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Donnerstag, 5. Februar 2026

Love Unto Waste

Love Unto Waste

Story:

Tony Cheung (Tony Leung Chiu-Wai) und drei Freundinnen (Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin) geniessen das Party-Leben in Hong Kong in vollen Zügen. Alle Frauen buhlen um Tony. Erst als eine ihrer Freundinnen tot aufgefunden und Inspektor Lan (Chow Yun-Fat) zu ermitteln beginnt, wird das Leben zur Spassbremse...

Meine Meinung:

Als 88 Films den Mitte der 80er Jahre HK-Film Love Unto Waste auf Blu-Ray angekündigt haben, war ich überrascht. Ein Film, dessen Titel ich zuvor noch nie wahrnahm. Angeblich ein gefeierter New Wave-Film mit Mystery-Inhalten und mit einem Cast um damalige Rookies wie Tony Leung Chiu-Wai (People’s Hero, My Heart Is That Eternal Rose, Butterfly Sword) oder den späteren Superstar Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Story of Woo Viet). Da musste ich natürlich zuschlagen. Gleichzeitig fragte ich mich, ob sich ein solcher Nischenfilm lohnt. Von den Verkaufszahlen und so.

Love Unto Waste hat mir leider gar nicht gefallen. Warum Regisseur Stanley Kwan ein so grosses Aufsehen geniesset (New Wave und Arthouse Vibes), kann ich mir wirklich nicht erklären. Auch sein Ghost-Film Rouge, mit welchem er Erfolge feierte, fand ich überbewertet und blieb nur knapp in der Sammlung. Und abgesehen davon gelang ihm sonst gar nichts. Der Film wird seinem New Wave/Arthouse-Ruf nicht gerecht und die vielen Normierungen an den HK-Film Awards (1987) sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Der Film und Plot inklusive dessen Verlauf waren zu sinnlos, zu lahm und zu selbstverliebt. Da wollte Stanley Kwan etwas schaffen, was anderen Regisseuren gelang (z.B. Patrick Tam mit seinem Nomad). Die Dramatik und der Verlauf des Plots fesseln und führen zu nichts (vor allem der Plot). Mystery-Inhalte (davon sprechen Filmdatenbanken und sogar das Back-Cover der UK-Blu-Ray) gibt es auch keine zu sehen.

Der Film hat nur drei gute Szenen: Tony Leung Chiu-Wai kotzt über Billie, Chow Yun-Fat verteilt eine Ohrfeige und sorgt für Ruhe und Chow Yun-Fats Heil Hitler Szene (hat Regisseur Stanley Kwan kurz vorher Let Sleeping Corpses Lie gesehen?). Die Figuren waren alle unsympathisch. Als Zuschauer war mir dessen Schicksal egal und gleichgültig. Chow Yun-Fat nahm ich seine Rolle nicht ab.

Fazit: Kommt im Gegensatz zu Rouge nicht in die Sammlung!

Infos:

O: Deiha tsing

HK 1986

R: Stanley Kwan

D: Tony Leung Chiu-Wai, Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin, Chow Yun-Fat

Laufzeit der UK-Blu: 98:19 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Das US-VHS von Tai Seng zeigt die überraschende Szene mit Chow Yun-Fat und dem Hitlergruss (siehe Bild unten). 

Sonntag, 28. Dezember 2025

Man on the Brink Review

Man on the Brink

Story:

Der junge Cop Ho Wing-Chui (Eddie Chen) willigt ein, sich für zwei Jahre für eine Undercover-Mission zur Verfügung zu stellen. Er soll eine Gruppe Triaden (u.a. Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah) infiltrieren. Seine Schwester und seine Freundin (Ada Fung Oi-Tsz) darf er nicht einweihen.  Die Mission geht nicht spurlos an Ho Wing-Chui vorbei…

Meine Meinung:

Man on the Brink ist ein New Wave Hong Kong Film von Alex Cheung Kwok-Ming, dessen Cops and Robbers für mich ein echtes Juwel darstellt. Daher war ich gespannt auf den Film. Es ist schade, dass Alex Cheung Kwok-Ming (Framed, Chatter Street Killer, Twinkle Twinkle Little Star) nur wenige Filme realisiert hat. Darunter auch zwei Shaw Brothers Filme, u.a. Danger Has Two Faces. Der Film stammt aus dem Jahr 1981 und war ein voller Erfolg. 1982 gewann der Streifen am Golden Horse Film Festival mehrere Preise.

Man on the Brink hat mir zwar nicht ganz so gut wie der düstere Cops and Robbers Gefallen, dennoch mag ich diese nihilistischen New Wave Crime-Streifen im modernen Setting. Daher sehe ich The Man on the Brink noch weit über dem Durchschnitt. Der Film ist ruhig und versucht, realistisch zu sein. Der junge Eddie Chan spielt das toll. Der Film ist ein Mix aus Crime-Streifen und Drama. Es gibt mehrere spannende Szenen, die intensiv wirken und toll inszeniert sind. Es gibt nur wenige Action- und Gewaltmomente. Diese haben jedoch viel Power und Kraft.

Auch die Musik und Kameraarbeit waren toll. Der Cast aus mir wenig bekannten Namen war auch stark gewählt. Eddie Chen spielte zu der Zeit in mehreren interessanten Filmen wie Bad Boys (habe ich ungesehen als US-VHS), The Beasts, The Security, He Lives by Night, The Accident, Devil Fetus oder Law with Two Phases. Meist spielte er Polizisten. Die Co-Stars werden von Ga Lun (Jumping Ash), Ada Fung Oi-Tsz (Söldner kennen keine Gnade), Kam Hing-Yin (0.38), Leung Siu-Wah (The Clones of Bruce Lee) und Mak Ho-Man (The Saviour) gespielt.

Fazit: Nicht ganz so stark wie Cops and Robbers, aber definitiv sehenswert!

Infos:

O: Bin Yuen Man

HK 1981

R: Alex Cheung Kwok-Ming

D: Eddie Chen, Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah, Tang Yuk-Wing, Ada Fung Oi-Tsz, Ga Lun, Kam Hing-Yin, Leung Hon-Fai

Laufzeit der HK-Blu: 101:00 Min.

