Story:
Eine Bande von Cops (Waise Lee, Matthew Wong Hin-Mung, Phillip Kwok Chun-Fung, Lionel Lo King-Wah) ist hinter Gangstern (Paul Chu Kong, Peter Lai Bei-Dak) her…
Meine Meinung:
The Big Heat von Regiegespann Andrew Kam (Fatal Termination) und Johnny To (Loving You) sah ich sehr lange nicht. Der Film, ein düsterer, nihilistischer und zuweilen brutaler Crime-Gangster-Streifen hat die Neusichtung mehr als bestanden! The Big Heat ist ein Kracher, der vor allem dank seinem überdurchschnittlich hohen Grad an Gewalt für Furore sorgte.
Mehr die Handschrift von Andrew Kam statt Johnny To tragend (positiv gemeint) überzeugt der Film durch eine simple Cops Vs. Gangster-Story, in der Platz für wenig Humor und Klamauk besteht. Es geht humorlos, düster und zuweilen hoffnungslos zu, wenn viele Unschuldige das zeitliche Segnen (Krankenschwester, kleines Mädchen im Rollstuhl, Laborantin…) und auch die Helden gen Ende viel Schaden und Schmerzen (und Verluste) einstecken müssen.
Aber auch die Gangster werden nicht mit Samthandschuhen angefasst: die Tötungsszenen sind abwechslungsreich, kreativ und erinnern an Splatterfilme. Daher nochmal um es erwähnt zu haben: in Sachen blutiger Effekte ist der Film im Vergleich zu anderen modernen HK-Action-Filmen überdurchschnittlich brutal. Es wird nicht nur einfach blutig erschossen, sondern auch andere Werkzeuge halten als Tötungs- und Gewaltinstrumente her: Fahrstühle, Autos, Gratanten, Skalpelle, Feuer, Bohrer etc.
Dazu brachte Produzent Tsui Hark (A Better Tomorrow 3) einen tollen Cast zusammen: Waise Lee (Shadow Cop), Venom-Star Phillip Kwok Chun-Fung (Hard-Boiled), Paul Chu Kong (The Killer), Stuart Ong (In the Line of Duty 3), Joey Wong (A Chinese Ghost Story) und in Kurzauftritten sogar noch Namen wie Roy Cheung (School on Fire), Michael Chow Man-Kin (Thou Shalt Not Swear) und Robin Shou (The Cyprus Tigers). Tsui Hark sorgt am Ende auch noch für einen Cameo-Auftritt. Waise Lee in einer seiner besten Rollen und Paul Chu gibt einen herrlich diabolischen Fiesling ab.
Fazit: Kracher des modernen HK-Actionkinos und absoluter Must Have Titel!
Infos:
O: Seng Fat Dak ging
HK 1988
R: Andrew Kam, Johnnie To, Tsui Hark (laut Waise Lee Interview)
D: Waise Lee, Matthew Wong Hin-Mung, Phillip Kwok Chun-Fung, Lionel Lo King-Wah, Paul Chu Kong, Stuart Ong, Betty Mak Chui-Han, Joey Wong, Peter Lai Bei-Dak, Michael Chow Man-Kin, Roy Cheung, Robin Shou
Laufzeit der HK-DVD: 92:30 Min.
Neusichtung am: 19.04.23 / Sichtung der US-UHD: Juli 2026
Fassungen: Mir lag die Code Free HK-DVD von Mega Star vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Sollte der jemals restauriert auf Blu-Ray erscheinen, würde ich sogar über ein Upgrade nachdenken. In Deutschland von HDMV erschienen (Deutsch/Englisch/Canto mit englischen Subs und auch Uncut). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: April 2023). Nachtrag Juli 2026: Für eine Neusichtung lag mir die neue US-UHD von Shout Factory vor. Diese wurde zusammen mit einer Blu-Ray in deren US-Vö veröffentlicht (inklusive Schuber). Die Restauration tat dem Film gut. Obwohl einige Momente nach wie vor etwas dunkel und griessig wirken (Liftschacht, Gänge im Krankenhaus), ist das gegenüber der alten HK-DVD eine Wohltat, den Film nun so schauen zu können. O-Ton und englische Subs sind vorhanden. Der Film, der nach wie vor überzeugt, ist zudem Uncut. Es gibt nebst einem Audiokommentar und zwei Interviews (nicht mit Filmbeteiligten) jedoch ein Interview mit Hauptdarsteller Waise Lee. Dieses dauert ca. 17 Minuten und empfand ich als informativ, da er über den Film und die Dreharbeiten spricht. So fragte sich Waise Lee, ob die Brutalität extra für den ausländischen Markt gedreht wurde. Die Dreharbeiten dauerten 16 Monate und der Umgang mit den Co-Stars sei sehr kollegial gewesen. Die erste Hälfte des Filmes hätte Andrew Kam gedreht. Doch Tsui Hark war nicht zufrieden und somit beendete Johnnie To den Film. Doch auch damit war Tsui Hark nicht zufrieden. Er nahm laut Waise Lee selbst auf dem Regiestuhl Platz, veränderte, schnitt oder drehte Szenen komplett neu und beendete den Film somit selbst. Leider soll der Film an den HK-Kinokassen ein Flop gewesen sein, da dazumal Olympische Spiele live im TV gezeigt wurden und viele diese schauten, statt ins Kino zu gehen. Einmal soll Waise Lee fast einen Hitzeschlag gehabt haben, als sie bei über 30 Grad die Strassen-Verfolgungsjagd gedreht haben. Phillip Kwok soll ihnen zudem Anweisungen gegeben haben, wie sie sich in den Actionszenen schützend zu verhalten haben. Tolles Interview. Waise Lee scheint kaum gealtert und ist ein sympathischer Typ.





