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Montag, 19. Januar 2026

28 Years Later: The Bone Temple

28 Years Later: The Bone Temple

Story:

Nach dem Ende des Vorgängers geht es wie folgt weiter:

Spike (Alfie Williams) muss eine Prüfung ablegen und wird, mehr gegen seinen Willen als freiwillig, in Sir Jimmy Crystals (Jack O'Connell) Gang (u.a. Erin Kellyman) integriert. Danach ziehen sie mordend durch das Land bis sie zufällig auf Dr. Kelson (Ralph Fiennes) stossen, der in der Zwischenzeit mit Alpha Samson (Chi Lewis-Parry) experimentiert hat…

Meine Meinung:

Nach dem Ende des Vorgängers, welches mir missfallen hat, wollte ich mir die Fortsetzung von Candyman Regisseurin Nia DaCosta eigentlich nicht (im Kino) ansehen. Aber nach einigen Reviews und Zeilen, die ich dazu gelesen habe, entschied ich mich dann doch, den Film spontan im Kino zu besuchen. Eigentlich sollte jedoch abgewartet werden, bis auch noch der neue dritte Teil dieser Trilogie folgt und dann sollten alle drei Filme am Stück als "ein Film" angesehen werden. Das käme sicher besser. Ich mochte die Tatsache, dass der Film nicht wirklich ein 08/15 Mainstream-Streifen ist und die künstlerische Note des Filmes gefiel mir auch.

Dennoch mochte ich den ersten Teil etwas mehr da mehr Plot, mehr Action, mehr Abwechslung, mehr Settings, optisch interessanter und mehr Tiefe und Dramatik die Figuren betreffend. 28 Years Later: The Bone Temple hat so gut wie keinen Plot, ist an sich wenig spannend und war z.T. vorhersehbar. Das galt zum einen für das offene Ende oder die Tatsache, wer aus Jimmys Truppe überleben wird und wer nur Kanonenfutter ist. Mit den Jimmys wurde ich nicht sonderlich warm, konnte sie als Story-Gerüst aber annehmen. Deren Sub-Plot nimmt mehr Zeit ein, als jener von Ralph Fiennes und Samson (letztere haben schon fast unterschwellig homoerotische bzw. Bob und Day of the Dead Vibes). Am Ende gibt es die tolle 28 Days Later Musik zu hören. Unschön fallen mehrere billige CGI-Momente (mit Feuer) ins Auge. Der Gewalt-Level ist in einigen, wenigen Momenten nett anzusehen.

Alfie Williams wird in den Hintergrund gedrängt. Seine Figur kann sich nicht entfalten und es gibt kein Wiedersehen mit seinem Film-Vater. Das ist etwas schade, da er im ersten Film sehr überzeugt hat. Ralph Fiennes spielt klasse. Sein Overacting im Finale war fast zu drüber. Die Iron Maiden Szene war Edel-Trash vom Feinsten. Alpha Samson wird weiter charakterisiert (wie erwähnt à la Bob in Day of the Dead). Die Tanzeinlagen fand ich hingegen grossen Mist. Jack O'Connell spielt den Anführer der Bösewichte, die scheinbar vom Pädophilen Künstler Jimmy Savile inspiriert wurden. Ein Schlag für alle Missbrauchsopfer auf der einen, auf der anderen Seite halt britischer, schwarzer Humor. Jack O'Connell fällt am Ende ab, was seine Darbietung angeht. Er gefiel mir als böser Vampir in Sinners besser. Eindrücklicher. Von den neuen Figuren hat mir Erin Kellyman (The Green Knight) gut gefallen. Es darf gespannt sein, wie es im dritten Teil, der noch nicht gedreht wurde, weitergeht.

Fazit: Nur schon wegen der Iron Maiden Nummer lohnt sich der Kinobesuch!

