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Samstag, 28. März 2026

Bullet for Hire

Bullet for Hire

Story:

Nach einem missglückten Attentat setzt Gangsterboss Mr. Dick (Dick Wei) die zwei Profikiller Shan (Jacky Cheung) sowie Han (Simon Yam) auf Ngok (Lo Lieh) an. Dieser wurde von der Polizei (u.a. Elaine Lui) erpresst und hat den Auftrag vermasselt und sich damit auf die Todesliste gesetzt. Doch Han kämpft mit Gewissensbissen, den Auftrag durchzuführen und seinen Mentor zu töten…

Meine Meinung:

Bullet for Hire sah ich nur einmal. Im April 2012. Ich wusste nur noch, dass es ein blutiger Actionstreifen im modernen Setting ist. Daher freute ich mich, den Film von Yuen Jun-Man aufzufrischen. Immerhin war er für Filme wie Forbidden Arsenal oder Night Life Hero zuständig und der Cast kann sich sehen lassen: Simon Yam (Run and Kill, Full Contact), Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Clan of the White Lotus, Fists and Guts), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 2, Bullet in the Head), Dick Wei (Paper Marriage, Witch from Nepal) und Elaine Lui (Iron Angels II, Stone Age Warriors). Der Plot hörte sich auch vielversprechend an (= Mittel zum Zweck).

Und hat Bullet for Hire die 2. Sichtung bestanden? Nicht wirklich. Ja, die Action rockt, ist sehenswert und zuweilen wirklich sehr roh, schmerzhaft, blutig und brutal. Aber das allein macht noch keinen guten Film aus. Zudem ist der Film in den ersten 40-50 Minuten relativ langweilig. Der Ton zu wechselhaft, die Musik unpassend und gefiel mir oft nicht. Einige der Nebenfiguren funktionierten für mich auch nicht (Lo Liehs Filmtochter, die bewusst einen auf kognitiv eingeschränkt macht). Und wer bitte schön hat die Frisur, Kleidung und Co. für Dick Wei ausgewählt? Der sieht aus wie ein alter Uni-Professor. Die Längen machen viel kaputt.

Am Schlimmsten war jedoch ausgerechnet Jacky Cheung. Der war super nervend und der Film hätte eigentlich auch ohne diese Figur funktioniert. Damit hätte der Film gestraft und actionreicher (und weniger nervend) ausfallen können. Der wirkt dumm wie Stroh und naiv. So wie in Kung Fu Filmen, wenn das Landei in die Grossstadt kommt und keinen Plan hat. Hier war es aber zu extrem und übertrieben. Das passte nicht zum Film und Genre und hat sehr gestört, da oftmals einfach lächerlich und peinliche Darbietung. Simon Yam hingegen war cool. Und an Lo Lieh hatte ich Freude. Schade, dass Elaine Lui im Finale nicht mehr vorkam. Sie hat nämlich Pep in den Film gebracht.

Fazit: Längen, Humor und Jacky Cheung sind ärgerliche Attribute des Filmes, die den Film runterziehen und qualitativ schwächen. Schade um die tollen Actionsequenzen…

Infos:

O: Ji Dan Chut Jo

HK 1991

R: Yuen Jun-Man

D: Simon Yam, Jacky Cheung, Lo Lieh, Dick Wei, Elaine Lui

Laufzeit der HK-Blu-Ray: 92:49 Min.

Gesehen am: April 2012 / Neusichtung am: 28.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film als alte HK-DVD in Vollbild. Für die aktuelle Sichtung lag mir die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Widescreen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).

Sonntag, 28. Dezember 2025

Man on the Brink Review

Man on the Brink

Story:

Der junge Cop Ho Wing-Chui (Eddie Chen) willigt ein, sich für zwei Jahre für eine Undercover-Mission zur Verfügung zu stellen. Er soll eine Gruppe Triaden (u.a. Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah) infiltrieren. Seine Schwester und seine Freundin (Ada Fung Oi-Tsz) darf er nicht einweihen.  Die Mission geht nicht spurlos an Ho Wing-Chui vorbei…

Meine Meinung:

Man on the Brink ist ein New Wave Hong Kong Film von Alex Cheung Kwok-Ming, dessen Cops and Robbers für mich ein echtes Juwel darstellt. Daher war ich gespannt auf den Film. Es ist schade, dass Alex Cheung Kwok-Ming (Framed, Chatter Street Killer, Twinkle Twinkle Little Star) nur wenige Filme realisiert hat. Darunter auch zwei Shaw Brothers Filme, u.a. Danger Has Two Faces. Der Film stammt aus dem Jahr 1981 und war ein voller Erfolg. 1982 gewann der Streifen am Golden Horse Film Festival mehrere Preise.