Gesehen am: 28.12.25

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Schuber, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, Uncut. Leider sind die Extras nicht Englisch untertitelt. Das Special «Movie Talk: Alex Cheung» sah nämlich interessant aus (und dauert über 60 Minuten). Gibt es in Deutschland als Mann ohne Ausweg auf DVD. Die neue US-Blu-Ray hat mehr Extras als die HK-Disc und ist zudem auch, was das Bonusmaterial angeht, Englisch untertitelt.

Mittwoch, 12. November 2025

The Woman of Wrath Review

The Woman of Wrath

Story:

Taiwan während der japanischen Besatzung:

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Shih (Pat Ha Man-Jik) wird an ein anderes Fischerdorf verkauft und mit einem älteren Mann (Pai Ying), der als Metzger arbeitet, zwangsverheiratet. Shih sieht sich täglich Schlägen und sexueller Gewalt ausgeliefert. Ob sie ihrem Leben, welches einem Gefängnis gleicht, entkommen wird?

Meine Meinung:

Es gibt Filme, die entsprechen einem Zeitgeist-Phänomen. Die haben nicht viel Budget, aber junge Talente vor und hinter der Kamera. New Wave Vibes. Um Effekte zu sparen, wird auch auf reale Gewalt gegen Tiere nicht verzichtet. Da kommen mir direkt und indirekt Titel wie Cannibal Man oder Silip: Daughters of Eve in den Sinn. Und da passt auch der taiwanesische Film The Woman of Wrath perfekt dazu. Der Film, der ganz leicht auch an Bedevilled erinnert, ist eine Novellen-Verfilmung. Chang Chong-Cheung hat dabei die Novelle The Butcher's Wife verfilmt.

Der Film gehört dabei zur Taiwan New Cinema Bewegung und hatte mit Zensurproblemen zu kämpfen. Ganze acht Szenen flogen aus dem Film, bevor der in die Kinos kam. Der Film, der auf einer Insel Taiwans gedreht wurde und zur Zeit der japanischen Besatzung handelt, ist ein sehr ruhiger Film. Ein Slow-Burner. Ein durch und durch deprimierender Film, abseits des Mainstreams. Der Film wartet mit Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger, My Name Ain't Suzie) auf, die dazumal vor allem durch ihre Rolle in Nomad auf sich aufmerksam machte. Ihre wortkarge Leistung ist eindrücklich.

Der Film zeigt eindrücklich das Leid auf, welches ein Mensch ertragen kann. Seelische, sexuelle und körperliche Gewalt. Traditionen und sture Rollenbilder. Auf der einen Seite haben wir ihren Ehemann, der als Metzger arbeitet und auch deshalb von der Gesellschaft geächtet wird. Auf der anderen Seite haben ausgerechnet die anderen Frauen auch viel Hass für Shih übrig und sprechen die Taten des Ehemannes schön. Die Kamera fängt überdurchschnittlich tolle Bilder ein und die Musik ist aussergewöhnlich und trägt nebst Naturkulissen- und Geräuschen (das Brechen der Wellen) viel zur Stimmung des Filmes bei.

Der Cast war allgemein sehr gut. Pai Ying (Assassin, Heroes in the Late Ming Dynasty, Adventure in Denmark) spielt den Metzger ebenfalls stark. Glaubhaft. Das Mädchen, welches im Film hier und da vorkommt, ist auch überzeugend und nervt nicht (auf Humor wird in dem dramatischen Film sowieso total verzichtet). Der Film kann fast als eine Art dramatisches und sozialkritisches Kammerspiel mit Selbstjustiz-Momenten angesehen werden. Und wie zu Beginn erwähnt gibt es hier einige sehr derbe Momente zu sehen, in denen echte Tiere zu Schaden kommen. Hauptsächlich sind es Schlachtungen (Schweine). Wie die Tiere getötet und auch zerteilt werden.

Der makabre Höhepunkt ist dann erreicht, wenn der Metzger seine Frau mit echten Innereien bewirft (laut Interview wurde Pat Ha Man-Jik bei der Szene ohnmächtig). Sie hätte lieber Fake-Innereien gehabt, aber für solche Effekte war kein Geld vorhanden. Aber auch eine Katze (nach ihr wird getreten) und Enten-Babys (fast die schlimmste Szene, fand ich) werden nicht verschont. Das mag für heutige Verhältnisse ein No-Go sein, aber als billiger (Schockeffekt) und als Metapher (für den Metzger ist seine Frau nichts anderes als ein Stück Vieh) waren diese Szenen nachvollziehbar. Und eben dem Zeitgeist geschuldet. Wie bei Cannibal Holocaust und Co.  

Fazit: Eindrückliches Drama, das unter die Haut geht! Toll, noch solch unbekannte Perlen zu entdecken…

Infos:

O: Sha Fu

Taiwan 1983

R: Chang Chong-Cheung

D: Pat Ha Man-Jik, Pai Ying, Grace Chen Shu-Fang, Yang Li-Yin, Li Hai-Hsing

Laufzeit der taiwanesischen Blu-Ray: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 15.07.25

Fassungen: Mir lag die neue taiwanesische Blu-Ray vom taiwanesischen Filminstitut vor = 40th Anniversary Restored Edition. Seit mehreren Jahren wurde der Film neu restauriert. Der Film kommt Full Uncut daher (inklusive acht ehemals zensierte Szenen), im O-Ton, mit englischen Subs, einem Schuber, Karten und einem ca. 70seitigen Booklet (Infos in Chinesisch und Englisch, u.a. gibt es Hintergrundinfos zur Restauration, zur Zensur zum Film und es gibt ein Interview mit Star Pat Ha Man-Jik). Die Bild- und Tonqualität sind der Wahnsinn. Der Film schaut aus wie ein aktueller, neuer Film. Ehemals zensierte Szenen fallen qualitativ nicht ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).

Samstag, 13. September 2025

Nomad Review

Nomad

Story:

Zwei Pärchen (Pat Ha Man-Jik, Leslie Cheung, Cecilia Yip Tung, Kent Tong Chun-Yip) geniessen das Leben, lieben sich, haben Träume. Sie verbringen die Zeit auf einer Insel. Vor der Küste befindet sich ihr Segelboot. Die Nomad. Auf dieser befindet sich Shinsuke (Stuart Ong), der kurz zuvor aus Japan nach Hong Kong kam. Auf der Flucht vor der Japanese Red Army…

Meine Meinung:

Die letzte Sichtung von Nomad, einem New Wave Film aus dem Jahr 1982 und einer Hong Kong Produktion, ist 13 Jahre her. Dazumal gefiel mir der Film nicht wirklich. Jedoch waren auch andere Gründe dafür verantwortlich, an deren Einfluss ich nichts ändern konnte. Die Fassung war zensiert und die Inhaltsangabe der HK-DVD soll falsch und nicht sinngemäss gewesen sein (gemäss meinem alten Review), so dass ich dazumal mit falschen Erwartungen an den Film ging.

