Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Experimentalfilm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Experimentalfilm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 12. Dezember 2025

Subconscious Cruelty Review

Subconscious Cruelty

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Als unreifer Jugendlicher waren grenzüberschreitende Filme interessant. Ich denke da an Werke wie Gesichter des Todes, Guinea Pig, All Night Long 2, Cannibal Holocaust oder Men Behind the Sun. Ich denke jedoch, dass jede Generation ihre solchen Filmtitel aufzählen. Dabei denke ich jetzt z.B. an Filme wie The Human Centipede 2, Antichrist oder A Serbian Film. Die Mehrheit dieser Filme sagt mir heute nicht mehr zu. Ich bin reifer geworden, mein Filmgeschmack hat sich verändert.

Subconscious Cruelty ist ein kanadischer Arthouse-Underground-Film. Arthouse passt gut. Er ist stillvoller inszeniert als andere Werke und einen gewissen Kunstanspruch, auch in Hinblick auf die sehenswerte Kameraarbeit und passende, ruhige Musik, kann dem Werk nicht abgesprochen werden. Fast à la Aftermath. Karim Hussain ist heute vor allem als Kameramann tätig (Possessor, Dark Match). Spannend ist, dass der Film in einer langen Zeitperiode gedreht wurde (1994-1999). Sofern war Karim Hussain auch noch paar Jahre jünger, bis sein Film, für welches er auch das Drehbuch schrieb, veröffentlicht wurde.

Der Film hat keinen Plot. Es sind mehrere Episoden oder Bruchstücke, die erzählt werden. Es sind Tabu-Themen (Inzest) und die Inhalte sind durch die Bank provokativ. Nackte Haut, Gewalt, Körperflüssigkeiten, Kritik an der Kirche. Das wird nicht jedem passen. Ich fand den Film nach wie vor relativ interessant. Bis auf vielleicht 1-2 Sequenzen empfand ich die Inhalte auch nicht als störend oder zu hart. Der Film hat, vor allem durch die Kameraarbeit, die Musik und das Surreale, gepasst und sie wie ein Traum angefühlt, in welchem alles Platz haben darf. Das Ganze war solide (und mutig) gespielt.

Auf der anderen Seite ist das auch nichts, was ich mir jemals nochmal anschauen werde. Daher wird der Film, wie schon etwas erwartet, aus der Sammlung verbannt und wurde inzwischen nach Deutschland verkauft. 

Fazit: Underground-Film-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Subconscious Cruelty

Kanada 2000

R: Karim Hussain

D: Christopher Piggins, Brea Asher, Ivaylo Founev, Eric Pettigrew

Laufzeit der österreichische DVD: 80:26 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 06.11.25

Fassungen: Mir lag die limitierte Deluxe Edition (Doppel-DVD mit Booklet) von Sazuma vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität (Deutsch und Englisch gibt es als Audio und Untertiteloptionen). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (von XT Video sowie Cinestrange Extreme).

Samstag, 26. April 2025

Else

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Else

Story:

Anx (Matthieu Sampeur) und Cass (Edith Proust) versuchen in Anx Wohnung zu überleben, während draussen eine unbekannte Pandemie ausbricht. Die Opfer verschmelzen mit der Umgebung. Anx und Cass verweilen isoliert in Anx Wohnung…

Meine Meinung:

Belgien = Salah Abdeslam, Marc Dutroux, Van Damme, (nervendes und z.T. stinkendes) BIFFF Publikum. Daher bin ich bei belgischen Filmen immer skeptisch. Die Idee, den Film während einer unbekannten Pandemie erzählen zu lassen mit zwei Menschen, die sich erst gerade kennengelernt haben und voneinander noch kaum was wissen, ist vielversprechend. Im Verlauf Paranoia à la Bug einzubauen plus Body-Horror- und vor allem Arthouse- und Experimental-Elemente, sind auch nicht verkehrt.

Else ist eine Co-Produktion aus Belgien und Frankreich. Froschschenkel werden in beiden Ländern gegessen, also passt das so. Ich kenne keine anderen Filme von Regisseur Matthieu Sampeur. Obwohl ich den mir unbekannten Cast um Thibault Emin sowie Edith Proust stark, glaubhaft und sympathisch fand, konnte mich der Film, technisch stark inszeniert hin oder her, nicht überzeugen oder abholen. Der Film beginnt stark und ist zunächst interessant.

