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Donnerstag, 14. Mai 2026

The Blade

The Blade

Story:

Ting On (Vincent Zhao Wenzhuo) rettet die Tochter (Valerie Chow Kar-Ling) seines Meisters (Austin Wai Tin-Chi) und verliert dabei einen Arm und stürzt in den vermeintlichen Tod. Doch Ting On überlebt und bringt sich selbst, auch mit nur einem Arm, eine Kampftechnik bei, die es ihm erlaubt, zu überleben. Denn er kennt nur ein Ziel: Rache am Killer (Xiong Xinxin) seines Vaters zu üben!

Meine Meinung:

The Blade von Tsui Hark (Shanghai Blues, Dragon Inn) stellt ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The One-Armed Swordsman mit Jimmy Wang Yu dar. Dem Chang Cheh Klassiker. Der Film entstand 1995 und zu einer Zeit, als das goldene HK-Kino schon fast erloschen war. Die Unsicherheit aufgrund politischer und geschichtlicher Ereignisse (1997 die Rückkehr nach China) wirkte sich auch negativ auf das HK-Kino aus. Zudem liess sich Tsui Hark vom Arthouse-Regisseur Wong Kar-Wai beeinflussen.

Obwohl The Blade teilweise sehr gute Kritiken bekam, nehme ich den Film als überbewertet wahr. Zudem ist The Blade nicht das, was ich von einem richtigen HK-Film der 90er erwarte. Ich sah mir The Blade heute, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal an. Im Januar 2006 sah ich den Film via UK-DVD und empfand den gemäss meinem uralten Review als gelungen. Als Warner Archive dazumal ihre DVD veröffentlichte, empfand ich The Blade nur noch als mittelmässig. Dies hat sich auch mit der neusten Sichtung nicht geändert.

Somit blieben Tsui Harks beste Filme nach wie vor Titel wie Once Upon a Time in China oder seine ersten drei Titel, die für die New Wave Bewegung immens wichtig waren: The Butterfly Murders, We're Going to Eat You sowie Dangerous Encounter - 1st Kind. Die drei Titel sind für meinen Geschmack nach wie vor die besten Titel, die Tsui Hark realisiert hat. Was mich seit der 2. Sichtung an The Blade am meisten gestört hat, störte mich auch bei der heutigen Sichtung. Trotz angepassten Erwartungen. Die Erzählweise des weiblichen Charakters und ihre Kommentare waren einfach nur nervend. Sie kommentiert das Geschehen und all ihre Szenen hätten entfernt gehört.

Ohne ihre nervenden Momente wäre der Film auch kurzweiliger gewesen. Die Dreiecksbeziehung fesselt nicht und man fiebert mit ihr auch nicht mit. Es ist zwar ganz nett, am Ende als alte Frau in der Rolle der Siu Ling einen Altstar wie Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife 1 + 2) zu sehen, aber im Grossen und Ganzen waren praktisch alle Momente mit Siu Ling und ihren philosophischen Dialogen ermüdend, nervend und zogen den Film unnötig in die Länge. Das war das grosse Minus des Filmes, dessen Laufzeit mit 109 Minuten zu lang ausgefallen ist. Desweitern gibt es vor allem in den ersten 53 Minuten auch kaum sehenswerte Actionsequenzen zu sehen.

Trotz Beteiligung von Namen wie Stephen Tung Wai (Mars Villa), Mang Hoi (The Blonde Fury) oder Yuen Bun (legt auch einen Gastauftritt hin) ist die Choreographie der Kampfszenen so schnell, so verwackelt und so unübersichtlich gefilmt, dass davon oft sowieso so gut wie nichts erkannt werden kann. Drei solche Choreographen an Bord zu haben und dann solche Actionszenen zu realisieren, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Dass weitere bekannte Gesichter in Gastauftritten nicht aufgefallen sind, überrascht bei der wilden Kameraführung nicht. Da wären u.a. auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und Ngai Sing (Flash Point) zu sehen gewesen.

Dennoch hat mich die wilde Kameraarbeit in den Kampfszenen diesmal nicht mehr sonderlich gestört. Da konnte ich die Erwartungen anpassen und damit meinen Frieden tätigen. Denn rein optisch ist der Film halt schon auch sehr gelungen und düster. Es gibt einige innovative Kamerafahrten die im Mix aus Geschrei, Chaos, Blut und Schlamm (zudem ohne einen Funken Humor inszeniert) bestens funktionieren und in der Tat einen interessanten Mehrwert darstellen. Vincent Zhao Wenzhuo (Once Upon a Time in China 4 & 5, Fong Sai Yuk) gibt alles und am meisten Freude hatte ich an Xiong Xinxin (Once Upon a Time in China and America) als Bösewicht. Der hat mich schon bei der ersten Sichtung absolut überzeugt und der Finalkampf allein empfand ich schon immer als sehenswert. Da kommen Samurai- und Italo-Western Vibes zum Tragen! Sehr cool!

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Für mich leider nur eine durchschnittliche Arbeit, die aufgrund des Finalkampfes und der Optik des Filmes knapp in der Sammlung bleibt…

Infos:

O: Dao

HK 1995

R: Tsuo Hark

D: Vincent Zhao Wenzhuo, Valerie Chow Kar-Ling, Xiong Xinxin, Austin Wai Tin-Chi, Moses Chan Ho, Suet Nei, William Ho Ka-Kui, Michael Tse Tin-Wah, Ngai Sing, Yuen Bun

Laufzeit der US-DVD: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Warner Archive vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland gibt es den Film nur in Deutsch auf DVD (Titel: The Blade - Das zerbrochene Schwert). Die deutsche Synchronisation soll «miserabel» sein. Wer eine Blu-Ray möchte, muss nach USA oder England schauen (The Criterion Collection).

