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Donnerstag, 24. April 2025

Above the Knee

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Above the Knee

Story:

Amir (Freddy Singh) hat die Fantasie, sein linkes Bein zu amputieren. Der Gedanke schwebt länger in seinem Kopf. Doch sein Umfeld (Freundin, Arbeitgeber) wissen davon nichts. Er lernt eine Gleichgesinnte kennen, die gerne blind wäre. Es kommt zwischen den beiden zu mehreren Treffen. Das und die fortschreitende Fantasie von Amirs Fetisch haben negative Folgen für sein Umfeld…

Meine Meinung:

Above the Knee habe ich am diesjährigen Filmfest (Brugggore Filmfestival) ausgewählt, da ich die Prämisse spannend und interessant finde. Auch aus rein psychologischer Sicht. Ist der Fetisch gar sexuell motiviert? Zumindest war dies im Film kein Thema. Wie sollen sich Menschen, die diesen Fetisch haben, verhalten? Es im Verborgenen tun? Ihr soziales Umfeld einweihen und Angst haben, geächtet zu werden? Sozial isoliert zu werden? In die Psychiatrie eingewiesen zu werden?

Sind Menschen wie Amir krank? Geht es ihnen besser, wenn sie sich zu ihrem Traum entscheiden und dies in die Tat umsetzen? Sind solche Menschen normal oder psychisch krank? Solche Themen (und weitere wie Trans-Gender etc.) sind heutzutage aktueller denn je. Aus so einem Stoff lässt sich viel machen. Der Film zeigt gekonnt, wie das soziale Umfeld leidet. Wie Amir und seine Freundin leidet und wie er Gefahr läuft, seinen Job zu verlieren, wie er «gezwungen» ist, seinen Traum zu verstecken und dabei seine Liebsten auch mit Lügen vor der «Wahrheit» zu schützen. Und wie Co-Abhängigkeiten entstehen, wenn sich gleichgesinnte wie eine Zecke an einen haften. Das brachte zusätzliche Spannung ist den Plot.

Die Spannung war von Beginn an gegeben. Es wird zwar angedeutet, dass es in ca. 20-26 Tagen zu einem «Unfall» kommen wird, aber was genau passieren wird, dass lässt der Film lange offen. Der Film ist dabei ernst und stark gespielt, auch wenn hier und da schwarzer und bitterböser Humor zum Tragen kommt. Skandinavischer Humor. Über das Ende kann man jedoch streiten, das war irgendwie nicht perfekt gelöst, zumal seine Ehefrau ein ganzes Jahr lange scheinbar einen Verdacht hatte, aber erst nach einem Jahr Initiative ergreift und dann endet der Film offen. Leicht schade. Auf der anderen Seite, wie hätte bei einem solch kontroversen und unüblichen Thema ein befriedigendes Ende ausgesehen? Schwer zu sagen…

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Above the Knee

Norwegen 2024

R: Viljar Bøe

D: Freddy Singh, Julie Abrahamsen, Louise Waage Anda

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Montag, 22. April 2024

There's Something in the Barn

BIFFF 2024 Spezial

There's Something in the Barn

Story:

Eine US-Familie setzt ihren Wunschtraum um: sie ziehen nach Norwegen, wo sie ein Bed & Breakfast eröffnen wollen. Doch es läuft nicht wie geplant, da in der Scheune ein Elf wohnt, der der Familie den Krieg erklärt…

Meine Meinung:

Von There's Something in the Barn habe ich nicht viel erwartet und in etwa genau das bekommen, was ich vom Film gedacht habe: blöd, harmlos, nichts für die Sammlung aber ok und kurzweilig. Der Film unterhält, sofern kaum Ansprüche da sind. Die Idee, eine amerikanische Familie nach Norwegen, in eine verschneite Kleinstadt zu bringen, war für einige gelungene Running Gags gut. Und wie gesagt, der Film unterhält.