Eine Spannung ist erst Mal gegeben. Aber nach einer Weile verliert der Zuschauer das Interesse, da der Film immer abgefuckter und futuristischer wird. Am Ende gibt es keine Erklärungen. Schade ist, dass die Effekte vor allem digitale Kreationen sind. Body-Horror à la Die Fliege und Co. wären mir deutlich lieber gewesen. Die Kreationen sind auch sehr abstrakt. Zudem sind die meisten Kreationen nur kurz zu sehen. Die Umgebung stockfinster oder die Kamera verwackelt. Es wirkt so, als hätten die Macher selbst nicht gewusst, was sie da eigentlich tun. Schade.

Fazit: Pseudo-Arthouse Film, der sich im geistigen Nirvana verliert und am Ende einfach langweilt.

Infos:

O: Elsa

Belgien, Frankreich 2024

R: Thibault Emin

D: Lika Minamoto, Edith Proust, Matthieu Sampeur

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Freitag, 6. Mai 2022

Visions of Suffering Review

Visions of Suffering

Story:

 

Ein Mann sperrt sich in seiner Wohnung ein. Er hat, vor allem wenn es regnet, seltsame Alpträume und schreckliche Visionen. Und nicht selten, stehen schwarz gekleidete Figuren vor seiner Wohnung. Seine Freundin, in der Disco Drogen konsumierend, wird derweil von einem merkwürdigen Priester verfolgt. Ob es den Dämonen gelingen wird, in unsere Welt zu gelangen?

 

Meine Meinung (reguläre Fassung):

 

Bei Visions of Suffering war es für mich schon im Voraus klar, dass dieser russische Independent-Arthouse-Film von Andrey Iskanov (Nails) aus der Sammlung fliegen würde, so hat es doch auch schon Nails getroffen, der mir früher besser gefiel als Visions of Suffering. Also unwahrscheinlich, dass mir der Film nach einer 2. Sichtung nun klar besser als früher gefallen würde.

 

Was soll ich sagen? Visions of Suffering, zumindest in dieser regulären, über zweistündigen Fassung, ist Zeitverschwendung und ein Ärgernis. Eigentlich handelt es nur um einen Typen in einem Apartment, hier und da die schwarz gekleideten (Vampir?) Gestalten vor seinem Block und dann die ewig langen Disco-Füll-Szenen mit der tanzenden Frau und dem Priester. Total langweilig! Vor allem die Disco-Szenen sind nur da, um den Film zu strecken und mehr peinlich als sonst was.

 

Eine richtige Handlung lässt sich kaum ausmachen. Der Film ist noch mühsamer zu schauen als Nails. Die Musik ist tödlich billig und repetitiv und auch die CGI und digitalen Effekte sind unter aller Sau. Und mit dem Schauspiel haben es Andrey Iskanov (übernahm auch einen Part) und Co. auch nicht sonderlich. Vor allem die Disco-Frau oder der Priester waren einfach nur eins: nicht hübsch und unfreiwillig komisch.

 

Andrey Iskanov hat nach über zehn Jahren eine neue Version zu Visions of Suffering veröffentlicht: mit neuen Szenen, neuer Musik und viel lahmes Füllmaterial entsorgt. Die neue Fassung würde deutlich weniger lang laufen und ich bin sicher, Andrey Iskanov war sich den Defiziten seines damaligen Werkes heuer bewusst. Dennoch ist mein Interesse, diesen total veränderten Director’s Cut zu sehen, gleich null.

 

Der Film ist durch und durch über fast die gesamte Laufzeit schlecht. Nur vor und im Finale gibt es drei Lichtblicke: etwas Gore/Masken/Monster-Effekte, paar stimmungsvolle und morbide Bilder und Tetsuo - The Iron Man Anleihen. Abgesehen davon purer Schwachsinn und billiger, langweiliger Schrott.

 

Fazit: Finger weg!

 

Infos:

 

O: Visions of Suffering

 

Russland 2006

 

R: Andrey Iskanov

 

D: Igor Anikin, Alexandra Batrumova, Yukari Fujimoto, Svyatoslav Iliyasov, Andrey Iskanov

 

Laufzeit der US-DVD: 125:56 Min.

