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Montag, 19. Januar 2026

Gallants

 

NIFFF 2010 / 2011 mit Chen Kuan-Tai in Amsterdam

Gallants

Story:

Ein Teehaus soll verkauft werden. Schwächling Leung King Cheung (Wong Yau-Nam) wird damit beauftragt. Doch den Verkauf lassen Dragon (Chen Kuan-Tai) und Tiger (Bruce Leung Siu-Lung) nicht zu, dessen Meister Law Sun (Teddy Robin Kwan) seit 30 Jahren im Koma liegt und der Besitzer des Grundstücks ist. Als Meister Law Sun aus dem Koma erwacht, hält er ausgerechnet Schwächling Leung King Cheung für seinen Schüler Dragon und bereitet ihn auf ein Kampfturnier, organisiert und gesponsert von Master Pong Ching (Michael Chan Wai-Man), vor…

Meine Meinung:

Gallants sah ich 2010 am NIFFF. Ein Jahr später liess ich meine HK-DVD in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signieren. Bei Gallants vom Regie-Duo Clement Cheng & Derek Kwok handelt es sich um eine Retro-Hommage ans klassische Kung-Fu-Genre. Daher wurden auch Altstars wie Chen Kuan-Tai (Challenge of the Gamesters, Man of Iron), Bruce Leung (Broken Oath, Call Me Dragon), Teddy Robin Kwan (To Spy with Love, Cops and Robbers), Michael Chan Wai-Man (The Invincible Killer, Black List) oder Venom-Star Lo Meng (Pursuit of a Killer, Crippled Avengers) im Film vereint. Das dazumal im Jahr 2010 noch erleben zu dürfen war schon eine tolle Sache. Der Film wurde zu Ehren von Bruce Leung neu angesehen, der Mitte des Monats verstorben ist.

Gallants hat, wenig überraschend, die Neusichtung bestanden. Der Film hat mir Spass und Vergnügen bereitet. Wer das klassische (Shaw Brothers) Kung-Fu Kino mag, wird am Film Freude haben. Nur schon aufgrund des Cast. Zu den oben genannten Recken sehen wir auch in der weiblichen Nebenrolle als Teddy Robins Ehefrau einen Altstar: Siu Yam-Yam spielte auch schon in Shaw Brothers Filmen mit, u.a. in The Teahouse an der Seite von Chen Kuan-Tai. Schön. Auch die jungen Newcomer um Wong Yau-Nam (Coffin Homes, Bursting Point), JJ Jia Xiaochen oder Ou-Yang Ching vermögen zu überzeugen. Der Film ist unterhaltsam und wartet mit einem tollen Intro, welches an Bruce Lee Filme erinnert, auf. Die Kampfszenen wurden realistisch eingefangen, sind schön choreographiert, bodenständig und es wurde als Stilmittel auch viel Zeitlupe verwendet.

Dabei bekommt Bruce Leung deutlich mehr Kampfszenen spendiert als z.B. sein Partner Chen Kuan-Tai oder Lo Meng. Michael Chan Wai-Man hingegen ist in keiner Kampfszene zu sehen. Dennoch machte seine Präsenz auch Freude. Er war gut mit Bruce Leung befreundet. Bruce Leung macht trotz seines Alters eine starke Figur. Seine Kicks sind noch immer eine Augenweide und mit viel Power garniert. Für die Kampfchoreographie ist auch ein Shaw Brothers Talent verantwortlich gewesen: Yuen Tak (Lovers Blades, Ambitious Kung Fu Girl). Er hat einen ausgezeichneten Job gemacht. Der mir unbekannte Li Haitao, der quasi den «Endgegner» spielt, hat mich auch überzeugt. Er feierte sein Filmdebüt, wie es scheint, auch in einer Shaw Brothers Produktion = Drunken Monkey aus dem Jahr 2003. Dort spielte er «Rocky».

Fazit: Spassig und unterhaltsam!

Infos:

O: Da Lui Toi

HK 2010

R: Clement Cheng, Derek Kwok

D: Chen Kuan-Tai, Bruce Leung Siu-Lung, Wong Yau-Nam, JJ Jia Xiaochen, Teddy Robin Kwan, Lo Meng, Michael Chan Wai-Man, Ou-Yang Ching

Laufzeit der HK-DVD: 96:94 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Neusichtung am:

Fassungen: Ich sah den Film am NIFFF 2010. Später kaufte ich mir die HK-DVD von KAM & RONSON, die 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert wurde. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, O-Ton und englische Subs sind auf der Disc enthalten. Der Film ist Uncut. In Deutschland als Tiger & Dragon Reloaded erschienen (auf DVD, Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Untertiteln).

Sonntag, 18. Januar 2026

Broken Oath


Broken Oath

Story:

Liu Chieh Lien (Angela Mao) will den Tod ihrer Eltern (u.a. Ho Mei) rächen. Nach ihrer Ausbildung in einem Shaolin Kloster zieht sie in die weite Welt los, um die Bösewichte (u.a. Michael Chan Wai-Man, Fong Yau, Jin Bong-Jin) zu finden und zu töten. Auch ein Geheimagent (Bruce Leung Siu-Lung) ist den Bösewichten auf der Spur…

Meine Meinung:

Broken Oath stammt vom ehemaligen Shaw Brothers und King Boxer Regisseur Chung Chang-wha (The Double Crossers). Der Koreaner ist nach seiner Zeit bei den Shaw Brothers (Heads for Sale) zu Golden Harvest gewechselt und drehte einige Filme mit dem damaligen weiblichen Golden Harvest Superstar Angela Mao (The Association). Ich sah mir den Film, den ich seit dem Dezember 2011 nicht mehr sah, zu Ehren von Bruce Leung (Bruce and the Iron Finger, The Dragon Lives Again, Gang Master) an.

Der 70er Jahre Eastern Star starb Mitte Januar 2026. Bruce Leung war vor allem als Darsteller und Choreograph bekannt. Zu seinen besten Werken zählen für mich Filme wie Bruce, Hong Kong Master, Call Me Dragon, The Good and the Bad oder Little Super Man (trotz dem Klamauk im ¼). Ihm zu Ehren habe ich drei Filme ausgewählt, welche ich aktuell schauen werde. Den Anfang machte Broken Oath. Der Angela Mao Klassiker gilt als Hong Kongs Antwort auf Lady Snowblood. Broken Oath hat die Neusichtung bestanden.