Man on the Brink hat mir zwar nicht ganz so gut wie der düstere Cops and Robbers Gefallen, dennoch mag ich diese nihilistischen New Wave Crime-Streifen im modernen Setting. Daher sehe ich The Man on the Brink noch weit über dem Durchschnitt. Der Film ist ruhig und versucht, realistisch zu sein. Der junge Eddie Chan spielt das toll. Der Film ist ein Mix aus Crime-Streifen und Drama. Es gibt mehrere spannende Szenen, die intensiv wirken und toll inszeniert sind. Es gibt nur wenige Action- und Gewaltmomente. Diese haben jedoch viel Power und Kraft.

Auch die Musik und Kameraarbeit waren toll. Der Cast aus mir wenig bekannten Namen war auch stark gewählt. Eddie Chen spielte zu der Zeit in mehreren interessanten Filmen wie Bad Boys (habe ich ungesehen als US-VHS), The Beasts, The Security, He Lives by Night, The Accident, Devil Fetus oder Law with Two Phases. Meist spielte er Polizisten. Die Co-Stars werden von Ga Lun (Jumping Ash), Ada Fung Oi-Tsz (Söldner kennen keine Gnade), Kam Hing-Yin (0.38), Leung Siu-Wah (The Clones of Bruce Lee) und Mak Ho-Man (The Saviour) gespielt.

Fazit: Nicht ganz so stark wie Cops and Robbers, aber definitiv sehenswert!

Infos:

O: Bin Yuen Man

HK 1981

R: Alex Cheung Kwok-Ming

D: Eddie Chen, Mak Ho-Man, Leung Siu-Wah, Tang Yuk-Wing, Ada Fung Oi-Tsz, Ga Lun, Kam Hing-Yin, Leung Hon-Fai

Laufzeit der HK-Blu: 101:00 Min.

Gesehen am: 28.12.25

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Schuber, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, Uncut. Leider sind die Extras nicht Englisch untertitelt. Das Special «Movie Talk: Alex Cheung» sah nämlich interessant aus (und dauert über 60 Minuten). Gibt es in Deutschland als Mann ohne Ausweg auf DVD. Die neue US-Blu-Ray hat mehr Extras als die HK-Disc und ist zudem auch, was das Bonusmaterial angeht, Englisch untertitelt.

Samstag, 29. März 2025

The Shanghai Thirteen


The Shanghai Thirteen

Story:

Ein brisantes Dokument macht die Runde. Diverse Killer (u.a. Danny Lee, Lu Feng, Chi Kuan-Chun, Wong Ching, Chan Sing, Sonny Yue) versuchen, den Besitzer zu töten und in den Besitz des Dokumentes zu gelangen. Doch diverse Helden (u.a. Wang Chung, Leung Kar-Yan, Andy Lau, David Chiang, Ti Lung, Chiang Sheng) setzen ihr Leben aufs Spiel, um den Träger und das Dokument an ihren Zielort zu bringen…

Meine Meinung:

Ich sah den Film länger nicht. Dies dürfte meine 3. Sichtung sein. The Shanghai Thirteen ist eine Mitte der 80er Jahre Produktion aus Taiwan von Meister-Regisseur Chang Cheh (The Boxer from Shantung, Chang Cheh: A Memoir, Chinatown Kid) der hier seine ganzen Stars (plus einige Neulinge), die er zu Shaw Brothers Zeiten entdeckte und förderte, in einem Film à la The Expendables oder Just Heroes zusammen vor der Kamera vereint. Im Gegensatz zu meiner 1. Sichtung (alte HK-DVD, nur Vollbild = englische Subs, wie das Bildformat, stark beschnitten) schaute ich den Film heuer ohne englische Untertitel an (dafür in Widescreen).

