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Samstag, 28. Februar 2026

An Ideal Place to Kill

An Ideal Place to Kill

Story:

Englänger Dick Butler (Ray Lovelock) und seine dänische Freundin Ingrid Sjoman (Ornella Muti) düsen mit ihrem Sportwagen durch Italien und verkaufen dafür Nackt-Fotos von Ingrid, um sich ihren Trip finanzieren zu können. Als das Benzin ausgeht, finden sie sich auf dem Anwesen von Barbara Slater (Irene Papas) wieder. Doch diese öffnet ihnen nicht, also brechen Dick und Ingrid, auf der Suche nach Benzin, in die Garage ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Bei An Ideal Place to Kill handelt es sich um eine italienisch-französische Co-Produktion von Umberto Lenzi (Eaten Alive, Cannibal Ferox, Die Gewalt bin ich, Labyrinth des roten Todes, Der Vernichter). Ich war skeptisch und habe nichts erwartet, da mir die letzten Filme von Umberto Lenzi, welche ich sah (seine Carroll Baker Arbeiten), nur wenig gefallen haben. Ich wurde zum Glück positiv überrascht. An Ideal Place to Kill besser als die Carroll Baker Filme und der Film landet in der Filmsammlung.

Trotz dem Hippie- und 1969er Zeitgeist nervt das Setting nicht. Ray Lovelock und Ornella Muti überzeugen mit ihrem Ferien-Trip und ihrer Art, Geld zu verdienen. Der Film ist in der Hinsicht weniger schmuddelig, als erwartet. Ein gewisser Erotikfaktor ist hier und da gegeben. Je nach Fassung dürfte jedoch auch unterschiedliches Bildmaterial existieren (Mal mehr oder weniger explizit). Als ich gelesen habe, dass Ornella Muti beim Dreh erst 16 und/oder 17.5 Jahre alt war, dachte ich mir, nicht schon wieder. Was finden die Italiener nur an Nacktszenen mit Minderjährigen?

Jedoch wurden sämtliche Nacktszenen gedoubelt. Das gilt nicht nur für die Szenen mit Ornella Muti, sondern auch für die Szenen mit Irene Papas (Don’t Torture a Duckling, 1931: Once Upon a Time in New York). Antonia Santilli (The Boss) stellte für die wenigen Nacktszenen ihren Körper zur Verfügung. Der Cast hat mir gefallen. Ornella Muti sieht nicht nur gut aus, sondern spielt auch toll. Zudem harmoniert sie prächtig mit Ray Lovelock (Let Sleeping Corpses Lie, Tote pflastern seinen Weg, Eiskalte Typen auf heissen Öfen). Letzterer passt perfekt in solche «rebellische» Rollen.

Der Plot nimmt sich Zeit. Die Musik passt gut zum Zeitgeist und ich empfand den Film als spannend. Lange weiss der Zuschauer nicht genau, wo die Reise hingeht. Es gibt einige kleinere Twists und coole Kameraeinstellungen. Besonders der nächtliche Ausflug inklusive Messerattacke und Gegenschnitte auf die Krähen, Eulen und Vögel war toll anzusehen. Sehr stimmungsvoll. Dieser Moment hätte jedem Giallo gutgestanden und zeigt, dass Umberto Lenzi auch in dem Genre Zuhause war. Das Ende war hingegen vorhersehbar, dennoch mochte ich es.

Fazit: Euro-Cult Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Un Posto ideale per uccidere

Frankreich, Italien 1971

R: Umberto Lenzi

D: Ray Lovelock, Ornella Muti, Irene Papas

Laufzeit der US-Blu: 89:36 Min.

Gesehen am: 28.02.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Region-All-Disc, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs, exklusive Extras (u.a. ein Interview mit Umberto Lenzi und X-Rated deleted scenes). In Deutschland leicht zensiert (u.a. eine Sexszene) unter dem Titel Deadly Trap auf VHS zu haben.

