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Montag, 29. Juni 2026

Terror Firmer

Terror Firmer

Story:

Der blinde Regisseur Larry Benjamin (Lloyd Kaufman) will mit seiner Crew (u.a. Charlotte Kaufman, Trent Haaga, Alyce LaTourelle, Reverend Jen Miller, Yaniv Sharon, Mo Fischer, Debbie Rochon, Roy David, Lyle Derek, Will Keenan) eine Fortsetzung zu The Toxic Avenger drehen. Doch ein irrer Killer stört die Dreharbeiten...

Meine Meinung:

Terror Firmer muss ich sacken und auf mich wirken lassen. Es gab einen Zeitpunkt während der Sichtung, wo ich dachte, den werde ich verkaufen und nicht mehr in der Sammlung lassen. Aber gegen Ende wird der Film nochmal verrückter und irgendwie hat der Film etwas in mir ausgelöst, so dass ich den Film vorerst noch behalten werde. Bei Terror Firmer handelt es sich um einen Troma-Film aus dem Jahr 1999 von und mit Lloyd Kaufman (Poultrygeist: Night of the Chicken Dead, The Toxic Avenger, Vampire Zombies…from Space!).

Der Film bietet viele Film-in-Film Momente (es wird eine Fortsetzung zu The Toxic Avenger gedreht) und der Auto-Crash (aus der Troma-Produktion Sgt. Kabukiman N.Y.P.D.) wurde erneut in den Plot integriert (ein Running Gag in Troma-Filmen). Daneben gibt es Cameos von Namen wie Lemmy, den South Park Schöpfern Matt Stone und Trey Parker inklusive Ron Jeremy. Alles Namen und Gesichter, die in Vergangenheit in Troma-Filmen zu sehen waren (= Cannibal! The Musical, Tromeo & Juliet, Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV). Daneben lässt Lloyd Kaufman sogar alte Bekannte (Fleischberg Joe Fleishaker) oder die eigene Familie (Töchterchen Charlotte) im Film auflaufen.

Wo der Film für mich punktet, ist einerseits seine schier unglaubliche (perverse) Kreativität und seine vielen skurrilen Ideen und Momente. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben. Daneben empfand ich den Ekelfaktor als positiv. Es gab wirklich mehrere Szenen, die auch in mir Ekel hervorgerufen haben (vor allem die Szene, in der alle im Auto erbrechen). Die war echt supereklig, auch weil es einfach so echt aussah. Bäh! Und wenn einem Film gelingt, solche Gefühle in dem Zuschauer zu wecken, dann macht man da schon was richtig. Das Nächste, was mir gefiel war die Tatsache, dass der Film, insbesondre aus heutiger Sichtweise, extrem politisch unkorrekt ist (sogar im Abspann geht es dementsprechend weiter, z.B. die Namen-Bezeichnungen der Figuren).

Die Effekte sind derb, blutig und gut getrickst. Und nebst Splatter gibt es sämtliche Fäkalien zu sehen, die man sich nur vorstellen kann. Der Film beinhaltet viel pubertierenden, geschmacklosen und infantilen Fäkalhumor. Die Schauspieler sind mutig und bemüht. Was ich am Film hingegen ankreiden kann, sind Längen. Mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden war mir der Film doch zu lang und es gibt lahme Füllszenen. Es gab mir auch zu viele (total unerotische) Sexszenen. Da hätte ich lieber mehr Morde vom Killer gesehen. Und es gab mir zu viele nackte Männer in dem Film. Das ist aber Geschmackssache, auch wenn die Gender-Frage hier sowieso groteske Züge annimmt, auch wenn eigentlich im Horror-Genre nichts Neues (siehe Psycho, Das Schweigen der Lämmer, Blutgericht in Texas, The Tenant oder Monster: Die Geschichte von Ed Gein).  

Fazit: Troma-Fans können einen Blick riskieren, aber danach duschen nicht vergessen!

Infos:

O: Terror Firmer

USA 1999

R: Lloyd Kaufman

D: Charlotte Kaufman, Lloyd Kaufman, Joe Fleishaker, Trent Haaga, Alyce LaTourelle, Reverend Jen Miller, Yaniv Sharon, Mo Fischer, Debbie Rochon, Roy David, Lyle Derek, Will Keenan, Matt Stone, Trey Parker, Lemmy, Ron Jeremy

Laufzeit der US-DVD: 114:14 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.06.26

Fassungen: Mir lag die Doppel-DVD aus den USA von Troma vor = bis auf fehlende Englische Subs eine anständige Fassung = qualitativ i.O., Uncut, O-Ton, viele Extras. Den Film gibt es in Deutschland von '84 Entertainment auf Blu-Ray (Deutsch/Englisch, keine Subs, Uncut).

Mittwoch, 22. April 2026

Frankie, Maniac Woman

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Frankie, Maniac Woman

Story:

Frankie Ramirez (Dina Silva) Traum ist es, in L.A. als Sängerin Fuss zu fassen und eine Karriere zu starten. Die Stimme dazu hätte sie, jedoch nicht das gewünschte Aussehen. Massnahmen zur Gewichtsreduktion sind nicht erfolgreich und somit bleibt der Erfolg aus. Als sie sich suizidieren möchte, erscheint der Teufel (Regisseur Pierre Tsigaridis persönlich) und nimmt von ihr Besitz. Danach begibt sich Frankie auf einen blutigen Rachefeldzug an der Gesellschaft…

Meine Meinung:

Pierre Tsigaridis, Regisseur von Traumatika, kehrt mit seiner neusten Indie-Produktion Frankie, Maniac Woman auf die grosse Leiwand d.h. das Brugggore Filmfestival zurück. Als ich den Film für das diesjährige Filmfestival buchte, gab es dazumal noch keinen Trailer. Also eine Art «Blinddate». Frankie, Maniac Woman war am ersten Tag des Filmfestivals der interessanteste der drei Filme, die ich mir angesehen habe. Zwar mochte ich die Settings von Traumatika persönlich mehr, aber dennoch sieht man Frankie, Maniac Woman, Regisseur Pierre Tsigaridis und Hauptdarstellerin Dina Silva (nebst viel Fett) ihr Herzblut auch an.

