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Samstag, 25. Juli 2026

Drunken Master

Drunken Master

Story:

Wong Fei-Hungs (Jackie Chan) Vater (Lam Kau) soll durch Profikiller Thunderleg (Hwang Jang-Lee) eliminiert werden. Wong Fei-Hung spannt zusammen mit Beggar So (Simon Yuen Siu-Tin), der ihn in Sachen Kung Fu ausbildet, um seinen Vater retten und den Feind besiegen zu können…

Meine Meinung:

Etwa ein halbes Jahr nach dem Erfolgsfilm Die Schlange im Schatten des Adlers startete im Jahr 1978 (im Oktober) der nächste Hit in den Hong Konger Kinos: Drunken Master! Erneut von Yuen Woo-Ping (Blades of the Guardians, The Buddhist Fist) und mit Namen wie Jackie Chan (Der Superfighter, City Hunter), Simon Yuen (Fist of the Double K, The Valiant Ones), Hwang Jang-Lee (Hitman in the Hand of Buddha, Boss) sowie Dean Shek (Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin). Produziert wurde der Klassiker erneut von Ng See-Yuen (The Good and the Bad). Zusammen mit Die Schlange im Schatten des Adlers war der Film ein extremer Erfolg und machte aus Jackie Chan einen Star. Zudem wurden Kung-Fu-Komödien salonfähig. Es folgten unzählige Nachahmer.

Jackie Chan spielt hier den Volkshelden Wong Fei Hung, der später auch von anderen Stars gespielt werden sollte (z.B. von Jet Li in der Once Upon a Time in China Reihe). Und auch die Shaw Brothers sollten in der Hinsicht kurze Zeit später mitmischen = in Martial Club sollte Glatzkopf Gordon Liu in die Rolle des frechen Kung-Fu-Kämpfers schlüpfen, und sich im Finale einen spektakulären Kampf gegen Johnny Wang Lung-Wei liefern. Jackie Chan verkörpert Wong Fei Hung gekonnt. Jackie Chan kann sein Talent (Körperbeherrschung, seine Physik und sein Talent für Humor) gekonnt in den Film einbringen. Der Film bietet eine grosse Anzahl an Kampf- und Trainingsszenen.

Diese wurden von Regisseur Yuen Woo-Ping und Shaw Brothers Star Hsu Hsia (Eine Prise für tödliche Pfeifen) gekonnt choreographiert. Die Kampfszenen sind auf aller höchstem Niveau und steigern sich immer mehr und mehr. Der Film hat allgemein regelmässig Kampf- und Trainingszenen zu bieten, so dass kaum Längen aufkommen. Egal ob mit oder ohne Waffen oder mit Alltagesgegenständen, die in Kampfhandlungen integriert werden, gekämpft wird. Nebst Jackie Chan brillieren in diesen Szenen auch Simon Yuen, der seinen Meister spielt, sowie der koreanische Kicker Hwang Jang-Lee, den ich als Bösewicht immer gerne sehe. Das bekannte Wong Fei-Hung Theme ist mehrmals zu hören.

Wenn ich überhaupt etwas an Drunken Master bemängeln möchte, dann die ansonsten eher unauffällige Musik. Da bot Die Schlange im Schatten des Adlers coolere Musik in den Kampf- und Trainingszenen (oder im Vorspann). Und der Plot ist selbst für diese Art Film ausserordentlich dünn. Hwang Jang-Lee hat eigentlich relativ wenig Screentime und kommt fast nur im letzten Viertel vor. Bis zu dem Zeitpunkt ist eigentlich auch kaum ein wirklicher Handlungstrang ersichtlich. Aber das ist meckern auf hohem Niveau!

Fazit: Zurecht ein Klassiker!

Gefolgt von: Drunken Master II

Infos:

O: Jui Kuen

HK 1978

R: Yuen Woo-Ping

D: Jackie Chan, Hwang Jang-Lee, Simon Yuen Siu-Tin, Dean Shek, Lam Kau, Linda Lin Ying, Chiang Kam, Fung Ging-Man, San Kuai, Tino Wong Cheung

Laufzeit der US-DVD: 111:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Columbia TriStar vor = Uncut, Englisch oder Kantonesisch (paar wenige Dialoge sind auch im Canto Track nur auf Englisch) mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (z.B. England) und in Deutschland auf DVD (als Sie nannten ihn Knochenbrecher).

Freitag, 3. Juli 2026

Blades of the Guardians

NIFFF 2026 Spezial

Blades of the Guardians

Story:

China während der Sui-Dynastie:

Dao Ma (Jacky Wu Jing) hat Schulden. Um diese begleichen zu können, nimmt er einen riskanten Job an. Er soll Zhi Shi Lang (Sean Sun Yizhou), einen Rebellenanführer, durch die Wüste führen. Dumm nur, dass diverse andere Parteien (Banditen und Kopfgeldjäger) ebenfalls hinter Zhi Shi Lang her sind…

Meine Meinung:

Blades of the Guardians habe ich mir nur angesehen, da ich auf dem aktuellen NIFFF dazu die Chance hatte. Ansonsten wäre Blades of the Guardians, der in China an den Kinokassen sämtliche Rekorde brach, nicht auf meiner «Watchlist» gestanden. Solche neuen China-Blockbuster sind einfach nichts für mich und treffen nicht meinen Filmgeschmack. Und das, obwohl ein bekannter Cast um Namen wie Yuen Woo-Ping (Fist of the Double K), Jacky Wu Jing (Sha Po Lang, Call of Heroes), Jet Li (Once Upon a Time in China and America, Martial Arts of Shaolin), Nicholas Tse (Raging Fire, New Police Story), Kara Hui (Mrs K, My Young Auntie) oder Tony Leung Ka-Fai (People’s Hero, Double Vision).