Samstag, 27. Dezember 2025

Once Upon a Time in China and America Review

Once Upon a Time in China and America

Story:

Als Wong Fei-Hung (Jet Li) und Co. (Rosamund Kwan, Xiong Xinxin) von Indianern angegriffen werden, verliert Wong Fei-Hung sein Gedächtnis. Er landet bei den Indianern (u.a. Daniel Luján, Jason De Hoyos, Chrysta Bell Zucht), während sich Aunt Yee (Rosamund Kwan) auf die Suche nach ihm macht. Derweil planen Gangster (u.a. Ryon Marshall, Joseph Sayah) einen Raub. Aunt Yee wird vom neuen Hilfssheriff (Jeff Wolfe) unterstützt…

Meine Meinung:

Den Film sah ich bisher nur ein einziges Mal als alte HK-DVD. Das war irgendwann zwischen 2002-2006. Ich wusste praktisch nichts mehr über den Film. Ich wusste nur noch, dass es eine Mischung aus Wong Fei-Hung und Western ist inklusive Indianer. Jackie Chan bediente sich kurz darauf eben dieser Mischung und wurde mit seinen zwei US-Komödien Shang-High Noon und Shanghai Knights sehr erfolgreich. Etwas, was Jet Li und Sammo Hung vom sechsten und letzten Teil der Once Upon a Time in China-Reihe nicht behaupten konnten.

Nachdem Jet Li (Martial Arts of Shaolin, Hitman, Fong Sai Yuk II) nach dem dritten Teil der Reihe ausstieg, kehrten er und Rosamund Kwan (Undeclared War, The Assassin, Long Good Bye) wieder zurück. Aus den Vorgängern blieb nebst Tsui Hark (als Produzent) nur noch Xiong Xinxin (Forced Nightmare, Hero Among Heroes, Wonder Seven) übrig. Neu kommen viele Ausländer dazu, die in die Rollen der Amerikaner oder Indianer schlüpfen. Mir sind die Namen um Jeff Wolfe, Joseph Sayah oder Chrysta Bell Zucht unbekannt. Die Actionszenen besorgte Regisseur Sammo Hung (Bruce, Hong Kong Master, Shaolin Traitorous, Twilight of the Warriors: Walled In).

Der Film ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht sonderlich toll. Eigentlich empfehle ich aus der Once Upon a Time in China Reihe nur drei Teile. Den ersten, den zweiten und den fünften (mit den Piraten). Die anderen Teile sind uninteressant und können getrost links liegen gelassen werden. Zwar wurde Sammo Hung und sein Team für die Action-Szenen nominiert (Hong Kong Film Awards), aber die Kampfszenen kommen nicht an jene der Vorgänger ran. Unterhaltsam wars hier und da trotzdem. Aber die ganze Machart des Filmes wirkte irgendwie «billig».

Der Humor funktionierte meist kaum und praktisch alle Figuren sind stereotypische 08/15 Klischees. Auch die Musik wirkte meistens billig. Das bekannte Theme des Filmes gibt es nur noch selten und oft in abgewandter Form zu hören. Einige «lustigen» Szenen haben Fremdscham-Charakter. Zudem mag ich solche Plots nicht, wenn die Hauptfiguren ihr Gedächtnis verlieren und dann erstmal weg vom Fenster sind. Das hat so Dean Shek (A Better Tomorrow 2) oder Chow Yun-Fat (God of Gamblers) Vibes. Jet Li Fans empfehlen ich den ein Jahr zuvor gedrehter Black Mask.

Fazit: Unnötiges Comeback!

Infos:

O: Wong Fei-Hung: Chi Sai Wik Hung See

HK 1997

R: Sammo Hung

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Xiong Xinxin, Jeff Wolfe, Richard Ng, Ryon Marshall, Joseph Sayah, Daniel Luján, Jason De Hoyos, Chrysta Bell Zucht

Laufzeit der US-Blu: Ca. 102 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Dez. 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Criterion (Once Upon a Time in China: The Complete Films) = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut, Extras (Making of und Behind the Scenes Special). Gibt es auch in Deutschland auf Blu-Ray.

Montag, 22. Dezember 2025

Once Upon a Time in China IV Review

Once Upon a Time in China IV

Story:

Wong Fei Hung (Vincent Zhao) und Co. (Max Mok, Xiong Xin-Xin, Jean Wang) geraten zwischen die Fronten der Red Lantern Society, welche es auf alle Ausländer und die Regierung abgesehen hat, und an die Deutschen, welche zusammen mit Verrätern (Chin Kar-Lok, Billy Chow) vor Ort die Macht an sich reissen wollen…

Meine Meinung:

Im dritten Teil soll es Differenzen gegeben haben. Das erklärt auch, warum Tsui Hark (der immerhin noch am Drehbuch beteiligt war), Jet Li (The Last Hero in China) sowie Rosamund Kwan (Twinkle Twinkle Lucky Stars) nicht mehr mit von der Partie waren. Aus dem Vorgänger kehren Xiong Xin-Xin (nur noch als Comic-Charakter) und Max Mok (dank Klamauk total nervend) zurück.

Die grösste Änderung widerfuhr den Volkshelden Wong Fei-Hung. Dieser wird nun durch Newcomer Vincent Zhao gespielt, der in Fong Sai Yuk als Bösewicht und Endgegner von Jet Li zu Gefallen wusste. Seine grösste Rolle solle er in Tsui Harks The Blade spielen. Er macht als Ersatz von Jet Li eine solide Arbeit, auch wenn er mir als Bösewicht (in Fong Sai Yuk) besser gefiel. Die Präsenz war eindrücklicher. Die Bösewicht-Rolle stand ihm besser.

Als Bösewichte sind im 4. Teil der Reihe die Deutschen zu sehen. Lustig ist die Tatsache, dass hier im Originalton wie in Stirb langsam, viel Deutsch gesprochen wird. Zwei Chinesen als Verräter helfen den Deutschen: Chin Kar-Lok (steht zu Recht im Schatten seines älteren Bruders Chin Siu-Ho) sowie Billy Chow (Queen’s High). Solide Darbietungen, aber nichts was in Erinnerung bleibt (ausser der Szene mit dem Pferd = Pferde haben in dem Film allgemein wenig zu lachen).

