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Freitag, 24. Juli 2026

Das Syndikat des Grauens




Das Syndikat des Grauens

Story:

Zigarettenschmuggler (u.a. Fabio Testi, Saverio Marconi) aus Neapel werden von einem Gangsterboss aus Marseille (Marcel Bozzuffi), der in Neapel mit Rauschgift dealen möchte, angegriffen…

Meine Meinung:

Das Syndikat des Grauens ist ein kleiner, legendärer Poliziotteschi, der von keinem geringeren als Lucio Fulci stammt. Der Godfather of Gore hat nicht nur seine Zombie- und Horrorfilme (Zombi 2, City of the Living Dead, House by the Cemetery, The Beyond) gedreht, sondern war auch in anderen Genres wie dem Giallo (Lizard in a Woman's Skin), dem Italo-Western (Verdammt zu leben – verdammt zu sterben) oder Endzeitfilmen (Conquest) beheimatet. Selbst Krimis (Der New York Ripper, Don't Torture a Duckling) waren dabei. Das Syndikat des Grauens hatte, auch aufgrund seines mehrjährigen Verbots in Deutschland, unter Splatter- und Horrorfans einen gewissen Ruf.

Mag Das Syndikat des Grauens inhaltlich keine grosse Originalität bieten, so gibt es immerhin einen soliden, einfach zu folgenden und unterhaltsamen Plot. Ein neuer Gangster will sich vor Ort etablieren und räumt die Konkurrenz aus dem Weg. Die Musik steuerte Fabio Frizzi (A Cat in the Brain, Der Gorilla) bei und die Hauptrollen spielen Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Cosa avete fatto a Solange?), Saverio Marconi sowie Marcel Bozzuffi. Porno-Darstellerin Ajita Wilson ist in einer Nebenrolle zu sehen. Sie war dazumal oft im europäischen Kino zu sehen (z.B. in Macumba Sexual, Sadomania oder Hotel Paradise). Lucio Fulci legt im Finale als einer der alten Bosse einen Gastauftritt hin.

Durch die Drehorte in Neapel und die Settings im Meer (z.B. die lange Verfolgungsjagd zu Beginn oder später die Beerdigungszeremonie) hebt sich der Film von anderen Italo-Filmen dieser Zeit ab. Neapel wirkt stimmungsvoll und authentisch. Die Darsteller machen ihre Sache alle ordentlich und die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen und wertet den Film mit einigen herrlichen Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, weiter auf (es handelt sich um eine Qualitäts-Synchro von Schier). Für die herausragenden Splatter-Effekte (sind wirklich paar ganz derbe Dinger dabei) waren Franco Di Girolamo, Germano Natali sowie Roberto Pace zuständig. Die haben viel Erfahrung in Sachen Effekten (u.a. für Produktionen wie Zombie Holocaust, Deep Red oder Zombie 3).

Fazit: Für Lucio Fulci, Splatter- sowie Fans des Poliziotteschi-Genres zu empfehlen!

Infos:

O: Luca il Contrabbandiere

Italien 1980

R: Lucio Fulci

D: Fabio Testi, Ajita Wilson, Saverio Marconi, Marcel Bozzuffi, Ivana Monti, Cintia Lodetti, Enrico Maisto, Tommaso Palladino

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Ich habe die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment in der Sammlung da schickes Artwork welches von Fabio Frizzi am BIFFF signiert wurde. Für diese Neusichtung lag mir hingegen die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Booklet, Deutsch/Englisch/Ital. mit Untertiteln (die deutsche Synchronisation ist hervorragend und einige der Dialoge regen zum Schmunzeln an), Uncut und nicht mehr beschlagnahmt (das Verbot wurde vor einigen Jahren aufgehoben) und in Sachen Bild- und Tonqualität weiss die Blu-Ray auch zu gefallen. Das ca. 10minütige Interview mit Uwe Schier ist sehenswert.