Der Plot ist simpel und die Kampfszenen sind solide und zuweilen spektakulär. Gegen Ende wird der Film besser und besser und gewinnt an Fahrt. Es gibt diverse spannende Waffen und Gimmicks, besonders bei den Bösewichten. Krallen aus Metall, Feuer oder mit messerscharfen bestückten Waffen im Finale (Sammo Hungs Waffe). Das war cool. Dazu kommt ein toller Cast von diversen Schauspielern, die über genug Martial Arts Wissen verfügen, um zu überzeugen. Angela Mao macht in den Kampszenen eine gute Figur, auch wenn sie leicht Charisma vermissen lässt und ihre Geheimtechnik mit den Skorpionen auf Dauer öde wirkt.

Was mich aber teilweise an ihr störte, aber das ist nur ein kleines Detail und Geschmackssache, war ihr Outfit. Das, was die meiste Zeit trägt, gefiel mir ebenso wenig wie ihre Frisur. Schade, dass sie während dem Film nicht so auftrat, wie im Finale. Die anderen zwei grossen Namen sind wie erwähnt Bruce Leung, der hier einen Agenten spielt. Er bekommt fast die spektakulären Kampfszenen spendiert, vor allem jene im Finale sind eine Augenweide. Dazu Michael Chan Wai-Man (The Delivery, The Kung Fu Kid, The Furious Killer) als harter Brocken, der sich im Finale mit Bruce Leung einen eindrücklichen Kampf liefert.

Der in Südkorea gedrehte Film wartet mit einer Choreographie von Yuen Woo-Ping (Wicked City, Snake in the Eagle’s Shadow) auf. Sogar Dean Shek (The Big Risk) bekommt einen kurzen Schlagabtausch spendiert. Rollen, in denen er kämpft, sind selten, aber vorhanden = (The Bravest Fist). Gegen Ende taucht Sammo Hung (Pantyhose Hero) als Bösewicht auf. Der liefert sich einen tollen Kampf gegen Angela Mao. Die beiden standen zusammen mit Carter Wong in mehreren Golden Harvest Produktionen vor der Kamera. Die Musik hätte des Filmes hätte besser sein können. Das waren lahme Archivklänge. Zu den tollen Duellen hätte Italo-Western Musik bestens gepasst und die Szenen noch aufgewertet.

Fazit: Für Angela Mao und Kung Fu Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Po Jie

HK 1977

R: Chung Chang-wha

D: Angela Mao, Michael Chan Wai-Man, Fong Yau, Bruce Leung Siu-Lung, Ho Mei, Ha Yue, Wang Lai, Dean Shek, Sammo Hung, Han Ying-Chieh, Jin Bong-Jin

Laufzeit der HK-DVD: 93:08 Min.

Gesehen am: Dez. 2011 / Neusichtung am: 18.01.26

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) = 2022 von Angela Mao signieren lassen, Uncut (= HK-Kinofassung), O-Ton mit englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität. Auf der UK-Blu-Ray von Eureka befindet sich nebst Kinofassung noch eine ca. fünf Min. längere Extended Version. Mir persönlich reicht die HK-Kinofassung (auf der HK-DVD). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Die Stunde der tödlichen Fäuste Review


Die Stunde der tödlichen Fäuste

Story:

Chen Sing wird aus dem Gefängnis entlassen. Er will mit dem Gangster-Leben aufhören. Dennoch findet er sich bald in der Gangster-Truppe wieder. Er plant, diese zu zerstören. Als der Boss davon erfährt, beauftragt er ausgerechnet Chen Sings Freund Michael Chan Wai-Man, ihn zu töten…

Meine Meinung:

Aka Tiger Force. Bei Die Stunde der tödlichen Fäuste handelt es sich um eine weitere Zusammenarbeit zwischen Chen Sing (The Ape Girl, Rage of the Wind, Dragon Squad) und Michael Chan Wai-Man (The Delivery, The Club, The Kung Fu Kid) nach Titeln wie Black List, The Good and the Bad, Thou Shall Not Kill, The Double Crossers, Jumping Ash und Bruce Lee the Invincible. Der Film, auf den Philippinen gedreht, ist ein Mix aus Gangster- und Actionstreifen im modernen Setting.  Regie führte Joseph Kong, der bereits mit Chen Sing und Michael Chan Wai-Man Filme drehte (= Tough Guy, Bruce's Fingers, The Furious Killer).

Ich mag diese 70er Jahre Gangster-Streifen mit Michael Chan Wai-Man. Vor allem dann, wenn er Bösewichte spielt. Hier ist es jedoch interessant zu sehen, dass seine Figur und jene von Chen Sing Freude sind und er von Gewissensbissen geplagt wird, als er vom Boss den Auftrag erhält, seinen Freund zu töten. Das gibt dem Plot eine spezielle Note. Schon fast leichte Heroic Bloodshed Motive. Das passt, da im Film auch viel Schusswaffen-Action vorkommt. Mir wären mehr Kämpfe hingegen lieber gewesen. Die Kampfszenen sind sehr solide und realistisch choreographiert.

Und wer war dafür verantwortlich? Einmal mehr der fleissige Yuen Woo-Ping (Hero Among Heroes, Wing Chun, Magnificent Butcher). Vor allem der erste Kampf von Michael Chan Wai-Man gegen den philippinischen Cop (eine Art-Sub Plot) war stark gefilmt und eindrücklich. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Der philippinische Cop kommt danach erst wieder im Finale vor, wenn natürlich das Gute, also die Polizei und Justiz, siegt. Es darf nicht sein, dass Selbstjustiz belohnt wird. Ein Merkmal, welches viele Filme der damaligen Zeit (zum Teil mit alternativen Enden, die für einige Märkte gedreht wurden) prägte. Der Film wird durch eine grandiose deutsche Synchronisation zusätzlich aufgewertet. Dank der kurzen Laufzeit ist der Film sehr kurzweilig und es gibt praktisch keine Längen.

Fazit: Fans von Michael Chan Wai-Man zu empfehlen!

Infos:

O: Da du xiao

HK 1975

R: Joseph Kong

D: Chen Sing, Michael Chan Wai-Man, Cheung Lik, Jimmy Lung Fong, Yukio Someno, Wong Mei, Sham Tsim-Po, Mung Lai-Sha, Protacio Dee, Rodolfo 'Boy' Garcia, Mark LeBuse

Laufzeit der deutschen VHS: 73:25 Min. / Laufzeit der südkoreanischen VHS: 89:23 Min.