Infos:

O: 28 Years Later: The Bone Temple

Grossbritannien, USA 2026

R: Nia DaCosta

D: Jack O'Connell, Ralph Fiennes, Emma Laird, Alfie Williams, Chi Lewis-Parry, Erin Kellyman, Robert Rhodes

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 19.01.26

Fassungen: Im Kino gesehen = Uncut (ab 16), Englischer O-Ton, deutsche Subs. Soll am 31.12.26 von Sony Pictures in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen. In Deutschland hat der Film keine Jugendfreigabe erhalten.

Sonntag, 30. November 2025

Hexen bis aufs Blut gequält Review

Hexen bis aufs Blut gequält

Story:

Österreich im 17. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung:

Unschuldige (Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien) geraten in eine Fehde zwischen zweien Hexenjägern (Reggie Nalder, Herbert Lom) und dessen Männern (Johannes Buzalski, Herbert Fux)…

Meine Meinung:

Hexen bis aufs Blut gequält ist ein legendärer Exploitation-Film aus den 70ern, der heute wohl als Torture Porn Film betitelt worden wäre und somit Filmen à la Hostel und Co. den Rang abläuft. Hexen bis aufs Blut gequält, der in Deutschland lange verboten war und in den USA ein grosser Erfolg war, wurde zu Ehren von Udo Kier gesichtet. Udo Kier spielte in vielen sehenswerten Filmen die Hauptrolle (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein = für mich seine beste Rolle) und/oder markante Nebenrollen (Suspiria, Blade). Er verstarb diesen Monat.

Hexen bis aufs Blut gequält war, laut Udo Kier selbst, sein erster Farbfilm, in dem er mitwirkte. Er war damals noch ganz jung. Unvergessen sind seine Augen, die zu einem Markenzeichen von ihm werden sollten. Er spielt das sehr souverän und seine Rolle bringt einen Hauch Ethik und Dramatik in den Film, der sich augenscheinlich kritisch und geschichtlich präsentieren will, jedoch vor allem mit ausgewalzten Folter- und Gewaltszenen, darunter auch nackter Haut, Kasse machen wollte. Was den Filmemachern auch gelang.

Die Folterszenen sind auch heute besonders fies anzusehen. Interessant ist, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer gefoltert werden. Darunter ist auch Adrian Hoven (Castle of the Creeping Flesh), einer der beiden Regisseure des Filmes. Die Frauen wie Olivera Katarina, Gaby Fuchs (The Werewolf Versus the Vampire Woman) und Ingeborg Schöner sind mit vollem Körpereinsatz dabei und durften die Männerherzen erfreuen, während schmierige «Typen» und «Fressen» wie Reggie Nalder (spielte auch in der Fortsetzung mit), Herbert Lom (99 Women), Johannes Buzalski (Teenage Playmates) und Herbert Fux (Love Letters of a Portuguese Nun) ebenfalls zu Gefallen wussten. Tolle Charakter-Darsteller. Nebst Reggie Nalder ist auch Johannes Buzalski im 2. Teil zu sehen = die Vorfreude wächst. Lustig ist die Tatsache, gemäss meinem alten Review, das ich durch das Buch Deep Wet Torture auf den Film aufmerksam wurde. Das wusste ich nicht mehr…

Fazit: Herrlicher Schundklassiker mit grandioser Musik, die Cannibal Holocaust Vibes geniesst!

Gefolgt von: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Infos:

Deutschland 1970

R: Michael Armstrong, Adrian Hoven

D: Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien, Reggie Nalder, Herbert Lom, Johannes Buzalski, Herbert Fux

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 25.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Turbine vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (Deutsch ist der Originalton), viele Extras (Dokus, Interviews, Audiokommentar). Turbine haben den Film aus der Versenkung geholt (der Film war lange Zeit verboten).