Fehlende englische Untertitel sind zu verschmerzen, da der Film praktisch keinen Plot an. Bis auf Jimmy Wang Yu (der Dieb zu Beginn), Danny Lee (Attentäter zu Beginn) und Chen Kuan-Tai (Executioners from Shaolin, Gang Master, Dirty Trick) bekommen alle mind. eine absolut spektakuläre Kampfszene spendiert. Nach dem Diebstahl und Attentat folgt etwas Gelaber, aber nach ca. 20-25 Min. folgt ein Kampfsetting nach dem anderen. Ohne Pause bis zum Ende. Die Kampf-Choreographie ist der Wahnsinn und es wird heldenhaft und blutig gestorben wie zu besten Chang Cheh Zeiten. Ein feuchter Traum für Shaw Brothers Fans.

Nebst Jimmy Wang Yu (The Killer Meteors), Danny Lee (Undeclared War) und Chen Kuan Tai sind Namen zu sehen wie Raiders of the Shaolin Temple Star Sonny Yue (tolle Kämpfe im Finale), Venom Star Chiang Sheng (Crippled Avengers), Wang Chung (tolle Kampfszene, bevor er erschossen wird), Leung Kar-Yan (grössere Überraschung, ihn in diesem Film zu sehen, toller Kampf gegen Venom Star Lu Feng), ein junger Andy Lau (grössere Überraschung, ihn in diesem Film zu sehen, toller Kampf gegen Venom Star Lu Feng), David Chiang (tolle Kampfszenen im Casino gegen Chi Kuan-Chun und Wong Ching), Ti Lung (darf im Finale kämpfen und ist einer der wenigen Überlebenden), Venom Star Lu Feng (tolle Kampfszenen gegen Andy Lau und Beardy), Chi Kuan-Chun (Casino Bösewicht, liefert sich tolle Kampfszenen mit u.a. David Chiang), Wong Ching (toller Fächer-Kampf mit Dauergrinsen und starken Overacting, Kampf gegen u.a. David Chiang), The Nine Demons Star Ricky Cheng (Dancing King) und Chan Sing als Art Endboss (Kampf gegen Ti Lung).

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O:  Shang Hai Tan Shi San Tai Bao

Taiwan 1984

R: Chang Cheh

D: Danny Lee, Lu Feng, Chi Kuan-Chun, Wong Ching, Chan Sing, Wang Chung, Leung Kar-Yan, Andy Lau, David Chiang, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Jimmy Wang Yu, Sonny Yue, Ricky Cheng

Laufzeit der jap. DVD: 86:48 Min.

Gesehen am: Sept. 2011 / Neusichtung am: 18.01.25 / Sichtung der HK-Blu: 28.05.25

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Victor Entertainment vor. Die ist zwar Uncut (und somit länger als die DVDs aus Deutschland und England) und bietet eine recht anständige Bildqualität (plus Widescreen), aber leider liegt der Film nur in Kantonesisch vor. O-Ton wäre Mandarin. Es gibt keine englischen Subs. Uncut, mit O-Ton und englischen Subs ist die HK-Blu-Ray. In Deutschland wurde der Film als 13 Kämpfer von Shanghai veröffentlicht. Nachtrag Mai 2025: Mit der HK-Blu-Ray von CN Entertainment erfolgte nun die erste Sichtung im O-Ton und mit englischen Subs. Der Film ist, wie bereits erwähnt, ein Kracher! Die Blu-Ray hat eine bessere Bildqualität als die DVD aus Japan. Allerdings war ich mit der Tonspur qualitativ nicht zufrieden. Vor allem im letzten Viertel gab es meiner Meinung nach hörbare Probleme. Dialoge und Geräusche, die dumpf waren und die man kaum gehört hat oder wo sich die Tonlage während eines Dialogs verändert hat. Zudem hatte ich auch den Eindruck, dass einige der Kampfszenen plötzlich schneller ablaufen als bei der DVD aus Japan, was unecht aussah. Da ich die DVD aus Japan nicht mehr habe, kann ich das aber nicht mehr vergleichen. 