Der Film ist ein Mix aus schwarzer Komödie, Splatterfilm und Sozialkritik (Bodyshaming und Co.). Seit dem Erfolg von The Substance nehmen solche Filme, zumindest nehme ich es so wahr, zu (oder Serien wie The Beauty). Regisseur Pierre Tsigaridis ist ein grosser Fan von Blutgericht in Texas. Daran erinnert der Film auch (nebst Maniac). Wo der Film punktet, ist sein L.A. Setting, sein Mut, eigene Wege zu gehen und die vielen tollen Splattereffekte. Die blutigen Details und die verspielte, perverse Art von Frankie Ramirezs Figur in den Tötungen, haben mich oft an Blood Feast 2 erinnert, in der der Gore auch genüsslich und ellenlang vor der Kamera «zelebriert» wurde.

Pierre Tsigaridis fungierte dabei einmal mehr als Multitalent. Er führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch, produzierte sein Werk, filmte und editierte es am Ende in einen Film. Leider finde ich keine Angaben, wer für die Spezialeffekte verantwortlich war. Das ist schade. Die mir unbekannten Darsteller waren glaubhaft, solide und solide bis laienhaft. Und selbstverständlich ist ein Overacting gegeben, speziell bei der von Dina Silva gespielten Figur. Durch ihren mächtigen Körper erinnert sie in der Tat mehrfach an Leatherface, wenn die mit Maske bekleidet, ihren Opfern nachjagt.

Der Film ist in diverse Kapitel (glaube es waren vier) unterteilt und startet in s/w-Bildern, ehe später die Farbe einsetzt. Solche Spielereien sind nett und damit versucht sich der Film, von anderen Produktionen abzuheben. Der Film startet furios und legt zunächst ein sehr hohes, flottes und gewaltbereites Level an den Tag. Leider verschiesst der Film dort schon fast sein ganzes Pulver, denn das hohe Tempo vermag der Film im Verlauf nicht aufrechtzuerhalten. Das dritte Kapitel vor dem Finale schwächelte bereits und spätestens im letzten Kapitel taten sich auch dialoglastige Längen auf. Der Film kam mir am Ende länger vor, als seine 95 Minuten Laufzeit.

Fazit: Nicht uninteressant, auch wenn mir die am letzten Brugggore Filmfestival gezeigte Blutgericht in Texas Hommage (Chainsaws Were Singing) mehr Freude bereitet hat. Fans von Indie-Produktionen können durchaus einen Blick riskieren, ohne wirklich enttäuscht zu werden.  

Infos:

O: Frankie, Maniac Woman

USA 2025

R: Pierre Tsigaridis

D: Dina Silva, Pierre Tsigaridis, Stefanie Estes, Rocío de la Grana, Ian Michaels, Tim Fox

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Mermaid

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Mermaid

Story:

Doug (Johnny Pemberton) ist ein Junkie. Er verliert seinen Job, seine Ex findet ihn beknackt und seine Tochter sieht er zu selten und mit Dritten (u.a. Robert Patrick) hat er Probleme. Er will sich das Leben nehmen. Just in dem Moment findet er eine verletze Meerjungfrau und nimmt sie nach Hause…

Meine Meinung:

Von Mermaid, meinem ersten Film am diesjährigen Filmfestival in Brugg, habe ich nicht allzu viel erwartet. Gleichzeitig habe ich mich auch nicht wirklich um den Cast oder die Produktion informiert. Ich wollte mich ggf. positiv überraschen lassen. Wenn ich im Genre-Kino an Filme mit dem Titel Mermaid denke, kommen mir spontan Guinea Pig 6 - Mermaid in a Manhole, The Mermaid von Stephen Chow, The Lure (am NIFFF gesehen) sowie Mermaid Legend in den Sinn.

Mermaid stammt von Tyler Cornack. Einem sehr jungen Regisseur und mir unbekannt. Das gilt auch für die Mehrheit von Cast und Crew mit Ausnahme von Robert Patrick (grosse Nebenrolle) und Tom Arnold (Gastauftritt). Die Schauspieler haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Robert Patrick spielt natürlich eine Art Bösewicht (sehr viel Overacting). Er war zuletzt öfters in solchen Rollen zu sehen (= Tone-Deaf, Tulsa King).

Mermaid erfüllte seinen Zweck. Anspruchslose Indie-Unterhaltung, aber kein Film für die Sammlung. Dafür fesselte der Inhalt zu wenig, die Grenzen durch das kleine Budget werden aufgezeigt, für eine Horrorkomödie war der Humor zu unlustig und der grösste Schwachpunkt waren die Figuren. Die waren uninteressant. Und ein Looser-Versager/Junkie als "Held" hat bei mir als Identifikationsfigur immer schlechte Chancen.

Der Film weiss zum Teil auch nicht Recht, was er sein will. Horror, Komödie, Sozialkritik oder Drama. Dabei haben die dramatischen Parts für mich nicht funktioniert und die sozialkritischen Untertöne wirkten aufgesetzt. Viel Gore gibt es nicht und das Meerjungenfrau-Make-Up ist selten im Detail zu sehen. Eine teilweise zu dunkle Ausleuchtung half dabei ggf. das niedrige Budget zu kaschieren. Die Musikauswahl traf nicht meinen Geschmack. Florida als Setting war cool. Hier und da kamen Dexter Vibes auf. Die Geburtstagsfeier der Tochter war die beste und lustigste Szene des Filmes.