 

Neusichtung am: 29.03.22

 

Fassungen: Mir lag die Unearthed Films US-DVD vor = Code Free, Uncut, O-Ton, englische Subs. Diese Fassung beinhaltet die reguläre Version. Ca. 12 Jahre später hat Iskanov seinen Director’s Cut veröffentlicht = neue Musik, kürzere Laufzeit, neue Szenen etc. Gibt es von Shock (früher Japan Shock) in der regulären Fassung in Deutsch (nur in Deutsch).

Sonntag, 9. Januar 2022

Tetsuo: The Bullet Man Review

NIFFF 2010 / Japanuary 2022

Tetsuo: The Bullet Man

Story:

Nachdem Anthonys (Eric Bossick) Sohn überfahren wird, mutiert dieser zu einem Metallwesen. Gleichzeitig fordert seine schwangere Frau, dass er den Mörder (Shinya Tsukamoto) ausfindig macht und richtet. Derweil findet Anthony immer mehr über die Hintergründe seiner Mutation heraus und dass sein Vater dabei eine Rolle spielte…

Meine Meinung:

Zu jedem Japanuary gibt es einen Tetsuo. Dies findet in diesem Jahr ein Ende, da es nur drei Teile gibt. Diese Fortsetzung war für Fans dennoch unerwartet und überraschend, da 2009 veröffentlicht während Teil zwei aus dem Jahr 1992 stammt. An einen dritten Film hat lange niemand mehr gedacht/gehofft/dies erwartet.

Und dann stammt der Film auch wieder von und mit Genie Shinya Tsukamoto (Marebito, Ichi the Killer). Die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Als ich den Film vor zwölf Jahren am NIFFF sah, war ich wohl geblendet vor Euphorie. Denn der Film hat mir aktuell nicht mehr gut gefallen und Tetsuo: The Bullet Man fliegt sogar aus der Sammlung.

Im Vergleich zu Tetsuo 1 und 2 ist der dritte Film wirklich in allen Belangen schlechter. Das liegt an folgenden Gründen (ohne spezielle Reihenfolge):

1. Die Kameraführung ist viel zu verwackelt und unübersichtlich. Viele Details gehen verloren und/oder sind kaum zu erkennen. Um das geringe Budget zu kaschieren? In den ersten zwei Filmen war die Kameraarbeit zwar auch speziell und schnell, aber ohne, dass es sich störend auf einzelne Szenen auswirkte.

2. Der Plot und Inhalt sind viel zu normal. Die ersten zwei Filme sind deutlich abgedrehter un gehen mehr in die Ecke Arthouse. Teil drei bietet Hintergründe, Motive, Erklärungen und wirkt somit kommerzieller. Schade. Teilweise fühlte ich mich an eine Akte-X Folge erinnert (Experimente, Militärs, Vertuschungen etc.).

3. Figur Anthony und seine Frau und damit verbundene kitschige Klischees (sie ist noch schwanger etc.) nerven. Vor allem: warum musste es ein Ausländer sein? Hätte für mich mit einem Japaner besser funktioniert. Das ewige Englisch sprechen in einem japanischen Film ist einfach doof und nervt. Mit einer Hauptfigur, die man nicht sympathisch und charismatisch findet, kann ein Film zudem nicht funktionieren.

So kann ich den Film nur bedingt und nur Hardcore-Fans von Regisseur Shinya Tsukamoto empfehlen! In meinen Augen war Tetsuo: The Bullet Man eine Fortsetzung, die die Welt nicht braucht…

Infos:

O: Tetsuo: The Bullet Man

Japan 2009

R: Shinya Tsukamoto

D: Shinya Tsukamoto, Eric Bossick, Yûko Nakamura, Stephen Sarrazin, Tiger Charlie Gerhardt, Prakhar Jain

Laufzeit der US-DVD: 71:21 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Erstsichtung am NIFFF 2010 und nun als US-DVD von IFC Films / mpi media Group Disc gesehen = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Englisch ist mehrheitlich O-Ton, da die Hauptfigur ein Amerikaner ist. Gibt es in Deutschland auf DVD oder Blu-Ray von Koch Media.