Leider hat mir der vierte Teil nur wenig gefallen. Der Humor war nervend, der Plot wenig originell (ein Mix aus den Inhalten der beiden Vorgänger) und es gab keine einzige Kampfszene, welche die Klasse der ersten zwei Teile (Jet Li, Donnie Yen) erreicht hat. So gesehen ein kleines Ärgernis und nach dem schwachen dritten Teil der bisher zweitschwächte Film der Reihe.

Fazit: Zusammen mit dem Vorgänger vergessenswert!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten

Infos:

O: Wong Fei-Hung IV: Wong Je Ji Fung

HK 1993

R: Yuen Bun

D: Vincent Zhao, Max Mok, Chin Kar-Lok, Billy Chow, Xiong Xin-Xin, Jean Wang

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: Jan. 2007 / Neusichtung am: 02.12.25

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die US-Blu-Ray von Criterion vor = Once Upon a Time in China: The Complete Films = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs, diverse Extras. In Deutschland gibt es nach wie vor die DVD-Ausgabe von Splendid, welche ich auch im Januar 2007 erstmals sah = Uncut aber kein O-Ton und eine mässige deutsche Synchronisation machen das Sehvergnügen eher zu einem Ärgernis.

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Once Upon a Time in China III Review

Once Upon a Time in China III

Story:

Wong Fei-Hung (Jet Li) begibt sich zusammen mit seiner Freundin und seinem Schüler (Max Mok) nach Peking. Dort bekommen sie es mit Drachentänzen, einem rivalisierenden Russen (John Wakefield), der es auf seine Freundin (Rosamund Kwan) abgesehen hat, einem Kung Fu Meister (Xiong Xin-Xin) und einem geplanten Attentat auf den chinesischen Diplomanten Li Hongzhang (Ge Cunzhuang) zu tun…

Meine Meinung:

Den dritten Teil der Reihe empfand ich schon bei einer vergangenen Sichtung des Filmes als schwach. Auch abgesehen vom direkten Vergleich mit den beiden Vorgängern. Aus dem 2. Teil kehren Jet Li (The Last Hero in China, The One, The New Legend of Shaolin), Rosamund Kwan (Vengeance Is Mine, Long Good Bye, Long Road to Gallantry) sowie Max Mok (An Eye for an Eye, No Way Back, Pedicab Driver) zurück. Die spielen alle die gleiche Rolle. Neu ist, dass Wong Fei-Hung nun mit der 13. Tante verheiratet ist.

Scheinbar soll es auch zwischen Jet Li und Regisseur Tsui Hark (Dangerous Encounter - 1st Kind, Dragon Inn, Police Assassins) zu Differenzen gekommen sein, was der Grund sein könnte, warum Jet Li bei den nächsten zwei Fortsetzungen nicht mehr als Volksheld gecastet wurde. Der Film ist im Vergleich zum Vorgänger harmlos, zu lustig. Der düstere Grundton des Vorgängers wurde leider nicht beigehalten. Das führt aber auch dazu, dass der Zuschauer nie um Wong Fei Hung oder dessen Truppe besorgt sein muss. Es ist klar, dass ihnen nie was passiert und die Bösewichte sind alle schwach und kein Vergleich mit Donnie Yen und Co.

Der Plot ist uninteressant. Es sind zu viele uninteressante Nebenplots vorhanden (der Russe, der auch in Rosamund Kwan verliebt ist, das geplante Attentat, die Heirat). Natürlich musste der Film auf seine Länge (fast zwei Stunden Laufzeit) gebracht werden. Weniger wäre mehr gewesen. Die Inhalte konnten mich weder überzeugen, noch fesseln, nicht begeistern. Auch die Kampfszenen haben mich nicht überzeugt. Viel zu unrealistisch, zu viel Wirkwork (alle Szenen mit Xiong Xin-Xin), zu viele Drachentänze. Bodenständiger hätte mehr meinem Geschmack entsprochen.

Fazit: Wäre der Film nicht in einer Sammelbox, würde der aus der Sammlung fliegen. Den dritten Teil kann man getrost links liegen lassen…

Gefolgt von: Once Upon a Time in China IV

Infos:

O: Wong Fei-Hung III: Si Wong Jaang Ba

HK 1993

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok Siu-Chung, Xiong Xin-Xin, Lau Shun, John Wakefield

Laufzeit der US-Blu: Ca. 111 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 20.11.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Criterion (Once Upon a Time in China: The Complete Films) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt Unmengen an exklusiven Extras (Interview mit Tsui Hark und John Wakefield sowie 20 Minuten an geschnittenen Szenen). In Deutschland von Splendid auf Blu-Ray erscheinen.

Mittwoch, 16. Juli 2025

Once Upon a Time in China II

Once Upon a Time in China II

Story:

1895 in China:

Wong Fei Hung (Jet Li), sein Schüler (Max Mok) und seine 13. Tante (Rosamund Kwan) reisen nach Shanghai. Dort treibt die Sekte White Lotus unter ihrem Anführer Gao Kung (Xiong Xin-Xin) ihr Unwesen. Diese haben es vor allem gegen die Engländer abgesehen und führen Terroranschläge durch. Zur gleichen Zeit wird Dr. Sun Yat-Sen (Zhang Tielin) zum Staatsfeind erklärt. Wong Fei Hung nimmt den Kampf gegen die White Lotus Sekte auf und setzt sich, da Dr. Sun Yat-Sen unterstützend, auf die Todesliste von Commander Lan (Donnie Yen)…

Meine Meinung:

Kann Tsui Hark (Aces Go Places II, A Better Tomorrow 3, Black Mask 2: City of Masks) an seinen Vorgänger-Hit Once Upon a Time in China anknüpfen? Ja, das kann er. Diesen übertreffen? Nein, das nicht. Die Fortsetzung zu Once Upon a Time in China hält das hohe Qualitäts-Level des Vorgängers. Nebst Jet Li kehrt noch Rosamund Kwan zurück. Kent Cheng entfällt und die im ersten Film von Yuen Biaos gespielten Figur wird folgerichtig von Max Mok gespielt. Neu an Bord sind Shaw Brothers Legende David Chiang, Xiong Xin-Xin als Bösewicht (kommt im 3. Teil in einer neuen Rolle wieder vor) und Donnie Yen als 2. Bösewicht.