Montag, 9. März 2026

Lizard in a Woman's Skin

Lizard in a Woman's Skin

Story:

Carol Hammond (Florinda Bolkan) hat Alpträume von sexuellen Orgien. In den Träumen kommt auch Carols Nachbarin Julia Durer (Anita Strindberg) vor. Julia wird im Traum von Carol getötet. Carol begibt sich aufgrund der Träume in Therapie zu Dr. Kerr (Jorge Rigaud). Als Julia eines Tages ermordet vorgefunden wird, so wie es Carol im Traum sah, macht sie sich bei der Polizei (u.a. Stanley Baker) zur Tatverdächtigen…

Meine Meinung:

Lizard in a Woman's Skin ist ein nicht uninteressantes Frühwerk (1971) von Lucio Fulci (A Cat in the Brain, Der New York Ripper, The Devil's Honey) und eine Co-Produktion zwischen Frankreich, Italien und Spanien. Der Film ist ein Mix aus Mystery, Thriller, Krimi, Horror, Giallo und Erotik. Der Film hat sich vor allem aufgrund einiger surrealistischer Traum- und Horrorsequenzen einen Ruf gemacht, wobei der Film im Grossen und Ganzen ein ruhiger und harmloser Film darstellt.

Die erwähnten Traumszenen sind jedoch wirklich gelungen, stimmungsvoll und sehenswert geworden. Sehr surreal. Sehr sexy. Teilweise hübsch horrorhaft. Speziell erwähnen möchte ich in dieser Hinsicht die Sequenz mit den Hunden. Diese Make-Up-Effekte und Kreationen von Carlo Rambaldi (The Hand That Feeds the Dead, Mondo Cane 2, Rex: A Dinosaur's Story) waren exzellent und perfekt geeignet für jeden Horrorfilm. Dazu die Musik von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt) unter der Leitung von Bruno Nicolai (Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger). Perfekt.

Auch der Cast kann sich sehen lassen. Florinda Bolkan (Nonnen bis aufs Blut gequält, La settima donna, A Man to Respect), Star aus der sehenswerten Serie Allein gegen die Mafia, spielt die Hauptrolle. Sie macht das sehr gut und sollte nur ein Jahr später in einem weiteren sehenswerten Frühwerk von Lucio Fulci mitwirken: in Don’t Torture a Duckling. Anita Strindberg spielt mehr eine Nebenrolle und «Küken» Ely Galleani (Die Wiege des Teufels, High Crime), die später in vielen Erotikfilmen mitwirkte (an der Seite von Laura Gemser), ist hier in einer ihrer ersten Rollen zu sehen. Jean Sorel spielt die männliche Hauptrolle.

Jean Sorel (Murder in a Blue World, Malastrana) spielte in ähnlichen Filmen wie Lizard in a Woman's Skin mit. In den Gialli vom Umberto Lenzi (A Quiet Place to Kill). Im Vergleich zu diesen ist der Lucio Fulci Film jedoch erotischer, aufwändiger und blutiger, auch wenn es der Film im letzten Viertel, wenn Twist auf Twist folgt, etwas übertreibt. Ich kann auch verstehen, wenn Zuschauer mit der ruhigen Art und Weise des Filmes Mühe haben und sich gerne mehr Horror- oder Erotikparts gewünscht hätten. Auch der hier und da durchbrechende Humor und die Over-the-Top Figurenzeichnung (der eine Inspektor auf dem Revier, der irische Hippie, der Schwule auf dem Polizeirevier) sind zum Teil schlecht gealtert. Halt ein Zeitgeist-Ding.

Fazit: Wer von Lucio Fulci nicht nur Gore erwartet und seine Frühwerke mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!  

Infos:

O: Una Lucertola con la pelle di donna

Frankreich, Italien, Spanien 1971

R: Lucio Fulci

D: Florinda Bolkan, Anita Strindberg, Leo Genn, Jean Sorel, Mike Kennedy, Stanley Baker, Ely Galleani, Jorge Rigaud

Laufzeit der US-Blu-Ray: 104:11 Min.

Gesehen am: März 2005 / Neusichtung: 08.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film via US-DVD von Shriek Show. Die DVD wurde schon lange durch die US-Blu-Ray von Mondo Macabro ersetzt = Hervorragende Bild- und Tonqualität in Englisch oder Ital. mit englischen Subs, Uncut. Es gibt viele Extras. Am besten fand ich die Doku Fulci: Day for Night. Leider ist die Doku nicht komplett. Es sind davon nur 33 Minuten zu sehen, in denen Lucio Fulci über seine Karriere spricht. Spannend. Ich wusste z.B. nicht, dass seine Ehefrau Suizid beging oder er einen damals noch sehr jungen Adriano Celentano (Onkel Addi - Gib dem Führer Saures) ins Filmgeschäft geholt hat. Der Film soll Ende Mai 2026 von filmArt erstmal in Deutschland erscheinen. Titel: Eine Eidechse in der Haut einer Frau.