Montag, 11. Oktober 2021

Nails Review

 Horroktober 2021

Nails

Story:

Ein Hitman der Regierung driftet in den kognitiven Wahnsinn ab. Realität und Fantasie verschmelzen. Gibt es einen Ausweg für die Stimmen in seinem Kopf? Ja, und zwar Nägel, die in den Schädel gehämmert werden…

Meine Meinung:

Andrey Iskanov hat sich mit drei Experimentalfilmen im Horror-Genre-Bereich im kleinen Fan-Kreis einen Namen gemacht. Angefangen hat alles mit Nails gefolgt von Visions of Suffering und dem mehrstündigen (über vier Stunden) Film Philosophy of a Knife. Ob mir Nails heuer noch zusagen würde?

Die Antwort lautet kurz und schmerzlos: leider nein. Nails hat mir nach Neusichtung gar nicht mehr gefallen. Der Mix aus Experimentalfilm, Arthouse und Tetsuo: The Iron Man Hommage kann nicht überzeugen. Dafür sind Plot und Inhalt zu billig, sinnlos, wirr und langweilig, um zu überzeugen. Viel Action darf man nicht erwarten und vor allem die Settings und digitalen Effekte waren billig.

Die Darsteller sind solide, reissen das Ruder aber auch nicht rum. Der Film hat eine eigentlich angenehme Laufzeit von nur einer Stunde. Trotzdem fühlen sich diese 60 Minuten gefühlt viel länger an. Und: Längen, Längen und Längen! Bevor der erste Nagel in den Kopf gehämmert wird, vergehen erst Mal 30 Minuten Laufzeit. Also bereits die Hälfte des Filmes…

Der Film wirkt teilweise wie ein Amateur-Werbefilm (oder Musikvideo oder Videospiel-Clip), was nicht verwundert, da Andrey Iskanov nebst Regisseur auch Fotograph ist und auch Ausstellungen in der Kunstszenen in Russland und China durchgeführt hat. Ggf. ist der Film für Kunstfans interessant, die den Film aus anderen Blickwinkeln ansehen…

Fazit: Nails kann ich nicht mehr empfehlen und fliegt aus der Sammlung da zu billig und langweilig!

Infos:

O: Gvozdi

Russland 2003

R: Andrey Iskanov

D: Alexandra Batrumova, Svyatoslav Iliyasov, Irina Nikitina, Igor Orlov, Alexander Shevchenko, Victor Silkin

Laufzeit der US-DVD: 62:08 Min.

Gesehen am: Aug. 2006 / Neusichtung am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Unearthed Films vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, diverse Extras, O-Ton und englische Subs. Die diversen deutschen Ausgaben mit unterschiedlichen Alternativtitel sind nicht zu empfehlen, da nur deutscher und/oder fehlende Subs zum Russischen O-Ton. Wer auf Deutsch mit Subs schauen möchte, muss zur österreichischen DVD von Shock greifen (nur Englische Subs aber immerhin). Eine Blu-Ray scheint es nicht zu geben (Stand: Okt. 2021).

Samstag, 28. August 2021

Rubber’s Lover Review

Rubber’s Lover

Story:

 

Eine Firma stellt Experimente an Testpersonen um die Droge Ether ein. Doch die Hintermänner machen heimlich weiter, mit fatalen Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Nach Pinocchio 964, der mir sehr missfallen hat, war das Kapitel um Regisseur Shôjin Fukui bereits fast wieder durch. Rubber's Lover lag nun lange ungesehen rum, genau wegen oben genanntem Grund. Zu meiner Überraschung hat mir der Film klar besser als erwartet gefallen. Der Film ist im Gegensatz zu Pinocchio 964 eine deutliche Steigerung.

 

Rubber’s Lover ist ein Mix aus Cyberpunk, Arthouse und Experimentalfilm. Der Film gefällt dann vor allem durch die Optik, Bilder und Musik und weniger aufgrund der Figuren, dem Schauspiel oder dem Plot. Letzterer ist nämlich sehr dünn und hier und da nervt das Overacting, wobei diese Szenen zum Glück nur sporadisch auftauchen und nerven.

