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Samstag, 3. April 2021

The Escaped Convict Review



The Escaped Convict

Story:

 

Ching Min (Michal Chan Wai-Man) wird von Tony und seiner Gangster-Bande angefragt, an einem Deal mitzuwirken, da sie dessen Ressourcen (Boxer) gut gebrauchen können. Doch Ching Min, der zudem früher Polizist war, will nichts mit illegalen Machenschaften zu tun haben. Daraufhin stellen Tony und Co. Ching eine Falle, welche diesen ins Gefängnis bringt. Ching Min kann jedoch ausbrechen und versucht mit seiner Freundin Tina (Si Ming) Tony und Co. zu stellen und seine Unschuld zu beweisen…

 

Meine Meinung:

 

The Escaped Convict ist ein ähnlicher Michael Chan Wai-Man Film wie The Concrete Jungle oder For Whom to Be Murdered. Alle drei Filme sind selten, wobei The Escaped Convict und The Concrete Jungle sicherlich rarer sind als For Whom to Be Murdered. The Escaped Convict ist ein kurzweiliger und actionreicher 70er Jahre Basher aus Hong Kong.

 

Der Film spielt, im Gegensatz zu vielen anderen Kollege seiner Art, nicht im klassischen Setting sondern im aktuellen Hong Kong der 70er Jahre. Und dies hatte seinen Charme – nebst den 70er Jahre Klamotten, Frisuren und gestohlenen Musikstücken, die teilweise richtig Laune machen (angeblich auch ein Morricone Song dabei).

 

Die Story ist sehr dünn. Der Film besteht mehr oder weniger aus (zu harmlosen) Basher-Kampfszenen und vielen Verfolgungsjagden. Es gibt sicher im Schnitt fast alle 5-10 Minuten eine Kampfszene zu sehen oder eine Verfolgung. Besonders die Verfolgungsjagden zu Fuss oder Motorrad sind schön, da abwechslungsreich im Setting. Kam mir fast schon vor wie ein Sightseeing, wenn durch das moderne Hong Kong "verfolgt wird". 

 

Michal Chan Wai-Man spielt Mal wieder ultracool und das typische 70er Jahre Outfit passt perfekt zu ihm. Wie er in einem Interview im Internet, in welchem er von seinem richtigen Triaden-Leben erzählte, waren es vor allem die 60er und 70er, die seine besten Jahre waren. Dies merkt man auch den Filmen von Michael Chan Wai-Man an.

 

Dennoch sehe ich ihn lieber als Bösewicht. Grund: die Kampfszenen waren zu zahm. Da bin ich von Michael Chan Wai-Man, der oft Bösewichte, Gangster oder Killer spielte, anderes gewohnt. Aber man kann ja nicht immer alles haben. Si Ming, eine sehr hübsche Frau und ebenfalls eine gute Figur machend, spielt überzeugend die Freundin von Michael Chan Wai-Man und darf auch in einer Action-Szene mitmischen (sie flieht auf einem Pferd vor Gangstern auf Motorrädern!).

 

Fazit: Aufgrund der Seltenheit des Filmes ein rares Stück Film für jeden Michael Chan Wai-Man Fan: wenn ihr den Film zum Kaufen seht, zuschlagen!

 

Infos:

 

O: 逃獄犯, Tiao yu fan

 

HK 1973

 

R: John Law Ma, Yu Chik-Lim

 

D: Michal Chan Wai-Man, Si Ming, Tang Ching, Yuen Fung, Chieh Yuen, Chu Gam

 

Laufzeit der HK-VHS: 81:51 Min.

 

Gesehen am: 13.01.21

 

Fassungen: Mir lag das HK-VHS von International Trade vor = Papp-Verpackung, Uncut, O-Ton, englische und chinesische Subs, gute Bildqualität aber diverse Jump-Cuts und Bild/-Störungen. Ist halt ein sehr altes und seltenes VHS. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2021).

Dienstag, 23. Februar 2021

The Concrete Jungle Review

The Concrete Jungle

Story:

 

Eine Frau (Gracy Tong Ka-Lai) wird von Gangstern (u.a. Michael Chan Wai-Man) entführt, verfolgt und vergewaltigt. Da schreitet ein Held (Lo Lieh) ein, der ihr das Leben rettet, während einer der Gangster sein Leben lässt. Die Polizei verdächtigt den Helden, der Mörder zu sein. Das Opfer will nicht zur Polizei und wird danach mehrfach von den Gangstern bedrängt, wie auch unser Held Lo Lieh…

 

Meine Meinung:

 

Mögt ihr die Michael Chan Wai-Man Filme wie For Whom to Be Murdered, The Invincible Killer, Deadly Chase for Justice, The Handcuff, Dress Off for Life oder Jumping Ash, so könnt ihr euch The Concrete Jungle bedenkenlos ansehen! Nach The Handcuff der 2. Film, in welchem sich Michael Chan Wai-Man die Hauptrolle mit Lo Lieh teilt (wobei dieser in The Handcuff nur eine Nebenrolle spielte).