Jet Li (The Sorcerer and the White Snake, The Master, Martial Arts of Shaolin) bekommt diesmal mehr Screentime. Er darf sein Können erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen. Er scheint für die Drahtseil-Akte und Kampfszenen wie geschaffen. Und dank der Zusammenarbeit mit Choreograph Yuen Woo-Ping (Eine Prise für tödliche Pfeifen, Shaolin Drunkard, Dreadnaught) werden die Kampfszenen erneut zum Highlight des Filmes. Rosamund Kwan (Undeclared War, The Assassin) bekommt weniger Screentime. Sie ist u.a. in einer amüsanten Szene über Hundefleisch zu sehen. Dass Yuen Biao ersetzt wurde, war korrekt, da sein Potenzial total verschwendet wurde. Die Rolle seiner Figur wird nun von Max Mok (An Eye for an Eye, Usurpers of Emperor's Power) gespielt.

Als Shaw Brothers Fan war ich erfreut zu sehen, dass ja auch David Chiang (The Shanghai Thirteen, The Boxer from Shantung, Blooded Treasury Fight) mitwirkt. Allerdings spielt dieser eine relativ unbedeutende Nebenrolle und dies ohne Action. Von Donnie Yen (Blade II, Ip Man 4: The Finale, Special ID) hätte ich mir mehr Screentime gewünscht. Mit der (White Lotus) Sekte wird zu viel Zeit verschwendet und das Overacting von Xiong Xin-Xin (stand schon in The Blade in einem Tsui Hark Film vor der Kamera) war z.T. fast zu viel des Guten. In einem Gastauftritt sehen wir noch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness). Donnie Yen kehrt hier auch zu seinem Entdecker Yuen Woo-Ping zurück. Unvergessen sind dessen Zusammenarbeiten wie Drunken Tai Chi, Mismatched Couples oder In the Line of Duty 4.

Dass geschichtlich reale Figuren (nebst Wong Fei Hung) wie Sun Yat-sen in den Plot integriert wurden, wusste ich gar nicht mehr. Er floh von den Kommunisten aus China nach Taiwan, der Rest ist Geschichte. Dass ist auch der Grund, warum China Taiwan täglich droht und provoziert. Der Film ist einen Tick ernster als der Vorgänger, was mir gefiel. Ernster heisst düsterer, weniger Klamauk und teilweise geht es überraschend brutal zu, wenn vor allem Westliche mit brennenden Pfeilen angegriffen werden. Zudem fand ich es positiv, dass der Fokus diesmal mehr auf Jet Li liegt, und nicht seinem Schüler oder anderen Drittpersonen.

Fazit: Schon allein aufgrund des Finalkampfes ist der Film sehenswert! Must See Titel für Jet Li und Donnie Yen Fans!

Gefolgt von: Once Upon a Time in China III

Infos:

O: Wong Fei-Hung II: Nam Yi Dong Ji Keung

HK 1992

R: Tsui Hark

D: Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok, Donnie Yen, David Chiang, Xiong Xin-Xin, William Ho Ka-Kui, Zhang Tielin

Laufzeit der US-Blu: Ca. 112 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neue Sichtung am: 20.04.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray via der Once Upon a Time in China: The Complete Films Box von Criterion Collection = O-Ton, Englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt diverse Extras wie u.a. ein Interview mit Donnie Yen oder eine Doku über Wong Fei Hung. Ich bin aber nicht dazu gekommen, mir die Extras anzusehen. Gibt es in Deutschland von Splendid Film auf Blu-Ray (auch Uncut, mit O-Ton und deutschen Subs).

Montag, 30. Oktober 2023

Forced Nightmare


Horroktober 2023

Forced Nightmare

Story:

Mainland-China Hellseherin Jia Ling (Sandra Ng), die über telekinetische Kräfte verfügt, reist via Bus zusammen mit anderen Festland-Chinesen (u.a. Yau Gin-Gwok) nach Hong Kong. Auf dem Weg nach HK verunfallt der Bus. Alle ausser Jia sterben. Doch danach geht die Reise weiter, so als sei nichts geschehen. Doch die Toten sind nun als Geister auf der Erde unterwegs und brauchen die Hilfe von Jia und einem HKer Taoist-Priester (Lam Ching-Ying)…

Meine Meinung:

Forced Nightmare bekam ich aus Indonesien. Die Laserdisc lag länger ungesehen rum. Zum einen gibt es fast zu viele solche durchschnittlicher HK-Geister-Komödien, zum anderen haben mich die fehlenden englischen Subs abgeschreckt – weil genau das ist, besonders wenn es sich um eine Komödie handelt, schade: nichts verstehen = weniger lustig. Das HK-Label Star hat leider fast immer auf englische Untertitel verzichtet, siehe Filme wie Visa to Hell, Excuse Me, Please, That’s Money, Armageddon, Mountain Warriors oder Live Hard. Zum Teil sehr sehenswerte Filme…

Regie führte Lau Sze-Yu. Der muss sich im Ghost-Comedy Genre wohlgefühlt haben. Seine kurze Karriere hat es fast ausschliesslich solchen Filmen gewidmet: Ghost Fever, Ghost Busting (steht noch auf Wunschliste), My Neighbours Are Phantoms und den Stephen Chow Film Look Out, Officer!. Interessant, wenn man bedenkt, dass er in Sachen Shaw Brothers seine Regie-Anfänge hatte (New Tales of the Flying Fox, The Young Vagabond).

Forced Nightmare hat mir sehr gut gefallen. Ich fand den Film besser als erwartet und würde den Film als eine der besseren 90er Jahre Ghost Comedys aus Hong Kong betiteln. Trotz fehlender englischer Untertitel fand ich den Film amüsant, auch wenn er sicherlich noch lustiger gewesen wäre, hätte ich die Dialoge verstanden. Der Film bietet genau den Humor, den ich mag: Effektiv, fantasievoll, eklig. Das in Kombination mit coolen Fantasy- und Kampf-Szenen hat mir sehr zugesagt.