Samstag, 5. April 2025

Knife of Ice

Knife of Ice

Story:

Die stumme Martha Caldwell (Carroll Baker) besucht ihren Onkel in Spanien, als im Umfeld plötzlich ein mysteriöser Mörder umhergeht. Die Polizei ermittelt und verdächtigt einen Satanisten…

Meine Meinung:

Der Kauf der Lenzi/Baker Giallo Collection war ein Fehlkauf. Orgasmo war noch ganz ok und nett, aber A Quiet Place to Kill sowie So Sweet…So Perverse waren schwach. Knife of Ice ist tatsächlich der 2. beste Film im Set, aber auch alles andere als ein Kracher. Die Filme sind alle im Grossen und Ganzen nicht wirklich toll, sehr unspektakulär und haben meiner Meinung nach mit dem wirklichen Gialli Genre kaum was gemein.

Es handelt sich mehr um Mystery-Erotik-Thriller/Krimis. Zu Beginn von Knife of Ice wird Edgar Allan Poe zitiert. Ob es sich um eine Verfilmung einer Edgar Allan Poe Geschichte handelt? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass diese Umberto Lenzi (Labyrinth des roten Todes, Das Schlitzohr und der Bulle, Ghosthouse) Filme nicht in die Sammlung aufgenommen werden. Dafür waren die Filme mit der Amerikanern Carroll Baker zu lahm, zu schwach und zu uninteressant. Schade.

Knife of Ice hebt sich von den anderen Filmen in der Box, zumindest inhaltlich ab. Und war optisch schön und z.T. stimmungsvoll (die Flucht des Satanisten nachts im Regen) gefilmt. Abgesehen davon darf der Zuschauer hier keinen Sex, keine nackten Tatsachen und keinen Tropfen Blut erwarten. Die Morde geschehen alle im off screen. Und Tierfreunde dürften sich aufgrund der Szenen mit dem Stier aufregen…

Fazit: Lenzi/Baker Giallo Collection = keine Must Have Titel….

Infos:

O: Il Coltello di ghiaccio

Italien 1972

R: Umberto Lenzi

D: Carroll Baker, Agustín Bescos, Sergio Ciani, Fabián Conde, José Marco Davó

Laufzeit der US-Blu: 91:35 Min.

Gesehen am: 18.01.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Box von Severin Films (Lenzi/Baker Giallo Collection) = Englisch/Ital. mit Subs (Subs schaltet es nach jedem neuen Kapitel wieder ab), Uncut (Film sehr harmlos, könnte auch ab 12 Jahren freigegeben sein), hervorragende Bild- und Tonqualität, vier Filme und z.T. Soundtrack-Discs in einem Set. Region-A-Discs. Es gibt einen Comic, vier Karten und Interviews (u.a. mit Umberto Lenzi) als Bonus. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sonntag, 16. Februar 2025

A Quiet Place to Kill

A Quiet Place to Kill

Story:

Helen (Carroll Baker) erhält nach einem Racing-Unfall eine Notiz von ihren Ex-Ehemann (Jean Sorel), sich bei ihm zu melden. Als Helen aus dem Krankenhaus entlassen wird, sucht sie ihn auf, nur um zu erfahren, dass die Meldung gar nicht von ihm, sondern seiner neuen Ehefrau (Anna Proclemer) kam…

Meine Meinung:

Umberto Lenzi (Das Schlitzohr und der Bulle, Der Berserker, Nightmare Beach), vor allem für seine Kannibalenfilme Eaten Alive und Cannibal Ferox bekannt, drehte auch mehrere Filme mit der amerikanischen Schauspielerin Carroll Baker (Baba Yaga, The Fourth Victim). Von vier Filmen (aus der Severin Films Box) habe ich nun drei Streifen gesehen: Orgasmo, So Sweet... So Perverse und nun A Quiet Place to Kill.

Und leider sind das in meinen Augen bisher alle keine Kracher oder Must Have Titel. Die Filme sind alle sehr ähnlich (plus auch The Fourth Victim, den ich verkauft/entsorgt habe), was sie langweilig und wenig interessant macht. Am besten war noch Orgasmo. Aber bereits So Sweet... So Perverse fand ich mässig und dasselbe gilt auch für A Quiet Place to Kill, dessen Originaltitel besser zum Inhalt passt: Paranoia. Eine Co-Produktion zwischen Frankreich, Italien und Spanien.