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Terrifier 3

 

Terrifier 3

Story:

Art the Clown (David Howard Thornton) kehrt zum Weihnachtsfest zurück und Sienna (Lauren LaVera) sieht sich alten Dämonen konfrontiert…

Meine Meinung:

Nach dem grossen Erfolg von Terrifier 2 war eine Fortsetzung, wieder von Damien Leone, schnell beschlossene Sache. Ein Jahr später startet auch Terrifier 3 sehr erfolgreich an den US-Kinokassen. Dessen Erfolg hat nun zur Folge, dass die Fortsetzung sogar regulär in Deutschland und der Schweiz im Kino laufen wird. Wer hätte das gedacht? Zudem noch Uncut (auch in Deutschland). Wer hätte das gedacht? Sollte der 2. Teil noch zu toppen sein? Nach dem ersten Teaser und Trailer schaute ich mir keine weiteren Trailer zum Film mehr an. Ich wollte nicht, dass ich zu viel oder was Falsches erwarte. Ich habe auch bewusst keine Reviews gelesen.

Leider konnte mich Terrifier 3, obwohl bei guter Stimmung und vollem Kino (Spezialvorführung dank den Personen hinter dem Brugggore Filmfestival) gesehen, nicht restlos überzeugen und ich empfand den 2. Teil als besser. Das hatte mehrere Gründe. Den Plot empfand ich als noch dünner als im Vorgänger. Es gibt wenig neue Infos und ein offenes Ende. Ein vierter Teil soll schon bestätigt sein. Erinnert fast an die Hotel Inferno Reihe von Necrostorm, die sich abschwächt und den Plot kaum vorwärtsbringen. Zudem haben mich einige der neuen Figuren genervt, darunter auch Antonella Rose. Lauren LaVera spielt, auch aufgrund des Drehbuchs (sie spielt jetzt mehrheitlich ein psychisches Wrack statt einer Kämpferin), unglaubwürdig. Vor allem ihre seelischen Ausfälle waren schlecht gespielt und ebenso nervend. 

Hingegen und wenig überraschend, hat David Howard Thornton als Art the Clown, eine neue Horrorikone à la Michael Myers und Co., gut gefallen, auch wenn er immer weniger gruselig wirkt, sondern à la Freddy Krüger und Co., zu lustig wirkt. Ein Sprücheklopfer (nonverbal). Allgemein empfand ich den Film als zu lustig und schwarzhumorig. Es gibt zwar auch paar hübsch düstere und morbide Szenen (mit paar coolen Effekte Einfällen, an denen Screaming Mad George Gefallen gefunden hätte), aber alles in allem war das fast nur noch ein Fun-Splatter-Film (à la Troma-Humor) statt echten Horrors. Leicht schade. Mehr düstere und morbide Szenen hätten dem Film und der Stimmung gutgetan.

Zudem haben mir einige der Entscheidungen nicht gefallen: einige Szenen und Morde passieren im off screen und der Zuschauer sieht nur die Resultate. Da haben die Macher doch auch eigene Grenzen gezogen (z.B. was Kinder als Opfer angehen). Die Mordwaffen empfand ich zum Teil als unpassend für dieses Genre, wenn Art the Clown z.B. mit einer Bombe oder einer Schusswaffe tötet. Ja, das war im 2. Teil in der grandiosen Clown Café Sequenz auch der Fall, aber das dort verwendete «Schiesseisen» wirkte nicht so modern, wie die Pistole im hiesigen Film. Nett war die Weihnachtstimmung. Nett waren zudem die Gastauftritte von Horror-Stars wie Tom Savini (Wishmaster, Necronomicon, Friday the 13th: The Final Chapter) und Clint Howard (Dentist II, Halloween, Carnosaur).

Trotz der Laufzeit von 127 Minuten (noch immer eine stolze Laufzeit für diese Art von Film) empfand ich Terrifier 3 nicht als langweilig. Das Schauen ging schnell vorbei. Fans von Art the Clown dürften auf ihre Kosten kommen. Wer nur auf handgemachte Splatter-Effekte aus ist, unabhängig davon, ob der Rest lohnt oder nicht, wird den Film lieben. Ich empfand den Film nicht als blutiger oder härter als der Vorgänger. Die Schlafzimmer-Szene wird nicht getoppt. Die berüchtigte Dusch-Kabinen-Szene mit der Kettensäge erreichte nicht die gleiche Intensität. Allgemein empfand ich einige der Effekte-Szenen als zu kurz und zu schnell gezeigt (plus das bereits erwähnte off screen «morden»). Einmal kurz draufgehalten, danach kein Bild mehr. Schade. Da wurde der Gore im Vorgänger à la Blood Feast 2 besser «zelebriert». Und es gab für meinen Geschmack auch zu viele Torture Porn Momente. Das ist weniger meins.