Dienstag, 18. Januar 2022

Guilty of Romance Review


 Japanuary 2022

Guilty of Romance

Story:

In Japans Rotlichtviertel in Maruyama-cho, Shibuya, Tokyo, nahe der Love Hotels, wird eine verstümmelte Frauenleichte gefunden. Polizistin Matsuko (Miki Mizuno) und ihr Kollege beginnen zu ermitteln und stossen auf menschliche Abgründe, animalische Triebe und kaputte Seelen, als die Spur zu einer Hausfrau (Megumi Kagurazaka) und einer Lehrperson (Makoto Togashi) einer Uni führen, die beide im Sumpf der Prostitution feststecken…

Meine Meinung (Internationale Version):

Sion Sono hat für meinen Geschmack das Kino eines Takashi Miike ersetzt. Letzterer dreht nach Filmen wie Visitor Q, Ichi the Killer und Co. «nur» noch Mainstream-Filme. Da kommt das Kino von Sion Sono (Exte: Hair Extensions, The Forest of Love, Antiporno, Tag, Suicide Club) gerade recht. Guilty of Romance soll lose auf einer wahren Begebenheit basieren und gehört zusammen mit Sion Sonos Filmen Love Exposure und Cold Fish zu einer Trilogie (aber in dem Sinn sind es keine wirklichen Fortsetzungen aber ähnliche Inhalte über «kaputte Familien»).

Diese drei Filme sind sicherlich einige der besten und interessantesten Arbeiten von Sion Sono. Guilty of Romance ist vollgestopft mit Themen, um daraus selbst mehrere Filme zu drehen. Der Film, eine Art Erotik-Arthouse-Drama-Krimi handelt von drei verschiedenen Frauen. Dessen Plots finden am Ende zusammen und beinhalten auf die eine oder andere Art und Weise ähnliche Themen und Sehnsüchte.

Leider kommt dies in der internationalen Version weniger gut zur Geltung, da vor allem die Szenen und Sub-Plots um Polizistin Matsuko stark gestraft wurde (ca. 113 Vs. ca. 144 Min.). Das ist eigentlich schade. Der Film erscheint zunächst wenig gradlinig, kompliziert und wirr. Der Film ist in diverse Kapitel unterteilt und ist sehr sozialkritisch, wie auch verstörend, wie auch amüsant, wie auch sexy. Der Cast ist superb und der Film ist stark in Szene gesetzt. Eine gewisse Spannung kann dem Film ebenfalls nicht abgesprochen werden. Zwei-drei Szenen sind irre gut und erinnern z.B. fast an die Tischszene aus Blutgericht in Texas, in welcher das hysterische Gelächter und der Wahnsinn den Zuschauer durch ihre Intensität fast selbst erfassen und dem Wahnsinn überlassen. Klasse!

Der Film fesselt schnell und zeigt sozialkritisch auf, was in Japan teilweise (noch) schiefläuft (Rolle der Frau, Einsamkeit, keine Privatsphäre…). Der Plot fesselt und die Musik, oft klassische Klänge würde ich meinen, passen hervorragend zu den Bildern. Megumi Kagurazaka ist superb und die Nackt-Szenen sind ohne Fogging-Zensur. Ob diesbezüglich die japanischen Gesetze geändert haben? Es ist anzunehmen, da nun auch Schamhaare zu sehen sind.

Megumi Kagurazaka scheint Sion Sono jedoch beeindruckt zu haben, da er sie im gleichen Jahr auch geheiratet hat. Sie ist nun seine Frau. Miki Mizuno (Gamera - Attack of the Legion) und Makoto Togashi (Cure) agieren ebenfalls wunderbar. Aber auch die anderen Figuren gefallen. Vor allem der junge Zuhälter mit Hut (Hommage an Sion Sono? = der trägt immer einen solchen Hut) war ein widerwärtiger Dreckssack wie auch der Schriftsteller-Ehemann. Toll gespielt! Zwar zuweilen arg laut, hysterisch und übertrieben, aber das gehört zum feinen Kino von Sion Sono dazu!

Fazit: Für alle Sion Sono Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Koi no tsumi

Japan 2011

R: Sion Sono

D: Miki Mizuno, Megumi Kagurazaka, Makoto Togashi, Kazuya Kojima, Ryûju Kobayashi, Hisako Ôkata

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 113 Min.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die CAT. III HK-DVD (von CN Entertainment), von Sion Sono am NIFFF original signiert (plus Autogramm einer der Darstellerinnen – ob es Megumi Kagurazaka war, seine Ehefrau?), vor = gute aber nicht sehr gute Bild- und Tonqualität, Schuber, jap. O-Ton, englische Subs, Internationale Fassung (ca. 113 Min.). Der DC läuft ca. 30 Min. länger und gibt es u.a. von REM in Deutschland auf Blu-Ray = Wunschliste! Die neuen Szenen beleuchten die dritte Frau im Film ausführlicher (Polizistin Matsuko).

