Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Shameless Screen Entertainment werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Shameless Screen Entertainment werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 24. Juli 2026

Das Syndikat des Grauens




Das Syndikat des Grauens

Story:

Zigarettenschmuggler (u.a. Fabio Testi, Saverio Marconi) aus Neapel werden von einem Gangsterboss aus Marseille (Marcel Bozzuffi), der in Neapel mit Rauschgift dealen möchte, angegriffen…

Meine Meinung:

Das Syndikat des Grauens ist ein kleiner, legendärer Poliziotteschi, der von keinem geringeren als Lucio Fulci stammt. Der Godfather of Gore hat nicht nur seine Zombie- und Horrorfilme (Zombi 2, City of the Living Dead, House by the Cemetery, The Beyond) gedreht, sondern war auch in anderen Genres wie dem Giallo (Lizard in a Woman's Skin), dem Italo-Western (Verdammt zu leben – verdammt zu sterben) oder Endzeitfilmen (Conquest) beheimatet. Selbst Krimis (Der New York Ripper, Don't Torture a Duckling) waren dabei. Das Syndikat des Grauens hatte, auch aufgrund seines mehrjährigen Verbots in Deutschland, unter Splatter- und Horrorfans einen gewissen Ruf.

Mag Das Syndikat des Grauens inhaltlich keine grosse Originalität bieten, so gibt es immerhin einen soliden, einfach zu folgenden und unterhaltsamen Plot. Ein neuer Gangster will sich vor Ort etablieren und räumt die Konkurrenz aus dem Weg. Die Musik steuerte Fabio Frizzi (A Cat in the Brain, Der Gorilla) bei und die Hauptrollen spielen Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Cosa avete fatto a Solange?), Saverio Marconi sowie Marcel Bozzuffi. Porno-Darstellerin Ajita Wilson ist in einer Nebenrolle zu sehen. Sie war dazumal oft im europäischen Kino zu sehen (z.B. in Macumba Sexual, Sadomania oder Hotel Paradise). Lucio Fulci legt im Finale als einer der alten Bosse einen Gastauftritt hin.

Durch die Drehorte in Neapel und die Settings im Meer (z.B. die lange Verfolgungsjagd zu Beginn oder später die Beerdigungszeremonie) hebt sich der Film von anderen Italo-Filmen dieser Zeit ab. Neapel wirkt stimmungsvoll und authentisch. Die Darsteller machen ihre Sache alle ordentlich und die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen und wertet den Film mit einigen herrlichen Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, weiter auf (es handelt sich um eine Qualitäts-Synchro von Schier). Für die herausragenden Splatter-Effekte (sind wirklich paar ganz derbe Dinger dabei) waren Franco Di Girolamo, Germano Natali sowie Roberto Pace zuständig. Die haben viel Erfahrung in Sachen Effekten (u.a. für Produktionen wie Zombie Holocaust, Deep Red oder Zombie 3).

Fazit: Für Lucio Fulci, Splatter- sowie Fans des Poliziotteschi-Genres zu empfehlen!

Infos:

O: Luca il Contrabbandiere

Italien 1980

R: Lucio Fulci

D: Fabio Testi, Ajita Wilson, Saverio Marconi, Marcel Bozzuffi, Ivana Monti, Cintia Lodetti, Enrico Maisto, Tommaso Palladino

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Ich habe die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment in der Sammlung da schickes Artwork welches von Fabio Frizzi am BIFFF signiert wurde. Für diese Neusichtung lag mir hingegen die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Booklet, Deutsch/Englisch/Ital. mit Untertiteln (die deutsche Synchronisation ist hervorragend und einige der Dialoge regen zum Schmunzeln an), Uncut und nicht mehr beschlagnahmt (das Verbot wurde vor einigen Jahren aufgehoben) und in Sachen Bild- und Tonqualität weiss die Blu-Ray auch zu gefallen. Das ca. 10minütige Interview mit Uwe Schier ist sehenswert.