Bei Blades of the Guardians handelt es sich um einen chinesischen Blockbuster, und, was ich nicht wusste, um eine Comic-Verfilmung und um einen Wuxia. Regie führte Altmeister Yuen Woo-Ping. Produziert wurde der Film u.a. von Jacky Wu Jing, der die Hauptrolle spielt. Er erinnert mit der Darbietung als Antiheld mit dem Jungen an einen «Lone Wolf». Vergleiche tun sich auf mit der Hauptfigur aus der Lone Wolf and Cub-Reihe. Jacky Wu Jing wird von diversen Parteien begleitet. Dabei erinnert die Figur Zhi Shi Lang an einen Troma-Charakter aus Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., was mich total irritiert hat.

Tony Leung Ka-Fai spielt eine grosse Nebenrolle ohne Kampfszenen. Keine Kampfszenen hat leider auch Shaw Brothers Star Kara Hui erhalten. Sie ist allgemein nur kurz zu sehen, vielleicht fünf Minuten. Nicholas Tse spielt auch nur eine grosse Nebenrolle, aber quasi eine der beiden Endgegner am Ende. Er macht das im Film besser als andere. Fast nicht erkannt hätte ich Jet Li, der auch einen Bösewicht spielt. Er wird im ersten Viertel des Filmes gleich von zwei Kämpfern, darunter auch Jacky Wu Jing, bekämpft. Mit seiner Frisur und Bart fiel es schwer, ihn als Jet Li zu identifizieren. Am Ende war es seine Original-Stimme, die ich noch aus den Expendables-Filmen kannte, die mir halfen, ihn zu identifizieren.

Die Comics kenne ich nicht. Daher kann ich keine Vergleiche liefern. Inhaltlich fand ich den Film überladen, die Laufzeit zu lang (inklusive zu viele Rückblenden), der Ton wechselhaft (Mal blutig, Mal lustig) und die Effekte, insbesondere die CGI-Effekte, waren weniger schlecht als erwartet. Yuen Woo-Ping gab diesmal die Kampf-Choreographie ab. Diese übernahm Ku Huen-Chiu (Shadow, Black Mask, Mirage, The Master, Once Upon a Time in China). Leider hat mir eigentlich nicht eine Kampfszene wirklich gut gefallen. Es gab bessere und es gab schlechtere Kämpfe, aber keine einzige würde ich als wirklich gut betiteln. Kein Vergleich mit 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre Wuxia. Und den Wüstensturm, der direkt aus Mad Max: Fury Road stammen könnte, hätte es auch nicht gebraucht.

Fazit: Leider kein Must See Titel!  

Infos:

O: Biao Ren

China 2026

R: Yuen Woo-Ping

D: Jacky Wu Jing, Nicholas Tse, Josh Yu Shi, Sean Sun Yizhou, Ci Sha, Tony Leung Ka-Fai, Jet Li, Kara Hui

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Donnerstag, 2. Juli 2026

Fist of the Double K

Fist of the Double K

Story:

Offizier Ren Ke-Qiang (Henry Yu Yang) wird beauftragt, in einem kleinen Dörfchen Gangsterboss Long (Huang Tsung-Hsun) zu verhaften. Doch dieser und seine Männer (u.a. Fong Yau, San Kuai) sind bis auf die Zähne bewaffnet und terrorisieren die Bewohner (u.a. Ofelia Yau Wai, Hon Kwok-Choi) der Ortschaft…

Meine Meinung:

Aka Fist to Fist. Vor kurzem sah ich mir Kung Fu Stars an. Nun wollte ich noch den zweiten Film im Set, hier als Fist of the Double K betitelt, ansehen. Gesagt, getan. Bei Fist of the Double K handelt es sich nicht um einen Film von John Woo. Zumindest führte er nicht Regie. Er fungierte jedoch als Assistant Director. Regie führte der mir total unbekannte Jimmy L. Pascual. Die Kampfszenen spendierten Yuen Woo-Ping (Tiger Cage) sowie der Yuen Clan (Shaolin Drunkard). In Gastauftritten sind spätere Stars wie Yuen Wah (Swordsman) zu sehen. Simon Yuen (Against Rascals with Kung Fu) spielt eine Nebenrolle.

Mir hat Fist of the Double K gut gefallen. Besser als Kung Fu Stars. Zudem fand ich den Film besser als erwartet. Die Produktion aus Taiwan erzählt eine unkomplizierte Story. Der Plot ist mit vielen Kampfszenen bestückt. Auf Humor und Klamauk wird total verzichtet. Im Gegenteil: die Bösewichte sind fies und schrecken auch vor versuchter Vergewaltigung einer Blinden nicht zurück. Zudem wartet der Film mit einem hohen Bodycount auf, die Schläge und Tritte sind hart in die Kampf-Choreographie integriert und auch das ein oder andere blutige Detail darf nicht fehlen.