Mittwoch, 28. April 2021

Cops and Robbers Review

Cops and Robbers

Story:

 

Die HKer Polizei (u.a. Wang Chung, Chan Chik-Wai,) bekommt es mit gefährlichen Gangstern (u.a. Hui Bing-Sam, Mak Ho-Man) zu tun, welche im Besitz von zwei Schusswaffen sind…

 

Meine Meinung:

 

Cops and Robbers ist ein Kracher mit Wang Chung, der Glück hatte, in einem Film von New Wave-Regisseur Alex Cheung mitzuwirken. Der 1979er HK-Film spielt im modernen Setting und das New Wave Klima ist mehr als spürbar und tut dem Film sichtlich gut. Ich fand den Film schon bei Erstsichtung klasse und tue dies noch immer.

 

Der Ton und das Genre des Filmes lassen sich in zwei Film-Hälften einteilen. In der ersten Film-Hälfte werden die Figuren, Motive und Story aufgebaut. Cops Vs. Gangster Inhalt. Die 2. Hälfte hingegen wirkt fast mehr wie ein düsterer und unheimlicher Psychothriller. Zuweilen gibt es sehr stimmungsvolle Sequenzen, die spannend und intensiv dramatisch geworden sind. Dazu gibt es inhaltliche Überraschungen.

 

Regisseur Alex Cheung, der zusammen mit dem Produzenten Teddy Robin Kwan (To Spy with Love) auch das Drehbuch schrieb (Teddy Robin hat eine sympathische Gastrolle/Auftritt), merkt man sein Talent an. Der Film ist nachvollziehbar erzählt, die Figuren sind einem nicht gleichgültig und die Bilder aus Hong Kong und die Settings sind abwechslungsreich und vielfältig eingefangen worden. Alles beginnt mit einem Kinderspiel (Polizei Vs. Gangster Spiele).

 

Action- und Gewalt-Szenen sind zwar nur gelegentlich zu sehen – die Szenen haben es aber meist in sich und sind teilweise fies, überraschend und intensiv anzusehen! Dramatik in Perfektion und ohne Kitsch. Dazu trägt auch der tolle Cast bei. Wirklich ausnahmslos jeder Darsteller spielt stark und wurde für die richtige Rolle ausgewählt. Wang Chung spielt sehr gut und Fans von ihm sollten sich den Film auf keinen Fall entgehen lassen. Auf der anderen Seite gibt Hui Bing-Sam (The Bomb-Shell) einen wunderbaren irren Psychopathen ab. Einige seiner Szenen in der zweiten Filmhälfte sind richtig schön unheimlich: eine Schande, dass ihm eine grössere Karriere verwehrt bleib! In einem Gastauftritt zu sehen: Phillip Chan (als Cop natürlich).

 

Fazit: Kracher mit Wang Chung und einem Super-Bösewicht! Nach dieser 2 Sichtung nun sehr gespannt auf Alex Cheungs Man on the Brink!

 

Infos:

 

O: Dian zhi bing bing

 

HK 1979

 

R: Alex Cheung Kwok-Ming

 

D: Wang Chung, Chan Chik-Wai, Hui Bing-Sam, Mak Ho-Man, Fong Ping, Teddy Robin Kwan, Lau Si-Hong, Phillip Chan Yan-Kin, Chan Siu-Dik

 

Laufzeit der HK-Blu Ray: 91:28 Min.

 

Neusichtung und Review geschrieben: Ende April 2021

 

Fassungen: Für die 2.Sichtung lag mir die HK-Blu Ray von CN ENTERTAINMENT LTD vor = Uncut, O-Ton, sehr gute Bild- und Tonqualität, englische Subs. Vorteil gegenüber der alten HK VCD und DVD = deutlich bessere Bildqualität und Original-Bildformat. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2021).

Donnerstag, 4. März 2021

Impetigore Review

Impetigore

Story:

 

Maya (Tara Basro) und ihre beste Freundin Dini (Marissa Anita) reisen ins Heimatdorf von Maya und kommen dort, in einem grossen, verlassenen Haus, welches Mayas Familie gehörte, einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur…

 

Meine Meinung:

 

Gekauft da neuer indonesischer Horror (von Rapi films) und da Trailer gut aussah. Leider hat sich der (fast) Blindkauf nicht gelohnt, so dass der Film nicht in die Sammlung aufgenommen wird (dafür wird es ein Tauschgeschäft mit dem Kollegen geben). Rapi films haben viele Klassiker realisiert und feiern jetzt so was wie ihr Comeback.