Infos:

O:  Mermaid

USA 2025

R: Tyler Cornack

D: Johnny Pemberton, Avery Potemri, Robert Patrick, Nancy McCrumb, Tyler Rice, Kevin Nealon, Tom Arnold

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 105 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Mittwoch, 29. Januar 2025

The Female Bunch

The Female Bunch

Story:

Sandy (Nesa Renet) wird von einer Kollegin vor einem Suizid bewahrt. Zusammen treten sie einer Frauen-Gang bei. Sandy lebt fortan auf der Ranch von Sharon (Sharyn Wynters). Männer sind tabu. Sex gibt es nur ausserhalb. Geld und Geschäfte werden mit Drogengeschäften an der mexikanischen Grenze gemacht. Doch als Männer auftauchen, kommt er zu Konflikten…

Meine Meinung:

The Female Bunch ist eine Independent Produktion von Schund, Trash- und B-Filmer Al Adamson (Horror of the Blood Monsters, Blood of Ghastly Horror, Dracula's Castle). Von diesem wollte ich zuletzt nichts mehr wissen. Bevor ich die Al Adamson: The Masterpiece Collection zum Verkauf anbiete, will ich die Filme, auch wenn ich weiss, dass sie mir nicht wirklich gut gefallen und nichts für meine Sammlung darstellen, jeweils je einmal gesehen haben. Heute war der Western The Female Bunch dran.

The Female Bunch ist kein Meisterwerk, war aber leicht besser als die zuletzt von ihm gesehen Werken. Das Schauspiel war solider, der Film schmuddeliger und es gibt sogar 1-2 blutige Momente zu bestaunen. Der Film zeigt starke Frauen, die sich gegen Männer behaupten müssen. Etwas, was heute im Kino- und Filmgeschäft fast normal erscheint. Da war Al Adamson seiner Zeit also etwas voraus. Obwohl es nackte Haut und hier und da Mal Brüste zu sehen gibt, ist der Erotikfaktor gering. Eigentlich nicht vorhanden. Ein grosses Plus ist die deutsche Synchronisation, die den Film zusätzlich aufwertet.

Die gesunde Mischung aus Action, Schmuddel und (zeigefreudigen) Frauen war dazumal in den USA, wo der Film lief (Drive-In Double Feature), sehr erfolgreich. Allgemein waren Drive-In Double Feature Kinovorführungen in den 50er, 60er und 70ern, gerade in den USA, sehr beliebt. Und für speziell dieses Zielpublikum bediente Al Adamson. In der Doku Blood & Flesh: The Reel Life & Ghastly Death of Al Adamson (auch in Severin Films Box die Al Adamson: The Masterpiece Collection enthalten) sind Interview Ausschnitte von Al Adamson zu sehen, in denen er sagt, er mache Filme für Fans und reguläre Leute, nicht für «Kritiker».

Fazit: Nur für Al Adamson-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: The Female Bunch

USA 1971

R: Al Adamson, John 'Bud' Cardos

D: Lon Chaney Jr., Russ Tamblyn, Jennifer Bishop, A'leisha Brevard, Geoffrey Land, Leslie McRay, Nesa Renet, Sharyn Wynters

Laufzeit der US-Blu: Ca. 84 Min.

Gesehen am: 03.12.24

Fassungen: Severin Films, ein US-Label, haben vor einigen Jahren die Al Adamson: The Masterpiece Collection mit ca. 30 Filmen von Regisseur Al Adamson veröffentlicht. Darunter auch The Female Bunch, dessen Master aus diversen 35mm Prints erstellt wurde. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Der Film ist Uncut und es gibt exklusive Extras. Interessent ist, dass die Disc sogar Deutschen Ton bietet. Die deutsche Synchronisation wertet den Film zusätzlich auf. In Deutschland hiess der Film dazumal Des Satans heiße Katzen. Es sind deutsche VHS-Fassungen bekannt (Stand: Dez. 2024).

Montag, 28. Oktober 2024

Horror of the Blood Monsters



Horroktober 2024

Horror of the Blood Monsters

Story:

Um eine Vampirseuche aufhalten zu können, steuern Astronauten und Wissenschaftler (u.a. John Carradine) einen fremden Planeten an. Doch dort lauern diverse Gefahren auf unsere Helden: Höhlenmenschen, diverse Monster, Riesen-Eidechsen und Dinosaurier sind nur einige Elemente, denen unsere Helden ausgesetzt sind…

Meine Meinung:

Mit Al Adamson werde ich nicht warm. Nach Filmen wie Blood of Ghastly Horror, Dracula's Castle oder Nurse Sherri sah ich mir zum diesjährigen Horroktober nun Horror of the Blood Monsters an und muss nach der Sichtung eingestehen, dass Al Adamson und seine Werke nicht meinem Geschmack und Mettier entsprechen. Wer z.B. die Werke eines Jess Franco als billigen Trash oder Schund betitelt, hat in meinen Augen keine Ahnung, was wirklich Schund ist. Nämlich das Low-Budget Kino eines Al Adamson. Das ist Schund!

Bisher empfand ich Nurse Sherri als seinen «besten Film», den ich sah. Horror of the Blood Monsters ist nicht wirklich gut, aber immerhin sehenswerter als Blood of Ghastly Horror sowie Dracula's Castle. Horror of the Blood Monsters wirkt dennoch, wie viele Arbeiten von Al Adamson, wie ein Flickwerk. Das liegt daran, dass etliche Sequenzen aus anderen Filmen reingeschnitten wurden. Ehemals schwarzweise Sequenzen wurden nachträglich coloriert. Die meisten geklauten Szenen stammten aus einem philippinischen Film namens Tagani.

