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Sonntag, 21. Juli 2024

Come Drink with Me

Come Drink with Me

Story:

Gangster (Chen Hung-Lieh, Lee Wan-Chung, Ku Feng, Simon Yuen) wollen durch eine Entführung ihren Boss freipressen. Doch Golden Swallow (Cheng Pei-Pei) wird beauftragt, die Gangster zu stoppen und die Geisel zu retten. Hilfe bekommt sie von dem mysteriösen Drunken Knight (Yueh Hua), der mit seinem Bruder (Yang Chi-Ching), der die Gangster ebenfalls kennt, noch eine offene Rechnung zu begleichen hat…

Meine Meinung:

Zu Ehren von Cheng Pei-Pei (The Golden Sword, That Fiery Girl, The Thundering Sword, Naked Weapon), die am 17.07.24 verstarb, wurde die 2. Sichtung von Come Drink with Me, die ursprünglich für im August (= Shawgust) geplant war, vorgezogen. Ich sah Come Drink with Me, ein Klassiker und eine Shaw Brothers Produktion, seit Juni 2008 nicht mehr. Der Film stellt eine der wenigen Arbeiten von King Hu (Sons of Good Earth) für die Shaw Brothers dar. King Hu sollte später mit Werken wie Legend of the Mountain, Dragon Inn oder A Touch of Zen grosse Erfolge feiern.

Der Film hat mir dabei besser als früher gefallen, was ich auch so erwartet habe. Seit Juni 2008 habe ich meinen Eastern Horizont doch deutlich erweitert und ich kenne z.B. viel mehr der Stars aus dem Film, als dies bei der Erstsichtung der Fall war. Bis auf einige Längen im Mittelteil des Filmes und einigen gewöhnungsbedürftigen Musik-Einlagen von Yueh Hua im "Penner-Look" (= mag ich heuer immer weniger) inklusive einer Horde Kinder (eines davon ist Mars) hat mir der Film, der aus Cheng Pei-Pei einen Star machte, gut gefallen.

Cheng Pei-Pei überzeugt durch ihr Charisma, ihre Gerissenheit, ihre Zuverlässigkeit und ihre Sympathie. Zudem macht sie, da früher eine Tänzerin, auch in den Kampfszenen eine sehr gute Figur. Die Schwertkampfszenen sind zuweilen blutig in Szene gesetzt. Die Duelle und ersten Treffen zwischen Golden Swallow und den Gangstern knistern richtig vor Spannung. Diese Aufeinandertreffen sind cool und sehenswert inszeniert. Yueh Hua (Challenge the Invincible) hingegen darf kaum kämpfen. Seine wenigen Szenen in dieser Hinsicht sind aber ebenfalls sehenswert.

Was die Bösewichte angehen haben mir vor allem Chen Hung-Lieh (The Lantern Street), Lee Wan-Chung (The Imperial Swordsman) und Yang Chi-Ching (The Sword of Swords) gut gefallen. Ku Feng (The Avenging Eagle) und Drunken Master Star Simon Yuen spielen auch Gangster, haben jedoch mehr Nebenrollen. Im Finale darf Lily Li (The Pier) noch mitmischen. Dass Chen Hung-Lieh am Ende entkommt, gefiel mir hingegen nicht. Da hätte man wunderbar noch einen 2. Finalkampf inszenieren können. Das ist etwas schade und geht in Richtung Potenzialverschwendung. Abgesehen davon hat mir der Film gut gefallen.

Fazit: Pflichtprogramm für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Da Zui Xia

HK 1966

R: King Hu

D: Chen Hung-Lieh, Lee Wan-Chung, Ku Feng, Simon Yuen, Cheng Pei-Pei, Yueh Hua, Yang Chi-Ching, Lily Li, Mars, Alan Chui Chung-San

Laufzeit der US-DVD: 94:42 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / 2. Sichtung: 19.07.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras. Zu Wort kommen Cheng Pei-Pei, Bey Logan, Tsui Hark und Yueh Hua. Cool. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray (von diversen Anbietern). Uncut und auch im O-Ton mit Subs. Titel: Das Schwert der gelben Tigerin.

Montag, 22. Mai 2023

The 36th Chamber of Shaolin




The 36th Chamber of Shaolin 

Story:

 

Chinesische Rebellen und Patrioten (Lau Kar-Wing, Wai Wang, Wong Yu, Norman Tsui) kämpfen gegen die mordlustigen Tataren (u.a. Lo Lieh, Wilson Tong) an. Liu Yu-de (Gordon Liu) flieht verletzt ins Shaolin Kloster, wo er sich zum Rächer ausbilden lässt…

 

Meine Meinung:

 

The 36th Chamber of Shaolin ist ein Klassiker und sicher einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Filme der Shaw Brothers, der unzählige Nachahmer und zwei Fortsetzungen zur Folge hatte. Der Film von Liu Chia-Liang (Challenge of the Masters, The Eight Diagram Pole Fighter, My Young Auntie), in dem er auch gleich die Actionszenen in Szene setzte, ist für jeden Shaw Brothers Fan ein Must See Titel!

 

Ich sah den Film seit extrem langer Zeit nicht mehr. Mir sind nun mehr Stars aufgefallen als früher. Gordon Liu (Heroes of the East, Dirty Ho, Fury in Shaolin Temple) wurde danach zum gefeierten Star und auch im Ausland, vor allem in England und den USA, bekannt und beliebt (als "Master Killer"). Bei Fans geht er als Legende durch und auch aus der Popkultur ist er nicht mehr wegzudenken = Einflüsse in der Musikszene, z.B. RZA und sein Wu-Tang Clan = ihr Debütalbum hiess z.B. Enter the Wu-Tang (36 Chambers).