Freitag, 24. Februar 2023

The Church Review

The Church

Story:

In einer Kirche wird ein altes Grab geöffnet. Die Folge: das Böse erwacht…

 

Meine Meinung:

 

Nach den Erfolgen von Demons und Demons 2 war eine weitere Fortsetzung angedacht, so sagt man. Das Projekt sollte Michele Soavi (Dellamorte Dellamore, Uno Bianca, The Sect) realisieren, der zwei Jahre zuvor mit Stage Fright auf sich aufmerksam machte.  Dario Argento (Deep Red) produzierte den Film und schrieb das Drehbuch. Doch aus «Demons 3» wurde am Ende ein eigenständiger Film: The Church!

 

Mir gefallen die Filme von Michele Soavi. Schade, dass er nie den gleichen Respekt und Anerkennung widerfuhr wie seine Kollegen vor ihm. Das lag sicher daran, dass er zu der Zeit Erfolge verbuchte, wo das Ital. Genre-Kino am Sterben war. Hollywood hiess die Diagnose als Ursache. The Church mag ich. Der Film bietet einen originellen Plot. Keine 08/15 Geschichte. Sehr fantasievoll und fantastisch. Mit viel Symbolkraft. Bilder als Mittel zum Ausdruck. Ein Ende, über welches man rätseln und interpretieren kann.

 

Langweilig wird der Film nie. Gedreht wurde, wie später auch in The Sect und zuvor Demons, wieder in Deutschland (Hamburg). Der Film bietet einen soliden Cast mit ein-zwei bekannten Namen wie einer blutjungen Asia Argento (Land of the Dead) oder Ital.-Horror-Star Giovanni Lombardo Radice (House on the Edge of the Park). Tomas Arana, Barbara Cupisti (Terror at the Opera) und Hugh Quarshie (Nightbreed) waren in ihren Rollen ebenfalls stark. Die Musik ist toll und steuerte u.a. Goblin (Dawn of the Dead) und Keith Emerson (Inferno) bei.

 

Der Film ist nicht übermässig blutig. Einige Szenen gar unblutig oder spielen sich im off screen ab. Was den Splattergehalt angeht, dürfen keine Demons Qualtäten erwartet werden. Dennoch bietet der Film nebst 2-3 innovativen Tötungsszenen und weitere starke Effekte-Sequenzen: Make-Up Monster-Masken, Ganzkörper-Kostüme, die Statue am Ende etc. Tolle Arbeiten, für die u.a. Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore) zuständig war. Dazu kommen die innovative Kameraarbeit von Michele Soavi, die den Szenen noch eine besondere Note verleiht. Schön!

 

Fazit: Für Fans des vergangenen Italo-Horrorfilmes zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: La Chiesa

 

Italien 1989

 

R: Michele Soavi

 

D: Tomas Arana, Barbara Cupisti, Hugh Quarshie, Asia Argento, Giovanni Lombardo Radice, Feodor Chaliapin Jr.

 

Laufzeit der UK-DVD: Ca. 102 Min.

 

Neusichtung am: 16.02.22

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment vor = Wendecover, Englisch/Ital. mit englischen Subs, Uncut, Extras (u.a. Interview mit Michele Soavi), Uncut. Gibt es auch als Blu-Ray. In Deutschland von '84 auf Blu-Ray zu haben (im hässlichen Lederbuch).

Freitag, 30. Dezember 2022

The Washing Machine Review

The Washing Machine
 

Story:

 

Cop Alexander Stacev (Philippe Caroit) bekommt es mit einem mysteriösen Fall zu tun: in der Wohnung der drei Schwestern Maria (Ilaria Borrelli), Ludmilla (Barbara Ricci) und Vida (Katarzyna Figura) soll ein Mord geschehen sein. Die Überreste des Opfers (Yorgo Voyagis) sollen in der Waschmaschine gelegen haben. Alexander Stacev findet jedoch keine Leiche und keine Hinweise, dass ein Verbrechen stattgefunden haben soll. Zudem ist jede Zeugenaussage der drei Schwestern stark unterschiedlich und somit beginnt Alexander Stacev zu ermitteln, ganz zum Gefallen der drei Schwestern…

 

Meine Meinung:

 

Wer an Ruggero Deodato denkt, auch oft liebevoll "Monsieur Cannibal" genannt, denkt dabei meist an dessen bekannte Filme wie Cannibal Holocaust, House on the Edge of the Park, Eiskalte Typen auf heissen Öfen, Cut and Run, Body Count oder Jungle Holocaust. Und weniger an Filme wie Die Barbaren, Dial: Help, Der Tod wartet in Venedig, Ballad in Blood, Die Jungfrau mit der scharfen Klinge oder Hostel 2 (Kurzrolle und Hommage an sein Spitzname Monsieur Cannibal).