Gesehen am: 12.09.15 / 2. Sichtung (Korea-VHS): 05.03.26

Fassungen: Mir lag das deutsche VHS von Monte Video vor. Der Vorspann fehlt. Ansonsten sah es in Sachen Action und Kämpfe Uncut aus. Weitere Vorteile: Widescreen Format und eine exzellente deutsche Synchro. O-Ton Fassungen sind mir nicht bekannt. Ob die deutsche DVD inhaltsgleich mit der VHS ist, ist mir nicht bekannt. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Sept. 2025). Nachtrag Dez. 2025: Es gibt eine VHS in Südkorea im O-Ton mit koreanischen Subs. Die läuft ca. 89 Minuten und ist deutlich länger als die deutsche VHS. Ich habe das VHS in einem Auktionshaus gesehen und versuche, es zu kaufen. Die Infos zu Laufzeit, Audio und Subs habe ich von meinem London-Dealer, der das VHS in der Sammlung stehen hat. Nachtrag März 2026: Für die 2. Sichtung lag nun die südkoreanische VHS von Samwon Production vor. In Mandarin mit koreanischen Subs und in einer längeren Fassung (Korea VHS = 89:23 Min., deutsche VHS = 73:25 Min.). Jedoch in Vollbild, während die deutsche VHS in Widescreen war. Ich hatte den Film gar nicht so actionreich in Erinnerung. Der Plot ist nichts Besonderes, aber es kommen, obwohl eine 1975er Produktion, schon fast Heroic Bloodshed Motive zum Tragen (zwischen Chan Sing und Michael Chan Wai-Man). Die Action ist abwechslungsreich (Prügeleien, Shoot-Outs, Messer, echte Autos, echte Speedboote, echte Flugzeuge, echte Hubschrauber). Die Bildqualität ist solide (Tag-Szenen) bis durchschnittlich (Nacht-Szenen).

Montag, 23. Juni 2025

Diamond Fight

Diamond Fight

Story:

Diamanten werden gestohlen. Diverse Gangster und die Polizei (Norman Tsui, Michael Chan Wai-Man, Wang Kuan-Hsiung, Don Wong Tao, Phillip Ko Fei, Meng Fei) sind hinter diesen her…

Meine Meinung:

Diamond Fight, der in einigen Filmdatenbanken (aus Deutschland) nicht Mal gelistet wird, ist ein Anfang der 80er Jahre Actionfilm im modernen Setting von Regisseur Lee Tso-Nam (Lady Piranha, Chinese Kung Fu Against Godfather, Magic Warriors). Lee Tso-Nam hat viele verschiedene Filme gedreht und auch Diamond Fight lohnt sich. Der Plot ist zwar dünn und nur Mittel zum Zweck, dafür kann sich der Cast sehen lassen. Es sind sehr viele bekannte Namen dabei. Den Motiven der einzelnen Figuren zu folgen, war mir hingegen nicht möglich. Meine VHS lag nur synchronisiert vor (Kantonesisch ohne Untertitel). Schlimmer war die Tatsache, dass die Bildqualität sehr schlecht war. In nicht wenigen Momenten war, da so dunkel, nichts zu erkennen.

Der Film bietet Namen wie Norman Tsui (The Secret, The Web of Death), Michael Chan Wai-Man (Black List, Ghost Festival), Wang Kuan-Hsiung (Shaolin Heroes, The Green Jade Statuette), Don Wong Tao (Death Duel of Kung Fu, Wild Panther), Phillip Ko Fei (The Club, The Gold Connection), Meng Fei (Eagle Flying in September, The Invincible Kung Fu Trio) und Gordon Lius japanische Ehefrau aus Heroes of the East = Mizuno Yuka, die hier auch ihre Brüste präsentieren darf. Allgemein gibt es mehrere anrüchige und schmuddelige Nacktszenen als Füllszenen.

Obwohl Michael Chan Wai-Man nur bis kurz vor die 60. Minute zu sehen ist, muss ihm eine Hauptrolle nachgesagt werden. Bis dahin kommt er nebst Wang Kuan-Hsiung, die zweite grosse Hauptrolle, am meisten vor. Norman Tsui & Don Wong Tao sind in Nebenrollen zu sehen und der Auftritt von Phillip Ko ist nochmals geringer. Da Michael Chan Wai-Man, wenig überraschend, einen Killer spielt, beinhalten seine Szenen Action-, Kämpfe- und Mordversuche. Nach dem Ausscheiden von Michael Chan Wai-Man flacht der Film zunächst merklich ab, da deutlich weniger Action- und Kampfszenen. Doch vor dem Finale steigert sich der Film in dieser Hinsicht wieder. Die Action, choreographiert von Blacky Ko Shou-Liang, kann sich sehen lassen.

Fazit: Kurzweilig, actionreich und stark besetzt. Für Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Bo sha

Taiwan 1981

R: Lee Tso-Nam

D: Norman Tsui, Michael Chan Wai-Man, Wang Kuan-Hsiung, Don Wong Tao, Phillip Ko Fei, Meng Fei, Mizuno Yuka

Laufzeit der US-VHS: 96:01 Min.

Gesehen am: 28.03.25

Fassungen: Mir lag das US-VHS von Rainbow Audio & Video vor = Statt Originalton Mandarin liegt der Film in Kantonesisch vor (ohne Untertitel), Vollbild. Leider war ausgerechnet die Bildqualität in mehreren Sequenzen, die auch Actionszenen bieten, so dunkel, dass nichts zu erkennen. Das war schon schade und schlimmer als das Vollbild, die fehlenden Untertitel oder den Kanto Track. Das VHS aus Südkorea ist leider nicht in Mandarin, sondern Englisch Dubbed. Englisch Dubbed sind auch VHS-Fassungen aus Griechenland und Skandinavien (Dänemark). Das VHS aus Spanien ist Dubbed in Spanisch. Es gibt keine DVD, keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Donnerstag, 5. Juni 2025

Black List

Black List

Story:

Die Brüder Zhao Ying-Long und Zhao Ying-Hu (Chan Sing und Henry Yu) sassen unschuldig im Gefängnis. Nach ihrer Freilassung nehmen sie sich die Männer (u.a. Michael Chan Wai-Man, Fong Yau) vor, denen sie das zu verdanken haben…

Meine Meinung:

Black List hat mir gut gefallen. Ich kaufte den Film nur weil Michael Chan Wai-Man (The Delivery, Gun & Rose, The Furious Killer) als Darsteller gelistet war. Er spielt hier eine seiner ersten Rollen und trotzdem ragt er mit Hemd und cooler Sonnenbrille schon aus der Masse hervor. Er spielt nicht die Hauptrolle und nicht den Hauptbösewicht. Er spielt einen von mehreren Männern, die von Chan Sing und Henry Yu als Helden und rächende Brüder um die Ecke gebracht werden. Michael Chan Wai-Man bekommt dabei einen dramatischen Abgang präsentiert und einen langen harten Fight zuvor gegen Chan Sing.