Vor allem gegen Ende dreht der Film in der Hinsicht auf. Vom Gewaltgrad und wie die Kampfszenen inszeniert sind, hat mich der Film an harte Basher à la Tough Guy (auch Yuen Woo-Ping Action Director) oder die 70er Jahre Eastern von Jimmy Wang Yu erinnert. Und das meine ich positiv. Durch den Verzicht auf Humor wird sogar der schlechte englische Dub erträglicher. Henry Yu Yang (The Bloody Fists) gibt einen tollen Helden ab und was die Bösewichte angehen, hatte ich vor allem an Fressen wie Fong Yau (The Awaken Punch) und San Kuai (Killer in the Dark) grosse Freude.

Fazit: Wer harte Basher mag, sollte sich Fist of the Double K nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Chu Ba

HK (je nach Quelle), Taiwan 1973

R: Jimmy L. Pascual

D: Henry Yu Yang, Huang Tsung-Hsun, Ofelia Yau Wai, Hon Kwok-Choi, Fong Yau, San Kuai, Simon Yuen, Brandy Yuen Jan-Yeung, Yuen Wah

Laufzeit der US-DVD: 85:18 Min.

Gesehen am: 02.07.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Ground-Zero vor. Mir ist unbekannt, ob die Fassung zensiert oder verändert ist. In den Gewaltmomenten habe ich keine sichtbare Zensur wahrgenommen. Die Bildqualität ist gut und hat Charme. Nur Englischer Dub. Der Dub ist nicht gut, da der Film aber auf Klamauk verzichtet, ist die Synchro erträglicher als üblich. In Deutschland gibt es den Film von filmArt sogar auf DVD (Titel: Jen Ko - In seinen Fäusten brennt die Rache). In einem besseren Bildformat, mit zwei deutschen Synchros und sogar O-Ton Mandarin (leider ohne Untertitel). Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Juli 2026).

Freitag, 27. Februar 2026

Legend of a Fighter

Legend of a Fighter

Story:

Father Fok (Phillip Ko Fei) ist ein berüchtigter Martial Arts Meister, der sein Wissen an seine Söhne weitergibt mit Ausnahme von Fok Yun Gap (Yuen Yat-Choh). Fok Yun Gap erhält mit Kong Ho San (Yasuaki Kurata) einen neuen Lehrer. Dieser ist in Wahrheit ein japanischer Kämpfer, der heimlich Father Foks Kampfstil studiert aber nebenbei Fok Yun Gap auch selbst in Sachen Kung Fu ausbildet. Danach macht sich Kong Ho San wieder auf den Weg nach Japan. 12 Jahre später rettet Fok Yun Gap (Leung Kar-Yan) seinen Vater und wird zum neuen Oberhaupt der Familie. Er zieht durchs Land und kämpft gegen Russen und Japaner - und besiegt sie alle. Da schicken die Japaner ihren besten Mann gegen Fok Yun Gap: Dessen ehemaligen Lehrer Kong Ho San…

Meine Meinung:

Legend of a Fighter lag acht Jahre ungesehen rum. Der Film hat allgemein einen sehr guten Ruf, so dass ich bei Namen wie Yuen Woo-Ping (Magnificent Butcher, The Buddhist Fist, Mismatched Couples), Yasuaki Kurata (Fist of Legend, Heroes of the East, Call Me Dragon), Leung Kar-Yan (Sleeping Fist, Knockabout, Die Tödliche Rache) und Phillip Ko Fei (Duell der 7 Tiger, Cantonen Iron Kung Fu, The War of the Boundary) doch hohe Erwartungen an den Tag legte. Dazu Action vom Yuen Clan (The Miracle Fighters, The Champions). Was will man mehr?

Der Plot basiert auf dem chinesischen Volkshelden Fok Yun Gap. Dieser wurde später auch noch von Jet Li verkörpert. Nämlich 2006 in Fearless von Ronny Yu. Fok Yun Gap reiht sich damit zu anderen chinesischen Volkshelden um Fong Sai-yuk (u.a. gespielt von Jet Li, Meng Fei und Shaw Brothers Legende Alexander Fu Sheng) oder Wong Fei-Hung (u.a. gespielt von Jet Li, Vincent Zhao oder Gordon Liu). Und genau da hätten wir ein Problem von Legend of a Fighter: nebst der Tatsache, dass Fok Yun Gap hier von zwei Darstellern gespielt wird, nahm ich Leung Kar-Yan diese anmutige Heldenrolle nicht ab. Dafür sah ich Leung Kar-Yan zu oft in Kung Fu Komödien und als Comic-Charakter.