Donnerstag, 9. Oktober 2025

A Cat in the Brain Review


Horroktober 2025

A Cat in the Brain

Story:

Filmemacher Lucio Fulci (Lucio Fulci) hat albtraumhafte Visionen, in denen er Menschen tötet oder Szenen seiner Filme nicht mehr aus seinem Kopf bekommt. Er sucht einen Psychiater auf. Doch sein Gemütszustand bessert sich nicht…

Meine Meinung:

Aka Nightmare Concert. Lucio Fulci (Don’t Torture a Duckling, Four of the Apocalypse, Zombi 3) ist Fans vor allem für seine Klassiker Zombi 2, City of the Living Dead, The Beyond, The House by the Cemetery sowie Der New York Ripper bekannt. A Cat in the Brain entstand zu der Zeit, in der das Ital. Genre-Kino inklusive Lucio Fulci seine besten Zeiten bereits hinter sich hatten. A Cat in the Brain hatte sicherlich kein grosses Budget. Das dürfte auch der Grund sein, warum Lucio Fulci den Film mit Szenen aus sechs anderen Filmen aufpeppte und somit nur noch eine Rahmenhandlung als Gerüst um eine Vielzahl von Gore-Szenen zu erschaffen brauchte.

Lucio Fulci führte nicht nur Regie, sondern er spielt auch gleich die Hauptrolle. Der Film ist eine Art Zusammenschnitt aus diversen Gore-Szenen aus sechs unterschiedlichen Filmen. Unter anderem ist auch Lucio Fulcis When Alice Broke the Mirror darunter. Der Film ist daher relativ blutig, aber auch immer wieder repetitiv (Kettensägen-Szenen). Die Musik ist, trotz Fabio Frizzi (Das Schlitzohr und der Bulle), der die DVD am BIFFF signiert hat, nicht wirklich toll. Oder zumindest nichts, was in Erinnerung bleiben oder wonach ich auf YouTube suchen würde, wenn ich z.B. On bin.

Lucio Fulci ist in seiner Rolle als er selbst solide. Die Effekte sind blutig und deren Anzahl ist hoch. Splatter- und Gorehounds werden voll auf ihre Kosten kommen. Das Intro mit den Fake-Katzen, die Gehirnmasse fressen, fand ich als Katzen Vater cool und amüsant. Warum nicht mehr davon? Alles in allem müsste der Film jedoch aus der Sammlung fliegen, da relativ mässig und ausser blutigem Gore nichts bietend. Aber ich war auch am Waschen, so war ich ggf. abgelenkt und daher gebe ich dem Film in Zukunft nochmals eine Chance.

Fazit: Nur reinen Splatter-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Un Gatto nel cervello

Italien 1990

R: Lucio Fulci

D: Lucio Fulci, David L. Thompson, Jeoffrey Kennedy, Malisa Longo, Ria De Simone, Brett Halsey, Sacha Darwin

Laufzeit der Ital. DVD: 88:58 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die Ital. DVD von Raro Video / Minerva / Horror Club vor, die 2024 von Fabio Frizzi am BIFFF signiert wurde. Der Film kann in Ital. oder Englisch gesichtet werden. Es gibt keine Subs. Das Booklet ist zweisprachig (Ital. und Englisch). Gute Bild- und Tonqualität. Uncut. Es gibt diverse Blu-Ray Fassungen zum Film, z.B. in den USA (3er Set mit Soundtrack-CD und Unmengen an exklusivem Bonusmaterial), in England (88 Films), «Österreich» (PCM / XT Video) und in Deutschland (Mediacs). Der Film ist seit 2021 nicht mehr verboten.

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Der New York Ripper

Horroktober 2023

Der New York Ripper

Story:

Ein irrer Killer mit Donald Duck Stimme tötet in New York Frauen. Cop Fred Williams (Jack Hedley) ermittelt in dem Fall. Unterstützt wird er dabei von einem Professor (Paolo Malco).