Das moderne Setting tut dem Film, der praktisch keine Story, sondern nur Kämpfe bietet, gut. Chan Sing und Henry Yu prügeln sich durch den Film von John Law Ma, der auch danach weitere Filme mit Michael Chan Wai-Man realisierte = Back Street (liegt mir in einer VHS aus China vor, der leider zu 99% überspielt wurde) und The Escaped Convict, ehe er Ende der 70er/Anfang der 80er sogar Filme für die Shaw Brothers drehte (Five Superfighters). Der zweite Grosse Name ist Chan Sing (The Bloody Fists, Tough Guy, Die Depesche des Todes), der die Hauptrolle spielt. Und er macht das nebst Henry Yu sehr gut.

Chan Sing sollte später auch mehrfach mit Michael Chan Wai-Man vor der Kamera stehen. Unter anderem sah man beide in Filmen wie Shaolin Warrior, Jumping Ash, Kung-Fu Killer oder The Good and the Bad. Der Hauptbösewicht wird gekonnt vom schmierigen Fong Yau (Chinese Hercules, The Dragon Lives Again, The Bravest Fist dargestellt. Sofort als ich ihn sah, wusste ich, dass er den Endgegner mimen würde. Eine Rolle, die er in den 70ern oft spielte. Ein bekanntes Gesicht, sozusagen. Und auch er stand mehrfach mit Michael Chan Wai-Man vor der Kamera.

Dem Film tut der Verzicht auf Klamauk gut. Und seine Härte und sein hohes Tempo. Bei einer angenehm kurzen Laufzeit von nur 80 Minuten gibt es sicher praktisch alle fünf Minuten eine Kampfszene zu sehen. Etwas nackte Haut und schmuddelige Momente runden den Film positiv ab. Und was besonders cool und stimmungsvoll war, war die Musik. Den Song El Condor Pasa gibt es hier unzählige Male zu hören. Der ganze Vor- sowie Abspann sind mit der Melodie versehen und später gibt es sogar zweimal gesungene Textstellen in Mandarin zu hören. Auf YouTube (zu dem Lied aus einer Szene des Filmes) finden sich nostalgische Kommentare von Menschen, die den Film 1975 in Lima, Peru im Kino gesehen habe. So cool!

Fazit: Für Basher, Chan Sing und Michael Chan Wai-Man Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Hei Ming Dan

HK 1972

R: John Law Ma

D: Chan Sing, Henry Yu, Michael Chan Wai-Man, Fong Yau

Laufzeit der chinesischen VHS: 80:32 Min.

Gesehen am: 12.03.25

Fassungen: Gesehen via VHS aus China = Vollbild, solide Bild- und Tonqualität, sah Uncut aus (inklusive einigen Nacktszenen), O-Ton Mandarin ohne Untertitel. Label, wenn ins Englische übersetzt: "Beicheng Repair Company". In den USA in einer 50+ Martial Arts DVD-Box enthalten: Vollbild und Englischer Dub. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2025).

Dienstag, 11. März 2025

Gun & Rose

Gun & Rose

Story:

Simon (Simon Yam) ist ein Sohn eines Gangsterbosses. Er strebt die alleinige Macht an. Dies führt zum Bruch mit seinem Halbbruder Alan (Alan Tang). Alan flüchtet nach Hong Kong, wo er sich ein unauffälliges Leben aufbaut. In Andy (Andy Lau) findet er einen neuen Verbündeten. Dumm nur, dass Simon seine Killer (Leon Lai Ming) losschickt, um Alan in Hong Kong zu erledigen…

Meine Meinung:

Nach dem doch eher schwachen Her Name Is Cat freute ich mich auf Gun & Rose. Den sah seit dem August 2012 nicht mehr und gemäss meinem alten Review gefiel mir der Film damals und eine gewisse Vorfreude war vorhanden. Dazu noch Namen wie Simon Yam (Twins of Kung Fu, Bullet in the Head, Hitman) als Bösewicht, Andy Lau (Shanghai 13, Magic Crystal, Heaven and Earth) oder Michael Chan Wai-Man (The Ming Patriots, Dragon Lord, The Deadly Breaking Sword). Doch leider konnte mich der Film nicht mehr überzeugen, wie dies bei der 1. Sichtung der Fall gewesen war.

Zwar ist der Film nicht langweilig, wirklich nicht, aber das Drehbuch ist total bescheuert. Im Mittelteil gibt es kaum Action, es gibt zu viel unlustigen Humor und das Over-Acting einiger der Figuren grenzte schon fast an eine Parodie (Wong Jing Humor) und am Ende geht dann alles (die Rache) viel zu schnell und Schlag auf Schlag. Schade. Alan Tang Kwong-Wing (Winners Takes All) fand ich wenig charismatisch oder überzeugend in der Hauptrolle. Carrie Ng (Angel Terminators) und ihren ganzen Sub-Plot mit Alan Tang hätte man streichen können.

Simon Yam spielt mehr eine Nebenrolle und ist praktisch nur am Anfang und am Ende zu sehen. Andy Lau hingegen war solide und positiv überrascht hat mich Rachel Lee Lai-Chun. Die beste Szene war der amüsante Gastauftritt von Michael Chan Wai-Man. Das musste ich wirklich Schmunzeln. Er geht gut ab und hatte sichtlich Spass an seiner Rolle. Die Action besteht aus rasanten Kampfszenen und blutigen Shoot-Outs. Davon gibt es vor allem zu Beginn und im Finale viel zu sehen.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Gehört nicht zu den besten Arbeiten von Clarence Ford…

Infos:

O: Lung Tang Sei Hoi

HK 1992

R: Clarence Ford

D: Simon Yam, Alan Tang, Andy Lau, Carrie Ng, Rachel Lee Lai-Chun, Michael Chan Wai-Man, Tien Feng, Wong Kim-Fung, John Ching Tung, Bowie Lam Bo-Yi, Leon Lai Ming

Laufzeit der HK-DVD: 100:07 Min.