 

Gordon Liu macht seine Sache toll. Fans von ihm kommen voll auf ihre Kosten. In kleineren Nebenrollen sind u.a. Namen wie Lau Kar-Wing (The Odd Couple), Wong Yu (The Young Avenger), Norman Tsui (Blood Ritual), Chan Shen (Five Element Ninjas) oder Drunken Master Star Simon Yuen (Crystal Fist) zu sehen. Nebst Gordon Liu hatte ich am meisten Freude an den Bösewichten im Film: Lo Lieh (The Concrete Jungle) spielt den feindlichen General unglaublich gut und fies. Seine rechte Hand wird gekonnt böse von Wilson Tong (Snake Deadly Act) verkörpert. In den Kampfszenen hat mich zudem Lee Hoi-Sang (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag) sehr überzeugt. Seine Trainingskämpfe und Duelle gegen Gordon Liu im letzten Viertel des Filmes waren überragend.

 

Der Film bietet zunächst am Anfang Kämpfe und vor allem im Finale. Zu 90% des Filmes spielt der Film hingegen im Shaolin Kloster. Das lange Training, die diversen Kammern und der Aufstieg zum Rächer sind Inhalte des Filmes. In den Kammern werden diverse Körperpartien gezielt trainiert (Arme, Beine, Kopf…). Ich muss sagen, dass ich genau diese Szenen auf Dauer doch recht repetitiv fand, da halt kein wirkliches Kung Fu zu sehen ist. 

 

Diese Szenen finde ich überbewertet. Es wird besser, wenn es mehr und mehr direkt ums Kung Fu geht, z.B. besagte Duelle zwischen Gordon Liu und Lee Hoi-Sang. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden, kann der Film genug Inhalte liefern. Die Kampfszenen am Anfang und vor allem Finale sind dann von aller höchster Qualität und absolut sehenswert.

 

Fazit: Klarer Must See Titel für Shaw Brothers Fans oder solche, die es noch werden wollen!

 

Gefolgt von: Die Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin

 

Infos:

 

O: Shao Lin San Shi Liu Fang

 

HK 1978

 

R: Liu Chia-Liang

 

D: Gordon Liu, Lo Lieh, Wilson Tong, Lau Kar-Wing, Lee Hoi-Sang, Wai Wang, Chan Shen, Simon Yuen, Wong Yu, Norman Tsui

 

Laufzeit der US-DVD: 115:56 Min.

 

Neusichtung am: 20.04.23 / Sichtung der UK-Blu: 03.11.25

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, von Gordon Liu signiert (Mai 2011 in Amsterdam), hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland als Die 36 Kammern der Shaolin von filmArt auf Blu-Ray. In England in einer Shaw Brothers Box (Shaw Scope Volume Two) von Arrow Video auf Blu-Ray zu haben. Nachtrag Nov. 2025: Neu gesehen als UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shaw Scope Volume Two): Klassiker von Liu Chia-Liang mit Gordon Liu. Der Film war ein extremer Erfolg (auch in den USA) und machte Gordon Liu zum Star. Ich fand den Film zwar immer leicht überbewertet, aber umso mehr ich den ansehe, umso mehr muss ich anerkennen, dass der aus der Masse herausragt, auch wenn der 2. Teil noch immer mein Liebling der Reihe ist. Gordon Liu, Lo Lieh und Wilson Tong machen ihre Sache ausgezeichnet. Die Bild- und Tonqualität der neuen UK-Disc sind fantastisch. Es gibt sehr viele Extras auf der Disc. Das 1. Interview mit Gordon Liu ist solide. Es zeigt auch, was für ein sympathischer Kerl er ist. Das Interview mit Arthur Wong, dem Kameramann des Filmes, fand ich das beste Extras der Disc (Trailer, Englischer Vorspann, Audiokommentar, Bildergalerie und das Spezial mit Tony Rayns sah ich mir nicht an), vor allem auch, weil er in ausländischen Produktionen mitwirkte (er spricht auch sehr gut Englisch). Sogar Jumping Ash erwähnt er! Dann folgen Archiv-Extras von Celestial (2003) = hier erzählt Gordon Liu ähnliches, wie im anderen Interview von Frédéric Ambroisine. Das Extra über den Einfluss der Shaw Brothers auf die Musikindustrie und Dreck wie Hip Hop sah ich mir nicht an. Hat mich nicht interessiert. Ein ebenfalls 2003 durch Celestial gedrehtes Feature befindet sich auch auf der Disc. Es erzählt vor allem von diversen Shaw Produktionen. Es kommen Stars wie Gordon Liu, Kara Hui oder Liu Chia-Liang zu Wort. Das war noch cool, auch wenn nicht sonderlich viel Neues geboten wird. 

Dienstag, 30. Juni 2020

Heroes of the East Review


Webmaster mit Gordon Liu in Amsterdam, wo die DVD signiert wurde
Heroes of the East

Story:

Chinese Ho To (Gordon Liu) heiratet seine japanische Freundin Kung Zi (Mizuno Yuko). Dies führt bald zu Konflikten aufgrund ihrer Traditionen betreffend Rituale, Lebensgewohnheiten aber auch vor allem die Frage stellend, welche Kampfkünste besser sind – jene aus China oder diese aus Japan. Es kommt so weit, dass sich Ho To gegenüber mehreren japanischen Meistern (Omae Hitoshi, Nakazaki Yasutaka, Yana Nobuo, Shirai Manabu, Sumi Tetsu, Harada Riki, Yasuaki Kurata) im Kampf beweisen muss, um Kung Zi zurückzuerobern…

Meine Meinung:

Nebst Five Element Ninjas der Shaw Brothers Klassiker schlechthin, der chinesische und japanische Kampfkünste miteinander vereint und dabei auf Klischees à la dem Kino eines Wang Yu verzichtet (alle Japaner sind böse und gilt es zu bekämpfen, Chinesische Darsteller à la Lo Lieh als Japaner und Co.). Beiden Nationen und ihren traditionellen Kampfkünsten wird in dem Film von Liu Chia-Liang (My Young Auntie) Respekt gezollt.

Der Film ist einer der besten Shaw Brothers Filme, die ich kenne. Liu Chia-Liang, der einen kleinen Gastauftritt hinlegt (fast nicht erkannt) und für die Action-Szenen zuständig war, hat spektakuläre Arbeit geleistet. Die Kampf-Choreographie ist schlicht der Wahnsinn! Star Gordon Liu (Treasure Hunters), hier mit Haarpracht zu sehen (Welch Seltenheit), war selten besser als hier.