Carroll Baker steht hier zusammen mit Jean Sorel (Malastrana, In the Eye of the Hurricane) und Marina Coffa vor der Kamera. Auch In the Eye of the Hurricane geht in diese Richtung: irgendwie waren solche Filme mit solchen Plots in der Zeit gern gesehen. Aber hat man einen davon gesehen, hat man quasi alle davon gesehen. A Quiet Place to Kill bietet zwar paar nette Bilder und ein nettes Ende, aber (abgesehen von einigen harmlosen und nicht erwähnenswerten Nacktszenen) bietet der Film absolut keinen Mehrwert. Für mich sind das per se auch keine Gialli, sondern mehr erotische Mystery-Thriller. Aber mit dem Giallo Genre kann natürlich gewinnbringender geworben werden…

Fazit: Lahm und eigentlich nicht zu empfehlen…

Infos:

O: Paranoia

Frankreich, Italien, Spanien 1970

R: Umberto Lenzi

D: Carroll Baker, Jean Sorel, Luis Dávila, Alberto Dalbés, Marina Coffa, Anna Proclemer

Laufzeit der US-Blu: 95:37 Min.

Gesehen am: 10.12.24

Fassungen: Gesehen via Lenzi/Baker Giallo Collection von Severin Films = Englisch/Ital., Englischer Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es sind noch drei andere Filme in der Box enthalten. In Deutschland unter dem Originaltitel Paranoia von X-Rated zu haben (Uncut, Blu-Ray, Deutsch/Ital. mit Subs). Die Severin Films Blu-Ray scheint Macken zu haben: im Finale fehlt plötzlich Englischer Ton und die englischen Subs stellen sich nach jedem Kapitel wieder ab. Mühsam.

Sonntag, 8. September 2024

Das Schlitzohr und der Bulle

Die Blu-Ray Box wurde am BIFFF 2024 signiert

Das Schlitzohr und der Bulle

Story:

Gangsterboss Brescianelli (Henry Silva) lässt die 12jährige Camilla (Susanna Melandri) entführen, um ein hohes Lösegeld ihrer reichen Eltern erpressen zu können. Das Mädchen ist jedoch krank und auf regelmässige Dialyse-Termine angewiesen. Verpasst sie diese, wird sie sterben. Cop Antonio Sarti (Claudio Cassinelli) lässt daraufhin den Kleinganoven «Marazzi» (Tomas Milian) aus dem Gefängnis entführen und stellt mit anderen zwielichtigen Gestalten aus dem Gangster-Milieu eine Truppe zusammen, um Brescianelli zu finden und das Mädchen zu retten…

Meine Meinung:

Im Vergleich zu Der Superbulle jagt den Ripper oder Die Strickmütze fällt Das Schlitzohr und der Bulle leicht ab, dennoch ist der Film solide, abwechslungsreich und vor allem einfach sehr unterhaltsam. Und im Vergleich zu anderen Werken, wie z.B. Die Gangster-Akademie, gewinnt Das Schlitzohr und der Bulle haushoch. Der Poliziotteschi von Umberto Lenzi (Eaten Alive, So Sweet...So Perverse) ist dabei mehr Gangsterfilm statt Komödie. Etwas, was ich falsch erwartet habe. Die lustigsten Momente bekommt definitiv Star Tomas Milian (Der Gehetzte der Sierra Madre, Bewaffnet und gefährlich) ab.

Der Film wird durch seine qualitativ hohe deutsche Synchronisation und bekannte Sprecher (auch in den Nebenrollen) zusätzlich aufgewertet. Zuerst dachte ich, einen falschen Film eingelegt zu haben. Der Start in den Film (Italo-Western Szenen) war originell. Technisch ist Lenzis Streifen aufwändig in Szene gesetzt: es gibt viele Actionszenen, die Shoot-Outs sind effektiv (d.h. blutig), die Settings wechselhaft (Zug). Dazu gibt es einige bekannte Gesichter, bis in die Nebenrollen, aus dem Genre zu sehen.