Fazit: Der Vorgänger gefiel mir besser, während die Fortsetzung nicht in meine Film-Sammlung wandert (ggf. zu einem späteren Zeitpunkt via Komplettbox der Reihe). Mit Terrifier 3 nutzt sich die Reihe langsam ab, das Thema wirkt mehr und mehr (zu Mainstream mässig) und ausgelutscht.  

Infos:

O: Terrifier 3

USA 2024

R: Damien Leone

D: David Howard Thornton, Lauren LaVera, Antonella Rose, Elliott Fullam, Samantha Scaffidi, Alexa Blair Robertson, Clint Howard, Tom Savini

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 127 Min.

Gesehen am: 26.10.24

Fassungen: Ich sah den Film Uncut im Schweizer Kino in Englisch mit deutschen Untertiteln. Der Film erscheint am 17.12.24 in den USA auf Blu-Ray und UHD. Eine deutsche Disc ist noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2024).

Freitag, 9. Februar 2024

Scarce

Scarce

Story:

Drei Snowboarder erleben einen verschneiten Alptraum in den Backwoods…

Meine Meinung:

Scarce bekam ich geschenkt. Ein Film, von dem ich sonst nie erfahren hätte. Es handelt sich um eine Independent Produktion aus Kanada, die zuvor auf diversen Filmfesten lief (z.B. Toronto). Ich habe nichts erwartet und ich muss eingestehen, dass ich Scarce besser fand als erwartet. Nichts für meine Sammlung, aber durchaus solide und mit viel Motivation der Filmemacher.

Scarce fängt etwas abschreckend an und nach nicht Mal fünf Minuten wollte ich schon ausstellen, aber gut, blieb ich dran. Danach folgt Plot. Es gibt inhaltlich zwar keine Überraschungen, aber dafür doch einen leichten Anstieg von Stimmung und Atmosphäre, auch durch die verschneiten und abgelegenen Orte, wo der Film spielt. Die drei Männer werden erträglicher.

Und immer, wenn man denkt, jetzt passiert etwas, passiert doch noch nichts. So à la Tanz der Teufel, wo auch mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt wird, um sie dann in die Irre zu führen. Die erste Hälfte des Filmes mochte ich sogar mehr, als die zweite Hälfte. Ich mochte den langsamen Aufbau und die Klischees, die Stimmung und das wachsende Unbehagen, welches Unheil ankündigt.

Die 2. Filmhälfte packt dann das Gemetzel, die Action und die Effekte aus. Es soll, wie schon früher zu Lucio Fulci und Co. Zeiten, mit echten Innereien von Metzgern gearbeitet worden sein, um die Effekte realistisch zu gestalten. Danach driftet der Film ins Hostel-Metier ab soll heissen es gibt Inhalte wie Rednecks, Kannibalen, Menschenjagd und Torture Porn. Wer dies mag, kann bedenkenlos einschalten, mir hingegen sagen solche Inhalte leider kaum mehr etwas. Die Effekte sind für diese Produktion sehr gut und Splatter-Fans werden durchaus einige netten Szenen zu Gesicht bekommen.

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Scarce

Kanada 2008

R: Jesse Thomas Cook, John Geddes

D: Thom Webb, John Geddes, Jesse Thomas Cook, Steve Warren, Gary Fischer, Chris Warrilow, Amanda, Ayers-Clements, Stephanie Banting

Laufzeit der österreichischen DVD: 93:17 Min.

Gesehen am: 28.12.23

Fassungen: Mir lag die Uncut DVD aus Österreich vor = solide Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Englisch ohne Subs. Habe ihm O-Ton geschaut. Eine Blu-Ray gibt es in Frankreich.

