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Freitag, 14. Juni 2024

Audition

 

Audition

Story:

Familienvater Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi) ist schon seit langem verwitwet und lernt durch ein Vorsprechen die mysteriöse Schönheit Asami (Eihi Shiina) kennen. Beide verlieben sich. Doch Asami hütet ein schreckliches Geheimnis…

Meine Meinung:

Audition würde ich nebst Ichi the Killer und Fudoh: The New Generation zu Takashi Miikes (Imprint, Gozu, The Mole Song: Hong Kong Capriccio) besten Arbeiten zählen. Der Film gehört auch zu den bekanntesten Arbeiten des fleissigen Japaners, der, vor allem international, seine besten Zeiten Ende der 90er Jahre feierte. Audition ist ein starker Film. Am besten ist es, den Film mit so wenig Infos wie möglich anzusehen. Damit sich die Wirkung intensiv und überraschend entfalten kann.

Audition ist ein ruhiger Film, der sich für die Figuren und seine Entwicklungen Zeit nimmt. Das tut der Spannung und Stimmung gut. Dafür wirken die Szenen vor dem Finale und im Finale dann weitaus intensiver, da nicht erwartet. Der Film schafft es, eine besorgniserregende Stimmung zu generieren. Durch eine kühle Szenerie, alptraumhafte Themen (Traumata, Missbrauch, Verlustängste, Rache) und die starken Leistungen der Darsteller wirken die Wandlungen der Figuren glaubhaft. Und Warnungen gibt es im Film bereits früh, doch Shigeharu Aoyama meint, darauf gefasst zu sein. Ein Irrtum.

Ryo Ishibashi (Suicide Club) und Eihi Shiina (Tokyo Gore Police) spielen das hervorragend. Aber auch das restliche Cast kann sich, bis in die kleinsten Rollen, sehen lassen. Jun Kunimura (The Wailing) hat mir auch sehr gut gefallen. Die ruhige Kameraführung war ebenfalls stark und der Ausgangsplot und die Motivation von Shigeharu Aoyama werden dem Zuschauer gekonnt und emotional nähergebracht (Tod der Ehefrau). Die Effekte und Make-Up Prothesen sind erste Sahne und einige Szenen herrlich fies, böse und abartig (die Szene mit dem Erbrochenen…). Der Film lässt sich nicht in ein klares Genre einordnen (Drama, Horror, Sozialkritik, Arthouse, Torture Porn…).

Fazit: Eine von Takashi Miikes besten Arbeiten!

Infos:

O: Ôdishon

Japan, Südkorea 1999

R: Takashi Miike

D: Ryo Ishibashi, Eihi Shiina, Jun Kunimura, Tetsu Sawaki

Laufzeit der US-DVD: Ca. 115 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 06.04.24

Fassungen: Mir lag die Doppel-DVD aus den USA von Shout Factory vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt exklusive Extras (z.B. Interviews). Die DVD wurde am NIFFF von Takashi Miike signiert. Gibt es inzwischen in Deutschland (capelight pictures), England (Arrow Video) oder den USA (Shout Factory) auf Blu-Ray.

Freitag, 31. Mai 2024

Imprint (Masters of Horror)



Imprint (Masters of Horror)

Story:

1800 Japan:

Amerikaner Christopher (Billy Drago) reist nach Japan, um die Frau (Michie Itô) zu finden, welche er dort einst kennen und lieben lernte. Stattdessen findet er eine im Gesicht entstellte Prostituierte (Yûki Kudô), welche ihm erzählt, was mit seiner grossen Liebe geschehen ist…

Meine Meinung:

Takashi Miike (Gozu, One Missed Call) bekam die Ehre, die damals letzte (13.) Episode der Masters of Horror Reihe (1. Staffel) beizusteuern. Dies nebst namhaften Horror- und Genre-Regisseuren wie Tobe Hooper (Blutgericht in Texas), Dario Argento (Jenifer), Larry Cohen (It's Alive), John McNaughton (Alienkiller), Mick Garris (Schlafwandler), Stuart Gordon (Dolls) oder John Carpenter (Cigarette Burns). Für den Japaner eine Ehre. Umso bedauerlicher war die Tatsache, dass ausgerechnet diese Episode im US-TV nicht gezeigt wurde.