Meine Meinung:

Der New York Ripper lag nun 1.5 Jahren ungesehen rum. Die letzte Sichtung in Deutsch war um das Jahr 2002. Zu Schulzeiten (10. Schuljahr). Dazumal hatte ich das VHS von Atlantis Video. Danach sah ich den Film nur noch auf Englisch. Ich freute mich nun ungemein, den Film nach so vielen Jahren neu zu schauen und endlich wieder in Deutscher Sprache. Die Synchro ist top und wertet den schön schmuddeligen Sleaze-Klassiker von Lucio Fulci (The Devil's Honey) qualitativ auf.

Aber auch abgesehen von der tollen Synchronisation ist der Film nebst Streifen wie The Beyond, Zombi 2 oder City of the Living Dead einer der besten Filme von Lucio Fulci (Aenigma, Demonia, Don’t Torture a Duckling). Der in New York gedrehte Krimi ist schonungslos, schmuddelig, grausam und provokant. Es geht um die Suche nach dem Mörder mit Donald Duck Stimme und dem Motiv. Heutzutage muss sich der Film vor allem anhören, dass er frauenfeindlich sei und der Regisseur für die Szene mit dem Fuss/Zeh ins Gefängnis gehört.

Aber der Film will vor allem eins: schocken und Zuschauer in die Kinos locken = Kohle einbringen! Das hat dazumal halt mit der Mischung aus Gewalt und Sex noch immer bestens funktioniert und der Erfolg gibt dem Film recht. Waren halt andere Zeiten. Und im Slasher-Film sind es ja fast immer mehrheitlich Frauen, die das zeitliche segnen, statt Männer. Das war halt auch einfach so. Lucio Fulci legt einen Cameo-Auftritt hin und mit der amüsanten Darstellung des bärtigen Professors zeigt Fulci, war er von Intellektuellen haltet.

Jack Hedley als alter Cop hat mir gut gefallen. Die Mädels, die selbstverständlich oft blankziehen (das Schmuddelige passt gut zur Anonymität einer Grossstadt wie New York als Setting), sind auch in anderen Fulci Filmen bereits vor der Kamera gestanden und/oder waren im Euro-Cult Kino der damaligen Zeit gefragt: Alexandra Delli Colli (Zombie Holocaust), Daniela Doria (To Be Twenty) oder Zora Kerova (Cannibal Ferox). Michele Soavi (Dellamorte Dellamore) legt einen Cameo-Auftritt hin, die Musik von Francesco De Masi passt perfekt zum Geschehen (nebst dem hysterischen Gekreische der Frauen und der Donald Duck Stimme = fast schon Terrorkino-Kombination!) und die Spezialeffekte sind der Wahnsinn!

Für die Effekte war der mir unbekannte Germano Natali und sein Team zuständig. Die Effekte hatte ich nicht so explizit und realistisch dargestellt in Erinnerung. Damit ist Der New York Ripper wohl zusammen mit Giallo a Venezia der härteste Giallo überhaupt. Wie in anderen seiner Filme, dürfte auch hier teilweise mit echten Tier-Innereien gedreht worden sein. Germano Natali besorgte u.a. auch die Effekte für Euro-Cult Produktionen wie Deep Red, Suspiria, Die Wiege des Teufels, Inferno, Opera oder Contraband.

Fazit: Einer der besten Filme von Lucio Fulci!

Infos:

O: Lo Squartatore di New York

Italien 1982

R: Lucio Fulci

D: Jack Hedley, Paolo Malco, Almanta Suska, Howard Ross, Andrea Occhipinti, Alexandra Delli Colli, Daniela Doria, Zora Kerova

Laufzeit der XT-Blu-Ray: 92:59 Min.

Neusichtung am: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die österreichische Blu-Ray von XT-Video vor, in welcher 17 Sek. Handlung fehlen (verschmerzbar). Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Der Film liegt in Deutsch und Englisch (mit deutschen Zwangsuntertiteln) vor. Die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen und wertet den Film qualitativ auf. Neuere Blu-Ray Ausgaben wirkten in Bildvergleichen gegenüber anderen Fassungen stark abgedunkelt. Der Film ist in Deutschland noch immer beschlagnahmt.