Den Film kann man in zwei Hälften unterteilen: In der ersten Hälfte geht es um die Konflikte, die zwischen Gordon Liu und seiner Film-Frau entstehen. In der 2. Filmhälfte kommen de diversen japanischen Meister ins Spiel, die sich nacheinander mit Gordon Liu duellieren. Ab diesem Zeitpunkt folgen pausenlos absolut sehenswerte, abwechslungsreiche und spektakuläre Kampfszenen bis zum Ende. Der Martial Arts Fan wird bestens bedient.

Schön ist auch, dass man sich echte Japaner an Bord holte, um die japanischen Meister zu verkörpern (oder Gordon Lius Film-Ehefrau). Etwas, was im chinesischen Kino nicht immer der Fall war. Yasuaki Kurata (Fist of Legend) spielt quasi der Endgegner von Gordon Liu, nachdem dieser zuvor alle anderen japanischen Meister besiegte. Auch Yasuaki Kurata macht in den Kampfszenen eine gute Figur und braucht sich hinter Gordon Liu nicht zu verstecken. Es überrascht nicht, dass der Japaner oft im HK-Kino gecastet wurde.

Einziges Manko: Nur der doofe Klamauk durch Sidekick Cheng Kang-Yeh schmälert das Sehvergnügen leicht (war aber weniger schlimm als ich das in Erinnerung hatte). Abgesehen davon jedoch ein absoluter Kracher und wahres Highlight (eines mehr) der Shaw Brothers!

Fazit: Jedem Shaw Brothers und Gordon Liu Fan uneingeschränkt zu empfehlen! 

PS: Die Auftritte von Wilson Tong (Daggers 8) & Norman Tsui (Blood Ritual) sind nicht wirklich erwähnenswert!

Infos:

O: Zhong Hua Zhang Fu

HK 1978

R: Liu Chia-Liang

D: Gordon Liu, Mizuno Yuko, Omae Hitoshi, Nakazaki Yasutaka, Yana Nobuo, Shirai Manabu, Sumi Tetsu, Harada Riki, Yasuaki Kurata, Liu Chia-Liang, Wilson Tong, Norman Chu, Cheng Kang-Yeh

Laufzeit der US-DVD: 105:10 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Review überarbeitet am: 30.05.20 / Neusichtung der UK-Blu: 23.03.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Es gibt bisher keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2020) und eine Blu-Ray scheint es bisher nur in Japan zu geben (Stand: Dito). Nachtrag März 2025: Der Film wurde nun als UK-Blu-Ray von Arrow Video gesehen (Shawscope Vol. 2 Limited Edition) = O-Ton, Englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus darf Tony Rayns über den Film sprechen. Ihn mag ich meistens. Hier hingegen fand ich seine Links und Theorien uninteressant (über Patriarch und Gender-Quatsch). Dafür war das Interview mit Yasuaki Kurata toll und absolut sehenswert. Informativ und sympathisch. Zum Film = Klassiker von Liu Chia-Liang mit Gordon Liu und Yasuaki Kurata in den Hauptrollen, der den Chinesischen und den Japanischen Kampfkünsten huldigt. Die 1. Hälfte ist in der Tat etwas lahm und der Humor zündet wenig, zumal Cheng Kang-Yeh sehr nervt. In der 2. Hälfte gibt es dann jedoch die ganzen Duelle zwischen den Japanern und Gordon Liu = Absolut sehenswert!

Dienstag, 16. Juni 2020

King Boxer Review





King Boxer

Story:

Zwei Kampfschulen bereiten sich auf ein Turnier vor. Die Schule von Master Meng Tung-Shan (Tien Feng) provoziert die generische Schule und lässt sogar Japaner einfliegen (Chiu Hung), um die Gegner vor dem Turnier zu töten, damit Master Mengs Sohn (Tung Lin) das Turnier gewinnen kann. Doch trotz zugefügter Verletzung kann Chao (Lo Lieh), der Held der Stunde, das Turnier bestreiten…

Meine Meinung:

King Boxer war der erste Internationale Kung Fu Film, der in den USA in den Kinos lief (von Warner vertrieben) und dort für Furore sorgte und den Weg ebnete, dass Kung Fu Genre auch ausserhalb Asiens beliebt zu machen. Der Shaw Brothers Klassiker, der auch in Deutschland zu sehen war (als Zhao – Der Unbesiegbare) wartet mit einem sympathischen Lo Lieh (Human Lanterns) als Held auf. Speziell, da dieser in seiner späteren Karriere oft Bösewichte spielte (Clan of the White Lotus, Shaolin Abbot, The Chinese Boxer, The Ape Girl, The Handcuff, Little Hero).

Der 70er Jahre Shaw Brothers Film erinnert stark an den Wang Yu Klassiker The Chinese Boxer. Es sind grundliegend Themen, die in beiden Filmen vorkommen: Zwei Kampfschulen, die sich bekämpfen, Schüler-Meister Themen, Verräter in den eigenen Reihen, böse Japaner und die Tatsache, dass der Held ein Handicap erleidet und sich neue Kampfstrategien aneignen muss, um am Ende bestehen zu können. Ein Rachethema ist auch gegeben nebst einem Kampfturnier.

Lo Lieh macht als Held, schauspielerisch sowohl auch in den Action-Szenen eine gute Figur. Freude hatte ich auch an den Gangstern, die allesamt hübsch schmierig und fies geraten sind. Da sind Gesichter darunter wie: Tien Feng (Oath of Death), Tung Lin (The Young Avenger), Chiu Hung (The Iron-Fisted Monk), Chan Shen (Lost Souls) oder Kim Ki-Ju (Flying Dragon Attacks). Macht Spass, ihrem fiesen Treiben zuzusehen.

Die Kampfszenen sind typisch für die 70er Jahre. Gegen Ende wird es übertrieben brutal und blutig, was immer gut ist. Wer die Shaw Brothers Filme mag, sollte sich diesen Shaw Brothers und Kung Fu Klassiker nicht entgehen lassen! 