Dann wurde zusätzlich aus den Filmen The Wizard of Mars sowie One Million B.C. geklaut. Aus letzterem stammen wohl die Szenen mit den Eidechsen und den Dinosauriern. Nehme ich Mal an. Die Szenen aus dem philippinischen Film Tagani haben mir am besten gefallen. Die wirkten wirklich sympathisch. Paar charmante Einfälle, Effekte und Monster. Der Beginn des Filmes, der die Vampir-Seuche darstellt, wurde viel später gedreht, was dem Film negativ anzusehen ist. Die wirken einfach fremd und passen nicht zum Rest des Filmes.

Der Cast hat ihre Sache ordentlich und souverän gemacht. Mit Vicki Volante oder Britt Semand sind immerhin paar «Sexbomben» an Bord. Eine davon trägt auch fast nichts und strahlt eine gewisse Erotik aus. Was die Männer angehen dürfte vor allem John Carradine der bekannteste Name sein, der sich auch hervorragend für kommerzielle Aspekte nutzen liess. John Carradine spielte in einigen Al Adamson Filmen mit, z.B. in Five Bloody Graves, Blood of Ghastly Horror oder Doctor Dracula. Es wäre wenig überraschend, wenn er noch in weiteren Filmen von Al Adamson mitgewirkt hätte. Wer ein Faible für alte Trash-Filme hat, vor allem auch mit Sci-Fi-Setting, kann einen Blick riskieren. Für mich ist das Kapitel um Al Adamson vorerst abgeschlossen und der Versuch startet, die Box zu verkaufen!

Fazit: Für nur Al Adamson-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Horror of the Blood Monsters

USA 1970

R: Al Adamson

D: John Carradine, Robert Dix, Vicki Volante, Joey Benson, Jennifer Bishop, Bruce Powers

Laufzeit der US-Blu: Ca. 85 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die Severin Films Box Al Adamson: The Masterpiece Collection vor = 32 Filme auf 14 Discs, dazu eine Box und Booklet. Zu Horror of the Blood Monsters: Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Region-A-Disc(s). Gibt es In Deutschland auf DVD (als Astro-Vampire - Todesmonster aus dem All).

Sonntag, 20. Oktober 2024

The Taint


Horroktober 2024

The Taint

Story:

Durch vergiftetes Trinkwasser mutieren Männer zu Frauen hassenden Monstern und Triebtätern. Phil O'Ginny (Drew Bolduc) und Misandra (Colleen Walsh) versuchen zu überleben…

Meine Meinung:

Um Troma wurde es in den letzten Jahren still. 2011 haben sie zusammen mit einer anderen Produktionsfirma The Taint realisiert. Ich wurde indirekt durch einen Kollegen auf den Film aufmerksam, der mir die DVD aus einem Blu-Ray/DVD-Set schenkte. Ansonsten wäre ich auf den Film gar nie aufmerksam geworden. Der Film hat seine positiven Momente, aber alles in allem ist The Taint kein Film für meine Sammlung.

Dabei beginnt der Film voller Elan und Motivation seitens der Macher und den Effekte-Spezialisten. So gibt es bereits in den ersten 15 Minuten so viele Ekel-Szenen zu sehen, dass der Zuschauer sofort weiss, dass er sich in einem Troma-Film befindet. Zu diesen typischen Troma-Inhalten zählen nackte Tatsachen, Erbrochenes, Urin, Sperma, Stuhlgang, Splatter und verrückte Männer, die sich wie "Rednecks" aus einem Edward Lee Roman verhalten (z.B. The Bighead).

Nach einem starken Start flacht der Film, der nur ca. 70 Minuten läuft, jedoch ab. Der Plot ist hohl, der Film hat trotz seiner kurzen Laufzeit auch Längen und dass die einzige weibliche Hauptfigur am Ende nicht überlebt fand ich doof. So richtig Punkte gekostet hat aber das Ende selbst, was mir nicht gefallen hat. Die ewigen Flashbacks haben immer wieder Längen in den Plot gefressen und es gab mir viel zu viele Gummi-Schwänze.

Die handgemachten Effekte warne cool und einige Hommagen (an Freddy Krüger oder Leatherface) fand ich cool wie auch den Soundtrack im Retro-Stil. Als ich mir den Film anschaute, wusste ich im Übrigen noch nicht, ob es sich bei The Taint um einen richtigen Troma-Film oder einen aufgekauft und nur vertriebenen Titel à la The Stendhal Syndrome oder Rabid Grannies handelt. Den Film kann man gut einmal schauen, es gibt einige abgefahrene und aberwitzige Ideen.

Fazit:  Geschmackssache. Für mich persönlich nichts für die Sammlung, aber für einen langweiligen Abend unterhaltsam und spassig.

Infos:

O: The Taint

USA 2011

R: Dan Nelson, Drew Bolduc

D: Drew Bolduc, Colleen Walsh, Cody Crenshaw, Kenneth Hall, Gabriella Herzberg, Richard Spencer

Laufzeit der US-DVD: Ca. 70 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Troma vor = Geschenk eines Kollegen, der das US-Set gekauft hat. In dieser sind eine Blu-Ray und eine DVD vom Film enthalten. Er schenkte mir die DVD. Der Film ist Uncut und hat eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt auch englische Subs. Die Blu-Ray wäre eine Region-All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2024).