Mittwoch, 17. Mai 2023

Demonia

Demonia 

Story:

 

Liza (Meg Register) und Co. (u.a. Brett Halsey) geraten bei archäologischen Ausgrabungen in einem Kloster an Geister von Frauen, die vor 500 Jahren an dem Ort getötet wurden. Diese nehmen blutige Rache…

 

Meine Meinung:

 

Demonia, einer von Lucio Fulcis (Aenigma, The Devil's Honey, City of the Living Dead) letzten Filmen, wird nach Neusichtung als souverän und solide befunden. Alles andere als schlecht, aber kein Film (mehr) für meine Film-Sammlung. Warum? Dies aus drei Gründen: a) ist der Film spannungsarm, b) in der ersten Hälfte doch relativ lahm und c) baut der Film keinerlei Stimmung auf und auch die Musik war enttäuschend. Punkt c ist der grösste Kritikpunkt.

 

Abgesehen davon ist der Film, wie gesagt, sehr solide und technisch gut in Szene gesetzt. Der Plot gibt nicht allzu viel her und einzelne Szenen sind relativ repetitiv (wie die Nonnen im Ritual getötet wurden). Ich empfand den englischen Dub als überraschend gut. Da waren frühere Italo-Filme weitaus schlechter "synchronisiert" worden. Lucio Fulci spielt in einer grösseren Nebenrolle mit. Er mimt den Inspektor, der sich dem Fall und den mysteriösen Todesfällen rund um das Kloster annimmt.

 

Ansonsten sind nur Brett Halsey (When Alice Broke the Mirror, Demons 6 De Profundis) und Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf, Zombi 2, The Beyond) "bekannte Namen". Der Rest ist mir unbekannt. Aber im Grossen und Ganzen sind die Darsteller bemüht und solide.  Wo der Film im Gegensatz zu Plot, Spannung und Atmosphäre/Stimmung überzeugt sind die Effekte, obwohl auch hinter diesen keine bekannten Effekte-Techniker standen.

 

Die Effekte sind blutig, abwechslungsreich (teilweise ist für das Ableben eine höhere Macht à la Final Destination zuständig) und gut getrickst. Teilweise wurde sicher mit echten Tier-Därmen gearbeitet, sowohl auch mit toten Tieren (Szene im Schlachthaus). Eine Szene hat Cut and Run Vibes. Die Szene war klasse und beinhaltete wohl die echten Tier-Innereien, um "menschliche Eingeweide" darzustellen. Kostengünstig und effektiv! So soll es sein!

 

Fazit: Kein Totalausfall, aber auch kein Kracher! Lucio Fulci Fans können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Demonia

 

Italien 1990

 

R: Lucio Fulci

 

D: Lucio Fulci, Meg Register, Brett Halsey, Christina Engelhardt, Al Cliver

 

Laufzeit der US-DVD: 80:59 Min.

 

Neusichtung am: 19.04.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Englischer Ton (gute Synchro), keine Subs, durchschnittliche Bildqualität, Uncut. Fans des Filmes sei die US-Blu-Ray von Severin Films an Herz zu legen oder die UK-Alternative von Arrow Video (Englisch/Ital., englische Subs, restauriert, diverse exklusive Extras). Gibt es in Deutschland nur auf DVD (von diversen Anbietern, z.B. X-Rated). Uncut und in deutscher Sprache.

Montag, 10. Oktober 2022

Touch of Death Review

 
Horroktober 2022

Touch of Death

Story:

Lester (Brett Halsey) hat zwei Probleme: 1. Er ist wahnsinnig. 2. Er hat Spielschulden. Deshalb sucht er sich speziell hässliche Frauen, die scheinbar vermögend sein könnten, aus, um diese zu töten und mit ihrem Geld/Wertsachen die Spielschulden bezahlen zu können…

Meine Meinung:

Touch of Death aka When Alice Broke the Mirror ist eine später Horrorkomödie von Lucio Fulci (The House by the Cemetery, Zombi 3, Zombi 2, The Devil's Honey, Don’t Torture a Duckling, The Beyond, Murderock, City of the Living Dead, Aenigma) der 1988 seine besten Zeiten definitiv hinter sich hatte. Wenn mich nicht alles täuscht, ist Touch of Death eine Direct to Video Produktion mit Blaubart Motiven.

Im Film tummeln sich zwar Namen wie Brett Halsey (Demons 6), Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf) und Zora Kerova (Man-Eater) und für die Effekte zeichnete sich Angelo Mattei (Amok Train, Macabro, Alien 2 - Sulla Terra) zuständig, aber so richtig zünden kann Touch of Death, auch mit angepassten Erwartungen, nicht mehr. Zwar gibt es drei tolle Gore-Szenen (die später noch für Lucio Fulcis A Cat in the Brain recycelt wurden), aber das waren dann auch schon die Highlights des Filmes.