Warum? Simpel: der Inhalt war zu extrem! Imprint basiert auf einem Roman von Shimako Iwai (Titel: Bokke e, kyōtē) und bietet nebst weiteren Themen der japanischen Folklore und Mythologie ("Futakuchi-onna =ふたくちおんな, "two-mouthed woman") Inhalte wie Folter, nackte Tatsachen, Abtreibungen und Inzest. Zu viel für die prüden Amerikaner. Imprint empfand ich früher als gut und solide. Diese Meinung vertrete ich auch nach der neusten Sichtung und ich kritisiere auch mehr oder weniger das, was mir früher missfiel.

Der Plot ist nämlich relativ unspektakulär. Zu repetitiv. Der Inhalt kann als eine Art Kammerspiel mit Hero (Jet Li-Film) Vibes bezeichnet werden. Das heisst es werden diverse Geschichten erzählt, die das Schicksal der Figuren bestimmen. Am Ende dominieren dann die mythologischen und übernatürlichen Elemente, die mich irgendwie auch an Takashi Miikes Lesson of the Evil erinnert haben (die «lebende» Schusswaffe). Das waren ähnlich abgefahrene Make-Up Effekte wie sie in Imprint im Finale und zuvor offenbart werden. Die Föten sind dabei sehr eklig und die Folterszenen sind in der Tat hart anzusehen, aber auch fesselnd, da mit nötiger Sorgfalt inszeniert. Zudem sind die Aufnahmen extrem ästhetisch in Szene gesetzt. Einer gewissen Faszination kann man sich daher nicht entziehen. Als Folterer ist übrigens Shimako Iwai, der Autor des Romans, selbst zu sehen.

Die Optik, Kostüme und Kulissen waren stark. Auch die Musik. Der Film hat seine Stärken in den Bildern und Optik, weniger im Plot. Das Schauspiel der Beteiligten Michie Itô (Silence), Youki Kudoh und Billy Drago (The Hills Have Eyes, Invasion U.S.A.) war hingegen auch durchgehend stark und glaubhaft. Auch die Nebenfiguren werden gekonnt gespielt. Schräg war halt die Tatsache, dass die Japaner alle Englisch sprechen. Nicht nur schräg, sondern auch etwas unglaubwürdig. Ob das so gedreht wurde oder später synchronisiert, weiss ich nicht.

Fazit: Solide Abschluss-Folge des 1. Masters of Horror Staffel!

Infos:

O: Imprint (Masters of Horror)

USA, Kanada, Japan 2005

R: Takashi Miike

D: Billy Drago, Yûki Kudô, Michie Itô, Toshie Negishi, Mame Yamada

Laufzeit der UK-DVD: 63:16 Min.

Gesehen am: März 2007 / Neusichtung am: 28.03.24

Fassungen: Mir lag die Masters of Horror Series One Volume Two - 6 Disc Set vor. Dieses wurde von diversen Regisseuren am NIFFF signiert. Imprint liegt Uncut und in Englisch vor. Die Bildqualität würde ich als gut bezeichnen. Es gibt exklusive Extras, die ich ggf. noch schauen werde, um mehr Hintergründe zum Film zu erfahren. Es gibt leider keine englischen Untertitel. Imprint gibt es inzwischen auch in Deutschland Uncut - einzeln auf Blu-Ray von Splendid oder als ganze Staffel von Nameless Media (hätte sogar Untertitel zum O-Ton). Inzwischen hat noch Claudio Simonetti signiert:



Mittwoch, 4. Januar 2023

Full Metal Yakuza Review


Japanuary 2023 / Mit Takashi Miike am NIFFF

Full Metal Yakuza

Story:

Rookie-Yakuza Hagane (Tsuyoshi Ujiki) wird Zeuge, wie sein Boss (Takeshi Caesar) in einen Hinterhalt gelockt & getötet wird. Auch er selbst muss sterben. Ein Wissenschaftler (Tomorowo Taguchi) erweckt Hagane zu neuem Leben: als Yakuza Roboter, ausgestattet mit diversen (Körper)teilen und Funktionen seines früheren Bosses. Und Hagane kennt nur ein Ziel: Rache an den Mördern (u.a. Kazuki Kitamura) seines Bosses…

Meine Meinung:

Ein direkt auf Video gedrehtes und veröffentlichtes Frühwerk von Takashi Miike (Graveyard of Honor, One Missed Call, Gozu), welches ich seit dazumal nicht mehr sah. Der Film hat die Neusichtung bestanden, auch wenn Full Metal Yakuza kein Highlight in Miikes Karriere darstellt und es diverse Defizite zu sehen gibt. So ist der Film z.B. mit 100 Minuten Laufzeit zu lang geworden. Es gibt Längen. Auf der anderen Seite zeigt Takashi Miike bereits, was ihn ihm steckt. Später hat er dies nach und nach optimiert und verfeinert, wenn man Produktionen à la Ichi the Killer oder Fudoh: The New Generation anschaut.

Full Metal Yakuza ist ein Mix aus Satire, Yakuza, Action, Sci-Fi und RoboCop Hommage. Etwas Klamauk/Humor, Trash (gewollt und ungewollt), Mad Scientist und S/M-Sex (immerhin handelt es sich um eine Miike!) darf ebenso wenig fehlen. Der Film hatte ein sehr kleines Budget, was an der Optik ersichtlich ist. Ebenso an einigen, wenigen unschönen CGI-Effekten. Dennoch vermag der Film, gerade was handgemachte Blut-Effekte angehen (Blutfontänen) zu überzeugen. Trotz dem kleinen Budget. Der Film käme in der Hinsicht noch besser, gäbe es eine restaurierte Fassung.

Der Film ist vor allem im Yakuza-Setting angesiedelt. Wenn Miike etwas kann, dann Yakuza-Geschichten erzählen. Die Szenen sind glaubhaft und interessant. Der Plot, egal wie dünn und simpel er auch sein mag, nimmt sich Zeit. Es dauert, bis Hagane und sein Boss getötet werden. Auch für den Rache-Plot nimmt sich der Film Zeit. Die Szenen mit dem Mädel und Strand waren am schwächsten, da lahmes Füllmaterial. Das Ende war dann typisch für Miike - interpretierbar, verrückt und fantasievoll! Was das sollte, weiss nur er, falls überhaupt…

Trotz geringfügigem Budget hat Takashi Miike einen tollen Cast vor die Kamera gebracht. Namen wie Tsuyoshi Ujiki (Cure), Takeshi Caesar (Shinjuku Triad Society), Kazuki Kitamura (The Raid 2) oder Tomorowo Taguchi (Tetsuo: The Iron Man) tummeln sich im Film. Sind einige bekannte Gesichter und gar Genre-Grösse aus Japan dabei. Erstaunlich! Man kann von Miike halten was man will, aber sein Erfolg ist nicht von der Hand zu weisen!

Fazit: Full Metal Yakuza ist Miike Fans zu empfehlen! Vor allem jenen, die seine Frühwerke noch nicht kennen!

Infos:

O: Full metal gokudô

Japan 1997

R: Takashi Miike

D: Tsuyoshi Ujiki, Takeshi Caesar, Kazuki Kitamura, Tomorowo Taguchi

Laufzeit der deutschen DVD: 102:46 Min.

Neusichtung am: Jan. 2023

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Asian Film Network vor = bis auf die digitale Zensur von Geschlechtsteilen Uncut, O-Ton, deutsche Subs, mittelmässige Bildqualität. Da wären eine Restauration und Blu-Ray wünschenswert. Es scheint weltweit noch keine Blu-Ray zu geben (Stand: Jan. 2023).