Regie führte Patrick Tam, der schon die sehenswerten Filme The Sword, Love Massacre sowie My Heart Is That Eternal Rose realisiert hat. Nomad reiht sich gut in diese Titel ein und der Film hat mir heuer in einer würdigen Fassung auch deutlich besser als früher gefallen. Der Film, der 1983 an den HK-Film Awards für 14 (!) Preise nominiert war, gefällt durch seinen Genre-Mix (Drama, New Wave, Coming of Age, Love-Story), seine visuellen Einfälle (die dank der neuen Restauration auch voll zur Geltung kommen) und einem starken Cast von dazumal noch neuen, unverbrauchten Jung-Darstellern.

Leslie Cheung (Rouge, A Chinese Ghost Story 2, Little Dragon Maiden) ist sicher der bekannteste Name, der im Film mitspielt. Aus ihm sollte ein grosser Star werden und dank seinem tragischen und zu frühen Ableben geniesst er bei vielen Fans Kultstatus. Interessant, dass er hier schon homosexuelle Tendenzen an den Tag legte, die er später auch in anderen Rollen (und/oder im echten Leben) ausleben sollte. Kent Tong Chun-Yip (Red Spell Spells Red, Vengeance Is Mine) war ebenso überzeugend und stark waren auch die Mädels um Pat Ha Man-Jik und Cecilia Yip Tung.

Das war die zweite Rolle von Cecilia Yip Tung (Esprit D'amour, Coolie Killer) und die erste Rolle von Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger, My Name Ain't Suzie). Beide spielen sehr verschiedene Persönlichkeiten und beide machen das absolut überzeugend. Starke Leistungen für dazumal neue und junge Darsteller. Als Japaner und in einer Nebenrolle ist Stuart Ong (Robotrix, Maybe It's Love) zu sehen, der seine Sache auch ordentlich macht.

Fazit: Optisch wunderschön und die letzten fünf Minuten sind ein starker Tonwechsel und an Dramatik kaum zu übertreffen!  

Infos:

O: Lie huo qing chun

HK 1982

R: Patrick Tam

D: Leslie Cheung, Pat Ha Man-Jik, Cecilia Yip Tung, Kent Tong Chun-Yip, Stuart Ong, Yu Ka-Man

Laufzeit der UK-Blu: 92:40 Min.

Gesehen am: Jan 2012 / 2. Sichtung: 13.06.25

Fassungen: Die alte HK-DVD war zensiert. Ebenso die jap. DVD, die aber scheinbar länger lief und/oder gewisse zensierte Szenen als Bonus auf der Disc hatte. Nun hat das UK-Label Radiance Films den Film als 4K Restauration und als Director’s Cut veröffentlicht = 4K-Restauration, Uncut-Fassung, Booklet (mit Interview), diverse Extras, O-Ton, Subs. Die Bild- und Tonqualität sind der Wahnsinn und das kommt dem Film und der Farbgestaltung sehr gut zu stehen. Was die Extras angehen empfand ich jenes von Tony Rayns am besten. Warum? Der zeigt sogar Szenen einer Workprint-Fassung mit alternativen Szenen, die auch im DC so nicht zu sehen sind (Leslie Cheung hört die Musik seiner Mutter und masturbiert dazu). Spannende Hintergrundinfos. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2025). Zusammen mit My Heart Is That Eternal Rose in einem Set veröffentlicht worden.

Samstag, 22. März 2025

My Name Ain't Suzie

 


My Name Ain't Suzie

Story:

Hong Kong, Wan Chai, 50er Jahre:

Mary Lai Shui Mei (Pat Ha Man-Jik), auf einem Fischerboot lebend und aus ärmsten Verhältnissen stammend, wird zusammen mit einer Gruppe von anderen jungen Mädchen an Monie (Betty Ting Pei) verkauft. Diese bildet die Mädchen aus, damit diese in ihrem Club Männer, vornehmlich Seemänner, bedienen.  Mary Lai Shui Mei verliebt sich später in Johnny (Anthony Wong). In der Hoffnung, mit ihm ein neues Leben zu starten, entschliesst sie sich zusammen mit einer Kollegin, unabhängig von Monie anzuschaffen und «ihr eigenes Ding zu drehen». Doch es läuft nicht wie geplant: Johnny haut ab und die zwei Mädels sind ohne Schutz Gewalt und Polizei ausgesetzt. Doch die Dinge entwickeln sich nicht nur zum Negativen…

Meine Meinung:

Nach Maybe It's Love der 2. Spielfilm von Angela Chan für die Shaw Brothers. Und erneut bietet der Film starke New Wave Vibes und wurde an den Hong Kong Film Awards 1986 in mehreren Kategorien nominiert (und gewann davon in einer). Da ich Maybe It's Love gar nicht so übel fand, schaute ich mir nun auch My Name Ain't Suzie an. Eine Art Mix aus Drama, Romanze, Komödie und Sozialkritik. Quasi der «Casino» (Auf- und Abstieg) im Rotlichtviertel-Setting.

Der Film und Inhalt werden als Rückblende erzählt. 95% der Story spielen in den 50ern Jahren. Zuerst in Wan Chai und später in Tsim Sha Tsui. Und das wurde richtig gut eingefangen. Der damalige Zeitgeist und die politischen Themen wurden stark in den Plot integriert. Der Film begleitet dabei Charakter Mary Lai Shui Mei als minderjähriges Mädchen bis zur alten Frau. Sie blieb ihrem Geschäft bis zum Ende Treu. Mit vielen Hochs, aber auch sehr vielen Tiefs. Das gezeigte wirkt authentisch. Da hat Angela Chan gut recherchiert.