Sonntag, 17. Dezember 2023

Saw X


Saw X

Story:

Die Story spielt zwischen Saw und Saw II:

John Kramer (Tobin Bell) hat Krebs und ihm wird gesagt, dass er daran sterben wird. Durch Zufall hört er von einer neuen Therapie, die Erfolge erzielen soll. John reist nach Mexiko und begibt sich in die Hände der Ärztin Cecilia Pederson (Synnøve Macody Lund) und ihrem Team (Renata Vaca, Paulette Hernandez, Octavio Hinojosa), ohne zu wissen, dass er auf einen Schwindel hereingefallen ist. Als John dies realisiert, entführt er Cecilia und Co. und lässt sie in seinem neuen «Spiel» um Leben und Tod kämpfen…

Meine Meinung:

Die Saw Reihe ist für mich persönlich eine der uninteressantesten Horrorfilm-Reihen der letzten Jahre. Die Geschichten sind viel zu abstrus, um glaubwürdig zu sein, die Musik gefiel mir nie wie auch das schreckliche Editing. Die Kamerafahrten sind auch hier alles andere als gut und der Film wirkt weitaus billiger als seine Vorgänger. Zudem bin ich kein Fan von Tobin Bell. Daher habe ich den Film gratis via Stream geschaut, statt dafür Geld auszugeben. In der Schweiz ist das Streamen von Kinofilmen gesetzlich nicht illegal.

Ich kann keinen Vergleich mit dem Vorgänger, Saw: Spiral, tätigen. Warum? Den habe ich erst gar nicht gesehen und der hat allgemein schlechte Reviews erhalten. Saw X dürfte einer der schlechtesten Teile der Reihe sein. Ich kann mich an die ganzen Vorgänger nicht mehr erinnern und die Handlungen sind so an den Haaren herbeigezogen, dass ich die Links von einem Film zum anderen nicht mehr nachvollziehen kann (wer z.B. ist Johns Helferin Amanda?).

Um einen 10. Saw Film aus dem Hut zu zaubern, wohl billiger denn je, wurde nun ein Plot geflochten, der die Story zwischen den Ereignissen aus Saw und Saw II erzählt. Der Plot ist unglaubwürdig, ebenso dessen Verlauf. Die Twists sind meist vorhersehbar. Der Film ist mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden viel zu lang. Im Mittelteil schafft es der Film, leicht zu fesseln, aber gegen Ende wird es immer dümmer und dümmer, so dass das Interesse am Film, dem Verlauf, den Figuren und dem Gezeigten nahezu total verschwindet.

Der Wandel von John Kramer zum Anti-Hero dürfte auch einigen Hardcore-Fans nicht schmecken. Dass die nervigste Figur am Ende überlebt (oder dessen Tod dann nicht gezeigt wird) ist ebenfalls ein Affront an die vergeudete Lebenszeit, die der Zuschauer mit diesem Film erfährt. Die Kills durch die Fallen waren leider bis auf 1-2 Szenarien auch sehr lahm, so dass auch reine Splatterfreaks nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Dessen sind noch immer die Fortsetzungen Saw III und Saw 3D ans Herz gelegt.  

Fazit: Saw X lohnt sich nicht. Damit ist das Kapitel Saw für mich endgültig aus und vorbei und zukünftige Fortsetzungen (oder Vorgeschichten) werde ich nicht mehr schauen!

Infos:

O: Saw X

USA, Mexiko, Kanada 2023

R: Kevin Greutert

D: Tobin Bell, Synnøve Macody Lund, Renata Vaca, Paulette Hernandez, Octavio Hinojosa

Laufzeit der Streaming Fassung: Ca. 118 Min.