Zudem, und eigentlich überrascht mich das, waren seine Kampfkünste in dem Film auch nicht so gut wie jene seiner Co-Stars um Phillip Ko Fei und Yasuaki Kurata. Das Duo hatte nämlich weitaus bessere, agilere und flüssigere Kampfszenen zu bieten. Egal ob Trainings- oder Kampfszenen. Das überrascht, zumal Leung Kar-Yan ansonsten eigentlich in der Hinsicht nie enttäuscht. Und dass, obwohl der Yuen Clan hinter den Action-Szenen stand. So sind die Kampfszenen mit Phillip Ko Fei und Yasuaki Kurata die Highlights des Filmes. Das Finale kann daher dann leider auch nicht die Qualität der Kampfszenen vom Beginn oder Mittelteil erreichen, was leicht schade ist. Im Grossen und Ganzen ist das jedoch Meckern auf hohem Niveau. Es gibt genug spektakuläre Kampfszenen im Film, die zu überzeugen wissen. Der Humor dürfte nicht alles gefallen (z.B. Fung Hak-Ons Gastauftritt) und der Plot war sehr dünn und episodenhaft.

Fazit: Nicht ganz der erhoffte Kracher, aber noch immer über dem Durchschnitt anzusiedeln!

Infos:

O: Fok Yuen Gap

HK 1982

R: Yuen Woo-Ping

D: Phillip Ko Fei, Yuen Yat-Choh, Yasuaki Kurata, Leung Kar-Yan, Lau Hok-Nin, Brandy Yuen Jan-Yeung, Huang Ha, Fung Hak-On

Laufzeit der UK-DVD: 88:47 Min.

Gesehen am: 27.02.25

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von HKL vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität, leider von 2,35:1 zu 1,78:1 beschnitten. Die Extras der Disc fehlen bei meiner Version. Ggf. handelt es sich bei der Disc um die holländische HKL-Ausgabe in welcher die Extras "oft fehlen sollen" (vom Hörensagen). Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Feb. 2026).

Donnerstag, 20. November 2025

Wicked City Review

Wicked City

Story:

Die Dämonen-Welt ist in Aufruhr. Dämon Shudo (Roy Cheung) will der alleinige Herrscher über die Dämonenwelt werden. Zwei Dämonenjäger (Jacky Cheung, Leon Lai) sind hinter den Dämonen her. Doch dann verliebt sich einer der Dämonenjäger in eine Dämonin (Michelle Reis) und umgekehrt…

Meine Meinung:

Wicked City ist ein Anfang der 90er Jahre Film aus Hong Kong und basiert auf einem japanischen Comic von Hideyuki Kikuchi. Wicked City ist nicht zu verwechseln mit dem japanischen Anime. Der Film aus Hong Kong wurde von Tsui Hark (The Butterfly Murders, We're Going to Eat You) produziert.  Regie führte der mir unbekannte Peter Mak Tai-Kit (Enemy Shadow). Das ist das zweite Mal, dass die Filmemacher aus Hong Kong einen japanischen Comic verfilmt haben (der andere Film stellt Story of Ricky dar).

Mir gefällt der Film, den ich bisher immer nur als Laserdisc sah. Der Film hat eine ziemlich abgefahrene Handlung voller verrückter Ideen, einen wirklich grossen und bizarren Ideen- und Fantasiereichtum und bietet viele sehenswerte Gummimonster, Verwandlungs- und sonstige CGI-Effekte. Für Fans solcher charmanten Effekte und Fantasy-Action-Szenen ist Wicked City sehenswert geworden. Die Action rockt. Die Liebesgeschichte hätte man vielleicht etwas straffen können, aber bringt noch etwas Dilemma in den Plot.

Zwar sitzt nicht jeder (CGI)Effekt, die Musik empfand ich als belanglos und lahm und von Leon Lai (Fun and Fury, Run) bin ich kein allzu grosser Fan, dennoch gefällt der Film mit Namen wie Roy Cheung (der spielt natürlich den Bösewicht, Jacky Cheung (Tiger Cage, Pom Pom & Hot Hot), Michelle Reis (The Sword of Many Lovers, A Chinese Ghost Story 2), Yuen Woo-Ping (Iron Monkey, Wing Chun) und Japaner Tatsuya Nakadai (Battle of the Japan Sea). Wicked City wurde zu Ehren von Tatsuya Nakadai angesehen.

Tatsuya Nakadai verstarb vor zehn Tagen. Er war eine Legende des japanischen Kinos. Er spielte in Klassikern wie Harakiri, Sword of Doom und in den Filmen von Akira Kurosawa. Er spielt nebst Jacky Cheung, Leon Lai und Michelle Reis die vierte Hauptrolle im Film. Er spielt den Vater von Roy Cheung und bekommt deutlich mehr Screentime als Roy Cheung. Tatsuya Nakadai ist von Anfang an bis zum Finale dabei. In einer japanischen Comic-Verfilmung einen Japaner im Cast zu haben, war sicher auch aus kommerziellen Gründen eine gute Idee, um möglichst viele Japaner in die Kinos zu locken.

Fazit: Abgefahrene Comic-Verfilmung!

Infos:

O: Yao Shou Du Shi

HK 1992

R: Peter Mak Tai-Kit

D: Roy Cheung, Jacky Cheung, Leon Lai, Michelle Reis, Tatsuya Nakadai, Yuen Woo-Ping, Carman Lee

Laufzeit der US-LD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Aug. 2016 / Neusichtung am: 17.11.25

Fassungen: Gesehen via US-LD von Image Entertainment = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Inzwischen gibt es davon nicht nur eine deutsche Uncut-DVD (als Mutant City in Deutsch oder Kantonesisch ohne Untertitel), sondern auch eine Blu-Ray (in HK mit O-Ton und englischen Subs). In Japan gibt es eine leicht längere Fassung, dafür wurde eine Nacktszene durch eine harmlosere Einstellung ausgetauscht.