Das Gewerbe wird im Film ungeschönt und neutral dargestellt. Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger) hat das stark gespielt. Auch Namen wie Betty Ting Pei (Mahjong Heroes), Colette Koo Ka-Ling oder der spätere Film-Psycho Anthony Wong (wird im Vorspann als Anthony Perry gelistet) in seiner ersten Filmrolle, haben überzeugt. Anthony Wong (Ebola Syndrome) spielt aber auch «nur» einer der Nebenfiguren, und nicht die Hauptrolle. Die einzige, welche ich nicht überzeugt fand, war Deanie Ip Tak-Han. Ausgerechnet jene, welche dem Film seinen einzigen Preis als beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie ist vor allem ab Mitte und im letzten Viertel des Filmes involviert, wo es auch 1-2 graphischere Szenen zu bestaunen gibt inklusive Tiersnuff.

Fazit: Wer Angela Chans New Wave Shaw Brothers Beitrag Maybe It's Love mochte, kann auch hier bedenkenlos Mal einschalten!

Infos:

O: Fa Gai Si Doi

HK 1985

R: Angela Chan

D: Pat Ha Man-Jik, Betty Ting Pei, Anthony Wong, Angela Yu Chien, Colette Koo Ka-Ling, Deanie Ip Tak-Han

Laufzeit der Originalversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 07.01.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in HK (von IVL) auf DVD (O-Ton, Uncut, englische Subs). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 10. Februar 2025

The Secret

The Secret

Story:

Ein Mordfall erschüttert die Gegend. Die Polizei sieht in dem kognitiv eingeschränkten Herumtreiber «Nut» (Norman Tsui) den Täter. Krankenschwester Lin Ming (Sylvia Chang), die in der Gegend wohnt und dessen privates Umfeld zu den Opfern gehört (u.a. Alex Man), versucht die Morde aufzuklären…

Meine Meinung:

Auf The Secret wurde ich nur durch, ich glaube es war ein Chinese, einen Film-Dealer aufmerksam. Der bot mir das HK-VHS, wenn ich mich recht erinnere, für ca. 350 USD an. Zum Glück habe ich mich informiert und sah, dass das Hong Kong Filmarchiv davon eine Blu-Ray veröffentlich hat. Geld gespart und dazu noch eine bessere Fassung gekauft. Doppeltes Glück. Bei The Secret handelt es sich um einen Ende der 70er Jahre New Wave Film aus Hong Kong und um das Regiedebüt von Ann Hui (The Story of Woo Viet). Ihr Boat People liegt noch ungesehen rum. The Secret ist definitiv nicht uninteressant und teilweise fühlte ich mich ans Giallo-Genre erinnert (Deep Red).

Der Film ist ein Mix aus Drama, Krimi/Whodunit und Mystery. Der Film wirkt zum einen sehr westlich, zum anderen auch sehr traditionell. Der Mix aus Moderne und Tradition wird gut aufgezeigt. Der Film ist sehr stimmungsvoll. Viele Szenen spielen bei Nebel oder während der Nacht. Laut Booklet war in früheren Fassungen z.T. kaum etwas zu erkennen, da so schlechte und dunkle Bildqualität. Viel «Action» gibt es aber nicht, dem sollte sich der Zuschauer bewusst sein. Zudem ist die Erzählweise etwas konfus und nicht immer gradlinig. Da muss man aufpassen beim Schauen, auch wenn im Finale dann alles via Rückblenden aufgeklärt wird.

Die im Vorspann fast an erster Stelle genannten Norman Tsui (Das Todesduell der Shaolin, Ghost Festival, Sea Wolves) und Alex Man (Running Mate, Return of Bastard Swordsman, The Daring Kung-Fu Refugee) haben jedoch nur kleine Rollen. Die Person, auf dem der Fokus liegt, wird von Sylvia Chang (Legend of the Mountain, Slaughter in San Francisco, Lucky Stars Go Places) gespielt. Sie spielt die Hauptrolle und versucht, hinter das Geheimnis der Morde zu kommen. Der Cast ist allgemein überzeugend. Starke Leistungen. Es gibt eine Tiersnuffszene zu sehen (Huhn). Sensible Zuschauer könnte das sauer aufstossen. Den Film deshalb zu meiden, empfinde ich jedoch als übertrieben.

Fazit: Starkes Regie-Debüt und Fans von Ann Hui zu empfehlen!

Infos:

O: Fung Gip

HK 1979

R: Ann Hui

D: Sylvia Chang, Norman Tsui, Alex Man, Angie Chiu Nga-Chi, Lai Cheuk-Cheuk, Lee Hye-Sook

Laufzeit der HK-Blu-Ray: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 06.12.24

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray vom HK-Filmarchiv vor. Die Fassung ist ca. fünf Min. länger als frühere HK-VHS-Fassungen. 90% der Fassung sind in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität und wurden durch das Hong Kong Filmarchiv aufwendig restauriert. Fehlende Szenen (Vor- und Abspann) wurden vom VHS integriert und fallen qualitativ ab. Die Fassung ist im O-Ton mit festen englischen und chinesischen Subs. Zur Restauration gibt es Bonusmaterial zu sehen und auch im Booklet (in Chinesisch und Englisch) wird umfangreich darauf eingegangen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Sonntag, 1. September 2024

Winners Takes All

Winners Takes All

Story:

Fung (Stanley Fung) ist auf Rache an den Mördern (Billy Chow, Chang Kuo-Chu, Kong Foo-Tak) seiner Tochter (Yeung Ying-Yu) aus. Dazu kommt ihm Joe (Alan Tang) gerade recht. Dieser hilft ihm. Doch die Gangster versuchen dann, durch Joes Freundin (Olivia Cheng Man-Nga) an ihn ranzukommen. Derweil ermittelt die Polizei (Shirley Kwan Suet-Lai, Wong Chik-Sam) gegen die Selbstjustiz ausübenden Parteien…

Meine Meinung:

Aka Winner Take All?. Aka Winner Takes All. Warum ich diesen Film kaufte und/oder auf diesem kam, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Zwei Gedanken waren falsch: ich dachte, dass Michael Chan Wai-Man mitwirkt und dass der Film keine englischen Untertitel haben würde. Michael Chan Wai-Man spielt nicht mit und zu 80% gibt es englische Untertitel in dem Film. Ein kleiner Teil der Dialoge wurde hingegen, warum auch immer, nicht übersetzt. Nach einer Recherche habe ich Winners Takes All mit The Legal Illegals verwechselt. Den habe ich als nicht untertitelte VCD, Michael Chan Wai-Man spielt mit. Und: es handelt sich um den gleichen Regisseur: Stanley Siu Wing!