Gesehen am: 17.11.23

Fassungen: Gesehen wie Free-Stream (in der Schweiz legal), Uncut und in Englischem Ton. In der Schweiz und Deutschland wird der Film am 30.11.23 in den Kinos anlaufen. Einen Termin für eine DVD/Blu-Ray/UHD gibt es noch nicht.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Martyrs Review

 
Horroktober 2022

Martyrs

Story:

Lucie (Mylène Jampanoï), vor 15 Jahren als Kind aus den Fängen von Folterern entkommen, sucht nun zusammen mit ihrer Kollegin Anna (Morjana Alaoui) die damaligen Täter auf, um Rache zu nehmen…

Meine Meinung:

Martyrs hat die 2. Sichtung nicht bestanden und fliegt aus der Sammlung. Der Film kommt bei weitem nicht an andere franz. Genre-Filme wie Inside oder High Tension heran. Der Film ist in meinen Augen eine Art «Pseudo-Schocker» à la A Serbian Film = total überbewertet und nicht wirklich schockierend oder spezifisch gut. Dem Hype wird der Film nicht gerecht, auch wenn später (2015) gar ein US-Remake folgte.

In der 1. Hälfte nervt das hysterische Dauergeflenne, Geschreie und selbst verletzende Verhalten seitens Lucie. Das "Monster", welches sie sieht, ist doof und raubt dem Film Spannung und Glaubhaftigkeit. Erinnert zu stark an japanische Gruselfilme, ohne aber gruselig zu sein. In der ersten Hälfte gibt es nur zwei positive Szenen: das Massaker an der Familie und als sich Lucie tötet = endlich nervt sie nicht mehr!

Pascal Laugier, den ich allgemein für überbewertet halte (nachfolgende Filme wie The Tall Man oder Ghostland waren ebenso enttäuschend und viel Anderes kam da nicht mehr), geht in der 2. Hälfte des Filmes ins Torture Porn Genre à la Hostel und Co. über. Diese Hälfte ist lahm, langweilig und unterhält nicht. Hat mich an Stranger Things erinnert (Experimente an fast Glatze tragendem Mädchen minus die Schläge oder Häutung). Die Motive der Organisation sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, und dann ist es noch todernst gemeint und so inszeniert. Plot und Ende sind total hohl und werden den Internetdiskussionen nicht gerecht.

Fazit: Don't Believe the Hype!

Infos:

O: Martyrs

Frankreich, Kanada 2008

R: Pascal Laugier

D: Morjana Alaoui, Mylène Jampanoï, Catherine Bégin, Robert Toupin, Patricia Tulasne, Juliette Gosselin, Xavier Dolan, Isabelle Chasse

Laufzeit der CH-DVD: 95:12 Min.

Neusichtung am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die Schweizer DVD von Frenetic Films vor = Uncut, Deutsch/Franz. Mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es auch auf Blu-Ray.

Freitag, 20. Dezember 2019

Malevolent - Und das Böse existiert Review

Malevolent - Und das Böse existiert

Story:

Die Geschwister Jackson (Ben Lloyd-Hughes) und Angela (Florence Pugh) sind Geisterjäger. Sie sind jedoch Betrüger, die a) nicht an Paranormales glauben und b) ihre Kundschaft bewusst betrügen. Bis Angela eines Tages bei einem Auftrag eine reale Erscheinung hat, die ihr und das Leben der Gruppe danach für immer verändern wird…

Meine Meinung:

Netflix (oder von ihnen aufgekaufter) Grusel-Film, der gar nicht zu überzeugen vermag. Der Inhalt ist absolut lustlos, lieblos, unspannend, alles andere als originell und vorhersehbar und mit billigsten Klischees untermauert, die das Genre in den letzten Jahren ausgemacht haben.

Fake-Geisterjäger treffen auf echte Geister, die jedoch nicht böse sind, sondern Rache wollen. Die echten Geister sieht man früh und es kommt weder Stimmung, noch Grusel noch sonst was in diesen Szenen auf. Folterszenen à la Hostel und Co. plus Backwood-Redneck Motive in der 2. Filmhälfte wirkten sehr billig und peinlich.

Dazu kommt, dass nahezu alle Figuren absolut unsympathisch sind (vor allem Angeles Filmbruder). Die Bösewichte konnte man auch nicht ernst nehmen, da viel zu überzeichnet (grenzt an Satire). Ich kann an diesem Film so gut wie nichts Positives finden = Zeitverschwendung. Der bisher schlechteste Film, den ich auf Netflix gesehen habe!