Donnerstag, 12. September 2024

Wound

Wound

Story:

Susan (Kate O'Rourke) wurde von ihrem Vater vergewaltigt. Sie kämpft seit Jahren mit dem Trauma. Ein Kind, welches sie somit unfreiwillig zeugte (bzw. abtrieb), lernte sie nie kennen. Auf der anderen Seite haben wir die junge und aufreizende Tanja (Te Kaea Beri). Diese sucht ihre Mutter, welche sie nie kennenlernen durfte, da sie abgetrieben wurde. Das Ziel: Rache an Susans Vater…

Meine Meinung:

Dem Neuseeländer und Regisseur David Blyth gelang in den 80ern eine «Eintagsfliege» in Sachen Film: Death Warmed Up! Danach konnte er nie mehr an dessen Leistung und Erfolg anknüpfen. David Blyth ist ein Regisseur, der mir ansonsten auch wirklich unbekannt ist. Wie auch seine anderen Arbeiten. Wound ist ein Film aus dem Jahr 2010. Auf diesen wurde ich nur durch das französische Blu-Ray Set von Extralucid Films aufmerksam. Denn dort ist der Film als Bonusfilm beigelegt.

Da ich das Set inzwischen nach Deutschland verkauft habe, musste ich mir Wound schneller als geplant und erwartet, ansehen. Damit es davon noch ein «Review» (= meine Meinung) gibt. Wound versteht sich als (Pseudo) Arthouse-Independent-Streifen mit kontroversen und ungemütlichen Themen wie Rache, Selbstjustiz, Inzest, Missbrauch und Traumata. Der Plot ist dabei wirr und nach Logik sollte nicht gesucht werden.

Dem konfusen Plot zu folgen, fällt schwer. Realität und Fantasie verschmelzen. Einige Sequenzen waren cool und haben sehr fantastischen Charme. Teilweise kann schon fast von Bodyhorror gesprochen werden. Auf der anderen Seite sind die Figuren allesamt unsympathisch, dünn charakterisiert, die Optik des Filmes wirkt sehr billig und paar öde Gewalt- und Sexmomente vermögen nicht zu schockieren, da billig und aufgesetzt wirkend. Als Zuschauer nimmt man das gleichgültig und belanglos hin.

Fazit: Nicht zu empfehlen.

Infos:

O: Wound

Neuseeland 2010

R: David Blyth

D: Kate O'Rourke, Te Kaea Beri, Campbell Cooley, Sandy Lowe, Brendan Gregory, Ian Mune

Laufzeit der franz. Blu-Ray: Ca. 77 Min.

Gesehen am: 20.06.24

Fassungen: Siehe Death Warmed Up. Die deutschen Fassungen sind mehrere Minuten zensiert. Nur die deutschsprachige Alternative über Österreich (von Dragon Film Entertainment) ist Uncut (Deutsch/Englisch, keine Subs). Es gibt keine Blu-Ray oder UHD (Stand: Juni 2024).

Donnerstag, 25. April 2024

Clawfoot

Brugggore Filmfestival 2024 Spezial

Clawfoot

Story:

Janet (Francesca Eastwood) wird beim Kochen gestört, als Handwerker Leo (Milo Gibson) bei ihr läutet. Im Schlepptau nicht nur sein Arbeitskollege Samuel (Oliver Cooper), sondern auch einen Vertrag, der von Janets Ehemann Evan (Nestor Carbonell) für einen Arbeitsauftrag signiert wurde.  Janet ist misstrauisch und fühlt sich vom Verhalten der beiden gestört. Gleichzeitig erreicht sie Evan nicht…

Meine Meinung:

Clawfoot ist eine Independent-Produktion von Michael Day. Clawfoot ist dabei sein Regie-Debüt. Zuvor hat Michael Day «nur» für TV gearbeitet und/oder Kurzfilme realisiert. Clawfoot ist dabei ein kleiner, netter Thriller mit schwarzem Humor und einigen inhaltlichen Überraschungen (teilweise vorhersehbar, teilweise im Trailer schon angedeutet), was das Drehbuch angeht. Der Film ist mehr oder weniger ein Kammerspiel mit zwei grandiosen Hauptpersonen.

Francesca Eastwood, Tochter von Clint Eastwood, spielt die Hauptrolle als blondes Gift. Sie kenne ich aus einer anderen ähnlichen Produktion, welche ich damals in Deutschland am Fantasy Film Fest sah: M.F.A.. Die zweite Hauptperson hat ebenfalls einen berühmten Filmvater: Milo Gibson (Hacksaw Ridge) ist der Sohn von Mel Gibson und das sieht man tatsächlich auch. Beide spielen das, wie auch die Nebenfiguren Nestor Carbonell, Oliver Cooper und Olivia Frances Culpo, sehr gut.

Der Film kann dabei in zwei Filmhälfte aufgeteilt werden. Die 1. Filmhälfte, die ruhigere, in der sich das Unheil und die Spannung mehr und mehr steigern, hat mir dabei besser gefallen. Zwar sind einige Momente vorhersehbar und offensichtlich, aber wo genau der Film am Ende dann hinsteuert, ist unklar. Oder warum. Und was die Folgen sind. Eine gewisse Spannung ist also bis zum Ende gegeben.

Die Musik war speziell, die Kameraführung hat mir hier und da, in einigen Szenen, in denen mit Messern gearbeitet wird, nicht gefallen. Zu ungenau, zu nah dran, zu unübersichtlich, zu verwackelt. Ggf. Stilmittel, gefiel mir aber nicht. Die zweite Hälfte bietet dann mehr Action statt Spannung, bitterbösen, schwarzen Humor und auch etwas blutige Momente, gefiel mir aber etwas weniger. Aber langweilig wurde es nie und Clawfoot vermochte bis zum Schluss zu unterhalten.

Fazit: Clawfoot ist ok! 

Infos:

O: Clawfoot

USA 2023

R: Michael Day

D: Nestor Carbonell, Oliver Cooper, Olivia Culpo, Francesca Eastwood, Milo Gibson

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Am Brugggore Filmfestival 2024

Fassungen: Am Brugggore Filmfestival 2024 gesehen, Uncut und im O-Ton. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Freitag, 9. Februar 2024

Scarce

Scarce

Story:

Drei Snowboarder erleben einen verschneiten Alptraum in den Backwoods…

Meine Meinung:

Scarce bekam ich geschenkt. Ein Film, von dem ich sonst nie erfahren hätte. Es handelt sich um eine Independent Produktion aus Kanada, die zuvor auf diversen Filmfesten lief (z.B. Toronto). Ich habe nichts erwartet und ich muss eingestehen, dass ich Scarce besser fand als erwartet. Nichts für meine Sammlung, aber durchaus solide und mit viel Motivation der Filmemacher.