Gesehen am: Aug. 2012 / Neusichtung am: 09.03.25

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von Mega Star = O-Ton, englische Subs, Uncut, solide Bild- und Tonqualität, Code-Free-Disc. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Sonntag, 23. Februar 2025

Hong Kong Adam's Family

Hong Kong Adam's Family

Story:

Triaden-Boss und Vater Sek (Sek Kin) und seine vier Söhne (u.a. Michael Chan Wai-Man, Shing Fui-On) erben Millionen von USD, wenn sie sich läutern und von nun an ein tugendhaftes Leben führen – weg von gebrochenen Frauenherzen, Casino-Einnahmen, Zwangsprostitution oder Schutzgelderpressungen. Den Lebensstil zu ändern, ist einfacher gesagt als getan, zumal die Konkurrenz (Lung Fong, Wu Fong), die sonst das Geld erbt, viel investiert, um der Familie Steine in den Weg zu legen…

Meine Meinung:

Ich freute mich, über ein Auktionshaus in China den eher seltenen HK-Film Hong Kong Adam's Family als HK-Laserdisc gefunden zu haben. Eine 1994er Komödie. Als grosser Michael Chan Wai-Man (The Deadly Breaking Sword, Talk to Me, Dicky, The Mad Cold-Blooded Murder) Fan war ich natürlich noch glücklicher, den Film mehr oder weniger zufällig gefunden zu haben. Mit Ausnahme von einzelnen Musikstücken, hatte der Film mit «Adam’s Family» aber nichts zu tun, auch wenn ich das nicht 100% sagen kann, da ich diese (mit Ausnahme des Namens) nicht kenne.

Leider muss ich eingestehen, dass mich der Film doch eher enttäuscht und teilweise auch genervt hat. Und das trotz derben, politisch unkorrekten Humors, wie sie in den 90ern oft im HK-Film zu sehen waren (Jokes über AIDS oder Dunkelhäutige). Der Cast wie Sek Kin (Enter the Dragon), Michael Chan Wai-Man, Lung Fong (The Fortune Code), Shing Fui-On (Doctor Vampire), Shum Wai (Who’s the Crook), Maria Cordero (School on Fire) oder William Ho Ka-Kui (Brother of Darkness) kann sich eigentlich sehen lassen.

Der Hauptgrund war die Tatsache, dass der Humor mit Ausnahme des wenigen politisch unkorrekten Humors nervend, unlustig und teilweise auch zum Fremdschämen einlud. Ich fand wenig witzig, muss ich sagen. Speziell schlecht war die Musik und der Einsatz von Musik- und Gesangsszenen. Ich denke, die Musik war fast das Schlechteste im Film. Billig und uninspiriert. 

Der Film ist zwar nicht langweilig und abwechslungsreich, aber inhaltlich wird auf grosse Überraschungen oder Highlights verzichtet. Die Zeit geht beim Schauen vorbei, aber es motiviert nicht, dass Gezeigte in Zukunft nochmals schauen zu wollen. Das Gamble-Finale, in welchem Maria Cordero aus dem Hut gezaubert wird, fand ich unspektakulär, wie eigentlich der gesamte Plot.

Fazit: Für eine Komödie zu unlustig und mit schlechter Musik ausgestattet. Schade um den Cast…

Infos:

O: Jian ren shi jia

HK 1994

R: Bosco Lam

D: Sek Kin, Michael Chan Wai-Man, Lung Fong, Shing Fui-On, Shum Wai, Maria Cordero, William Ho Ka-Kui, Wu Fong

Laufzeit der HK-LD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 15.12.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Star vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die LD war aber, wie auch die Verpackung, in keinem guten Zustand. Am Ende der 1. LD-Seite und am Ende der 2. LD-Seite kam es Abspielproblemen. So konnte ich ca. zwei Minuten vom Ende nicht schauen, während sich die Probleme der 1. LD-Seite immerhin spulen liessen. Andere Fassungen ausser einem US-VHS von World Video (Audio und Subs unbekannt) sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2024).

Montag, 17. Februar 2025

The Ming Patriots




Von Gordon Liu signiert

The Ming Patriots

Story:

Bösewicht Prince Yu (Chang Yi) jagt einer entflohenen Prinzessin und deren Meister nach. Diese sind im Besitz von Perlen und einer Liste, welche sie einem General der Opposition (Roy Chiao) übergeben wollen. Später werden die Gejagten von weiteren Bösewichten gejagt (u.a. Michael Chan Wai-Man, Lung Fei). Auf der Gegenseite werden die Prinzessin und ihr Meister von Zhao Yu-Jun (Judy Lee) und Li Tia-Long (Bruce Lai) begleitet, welche sie beschützten und gegen die Bösewichte ankämpfen…

Meine Meinung:

The Ming Patriots steht schon länger, vor allem aufgrund Michael Chan Wai-Man (The Big Boss Part II, Blooded Treasury Fight, Dragon Lord), auf der Wunschliste. Und jetzt kommt es: ich habe den Film schon in der Sammlung und den Streifen im Jahr 2009 schon gesehen! Doch das wusste ich bis Mitte Dez. 2024 nicht (mehr). Ich sah mir den Film sogar beim Kollegen an (mehr dazu unter Fassungen) und ich erinnerte mich nicht, den Film 2009 schon gesehen zu haben. Ob ich an Demenz leide? Oder zu viele gleiche Eastern schaue? Wohl letzteres plus die unterschiedlichen (Alternativ)Titel und Fassungen…

The Ming Patriots von Ulysses Au-Yeung Jun (The Nude Body Case in Tokyo, King of the Children, Island Warriors), eine Produktion von First Films, 1975 gedreht (zusammen mit anderen Klassikern wie u.a. The Secret Rivals, The 18 Bronzemen) ist ein sehenswerter Eastern. Der Plot ist weder originell noch neu. Im Grossen und Ganzen kann der Plot als eine lange Verfolgungsjagd beschrieben werden. Es gibt viele Kampfszenen. Nur vor dem Finale gibt es 2-3 kleinere Hänger. Abgesehen davon wird ein hohes Tempo mit vielen Kampfszenen an den Tag gelegt. Einzelkämpfe aber auch Gruppenkämpfe. Dazu: z.T. mit Italo-Western Musik, cool!