Sandra Ng (Ghost in Me, The Inspector Wears Skirts), vielleicht einer ihrer besten Rollen ohne nervend zu agieren, und Mr. Vampire Star Lam Ching-Ying (The Dead and the Deadly, Prince of the Sun) tragen den Film und überzeugen beide. Aber der Film gehört definitiv Sandra Ng. In Nebenrollen sind Namen wie Michael Chow Man-Kin (The Sparring Partner), Xiong Xin-Xin (Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten) oder Charlie Cho Cha-Lee (The Two Jolly Cops) zu sehen. Die Spezialeffekte (egal ob Make-Up-Masken oder CGI/Laserstrahlen) waren genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Unterhaltsame und lustige Ghost-Comedy aus Hong Kong mit einer grossartigen Sandra Ng!

Infos:

O: Hua Gui Lu Xing Tuan

HK 1992

R: Lau Sze-Yu

D: Sandra Ng, Yau Gin-Gwok, Lam Ching-Ying, Wu Fung, Chang Tseng, Michael Chow Man-Kin, Hon Pooi-Saan, Xiong Xin-Xin, Eliza Yue Chi-Wai, Charlie Cho Cha-Lee

Laiufzeit der HK-LD: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Okt. 2023 / 2. Sichtung: Ende Dez. 2024

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Star vor = O-Ton aber leider ohne englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Den Film dürfte es vom gleichen Label (und ohne englische Subs) auch noch auf VHS und VCD geben. Eine DVD-Fassung, eine Fassung im O-Ton mit englischen Subs, eine deutsche Fassung und eine Blu-Ray Vö sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2023). Auch die US-Fassung (US-VHS von World Video) ist nur in Kantonesisch ohne Subs. Nachtrag Dez. 2024: Für eine 2. Sichtung lag mir nun die VCD aus Malaysia vor. Der Film wurde vor Ort auch als LD veröffentlicht. Der Vorteil dieser Fassung ist die Tatsache, dass englische und chinesische Subs (im Master) vorhanden sind. Da es sich um eine Ghost Comedy handelt, macht Forced Nightmare mit verständlichen und englischen Subs nochmals eine Schippe mehr Spass als mit der HK-LD, die ca. für einen 50er verkauft wurde. Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind gut. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Auf der 1. Disc dominiert der (z.T.) krude Humor und auf der 2. Disc dominieren die Actionszenen. Macht Spass!

Freitag, 3. Februar 2023

Yellow River Fighter Review

Yellow River Fighter

 

Story:

 

Hero Ma Yi (Yu Cheng-Hui) kehrt aus der Schlacht zurück und wird Zeuge, wie sein Heimatdorf zerstört und seine Frau und seine Tochter getötet werden. Danach wird er vergiftet, wird nahezu blind, verfällt dem regelmässigen Saufgelage und tut sich dann mit dem Artisten Che-Tin (Chun Yu Shan Shan) zusammen. Zufällig geraten die beiden an Lord Tun (Jin De-Mao), der die zwei unter seine Fittiche nimmt und am Ende aber für seine Zwecke missbraucht, um einen anderen Lord (Zhao Zhi-Gang) zu töten…

 

Meine Meinung:

 

Yellow River Fighter ist eine Ende der 80er Jahre (1988) Festland-Produktion von Regisseur Cheung Sing-Yim (White Hair Devil Lady), der durch seine zwei Festland-China-Produktionen mit dem damals unbekannten Jet Li (The Shaolin Temple und Kids from Shaolin) Weltruhm erlangte. Daher ist es wenig überraschend, dass er weitere Filme in China drehte. So einer ist auch Yellow River Fighter. Diese lag seit 2017 als DVD aus China ungesehen vor.

 

Warum nun geschaut? Aufgrund des Todes (soll angeblich am 01.01.23 verstorben sein) von Darsteller und Action-Regisseur Yu Hai. Zu dessen Ehren wurde der Film geschaut. Er, der in The Shaolin Temple Jet Lis Meister spielte und auch in weiteren sehenswerten (Martial Arts of Shaolin, Fire on the Great Wall, Deadend of Besiegers, White Lotus Cult, The Tai-Chi Master) und wenig sehenswerten Filmen (Kids from Shaolin, Tai Chi II) zu sehen war sieht man hier zwar nur in den letzten zehn Minuten (und ohne Kampfeinsatz), aber er war u.a. auch als Martial Arts Director für die Festland-China Produktion tätig.

 

Der Film, der fast mit dem kompletten The Shaolin Temple Cast in Produktion ging (jedoch kein Jet Li), überzeugt vor allem durch die fantastischen Bilder, die Natur und Kulissen Chinas und durch sehenswerte Kampfszenen. Das Finale war stark. Die Action-Szenen sind auch toll gefilmt und choreographiert. Es wird mehrheitlich mit Waffen gekämpft. Zu 95%. Es gibt nur im Finale auch einen kurzen Schlagabtausch, in denen die Protagonisten keine Waffen haben. Diese Action-Szenen waren ebenso sehenswert. Im direkten Vergleich (The Shaolin Temple) verliert der Film, was die Qualität der Kampfszenen angehen.

 

Yu Cheng-Hui, der in The Shaolin Temple den Bösewicht spielt, spielt hier den tragischen Helden. Er macht das mehrheitlich gut. Xiong Xin-Xin (Hero Among Heroes, Wonder Seven) ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen und darf mind. zweimal kämpfen. Jin De-Mao als Bösewicht und Lord, der mit dem heldenhaften Duo ein falsches Spiel spielt, hat mir gefallen. Das Finale und die Konfrontation zwischen ihm und dem totgeglaubten Helden im Tempel ist, auch inszenatorisch und optisch, eine Wucht. Enttäuscht darf der Fan von Chun Yu Shan Shan sein. Dem jungen Sidekick des Helden. Dem Humoristen. Dem Sprücheklopfer. Dessen Charakter und der Humor nervten mich. Humorlos wäre viel stimmungsvoller und intensiver gewesen. Schade, da verliert der Film doch etwas an Qualität. Weitere Abzüge gibt es für einige lahme und eigentlich unwichtige Nebenplots.