Scarce fängt etwas abschreckend an und nach nicht Mal fünf Minuten wollte ich schon ausstellen, aber gut, blieb ich dran. Danach folgt Plot. Es gibt inhaltlich zwar keine Überraschungen, aber dafür doch einen leichten Anstieg von Stimmung und Atmosphäre, auch durch die verschneiten und abgelegenen Orte, wo der Film spielt. Die drei Männer werden erträglicher.

Und immer, wenn man denkt, jetzt passiert etwas, passiert doch noch nichts. So à la Tanz der Teufel, wo auch mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt wird, um sie dann in die Irre zu führen. Die erste Hälfte des Filmes mochte ich sogar mehr, als die zweite Hälfte. Ich mochte den langsamen Aufbau und die Klischees, die Stimmung und das wachsende Unbehagen, welches Unheil ankündigt.

Die 2. Filmhälfte packt dann das Gemetzel, die Action und die Effekte aus. Es soll, wie schon früher zu Lucio Fulci und Co. Zeiten, mit echten Innereien von Metzgern gearbeitet worden sein, um die Effekte realistisch zu gestalten. Danach driftet der Film ins Hostel-Metier ab soll heissen es gibt Inhalte wie Rednecks, Kannibalen, Menschenjagd und Torture Porn. Wer dies mag, kann bedenkenlos einschalten, mir hingegen sagen solche Inhalte leider kaum mehr etwas. Die Effekte sind für diese Produktion sehr gut und Splatter-Fans werden durchaus einige netten Szenen zu Gesicht bekommen.

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Scarce

Kanada 2008

R: Jesse Thomas Cook, John Geddes

D: Thom Webb, John Geddes, Jesse Thomas Cook, Steve Warren, Gary Fischer, Chris Warrilow, Amanda, Ayers-Clements, Stephanie Banting

Laufzeit der österreichischen DVD: 93:17 Min.

Gesehen am: 28.12.23

Fassungen: Mir lag die Uncut DVD aus Österreich vor = solide Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Englisch ohne Subs. Habe ihm O-Ton geschaut. Eine Blu-Ray gibt es in Frankreich.

Samstag, 22. Juli 2023

Enys Men

Enys Men 

Story:

 

1973 auf einer einsamen Insel vor der Cornish Küste:

 

Eine freiwillige Helferin (Mary Woodvine) führt eine Datenerhebung über Pflanzen durch. Doch dann wird der Einsatz zum baldigen Horrortrip…

 

Meine Meinung:

 

Es gibt Filme, die funktionieren anhand eines Trailers oder als Kurzfilm. Kommt danach der Film zum Trailer oder der Film in Spielfilmlänge zum Kurzfilm, bleibt eine Enttäuschung zurück. So erging es mir mit dem englischen Film Enys Men. Ich sah nur den Trailer und diesen fand ich vielversprechend, gruselig, macht Lust auf mehr und sehr stimmungsvoll. Ansonsten wusste ich nichts über diese Produktion.

 

Den Film nun gesehen und das Fazit lautet: wird gleich wieder verkauft! Schlecht ist Enys Men nicht und ggf. täte dem Werk eine 2. Sichtung gut. Ich fühlte mich aber vor allem eines: gelangweilt! Es baut sich keine Spannung oder Stimmung auf, die grössten Kritikpunkte des Arthouse-Filmes, dessen Plot dünn, wirr und interpretationsfähig scheint. Teilweise fühlte ich mich von den belanglosen Bildern und dem kaum vorhandenen Plot an Begotten erinnert. 

 

Der Vergleich passt, da Enys Men optisch interessant aber inhaltlich mühsam, zäh, repetitiv und oft sinnlos ist. Das Setting (die abgelegene Insel) ist gut gewählt. Laut Booklet scheint es eine Folklore-Story zu sein, welche im 70er Jahre (Fake)Look gehalten ist (da war The Lighthouse in der Hinsicht viel intensiver). Leider wirkt der Film zu sehr wie ein laienhafter Studentenfilm und ein Möchtegern The Lighthouse, der einfach nur langweilig und sinnlos ist.

 

Fazit: Kein Film für meine Sammlung...

 

Infos:

 

O: Enys Men

 

Großbritannien 2022

 

R: Mark Jenkin

 

D: John Woodvine, Edward Rowe, Mary Woodvine, Callum Mitchell, Flo Crowe

 

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 27.05.23

 

Fassungen: Mir lag die DVD/Blu-Ray Combo aus England von BFI vor = Booklet, O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2023).

Freitag, 7. Juli 2023

Let's Scare Jessica to Death

 
NIFFF 2023 Spezial

Let's Scare Jessica to Death

Story:

Jessica (Zohra Lampert) wird aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen. Zusammen mit ihrem Ehemann und einem Kollegen beziehen sie in einer Kleinstadt ein Haus – um fortan dort leben zu können. Doch nicht nur eine Hippie-Frau, welche das Anwesen bewohnte, erschreckt Jessica, sondern auch Stimmen in ihrem Kopf und mysteriöse Bilder – ob sie einen Rückfall erleidet?

