich! Wer es gerne eklig, sonderbar und krank mag, wird die Story lieben! Makak war cool: Dschungel-Setting mit US-Kriminellen im südamerikanischen Busch, Drogen- und Gangstergeschäfte mit bizarrem, wenn auch vorhersehbarem Ende.

The Mother war guter Durchschnitt, kommt aber nicht an den Grossteil der anderen Geschichten heran. Vielleicht die 3. schlechteste Story in dem Buch. Paar amüsante Details (Ehemann als Voyeur), aber ansonsten auch relativ zahm. Danach folgt mit The Wrong Guy die für mich persönlich schwächste Geschichte: zwei Frauen bringen Männer um. Gegen die Patriarchen. Würde gut zur heutigen Woke-Zeit passen. Lee hat das aber sicher nicht deswegen geschrieben, sondern mehr à la Psycho Sisters (USA, 1988, Film) plus Werwolf-Inhalt. Schmerzhafte Folter- und Sex-Beschreibungen, aber sonst nichts Spezielles.

The Baby war sehr eklig. Und beinhaltet, fast schon grenzüberschreitend, auch ein Baby. Kranke Fantasie mit fiesem Ende. Wieder Redneck- und Backwood-Setting. An die letzte Geschichte mit dem langen und sonderbaren Namen The McCrath Model SS40-C, Series S konnte ich mich beim 2. Durchgang nicht mehr erinnern. Ich dachte zuerst, es handelt sich um eine Story, in der es um ein Auto geht = langweilig. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: Mafia-Folter-Porno-Gangster Boss Vinchetti, Folterinhalte, Mad-Scientist (auch wenn ungewollt, da der Arzt dazu gezwungen wird) und viel Ekel-Fantasien bestimmen den Inhalt = sehr lesenswert, fies und amüsant!

Fazit: Wer sich einen Einblick in die perverse und innovative Fantasie von Edward Lee machen möchte, sollte sich dieses Werk auslesen, um ins Universum Edward Lee reinschnuppern zu können.

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: deadite Press

Anzahl Seiten: 179

Roman/Sachbuch: Kurzgeschichten

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2010

Montag, 10. Juli 2023

The Stand – Das letzte Gefecht

The Stand – Das letzte Gefecht 

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

«Ein tödliches Virus entvölkert Amerika. Eine Handvoll Überlebende versucht die Zivilisation zu retten. Ihr Gegenspieler ist eine mythische Gestalt, die man den dunklen Mann nennt, eine Verkörperung des absolut Bösen.

 

Stephen Kings postapokalyptischer Klassiker in der ungekürzten, vom Autor restaurierten Monumentalfassung. »

 

Meine Meinung:

 

The Stand – Das letzte Gefecht lag als Roman länger rum. Der Roman konnte mich zuerst nicht fesseln bzw. ich konnte mich lange nicht motivieren, es überhaupt zu lesen zu versuchen, da so viele Seiten (1711). Zudem sah ich erst vor kürzerem die neue TV-Serie dazu und das hat mich wenig angesprochen (und Whoopi Goldberg mag ich einfach nicht). Die Mini-Serie (glaub von 1994), sah ich Mal als Kind/Jugendlicher und weiss nichts mehr. Die sieht aber, vom Trailer zu urteilen aus, sehr Low-Budget aus = auch nicht interessant.

 

Nun habe ich zuletzt aber Gas gegeben und den Roman zu Ende gelesen. Vor allem auf der Arbeit und am NIFFF/im Zug. Stephen King wird oft mit Es in Verbindung gebracht. Ich muss sagen, dass ich The Stand – Das letzte Gefecht epischer und spannender fand. Spannend deshalb, weil ich eben von den TV-Fassungen nicht mehr viel wusste und/oder natürlich auch nicht alles filmisch umgesetzt werden konnte. Es hingegen kenne ich als Film (den TV-Film) praktisch in- und auswendig. Der heilige Gral ist aber noch immer Der Dunkle Turm plus Fortsetzungen.