Fazit: Sehenswert!

PS: Bolo Bloodsport Yeung (The Rescue) ist in einer Kurzrolle als Hercules zu sehen (und wird dann von Kim Ki-Ju herausgefordert und besiegt).

Infos:

O: Tian Xia Di Yi Quan

HK 1972

R: Chung Chang-wha

D: Lo Lieh, Tien Feng, Tung Lin, Chiu Hung, Wang Ping, Wong Gam-Fung, Fang Mian, Chan Shen, James Nam Gung-Fan, Bolo Yeung,

Laufzeit der US-DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Juni 2007 / Review überarbeitet am: 07.05.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Gibt es in D von Koch Media auf DVD/Blu-Ray. Nachtrag Okt. 2024: mir liegt neu die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor. Die Bild- und Tonqualität ist hervorragend. Es gibt O-Ton und englische Subs. Es handelt sich um eine eigene Restauration ohne Frame-Cuts. Der Film befindet sich in der Shawscope Vol. 1 Limited Edition = diverse Filme, Büchlein und Soundtrack CDs in einer grossen Box. Wunderschönes Teil. Teilweise längere Fassungen als früher, exklusive Extras und z.T. eigene Restaurationen (= keine Celestial Frame-Cuts) machen die Box für Shaw Brothers Fans sehenswert. Es gibt ein Interview mit Regisseur Chung Chang-wha (der die Shaw Brothers verliess, weil ihm Mona Fong, die Mr. Chow ersetzt, nicht passte), Co-Star Wang Ping (weibliche Hauptrolle in King Boxer) und ein Interview mit Cho Young-jung, die bei einem asiatischem Filmfest eine Retroperspektive zu Chung Chang-wha ins Leben rief. Das war fast das informativste und beste Interview der drei Interviews. Die Doku Cinema Hong Kong: Kung Fu (the first in a three-part documentary on Shaw Brothers' place within the martial arts genre produced by Celestial Pictures in 2003) war hingegen enttäuschend. Es gibt nur wenig Interviews und nach Drunken Master (mit Jackie Chan) sagt der Sprecher, kommt jetzt der Wechsel zum "modern day action" und dann werden Clips von X-Men gezeigt. What the Fuck! 

Sonntag, 14. Juni 2020

My Young Auntie Review



My Young Auntie

Story:

Jing Dai-Nan (Kara Hui) erfüllt den Wunsch ihres sterbenden Meisters: sie heiratet diesen, damit das Erbe an sie statt an den verhassten Bruder Yu Yung-Sheng (Johnny Wang Lung-Wei) geht. Jing setzt ihr Leben im Anwesen von Bruder Yu Jing-Chuen (Liu Chia-Liang) fort, wo es ein Zusammentreffen und Konflikte der Traditionen gibt, da Yu Jing-Chuens junger Sohn Charlie (Hsiao Ho), der in den USA studierte, für jede Menge Ärger sorgt, wobei Jing immer wieder zwischen die Fronten gerät. Derweil plant der verhasste Bruder Yu Yung-Sheng und seine Männer (Yuen Tak, Kwan Yung-Moon, Wilson Tong) noch immer, sich das Erbe streitig zu machen, auch mit illegalen Methoden…

Meine Meinung:

My Young Auntie war einer meiner ersten Shaw Brothers Filme, die ich mir in die Sammlung stellte (nebst King Boxer, The One-Armed Swordsman und einigen MIB DVDs). Ich wusste aktuell (letzte Sichtung war 2007) wenig über den Film. Der Film mit und von Liu Chia-Liang (Friends, New Killers in Town, Heroes Two), der auch für die Action-Szenen zuständig war, kann ich jedem Shaw Brothers Fan nur empfehlen.

Der Film ist wirklich gut aber kein Kracher. Dafür war mir die Action-Komödie zu lang. In den zwei Stunden Laufzeit gibt es Längen (vor allem im Mittelteil), zu wenig Action und die Story wird nur zäh und schleppend erzählt. Zudem gefiel mir der Humor teilweise nicht. Es wurde mir teilweise auch zu viel mit Waffen gekämpft. Ausserdem bleiben einiges an Potenzial ungenutzt (Kara Hui darf im Finale zuschauen statt mitkämpfen).

Das sind für mich die Gründe, warum der Film kein Kracher ist. Das ist gleichzeitig aber auch meckern auf hohem Niveau, da der Film doch auch viele sehenswerte Szenen bietet. Zudem ist die Action, gerade im Finale, spektakulär. Kara Hui (The Chinatown Kid) gefällt mehr durch ihr Schauspiel. Von ihrem Martial Arts Talent darf sie nur in kurzen Szenen gebrauch machen, was leicht schade ist. Auch Yuen Tak (The Master) bleibt in der Sparte Potenzialverschwendung stecken.

Gordon Liu (The Treasure Hunters) ebenso, wobei er nur eine kleine Nebenrolle spielt (unvergessen: seine Gesangs-Szene mit Gitarre). Es war ausserdem ungewöhnlich, ihn mit Schnauz und Haaren zu sehen. Liu Chia-Liang darf sich im Finale spektakuläre Kampfszenen leisten – u.a. gegen Wilson Tong (der dies auch sehr spektakulär macht, u.a. bekannt aus Ghost Nursing) und Johnny Wang Lung-Wei (Tiger Cage). Johnny Wang Lung-Wei darf auch nur im Finale kämpfen. Er spielt Mal wieder einen Bösewicht und bekommt hier nebst Martial Club und The Treasure Hunters wohl seine besten Shaw Brothers Kampfszenen spendiert. Starke Szenen von ihm. Nur schon deshalb lohnt der Film.

Die Musik im Finalkampf wurde schon in Martial Club gebraucht – amüsant! In diesem kämpfte Johnny Wang Lung-Wei im Finale gegen Gordon Liu. Hsiao Ho überzeugte in den Actionszenen, nervte aber als Sohn und US-Student mit seinem Englisch und seinem Humor. Im Finale darf er lange gegen Wilson Tong und Kwan Yung-Moon (den Muskelberg, u.a. bekannt aus The Rebellious Reign) kämpfen. Immerhin in dieser Hinsicht überzeugte er.