Der Plot ist spannungsarm, lahm und langweilig. Der Humor ist albern und nur selten wirklich lustig. Dazu war dieser viel zu überzeichnet (die Darstellung der hässlichen Frauen z.B.). Das Finale war schwach und das geringe Budget sah man dem Film zu jeder Sekunde an. Die drei sehenswerten Gore-Szenen erblickt der Fan bereits in den ersten 35 Minuten - danach folgt gähnende Langeweile bis zum Ende. Musik gefiel mir auch nicht sonderlich und auch der Cast, wenn auch mit Inbrunst dabei, machen den Film nicht besser.

Fazit: Nur für Lucio Fulci Hardcore-Fans!

Infos:

O: Quando Alice ruppe lo specchio

Italien 1988

R: Lucio Fulci

D: Brett Halsey, Ria De Simone, Al Cliver, Sacha Darwin, Zora Kerova, Marco Di Stefano, Antonio Maimone

Laufzeit der US-DVD: 80:42 Min.

Neusichtung am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor. Das Master ist älter, was man auch sieht: unscharf, solide DVD-Qualität, nicht anamorph. Aber, und das ist löblich: exklusive Extras, Englisch/Ital. mit englischen Subs. Auf Blu-Ray gibt es den Film in Österreich von XT Video in Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Eine Ital. Sprachfassung mit deutschen Subs ist als Bonus an Bord.

Dienstag, 13. April 2021

The House by the Cemetery Review

 

Webmaster mit Catriona MacColl am NIFFF

The House by the Cemetery

Story:

 

Trotz Warnungen eines Geister-Mädchens (Silvia Collatina) zieht der kleine Bob (Giovanni Frezza) nach New England in ein neues zu Hause – zusammen mit seiner Mutter (Catriona MacColl) und seinem Vater (Paolo Malco) inklusive mysteriöser Nanny (Ania Pieroni) und dem untoten Zombie Dr. Freudstein (Giovanni De Nava), welches im Keller haust…

 

Meine Meinung:

 

The House by the Cemetery ist ein Klassiker des europäischen bzw. Ital. Splatter-Filmes und hat in vielen Ländern, unter anderem Deutschland, die Zensur beschäftigt. Legendär sind Bereiche und Dokus, die den Film und andere solche Werke (Man-Eater, City of the Living Dead) als "Brutalos" verunglimpft haben.

 

Der in Deutschland unter dem Titel Das Haus an der Friedhofsmauer bekannte Film ist einer der bekanntesten Splatter-Filme von Lucio Fulci (Zombi 3, The Devil's Honey, Don’t Torture a Duckling, Murderock, Aenigma). Meiner Meinung nach kommt der Film aber nicht an Fulcis Kracher wie The Beyond, City of the Living Dead oder Zombi 2 heran.

 

Warum? Dazu ist The House by the Cemetery zu wenig stimmungsvoll und phasenweise sehr nervend. Das Kind und dessen hysterisches Dauergekreische und auch jenes der Kindesmutter haben höllisch genervt! Sehr genervt – daher kann der Film schon nur deshalb nicht so gut sein, wie die oben genannten Titel.

 

Abgesehen davon ist der Film aber sehenswert: das Ende gefiel mir wie auch der Soundtrack, die mystischen Elemente (Geist-Mädchen) fand ich cool und selbstverständlich, und das ist das beste am Film, waren Giannetto De Rossis sensationelle und sehr blutige Splatter-Effekte. Es gibt diverse abgetrennte Körperteile, Leichen, brutale Tötungsszenen, eine Killer-Fledermaus und das Highlight war Dr. Freundstein, der statt Blut Maden/Spulwürmer "blutet", nachdem er durch das Messer verletzt wurde! Toller Einfall! Einfach cool!