 

Darunter Filme wie: Ratu Ilmu Hitam aka The Queen of Black Magic (dürfte mit dem Suzzanna Klassiker ausser dem Titel nichts gemeinsam haben), Satan’s Slaves (das Original liegt noch ungesehen rum) oder Kain Kafan Hitam. Auch abgesehen davon kamen aus Indonesien einige interessante Genre-Filme: The Raid 1 + 2, The Night Comes for Us oder May the Devil Take You.

 

Leider sagte mir Impetigore nicht zu. Die Story ist ehrlich gesagt nicht spannend und wirklich nicht fesselnd. Dass ist ein grosses Problem. Vergleicht man dies mit einem schlechten Buch, dass den Leser nicht anspricht, so würde das heissen, dass man das Buch weglegt statt es zu Ende zu lesen. Damit hat man als «Macher» bereits verloren. Alles im Film ist irgendwie gleichgültig.

 

Man fiebert nicht mit, es sind keine Identifikationsfiguren vorhanden, die Darsteller agieren teilweise nicht überzeugend und viel schlimmer: die Figuren sind einem egal, nicht sympathisch und alles andere als charismatisch. Das Gegenteil ist der Fall. Es fehlt dem Film an charmanten Effekten, dem Fantasie- und Trash-Faktor der Rapi films Klassiker und Schauspiel-Grössen und Kult-Charakteren wie Suzzanna («horror queen of Indonesian cinema»).

 

Ach ja: trotz CAT. III Freigabe (in Hong Kong) sollten Fans keinen Splatterfilm erwarten! Viel passiert im off screen und der Film versucht mehr durch Spannung zu punkten statt mit blutigen Effekte-Sequenzen…

 

Fazit: Geschmackssacke! Mir sagte der Film nicht zu – besser die alten Rapi films Produktionen schauen, da gibt es noch so einiges zu entdecken…(The Queen of Black Magic, Sangkuriang, Revenge of Samson, Tarzan Raja Rimba, Special Silencers, Mystics in Bali, Srigala)

 

Infos:

 

O: Perempuan Tanah Jahanam

 

Südkorea / Indonesien 2019

 

R: Joko Anwar

 

D: Tara Baso, Ario Bayu, Marissa Anita, Christine Hakim, Asmara Abigail

 

Laufzeit der HK-Blu-Ray: Ca. 107 Min.

 

Gesehen am: 18.12.20

 

Fassungen: Mir lag die HK-Blu Ray von CN Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Bis dato die einzige Fassung mit englischen Subs. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Dez. 2020).

Freitag, 15. November 2019

Master Z: The Ip Man Legacy Review

Master Z: The Ip Man Legacy

Story:

Cheung Tin-Chi (John Zhang Jin) legt sich mit örtlichen Triaden/Dealern (u.a. Michelle Yeoh, Kevin Cheng Ka-Wing) und bösen Engländern (u.a. Dave Bautista) an…

Meine Meinung:

Master Z: The Ip Man Legacy kann mit den anderen Ip Man Filmen (Ip Man 1-3, Ip Man: The Final Fight, The Legend Is Born - Ip Man) leider nicht mithalten und wird nicht in die Sammlung aufgenommen. Das ist schade, vor allem wenn man das (frühere) Heldenvolk benennt, welches im Film mitwirkte:

Regie führt Meister-Regisseur Yuen Woo-Ping (Tiger Cage), produziert wurde der Film u.a. von Donnie Yen (Wu Xia) und als Darsteller agieren: Michelle Yeoh (Reign of Assassins war ihre beste, letzte Rolle), Tony Jaa (Ong-Bak – hat nur 2-3 kurze Szenen bekommen), Yuen Wah (bekannt aus The Big Deal – hat hier nur zwei Szenen) und Dave Bautista (Kickboxer: Vengeance) mimt am Ende den Endgegner von John Zhang Jin (The Brink).