Hauptstar ist jedoch Tomas Milian, der hier einmal mehr Spass macht und viele tolle Sprüche raushaut. Claudio Cassinelli (What Have They Done to Your Daughters?) als Polizist, der den undankbaren Job hat, den Gangsterboss zu finden, das Mädchen zu retten und mit Kleinkriminellen zusammenzuarbeiten, macht ebenso einen tollen Job. Henry Silva (Der Teufel führt Regie) als Bösewicht geht natürlich immer. Aber gerade er kommt definitiv zu kurz. Mehr Silva wäre wünschenswert gewesen.

Fazit: Für Tomas Milian und Poliziotteschi Fans sehenswert!

Infos:

O: Il Trucido e lo sbirro

Italien 1976

R: Umberto Lenzi

D: Tomas Milian, Claudio Cassinelli, Nicoletta Machiavelli, Robert Hundar, Henry Silva, Biagio Pelligra, Susanna Melandri

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 88:16 Min.

Gesehen am: 12.06.24

Fassungen: Mir lag die deutsche Tomas Milian 5 Movie Collector’s Edition Vol. 1 vor. Nebst Das Schlitzohr und der Bulle sind folgende Filme mit Tomas Milian enthalten: Der Berserker, Ein Schlitzohr ausser Rand und Band, Das Schlitzohr vom Highway 101 sowie Formel 1 und heisse Mädchen. Alle Filme in Deutsch/Ital. (einige auch noch in Englisch) mit deutschen Subs. Dazu ein Schuber und ein ca. 80seitiges Booklet. Die Filme sind Uncut und restauriert. Die Bild- und Tonalität von Das Schlitzohr und der Bulle empfand ich als angenehm. Die deutsche Synchronisation ist gelungen. Das Set wurde mir am BIFFF 2024 von Fabio Frizzi signiert. Er steuerte den Soundtrack zu Formel 1 und heisse Mädchen bei.

Dienstag, 21. Juni 2022

So Sweet... So Perverse Review

So Sweet... So Perverse

Story:

 

Jean (Jean-Louis Trintignant) und seine Frau (Erika Blanc) leben seit zwei Jahren in unterschiedlichen Wohnungen. Als Jean die mysteriöse Nicole (Carroll Baker) kennenlernt, die von einem Mann (Horst Frank) belästigt wird, ändert sich sein Leben, so wie er und sein Umfeld es sich nicht vorgestellt hätten…

 

Meine Meinung (Achtung SPOILER):

 

Zu Ehren von Jean-Louis Trintignant, der am 17.06.22 verstarb, kam es zur Erstsichtung des Umberto Lenzi (Die Gewalt bin ich) Krimis/Thriller So Sweet... So Perverse. Von Jean-Louis Trintignant kenne ich nur wenige Filme: den sonderbaren Death Laid an Egg, den grandiosen Italo-Western Leichen pflastern seinen Weg und den Film Das weiße Band (in der franz. Fassung spricht er die Stimme des Erzählers).

 

Nach dem Erfolg von Orgasmo drehte Umberto Lenzi, erneut mit Carroll Baker (Baba Yaga), einen weiteren Film, der ähnlich konzipiert wurde: Thriller-Elemente, Paranoia, Twists, ein Hauch Erotik. Nebst Carroll Baker sind in den Hauptrollen eben besagter Jean-Louis Trintignant, Horst Frank (Cat O'Nine Tails) sowie Erika Blanc (Kill Baby Kill) zu sehen.

 

Das Schauspiel ist stark. Die Musik von Riz Ortolani (Seven Deaths in the Cats Eye) fand ich hingegen relativ schwach und unspektakulär. Kein Theme, welches mich fesselte, begeistert oder in Erinnerung bleiben wird. Schade. Leider gilt das auch für den Film als Ganzes an sich. So Sweet... So Perverse, der nie eine deutsche Veröffentlichung erlebte, kommt definitiv nicht an den Vorgänger (Orgasmo) heran.