Mittwoch, 19. Januar 2022

Gozu Review


 
Japanuary 2022

Gozu

Story:

Yakuza Minami (Yûta Sone) bekommt von seinem Boss (Renji Ishibashi) den Auftrag, seinen Kumpel Ozaki (Shô Aikawa), ebenfalls ein Yakuza, aber den Verstand verlierend, zu exekutieren. Auf dem Weg zu einer Müllhalde stirbt Ozaki jedoch unerwartet, als die Leiche plötzlich spurlos verschwindet. Minami macht sich auf die Suche und landet in einen Höllentrip…

Meine Meinung:

Ende der 90er / Anfang der 2000er kamen die besten Filme von Takashi Miike (One Missed Call, The Mole Song: Hong Kong Capriccio, First Love) Filme auf den Markt (siehe Filme wie Ichi the Killer oder Fudoh: The New Generation Review). Gozu kam auch in dieser Zeitspanne raus. Gemäss meinem alten Review fand ich den Film früher besser.

Gozu ist ein spezieller, sonderbarer Film, der Vieles unerklärt und unbeantwortet offenlässt. Man kann viel interpretieren. Das kann, muss aber nicht gefallen. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden ist der Film sehr lang. Und zäh. Es gibt auch Längen. Teilweise kam mir der Film wie eine langgezogene Twin Peaks Folge vor. Vor allem was die Ortschaft, in welcher Minami festsitzt und die skurrilen Figuren angehen.

Die Figuren haben mir nicht alle zugesagt. Teilweise war das Overacting und die Darstellung selbst mir zu viel des Guten und zu übertrieben. Auf der anderen Seite betraf das zum Glück nicht die Hauptfiguren. Die wurden von Yûta Sone, Shô Aikawa (Rainy Dog) und Kimika Yoshino stark gespielt. Nur der Yakuza-Boss fällt in der Hinsicht etwas ab, da zu lächerliche Darstellung mit dem Löffel im Anus plus ein-zwei andere Nebenfiguren.

Der Plot ist schräg, wirr, langsam aber auf eine Art dennoch teilweise spannend. Vor allem gegen Ende, wo sich eine Art Motiv und Fügung eröffnet, wird es bis zum Finale spannend. Wie wird der Film enden? Ich mochte das Ende, auch wenn es dafür keine Erklärungen gibt. Was das ganze soll, wird wohl ein Geheimnis von Takashi Miike bleiben.

Fakt ist, dass es trotz Längen und lahmen Füllszenen auch jede menge obskure Szenen und Dialoge à là Miike in den Film geschafft haben – z.B. der Start mit dem Hund, der Dialog um den Tierporno, der Mann auf dem Klo, die Geburt, der Kuhkopf, die Milch spritzende Frau (à la Visitor Q), stecken gebliebener Penis (erneut à la Visitor Q), anal eingeführter Löffel als Stimulationshilfe, Diskussionen um Penisgrössen etc.

Nebst Twin Peaks und anderen Takashi Miike Werken erinnerte der Film selten auch an einen staubige Road-Movie oder Western. Dabei bleibt der Film immer typisch Japanisch in der Darstellung der Yakuza in Verbindung mit dem Gesetz oder der Gesellschaft. Die Musik hat mir gut gefallen. Ein Film, den ich, obwohl ich auch viel Negatives sah, in der Sammlung halten werde. Ich würde dem Film gerne in Zukunft, wohlmöglich in einer besseren Fassung, nochmal eine Chance geben!

Fazit: Wer abgefahreneres aber auch wenig greifbares, mühsames und zähes Kino eines Takashi Miike mag, macht mit Gozu alles richtig!

Infos:

O:  Gokudô kyôfu dai-gekijô: Gozu

Japan 2003

R: Takashi Miike

D: Yûta Sone, Shô Aikawa, Renji Ishibashi, Kimika Yoshino

Laufzeit der deutschen DVD: 129:45 Mn.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von I-On New Media vor = Uncut, Deutsch/jap. mit deutschen Subs, mittelmässige Qualität. Da wäre ein Upgrade/Restauration (Arrow Video?) ein Wunschdenken! Die Disc wurde am NIFFF von Takashi Miike signiert!