 

Der Film wurde in s/w gedreht und man gäbe dem Film das Herstellungs- oder Veröffentlichungsjahr 1996 nicht. Der Film sieht älter aus. Die Schwarzweis-Optik kommt dem Film und der Bildersprache gut zu stehen. Es gibt mehrere optisch sehr coole Szenen, so dass man dem Film der heutigen Genre-Schublade style over Substance zusprechen könnte.

 

Auch die Musik gefällt gut und ist immer passend zum Gezeigten – in vielerlei Hinsicht (Bilder, Aufnahmen, Sound) fühlte ich mich an den Klassiker Tetsuo: The Iron Man erinnert, der sicherlich ein grosser Beeinflussungspunkt im Film-Schaffen von Shôjin Fukui darstellte. Mir soll es recht sein! Ich fühlte mich gut unterhalten und ich freue mich auf eine spätere Zweitsichtung!

 

Fazit: Fans von Shôjin Fukui zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Rubber's Lover

 

Japan 1996

 

R: Shôjin Fukui

 

D: Kawase Youta, Ameya Norimizu, Zeeko Uchiyama

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 09.06.21

 

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus den USA von Unearthed Films vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Als Bonus gibt es den Kurzfilm Gerorisuto vom Regisseur auf der DVD zu sehen. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Juni 2021). In der CH gibt es eine DVD-Auflage (Japanisch mit englischen Subs).

Sonntag, 4. Juli 2021

Midnight in a Perfect World Review

 
NIFFF 2021 Spezial

Midnight in a Perfect World

Story:

Manila: die vier Freunde Mimi, Glenn, Jinka und Tonichi (Jasmine Curtis-Smith, Anthony Falcon, Glaiza de Castro, Dino Pastrano) sind auf dem Weg nach Hause. Seit längerem gibt es Gerüchte über verschwundene Personen und Blackouts. Ob die Polizei bzw. der Staat dahintersteckt? Als es nach Mitternacht ist, ertönen Sirenen und alle Lichter gehen aus. Die Gruppe flüchtet sich in ein «Safe House», wobei Tonichi plötzlich verschwunden ist…

Meine Meinung:

Midnight in a Perfect World war, wie zuvor Get the Hell Out ein NIFFF-Lückenfüller zwischen Shock Wave 2 und In the Earth. Der Trailer sah vielversprechend aus (wobei, das tun heutzutage doch fast alle Trailer). Leider hat sich die Sichtung nicht gelohnt. Midnight in a Perfect World ist der bisher schlechteste Film am NIFFF 2021.

Der Film war vor allem inhaltlich und von der Struktur- und Erzählweise schlecht bzw. hat mir nicht gefallen. Ich empfand den Film als sinnlos, nicht spannend, langweilig inklusive unbefriedigendes Ende. Um was es geht? Da habe ich kaum eine Ahnung. Kritik an Polizei- und Staatsgewalt, Monster oder Auswirkungen der Drogen (= schon der Beginn mit der aus Predator geklauten Szene war kein guter Einstieg), die die Teens konsumiert haben – aber um was es schlussendlich ging, ist mir nicht bekannt.

Nach 20 Minuten fragt man sich, was das soll und um was es überhaupt geht. Erst danach kristallisiert sich so was wie eine Story, die jedoch konfus erscheint wie auch das Ende. Antworten und Aufklärungen gibt es keine. Einige Neben-Plots und Szenen haben absolut nichts mit dem "Hauptplot" zu tun. Das teilweise hysterische Rumfuchteln mit der Kamera in völlig dunkeln Szenen (bzw. Handys) hat auf Dauer genervt.

Da sind die Protagonisten gefühlt in Gefahr aber haben Zeit, sich quasi alle fünf Minuten anzurufen um neue mysteriöse Häppchen, die keinen Sinn ergeben, zu kommunizieren. Der Film überzeugt weder als «WTF Moment» noch als Arthouse-Versuch noch als Experimentalfilm und auch einige der Figuren nerven sehr (Jinka und in jedem zweiten Satz auf philippinisch kommt von ihr ein «Dude», «Fuck» oder «Man»). Auch die Soundkulisse und Kameraarbeit waren mühsam und nervend.