 

Zwar ist das Schauspiel der Beteiligten gut und der Film besonders schön gefilmt (wohl seine grösste Stärke), aber die 2. Film-Hälfte war schwach. Die 1. Filmhälfte war gut: fesselnd, spannend, unterhaltsam. Doch mit dem Ausscheiden von Hauptfigur Jean (Jean-Louis Trintignant) geht viel Qualität und auch Spannung verloren. Es ist danach vorhersehbar, wohin die Reise geht. So richtig viel Punkteabzug gab es für das doofe Ende, welches mir sehr missfiel.

 

Wäre der Film nicht in der Box von Severin Films (siehe mehr dazu unter Fassungen), würde der Film sogar aus der Sammlung fliegen. Natürlich ist das nur Geschmackssache. Wenn ich z.B. auf Youtube Reviews zum Film anhöre, sind praktisch alle gut bis solide, niemand mochte den Film nicht. Ich hoffe, dass mir die weiteren Filme (A Quiet Place to Kill & Knife of Ice) mit Umberto Lenzi & Carroll Baker mehr zusagen werden.

 

Infos:

 

O: Così dolce... così perversa

 

Deutschland, Frankreich, Italien 1969

 

R: Umberto Lenzi

 

D: Carroll Baker, Jean-Louis Trintignant, Erika Blanc, Horst Frank, Helga Liné, Ermelinda De Felice

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: 93:24 Min.

 

Gesehen am: 18.06.22

 

Fassungen: Siehe Orgasmo! Was So Sweet... So Perverse angeht gib es nur eine Film-Fassung. Der Ital. Dub ist klar besser (Musik kräftiger), der Englische Dub ist sehr leise (Musik etc.). Zum Ital. Ton gibt’s englische Subs. Es gibt diverses an Bonusmaterial. Region All Blu-Ray. Alternative: UK Blu-Ray von 88 Filmes (hat ebenso beide Dubs und exklusives Bonusmaterial). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2022).

Sonntag, 15. Mai 2022

Der Berserker Review



Mit Fabio Frizzi 2024 am BIFFF

Der Berserker

Story:

Drei Gangster (Tomas Milian, Ray Lovelock, Gino Santercole), die über Leichen gehen, entführen die Tochter (Laura Belli) eines reichen Geschäftsmannes und erpressen diesen um viel Geld. Die Polizei (Henry Silva) ermittelt…

Meine Meinung:

Der Berserker ist ein Must-See Titel des Ital. Poliziotteschi-Genres und einer der besten Filme von Umberto Lenzi (Nightmare Beach, Orgasmo, Labyrinth des roten Todes, Cannibal Ferox, Eaten Alive), der einige sehenswerte Titel in dem Sub-Genre gedreht hat (Camorra - Ein Bulle räumt auf, Die Gewalt bin ich, Gang War in Milan, Der Vernichter).

Der Film ist dabei deutlich kompromissloser und sadistischer als andere seiner Art und überzeugt nur schon allein durch die wahnsinnig intensive Schauspielkunst von Tomas Milian (Der Gehetzte der Sierra Madre, Compañeros, Don’t Torture a Duckling), der danach ähnliche Rollen spielte (in Die Viper, Die Kröte etc.), der den Film komplett alleine trägt, trotz anderer bekannter Namen wie Luciano Catenacci (Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert), Henry Silva (Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale) oder Ray Lovelock (Let Sleeping Corpses Lie).

Der Unterhaltungswert ist dank vielen sadistischen Schweinereien, einer coolen Zusammenarbeit von Bruno Nicolai (A Virgin Among the Living Dead) und Ennio Morricone (Das Ding aus einer anderen Welt), die die Musik besorgten und einer grandiosen deutschen Synchronisation, die den Film zusätzlich aufwartet, gegeben. Vom traumhaften Cast sprechen wir erst gar nicht, auch wenn ich z.B. Henry Silva noch mehr Screentime gegönnt hätte.

Fazit: Jedem Poliziotteschi Fan zu empfehlen und dank Tomas Milian ein absolutes Fest!