 

Fans von Michael Chan Wai-Man und Lo Lieh (King Boxer) kommen in The Concrete Jungle voll auf ihre Kosten. Der Film ist auf die beiden Stars zugeschnitten, beide tragen den Film alleine und kommen ultracool daher. Lo Lieh ist der Held des Filmes, Michael Chan Wai-Man (natürlich) der Bösewicht. Lo Lieh hat etwas mehr Screentime abbekommen.

 

Der 70er Jahre HK-Film spielt im modernen Setting und präsentiert einig schöne Landschaften wie auch Stadtteile aus Hong Kong. Die Actionszenen beschränken sich auf Prügelszenen. Der Film an sich ist aber kein 08/15 Actionfilm, sondern wirkt vielmehr wie ein Action-Krimi gar schon Thriller. In ein zwei Szenen kommt gar Stimmung und Spannung auf. Am Ende gibt es mehr Story und Motive als erwartet. Schön.

 

Diesbezüglich wirkt der Film auch mehrheitlich westlich. Auf typischen HK-Humor wird nahezu verzichtet. Dies taten der Stimmung und Authentizität des Filmes gut. Was dieser hingegen etwas geschadet hat ist die Gutgläubigkeit und Naivität der Figuren. Da finden eine Vergewaltigung und ein Mord statt, und niemand meldet es der Polizei…

 

Fazit: Für Fans von Lo Lieh und Michael Chan Wai-Man uneingeschränkt zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Wei Ji Si Fu

 

HK 1974

 

R: Lo Chen

 

D: Lo Lieh, Michael Chan Wai-Man, Gracy Tong Ka-Lai, Lam Saan, Su Hsiang, Adam Cheng Siu-Chow

 

Laufzeit der Bootleg VHS: Ca. 79 Min. 


Laufzeit der HK-VHS: 78:54 Min.

 

Gesehen am: 16.12.20 / 2. Sichtung: 18.02.24

 

Fassungen: Mir ist nicht bekannt, ob es eine legale Fassung gibt (TW oder HK VHS?). Ich finde ausser Bootlegs keine Fassungen. In Datenbanken gibt es nur spärliche Infos zum Film, oft keine Reviews und in einigen Datenbanken ist der Film nicht Mal gelistet. Mir lag ein Bootleg VHS aus China vor. Das Front-Cover sieht nach einem Taiwan-VHS-Cover aus. Teilweise haben die Bilder (Rückseite) mit dem Film gar nichts zu tun. Das VHS hat eine schlechte Bildqualität, O-Ton und feste englische und chinesische Subs. Es fehlen jedoch insgesamt 36 (!) Minuten des Originalfilmes. Die ersten 26 Minuten wurden überspielt (dafür sehen wir Familienaufnahmen einer chinesischen Familie aus den 90ern, siehe Bilder unten) und die zehn Minuten vor der «The End» Einblendung fehlen völlig (Jump-Cut?). Diese Szenen wurde alternativ Online geschaut. Nachtrag 18.02.24: Für eine 2. Sichtung lag mir nun das HK-VHS von International Trade vor = Papp-Verpackung, O-Ton, feste englische und chinesische Subs, durchschnittliche Bildqualität, nur Vollbild, wohl Uncut. Im Vergleich zum Bootleg VHS aus China aber bessere Bildqualität. Die Untertitel sind besser lesbar. Das Master ist etwas schärfer. Toll ist sicher anders, aber die Qualität hat Charme. Der Film gefiel mir. Es ist schliesslich nicht oft zu sehen, dass Lo Lieh mehrfach im modernen Setting gegen Michael Chan Wai-Man kämpft! Coole 70er Jahre Stimmung, fetzige Musik und es sind genug Kämpfe vorhanden, um zu überzeugen. 

 



 Die ersten 26 Min. des Filmes fehlen und wurden durch private Kameraaufnahmen überspielt...