Die Kampfchoreographie stammt von Lau Kar-Wing (The 36th Chamber of Shaolin, Master of the Flying Guillotine, His Name Is Nobody) und Liu Chia-Liang (Shaolin and Wu Tang, Executioners from Shaolin, Dirty Ho). Das ist auch der Grund, warum der Film in der US-DVD-Collection Gordon Liu and the Lau Family zu finden ist (mehr dazu unter Fassungen). Der Film hat einen grossartigen Cast mit Namen wie Michael Chan Wai-Man, Chang Yi (Shaolin Traitorous, The Shaolin Kids, Profile in Anger), Bruce Lai (Dragon Force, The Gold Connection, The New Game of Death), Judy Lee (The Unique Lama, Imperial Sword, The Legend of Mother Goddess), Lung Fei (Story in Temple Red Lily, Right Overcomes Might), Carter Wong (The Mysterious Heroes), Roy Chiao (Good Bad & Losers) oder Lung Fong (The Rebellious Reign). Carter Wong und Roy Chiao haben nur kleine Rollen am Anfang bzw. am Ende.

Ich hatte vor allem an Michael Chan Wai-Man als Bösewicht, an Chang Yi als Endboss und Bösewicht (ich könnte schwören, dass er im gleichen Outfit schon in einem anderen Film als Bösewicht zu sehen war), an Judy Lee als toughe Kämpferin und Heldin und an Bruceploitation-Star Bruce Lai als Held Freude, der hier ausserhalb des Bruceploitation eine starke Performance bietet. Nebst den lahmen Hängern vor dem Finale wird der Film durch einen Comic-Charakter, der leider dann auch im Finalkampf mitmischt (plus das überraschende Auftauchen von Roy Chiao und seinen Männern) «gestört». Ich hätte mehr Freude gehabt, wenn der schier unbesiegbare Chang Yi durch Judy Lee und Bruce Lai besiegt worden wäre. Desweitern gibt es, ganz im Stil von Ital. Kannibalenfilme, eine unschöne Tiersnuff-Szene mit einem Schwein zu sehen. Abgesehen davon aber sehenswert!

Fazit: Eastern Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Zhong Yuan Biao Ju

HK 1976

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Michael Chan Wai-Man, Chang Yi, Bruce Lai, Judy Lee, Lung Fei, Roy Chiao, Carter Wong, Lung Fong, Jack Long Shi-Chia,

Laufzeit der libanesischen Betamax: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Sept. 2009 / Neusichtung: 11.12.24

Fassungen: Ich sah den Film beim Kumpel, nachdem ich einmal nicht erfolgreich versuchte, aus einem Auktionshaus in Hong Kong, einem VHS zu dem Film zu kaufen (Der Verkäufer fand die VHS angeblich in seinem Warenhaus nicht mehr). Mein Kumpel hat drei Versionen zu dem Film: Das US-VHS von World Video (Mandarin mit festen englischen & chinesischen Subs, 1,33:1), das deutsche VHS mit klarer Gewalt-Zensur (Titel: Stärker als 1000 Drachen) und eine Betamax aus dem Libanon (Englisch mit französischen und arabischen, gelben Subs, beste Qualität und an den Seiten am meisten Bild). Dazu kommt, dass bei der US-VHS, bei einem Rollenwechsel, längere Sequenzen am Stück fehlen, die auch Kampfszenen betreffen. Bei der Fassung aus dem Libanon fehlt auch eine Mini-Sequenz, aber im Grossen und Ganzen sah dort die Sequenz praktisch am komplettesten aus. Und am meisten Bild. Und die beste Qualität. Und davon habe ich sogar noch eine DVD von VideoAsia (als Revenge of the Patriots) = gemäss meinem alten Reviewe in einer schlechten Bildqualität (sogar von Work-Print Qualität spreche ich da oder längeren Sequenzen ohne Bild). Englisch. K.A. ob Uncut/Cut. Habe die Fassung verglichen. Die in der US-VHS fehlende Sequenz ist bei der DVD einfach ca. acht Sekunden schwarz (schwarzes Bild). Die Bildqualität ist deutlich schlechter als beim US-VHS oder der libanesischen Betamax. Die DVD wurde von Gordon Liu signiert (siehe Foto). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2024).

Montag, 9. Dezember 2024

The Big Boss Part II

 

The Big Boss Part II

Story:

Lo Lieh besucht seinen Bruder (Bruce Le) im Gefängnis und schwört, den Mörder seines Vaters zu finden und zu rächen. Lo Lieh nimmt ein Job-Angebot bei der Gangster-Braut Preeya Rongernaug an.  Für diese soll er verschwundenes Gold finden. Dieses wird bei Wang Pings Vater vermutet. Wang Ping und Lo Lieh verlieben sich, sehr zum Missfallen von Preeya Rongernaug und Wang Pings Vater (?), der Lo Lieh töten lassen möchte…

Meine Meinung:

The Big Boss Part II, nicht zu verwechseln mit Dragon Bruce Lee, Part II (aka The Big Boss 2 – Rache in Shanghai!, aka Big Boss 2), ist die nicht offizielle Fortsetzung zum Klassiker The Big Boss mit Bruce Lee. Einer HK-Produktion gedreht in Taiwan und Thailand, der durch die Tatsache, da verschollen und auf Heimmedium nicht zu erhalten, zum heiligen Gral in der Kung-Fu-Film-Szene mutierte. Severin Films haben dies 2024 geändert, auch wenn ich finde, dass besser mit dem Film hätte umgegangen werden dürfen = der Film liegt in einer Papierhülle und ohne auf dem Cover-Artwork erwähnt zu werden, vor. Schade. Dennoch: weltweit erste Heim-Medium-Veröffentlichung!

Das erinnerte mich leicht an den Umgang mit The Mystery of Chess Boxing (Eureka Vö). Im Vergleich ist The Mystery of Chess Boxing der aber viel bessere Filme. The Big Boss Part II ist eigentlich ein ziemlicher Trash-Heuler. Im leicht negativen Sinne. Die an sich simple Story wird total konfus erzählt. Es gibt Längen (vor allem am Anfang und Mitteilteil) und es gibt mehrere unfreiwillig komische Szenen zu sehen. Die beinhalten unblutige Schiessereien (auf einem Fluss) mit James Bond Musik, einen unspektakulären Unterwasserkampf mit einem Krokodil (hatte leichte Zombi 2 Vibes) und einen Medizinmann und Schlangen.