Es handelt sich bei Winners Takes All um einen HK-New-Wave-Streifen aus dem Jahr 1984. In den Hauptrollen spielen Stanley Fung (Ghost in Me), Alan Tang (Return Engagement) und die bezaubernde Olivia Cheng Man-Nga (The Millionaires Express). Der Film ist ein wilder und wüster Mix (Kind vor fahrendes Auto werfen, ein Baby mit einem Messer verletzen, Krankenschwester mit Rape-Fantasien) und beinhaltet diverse Genres: es handelt sich um einen Mix aus Action, Komödie, Liebesgeschichte, Rache-Plot und Selbstjustiz.

Ich fand den Film besser als erwartet und wurde positiv überrascht. Das Thema Rache und Selbstjustiz wartet mit einigen Story-Twists auf. Wie sich einige Figuren wandeln, empfand ich als überraschend. Ob es gefällt, ist hingegen eine andere Frage. Kritiker werfen Regisseur Stanley Siu Wing auch vor, dass er sich scheinbar nicht zwischen harter Action und schwarzer Komödie entscheiden konnte. Schwer zu sagen. Solche Genre-Mixe und wechselhafte Momente waren in dem HK-Kino der Zeit nicht unüblich. Die Akteure haben ihre Sache auf jeden Fall gut gemacht. Die Polizei wirkt sehr unsympathisch dargestellt (extrem sogar). Ein junger Billy Chow (Fist of Legend) gibt ggf. sein Debüt als Bösewicht. Etwas, was er später immer wieder tun sollte.

Fazit: HK-Filmfans sollten sich diese kleine, eher unbekannte Perle nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Yau Friend Miu Geng

HK 1984

R: Stanley Siu Wing

D: Stanley Fung, Billy Chow, Chang Kuo-Chu, Kong Foo-Tak, Yeung Ying-Yu, Alan Tang, Olivia Cheng Man-Nga, Shirley Kwan Suet-Lai, Wong Chik-Sam

Laufzeit der HK-VCD: 40:43 Min. (1. Disc) / 46:34 Min. (2. Disc)

Gesehen am: 01.06.24

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Mega Star vor = Uncut, solide Bild- und Tonqualität, nur O-Ton Kanto, feste englische und chinesische Subs (80% der Dialoge sind untertitelt, 20% nicht). Die HK-LD (von Winson) soll keine Subs haben. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt. Es gibt keine DVD, Blu-Ray und/oder deutsche Fassung (Stand: Juni 2024).

Donnerstag, 23. Mai 2024

Dangerous Encounter - 1st Kind

Mit Claudio Simonetti am Brugggore Filmfestival 2024

Dangerous Encounter - 1st Kind

Story:

Die drei Jugendlichen Paul, Loong und A Kao (Albert Au Shui-Keung, Lung Tin-Sang, Paul Che Biu-Law), die im Kino eine Explosion produzieren, werden von Wan-Shu (Lin Chen-Chi) erpresst und animiert, sich an diversen Straftaten zu beteiligen. Wan-Shus älterer Bruder (Lo Lieh) ist Polizist und ahnt nichts von Wan-Shus krimineller Energie. Als die Bande ausländischen Söldnern (u.a. Pierre Tremblay, Bruce Baron) in die Quere kommt, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Director's Cut Fassung):

Aka Dangerous Encounter of the First Kind. Aka Don't Play With Fire. Tsui Hark (The Master, Police Assassins) hat die Messlatte nach seinen Erstlingswerken The Butterfly Murders sowie Wir kommen und werden euch fressen hoch angesetzt. Auch sein dritter Spielfilm als Regisseur vermag zu überzeugen und lässt die schon tollen Vorgänger nochmals um ein kleines Bisschen übertreffen. Ich kenne, wie oben bezeichnet, nur seine Urfassung, den Director's Cut. Leider liegt dieser zu 90% nur mit franz. Untertiteln vor und die ehemals zensierten Szenen haben eine schlechte Bildqualität. Dem Plot kann man aber problemlos folgen, auch wenn man nicht alle Dialoge versteht.

Der Film soll, nachdem er an der Berlinale lief, im Heimatland für Kontroversen gesorgt haben: Kriminelle Jugendliche, Aufruf zur Gewaltbereitschaft und Angst vor Nachahmung, Rassenprobleme (im Film spielen ausländische Söldner eine Rolle), Gewalt (z.T. auch echte Gewalt gegen Tiere). Das war zu viel, so dass der Film entschärft und mit neu gedrehten Szenen und Sub-Plots (John Shum kommt z.B. im DC nicht vor) «entschärft» wurde. Die HK-Kinofassung habe ich bis zum heutigen Tag nicht gesehen. Die reizt mich auch gar nicht.

Dangerous Encounter - 1st Kind hat die 3. Sichtung bestanden. Der Film ist in meinen Augen der wohl beste und wichtigste Film des Regisseurs. Die New Wave Vibes knallen sich richtig schön rein. Der Film ist humorlos, düster, gewalttätig, hoffnungslos, zynisch, deprimierend und wartet auch mit einem entsprechenden Finale auf. Die soziale Situation (Unruhen bei Jugendlichen, Proteste) werden authentisch in den Plot integriert. Im ganzen Film gibt es nur Opfer und alle haben zu leiden: egal ob die Jugendlichen, die Söldner, die Polizisten, Tiere oder die Gesellschaft. Die 1. Filmhälfte ist die ruhigere. Dennoch überzeugt auch diese. Die Figuren werden dort eingeführt.

Die Stimmung ist aber von Beginn an bedrückt, nihilistisch und brutal, wenn schon im Vorspann, wie es aussieht, eine echte Maus mit Nägeln gequält wird. Auch die Szene mit der Katze ist fies und unschön, und, ggf. echt. Wer Mühe hat, wenn Tiere leiden, sollte einen guten Schutzschild haben, wenn er den Film schaut. Dazu kommt das hervorragende, eiskalte Schauspiel der jungen Stars wie Lin Chen-Chi und den drei Jungs Albert Au Shui-Keung (steuerte auch Songs zum Film bei nebst gestohlener Musik von Goblin aus Dawn of the Dead), Lung Tin-Sang (arbeitete ein Jahr zuvor schon in We're Going to Eat You mit Tsui Hark zusammen) sowie Paul Che Biu-Law (Toothless Vampires). Perfekte Wahl für diese rebellischen, soziopathischen und beeinflussbaren Charaktere des Filmes.