 

Fazit: Daher jedem Horror- und Lucio Fulci Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Quella villa accanto al cimitero

 

Italien 1981

 

R: Lucio Fulci

 

D: Silvia Collatina, Giovanni Frezza, Catriona MacColl, Paolo Malco, Ania Pieroni, Giovanni De Nava

 

Laufzeit der US-DVD: 86:17 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 12.04.21

 

Fassungen: Mir lagen die US-DVD von Anchor Bay (wird nicht verkauft da von Catriona MacColl signiert = am NIFFF getroffen) und Blue-Underground (die Special Edition = bessere Bildqualität, mehr Bildinformation, u.a. Ital. Ton und englische Subs) vor. Die bis dato beste Fassung dürfte die 3er Edition sein (USA, Blu-Ray, Blue Underground). In Deutschland Uncut von LFG auf Blu-Ray zu bekommen (Deutsch/Englisch, keine Subs).

Freitag, 13. November 2020

Zombi 3 Review

Zombi 3

Story:

Ein Kampfstoff des Militärs verwandelt Menschen in Zombies. Zivilisten versuchen zu überleben und kämpfen dabei nicht nur gegen die Seuche und Zombies an, sondern auch gegen das Militär…

Meine Meinung:

Zombi 3 ist ein netter, kleiner Genre-Beitrag aus Italien, der vielleicht bei Veröffentlichung 1988 floppte und Fans enttäuschte (die Klasse von Zombi 2 oder Die Hölle der lebenden Toten werden definitiv nicht erreicht). Doch heute, 2020, muss man über solche kleinen Genre-Perlen froh sein. Das Zombiethema empfinde ich ansonsten, vor allem aktuell und in den letzten Jahren, als ausgelutscht.

Zombi 3 sah ich seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich wusste zu 95% gar nichts mehr. Die aktuelle Sichtung war also wie eine Erstsichtung. Meine Erwartungen hielt ich klein und ich war skeptisch. Der Film, der wohl an Zombi 2 (immerhin vom Titel her) anlehnt, hat mit diesem nichts zu tun und die Dreharbeiten waren problembeladen. Lucio Fulci musste wegen schlechtem Allgemeinzustand abbrechen und übergab das Zepter Claudio Fragasso und Bruno Mattei (Robowar), die den Film dann zu Ende drehten.

Ohne wirkliche Star und/oder bekannte Namen (kein Goblin, kein Sergio Stivaletti, keine namhaften Stars) überzeugte mich Zombi 3 trotzdem. Der Film ist sicher kein Kracher und es gibt nichts Originelles im Film, aber eins ist Zombi 3 zu keiner Sekunde: lahm oder langweilig. Es ist, von Beginn an, immer was los. Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig.

Der Soundtrack lehnt sich an Dawn of the Dead an. Es gibt, obwohl kleines Budget und obwohl das Italo Kino Ende der 80er / Anfang der 90er am sterben war (Konkurrenz aus den USA war zu gross), genug sympathische Zombie Make-Up Masken und Gore zu sehen, damit auch Splatterfans zufrieden sein werden. Man darf einfach nur sporadisch Gore erwarten. Die Figuren, vor allem die Jung-Darsteller / Teens, nerven zu Beginn, was aber im Verlauf schnell besser wird, da ernst und humorlose Umsetzung.

Cool fand ich den Film in Sachen Bedrohung, Atmosphäre und Stimmung – in der Hinsicht punktet der Film von den nebeligen Bildern her und der Tatsache, dass sich die Zombies bedrohlich langsam fortbewegen. Stimmungsvoll und fesselnd. Die Nebelmaschinen liess Fulci wohl gleich seit den Dreharbeiten zu Conquest laufen…

Fazit: Kein Kracher, aber sympathischer, kleiner Genre-Betrag mit viel Charme und Stimmung. Zudem: Kurzweilig und sehr unterhaltsam!

Infos:

O: Zombi 3

Italien 1988

R: Lucio Fulci, Bruno Mattei, Claudio Fragasso

D: Deran Sarafian, Beatrice Ring, Ottaviano Dell'Acqua, Massimo Vanni, Ulli Reinthaler

Laufzeit der XT Video DVD: 90:45 Min.

Gesehen am: Nov. 2003 / Review überarbeitet am: 01.08.20

Fassungen: Mir lag die DVD aus Österreich von XT Video vor = Deutsch/Ital. mit deutschen Subs, gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Auf Blu-Ray in England (88 Films) und USA (Severin films) erschienen. Wer eine Blu-Ray möchte, sollte wegen der besseren Ausstattung zur US-Disc greifen!