Sonntag, 13. Dezember 2020

For Whom to Be Murdered Review






For Whom to Be Murdered

Story:

Tin Yu und Lu Chan (Wong Yuen-San, Raymond Wong Pak-Ming) aus Singapur machen in Hong Kong Urlaub. Dort werden sie Zeuge eines Verbrechens und werden danach von einem Killer (Michael Chan Wai-Man) gejagt…

Meine Meinung:

For Whom to Be Murdered ist ein Mix aus Action und Krimi. Der Film beginnt mit einer surrealen Sequenz, die auch später als Traum(Deutung und/oder Vorahnung) dargestellt wird und die Frage die sich stellt: wer wird der Täter sein? Der Vorspann ist zusätzlich optisch originell und mit Standbildern aus dem Film kreiert worden. Schön.

Das 70er Jahre Setting ist hübsch anzusehen, vor allem da viele Filme aus der Zeit im klassischen Setting spielten. Die Geschichte in die Gegenwart zu versetzen stellt daher eine willkommene Abwechslung dar. Die Settings sind allgemein schön gewählt und die Gangster/Mörder/Krimi-Geschichte bietet ein-zwei kleinere Überraschungen, auch wenn die typische Naivität der Figuren (wie man es aus dem Hong Kong Kino der Zeit nicht anders kennt), teilweise auch grenzwertig ist (in Sachen Realismus).

Der Film nimmt sich für die Story Zeit. Held Wong Yuen-San hat mir gut gefallen, während sein Kumpel (mehr Nebenrolle) als Sidekick für Klamauk verantwortlich ist (gespielt von Raymond Wong Pak-Ming). Ansonsten ist der Film ernst und vor allem im letzten Viertel dreht der Film in der Hinsicht auf (Schaufel in Kehle rammen, Folter durch Bohrer etc.).

Zur Härte passt dann auch gut ein Michael Chan Wai-Man (The Invincible Killer) dazu, der hier der Hauptkiller und die rechte Hand des Böswichts spielt. So weit ich mich erinnere hat er keine einzige Dialog-Szene und kommt ca. 3-4x vor. Seine Szenen bieten Morde und harte Kampfszenen, in denen er eine gute Figur macht. Er überzeugt als (cooler) Antiheld und emotionsloser Killer.

Die Settings sind gut gewählt: HK City, Verfolgungsjagd (Zu Fuss, via Taxi, auf einem Zug), Strand/Klippe, Baustellen inklusive einiger sehenswerter Stunts (Zug, Motorrad), Meer (Start des Filmes in der auch Harpunen-Action nicht fehlen darf). Am Ende erinnert der Film sogar an einen Slasher à la Freitag er 13. Die Musik ist fetzig, cool und teilweise sicher aus (Italo?) Filmen zusammen geklaut worden.

Fazit: Für Fans von 70er Jahre Eastern zu empfehlen!

Infos:

O: Suen Wor

HK 1978

R: Patrick Yuen

D: Wong Yuen-San, Angie Chiu, Michael Chan Wai-Man, Lau Dan, Cheung Ying

Laufzeit des südafrikanischen Screener VHS: 85:32 Min. / Laufzeit der HK VHS: 85:10 Min. 

Gesehen am: 21.10.20 / 2. Sichtung am: 24.11.23

Fassungen: Habe den Film als südafrikanisches Screener VHS beim Kumpel gesehen = Uncut (85:32 Min.), O-Ton mit festen englischen und chinesischen Subs, leider nur Vollbild. Das VHS aus Deutschland (Wong Lee - Der Mann mit der Todesfaust) ist stark zensiert (wie auch die deutsche DVD = 72-73 Min.) aber wäre dafür in Widescreen. In HK gäbe es zumindest eine (Bootleg) VHS von International’s Video (O-Ton & englische Subs). Offizieller DVDs im O-Ton mit Subs und Uncut sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2020). Nachtrag 24.11.23: Für eine 2. Sichtung lag mir nun das HK-VHS von International Trade vor = Weniger Bildinfos an den Seiten (im Vergleich zur südafrikanischen Screener VHS Kopie), O-Ton, feste englische und chinesische Subs, machte einen unzensierten Eindruck. Bildqualität zuerst schlecht (was an der Kassette und nicht per se dem Master lag), im Verlauf dann gut. Film hat 2. Sichtung bestanden. Ich mochte die harten, wenn auch spärlichen Fights, die 70er Jahre Stimmung und Michael Chan Wai-Man als Profikiller vom Dienst. Unten noch ein abfotografierter Vergleich. Oben das HK-VHS (auf meinem Fernseher) und unten die Kopie, welche ich vor drei Jahren beim Kumpel geschaut (und fotografiert habe).