Lin Chen-Chi (Heaven and Hell) war eine weitere Shaw Brothers Entdeckung. Trotz grossem Erfolg von Dangerous Encounter - 1st Kind hat sie ihre Schauspielkarriere Mitte der 80er Jahre beendet. Schade (aber immerhin für eine Steakhouse-Kette, dessen Boss sie sein soll). Bekannte Name, welche im Film zu sehen waren, sind Ray Lui (Fatal Termination, Guns of Dragon) in einer Nebenrolle und Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Killer from Above, Executioners from Shaolin). Er spielt den grösseren Filmbruder von Lin Chen-Chi und einen Polizisten und Elternersatz. Die «Söldner» sah man später auch in anderen HK-Filmen wie Dragon Force, Men from the Gutter, A Better Tomorrow oder Angel Terminators. Lo Liehs Schauspiel war intensiv, wechselhaft und toll.

Fazit: Der wahrscheinlich beste Film von Tsui Hark. Ein nihilistisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dai Yat Lui Ying Aau Him

HK 1980

R: Tsui Hark

D: Lo Lieh, Albert Au Shui-Keung, Lung Tin-Sang, Paul Che Biu-Law, Pierre Tremblay, Bruce Baron, Ray Lui

Laufzeit der franz. DVD (DC): 95:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 10.03.24

Fassungen: Mir liegt die franz. DVD von HK Vidéo vor (Tsui Hark Box). In dieser sind auch The Butterfly Murders sowie We're Going to Eat You enthalten. Dangerous Encounter - 1st Kind liegt auf der 1. Disc in der Hong Kong-Kino-Fassung vor (= gibt es in Deutschland um Handlung zensiert als Söldner kennen keine Gnade auf VHS) und auf der 2. Disc liegt der restaurierte Director's Cut vor. Dies ist die bisher weltweit einzige Fassung dieser Version. Ehemals zensierte Szenen stammen von einer VHS (die Tsui Hark persönlich dem Label zur Verfügung gestellt haben soll) und sind in Kantonesisch mit englischen und chinesischen Subs. Die Bildqualität ist schlecht. In der HK-Kino-Fassung fehlt Handlung (Jugendliche Charaktere die strafbaren Handlungen begehen = man hatte Angst vor Nachahmung), Tiersnuff (mehr unschöne Szenen gegen Mäuse), weniger Lo Lieh (zensiert da schlechtes Image der Polizei), z.T. alternative Szenen mit den Söldnern (man fürchtete sich vor Fremdenhass). In der Kinofassung wurde daher nicht nur zensiert, sondern auch extra neues Material gedreht (John Shum als Detektiv als Sub-Plot etc.). Als Bonus gibt es noch ein lange Doku über die Entstehung und die Zensurgeschichte des Filmes und auch Tsui Hark kommt dabei zu Wort. Im Sommer 2024 (12.06.24) wird Spectrum Films vom Film (Kinofassung und DC) eine Blu-Ray spendieren. Von einem neuen 2K Master. Das dürfte für die HK-Kinofassung gelten. Ob die Szenen des DC in einer besseren Qualität auftauchen, ist fraglich. Die Disc wird keine englischen Subs haben. Man darf dennoch gespannt sein, wie sich der DC der Blu-Ray im Vergleich zur alten HK Vidéo DVD schlagen wird. Die Fassung lief an Filmfestspielen (die Kinofassung). Das Master soll z.T. sehr dunkel sein. 

Dienstag, 21. Mai 2024

The Butterfly Murders


The Butterfly Murders

Story:

Tien Lung (Wong Shu-Tong), Leder des Tien Clans, wird von Master Shum (Chang Kuo-Chu) um Hilfe gebeten: um und im Schloss Shum sollen tödliche Attacken von Schmetterlingen erfolgt sein. Tien Lung macht sich zusammen mit seinen Männern (u.a. Danny Chow Yun-Kin) und anderen Martial Arts Helden, z.B. Green Shadow (Michelle Yim), auf dem Weg zum Schloss. Dort finden sie in den unterirdischen Katakomben u.a. Master Shum, dessen Frau (JoJo Chan Kei-Kei) und den Gelehrten Fong (Lau Siu-Ming) vor. Master Shum scheidet ebenfalls aufgrund der Schmetterlinge dahin, was zur Folge hat, dass sein Wille verlesen wird. Dessen Aufruf folgen die Thunders (Tino Wong Cheung, Eddy Ko). Als diese vor Ort ankommen und gleichzeitig ein maskierter Killer beginnt, die Teilnehmer anzugreifen, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

The Butterfly Murders sah ich vor ca. 20 Jahren oder so erstmals als französische DVD d.h. ich verstand kein Wort, da keine englischen Subs. Dazumal war ich jünger und schaute mit dem Kumpel am Wochenende oft 5-7 Filme am Stück bis tief in die Nacht hinein. Damals gab es viele Filme noch nicht (auf DVD) und HK Vidéo hat (in Frankreich) viele tolle Filme auf DVD veröffentlicht: erstmals restauriert und/oder im Originalbildformat. Darunter war auch eine Box mit den drei Erstlingswerken* von Tsui Hark (*The Butterfly Murders, We're Going to Eat You & Dangerous Encounter - 1st Kind).

Den Film nun nach all den Jahren wieder zu sehen, diesmal mit englischen Subs, war ein absoluter Genuss. Es fühlte sich wie eine Erstsichtung an, da ich kaum mehr was wusste. Mir waren die Schmetterlinge, die Katakomben, der maskierte Killer und Eddy Ko im Gedächtnis geblieben. Mehr nicht. Also war eine Spannung, bis zum Ende, gegeben. Der Film ist eine Seasonal Film Produktion. Produzent Ng See-Yuen feierte mit Jackie Chan grosse Erfolge (Snake in the Eagle's Shadow, Drunken Master) und wollte auf dem Markt nebst den Shaw Brothers und/oder Golden Harvest bestehen können.