Fazit: Nicht empfehlenswert!

Infos:

O: Malevolent

UK 2018

R: Olaf de Fleur Johannesson

D: Florence Pugh, Celia Imrie, Ben Lloyd-Hughes, Scott Chambers, Georgina Bevan, Daniel Campbell

Laufzeit der Online-Fassung: Ca. 88 Min.

Gesehen am: Ende Okt. 2019

Fassungen: Auf Netflix gesehen Uncut, im O-Ton mit deutschen Subs. Es gibt keine deutsche DVD / Blu-Ray (Stand: Okt. 2019).

Sonntag, 1. Oktober 2017

Live Animals Review

Live Animals

Story:

Eine Gruppe von Jugendlichen College Schülern werden entführt und für den Menschenhandel vorbereitet, inklusive Folter und solcher Nettigkeiten...

Meine Meinung:

Low Budget Film, der auf das Torture Porn Genre aufspringt inklusive Backwood Filmmotive. Kann man sich höchstens 1x ansehen, aber eine Daseinsberechtigung für den Film gibt es eigentlich nicht.

Wer schaut sich einen solchen Film an und findet ihn gut? Der Film strotzt vor Klischees und ist schlussendlich zu billig, um zu überzeugen. Gräueltaten werden meist nur angedeutet, die Figuren sind allesamt 08/15 und interessieren den Zuschauer nicht. Die Story ist auch nicht spannend und plätschert uninteressant dem Ende entgegen.

Wer null Ansprüche an den Film hegt kann sich den Film einmal für nebenbei (wenn man noch anderes zu tun hat) anschauen, aber mehr liegt nicht drin.

Kein Must See und Must Have Titel!

Infos:

O: Live Animals

USA 2008

R: Jeremy Benson

D: John Still, Christian Walker, Jeanette Comans, Patrick Cox, Jeremy Benson

Laufzeit der US DVD: Ca. 83 Min.

Gesehen am: 22.07.16

Fassungen: US DVD = Uncut, solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, keine englischen Subs. 4er Set aus den USA mit drei anderen Streifen (in etwa ähnliche Filmqualität). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2017). 

Mittwoch, 25. Januar 2017

American Guinea Pig: Bloodshock

Bilder zur Vö: Hier klicken
American Guinea Pig: Bloodshock

Story:

Ein Mann (Dan Ellis) findet sich eingesperrt und «medizinischen» Experimenten ausgesetzt. Er weiss nicht wie er an den Ort, scheinbar eine alte psychiatrische Einrichtung, gelangt ist und vor allem warum. Niemand spricht mit ihm, keine Erklärungen. Die Experimente sind schmerzhaft, sie nehmen zu. Es scheint noch andere Insassen zu geben, denn plötzlich findet er Notizen in seiner Zelle vor…

Meine Meinung:

Die Amerikaner haben nun ihre eigene Guinea Pig Reihe! Der erste war American Guinea Pig: Bouquet of Guts And Gore, der mir relativ gut gefallen hat (vor allem böses Ende).

Nun legen das Duo um Marcus Koch (war im ersten Film für die wunderbaren und starken Speziell Effekte zuständig) und Stephen Biro (Geldgeber für den alten neuen und neuen Film, Chef des Labels Unearthed Films welche u.a. auch die Original Guinea Pig Filme aus Japan das erste Mal offiziell in den USA veröffentlicht haben) nach.

Der neue Film geht in eine komplett andere Richtung als die anderen Guinea Pig Streifen. Es wird, auch wenn nur dünn, trotzdem versucht eine Story zu erzählen. Wie die Figuren im Film fehlen auch dem Zuschauer die Hintergrundinfos und daher entsteht eine Spannung. Es geht dem Arzt ja nicht darum, dass Opfer zu töten sonst hätte er das schnell erledigen können. Sondern sie experimentieren und wollen irgendwas herausfinden (so spritzt sich der Arzt in einer Szene ja auch selbst Blut von einem der «Guinea Pigs».). Was? Das ist die Frage!