 

The Stand – Das letzte Gefecht ist äusserst vielseitig und tiefgründig. Es gibt mehrere Genres in dem Roman: Horror, Fantasy, Endzeit, Road-Movie, Drama. Das Buch beschreibt gut, und ich nehme an, auch realistisch, wie es wäre, wenn ein solches Szenario eintreffen würde. Der Roman hätte sogar ohne die mystischen (Sinn)Fragen und/oder den Kampf Gut gegen Böse funktioniert. Zudem wirkte der Roman, auch durch Covid, aktueller denn je. Ich mochte die langsame Bedrohung im Roman, als die Menschen mehr und mehr krank werden und meinen, "nur" eine Erkältung oder Grippe zu haben, bis das Unausgesprochene passiert.

 

Nicht alles im Roman hat mir gefallen. Aber bei der Hülle und Fülle ist das auch verständlich. Einzelne Momente finde ich hingegen sehr amüsant, dramatisch oder spannend. Einige Beschreibungen waren zu lang, zu lahm oder zu repetitiv. Aber auch das gehört in einen Roman, der so viele Seiten beinhaltet. Stephen Kings Art und Weise, wie es schreibt, beschreibt und einen Roman angeht, packt und fesselt einfach. Es dauerte nicht lange und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Wer die Romane von Stephen King mag, sollte sich dieses Epos nicht entgehen lassen. Von der Anzahl Seiten sollte man sich dabei nicht abschrecken lassen.

 

Fazit: Für Stephen King Fans lesenswert!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Heyne

 

Anzahl Seiten: 1711

 

Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Taschenbuch

 

Autor: Stephen King

 

Erschienen: 4. Auflage 2015

Donnerstag, 20. April 2023

Der Ausgestoßene

Der Ausgestoßene 

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

«Jane? Bist du das?»

Sie begann sich langsam am Fuß des Bettes abzuzeichnen. Das Haar wehte um ihr ausgezehrtes Gesicht in einem nicht spürbaren Wind. Was mich am meisten erschreckte, was ihre Größe. In diesen sich nur schwach abzeichnenden, weißen Gewändern war sie mehr als zwei Meter groß. Ihr Haar berührte fast die Decke und sie blickte aus einem reglosen Gesicht auf mich herunter.

Kalt wie ein Schauer des nordatlantischen Regens durchdrang mich die Angst. «Du bist nicht wirklich. Jane, du bist tot! Du kannst nicht hier sein, du bist tot!»

«John…» Sie seufzte und ihre Stimme klang, als würden die Worte von vier oder fünf Stimmen gleichzeitig gebildet. «John …. schlaf mit mir.»

 

Meine Meinung:

 

Graham Masterton, ein englischer Horrorroman-Autor, war mir lange unbekannt. Durch einen anderen, inzwischen leider deaktivierten Film-Blog, wurde ich auf Der Ausgestoßene aufmerksam. Das Artwork, die Beschreibung und die Infos auf dem Blog haben mich neugierig gemacht. Durch Schicksal kam ich nun in diese seltene deutschsprachige Ausgabe ("Einmalige Sonderausgabe August 2022"), die auf 1111 Stück limitiert ist (vielen lieben Dank nochmal!).

 

Der Roman hat mich schnell gefesselt und bestens unterhalten. Im Vergleich zu anderen Büchern, welche ich zuletzt las (Später, Die 120 Tage von Sodom), war Der Ausgestoßene klar unterhaltsamer. Vor allem jene, die es gerne klassisch gruselig mögen, werden den Roman mögen. Es kommen Geister, Zombies, ein Skelett-Monster, rätselhafte Morde, Hexen, ein Verlust/ein Traumata und eine Kleinstadt, die ein dunkles Geheimnis hütet, vor.

 

Der Plot spielt an einer Küstenstadt, wo jeder jeden kennt. In Massachusetts, Neuengland, Salem. Teilweise fühlte ich mich von den Beschreibungen und Freizeitaktivitäten (im Pub Bier trinken gehen) an eine englische Kleinstadt erinnert. Das hatte Charme. Zudem mochte ich die Figuren. Sie sind sympathisch, man fiebert mit ihnen mit, sie sind mysteriös oder regen zum Schmunzeln an. Die Charaktere sind, bis auf alle Nebenfiguren, einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben.