 

Fazit: Sicher eine der sehenswerteren Produktionen aus China, auch wenn kein The Shaolin Temple Niveau erreicht wird!

 

Infos:

 

O: Huang He Da Xia

 

China 1988

 

R: Cheung Sing-Yim

 

D: Yu Cheng-Hui, Chun Yu Shan Shan, Jin De-Mao, Zhao Zhi-Gang, Wan Qiong, Ji Chun-Hua, Xiong Xin-Xin, Yu Hai

 

Laufzeit der chinesischen DVD: 91:20 Min.

 

Gesehen am: 18.01.23

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus China von Guangzhou vor = Uncut, O-Ton und (feste) englische Subs, solide Bild- und Tonqualität. Online gibt es bereits HD-Fassungen. Die DVD war, warum auch immer, ab der 60. Min. fehlerhaft. Ich konnte bis ca. 15 Min. vor Ende schauen, danach ging es nicht mehr = das Ende dann via HD-Print auf Youtube fertig geschaut. Die DVD wandert in den Müll. Die HK-LD und die US-DVD haben keine englischen Subs, die HK-LD keinen O-Ton Mandarin. Eine deutsche Fassung und/oder Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Jan. 2023).

Donnerstag, 31. Januar 2019

Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten Review


Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten

Story:

Wong Fei Hung (Vincent Zhao Wen-Zhuo) und seine Schüler (Kent Cheng, Max Mok, Xiong Xin-Xin, Roger Kwok Chun-On) besuchen in einem Küstenort Tante May (Rosamund Kwan Chi-Lam) und stossen auf Piraten (Sam Ho Choi-Chow, Dion Lam Dik-On, Lui Siu-Ming, Elaine Lui Siu-Ling), welche die Gegend unsicher machen. Sie nehmen den Kampf gegen die Piraten auf…

Meine Meinung:

Den fünften Teil der Once Upon a Time in China Reihe, den ich seit ca. zehn Jahren nicht mehr gesehen haben, hat auch der neusten Sichtung Stand gehalten d.h. der Film bleibt in der Sammlung erhalten. Teil fünf, der mir, zumindest wenn es um mein altes Review geht, besser als die Teile drei und sechs gefallen hat, ist eine unterhaltsame Angelegenheit. Nicht der perfekte Film, dazu gibt es auch Negatives zu berichten, aber durch und durch solide, okay, gut schaubar und kurzweilig.

Der von Tsui Hark und Ng See-Yuen (*) produzierte Film (Regie übernahm Tsui Hark auch) wartet erneut mit Jet Li Ersatz Vincent Zhao Wen-Zhuo auf, welcher bereits in Teil vier den Volkshelden Wong Fei Hung verkörpern durfte. Dieser macht einen guten Job, vor allem in den Actionszenen. Was Charisma angeht, kommt er nicht an Jet Li ran.

* Gründer von Seasonal Films Corporation (resultierende Filme: Snake in the Eagle's Shadow, Secret Rivals, Drunken Master, Ninja in the Dragon's Den)

Der aufwändige Kostümfilm wartet mit prächtigen Sets und genügend Kleingeld auf, damit er nicht nur in den Actionszenen aufwändig erscheint. Der Film wirkt nicht billig und die Actionszenen, die zwar mit viel Wirework durchsetzt sind, können sich sehen lassen. Und Wirework kam auch in allen anderen Teilen vor – damit muss man als HK-Filmfan einfach Leben, wenn man die Anfang 90er Jahre Streifen mag.

Nebst Kampfszenen gibt es auch Shoot-Outs zu sehen, die z.T. blutig geworden sind. Allgemein ist der Film, wie oft im HK-Kino, sehr wechselhaft, was seinen Grundton angeht. Es gibt doofen Humor, Situationskomik, Klamauk aber auf der anderen Seite auch blutige Action, abgetrennte Körperteile und eben blutige Shoot-Outs. Willkommen im HK Kino bzw. Genre Mix der damaligen Zeit.

Der HK Humor ist natürlich wie immer Geschmackssache, mir gefiel er in diesem Fall nur wenig. Wenn ich den HK Humor mag, dann wenn übertrieben, in Komödien (Michael Hui, Stephen Chow), in CAT. III Streifen (z.B. The Untold Story) oder wenn es eklig und derb zur Sache geht. Hier zwar mir der Humor zu doof und vor allem zu zahm.

Die Story bietet keine Überraschungen. Im Grossen und Ganzen gibt es genug Action zu sehen, um den Fan bei Laune zu halten. Die Füllszenen fallen hier und da qualitativ ab, da uninteressante Nebenplots (die zwei Frauen und Wong Fei Hung) die es eigentlich nicht gebraucht hätte. Hätte man zugunsten einer rasanteren Actionhandlung straffen können.

Nebst Vincent Zhao Wen-Zhuo wartet der Film mit jede Menger Stars in Nebenrollen auf: Rosamund Kwan (Vengeance Is Mine), Max Mok (Usurpers of Emperor's Power), Kent Cheng (Chasing the Dragon), Xiong Xin-Xin (Wonder Seven) und eine fast nicht zu erkennende Elaine Lui (Stone Age Warriors) als Piratin. Regisseur Tsui Hark ist natürlich auch ein Begriff und eine frühere HK-Legende (Dragon Inn, Black Mask) und die Action besorgte Yuen Bun (Action Director von The Blade, Swordsman 2, The Fortune Code, Just Heroes, Shaolin Prince…).

Das bekannte «Wong Fei Hung» Theme wird nur selten gespielt – einmal im Finale (oder wars der lange Kampf vor dem Fimale?) und im Abspann. Trotzdem: hört sich richtig klasse an!

Fazit: Wer die Once Upon a Time in China Filme mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen! 