Fazit: Wer sich auf My Young Auntie einlässt muss genug Sitzfleisch mitbringen und (Action)Erwartungen anpassen – am besten ihr erwartet mit Ausnahme des Finales nur wenig Action bzw. Kampf-Szenen. Zuvor ist der Film vor allem eine (teilweise nervende) Komödie – mit diesen Erwartungen dürfte man vom Film nicht enttäuscht werden (im Gegenteil: vielleicht sogar positiv überrascht werden)…

Infos:

HK 1981

R: Liu Chia-Liang

D: Kara Hui, Johnny Wang Lung-Wei, Liu Chia-Liang, Hsiao Ho, Yuen Tak, Kwan Yung-Moon, Wilson Tong, Gordon Liu

Laufzeit der US-DVD: 119:14 Min.

Gesehen am: Juli 2007 / Review überarbeitet am: 02.05.20 / Sichtung der UK-Blu: 06.11.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2020). Nachtrag Nov. 2025: Gesehen als UK-Blu von Arrow Video (Shaw Scope Vol. 2). Mix aus Screwball Comedy und Kung Fu-Film. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden etwas zu lang und vor allem in der ersten Stunde zu viel Uninteressantes zeigend, wobei es ehrlich gesagt trotzdem nie wirklich langweilig wurde. Der Maskenball war solide und danach rockt die Action und die Choreographie. Kara Hui, Johnny Wang Lung-Fei, Lau Kar-Leung, Hsiao Ho, Wilson Tong und Yuen Tak überzeugen in der 2. Hälfte des Filmes. Etwas schade ist, dass ausgerechnet Kara Hui, die Frau und Titelfigur des Filmes, den Endkampf nicht bestreiten darf sondern von den Männern gerettet wird. Das war schade. Die Musik ist cool und das Stück nahm ich zuletzt im grossartigen Shaolin and Wu Tang war. In My Young Auntie ist es dreimal zu hören. Als Bonus hat das 30minütige Kara Hui Interview gefallen. Das 2. Feature, ein von Celestial produziertes Extra aus dem Jahr 2003, habe ich abgestellt. Die Fassung ist Uncut und die Bild- und Tonqualität (O-Ton ist Kantonesisch) sind hervorragend. 

Samstag, 30. November 2019

Tom Yum Goong Review

Tom Yum Goong

Story:

Als Elefanten aus einem thailändischen Dorf nach Sydney verkauft / gestohlen werden, macht sich Kham (Tony Jaa) auf die Rettungsaktion nach Sydney…

Meine Meinung:

Tom Yum Goong hat die Neusichtung bestanden. Der Film ist, zusammen mit Ong-Bak, sicherlich das Beste, was Tony Jaa je hervorgebracht hat und er befand sich zu dieser Zeit auf der Höhe seiner kurzen Karriere. Natürlich spielte er in späteren Ong-Bak und Tom Yum Goong Fortsetzungen mit, doch diese erreichten nie die Qualität der Originale. Und seine Ausflüge ins Hong Kong Kino, meist Nebenrollen, sind wenig erwähnenswert (z.B. SPL 2: A Time for Consequences, Paradox, Master Z: The Ip Man Legacy). Besser waren Ausflüge nach Amerika (Skin Trade).

Im Vergleich mit Ong-Bak, auch erst vor kurzem aufgefrischt, bietet Tom Yum Goong mehr Spektakel in Sachen Martial Arts, Kampfszenen und Innovationen. Die Story ist genau so dünn wie im «Vorgänger» - aber das tut nichts zur Sache. In Filmen wie diesen erwarte ich keine tiefgründige Story. In späteren Filmen wurde diese praktisch kopiert (Okja).

Der Beginn des Filmes ist ein wenig lahm – das ist nebst hier und da schlechter Edit-Arbeit (zum Glück nie die Actionszenen betreffend) und 1-2 miesen CGI Szenen (Explosionen und das Laufen mit dem Baby-Elefanten über eine Brücke) das einzige negative am Film. Aber das war mir als Zuschauer bewusst – kann man sich darauf einstellen. Ausserdem gibt es trotzdem nach 19 Minuten bereits die erste Action zu sehen…

Zur Action, dem wichtigsten im Film:

Eindrücklich! Auch heute noch! Tony Jaa gibt eine starke Performance ab und die Action-Szenen bieten Verfolgungsjagden zu Fuss, über eine Treppe hinauf, auf dem Fluss, harte Stunts und viele Kampfszenen. Die Anzahl und Qualität der Actionszenen steigen kontinuierlich. Die Szenen wurden stark choreographiert und gefilmt. Es wurden abwechslungsreiche Ideen eingeflochten, damit diese nicht langweilig werden und/oder sich abnutzen.

Highlights in Sachen Action:

Tony Jaa Vs. Strassenlampe (köstliche Szene), Tony Jaa Vs. die Biker (stark choreographiert, z.T. viele Szenenabläufe ohne Schnitt), Tony Jass Vs. den Schwertkämpfer, Tony Jaa Vs. den Capoeira Kämpfer, das lange Finale (Knochenbrecher-Szene und/oder der Kampf gegen die Riesen) und natürlich soll die über vierminütige Action-Szene ohne Schnitt erwähnt werden, in welcher sich Tony Jaa wie in einem Videospiel durchs Level kämpft. Cool fand ich auch, dass viele Gegner in Gegenstände gekickt werden und einige der Kampfszenen, Choreographien und/oder das Einbringen von Gegenständen erinnerte mich ans Action-Kino eines Jackie Chan.

Nebst dem überzeugt der Film durch sein Setting (Sydney) und der Tatsache, dass es ab einem gewissen Zeitpunkt bis zum Ende keine Längen mehr gibt (sondern eben Daueraction). Das sorgt auch dafür, dass der lahme Beginn und der unspektakuläre Soundtrack kompensiert werden.