Meine Meinung:

Anfang der 70er Jahre Independent-Film aus den USA, der am NIFFF 2023 in der Sparte Female Trouble zu sehen war. Der Film bietet die nicht neue Grundidee, die wie folgt lautet: ist Jessica verrückt oder geht vom Anwesen wirklich eine Gefahr aus? Solche Geschichten wurden auch oft im Italo-Film erzählt, wo Ehemänner die Frauen z.B. in den Suizid treiben wollten. Oder in Klassikern von Polanski und Co. (The Sentinel, Rosemaries Baby). Ob dies auch in Let's Scare Jessica to Death der Fall ist? Vielleicht. Plus etwas Dead & Buried Vibes, wenn man so will.

Von dem, was der Typ, der den Film am NIFFF vorgestellt hat (alles auf Französisch) sagte, verstand ich nur "slow burner". Von einem USA Film aus dem Jahr 1971 mit dem Inhalt hätte ich jedoch auch nichts Anderes erwartet (nicht negativ gemeint). Der Film ist mehr oder weniger ok, gut schaubar und für eine einmalige Sichtung geeignet. Aber es handelt sich jetzt nicht um einen Film, den ich nochmal sehen müsste. Dazu ist der Film eben zu wenig speziell und bietet dem Zuschauer im Grunde nichts Neues.

Der Cast ist mir unbekannt, aber solide und glaubhaft. Die Bilder sind schön und hier und da ist der Film auch stimmungsvoll. Es wird versucht, mehr mit Stimmung und Plot Grusel zu erzeugen, als mit Bluteffekten. Es kamen z.T. fast Jean Rollin Vibes auf durch die Bilder, den Nebel, den See und die langsame, monotone Art und Weise, wie der Film in Szene gesetzt ist. Die Musik war etwas vom besten am Film. Nur einen Hauch Erotik habe ich vermisst. Die Kleinstadt mit den sonderbaren Bewohnern hat mir gefallen.

Fazit: Passabler 70er Jahre Grusel! Ok, aber kein Film für meine Filmsammlung!

Infos:

O: Let's Scare Jessica to Death

USA 1971

R: John D. Hancock

D: Zohra Lampert, Barton Heyman, Kevin O'Connor, Gretchen Corbett, Alan Manson, Mariclare Costello

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: NIFFF 2023

Fassungen: Am NIFFF 2023 gesehen im O-Ton. Der Film lief in Deutschland als Grauen um Jessica im Pay- und Free-TV. Ob es eine VHS/DVD/Blu-Ray Vö in Deutschland gibt, ist mir nicht bekannt (Stand: Juli 2023). Wer eine Blu-Ray möchte, kauft die US-Ausgabe von Shout Factory.

Donnerstag, 13. April 2023

Beyond Fury

Beyond Fury

Story:

 

Ex-Söldner Michael Walker (Nick Roberts) begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug, nachdem seine Schwangere Freundin (Dani Thompson) von Gangstern (Gary Baxter, Anthony Straeger, Glenn Salvage) getötet wurde…

 

Meine Meinung:

 

Nur durch Zufall habe ich erfahren, dass Sudden Fury Regisseur Darren Ward erneut einen blutigen Gangster-Film auf die Menschheit losgelassen hat. Nach Sudden Fury (1997) und Day of Violence (2010) erzählt Darren Ward eine neue Rachegeschichte, die im Gangster-Milieu angesiedelt ist. Die Filme sind keine wirklichen Fortsetzungen, auch wenn teilweise die gleichen Darsteller an Bord sind (z.B. Italo-Grösse Giovanni Lombardo Radice).

 

Wie sich Beyond Fury im Gegensatz zu den anderen Filmen von Ward schlägt? Nun, dass kann ich nicht genau sagen, da die Sichtungen von Sudden Fury und Day of Violence zu lange her sind. Da sind kaum mehr Erinnerungen vorhanden. Beyond Fury ist gut, aber kein Kracher. Schwächen hat der Film vor allem in der ersten Stunde = zu lahm, zu wenig Gore/Action. Ausserdem fand ich Nick Roberts als Ex-Söldner schwach und unglaubwürdig. Er wirkt mehr wie ein Hooligan oder Fussball-Fan. Übergewichtig und wenig sympathisch. Und paar Klischees waren billig (Priester).

 

Besser waren die Bösewichte mit lustigen Namen wie Skank, Sponge oder Spider. Und wer ist der Mann hinter der Gang? Natürlich ein Russe – Ivan. Eben gespielt von besagtem Giovanni Lombardo Radice (Cannibal Ferox, Cannibal Apocalypse, House on the Edge of the Park, Stagefright, City of the Living Dead). Er macht seine Sache ordentlich. Im Finale kamen Gangs of London Vibes auf. Es soll noch einen etwas längeren Workprint geben, der in diese Richtung schielt (Ex-Söldner, der dann ggf. für die Regierung tätig wird). Die Gangster haben mir gefallen. Die Cops waren schwächer, hätte man auch genauso gut weglassen können. Die Effekte hingegen waren stark getrickst und hübsch blutig.

 

Es wird nicht nur blutig geschossen, sondern auch kreativ getötet: mit Messer, Machete, Flaschenhals oder gar Kettensäge. Technisch ist der Film und auch die Shoot-Outs gut gefilmt und eingefangen worden. Das ist definitiv nicht mehr "nur" Amateur-Niveau, auch wenn das Schauspiel von einigen Akteuren doch noch relativ laienhaft anmutet. Für die Effekte zeichnete sich u.a. Alastair Vardy zuständig. Er arbeitete schon in Hollywood (Event Horizon) aber vor allem in heimischen Produktionen (Snatch) und auch schon in den früheren Filmen des Regisseurs (Sudden Fury & Day of Violence).

 

Wer Sudden Fury und Day of Violence mochte, kann auch hier bedenkenlos einschalten! Erwartungen anpassen (erste Stunde lahm und wenig Gore/Action).