Mittwoch, 9. Juli 2025

The Awaken Punch

The Awaken Punch

Story:

Cheung Da Gong (Henry Yu Yang) verspricht seinem Vater auf dem Sterbebett, sich vom Kämpfen abzuwenden. Das nutzen Gangster (Fong Yau, Tien Feng, San Kuai, Fung Hak-On) aus, die Cheungs Land kaufen wollen…

Meine Meinung:

The Awaken Punch ist ein Anfang der 70er Jahre Basher à la The Big Boss oder Chinese Hercules. Auch hier muss der Held seine Kampfkünste vorerst einstellen, ehe er sie im letzten Viertel explodieren lässt. Das ist ein Detail, welches ich aus logischen Gründen weniger mag. Wenn der Held nicht kämpft, gibt es in diesen Phasen auch keine Kampfszenen zu sehen. Warum schaut sich der Fan solche Filme an? Wegen den Kampfszenen! Aber ich wusste über dieses Detail im Voraus Bescheid und konnte mich dementsprechend darauf einstellen.

Bis auf einige wenige Längen vor dem Finale und einer etwas unspektakulären und unfreiwillig komischen Verfolgungsjagd (in der ein Fahrrad eine Rolle spielt) sehr sehenswerter Basher. Ich wurde positiv überrascht. Dem Film tun vor allem der Verzicht auf Klamauk, seine Härte und die überzeugenden Bösewichte gut. Fong Yau (Bruce and the Iron Finger), Tien Feng (My Son), San Kuai (The Bloody Fists) und Fung Hak-On (The Godfather’s Daughter Mafia Blues) waren allesamt schön fies, schmierig und die perfekte Wahl für die Schurkenauswahl.

Tien Feng spielt den Anführer der Bande. Seine Spezialität sind Messer. Die Kampfszenen stammen von einem jungen Yuen Woo-Ping (The Buddhist Fist). Es wird vor allem mit Fäusten gekämpft, aber in ein-zwei Szenen kommen auch Waffen vor. Yuen Woo-Ping liefert nebst späteren Stars wie Mars (Dragon Lord) oder Jackie Chan (City Hunter) einen Gastauftritt hin. Der Held des Tages wird von Henry Yu Yang (Tough Guy) gespielt, der mich zuletzt auch zusammen mit Michael Chan Wai-Man und Chan Sing in Black List vollkommen zu überzeugen vermochte. Auch hier macht er einen soliden Job.

Fazit: Basher Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Shi Po Tian Jian

HK 1973

R: Fang Lung-Hsiang

D: Tien Feng, Henry Yu Yang, Fong Yau, San Kuai, Fung Hak-On, Susanna Au-Yeung Pui-San

Laufzeit der US-Blu: Ca. 101 Min.

Gesehen am: 09.04.25

Fassungen: Gesehen via The Basher Box von VCL Entertainment/Pearl River = nebst The Prodigal Boxer in einem Set inklusive Booklet, Region-All-Disc, neuer 35mm Print (= hervorragende Bildqualität) aber leider nur Englisch Dubbed (mittelmässig). O-Ton ist nicht vorhanden. Es gibt englische Subs. Als Extras gibt es einen Trailer. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2025).

Sonntag, 10. März 2024

The Buddhist Fist

The Buddhist Fist

Story:

Si Ming (Tsui Siu-Ming) wird eines Verbrechens beschuldigt, welches er nicht begangen hat. Sein Schulfreund Shang (Yuen Shun-Yi) beginnt eigene Ermittlungen anzustellen und begibt sich in Gefahr, als ein Mordanschlag auf ihn verübt wird…

Meine Meinung:

Ich habe mir The Buddhist Fist im Originalton Kantonesisch ohne Subs angesehen, da die Disc keine Untertitel bietet. Ich habe mich über den Plot im Voraus informiert: zwei Schulkinder sind Freunde und helfen sich gegenseitig. Später eröffnet einer einen Barber-Strore und der andere wird Mönch. Der, der den Barber-Store führt, ist die Hauptperson. Der Mönch kommt deutlich weniger vor. Am Ende stehen sich beide als Feinde gegenüber.

Warum das so ist und wie die Bösewichte das hinbekommen haben, kann ich aufgrund fehlender Subs nicht sagen. Falls ihr euch auch dazu entscheidet, den Film im O-Ton zu schauen, macht es Sinn, sich zuvor über die Darsteller und den Plot zu informieren. Der Film von Yuen Woo-Ping (Hero Among Heroes) bietet in den Hauptrollen seinen Yuen Clan - da kenne ich fast jedes Gesicht aus dem ein oder anderen Familienfilm der Zeit. Wer Böse und wer Gut ist, sieht man den Figuren auch an. Warum nun Person A gegen Person B kämpft, ist meiner Meinung nach zweitrangig.