Nebst Tony Jaa sind zu sehen: Petchtai Wongkamlao (auch aus Ong-Bak – bringt etwas Humos in den Film, ist ja auch ein Komiker), Johnny Nguyen (The Rebel aus dem Jahr 2007 war sein einziger wirklicher guter Solo-Film) oder Riese Nathan Jones (Fearless, Mad Max: Fury Road, Boar). Die nicht erwähnten Figuren sind zu vernachlässigen und billige 08/15 Stereotypen (vor allem die Bösewichte).

Fazit: Für Fans von Tony Jaa, Martial Arts und Ong-Bak zu empfehlen! Rockt auch heute noch!

Gefolgt vom (viel schwächeren und nicht zu empfehlenden): Tom Yum Goong 2

Infos:

O: Tom Yum Goong

Thailand 2005

R: Prachya Pinkaew

D: Tony Jaa, Petchtai Wongkamlao, Bongkoj Khongmalai, Xing Jing, Nathan Jones, Johnny Nguyen, Lateef Crowder, Jon Foo

Laufzeit der HK-DVD: 109:25 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Review überarbeitet: 29.08.19

Fassungen: Mir lagen die US-DVD von Dragon Dynasty und die HK-DVD von Edko Films vor. Letztere ist zu bevorzugen, da deutlich bessere Tonspur (DTS). Es gibt jedoch kaum Extras und keine Subs. Diesen Vorteil hätte die US-DVD, jedoch störe ich mich am «Quentin Tarantino presents» Schriftzug auf Hülle und Film-Master (On screen) und die Tonspur ist deutlich weniger gut vertont. Und bei der Story und Inhalt brauche ich keine verständlichen Subs…Uncut gib es den Film in Deutschland erst seit ca. fünf Jahren!!! Die US-DVD wird entsorgt.

Dienstag, 13. August 2019

Above the Law Review

Above the Law

Story:

Staatsanwaltschaft Hsai (Yuen Biao) nimmt das Gesetz in die eigene Hand, um Verbrecher, die vor Gericht ihrer gerechten Strafe entgehen, zu strafen. Dies zieht die Polizei (Cynthia Rothrock) auf den Plan. Der Fall von Hsai schlägt aber höhere Wellen: Supt. Wong (Melvin Wong) ist selbst ein Killer, der schon mehrere Zeugen (Corey Yuen u.a.) auf dem Gewissen hat. Nun sollen Hsai und ein Junge (Fan Siu-Wong) die nächsten sein und die Killer (Karen Sheperd, Peter Cunningham) sind schon unterwegs. Das ihr Vorgesetzter Wong bei der Polizei selbst Dreck am Stecken hat, ahnen die Kollegen bei der Polizei (Tai Bo, Wu Ma, Ka Lee) nicht…

Meine Meinung:

Above the Law ist einer der besten Filme von Corey Yuen (In the Blood) und mit Yuen Biao (The Young Master, Dreadnaught) und auch allgemein gesehen einer der besten HK-Actionfilme aus dieser Zeit. Bezogen auf Star Cynthia Rothrock lässt sich auch sagen, dass der Film eine ihrer besten Arbeiten ist – allerdings hat sie diesbezüglich noch mehr vorzuweisen und auch andere HK-Filme mit ihr sind nicht minder sehenswert (Yes, Madam!, Magic Crystal, The Inspector Wears Skirts, The Blonde Fury und der zu oft unterschätze Prince of the Sun mit dem aus dem Fenster fallen Running Gag).

Selbstjustiz-Inhalte mag ich immer – wenn sie dann noch so rasant, simpel und actionreich in Szene gesetzt werden wie hier, bitte nur mehr davon! Das nötige Kleingeld war selbstverständlich vorhanden (Golden Harvest Produktion) und Längen gibt es kau. Das wichtigste rockt derbe und ist superb – nämlich die Action in Form von Explosionen, Auto-Crashs, waghalsigen, fast tödlichen Stunts, blutigen Shoot-Outs und knüppelharten Kämpfen!

Was die Kampfszenen, Action und Stunts angehen sind u.a. Highlights: Auftragskiller Vs. Yuen Biao in der Tiefgarage, Yuen Biao Vs. Cynthia Rothrock, Yuen Biao Vs. Melvin Wong, Yuen Biao Vs. Peter Cunningham, Melvin Wong Vs. Cynthia Rothrock, Cynthia Rothrock Vs. Karen Sheperd. Das die Qualität der Kampfszenen so gut ist verdankt der Film dem Budget (Yuen Biao und Corey Yuen haben den Film sogar mitfinanziert) und waren beide auch an den Action-Szenen und der Choreographie beteiligt, nebst Sammo Hung Stuntmen's Association und/oder Mang Hoi (The Ring of Death, Framed).

Das einzige negative Detail: dass der Endgegner am Ende nicht im Kampf besiegt wird! Dies ist aber nur ein kleines Detail. Positiv waren auch die vielen bekannten HK-Darsteller in Haupt, Neben- und Kurzauftritten: Yuen Biao, Freund von Sammo Hung und Jackie Chan, erwähnte ich bereits wie auch US-Kampfkünstlerin Cynthia Rothrock oder Regisseur Corey Yuen, der auch eine Nebenrolle spielt.

Weiter geht’s mit: Melvin Wong (The Rape After), von dem ich überrascht und traurig bin, dass er nicht mehr solche Kampfrollen gespielt hat, Ex-Shaw Brothers Star Wu Ma (The Black Tavern), Tai Bo (The Vampire Partner), Ka Lee (einer der Action Regisseure von Armageddon), Roy Chiao Hung (Richter – bekannt aus Ein Hauch für Zen) und dann wären da noch die zwei exotischen Gweilos Karen Sheperd (US-Stunt- und Actor) und Peter Cunningham (Stuntman und auch Darsteller) – das sehe ich immer gerne, wenn HK Stars gegen ausländische Gegner kämpfen!

Fazit: Klare Kauf/Sehempfehlung für alle HK-Actionfilmfans!