Nebeninfo: Max Mok, Yuen Bun und Ng See-Yuen = Ehemalige Shaw Brothers Mitarbeiter

Gefolgt von: Once Upon a Time in China & America

Infos:

O: Wong Fei-Hung V: Lung Shing Chim Pa

HK 1994

R: Tsui Hark

D: Vincent Zhao Wen-Zhuo, Kent Cheng, Max Mok, Xiong Xin-Xin, Roger Kwok Chun-On, Rosamund Kwan Chi-Lam, Sam Ho Choi-Chow, Dion Lam Dik-On, Lui Siu-Ming, Elaine Lui Siu-Ling

Laufzeit der dt. DVD: 97:15 Min.

Gesehen am: Dez. 2009 / Review überarbeitet: 02.12.18 / Sichtung der US-Blu: 16.12.15

Fassungen: Mir lag nebst HK VCD (nie gesehen bisher) die neue dt. DVD von Schröder Media (Asia Line Vol. 11) vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit englischen Subs. Die VCD von Universe behalte ich aus Nostalgiegründen. Die Bildqualität und das Erkennen der englischen Subs soll beides nicht wirklich gut sein. Nachtrag Dez. 2025: Inzwischen wurden die deutsche DVD und die VCD entsorgt/verkauft. Warum? Der Film liegt mir in der Once Upon a Time in China Collection von Criterion vor. Der Film ist Uncut, im O-Ton und hat englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Das 10minütige Interview mit Nansun Shi (sie leitet zusammen mit Tsui Hark die Firma Film Workshop) fand ich spannend. Schade, dass es nur zehn Minuten dauerte. Der Film hat die Neusichtung auch bestanden. Nach den Flops (Teile 3 und 4) wieder sehenswert und bisher der 3. beste Teil der Reihe. 

Donnerstag, 9. August 2018

Black Mask Review


Black Mask

Story:

In Hong Kong wird ein Gangsterboss nach dem anderen getötet. Die Polizei (Lau Ching-Wan) ermittelt und versucht, den letzten lebenden Gangsterboss (Anthony Wong) zu schützen. Doch diverse Killer (u.a. Françoise Yip) der Spezialeinheit 701 (Soldaten, die durch Serum keinen Schmerz fühlen) unter Führung von Commander Hung Guk (Patrick Lung) sind hinter dem Gangsterboss und der Polizei her. Ex-701 Mitglied Chui Chik (Jet Li) kämpft gegen seine Vergangenheit an und hilft seinem Polizistenfreund Rock (Lau Ching-Wan) mehrfach aus der Patsche – jedoch wird seine Kollegin (Karen Mok) unfreiwillig zur Zielscheibe der Killer um Chui Chik aus der Reserve zu locken…

Meine Meinung:

Black Mask, eine Verfilmung eines HK-Comics von 1992, kenne ich schon seit Jugendjahren (zuerst als Starlight VHS als D, danach als US-DVD von Artisan). Black Mask war eine meiner ersten Jet Li Erfahrungen, der 1982 durch den chinesischen Film The Shaolin Temple und seine zwei Nachfolger (Kids from Shaolin 1984 und den Shaw Brothers Film Martial Arts of Shaolin 1986) zum HK-Star aufstieg.

Seine besten Zeiten hatte Jet Li in seiner HK-Filmkarriere vorzuweisen. Vor allem die Arbeiten mit Tsui Hark (Once Upon a Time in China 1-3, The Master), Corey Yuen (Fong Sai Yuk I-II, The Bodyguard from Beijing, My Father Is a Hero), Yuen Woo Ping (The Tai-Chi Master, Fist of Legend) oder auch Spassvogel Wong Jing (Last Hero in China, Kung Fu Cult Master, The New Legend of Shaolin, High Risk) sind zu erwähnen wobei auch andere Filme von ihm durchaus zu empfehlen sind (soweit ich das noch in Erinnerung habe – bei vielen Filmen ist die letzte Sichtung Jahre her).

Da wären z.B. noch einzelne Filme wie Born to Defence (seine erste und einzige Regiearbeit), Dragon Fight (Jet Li vs Dick Wei und Stephen Chow in einer seiner ersten Kinorollen als Nebenrolle), Swordsman 2 (wie die Teil eins und drei zu empfehlen, schwindelerregende Wuxia Action) oder The Scripture with No Words (von A Chinese Ghost Story Regisseur Tony Ching Siu-Tung).

Danach folgte der Abgang nach Hollywood (Debüt = Lethal Weapon 4 = sehenswerter als das was danach kam in Sachen Hollywood) und Frankreich – vor allem die von Luc Besson produzierten Filme haben gefallen (Kiss of the Dragon und Danny the Dog). Danach folgten Filme, wo Jet Li zwischen den USA (z.B. die The Expendables Reihe), neuen Highlights aus Hong Kong (Fearless) und dem immer mehr wachsenden Markt aus China (The Sorcerer and the White Snake*, Flying Swords of Dragon Gate 3D** oder Badges of Fury) hin- und her wechselte, wobei der heute nur noch für den kommerziellen, cgi-lastigen 08/15 Schund aus China vor der Kamera zu stehen scheint (z.B. League of Gods 2016).

*Die Legende um die weisse Schlange wurden schon oft verfilmt, u.a. durch die Shaw Brothers oder von Tsui Hark (Green Snake 1993) wobei vor allem Harks Film ein ziemliches Meisterwerk geworden ist.

** Remake von Dragon Inn (HK 1992).

Weiter mit Black Mask:

Heute mag ich vor allem das HK Kino bis ca. 1995. Alles was danach kam, vor allem Filme ab den 2000ern, entsprechen weniger meinem Geschmack. 1997 (HK ging an China zurück) bedeute eine Krise in der HKer Filmlandschaft – umso schöner ist es, dass Jet Li 1996 mit Black Mask ein wahrlicher Kracher gelang – der mir auch heute, nach so vielen Jahren, noch immer sehr gut gefällt.