Yuen Shun-Yi spielt den Helden und Barber-Bedienstete. Ihn kennt man z.B. aus Drunken Tai Chi oder Shaolin Drunkard. Sein Gegenüber, der Mönch (nur grosse eine Nebenrolle würde ich sagen), wird von Tsui Siu-Ming (Mirage) gespielt. In etlichen Nebenrollen sind Mitglieder des Yuen Clans zu sehen: Simon Yuen (Crystal Fist), Yuen Yat-Choh (Postman Strikes Back), Brandy Yuen Jan-Yeung (Dreadnought) oder Yuen Cheung-Yan (A Heroic Fight). Die meisten Gesichter kannte ich aus Dreadnought, Drunken Tai Chi oder den Miracle Fighters Filmen (The Miracle Fighters, Shaolin Drunkard, Taoism Drunkard).

Simon Yuen verstarb während den Dreharbeiten und wurde quasi durch Fan Mei-Sheng ersetzt (wie schon in The Magnificent Butcher). In einer Nebenrolle ist noch Addy Sung Gam-Loi (Die Todesrächer von Bruce Lee) zu sehen. Die Kampfszenen stammen vom Yuen Clan und ich muss sagen, dass The Buddhist Fist in der Tat wohl einer der Top 5 Filme des Yuen Clan und von Regisseur Yuen Woo-Ping in dessen langen Karrieren darstellt. Die Anzahl Kampfdemonstrationen sind der Wahnsinn und die Choreographie ist einfach nur spektakulär und unglaublich. Von der ersten Sekunde ein Genuss auf aller höchstem Niveau! Ich kam aus dem Staunen kaum mehr heraus. 

Wie Gegenstände in die Kämpfe und die Choreographie integriert wurden, ist einfach nur innovativ. Es gibt etliche Kämpfe und jeder darf mehrfach ran - diesen fähigen Personen in Sachen Kung Fu zuzusehen, macht einfach höllisch viel Spass! Der Humor ist typisch übertrieben wie auch das Overacting und Aussehen der Figuren - mich störte es wenig, in vielen Reviews kostet das dem Film aber viele Punkte. In Englisch dürfte der Humor deutlich weniger unterhaltsam sein, aufgrund des Englischen Dubs.

Fazit: Eine der besten und spektakulärsten Filme/Arbeiten des Yuen Clan inklusive Yuen Woo-Ping!

Infos:

O: Fat Jeung Lo Hon Kuen

HK 1980

R: Yuen Woo-Ping, Tsui Siu-Ming

D: Tsui Siu-Ming, Yuen Shun-Yi, Simon Yuen, Yuen Yat-Choh, Brandy Yuen Jan-Yeung, Yuen Cheung-Yan, Addy Sung Gam-Loi, Fan Mei-Sheng

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tai Seng vor = Widescreen, O-Ton ohne Subs (Englischer Ton ist auch auf der Disc), Uncut, Code Free Disc, sehr gute Bild- und Tonqualität. Eine Fassung mit O-Ton und englischen Subs, eine Blu-Ray und eine deutsche Fassung sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2024).

Montag, 1. Mai 2023

Tiger Cage 3

Tiger Cage 3

Story:

 

Die beiden Cops James und John (Cheung Kwok-Leung, Michael Wong) sind hinter Gangster Lee (Wong Kam-Kong) und dessen Männern (u.a. John Cheung Ng-Lon) her. Diese haben Johns Freundin (Sharla Cheung Man) entführen lassen…

 

Meine Meinung:

 

Tiger Cage 3 hat allgemein einen schlechten Ruf. Ich sah den Film bisher nur einmal. Die Sichtung ist lange her. Nun habe ich Tiger Cage 3 aufgefrischt und kann den schlechten Reviews teilweise Recht geben. Der Film ist nicht per se schlecht, aber kein Vergleich zu den Vorgängern (Tiger Cage, Tiger Cage 2). Ich fand Tiger Cage 3 klar weniger gut als nach der Erstsichtung. Trotz Regie von Yuen Woo-Ping (Shaolin Drunkard, Mismatched Couples, Kuan - Der unerbittliche Rächer).

 

Das Einzige, was ich mochte, waren die Action-Szenen. Die waren absolut ok, schaubar und solide. Diese retten den Film auch vor dem Exil aus der Filmsammlung. Es gibt Verfolgungsjagden, Explosionen, blutige Shoot-Outs und Kampfszenen. Dennoch wird auch in der Hinsicht nie die Qualität der Vorgänger erreicht. Es sind auch weniger fähige Namen mit an Bord. Ich würde sogar sagen, es sind hier eher zweit- und drittklassige Namen, die im Film zu sehen sind.

 

Michael Wong (Hongkong Cop - Im Namen der Rache) hat mehr eine Nebenrolle, Sharla Cheungs (Fight Back to School) Frisur mag ich nicht und die Helden und Bösewichte, gespielt von Cheung Kwok-Leung, John Cheung Ng-Lon oder Wong Kam-Kong sind nicht wirklich charismatisch oder sonderlich sympathisch. Relativ belanglos. Die Story ist zudem irgendwie kompliziert, die Musik unendlich billig und die "Phantom der Oper" Vibes fand ich auch deplatziert. Die Actionszenen sind gut, aber was deren Anzahl betrifft, hätte es mehr Action geben dürfen. Es tun sich definitiv Längen auf. Immerhin wird auf Klamauk verzichtet.

 

Fazit: Kein Vergleich mit den Vorgängern! Mit angepassten Erwartungen noch ok, aber kein Must See Titel…

 

Infos:

 

O: Laang min jui gik sau

 

HK 1991

 

R: Yuen Woo-Ping

 

D: Cheung Kwok-Leung, Michael Wong, Wong Kam-Kong, John Cheung Ng-Lon, Sharla Cheung Man

 

Laufzeit der HK-DVD: 92:43 Min.

 

Neusichtung am: 14.04.23

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland nur als Blu-Ray Uncut zu haben (Mr. Banker Films / Cargo Records).

Montag, 27. Juni 2022

Kill Bill: Vol. 2 Review

Kill Bill: Vol. 2

Story:

 

Beatrix Kiddo (Uma Thurman) führt nach den Ereignissen aus Vol. 1 ihren Rachefeldzug fort. Auf ihrer Abschussliste stehen Budd (Michael Madsen), Elle (Daryl Hannah) und Bill (David Carradine).

 

Meine Meinung:

 

Auf Kill Bill: Vol. 2 war ich leicht gespannt, da ich davon seit der letzten Sichtung nur noch wenig wusste. Und dann hiess es warten, da Netflix Schweiz nur Vol. 1 aber nicht die Fortsetzung im Angebot hatte. Eine Leihe half nun Abhilfe und ich freute mich leicht auf Vol. 2. Leider ist Vol. 2, wie auch der Vorgänger, kein Kracher geworden.

 

Im Gegenteil: Vol. 2 war langweiliger als der Vorgänger. Jedoch würde ich beide als etwa gleich durchschnittlich einstufen. Die Musik war phasenweise einmal mehr sehr gut und etwas vom besten im Film. Weitere Highlights betreffen den spannenden Start des Filmes. Erinnerte mich an den Anfang des späteren Quentin Tarantino Filmes Inglourious Basterds. Das Schwarzweiss kommt den Szenen optisch gelungen und die Spannung ist mörderisch. In den Szenen sind als Gastauftritte Sid Haig (Coffy) und Samuel L. Jackson (Tödliche Weihnachten) zu sehen.

 

Weitere Highlights: die Szenen vor dem «Finalkampf» zwischen Uma Thurman und David Carradine und der Wohnwagen-Kampf zwischen Uma Thurman und Daryl Hannah. Der war wirklich cool und auch gut choreographiert. Zudem geht viel kaputt. Der Abspann inklusive Musik und neuer RIP Widmungen (Lucio Fulci) haben mir ebenso gefallen.

 

Alles andere fand ich lahm und relativ belanglos. Es gibt kaum Action. Yuen Woo-Ping (Hero Among Heroes), der Choreograph der Kampfszenen und die KNB-FX Group, hatten in Vol. 2 so gut wie nichts zu tun (die Szene mit dem Auge war cool). Als grosser HK-Fan sollte man meinen, dass ich die Szenen mit Gordon Liu (spielt eine andere Figur, da sein Charakter in Vol. 1 starb) mochte.

 

Er spielt den Meister von Uma Thurman. Leider waren genau diese Szenen erbärmlich schlecht und peinlich. Die haben den Film stark nach unten gezogen. Da war mir Gordon Lius (The Eight Diagram Pole Fighter) Auftritt in Vol. 1 lieber. Auch sein Schauspiel fand ich schwach, was aber sicherlich mehr am Drehbuch, dem Aussehen und den Dialogen lag. Und ausgerechnet in diese Szenen war die Musik mies. Uma Thurman hat als Schülerin auch nicht überzeugt. Den Part nahm man ihr nicht ab.

 

Fazit: Wer Vol. 1 mochte, kann sich die Fortsetzung auch ansehen. Erwartungen jedoch anpassen = es gibt kaum Action und kaum Effekte. Wo der Vorgänger die Messlatte hoch ansetzte, kann Teil zwei nur verlieren…

 

Infos:

 

O: Kill Bill: Vol. 2

 

USA 2004

 

R: Quentin Tarantino

 

D: Uma Thurman, Michael Madsen, Daryl Hannah, David Carradine, Gordon Liu, Bo Svenson, Samuel L. Jackson, Sid Haig, Perla Haney-Jardine

 

Laufzeit der jap. DVD: 137:36 Min.

 

Neusichtung am: 27.05.22

 

Fassungen: Mir lag die japanische DVD von Universal vor = die Fassung ist ca. 36 Sekunden länger (Handlung, Umschnitte, Verlängerungen etc.). Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es hier nicht mehr Gewalt zu sehen. Die Fassung ist in dieser Form ausserhalb Japans nie erschienen. In Deutschland nur in der regulären US-Fassung zu haben (DVD oder Blu-Ray).

Sonntag, 10. April 2022

Kill Bill: Vol. 1



Kill Bill: Vol. 1

Story:

 

Bei ihrer Hochzeit wird die Braut (Uma Thurman) und ihre Gäste von einem Killerkommando getötet. Doch die Braut überlebt und sinnt auf Rache an den Tätern (Michael Madsen, Daryl Hannah, Lucy Liu, Vivica A. Fox), dessen Boss (David Carradine) und dessen Helfern (Julie Dreyfus, Chiaki Kuriyama, Gordon Liu)…

 

Meine Meinung:

 

Kill Bill: Vol. 1 fand ich schon damals bei der Premiere und Veröffentlichung zwiespältig. Obwohl stark gemacht sprang der Funke nie rüber und der Film sagte mir nicht wirklich zu. Zudem weiss ich gar nicht mehr, ob ich die Filme im Kino oder auf DVD sah (mein Bruder hatte die Importe aus Japan mit den härteren Fassungen).