Infos:

O: Zhi Fa Xian Feng

HK 1986

R: Corey Yuen

D: Yuen Biao, Cynthia Rothrock, Melvin Wong, Corey Yuen, Fan Siu-Wong, Karen Sheperd, Peter Cunningham, Tai Bo, Wu Ma, Ka Lee, Roy Chiao Hung

Laufzeit der US-DVD: 96:58 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Review überarbeitet: 23.05.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Englisch/O-Ton mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, exklusive Extras (Audiokommentar, Interviews, alternatives Ende etc.). In Deutschland nur zensiert auf VHS zu haben, wer eine Blu-Ray möchte muss zur HK Fassung greifen.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

The One-Armed Swordsman Review











The One-Armed Swordsman

Story:

Fang Kang (Jimmy Wang Yu) ist des Meisters (Tien Feng) Liebling, was den zwei anderen Schülern und Meisters Tochter Qi Pei Er (Violet Pan Ying-Zi) nicht gefällt. Bei einem Disput verliert Fang Kang durch Qi Pei Er seinen rechten Arm. Schwerverletzt zieht er davon, um von Xiao Man (Lisa Chiao Chiao) gefunden und gesund gepflegt zu werden. Derweil plant Long-Armed Devil (Yang Chi-Ching) Fang Kangs ehemaligen Meister und alle seine Schüler zu vernichten…

Meine Meinung:

Klassiker der Shaw Brothers und Klassiker des Hong Kong Kinos, welcher vor allem Jimmy Wang Yu (The Fast Fists) als Antihelden zum Superstar in Hong Kong machten (noch vor einem gewissen Bruce Lee). Zudem kommt, dass The One-Armed Swordsman der erste Hong Kong Film war, der an den Kinolassen die 1 Million (HKD) Marke knackte – damaliger Rekord!

Danach schritten die Karrieren von Star Jimmy Wang Yu und Meister-Regisseur Chang Cheh (Dancing King, Journey to the West, The Nine Demons, Friends) steil voran, obwohl beide schon zuvor zusammengearbeitet haben (Magnificent Trio 1966, im bisher unveröffentlichten Tiger Boy 1966). Doch (internationalen) Erfolg verbuchten sie erst mit diesem Klassiker, der mir unheimlich gut gefällt. Chang Cheh ging neue Wege – orientierte sich am japanischen Swordplay Kino, mit viel Blut und einem verkrüppelten Antihelden – das waren neue Muster, welche Erfolg garantierten.

Der Film war so erfolgreich, dass zwei Fortsetzungen folgten: Teil zwei wieder mit Jimmy Wang Yu, Teil drei hingegen mit David Chiang, nachdem Jimmy Wang Yu die Shaw Brothers zuerst Richtung Konkurrenz Golden Harvest verliess und danach in Taiwan sein Ding mit billigen Produktionen drehte.

Auch das «Cripple» Thema war dank dem Film geboren – speziell Jimmy Wang Yu spielte oft die Rolle des einarmigen in unzähligen Varianten: Return of the One-Armed Swordsman (Teil zwei der Reihe), Zatoichi and the One-Armed Swordsman (Vermischung von zwei bekannten Filmfiguren, Japan Vs. Hong Kong), Wang Yu – Eine Faust wie ein Hammer (nun für Golden Harvest arbeitend), One-Armed Boxer vs. the Flying Guillotine (Fortsetzung zu Wang Yu – Eine Faust wie ein Hammer), One Armed Swordsman Vs 9 Killers (soll von filmArt erscheinen, Trash Highlight), The One Armed Swordsmen (mit Jimmy Wang Yu und David Chiang, billiger Taiwan Streifen – beide führten auch Regie), One-Arm Chivalry Fights Against One-Arm Chivalry (Jimmy Wang Yu und Lau Kar-Wing als einarmige Kämpfer, Leung Kar-Yan als Bösewicht).

Aber auch ohne Jimmy Wang Yu folgten viele Filme, in welchen Kämpfer ein Handicap aufweisen aber sich zu wehren wissen: Crippled Avengers (Shaw Brothers Klassiker – Venoms Vs. Chen Kuan-Tai), The Crippled Masters (Taiwan Trash, die Behinderungen der Kämpfer sind diesmal echt, nicht gespielt, soll von T.V.P. erscheinen) inklusive zwei Fortsetzungen (Teil 2 = Fighting Life, erreicht die Qualität von Teil eins nicht, Teil 3 = Two Crippled Heroes, kenne ich noch nicht), Raiders of Wu Tang (in diesem Shaolin/Kung Fu/Wald-und-Wiesen Martial Arts kommen die zwei Stars aus The Crippled Masters auch vor, sind Bestandteil der Geschichte), die sich über 20 Filme erstreckende Zatoichi Reihe aus Japan (mit dem blinden Samurai) plus Ableger (Die Blinde schwertschwingende Frau Japan 1969) oder auch populär in zuletzt neuen Produktionen wie Wu Xia (im letzten wirklich tollen Donnie Yen Film spielt Jimmy Wang Yu den Bösewicht – und als Hommage an Jimmy Wang Yu und seinen The One-Armed Swordsman verliert im Finale Donnie Yen einen Arm und muss mit Behinderung gegen den harten Gegner Jimmy Wang Yu antreten – grandios!) – und das 2011 – 44 Jahre nach The One-Armed Swordsman!

Zum Filme habe ich ausfolgendem Grund einen speziellen Bezug, der Film hat für mich einen persönlichen Wert: die ersten Shaw Brothers Filme guckte ich bei meinem Kumpel. Erst dadurch wurde ich auf die Filme aufmerksam. Zu der Zeit kannte ich viele Shops, Quellen, Internetseiten etc. noch nicht – verdiente auch kaum Geld (folgte noch eine 2. Ausbildung wo ich drei Jahre kaum mehr verdiente), ich las viel (Eastern Lexikon z.B.). Da The One-Armed Swordsman auch in Deutschland wegen Kinoauswertung sehr bekannt war (Titel: Das Goldene Schwert des Königstigers), las ich vier über diesen Klassiker und viel über Jimmy Wang Yu – ich war also richtig heiss und gespannt auf den Film. Als damals die Dragon Dynasty DVD raus kam kaufte ich mir den Film – ich startete selbstständig Shaw Brothers Filme zu kaufen unabhängig ob ich die Titel beim Kumpel schon gesehen hatte oder nicht und war nach dem Schauen absolut begeistert, hin und weg! Und da war dieser Film einer der ersten = persönlicher Wert für mich!