Also nahm Tsui Hark (Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten, A Better Tomorrow 3, Aces Go Places III) die Herausforderung an und feierte mit The Butterfly Murders ein beachtliches Regiedebüt. Der Film ist innovativ, alles andere als 08/15 und die New Wave Vibes und der Verzicht auf Slapstick und HK-Klamauk, sonst oft im HK-Kino der Zeit zu sehen, waren ein kluger Schachzug. Der Film ist ein wilder Genre-Mix aus Krimi, Tierhorror, Mystery und Kung-Fu-Film. Der in Taiwan gedrehte Film bietet einen tollen Soundtrack (z.B. Vorspann), eine spezielle Kameraführung (fühlte mich an Dario Argentos Phenomena und dessen Insektenszenen erinnert) und abwechslungsreiche Settings. Viele Aufnahmen erinnern ans jap. Samurai und/oder Italo-Western Kino.

Der Plot ist zunächst wirr und verschachtelt. Viele Parteien und vieles wird lange nicht beantwortet. Das sorgt für eine pausenlose Spannung. Auch die dunklen, verwinkelten Räume in den Katakomben lassen hier und da Suspense und Grusel-Stimmung entstehen. Ich empfand den Film als interessant, fesselnd und zu keiner Sekunde langweilig. Ich mochte auch die 1. Filmhälfte, in welches es kaum Martial Arts zu sehen gibt. Der Cast war glaubhaft, superb und passend. Lead Wong Shu-Tong (Kopfgeldjäger aus Dirty Kung Fu) strahlt eine unglaubliche Präsenz aus. Aber auch der restliche Cast war einfach klasse. Von den Namen kenne ich nur Eddy Ko (Kwan-Fu – Das Schwert des Todes), der in Zukunft in weiteren Filmen mit Tsui Hark mitspielen sollte.

Fazit: In meinen Augen einer der besten Filme von Tsui Hark!

Infos:

O: Dip Bin

HK 1979

R: Tsui Hark

D: Wong Shu-Tong, Chang Kuo-Chu, Danny Chow Yun-Kin, JoJo Chan Kei-Kei, Michelle Yim, Lau Siu-Ming, Tino Wong Cheung, Eddy Ko

Laufzeit der HK-DVD: 88:30 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 10.03.24

Fassungen: Mir liegen die franz. DVD von HK Vidéo (Tsui Hark Box) und die HK-DVD von Mei Ah vor. Für das Review wurde die HK-DVD gesichtet = Schuber, O-Ton, englische Subs, Uncut HK-Fassung, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es inzwischen auch in Deutschland unter dem Titel Die Todesgrotten der Shaolin auf DVD (Deutsch/Canto mit Subs). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2024). Auf der HK Vidéo DVD gibt es ein 22minütiges Interview mit Tsui Hark, welches sich auf für nicht Französisch sprechende Personen eignet, da Tsui Hark in Englisch spricht.

Donnerstag, 20. Juli 2023

Das Todesduell der Shaolin

Das Todesduell der Shaolin 

Story:

 

Der beste Kämpfer Japans, Hashimoto (Norman Tsui), macht sich auf den Weg nach China. Dort will er gegen den besten Kämpfer Chinas antreten – in einem Duell auf Leben und Tod. Sein Gegenüber ist Bo Ching Wan (Damian Lau). Der Shogun hat jedoch Bedenken, dass Hashimoto siegen wird und schickt seine Ninjas unter der Führung von Kenji (Eddy Ko) los. Diese versuchen, Bo Ching Wan unschädlich zu machen ganz zum Missfallen von Hashimoto…

 

Meine Meinung:

 

Das Todesduell der Shaolin aka Duel to the Death erinnert vom Setting und den Stars (Eddy Ko, Norman Tsui) an Patrick Tams Das Schwert. Im direkten Vergleich ist Das Schwert der deutlich bessere Film. Das soll aber nicht heissen, dass Das Todesduell der Shaolin ein schlechter Film ist. Aber die Musik fand ich wenig speziell, am Anfang gibt’s Längen und auch unpassenden Humor (Hon Kwok-Choi Rolle) und ein Damian Lau ist halt kein Adam Cheng.

 

Der Film stellt das Regiedebüt des späteren A Chinese Ghost Story Regisseurs Tony Ching Siu-Tung (Dragon Inn, Wonder Seven, The Sorcerer and the White Snake) dar und war ein voller Erfolg an den Kinokassen. Er war auch schon hier als Action-Regisseur tätig und schrieb auch am Drehbuch mit. Kein wirklich origineller Plot, aber bietet genug Unterhaltung, um zu überzeugen. Die Kampfszenen sind rasant und fantasievoll eingefangen worden, auch dank den japanischen Ninja-Gimmicks und Einflüssen.

 

Auch das Finale ist, wenn auch nur kurz, sehenswert und bietet genug blutiges Spektakel, um in Erinnerung zu bleiben. Wo Damian Lau schwächelt, überzeugen in den Hauptrollen Namen wie Norman Tsui (Invitation of Ghost) oder Eddy Ko (Chinese Kung Fu Against Godfather). Die machen beide einen fantastischen Job. Flora Cheung Tin-Oi, die einzige Frau im ganzen Film, ist auch überzeugend und in einem Gastauftritt ist Wilson Tong (Snake Deadly Act) zu sehen.

 

Fazit: Kein 100%iger Kracher, aber für ein Regiedebüt erstaunlich gelungen. HK-Filmfans greifen zu!

 

Infos:

 

O: Saang Sei Kyut

 

HK 1983

 

R: Ching Siu-Tung

 

D: Norman Tsui, Damian Lau, Eddy Ko, Flora Cheung Tin-Oi, Paul Chang Chung, Yeung Chak-Lam, Wilson Tong

 

Laufzeit der deutschen DVD: 82:50 Min.

 

Neusichtung am: 25.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Eyecatcher DVD vor = Deutsch/Mandarin/Englisch mit deutschen und englischen Subs. Im Gegensatz zum ähnlichen Film Das Schwert kann die deutsche Synchro nicht überzeugen, so dass ich im O-Ton mit deutschen Subs guckte. Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind gut, aber man sieht dem Master das Alter an. Fans sollten daher die Blu-Ray aus England kaufen (Eureka!). Diese dürfte qualitativ deutlich besser sein plus exklusive Extras (Booklet, Interviews etc.).