Donnerstag, 13. Januar 2022

Graveyard of Honor Review

 
Japanuary 2022

Graveyard of Honor

Story:

Barkeeper Rikuo Ishimatsu (Goro Kishitani) rettet einen Yakuza-Boss vor einem Attentäter (Takashi Miike) und steigt schnell zum hohen Tier innerhalb der Yakuza auf. Doch sein Temperament und Gewaltausbrüche sorgen dafür, dass er für fünf Jahre ins Gefängnis muss. Als er wieder freikommt, hat er sich nicht geändert und zieht den Zorn seines Bosses auf sich. Nach und nach rutscht Ishimatsu in die Drogensucht ab, mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Graveyard of Honor ist eine Art Remake und Neuinterpretation des gleichnamigen Filmes aus dem Jahr 1975 von Meister-Regisseur Kinji Fukasaku (Battle Royale), während bei der 2002er Version der fleissige Takashi Miike (Fudoh: The New Generation, Visitor Q, Ichi the Killer) seine Finger im Spiel hatte. Nicht nur führte er Regie, sondern legte er auch vor der Kamera eine Gastauftritt als Attentäter hin.

Während ich bereits leicht vom Kinji Fukasaku Film enttäuscht war (erreicht keine Battles Without Honor and Humanity Qualitäten), so gefiel mir Miikes Version leider sogar noch weniger. Wäre der Film nicht in einer schicken Box mit dem Fukasaku veröffentlicht worden, würde ich den Miike-Film sogar verkaufen. Dabei fängt die Neuinterpretation durchaus stimmig, fesselnd und spannend an.

Der Film hat ein gleiches Problem wie die 70r Jahre Variante: es gibt praktisch keine positiven Charaktere, zu denen man eine Beziehung aufbaut und/oder mit ihnen mit fiebert. War im Original Tetsuya Watari (Terror – Die Rocker von Japan) bereits in seiner Darstellung unsympathisch, so ist dies leider auch hier mit Goro Kishitani der Fall. Zwar spielt Goro Kishitani (wie auch alle anderen) absolut grossartig, aber ich wurde mit ihm als Mensch und Figur nicht warm.

Vor allem die zweite Filmhälfte, in welche es mehr um die Drogen und Folgen geht statt um den eigentlichen Plot, wurde das Interesse immer geringer, auch wenn Miike-Stammschauspieler Goro Kishitani (One Missed Call) wirklich herausragend spielt. Er war danach noch in viele anderen Miike-Filmen zu sehen (Crows 0, Like a Dragon, Crows Zero II, Wara no tate - Die Gejagten). Weiter negativ: die Laufzeit von über zwei Stunden war zu lang. Diesbezüglich gab es auch zu wenig Action.

Nebst interessanter erster Filmhälfte, spannenden Yakuza-Szenen und der Leistung von Cast und Crew haben ansonsten die Musik und der Blutgehalt gefallen. Zwar gibt es, wie bereits erwähnt, nur wenig Action und Gewalt, wenn, dann aber total überzeichnet und übertrieben blutig. Immerhin in diesem Punkt wird dem Kino von Kinji Fukasaku gehuldigt.

Fazit: Durchschnitt und kein Must See Takashi Miike-Titel!

Infos:

O: Shin jingi no hakaba

Japan 2002

R: Takashi Miike

D: Goro Kishitani, Narimi Arimori, Yoshiyuki Daichi, Hirotarô Honda, Harumi Inoue, Renji Ishibashi, Takashi Miike

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 130:35 Min.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Siehe Graveyard of Honor! Den Miike-Film gibt es in D auf DVD von REM.

Mittwoch, 13. Januar 2021

Fudoh: The New Generation Review



Japanuary 2021 / Webmaster mit T. Miike am NIFFF

Fudoh: The New Generation

Story:

 

Teen-Yakuza Boss Riki Fudoh (Shōsuke Tanihara) und seine Teen-Bande (Kenji Takano, Miho Nomoto, Tamaki Kenmochi u.a.) bekämpft heimlich die Pläne seines Vaters (Tōru Minegishi), der vor zehn Jahren Rikis Bruder tötete, um seine eigene Haut zu retten (bzw. der Yakuza in den Arsch zu kriechen). Das Hauptziel: Yakuza Boss Daigen Nohma (Riki Takeuchi). Hilfe bekommt Riki von der sexy Lehrerin Jun Minoru (Marie Jinno) während Rikis Vater Rikis Halbbruder und Ex-Agenten der südkoreanischen Armee, Gon (Satoshi Niizuma), auf Riki hetzt…