Der Film ist einer meiner Lieblingsfilme der Shaw Brothers und Jimmy Wang Yu ist einfach ne coole Socke! Mag ihn sehr was Shaw Brothers Legenden angehen!

Der Film von Chang Cheh ist wunderschön gefilmt (z.B. die Sequenz welche im weissen Winter und Schnee spielen, tolle Kameraführung in den Kampfszenen), Jimmy Wang Yu ist der Held der Geschichte (er, der gehänselt, fertiggemacht, verkrüppelt und ausgelacht wurde kommt am Ende und macht sie alle nieder) und mit Blut wird auch nicht gespart. Der Soundtrack, gerade zu Beginn und am Ende (letzte Konfrontation zwischen Jimmy Wang Yu und seinem Meister, bevor er diesen für immer verlässt), klingt sehr schön.

Auch die anderen Darsteller gefallen mir, vor allem jedoch die Bösewichte. Von den Helden gefällt vor allem Tien Feng. Dieser spielt Wang Yus Meister. Bei den Bösewichten gefallen: Fan Mei-Sheng (der noch nicht so dick ist wie in späteren Shaw Brothers Filmen), Ku Feng und allen voran natürlich Yang Chi-Ching als Bösewicht. Das Finale ist absolut sehenswert und das Warten lohnt sich. Der Film erzählt auch eine Geschichte (Auswirkungen vom Handicap auf Wang Yus Figur, wie er lernt trotzdem zu kämpfen und sich eine eigene Technik beibringt, Liebesgeschichte) und besteht nicht nur durch Actionszenen – welche doch immer Mal wieder vorkommen. Der Wechsel Action – Story ist sehr ausgeglichen.

Wer die Shaw Brothers Filme mag, sollte diesen Klassiker gesehen haben! Wegweisend für das Genre und die Karrieren von Jimmy Wang Yu und Chang Cheh! Gefällt mir unheimlich gut.


Infos:

O: Du Bei Dao

HK 1967

R: Chang Cheh

D: Jimmy Wang Yu, Ku Feng, Tien Feng, Violet Pan Ying-Zi, Lisa Chiao Chiao, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der US DVD: 115:56 Min.

Gesehen am: Erstsichtung zwischen 2006-2008, Review überarbeitet: 27.11.17

Fassungen: Mir liegen drei Fassungen zum Film vor:

1. US DVD von Dragon Dynasty: Mit dieser DVD erfolgte die Erstsichtung. Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Leider war es, wie auch beim UK Label Hong Kong Legends, nur eine kurze Dauer, in welcher Dragon Dynasty die Fans mit coolen Vös zu coolen Filmen belieferte.

2. HK DVD in der One-Armed Swordsman Trilogy Box: Gekauft wegen den Teilen 2-3, welche es damals einzeln nicht zu kaufen gab. Die HK DVD von Teil eins habe ich noch nie geschaut. Wäre natürlich auch Uncut, hätte O-Ton, englische Subs, eine sehr gute Bild- und Tonqualität etc.

3. HK VHS: Da der Film einer meiner Lieblings Shaw Brothers Filme ist und Jimmy Wang Yu einer meiner Lieblings Shaw Brothers Legenden und der Film für mich einen persönlichen Wert hat, kaufte ich aus reinen Sammelgründen noch das HK VHS, welches ich auch gesichtet habe. Recht gute Bildqualität und im Gegensatz zu späteren restaurierten Fassungen keine Frame Cuts – ABER Vollbild (ausser im Vorspann und am Ende als «The End» eingeblendet wird) und somit fehlen an den Seiten viele Bildinfos und auch die englischen Subs sind abgeschnitten, so dass man viele Dialoge nur erahnen kann.

Wer den Film in Deutsch und in einer guten Fassung möchte, muss zur deutschen Blu Ray von T.V.P. greifen! Nachtrag 26.05.19: Als Sammelstück liegt mir neu das VHS aus Holland vor. Hat mir vom Cover gefallen. Billig auf Ebay erworben. Nachtrag Dez. 2024: Die neuste Fassung zum Film stellt die UK-Blu-Ray von Arrow Video dar (Shawscope Vol. 3). In dieser sind praktisch alle Filme durch Arrow Video selbst restauriert worden = keine Frame-Cuts. Wie Vol. 1 und 2 ist die Box limitiert und kommt mit einem Buch daher. Beim Film handelt es sich um einen meinen Lieblingsfilme der Shaw Brothers. Der Film, der erstmals 1 Mio. HKD an den Kinokassen einspielte und Chang Cheh und Jimmy Wang Yu über Nacht zu Stars machte. Unzählige Fortsetzungen und Nachahmer waren die Folge. Das Krüppel-Setting im Kung-Fu Film war geboren. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Auch die Extras sind interessant. Das Interview mit Jimmy Wang Yu (ca. 50 Min.) ist spannend. Wang Yu spricht in Englisch. Auch das Interview mit Ku Feng und Chiao Chiao waren informativ und interessant. Das Feature von Tony Rayns habe ich mir noch nicht angesehen, da er in diesem über die ganze Trilogie spricht. Ich werde das erst schauen, nachdem ich auch die Fortsetzungen aufgefrischt habe (sind in der Box auch enthalten). Dann kommen, auch beide Englisch sprechend, Sam Ho (Filmkritiker) und Daniel Lee (Regisseur vom Remake des Filmes) zu Wort. Das war ok, aber weniger interessant als von den eigentlichen Shaw Stars. Dann gibt es noch eine kurze Zusammenfassung (von Brandon Bentley) über weitere Krüppel-Filme von Wang Yu. Abgerundet wird die Disc mit Trailer & Audiokommentaren.