Zudem spielen die Figuren total naiv und die im Cast bekannten Namen wie Bruce Le (Black Spot, Concord of Bruce Lee, Bruce and the Shaolin Bronzemen) oder Michael Chan Wai-Man (The Delivery, Chinese Hercules, Spirits of Bruce Li) sind im Film praktisch nicht zu sehen. Bruce Le ist nur im Anfang im Gefängnis zu sehen. Keine Action-Szene. Sein Overacting à la Bruce Lee wirkt lächerlich. Michael Chan Wai-Man wird erstmals zwischen der 70.-80. Minuten gezeigt. Es bleibt bei zwei Szenen, wobei er immerhin kämpfen darf. Dabei wirkt er athletischer und agiler als sein Gegenüber Lo Lieh. Die beiden standen schon mehrfach zusammen vor der Kamera, nicht selten auch als Held und Bösewicht (The Concrete Jungle, Bruce's Fingers, Shaolin Hand Lock oder The Handcuff).

Die Hauptfiguren werden von Lo Lieh (Clan of the White Lotus, Ghosts Galore, Human Lanterns), Wang Ping (The Silver Spear, Killer from Above, Gambling for Gold) und den Thais. Preeya Rongernaug (Last Breath) sowie Krung Srivilai (Soul of Bruce Lee) gespielt. Dem Film von Regisseur Chan Chue (King Kong vs The Snake Phantom) hätten auch spektakulärere Kampfszenen gutgetan. Der Film wäre durch mehr Kampfszenen am Anfang und Mittelteil leicht aufgewertet worden. So gibt es vor allem im letzten Viertel viel Kampfszenen zu sehen. Das Ende erinnert leicht an die Fabrikkämpfe in The Big Boss. Und, wie nicht selten im asiatischen Kino der Zeit der Fall, wird die Rache und Selbstjustiz am Ende bestraft.

Fazit: Absolut kein Kracher und wird seinem legendären Ruf nicht gerecht. Aber Kung Fu Fans können dennoch einen Blick riskieren!

Infos:

O: Tang Shan Er Xiong

HK 1976

R: Chan Chue

D: Lo Lieh, Bruce Le, Preeya Rongernaug, Wang Ping, Krung Srivilai, Michael Chan Wai-Man

Laufzeit der US-Blu: Ca. 119 Min.

Gesehen am: 02.11.24

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor. Der Film wurde 2024 weltweit erstmalig auf Heim-Medium veröffentlicht, so wie es scheint. Bis zu dem Zeitpunkt galt der Film als verschollen. Der Film befindet sich in der limitierten The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1 Box. Jener, die nur über den Shop exklusiv verkauft wurde. Leider wurde dem Film wenig Bedeutung geschenkt: der Film wird nur in einer losen Papierhülle angeboten und wird auf dem Cover-Artwork nicht Mal erwähnt. Das finde ich, gerade für eine solche Rarität, sehr schade. Der Film liegt im O-Ton mit festen englischen und chinesischen Subs vor. Es handelt sich um einen 35mm Print. Die Bildqualität ist absolut hervorragend. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2024).

Dienstag, 24. September 2024

Blooded Treasury Fight

 

Blooded Treasury Fight

Story:

Der zum Tode verurteilte Yin Gan To (David Chiang) wird aus dem Knast entlassen, um bei einer gefährlichen Mission zu helfen: angeführt von Marshal Chow Kwan Han (Dorian Tan Tao-Liang) und seinem Team (u.a. Tsai Hung, Fan Mei-Sheng) soll er in der «Blood Mill» helfen, einen Perlenschatz zu finden. Das Gelände wird von Gangster-Boss Mill master (Michael Chan Wai-Man) und seiner Armee bewacht. Auch andere Parteien (u.a. Wang Chung) sind hinter den Perlen her. Als Marshal Chow verletzt zurückbleibt und sich Yin und Co. zur Mühle kämpfen und gefangen genommen werden, macht sich der nun genesene Marshal Chow und Co. (u.a. Wong Ching) auf, die Entführten zu befreien und den Schatz zu finden…

Meine Meinung:

Shaw Brothers Regisseur Pao Hsueh-Li (Oath of Death, Finger of Doom, Deadly Angels) hat mit Blooded Treasury Fight einen unabhängigen Kung-Fu-Film in der Form der Shaw Brothers Studios gedreht. Da weniger Budget vorhanden war, wurde viel in der Natur gedreht. Dennoch können sich die Anzahl Kampfszenen, deren Qualität und vor allem der namhafte Cast, sehen lassen. Ich fand den Film besser, als ich den in Erinnerung hatte. Vor allem Fans von David Chiang (A Mad World of Fools, Die 7 goldenen Vampire) und Michael Chan Wai-Man (The Deadly Breaking Sword, The Master Strikes Back) kommen voll auf ihre Kosten.

Interessant ist, dass Regisseur Pao Hsueh-Li schon mehrfach mit Michael Chan Wai-Man zusammengearbeitet hat. Nämlich in Eight Escorts, The Heroes sowie in The Beauty Escort. Interessant ist, dass zwei dieser Filme (nämlich Eight Escorts & The Beauty Escort) zusammen mit Blooded Treasury Fight von einem total unbekannten Label (= Colaborate Company Ltd.) auf VHS veröffentlicht wurde. Spannend. Ob es da einen Deal mit Michael Chan Wai-Man oder Regisseur Pao Hsueh-Li gab? Der Film bietet einen simplen Plot, der am Ende noch paar Twists bietet: wer wen warum verrät und wahre Identitäten. Nichts Neues im damaligen HK oder Taiwan-Kino. Wer die Stars kennt, wird auch die Figuren auseinanderhalten können.

Nebst David Chiang und Michael Chan Wai-Man tummeln sich nämlich Namen wie Dorian Tan Tao-Liang (Scorching Sun, Fierce Winds, Wild Fire), Fan Mei-Sheng (The Delinquent), Wang Chung (Have Sword, Will Travel), Wong Ching (Mobfix Patrol), Wu Ma (The Black Tavern) oder Tsai Hung (The Vengeance of Six Dragon) im Film. Fan Mei-Sheng scheidet schnell aus dem Film. Er hat verhältnismässig wenig Szenen abbekommen. Wu Ma hat nur einen Gastauftritt. Nebst den Namen gibt es noch andere Stars, die kämpfen können und in den Kampfszenen eine gute Figur machen. Vor allem die Finalkämpfe sind sehenswert. Da darf fast jeder Darsteller Mal gegen jeden kämpfen und mit Blut wird auch nicht gespart.

Fazit: Stark & sehenswert für Kung Fu-Film Fans!