Die Verfilmung und Rolle des maskierten Superhelden sind genau auf Jet Li zugeschnitten. Seine Fans werden bestens bedient. Jet Li macht in den Kampfszenen, die von Yuen Woo Ping choreographiert wurden, eine wunderbare Figur. Viel Zeitlupe, immer übersichtlich obwohl auch rasant und fantasievoll in Szene gesetzt. Wirework ja – aber nicht störend. Jet Li hat schon mit anderen grossen Regisseuren viele Wirework-Szenen zu drehen gehabt (Corey Yuen, Tsui Hark…) und was solche Actionszenen mit Drahtseil-Hilfsmitteln angehen, ist jet Li Meister seines Fachs. Seine Bewegungen wirken trotzdem sehr ästhetisch – sein Background (Wushu Champion) half ihm dabei und dies nutzt er auch heute noch als grosse Ressource für Actionszenen.

Und der Schnitt und die Kameraeinstellungen tun ihr Übriges dazu – die Handschrift von Yuen Woo Ping oder Tsui Hark (Produzent und auch fürs Skript tätig, scheint aber auch in die Regie eingegriffen zu haben) sind unverkennbar. Die Actionszenen bestehen aus Martial Arts, Explosionen, waghalsigen Stunts- und vielen blutigen Shoot-Outs (oder sonstigen blutigen Szenen). Der Film hat einiges an Gewalt zu verzeichnen (nur die Taiwan Fassung ist in dieser Hinsicht komplett Uncut), welche durch typischen, amüsanten Hong Kong Humor immer wieder aufgelockert wird – darunter fällt u.a. auch die comicartige Rolle – welche, wenig überraschend, von Anthony Wong dargestellt wird – der schon so oft Psychopathen gespielt hat (Ebola Syndrome, Love to Kill, The Untold Story…).

Nebst Jet Li und Anthony Wong überzeugen auch Karen Mok (in vielen Stephen Chow Komödien zu sehen und bekannte Cantopop Sängerin), Patrick Lung als charismatischer Bösewicht (dauert das lange im Finale, bis seine Brille kaputt geht), Xiong Xin-Xin (darf keine Action erwarten) und Johnnie To Liebling Lau Ching-Wan (nebst Jet Li und Karen Mok dritte grosse Hauptrolle). Und diverse Gewilos tummeln sich als 701 Squad Mitglieder (Mike Ian Lambert dürfte wohl der bekannteste sein, wirkte u.a. in Cheap Killers, Who Am I?, The Blacksheep Affair oder Enter the Eagles mit).

Der Mix aus brachialer Gewalt, comicartig-übertriebe Action, den hohen Produktionsstandards (für HK Filmverhältnisse) und den Beteiligten hinter- und vor den Kamera verdankt es Black Mask, dass daraus ein toller, spektakulärer, unterhaltsamer und vor allem actionreicher Film geworden ist, den man als Hong Kong Actionfilm- und Jet Li Fan unbedingt gesehen haben sollte! 
 

Infos:

O: Hak Hap

HK 1996

R: Daniel Lee

D: Jet Li, Lau Ching-Wan, Karen Mok, Patrick Lung, Anthony Wong, Françoise Yip, Xiong Xin-Xin

Laufzeit der deutschen Blu Ray (Extended Fassung): 101:28 Min.

1. Sichtung: Jugendzeit / Review überarbeitet: 19.05.18

Fassungen: Ich kann die deutsche Blu Ray von TVP empfehlen = Mediabook mit Booklet (keine neuen Infos werden dem Fan in diesem präsentiert) und vier Discs und vier Filmfassungen. Der unangetastete Taiwan Cut ist NICHT unter diesen vier Fassungen. Es handelt sich um die a) internationale Fassung, b) die HK Fassung, c) den TVP Cut und d) eine Extended Fassung. Ich habe das Set nur wegen der Extended gekauft. Alle Szenen aus dem Taiwan Cut sind dort enthalten plus Szenen (Handlung), welche in der Taiwan Fassung fehlen = diese Fassung ist länger als die Taiwan Fassung. Vorteile der Extended Fassung gegenüber der Taiwan DVD:

- Bessere Bildqualität
- Bessere Tonqualität
- O-Ton Kantonesisch (ganz wenige Szenen sind Mandarin Dubbed und eine Szene in Deutsch)
- Längere Filmfassung mit allen Szenen

Es gibt zum O-Ton deutsche und englische Subs. Bei den deutschen Subs wurde jedoch nicht alles übersetzt – würde die englischen Subs empfehlen. In der letzten Szene vor dem Abspann sind die Subs fehlerhaft (werden mehrere Sekunden vor der Szene eingeblendet).

Weiter: das Set kommt mit einem Schuber daher und es gibt diverse Extras (Trailer, US-Vorspänne, Audiokommentar, ein englisch und chinesisch untertiteltes Making of welches zu 80% nur Action-Szenen aus dem Film zeigt etc.). Forced subs der Taiwan Szenen wurden digital verfremdet, was in mind. einer Szene störend auffällt. Ist aber nur ein kleines Detail. Die Fassung ist auf 1111 Stück limitiert und die DVD aus Taiwan vom Label Ritek werde ich trotzdem behalten (Nostalgie). Nachtrag: Ca. sechs Sekunden aus der Taiwan Fassung hat man vergessen in die Extended Fassung zu integrieren, wobei es zum Glück keine Action/Gewalt-Szenen betrifft. Nachtrag 02.06.24: Inzwischen habe ich die TVP-Fassung entsorgt und mir das Set aus England von Eureka geholt. Dies aus zwei Gründen: die Extended Fassung der Deutschen ist unvollständig und der eigentliche Taiwan-Cut fehlt im Set. Eureka bietet eine komplette Extended Fassung an (also ohne Fehlstellen) und die Taiwan-Fassung ist auch als Bonus an Bord. Im Vergleich zur DVD aus Taiwan hat die UK-Blu-Ray (Taiwan-Fassung) auch eine bessere Bildqualität. Siehe Vergleich unten. Das Set von Eureka kommt im Schuber, mit Booklet und vier Fassungen daher: HK-Kinofassung, Export-Fassung, Extended Fassung und die Taiwan-Fassung. Viele exklusive Extras runden das Set ab. Angeblich soll in Deutschland eine Neuauflage von Shamrock Media kommen.