Das einzige Positive: Immerhin bot Jasmine Curtis-Smith was für das Auge = ansonsten Zeitverschwendung! Ich empfehle stattdessen das klassische Genre-Kino aus den  Philippinen: Zuma 1 + 2 oder The Killing of Satan

Infos:

O: Midnight in a Perfect World

Philippinen 2020

R: Dodo Dayao

D: Jasmine Curtis-Smith, Glaiza de Castro, Anthony Falcon, Dino Pastrano

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 91 Min.

Gesehen am: NIFFF 2021

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit englischen Subs. Eine DVD/Blu-Ray gibt es noch nicht (Stand: Juli 2021).

Sonntag, 3. Januar 2021

Tetsuo II: Body Hammer Review

Japanuary 2021

Tetsuo II: Body Hammer

Story:

 

Ein Geschäftsmann und Vater (Tomorowo Taguchi) begegnet, als mit Ehefrau und Kind unterwegs, sonderbaren Gestalten. Diese sind es auch, die dafür sorgen, dass das Leben der Familie auf den Kopf gestellt wird: der Sohn wird getötet und der Ehemann und Vater infiziert und später entführt. Experimente und Körperveränderungen sind die Folge, so dass der von Rachegedanken geplagter Vater gegen den Anführer der Entführer (Shinya Tsukamoto) in den Kampf zieht…

 

Meine Meinung:

 

Nachdem der erste Teil (Tetsuo: The Iron Man) ein Klassiker des japanischen Underground-Kinos wurde, war eine Fortsetzung für Shinya Tsukamoto (Ichi the Killer, Marebito) schnell beschlossene Sache. Die Fortsetzung gefiel mir früher weniger gut als der erste Teil. Dies ist auch aktuell noch der Fall. Die Fortsetzung hingegen für sich allein gesehen gefällt mir aktuell besser als früher.

 

Wie bereits im Vorgänger führte Shinya Tsukamoto nicht nur Regie, sondern er spielt auch diesmal den Hauptbösewicht, der am Ende den Kampf gegen Helden Tomorowo Taguchi (Shinjuku Triad Society) führt. Der Film ist im Vergleich zu Teil eins etwas gradliniger und leicht besser zu goutieren d.h. etwas mehr für den Mainstream-Fan empfohlen. Man erkennt eine Art Story und kann dieser etwas mehr und besser folgen als im ersten Film.

 

Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut. Sie agieren ernst. Dass ist z.B. einer der Gründe, warum mir andere Cyberpunk Filme aus Japan (Pinocchio 964) gar nicht zusagen – da dort die Figuren, der mir dort der Humor und das extreme Overacting extrem auf den Sack gehen und stark nerven und lächerlich wirken. So nicht in Tetsuo II: Body Hammer! Die Figurenzeichnung is dramatisch, ernst und realistisch.

 

Shinya Tsukamoto, der den Film u.a. auch produzierte, nach Fertigstellung schnitt und auch filmte (bzw. für die Cinematography zuständig war), sorgt auch in der Fortsetzung für spektakuläre und alptraumhafte Visionen und Bilder. Der Film wurde nicht mehr in s/w gedreht, sondern in Farbe. Es sind aber komische Farbgebungen, die die Optik wiedergibt.

 

Es wird eine sonderbare, maschinelle und kühle Stimmung geschaffen. Dazu kommen hervorragende Effekte, die an ihrer Bizarrheit kaum zu übertreffen sind, auch wenn das Level und Niveau aus Teil eins nicht erreicht wird. Die Effekte sind aber etwas vom besten am Film nebst den Bildern oder dem grandiosen Soundtrack, welcher erneut Chu Ishikawa komponiert hat.

 

Wer Teil eins mochte, sollte sich die Fortsetzung nicht entgehen lassen. Und noch besser: 2009 folgte tatsächlich eine weitere Fortsetzung (wer hätte dies je gedacht?)!

 

Gefolgt von: Tetsuo: The Bullet Man

 

Infos:

 

O: Tetsuo II: Body Hammer

 

Japan 1992

 

R: Shinya Tsukamoto

 

D: Tomorowo Taguchi, Shinya Tsukamoto, Nobu Kanaoka, Min Tanaka, Keinosuke Tomioka, Sujin Kim, Hideaki Tezuka

 

Laufzeit der UK-DVD: 80:53 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Jan. 2021

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Tartan Asia Extreme vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Eine Blu-Ray gibt es bisher nur in England von third window films. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Jan. 2021).