Yuen Wah und Tony Jaa sind verschenkt. Dave Bautista war in seiner Kickboxer Rolle intensiver und John Zhang Jin wirkte nur wenig sympathisch – eigentlich überzeugt nur Michelle Yeoh, die ich fast nicht erkannt hätte. Das Hauptproblem des Filmes ist die Action: diese ist nichts Besonderes, nicht spektakulär und zum Teil sehr billig (die Kämpfe auf den Gerüsten und Werbebannern) in Szene gesetzt (mieses, unechtes CGI und Wirework).

Auch losgelöst davon wirkt der Film einfach billig und absolut nicht fesselnd. Man wird nie richtig reingezogen und interessiert sich nicht dafür, was man zu sehen bekommt. Da helfen auch bekannte Namen, ein klassisches Setting und die tolle "Ip Man" Mucke nichts.

Fazit: Die Martial Arts war im HK (oder Taiwan) Film der 70er, 80er und 90er deutlich besser als hier = wird nicht in die Sammlung aufgenommen. Höchstens einmal schauen und wieder vergessen liegt drin…

Infos:

O: Cheung Tin-Chi

HK 2018

R: Yuen Woo-Ping

D: John Zhang Jin, Dave Bautista, Michelle Yeoh, Kevin Cheng Ka-Wing, Ada Liu Yan, Tony Jaa, Yuen Wah

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 108 Min.

Gesehen am: 14.08.19

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Hong Kong von CN Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es auch in Deutschland Uncut auf DVD oder Blu-Ray (O-Ton und dazu deutsche Subs = positiv).

Samstag, 7. September 2019

Lucid Dreams Review

 
Lucid Dreams

Story:

Während Dreharbeiten wird Regisseur Teddy (Teddy Robin Kwan) verletzt und ins Krankenhaus gefahren. Auf dem Weg dorthin hat er vier Alpträume, die alle Geistergeschichten zum Inhalt haben…

Meine Meinung:

Spontankauf da Trailer interessant und stimmungsvoll aussah und da reine, neue HK-Produktion und da Regie, Soundtrack und gespielt von Teddy Robin Kwan = Sänger, Regisseur und Schauspieler (To Spy with Love).

Leider hat sich der Kauf gar nicht gelohnt. Der Film ist nicht wirklich zu empfehlen. Es ist schön, auch heute noch reine Hong Kong Produktionen zu sehen, die weitaus weniger Budget haben, als die Kollegen aus China (z.B. Operation Red Sea) und mit Stars aufwarten, die China den Rücken zu kehren. Etwa, was in Lucid Dreams positiv ist, ist die Tatsache, dass er optisch schick und schön anzusehen ist. Dazu zum Teil wunderschöne Bilder aus Hong Kong bietet (Kulissen, Grossstadt etc.).

Das Problem: der Film weiss nicht, was er sein möchte. Eine Komödie? Dafür zu unlustig, zu doof. Die goldene Zeit des HK-Kinos ist nun Mal lange vorbei. Horror? Dafür zu lustig. In ein-zwei Episoden kann man von leichtem Grusel sprechen, aber Horror? Definitiv nicht. Die vier Episoden sind zwar leicht abwechslungsreich und kurzweilig, aber absolut nichts Besonderes.

Es gibt KEINE Highlights im Film. Die Dialoge sind zum Teil fürchterlich mies und unlustig (besonders in der ersten Episode). Die Massen-Gesangs-Szenen am Ende passen, zumindest für meinen Geschmack, gar nicht und gefielen mir auch nicht. Teddy Robin Kwan in einigen Szenen zu sehen war zwar nett, aber macht den Film leider nicht wirklich besser.

Fazit: Zeit- und Energieverschwendung! Schade, da hätte Teddy Robin Kwan seine Ressourcen lieber in einen anderen Film-Inhalt stecken sollen…

Infos:

O: Baat Bo Boon Hay No Oi Lok

HK 2018

R: Teddy Robin Kwan

D: Kevin Cheng, Stephy Tang, Louis Cheung, Janelle Sing, Lam Man-Chung, Teddy Robin Kwan

Laufzeit der HK-Blu Ray: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 19.06.19

Fassungen: Mir lag die HK Blu-Ray (da DVD schon out of Print war!!!) von CN Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2019).