Daher bietet der nicht uninteressante Film tatsächlich eine Art Spannung. Das weitere was dem Film gut tut sind:
Die Arthouse Optik (s/w Bilder mit Ausnahme des Finale) inklusive sehr bedrückender, düsterer Stimmung und Atmosphäre verbunden mit einem passenden, sonderbaren Soundtrack!

Dazu kommt, dass im Film fast nie gesprochen wird. Der Film ist sehr intensiv wenn es um die Bildsprache geht. Wer jetzt denkt, dass die ganze Zeit geschrien wird, der irrt. Die Experimente und/oder Operation- und- oder «Folter»Szenen können gemächlich angeschaut werden und verkommen mit dem starken Soundtrack zu einem gewissen Etwas.

Zwischen den Experimenten wird die Story nie vergessen (wer Schreibt die Zettel?, gelingt dem Opfer am Ende die Flucht? Was ist der Zweck der Experimente?). Die Experimente kommen abwechslungsreich daher. Die Geräte und medizinischen Techniken und Geräte, die zum Einsatz kommen, wurden authentisch eingesetzt. Die Spezial Effekte von Marcus Koch, der diesmal auch gleich die Regie übernahm, sind hervorragend. Zusammen mit den soliden Leistungen der Darsteller und der kühlen, deprimierenden Stimmung des Filmes, dem Stangen Soundtrack und der s/s Optik, ergibt das ein nicht uninteressantes Ganzes.

Trotzdem ist man nicht abgeneigt zu sagen, dass der Film schlussendlich auch mehr sein wollte als er schlussendlich ist: Ein Torture Porn Streifen, der versucht anspruchsvoller zu sein (daher auch «Story Elemente im Abspann abwarten) als er eigentlich ist. So sind die Antworten und Entwicklungen am Enden trotzdem auch irgendwie etwas enttäuschend.

Das Finale ist in der Tat krank, aber auch typisch amerikanisch prüde = Wunden in Nahaufnahme okay, Folter okay, aber männliche oder weibliche Geschlechtsteile zeigen ist tabu, so dass die beiden am Ende die Hosen nie ausziehen. Da fand ich das krasse Ende im Erstling American Guinea Pig: Bouquet of Guts And Gore treffsicherer in seine Wirkung, weil dort die Fantasie eine grosse Rolle spielt und man gar nichts mehr zu sehen bekommt.

Alles in allem jedoch kein uninteressanter Film. Wer sich vor allem für das Torture Porn Genre und/oder eine grosse Ansammlung von hervorragenden Spezialeffekten interessiert, macht mit dem Film sicherlich nichts falsch. Für die reine Unterhaltung ist der Film jedoch sicher NICHT geeignet! Fans von Teil eins können einen Blick riskieren!

Man darf gespannt sein, was in Zukunft von Marcus Koch und Stephen Biro die Filmwelt erblicken wird!

Infos:

O: American Guinea Pig: Bloodshock

USA 2015

R: Marcus Koch

D: Norm J. Castellano, Barron Christian, Dan Ellis, Alberto Giovannelli

Laufzeit der US Blu : Ca. 91 Min.

Gesehen am: 17.01.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung. Mir lag die limitierte DVD / Blu Ray Fassung aus den USA von Unearthed Films vor = Digipack mit Booklet und Infos, vielen Extras, einer DVD, einer Blu Ray und einer Soundtrack CD (das ist cool!). Die Edition hat sehr viel Bonusmaterial, auch wenn englische UT zumindest für den Bonus hier und da wünschenswert gewesen wäre (beim Extra «Days of The Dead Atlanta 2016 versteht man die Fragen vom Publikum z.B. kaum). UT zum Hauptfilm gibt es nicht, jedoch gibt es auch kaum Dialoge. Alles in allem eine schicke Veröffentlichung zum hauseigenen Film!