Infos:

O: Xue rou mo fang

HK 1979

R: Pao Hsueh-Li

D: David Chiang, Dorian Tan Tao-Liang, Tsai Hung, Fan Mei-Sheng, Michael Chan Wai-Man, Wang Chung, Wong Ching, Wu Ma, Kim Jeong-Ran, Chan Bik-Fung, Jang Il-Do, Kao Chiang, Lee Kwan

Laufzeit der VHS von Colaborate Company Ltd.: 85:28 Min.

Gesehen am: Okt. 2011 / Neusichtung am: 15.08.25

Fassungen: Im Okt. 2011 sah ich den Film beim Kumpel als Englisch synchronisierte DVD von World Video. Danach verpasste ich einmal das Ocean Shores VHS aus Taiwan um eine Woche, welches auf Ebay gelistet war. Hätte O-Ton und Subs gehabt. Wurde für 250 USD verkauft. Von meinem Kanada-Dealer. Danach hätte ich eine VHS aus Südkorea kaufen können. Unbekannt ob die reguläre Fassung oder verändert (= Extraszenen oder HK-Stars mit koreanischen Stars ersetzt). Auf jeden Fall Dubbed in Koreanisch. Daher Mal liegen gelassen. Später bekam ich von keinem Deutschland-Dealer Angebote geschickt und sah Blooded Treasury Fight. Nach kurzer Info Audio-Optionen bestätigen lassen (Mandarin mit englischen Subs) und das VHS gekauft. Es kam aus Frankreich. Original VHS, aber ohne Hülle. Das Logo konnte niemand identifizieren. Der Franzose, von welchem es mein Deutschland-Dealer hat, meinte, es sei ein «Master-Tape» zum Erstellen von Kopien für Videotheken. Er selbst habe es von einem Bekannten, der in einem Chinatown einen Shop hatte. Durch Angebote von meinem China-Dealer konnte ich das Label identifizieren, ihm einen Namen zuordnen: Colaborate Company Ltd. Jedoch fand ich mit den Namen im Netz keine Infos. Das VHS kam bei mir defekt an. Die Band war gerissen. Nicht nur von der Spule, sondern auch vom Band. Ich konnte es am Flicken. Dies kann hier nachgelesen werden = HIER KLCICKEN. Nun sah ich mir den Film an. Original-Vorspann, O-Ton, englische Subs, bis auf Nachtszenen eine gute Bildqualität und wahrscheinlich Uncut. Schön, diese seltene O-Ton und englische Subs Fassung in der Sammlung zu haben. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Weitere Bilder:





Dienstag, 3. September 2024

The Beauty Escort

The Beauty Escort

Story:

Master Long (Shih Chung-Tien), Meister des Dragon Clan, wird im Duell getötet. Sein Nachlass (= Schwert) geht nicht etwa an seinen Sohn (Wang Chung) oder Tochter (Lily Li), sondern an Nan Gong-Ping (Ling Yun). Nan Gong-Ping befindet sich nun im Besitz des Schwertes seines Meisters. Dies sorgt intern für Konflikte. Der Tod von Master Long beinhaltet mysteriöse Geheimnisse, denen Nan Gong-Ping zusammen mit Cold blooded M (Nora Miao Ke-Hsiu) auf den Grund geht…

Meine Meinung:

The Beauty Escort ist eine von noch ca. 100 Videokassetten, welche ich 2019 aus meinem Südkorea Urlaub mitgebracht habe (siehe Bericht). Da habe ich noch längst nicht alles geschaut. Bei ca. 760 ungesehen Titeln aber auch wenig überraschend. The Beauty Escort ist ein Wuxia aus Taiwan aus dem Jahr 1979. Der Film erzählt einen komplizierten Plot, der einiges bewusst zurückhält um später viele Rückblenden mit Motiven oder dem Vorstellen von neuen Figuren aufzeigen zu können.

Das, zusammen mit dem Vollbild und abgeschnittenen englischen Untertiteln, macht die Story leicht wirr. Der Hauptheld wird von Ling Yun (Crazy Nuts of Kung Fu) gespielt. Ihm zu Hilfe eilt die mysteriöse Frau im Sarg, gespielt von Nora Miao Ke-Hsiu (The Kung Fu Kid). Nora Miao Ke-Hsiu macht das richtig toll, Ling Yun ist solide, aber da hätte ich z.B. lieber einen Tien Peng gesehen. Der Hauptbösewicht kommt erst in der ca. 53 Minute vor: Michael Chan Wai-Man (Spirits of Bruce Li). Der ist eine Wucht und bekommt auch die besten Kampfszenen ab. Wang Chung (The Informer) und Lily Li (Daggers 8) sind die «verirrten Neutralen» und Wong Ching (Sketch) spielt einen Banditen und später die rechte Hand von Michael Chan Wai-Man.

Der Film wird etwas vom Finale gerettet. Dieses war wirklich cool, spektakulär und lang anzusehen. Teilweise wird zu dritt gegen Michael Chan Wai-Man gekämpft, der sichtlich Freude an seiner Rolle hatte. Als Bösewicht mag ich ihn sowieso etwas mehr, statt als Helden. Hier blüht er in seinen kurzen Momenten richtig auf. Zudem haben die Kämpfer versteckte Gimmicks und coole, abwechslungsreiche Waffen auf Lager. Auf die ganze Laufzeit berechnet, ist der Film Dialog lastig und es gibt mehr Story/Handlung als Action. Umgekehrt wäre wünschenswert gewesen. Aber man kann im Leben nicht immer alles haben.

Fazit: Solide. Dank dem Finale interessant und sehenswert!

Infos:

O: Hu Hua Ling

Taiwan 1979

R: Pao Hsueh-Li

D: Shih Chung-Tien, Wang Chung, Lily Li, Ling Yun, Nora Miao Ke-Hsiu, Michael Chan Wai-Man, Wong Ching, Tsai Hung

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 83:13 Min.

Gesehen am: 05.06.24

Fassungen: Mir lag die südkoreanische VHS von Seo Jin vor = Statt 2,35:1 nur Vollbild, O-Ton Mandarin mit koreanischen, chinesischen und englischen Subs. Die englischen Subs sind an den Seiten beschnitten und selten aufgrund der koreanischen Subs nicht lesbar da überdeckt. Die Bildqualität ist durchschnittlich. Andere O-Ton Fassungen sind mir nicht bekannt. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Juni 2024). Die UK DVDs sind nur Englisch Dubbed und die HK-LD in Mandarin (ohne Subs) oder Englisch.