Dienstag, 20. Juni 2023

The Mad Cold-Blooded Murder


The Mad Cold-Blooded Murder 

Story:

 

Immigrant Michael (Michael Chan Wai-Man) arbeitet hart, um seine Frau (Lily Chan Lee-Lee) und sein Baby (?) zu ernähren. Sie leben in armen Verhältnissen. Michael arbeitet auf dem Bau oder mit illegalen Strassenverkäufen. Seine Frau hingegen betrügt ihn, lechzt nach Reichtum, wendet sich auch sexuell von ihm ab. Als sie ihm das gemeinsame Kind entreissen möchte, kommt es zur Tragödie, bei welchem das Kind stirbt. Michael verkraftet dies nicht. Nachts zieht er los, um Frauen zu töten. Die Polizei (u.a. Carter Wong und Bruce Le) ermittelt…

 

Meine Meinung:

 

Im Moment bin ich gerade motiviert, seltene HK-Filme, die ich zwar auf Youtube finde, aber sonst nirgends (vor allem als physikalische Medien), zu schauen. Die Anfänge machten V.I.P. (= landet auf Wunschliste), Ghost Festival (= landet nicht auf der Wunschliste) und nun ist The Mad Cold-Blooded Murder an der Reihe. Der Film des unbekannten To-Bong Laws hat mir gut gefallen.

 

Es handelt sich um einen Low-Budget Anfang der 80er Jahre Film. New Wave-Vibes. Der Film spielt nicht im klassischen Setting. Ich empfand den Film als äussert kurzweilig, unterhaltsam und fesselnd. Der Film kommt ohne Funken Humor aus. Der Film ist ein Mix aus Actionfilm, Cops Vs. Gangster Story, Giallo und Drama. Der Verzicht auf Humor und Klamauk waren eine gute Entscheidung. Die Dramatik kommt gut zur Geltung.

 

Ich war in der Hinsicht auch vom Schauspiel von Michael Chan Wai-Man (Spirits of Bruce Li) überrascht. Er spielte zwar schon ähnliche Rollen (Dress Off for Life), aber er war extrem überzeugend in The Mad Cold-Blooded Murder. Er ist nicht das pure Böse, sondern wird durch Zufälle und Schicksalsschläge in seine Rolle gedrängt. Dafür nimmt sich der Film auch Zeit. Die Attacken auf Frauen erinnern dann (weisse Handschuhe, Ego-Shooter Perspektive) an Gialli aus Italien, die dazumal weltweit erfolgreich waren.

 

Es gibt auch genug Action nebst den Mord- Szenen, so dass der Film eben sehr unterhaltsam ist, zumal die HK-Fassung auch nur 77 Minuten läuft. Für den Export wurde dann mehr Kung Fu eingefügt, wobei die Szenen mit dem echten Plot nichts zu tun haben. Bolo Yeung kommt z.B. in der HK-Fassung selbst nicht vor. Das tolle Ende wird in der Export-Fassung auch verändert. Die wenigen Kämpfe sind sehenswert, vor allem das Finale ist hart ausgefallen.

 

Ansonsten dürfen noch Carter Wong (The Legendary Strike) und Bruce Le (Black Spot) als Cops für Actionszenen sorgen, da diese immer Mal wieder auch reguläre Fälle bearbeiten und nicht nur den Serienkiller-Fall. Somit ist für genug Abwechslung garantiert. Carter Wong, Bruce Le und Michael Chan Wai-Man spielen alle drei die Hauptrollen. Der Film hat einen grimmigen, hoffnungslosen und düsteren Touch (zu der z.B. auch die Szene mit dem Baby passt). Das mag ich. Das Leben ist schliesslich kein Ponyhof und das kommt im Film, dessen Musik aus westlichen Filmen geklaut wurde, intensiv zur Geltung!

 

Fazit: Für Michael Chan Wai-Man Fans sehenswert!

 

Infos:

 

O: Yuan yin

 

HK 1981

 

R: To-Bong Law

 

D: Michael Chan Wai-Man, Carter Wong, Bruce Le, Lily Chan Lee-Lee

 

Laufzeit der Originalversion: 77:09 Min. / Laufzeit der Korea-VHS: 85:12 Min.

 

Gesehen am: 05.05.23 / 2. Sichtung: 20.03.24

 

Fassungen: Film ist sehr selten. Gesehen via Youtube in einer restaurierten (35mm?) Widescreen Fassung in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität. Lägen doch alle HK-Filme in einer solchen Qualität vor! Die Fassung ist in Kantonesisch mit chinesischen Subs. Der Plot ist verständlich. Die Englisch Dubbed Fassungen (auch auf Youtube zu finden) haben eine schlechte Qualität, sind in Vollbild und der Englische Dub ist schlecht. Hinzu kommt, dass die Fassung neue Szenen beinhaltet, welche mit dem Hauptplot nichts zu tun haben. In diesen Sub-Plots bekommt es die Polizei noch mit Bolo Yeung zu tun, der in der Originalfassung nicht zu sehen ist. Die Fassung läuft 88 Min. (die Originalversion 77 Minuten). Es handelt sich wohl um eine Export-Fassung. Die Rechte in HK liegen bei Star Alliance. Folgende VHS-Fassungen konnte ich ausfindig machen: US-VHS von World Video (Canto mit englischen Subs), US-VHS von Mark V (Englischer Dub, veränderte Fassung mit Bolo Yeung Sub-Plot) und das VHS aus Südkorea (auch Canto mit englischen und koreanischen Subs). Letztere VHS habe ich inzwischen auch kaufen können. Nachtrag 20.03.24: Inzwischen habe ich mir den Film als Korea-VHS (von Samsung) angesehen. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Der Mix aus New Wave, modernem Setting, Drama, Schmuddel, Giallo-Vibes und harter Action hat mir viel Freude bereitet. Das VHS hat eine solide bis mässige (Nachtszenen) Bildqualität. Dafür im O-Ton Kantonesisch mit englischen und chinesischen Subs. Die englischen Subs sind gut lesbar. Der schicke Youtube Print ist in Nackt-Szenen zensiert. In der koreanischen VHS sind alle Brüste zu sehen, zu meiner Überraschung. Nur "total frontal nudity" in einer Szene wurde originell zensiert: abgedeckt mit einem grossen Herz. Niedlich! 





Weitere VHS-Fassungen: