Film Reviews zu Filmen aus den Genres Horror, asiatischem Kino, Action etc. Alte Reviews & Berichte der HP www.reviews.ch.vu werden nach und nach auch hochgeladen und wenn nötig komplett überarbeitet.
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Montag, 1. Juni 2026
Swordsman
Swordsman
Story:
Eine wertvolle Schriftrolle wird gestohlen. Wer die Inhalte dieser Schriftrolle kennt und umsetzen kann, der wird unbesiegbar sein. Der oberste Richter (Lau Shun) und seine rechte Hand (Jacky Cheung) machen es sich zur Aufgabe, die Schriftrolle zu finden. Dazu haben sie auch Dritte (u.a. Yuen Wah) beauftragt. Auch diverse Clans sind hinter dieser her. Ling Wu Chung (Sam Hui) sowie Kiddo (Cecilia Yip Tung) geraten in einer Färberei zwischen die Fronten der Parteien…
Meine Meinung:
Swordsman ist der Auftakt in eine dreiteilige Wuxia-Reihe mit fantasievollen Kämpfen, unzähligen Figuren und rasanter Wire-Work-Action. Obwohl die Dreharbeiten von Swordsman durch diverse Tatsachen chaotisch waren und zudem in die Länge gezogen wurden, wirkt das Endergebnis rund und zufriedenstellend. Je nach Datenbanken sind nämlich ganze fünf bis sechs Namen als Regisseure geleistet: Tsui Hark (The Blade), King Hu (Come Drink with Me), Ann Hui (The Secret), Andrew Kam (The Big Heat), Ching Siu-Tung (Duel to the Death) sowie Raymond Lee Wai-Man (Dragon Inn).
Tsui Hark wollte sein Idol King Ku auf dem Regiestuhl haben. Doch unterschiedliche Ansichten und Differenzen inklusive des Gesundheitszustands von King Hu sorgten dazu, dass dieser vor Beendigung des Filmes seinen Posten verliess. Dadurch wurde das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt. Auf Druck von Produzenten und Investoren ging es später weiter und Tsui Hark sah sich gezwungen, selbst Regie zu führen. Da er jedoch noch in anderen Projekten feststeckte, wurden Ann Hui (sie half King Hu noch in Taiwan), Ching Siu-Tung (er sorgte für die Actionchoreographie), Raymond Lee Wai-Man & Andrew Kam angeheuert, damit sich Tsui Hark zeitweise auch anderen Produktionen widmen konnte.
Wie gesagt, dem Film sieht man diese "Störungen" nicht negativ an. Von den Originalszenen von King Hu soll nur sehr wenig Material im Film gelandet sein. Der Film wirkt in der Tat wie ein typischer 90er Jahre Wuxia à la Tsui Hark und Ching Siu-Tung. Es handelt sich bei dem Erstlingswerk der Reihe übrigens um eine Wuxia Literatur Verfilmung. Verfilmt wurde die Geschichte The Smiling, Proud Wanderer. Ob diese gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Swordsman sah ich seit fast 20 Jahren nicht mehr. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Der Film erreicht jedoch keine Kracher-Qualitäten. Dafür gab es die ein oder andere lahme Sequenz. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war der Film auch zu lang.
Zudem gab es mind. drei Gesangsmomente, die ich zum Fremdschämen fand und die ich spulen musste. Da aber Sam Hui (The Private Eyes, Aces Go Places II, The Last Message) die Hauptrolle verkörperte (auch Sänger), war klar, dass er auch singen würde. Er bringt je nach Szene auch etwas zu viel Humor in den Film und ihm nehme ich den Action-Star nicht ganz ab, auch wenn er in der Hinsicht auch in anderen Filmen erfolgreich war (Dragon from Russia). Die Auftritte von Wu Ma (14 Blades) sowie Lam Ching-Ying (mit total billigem Fake-Bart) hätte man genau so gut streichen können. Die bringen kaum Mehrwert und werden gegen Ende als Flashback sogar nochmals unnötig wiederholt.
Wo der Film für mich nebst den rasanten und fantasievollen Actionmomenten überzeugte, war seine Wahl der Bösewichte. Yuen Wah (Iceman Cometh, Kung Fu vs. Acrobatic) war sehr solide und noch mehr Freude hatte ich Jacky Cheung (Bullet in the Head, Tiger Cage) sowie Lau Shun. Jacky Cheung passt mir manchmal gar nicht (z.B. Bullet for Hire). Hier war er aber von Anfang an stark, da er einen Bösewicht und die rechte Hand des Oberbösewichts spielt. Ohne humorvolle Slapstick-Einlagen. Und in dieser Rolle gefiel er mir ausserordentlich gut. So auch Lau Shun (The Ultimate Vampire), der am 29.06.26 verstorben ist. Er spielt den Eunuchen (in den deutschen Untertiteln als «oberster Richter») und Hauptbösewicht (und ich liebe das in dem Genre, wenn Eunuchen die Endgegner sind) und jede Szene mit ihm war ein Genuss. Die Färberei (welche fast wie ein abgelegenes Gasthaus wirkt) hatte zudem Dragon Inn, The Green Dragon Inn und Co. Vibes.
Fazit: 90er Jahre Wuxia-Fans zu empfehlen!
Gefolgt von: Swordsman II
Infos:
O: Siu Ngo Gong Woo
HK, TW 1990
R: Tsui Hark, King Hu, Ann Hui, Andrew Kam, Ching Siu-Tung, Raymond Lee Wai-Man
D: Lau Shun, Jacky Cheung, Yuen Wah, Sam Hui, Cecilia Yip Tung, Lau Siu-Ming, Sharla Cheung Man, Fennie Yuen Kit-Ying, Wu Ma, Lam Ching-Ying
Laufzeit der deutschen DVD: 113:02 Min.
Gesehen am: Juni 2008 / Neusichtung am: 01.06.26
Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = reguläre
HK-Fassung Uncut, in Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild-
und Tonqualität. Die Taiwan-Fassung (ZDF-Free TV, deutsche Blu-Ray von T&G
Vision Film / Cargo Records, deutsche VHS-Fassungen) ist länger, aber die
Erweiterungen sind bis auf eine Szene (blutige Handgelenkverletzung von einer
Sekunde) vernachlässigbar. In Deutschland ist der Film als Meister des
Schwertes veröffentlicht worden.
Erotic Ghost Story
Erotic Ghost Story
Story:
Drei Fuchsschwestern (Kudo Hitomi, Amy Yip, Man Siu) begegnen zufällig einem Gelehrten (Tan Lap-Man) und beginnen, diesen nach und nach zu verführen. Mit fatalen Folgen…
Meine Meinung:
Erotic Ghost Story ist vielleicht nüchtern betrachtet der zweitschwächste filmische Beitrag von Regisseur Nam Nai-Choi (Story of Ricky, The Seventh Curse, The Cat, Her Vengenace, Men from the Gutter, The Peacock King, Brothers from the Walled City). Nur Saga of the Phoenix fand ich noch weniger gelungen. Erotic Ghost Story ist die Erotik- und CAT. III Antwort auf den Erfolg von A Chinese Ghost Story. Wie auch diese Filmreihe brachte es Erotic Ghost Story auf mind. zwei Fortsetzungen und diverse andere Nachzügler. Ich sah den Film lange nicht mehr. Mehr als zehn Jahre. Ich würde meine aktuelle Meinung mit jener von früher vergleichen. Der Film verbindet die Genres Soft-Sex, Wuxia/Fantasy, Kostümfilm und Komödie. Zwei der Hauptdarstellerinnen kehrten auch für die erste Fortsetzung zurück.
Erotic Ghost Story ist solide, aber kein Meisterwerk. Dazu hätte es für meinen Geschmack mehr Action, Effekte und Fantasy-Szenen gebraucht. Zudem gab es im Mittelteil definitiv auch Längen, die halt einfach wirklich repetitiv und lahm waren (wenn auch ästhetisch gefilmt). Wirklich erotisch wurde es nämlich, trotz vieler Nackt- und Sexszenen, nur selten. Die stärksten Momente hat der Film für mich persönlich am Anfang und am Ende, da sich in diesen Szenen der Plot am meisten entwickelt und es eben auch einige Fantasy-Momente mit Monster, Make-Up-Effekten, CGI-Strahlen und fantasievolle Kämpfe zu bestaunen gibt (die leider alle relativ kurz ausgefallen sind).
Das Monster im Finale war für mich tricktechnisch die beste Effekte-Sequenz. Ich würde sogar sagen, dass der Kopf (die Monster-Attrappe) ans Geschöpft aus Story of Ricky erinnert hat. Ob es sogar die gleiche Maske war? Gut möglich, aber sicher bin ich nicht. Die Mädels um Man Siu (Legend of the Drunken Tiger), Japanerin Kudo Hitomi (Porno-Darstellerin und Stripperin) sowie die grossbusige Amy Yip (ihre Brüste sieht man, wie auch in etlichen anderen erotischen Filmen, nie nackt von vorne = dies nahm sie immer in den Vertrag rein) machten ihren Job mit viel Hingabe. Amy Yip war dazumal ein gefragter Star in solchen Rollen (Sex and Zen, Robotrix, China Dolls).
Fazit: CAT. III Fans können einen Blick riskieren!
Gefolgt von: Erotic Ghost Story II
Infos:
O: Liao zhai yan tan
HK 1990
R: Nam Nai-Choi
D: Kudo Hitomi, Amy Yip, Man Siu, Tan Lap-Man, Ha Chi-Chun, Manfred Wong Man-Chun, Lam Chung
Laufzeit der US-Blu: Ca. 89 Min.
Gesehen am: Dez. 2013 / Neusichtung am: 01.06.26
Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Golden
Harvest Vol. 1: Supernatural Shockers) = Uncut, hervorragende Bild- und
Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Als Extras gibt es u.a. die alternative
Mandarin Fassung zum Film (die jedoch nicht wirklich Interessantes bietet). Schade,
dass die 88 Films Extras (vor allem die Archive-Episode von "Celebrity
Talk Show") nicht übernommen wurde. Die hört sich sehr amüsant an. Es
gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).