 

Kill Bill: Vol. 1 war der dazumal vierte Film von Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood, The Hateful 8) und eine Liebeserklärung ans Kino aus Japan und Hong Kong. Es werden unheimlich viele Filme zitiert: Thriller – A Cruel Picture (die einäugige Daryl Hannah), Racheplot (allgemein ein gern gesehenes Motiv im Kino aus Japan oder Hong Kong), King Boxer (Auge mit dem Finger ausstechen), Name Hattori Hanzō (japanische Geschichte und Name der durch Sonny Chiba gespielten Figur), Shaw Brothers (Vorspann und Gordon Liu), Lone Wolf and Cub (Blutfontänen), japanische Animes (die Sequenz, in welcher Lucy Lius Werdegang aufgezeigt wird), The Flying Guillotine / Master of the Flying Guillotine (die Waffe von Gogo), Meister-Schüler-Motive (auch bekannt aus dem HK-Kino), Lady Snowblood (Finale im Schnee, Musik-Stück), Game of Death (Uma Thurman trägt Anzug à la Bruce Lee), Battles Without Honor or Humanity (Musik und Nennung von Kinji Fukasaku im Abspann)

 

Nebst oben genannten Zitaten hatte ich am meisten Freude am coolen Soundtrack des Filmes. Die Musik passt oft wunderbar zum Film und längeren Szenen. Teilweise macht es Szenen besser und diese wirken durch die passende Musik episch. Schön fand ich, dass Legenden wie Charles Bronson (Ein stahlharter Mann), Chang Cheh (Five Element Ninjas), Lo Lieh (Clan of the White Lotus), Kinji Fukasaku (Street Mobster) oder Shintarō Katsu (Hanzo the Razor: The Sword of Justice) im Abspann erwähnt werden (unter «and R.I.P.»). Sehr schöne Huldigung an diese Macher! Abgesehen davon fand ich Kill Bill: Vol. 1 zwar etwas besser als früher, aber noch immer sprang bei mir der Funke nicht rüber.

 

Das lag daran, dass ich die Action-Szenen schwach fand. Namen wie Gordon Liu, Sonny Chiba oder Yuen Woo-Ping (Magnificent Butcher), letzterer als Choreograph, werden verschenkt. Die Action ist nichts Besonderes, sieht man Mal von einigen blutigen Effekten der KNB-FX Group ab. Die gezeichnete Anime-Sequenz fand ich höllisch schwach, mies und unschön animiert. Einige der Hauptfiguren, namentlich Uma Thurman oder Vivica A. Fox, konnten mich nur wenig überzeugen. Die spannenderen Figuren und Attentäter (David Carradine, Michael Madsen, Daryl Hannah) kommen erst in Vol. 2 richtig zur Geltung. Immerhin hatte ich an den Nebenfiguren Freude: Chiaki Kuriyama (Battle Royale, Azumi 2, Exte: Hair Extensions), Sonny Chiba (The Street Fighter), Jun Kunimura (Ichi the Killer), Gordon Liu (Martial Club) oder Michael Parks (Nightmare Beach).

 

Ich fühlte mich zwar im Grossen und Ganzen gut unterhalten und einige Sequenzen waren sehr toll (die Szenen im Finale in Japan, das Ende im Schnee, die Krankenhaus-Szenen, Tatort-Szene mit dem Sheriff und dessen Sohn etc.), aber dennoch stellt Kill Bill: Vol. 1 keinen Film für meine Sammlung dar. Dazu ist der Film für mich persönlich zu gehypt und/oder schaue ich mir gleich lieber die zitierten Klassiker aus Japan und Hong Kong an, wo auch die Action-Szenen toll anzusehen sind!

 

Gefolgt von: Kill Bill: Vol. 2

 

Infos:

 

O: Kill Bill: Vol. 1

 

USA 2003

 

R: Quentin Tarantino

 

D: Uma Thurman, David Carradine, Michael Madsen, Daryl Hannah, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Julie Dreyfus, Chiaki Kuriyama, Gordon Liu, Sonny Chiba, Jun Kunimura, Michael Parks

 

Laufzeit der Netflix Fassung: Ca. 111 Min.

 

Neusichtung am: 21.02.22

 

Fassungen: Gesehen via Netflix Schweiz = Zensierte reguläre US-Kinofassung, O-Ton, deutsche Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland Uncut auf DVD oder Blu-Ray. In Japan ist eine veränderte Fassung erschienen, die im blutigen Finale in Farbe statt s/w zu sehen ist. Dazu sind einzelne Gewaltszenen länger oder Uncut, welche in der US-Fassung fehlen. Diese Fassung gibt es bisher nur auf DVD und nur in Japan (Stand: Feb. 2022). Leider wird Kill Bill: Vol. 2 auf Netflix Schweiz nicht angeboten!