Freitag, 13. Oktober 2017

The Sleep Curse Review

The Sleep Curse

Story:

Ein Professor (Anthony Wong), spezialisiert in Sachen Schlaferkrankungen, wird vom Geist einer Frau heimgesucht, dessen Tod sein Vater (Anthony Wong Doppelrolle) zwischen 1941-1945 (Hong Kong unter Herrschaft von Japan) verursacht hat…

Meine Meinung:

The Sleep Curse, ein neuer reiner Hong Kong Film und CAT. III Streifen, ist am besten, zumindest was die filmische Qualität angeht, mit Gong Tau (aus 2007, vom gleichen Regisseur) zu vergleichen. Dieser hatte, zumindest was ich noch weiss (bisher kam es zu keiner 2. Sichtung), mehr CGI so dass hier The Sleep Curse die Nase vorne hat. Aber rein stimmungsmässig und inhaltlich gefiel mir Gong Tau besser.

Beim Dream Team Herman Yau (Regie) und Anthony Wong (Darsteller) muss man natürlich gleich an deren Zusammenarbeiten denken - Taxi Hunter, Cop Image, Ip Man – The Final Fight, The Untold Story und natürlich Ebola Syndrome. Aber man sollte nicht vergleichen – die Zeiten haben sich geändert und gerade die CAT. III Klassiker wie The Untold Story oder den grossartigen Ebola Syndrome wird man nie erreichen können. Das waren einfach andere Zeiten…

Regisseur Herman Yau blieb auch ohne Wong im Genre hängen (The Second Coming, The Untold Story III) und auch Anthony Wong kann auch eine beachtliche Anzahl Rollen in anderen CAT. III Streifen abseits seiner Herman Yau Arbeiten zurückblicken (Erotic Ghost Story II, Daughter of Darkness, Love to Kill, 3 Days of a Blind Girl, The Underground Banker, Brother of Darkness, The Untold Story 2, Rape Trap, The Demon's Baby). Reviews zu all den Filmen gibt es noch auf der alten Page zu lesen. Die Mehrheit wird früher oder später sicher auch hier auf dem Blog, jedoch komplett überarbeitet, zu lesen sein.

The Sleep Curse hat Sonnen- wie auch Schattenseiten. Leider ist der Film inhaltlich vor allem fad und langweilig. Es kommt kaum Stimmung oder Spannung auf. Im Mittelteil herrschen Längen und die Zeitsprünge nerven. Der Beginn und das Finale retten Dank einigen derben Szenen und weniger Längen. Anthony Wong war gut bis nicht glaubhaft. Einige Szenen waren stark, andere wirkten unfreiwillig komisch und glaubt mir: der Film will nicht lustig sein, sondern ernst. Auf HK Humor wird verzichtet.

Der Film versucht möglichst zu schocken und bietet einige schmuddelige und derbe Schockeffekte. Teilweise wirken diese Szenen aufgesetzt und übertrieben. Sie kommen oft auch harmloser rüber, weil leider hier und da billiges CGI eingesetzt wurde – wobei dies nur auf einige wenige Szenen zutrifft wobei wir dann wieder bei einer Sonnenseite wären: es gibt einige nette Splattereffekte zu sehen, welche handgemacht sind (oder mit CGI verschlimmbessert wurden) und welche mich in diesem Ausmass in einem neuen HK Film überrascht haben (bitte keinen Dream Home erwarten). Vor allem im Finale dreht der Film auf und im ersten Viertel des Filmes gibt es eine nette, matschige und gut getrickste Hommage an Ebola Syndrome.

Fazit: Man sollte nicht zu viel von The Sleep Curse erwarten – aber der Film hat seine Momente (und Anthony Wong und Herman Yau Bonus) so dass der Film in der Sammlung bleiben darf! 

Infos:

O: Shi Mian

HK 2017

R: Herman Yau

D: Anthony Wong, Jojo Goh, Gordon Lam Ka-Tung, Michelle Wai, Bryant Mak

Laufzeit der HK DVD: 100:03 Min.

Gesehen am: 25.09.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2017). Mir lag die DVD aus Hong Kong vor = Uncut (wobei man schon hörte dass zehn Sek. im "Asia Release" fehlen soll, wäre noch gut zu wissen was mit Asia Release gemeint ist, ist ein weiter Begriff), Schuber, vorzügliche Bild- und Tonqualität (DTS Tonspur), O-Ton und englische Subs vorhanden. Die DVD ist nicht Code Free (sondern Code drei). Gäbe es vom gleichen Label auch auf Blu Ray.