 

Der Plot hält einige kleinere Überraschungen parat. In meinen Augen ist der Plot doch mehr, als "nur" ein 08/15 Geister-Plot. Die Geschichte und das Grauen werden meist langsam, quälerisch und sehr stimmungsvoll beschrieben. Der Horror und vereinzelte Gewalt-Momente sind schön fantasievoll und schmerzhaft beschrieben. Mein persönliches Graham Masterton Debüt hat sich gelohnt, so dass ich bereits einen weiteren Titel von ihm auf meine Wunschliste gesetzt habe (Titel: Das Insekt).

 

Fazit: Wer sich gerne klassisch gruseln lässt, macht mit Der Ausgestoßene alles richtig!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Festa

 

Anzahl Seiten: 508

 

Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Gebunden

 

Autor: Graham Masterton

 

Erschienen: Einmalige Sonderausgabe August 2022

Donnerstag, 23. März 2023

Später Buch Empfehlung

Später

 

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

"Ich fange nicht gern mit einer Rechtfertigung an, aber ich glaube, das tun zu müssen. Es geht um ein bestimmtes Wort, das ich ständig verwende. Es lautet später. Ich weiß, das dass monoton klingt, aber ich habe keine andere Wahl. Es gibt immer ein Später.

 

Ja, ich kann tote Leute sehen, und das Ganze hier ist wohl eine Horrorstory.

 

ALSO DANN MAL LOS." 

 

Meine Meinung:

 

Von all den Stephen King Romanen, welche ich in den letzten Jahren gelesen habe (Stephen King Es, Im Kabinett des Todes, Friedhof der Kuscheltiere, Doctor Sleep, Schwarz - Der Dunkle Turm Band 1, Drei - Der Dunkle Turm Band 2, tot. - Der Dunkle Turm Band 3, Glas - Der Dunkle Turm Band 4, Wolfsmond- Der Dunkle Turm Band 5, Susannah - Der Dunkle Turm Band 6, Der Turm - Der Dunkle Turm Band 7, Wind - Der Dunkle Turm Band 8) war Später das 2. schlechteste Buch welches ich von ihm gelesen habe. Nur Friedhof der Kuscheltiere war noch schwächer.

 

Für sich gesehen und ohne Vergleich ist Später per se nicht schlecht. Es ist absolut ok, lesbar und kurzweilig. Fesselt auch teilweise und regt zum Schmunzeln an. Aber qualitativ erreicht es nie andere Werke von Stephen King. Die Spannung ist deutlich geringer, trotz Horror-Inhalten würde ich es nicht Mal als reine Horror-Story abtun und die Sache mit dem Jungen, der Tote sehen kann, halte ich für wenig originell (kamen sofort The Sixth Sense Vibes auf). Trotz Verweisen auf andere Romane (Ritual von Chüd, Todeslicht = Stephen Kings Es).

 

Für ruhige Nächte (ich arbeite als Nachtwache) oder längere Fahrten im Zug/Bus war der Roman, den ich geschenkt bekam, aber genau das Richtige: kurzweilig, unterhaltsam, schnell verschlungen. Die Schriftsteller, Lesben, Drogen und Krimi/Cop-Settings mochte ich fast mehr, als die eigentliche Horror-Inhalte um Tote. Phasenweise ist das Horror-Thema auch lange nicht präsent und als Leser hat man eigentlich nie das Gefühl, dass dem Jungen deswegen etwas Schlimmes passieren würde. Das Finale war in der Hinsicht sogar enttäuschend und schwach.

 

Dennoch für Stephen King Fans absolut ok, aber kein Must Have Titel! Aber bei der Fülle an Romanen ist es selbstverständlich, dass nicht jeder Roman auf Top-Niveau angesiedelt werden kann…

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Heyne

 

Anzahl Seiten: 303

 

Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Taschenbuch

 

Autor: Stephen King

 

Erschienen: 04/2022

Sonntag, 26. Februar 2023

Apeshit Buch Empfehlung

Apeshit

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

 

"Sechs College-Teens auf dem Weg zu einem Wochenende voller Sex und Alkohol. Die einsame Hütte verspricht jede Menge Spaß. Doch im Wald lauert bereits ein sadistischer Psycho-Killer. Als es ihnen gelingt, den Irren zu töten, steht er wieder auf…wieder auf…wieder auf…

 

Bizarro-König Carlton Mellick III wilder für diese abgedrehte Story in beinahe jedem Horrorfilm-Klischee: unsterbliche Serienmörder, freizügige Teenager, das Knacken von Ästen im Dunkel, das Brechen von menschlichen Knochen. Zusammen mit einer großen Portion Blut und Gedärm dreht er alles durch den Fleischwolf: Fertig ist der feuchte Traum eines jeden Splatter-Geeks.

 

Grindhouse und moderne Groteske – für Fans von Evil Dead bei Eurotrash und solche, die es noch werden möchten!"

 

Meine Meinung:

 

Apeshit bekam ich geschenkt. Nach dem doch relativ anstrengenden Die 120 Tage von Sodom war ich froh, etwas Leichteres und weniger Komplexes lesen zu können. Gar etwas Oberflächiges. So schien mir zumindest der Backwood-Inhalt, der mir als Horrorfilmfan aus Filmen wie Blutgericht in Texas, Tanz der Teufel und Co. bekannt ist, nichts Neues zu sein. Ich hatte keine Erwartungen und dachte an einen soliden Backwood-Horror-Plot mit den üblichen Klischees. Zumal ich den Titel schräg fand, das Artwork nicht speziell mochte und von Autor Carlton Mellick III noch nie was gehört hatte.

 

Die Arbeiten von Carlton Mellick III werden im Roman gar mit Franz Kafka/John Waters ("Franz Kafka trifft John Waters"), Takashi Miike/William S. Burroughs ("Takashi Miike trifft William S. Burroughs") oder dem Japanischen Kino/David Lynch ("Japanisches Kino unter der Regie von David Lynch") vergleichen. Oder mit Märchen ("Alice in Wonderland für Erwachsene"). Carlton Mellick III Romane gelten als "Bizarro Fiction". Ein Sub-Genre, von welchem ich zuvor nie hörte. Diese Beschreibungen las ich erst, nachdem ich den Roman gelesen hatte.

 

Und was soll ich sagen? Die Vergleiche sind gar nicht Mal so verkehrt. Am ehesten würde ich Carlton Mellick III aber mit Edward Lee vergleichen, von dem ich schon unzählige Bücher gelesen habe (Header 2, Header 3, Sacrifice, The Dunwich Romance, The Stickmen). Und DAS hätte ich eben nicht erwartet. Was als 08/15 Backwood-Quatsch mit modernem Zeitgeist-Flair (Geschlechterwechsel…) startet ändert sich schnell zu einem nicht vorhersehbaren, perversen und fantasievollen Lesevergnügen, das einfach herrlich unterhält und zum Schmunzeln einlädt. Derber, schwarzer Humor gepaart mit brutalen aber auch total ekligen Momenten, wobei die Spannung in einzelnen Momenten durchaus gegeben ist.

 

Wer die kranke, abartige, übertriebene und amüsante Fantasie eines Edward Lee liebt, der wird auch an den Inhalten in Apeshit Freude haben. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass ist ja Mal krank und kann nicht getoppt werden, wurde ich kurze Zeit eines Besseren belehrt. Die Charakterisierungen der Figuren und all deren Fantasien, Probleme und Fetische hat einfach unglaublich viel Spass gemacht! Da waren perverse Ideen darunter, welche ich nicht Mal von Edward Lee kenne. Und das will was heissen! Nur im Finale flacht der Plot dann etwas ab und Erklärungen gibt es (natürlich) nicht. Dafür aber eine Hommage an Header (von Edward Lee)!

 

Fazit: Wer die kranke Fantasie der Romane von Edward Lee mag, kann hier bedenkenlos zuschlagen! Mir hats besser gefallen als erwartet, so dass ich mich mit Carlton Mellick III genauer beschäftigen werde…

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Festa

 

Anzahl Seiten: 204

 

 Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Gebunden

 

Autor: Carlton Mellick III

 

Erschienen: Einmalige Auflage September 2021 / limitiert auf 1111 Stück