 

Meine Meinung:

 

Fudoh: The New Generation war nebst Filmen wie Visitor Q, Full Metal Yakuza, Audition, Dead or Alive oder Ichi the Killer eine meiner ersten Takashi Miike (One Missed Call, First Love, The Great Yokai War, Ley Lines, Rainy Dog, Blade of the Immortal, The Mole Song: Hong Kong Capriccio, Shinjuku Triad Society) Film-Erfahrungen, welche ich damals in der Schulzeit erfahren habe.

 

Fudoh: The New Generation gefällt mir auch heute noch sehr gut. Der Film ist der Start in eine Trilogie und die Story spielt selbstverständlich im Yakuza-Setting. Was den Film von anderen seiner Art abhebt ist der Gewalt-Level, die Verrücktheit und Fantasie, welche in die Umsetzung geflossen sind.

 

Es gibt diverse Tabubrüche und die Idee, eine Kinder- und Jugend-Yakuza Gang zu kreieren, die den Erwachsenen den Krieg erklärt, ist aussergewöhnlich wie die total überdrehte Figurenzeichnung. Der Fan muss sich nicht nur auf Overacting einstellen, sondern auch auf viele komische Gestalten.

 

Überzeichnet trefft es gut. Die Protagonisten könnten direkt aus einem Videospiel oder Comic stammen (mir ist nicht bekannt, ob Fudoh wirklich einen Manga-Ursprung hat) und bieten eine perfekte Mischung für Miike, um zu provozieren (Nacktes Fleisch, Fetisch-Szene, Schulmädchen, Kinder als Killer etc.).

 

Der Film ist actionreich, blutig, kreativ und gut gespielt. Um wirklich zu schocken, dafür ist der Film am Ende bewusst ZU überdreht, so dass dies der Härte viel Intensität raubt. Das gleiche gilt für Effekte, de als solche absolut erkennbar sind. Dazu kommt, dass ein schwarzer Humor vorherrscht (z.B. die von Wrestler Kenji Takano gespielte Figur bietet in seinen Szenen viel Humor).

 

Die Mädels (Miho Nomoto, Tamaki Kenmochi, Marie Jinno) sind bewusst sexy und Fudoh auf ultracool getrimmt. Fudoh selbst war an sich fast die uninteressanteste Figur. Riki Takeuchi, der dazumal in vielen Filmen mitwirkte (Dead or Alive Reihe, Battle Royale 2, LoveDeath), ist nur wenig zu sehen.

 

Interessant fand ich Satoshi Niizuma als Ex-Soldat: er macht einen tollen Job und bringt, im Gegensatz zu Fudoh, mehr Charisma in den Film. Zudem überzeugt er in den Action-Szenen. Er arbeitete auch schon mit Takashi Miike zusammen (Nebenrolle in Ichi the Killer). Für meinen Geschmack spielte er gut. Daher erstaunt es mich, dass er ausser den zwei Filmen mit Miike scheinbar in keinen anderen Filmen zu sehen war. Schade.

 

Fazit: Einer von Miikes besten, Pflichtprogramm! 

 

Gefolgt von: Fudoh 2 - Nohma Strikes Back

 

Infos:

 

O: Gokudô sengokushi: Fudô

 

Japan 1996

 

R: Takashi Miike

 

D: Shōsuke Tanihara, Kenji Takano, Miho Nomoto, Tamaki Kenmochi, Tōru Minegishi, Riki Takeuchi, Marie Jinno, Satoshi Niizuma

 

Laufzeit der US-DVD: 99:14 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: Jan. 2021

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock (Deluxe Edition mit vielen Extras) vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, solide Bild- und Tonqualität. Die DVD wurde von Takashi Miike am NIFFF signiert. In Deutschland/Holland Uncut von Mo Asia veröffentlicht worden. Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Jan. 2021).