Die Vergleiche mit Filmen wie Gremlins oder Critters sind gar nicht so abwegig. Eine Familie muss sich am Ende verschanzen und gegen eine Armee von Elfen ankämpfen. Viele Szenen erinnern dabei in der Tat an Gremlins oder Critters. Die Kleinstadtstimmung mochte ich wie die Vermischung aus Grusel und weihnachtlicher Stimmung. Der Vorspann war auch cool und es gibt einige schöne Landschaftsaufnahmen zu sehen. Mir ist dabei unklar, ob wirklich vor Ort in Norwegen gedreht wurde (wahrscheinlich schon).

Die verschneiten Bilder haben mir auch gefallen. Weniger gut war die Tatsache, dass die Figuren und der Humor grösstenteils platt sind. Die Polizistin hat z.B. sehr genervt. Immerhin darf sie am blutigsten aus dem Film scheiden. Das haben die Filmemacher gut entschieden. Der Film ist ansonsten zu harmlos. Von echtem Horror kann kaum eine Rede sein. Bluteffekte gibt es kaum welche und dass die Familie am Ende überleben wird, ist von Beginn an klar. Negativ sind auch einige CGI-Szenen ins Auge gestochen (brennender Reifen oder die Elche).

Fazit: Mittelmässig. Platter Humor und kein echter Horror. 1x schauen und vergessen. 

Infos:

O: There's Something in the Barn

Norwegen, Finnland 2023

R: Magnus Martens

D: Martin Starr, Amrita Acharia, Kiran Shah

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Am BIFFF 2024 im O-Ton und Uncut gesehen. Den Film gibt es seit Dez. 2023 in Deutschland auf DVD und Blu-Ray (Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, Uncut, Label: capelight pictures / AL!VE).

Freitag, 14. Februar 2020

The Untamed Review

The Untamed

Story (Achtung: SPOILER):

Alejandra (Ruth Ramos), die in der Fabrik ihrer Schwiegermutter arbeitet, hat es im Moment nicht leicht: ihr Mann Ángel (Jesús Meza) begehrt sie nicht, trinkt und lässt seine Wut an ihr aus. Gleichzeitig hat Ángel eine heimliche Affäre mit Alejandras Bruder Fabián (Eden Villavicencio). Dieser will die Affäre beenden, Ángel jedoch nicht. Als Fabián schwer verletzt aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Ángel. Der Grund ist jedoch etwas Mysteriöses, sich in einer abgelegenen Scheune nahe einem Walde aufhaltend. Verónica (Simone Bucio) kennt das Geheimnis und führt Alejandra an diesen Ort – das Leben aller ist danach nicht mehr dasselbe…

Meine Meinung (Achtung: SPOILER):

Ich wusste leider schon im Voraus Bescheid, dass es in dem mexikanischen Arthouse-Streifen The Untamed z.T. auch um ein Monster mit Tentakeln geht, welches in sexuelle Handlungen mit einbezogen wird (à la Possession von Andrzej Żuławski) – aber nicht in welchem Ausmass und wie die Szenen in die Story eingefügt wurden und zu was sie führen.

Daher war von Anfang an, auch wenn der Film sogar mit einer Nackt- und Tentakel-Szene beginnt, eine Spannung gegeben. Ich finde, auch wenn man dieses Detail kennt (Tentakel-Monster), ist der Film trotzdem spannend und mysteriös. Man wird gefesselt und es wird eine unheimlich intensive Atmosphäre geschaffen, die nichts Gutes verspricht. Eine Bedrohung und Negatives liegen permanent in der Luft. Kein Film, der Hoffnung verspricht. Diese Stimmung mochte ich sehr.

Dazu kommt das Element des Familiendramas mit viel Kritik an mexikanischer Rollenverteilung und Familienverständnis, unterdrückten (sexuellen) Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen. Ansonsten bin ich kein Fan solch dramatischer Klischees, aber in The Untamed wurde dies gut, glaubhaft und authentisch eingefangen. Wohl einfach, weil es kein 08/15 Hollywood-Schmarrn ist.

Teilweise liegt eine knisternde, erotische Stimmung in der Luft, auch wenn der Film deutlich weniger Nackt- und Sexszenen zeigt, als erwartet (oder befürchtet). Der Film funktioniert nur so gut, weil alle Beteiligten exzellent spielen. Inhaltlich bleibt Vieles unbeantwortet, aber so ist das halt im Arthouse Film. Man braucht keine Antworten und/oder kann selbst Antworten für sich suchen und in Szenen oder das Ende interpretieren.

