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Sonntag, 3. Dezember 2017

Tag Review




Tag

Story:

Die Schülerin Mitsuko (Reina Triendl) überlebt als einzige einen mysteriösen Umfall, bei dem alle Mitschülerinnen, die Busfahrerin und Lehrerin und auch der Bus selbst durch «eine höhere Macht» halbiert werden. Mitsuko entkommt in ihre Schule, scheint an Amnesie zu leiden und auch dort ist der Horror noch lange nicht zu Ende…

Meine Meinung:

Tag ist ein Film, bei welchem ich sehr gespannt bin, wie er mir nach einer Zweitsichtung gefallen wird. Auf den ersten Blick fand ich den Film im Vergleich zu anderen Werken des Regisseurs (Why Don't You Play in Hell?, Cold Fish, Guilty of Romance, Love Exposure oder Exte: Hair Extensions) weniger gut. Das lag vor allem an der verworrenen Story aber noch mehr an der Figur Mitsuko, welche mich teilweise genervt hat. Gut ist, dass sie im Verlauf der Handlung in andere Körper schlüpft und durch andere Darstellerinnen gespielt wird.

Was ich dem Film zugutehalten muss ist die Unterhaltsamkeit. Im Vergleich zu anderen Sion Sono Streifen läuft der Film mit ca. 85 Minuten nur kurz. Dafür geht es actionreich zur Sache, dem Zuschauer werden kaum Verschnaufpausen gegeben wie auch den Figuren im Film. Die Story ist spannend da rätselhaft. Ob einem das Ende und die Wendungen gefallen werden, hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Man sollte sich bewusst sein, dass der Film ziemlich fantasievoll ist – viele verrückte, bizarre Ideen, die fast nur von einem Japaner entsprungen sein können, runden das Ganze, hier und da gar amüsant und witzig, ab.

Die Darsteller machen ihre Sache okay bis gut. Reina Triendl fand ich einfach nicht sympathisch und sie nervte, aber agieren tut sie gut. Die Effekte sind zum Teil recht blutig, wobei nur selten auf handgemachte Effekte gesetzt wird (Kopf zermatschen, Handstumpf, Hälfte vom Kopf wegschiessen, offener Fraktur, das Resultat d.h. herumliegende Opfer). Ansonsten bestehen die Effekte vor allem aus dem PC. Für die handgemachten Effekte war Yoshihiro Nishimura zuständig. In Tag wurde versucht, auf weniger übertriebene Effekte zu setzen (gilt nur für handgemachte Effekte, alles andere ist übertrieben). Yoshihiro Nishimura ist fleissig, war für unzählige Effekte Kreationen im japanischen Film zuständig, z.B. Tokyo Gore Police, Suicide Club (auch Sion Sono), Zombie Ass oder Robo-Geish oder auch als Regisseur (Meatball Machine Kodoku).

Und der 3. bekannte Genre-Beteiligte stellt Tak Sakaguchi, der Star aus Versus, dar. Er war Action-Director. Man sieht es den wenigen Kampfszenen auch an, dass ein fähiger Mann diese in Szene gesetzt hat. Ob die Darstellerinnen wirklich Martial Arts beherrschen? Weiss ich nicht, aber man sieht es ihnen auf jeden Fall nicht an, falls es nicht so wäre. Nur schon die Kameraarbeit zeugt davon, dass Tak Sakaguchi sein Handwerk beherrscht. Daher freue ich mich auch sehr auf den kommenden Film mit Tak Sakaguchi: Re:Born. Soll Anfang 2018 in England auf Blu Ray / DVD erscheinen und UK Trailer von Eureka sieht vielversprechend aus.

Fazit: Bevor ich ein definitives Urteil fälle muss eine 2. Sichtung her. Auf den ersten Blick weniger sehenswert als andere Filme von Sion Sono, aber dessen Fans natürlich trotzdem zu empfehlen! 

Infos:

O: Riaru onigokko

Japan 2015

R: Sion Sono

D: Reina Triendl, Mariko Shinoda, Erina Mano, Yuki Sakurai

Laufzeit der HK DVD: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 07.11.17

Fassungen: Die dt. Fassung von Shock (früher Japan Shock) kam zuerst – teures Mediabook mit DVD und Blu Ray, japanischem Ton und keinen Untertiteln – toll. Dazu kam, dass der Film auch später ganz regulär (und viel billiger) Uncut in den deutschen Handel kam – durch I-On New Media (inhaltsgleich mit Shock). Wer O-Ton und englische Subs will muss zur US Ausgabe greifen (so viel ich noch weiss nur eine DVD-R/Blu Ray-R), zur kommenden UK (DVD / Blu Ray Combo) zur DVD aus Indonesien oder zur HK DVD. Mir lag letztere vor = Code drei Scheibe, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und noch bessere Tonqualität. Die Tonspuren des Labels (Edko) fand ich schon in der Vergangenheit immer sehr gut (Ong-Bak, Tom Yum Goong). Film ist Uncut (CAT. III Freigabe) und die Fassung ist im Vergleich zu den anderen Fassungen auch klar billiger im Erwerb. 

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