Infos:

O: Milano odia: la polizia non può sparare

Italien 1974

R: Umberto Lenzi

D: Tomas Milian, Laura Belli, Luciano Catenacci, Ray Lovelock, Gino Santercole, Henry Silva

Laufzeit der deutschen DVD: 95:14 Min.

Neusichtung am: 04.04.22

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von NEW vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, hervorragende deutsche Synchronisation, Uncut. Gibt es von filmArt in D auch auf Blu-Ray. Nachtrag Aug. 2024: für eine weitere Sichtung lag mir nun besagte filmArt Blu-Ray vor. Diese befindet sich in der Tomas Milian Collection Vol. 1 von Cinestrange Extreme = Uncut, Deutsch/Englisch/Ital. mit Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist absolut gelungen, ein Genuss und wertet der Film zusätzlich auf. Bild- und Tonqualität sind hervorragend und der Film ist einer der besten Poliziotteschi-Produktionen mit Tomas Milian. Stark!

Donnerstag, 8. April 2021

Nightmare Beach Review

Nightmare Beach

Story:

 

Ein Biker und Anführer einer Gang, Diablo (Tony Bolano), wird wegen Mordes in Florida hingerichtet. Zeugen der Ausführung: ein Arzt (Michael Parks), ein Polizist (John Saxon) und ein Pfarrer (Lance LeGault). Diablo letzte Worte: er kehrt zurück. Kurze Zeit später beginnt ein unbekannter Killer während des Spring Break, diverse Personen zu meucheln…

 

Meine Meinung:

 

Nightmare Beach ist kein Kracher des Italo-Genre. Ich ging auch nicht mit wirklich hohen Erwartungen an das Spätwerk aus Italien heran. Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre war das Euro-Cult Kino aus Italien bereits am Sterben. Klar, es gab Ausnahmen wie Demons 6, Spider Labyrinth oder Dellamorte Dellamore, aber eben: Ausnahmen!

 

Nightmare Beach war eine Produktion mit Konflikten. Dies führte dazu, dass der Film nicht durch Umberto Lenzi (Camorra - Ein Bulle räumt auf) fertiggestellt wurde. Er bleib am Set und hielt sich im Hintergrund. Regie führte der unbekannte James Justice. Trotzdem ist Lenzis Handschrift zu erkennen. Der Film würde ich auch nicht als Giallo bezeichnen, sondern mehr als Slasher.

 

Nightmare Beach wirkt trotzdem sehr Italienisch, auch wenn der Film mit amerikanischem Cast aufwartet und in Florida spielt (sogar vor Ort gedreht, Englisch ist auch definitiv O-Ton). Zudem erinnert der Soundtrack, gerade beim Einsatz von Action/Horror-Parts, an Umberto Lenzis Demons. Apropos Demons: die Biker-Gang heisst «Demons» und das Logo auf ihren Lederjacken ist der Filmtitel aus Lenzis Kultfilm.

 

Der Film wartet mit einigen bekannten Namen auf: Michael Parks war in vielen Filme von Quentin Tarantino zu sehen, John Saxon spielte in vielen Ital. Produktionen mit (z.B. Tenebre) und für den hörenswerten Soundtrack war Komponist Claudio Simonetti (Hands of Steel) zuständig. Der Film ist nicht relativ blutig (in England neu gar ab 15 Jahren freigegeben). Dennoch gibt es 1-2 tolle Make-Up Effekte zu sehen.

 

Fazit: Kurzweilig, spassig, unterhaltsam. Kein Kracher, aber absolut ok. Für Slasher-Fans zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Nightmare Beach

 

Italien 1988

 

R: Umberto Lenzi, James Justice

 

D: Tony Bolano, Michael Parks, Lance LeGault, John Saxon, Nicolas De Toth, Sarah Buxton, Kristy Lachance, Yamilet Hidalgo, Debra Gallagher

 

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 91 Min.

 

Gesehen am: 15.01.21

 

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von 88 Films vor = Wendecover, Uncut, Englisch/Ital. mit Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in D Uncut auf DVD von Eyecatcher Movies. Eine deutsche Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Jan. 2021).