 

Infos:

 

Großbritannien 2019

 

R: Darren Ward

 

D: Nick Roberts, Dani Thompson, Giovanni Lombardo Radice, Jeff Stewart, Tony Mardon, Tina Barnes, Gary Baxter, Anthony Straeger, Glenn Salvage

 

Laufzeit der Ital. DVD: 112:36 Min.

 

Gesehen am: 25.03.23

 

Fassungen: Mir lag die Ital. DVD von Spasmo Video vor = O-Ton, Englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2023).

Montag, 24. Oktober 2022

Dracula's Castle Review


 
Horroktober 2022

Dracula's Castle

Story:

Fotograf Glen Cannon (Gene Otis Shane) und seine Freundin erben ein Schloss. Dieses wird jedoch von zwei Vampiren (Alexander D'Arcy, Paula Raymond), einem Butler (John Carradine) und einem degenerierten Frauenentführer (Ray Young) bewohnt…

Meine Meinung (TV-Fassung):

Dracula's Castle ist meine 3. Al Adamson Erfahrung und bisher werde ich mit dem Trash-Filmer und seinen Arbeiten nicht wirklich warm. Dracula's Castle ist schaubar, aber auch ein Film mit Längen, der phasenweise lahm, billig und belanglos ist. Das heisst ein Film, wo man gut nebenbei noch Dinge erledigen kann (Zocken, im Internet surfen etc.).

Der Film erzählt eine leicht abgewandte und modernisierte Vampir-Geschichte. Die Szenen mit dem Werwolf (ca. sieben Minuten), kommen nur in der längeren TV-Fassung vor und haben mit dem Originalplot nichts zu tun. Diese sollen von Jean Hewitt stammen, nicht von Al Adamson (Blood of Ghastly Horror) selbst.

Wie gesagt: der Film ist billig (ok, sollte bei einem Al Adamson nicht überraschen), zu lahm, zu alt, zu uninteressant. Es gibt, wie gesagt, Längen und praktisch keine Höhepunkte. Auf nackte Haut oder Effekte darf man nicht hoffen. Eine Spannung ist nie vorhanden und leider auch kaum Stimmung. Die Ranch, die als "Schloss" diente, kann den Eindruck nicht vermitteln, auch wenn es 1-2 nette Szenen gibt (Folterkammer, Särge).

Die wenigen Highlights betreffen die Werwolf-Szenen, eine Auto-Stunt (runter die Klippe) und einen fliegenden, brennen Dummy. Allgemein ist das Finale fast das einzig sehenswert im Film, wo Mal etwas passiert. Ansonsten ist der Film schleppend und zäh in Szene gesetzt. John Carradine ist übrigens der Vater von David Carradine (Kill Bill: Vol. 1 & 2).

Infos:

O: Blood of Dracula's Castle

USA 1969

R: Al Adamson, Jean Hewitt

D: John Carradine, Paula Raymond, Alexander D'Arcy, Robert Dix, Gene Otis Shane, Jennifer Bishop, Vicki Volante

Laufzeit der US-Blu: Ca. 91 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Siehe Blood of Ghastly Horror. Es sind zwei Fassungen aufgespielt: die reguläre Kinofassung oder die ca. sieben Min. längere TV-Fassung (mit den Werwolf-Sequenzen). Letztere hat eine bessere Bildqualität. Restauriert, Uncut, O-Ton, englische Subs. Gibt es in Deutschland von als WGF / SchröderMedia (als Bonusfilm auf der Billy the Kid gegen Dracula DVD).

Sonntag, 16. Oktober 2022

The Beach House Review

Horroktober 2022
The Beach House

Story:

Emily (Liana Liberato) und Randall (Noah Le Gros) planen ihre Beziehungsprobleme an einem Wochenende in einem abgelegenen Strandhaus zu bereinigen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

The Beach House kaufte ich nur, da ich von Bodyhorror-Inhalten las. Und, wenn ich nicht irre, von einem Slow-Burner Plot. The Beach House konnte mich jedoch gar nicht überzeugen. Die 1. Hälfte ist lahm und das grösste Problem ist die Tatsache, dass einem die Figuren und deren Charakterisierung total egal sind. Die Beziehungsprobleme haben mit dem Verlauf des Plots kaum etwas zu tun.

Aber auch die 2. Filmhälfte überzeugt wenig: lahme Nebel-Settings, kaum Effekte, keine Antworten was passiert und vor allem fast kein Body-Horror-Inhalt. Schade. Die 2. Filmhälfte ist zwar jene, die mehr Horrorparts aufweist, wenn man so will, aber in dieser kämpfte ich gegen das Einschlafen und mehrfach bin ich fast weggepennt.

Der Film ist zwar ganz gut gemacht und schaut schick aus (schon fast zu schick), aber die ungenügende Charakterisierung der Figuren und vor allem die wenig wechselhaften und wiederholenden Nebel-Settings (fand ich lahm und alles andere als stimmungsvoll) wirkten sich negativ auf den Film aus. Einige Füllszenen waren unpassend und dienten nur dazu, den Film zu strecken (Drogenkonsum).

Trotz einer Laufzeit von nur 87 Minuten (mit Abspann) wirkte die Laufzeit gefühlt viel länger. Es gab im ganzen Film nur eine einzige wirklich tolle Szene: und das war die mit dem Fuss! Mehr sage ich dazu nicht, um Überraschungen nicht zu verderben! Aber das ist die einzige Szene, in der Gefühle beim Zuschauer entstehen! Eine gute Szene in 87 Minuten? Zu wenig, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Fazit: Leider langweilig statt fesselnd und viel zu wenig Bodyhorror. Schade! Da wäre mehr möglich gewesen…

Infos:

O: The Beach House

USA 2019

R: Jeffrey A. Brown

D: Liana Liberato, Noah Le Gros, Jake Weber, Maryanne Nagel, Michael Brumfield, Matt Maisto

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:55 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Films vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Wendecover vorhanden.