Die Kameraführung und die Bilder waren eine Wucht. Der Soundtrack half mit, ein ungutes Stimmungsgefühl zu entwickeln und das Wesen mit den Tentakeln war stark getrickst! Auch in der Liebesszene. Wer gerne spezielle Filme und das Arthouse Kino mag, sollte sich den optisch schicken The Untamed nicht entgehen lassen!

Infos:

O: La Región salvaje

Mexiko, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Schweiz 2016

R: Amat Escalante

D: Ruth Ramos, Jesús Meza, Simone Bucio, Eden Villavicencio

Laufzeit der UK-Blu Ray: 98:17 Min.

Gesehen am: 23.11.19

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Arrow Video vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden wie auch Extras und Booklet. In D lief der Film im Kino und Free-TV, aber eine DVD/Blu-Ray scheint es nicht zu geben (Stand: Nov. 2019).

Freitag, 11. Mai 2018

A Conspiracy of Faith Review

NIFFF 2016 Spezial
A Conspiracy of Faith

Story:

Zwei Cops aus Kopenhagen ermitteln in einem mysteriösen Fall von Kindsentführungen...

Meine Meinung:

Auf diesen Film freute ich mich am Filmfest (Sommer 2016). Ich erwartete einen Kleinstadt-Krimi/Thriller, wie ich sie eigentlich noch gerne mag. Trotzdem versuchte ich nicht zu viel zu erwarten, denn ich erinnere mich noch ans letzte NIFFF, wo ein ähnlicher Film lief (Bridgend) von welchem ich jedoch stark enttäuscht wurde.

Ich wusste nicht, dass es sich bei diesem Film um eine Trilogie handelt (Erbarmen 2013, Schändung - Die Fasanentöter 2014). Inhaltlich sind es immer neue Fälle, aber die beiden Hauptdarsteller sind in allen drei Teile dabei. Der Film hat mir gut gefallen. Es handelt sich jedoch weniger um eine Kleinstadtthriller, denn es geht um Taten, welche an einer anderen Ortschaft geschehen.

Trotzdem baut der Film eine schöne Atmosphäre auf, die vor allem durch die Natur und Landschaften der Drehorte geprägt sind. Die Darsteller machen ihre Sache auch sehr gut. Das ungleiche Cop-Duo (wie in einem Buddy Moive) sorgt zudem für einige Lacher (Carl ist Atheist und Assad ist gläubiger Muslim) und spielt gut. Sind auf Anhieb sympathisch. Zudem passen deren Lebensgewohnheiten und Schicksalsschläge gut zur Story (Religion, Leute vom Land im Vergleich zur Stadt, Sekten...), die unterhaltsam ist und auch einige tolle Action-Szenen bietet, welche gar spannend in Szene gesetzte sind (Zug, Spital, Finale).

A Conspiracy of Faith hält die Filme am NIFFF 2016 bisher auf einem hohen Level. Aber ob ich den Film kaufen werde weiss ich noch nicht. Vielleicht nach ein paar Jahren, wenn es den Film fast gratis als Aktion gibt zusammen mit den ersten beiden Streifen (sind sicher auch unterhaltsam), aber im Moment sicher kein Must Have Titel (Nachtrag 10.05.18 = Film nicht gekauft, auch nicht mehr auf der Wunschliste stehend).

Dafür war der Film schlussendlich zu wenig spektakulär oder besonders in Erinnerung bleibend! PS: Der Bösewicht aus Kraftidioten spielt auch hier gekonnt (jedoch ernst) den Bösewicht! 

Gefolgt von: Verachtung

Infos:

O: Flaskepost fra P

Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden 2016

R: Hans Petter Moland

D: Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Pål Sverre Hagen

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min. Min.

Gesehen am: Juli 2016 am NIFFF

Fassungen: Habe den Film am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2016 gesehen in Dänisch mit englischen UT. Erscheint im November 2016 in Deutschland auf DVD und Blu Ray. Nachtrag 10.05.18: Film ist inzwischen in Deutschland erschienen, Uncut, mit O-Ton und deutschen Subs unter dem Titel: Erlösung - Flaschenpost von P.