 

The Washing Machine ist ein Mitte 90er Jahre Erotik-Thriller und im Vergleich zu seinen bekannten Streifen wie Cannibal Holocaust und Co. eher unbekannt. Der Film erinnert dabei an ältere Giallos, wo Realität und Fiktion ständig miteinander verschmelzen und es nicht klar ist, wer hier wen über das Ohr haut um am Ende dann einen Twist aus dem Hut zu zaubern. Schlecht ist dies definitiv nicht, auch wenn der Film natürlich kein Kracher ist.

 

Der Film reiht sich da qualitativ zu Filmen wie The Devil's Honey. The Washing Machine gefällt aber aufgrund der leicht spannenden, mysteriösen und erotischen Story, dessen Ende mir auch gefallen hat. Der Film startet interessant (Sex, Voyeurismus, Surrealität bis hin zum bizarren Fund in der Waschmaschine). Danach beginnt der Cop zu ermitteln, wobei klar ist, dass die Frauen Hintergedanken haben. Hier haben wir zwar keine grossen Namen wie Edwige Fenech und Co. und die Mädels selbst sind nicht unbedingt mein Typ, aber dennoch sexy und verführerisch (am liebsten hatte ich das Mädel mit der Katze oder der blinden Kollegin).

 

Mit nackter Haut und Erotik wird auch definitiv nicht gespart. Apropos Muschis bzw. zur Katze: da gibt es leider zwei unschöne Szenen, was ich als Katzenliebhaber sagen muss. Natürlich kein Tier-Snuff wie in früheren Filmen des Regisseurs, aber trotzdem. Gore darf kaum erwartet werden. Es gibt vielleicht 2-3 leicht blutige Szenen. Davon eine Hommage an die Kannibalenfilme des Regisseurs. Fand ich cool.

 

Die Musik gefällt und besorgte Claudio Simonetti (The Card Player). Er hat schon in früheren Filmen mit Ruggero Deodato zusammengearbeitet (Cut and Run). Nebst den Mädels überzeugen auch Philippe Caroit und Yorgo Voyagis (Nosferatu in Venice) in ihren Rollen. Ruggero Deodato legt übrigens auch einen Cameo-Auftritt hin. Habe ihn auch erkannt, sogar ohne die Mithilfe der UK-DVD (Easter Egg).

 

Fazit: Wer Krimis, Erotikfilme, Thriller und Giallos aus Italien mag, kann durchaus einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Washing Machine

 

Frankreich, Italien, Ungarn 1993

 

R: Ruggero Deodato

 

D: Philippe Caroit, Ilaria Borrelli, Barbara Ricci, Katarzyna Figura, Yorgo Voyagis

 

Laufzeit der UK-DVD: 85:44 Min.

 

Neusichtung am: 29.12.22

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment (Limited Metal Tin Edition) vor = Uncut, Englischer Ton, keine Subs, viele Trailer als Extras, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Ob die DVD aus Thailand qualitativ besser ist? Ich weiss es nicht. Andere Alternativen sind mir nicht bekannt. Lief in Deutschland zumindest im PAY-TV. Ob es jedoch auch deutsche VHS- oder DVD-Auflagen gibt, ist mir nicht bekannt. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2022). Eine restaurierte Fassung wäre wünschenswert, da Bild- und auch Ton wirklich nicht speziell gut sind…

Montag, 25. Oktober 2021

Baba Yaga Review


Horroktober 2021

Baba Yaga

Story:

Photographin Valentina (Isabelle De Funès) trifft eines nachts auf die mysteriöse Baba Yaga (Carroll Baker). Baba Yaga zieht Valentina schnell in ihren Bann, wobei diese von Baba Yaga fasziniert scheint. Als Valentina von Baba Yaga eine mysteriöse S/M-Puppe geschenkt bekommt, nimmt das Unheil seinen Lauf…

Meine Meinung:

Baba Yaga, nicht zu verwechseln mit dem russischen Film mit dem gleichen Namen, ist ein sonderbarer, phasenweise hypnotischer und psychedelischer Film und eine Ital./Französische Co-Produktion mit Carroll Baker, die schon in vielen Euro-Cult Steifen wie Orgasmo, Knife of Ice, A Quiet Place to Kill, So Sweet...So Perverse oder The Fourth Victim zu sehen war (liegen alle gesehen, ungesehen oder vorbestellt rum).

Der Film ist vor allem optisch ein Genuss: Spiele mit Licht und Schatten (Witterung, Blitzlicht, Close Ups), diverse Standbilder, Videoclip Ästhetik, fantasievolle/abgefahrene Alptraum-Visionen, Zeichentrick-Bilder, eine Model-Photographin bei der Arbeit (oder in der Dunkelhammer am Film entwickeln) und einige abgefahrene Film-im-Film Szenen inklusive interessanter Darstellerinnen, die auch nicht mit ihren Reizen geizen, sorgen für eine Flut an schöner Optik und Emotionen.

Carroll Baker, Isabelle De Funès und Ely Galleani (Tote Zeugen singen nicht) spielen stark. Die Männer sind nur Ballast in dem Film. Mit Männern ist George Eastman (Man-Eater) gemeint, die einzige grössere Rolle, die von einem Mann gespielt wird. Inhalte: Erotik, Beziehungen, Dominanz, Abhängigkeit, Zeitgeschichte. Zu erwähnen sei noch, dass es sich bei Baba Yaga um eine Comic-Verfilmung handelt («Valentina» von Artist Guido Crepax).

Der Film trifft die Comic-Inhalte authentisch und auch die Figuren sehen so aus wie im Comic (der Pagenschnitt von Valentina z.B.). Tolle Leistung von Regisseur Corrado Farina. Die Musik war sehr Jazz lastig. Ich bin nicht der grösste Jazz Fan. Aber immerhin fühlte ich mich daher an Filme von Jess Franco erinnert. Baba Yaga ist ein sonderbarer, ruhiger Film ohne allzu viele Action, (Blut)Effekte oder Nackt-Szenen (aber viel Erotik kommt vor).

Wer das knisternde, erotische Euro-Cult Kino mag, macht mit dieser wilden Achterbahnfahrt an Optik und Wahnsinn nichts falsch! Empfehlenswert – aber nur im Director’s Cut!

Infos:

O: Baba Yaga

Italien, Frankreich 1973

R: Corrado Farina

D: Carroll Baker, George Eastman, Isabelle De Funès, Ely Galleani, Daniela Balzaretti

Laufzeit der UK-Blu: 88:32 Min.

Gesehen am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Shameless vor = Weltweit erste Mal die Uncut-Fassung (ehemals zensierte Szenen wurden, wenn auch aus einem schlechteren Master, in den Film geschnitten) und zensierte Kino-Fassung. Beide in Englisch/Italienisch mit englischen Subs. Wendecover. Der Ital. Dub war kraftvoller, lauter und besser abgemischt als der Englische Dub. Musik und Dialoge kommen besser und lauter zur Geltung. In Deutschland von X-Rated zu haben, aber nur in der zensierten Kinofassung = nicht zu empfehlen. 

Mittwoch, 15. April 2020

Don’t Torture a Duckling Review


Webmaster am NIFFF mit Catriona MacColl (dort auch die City of the Living Dead / Don't Torture a Duckling Doppel-DVD signieren lassen)

Don’t Torture a Duckling

Story:

In einem abgelegenen, italienischen Dorf werden mehrere Kinder ermordet aufgefunden. Die Polizei hat mehrere Verdächtige im Visier, ist aber sichtlich überfordert. Dazu kommt, dass die Bewohner das Gesetz zum Teil in die eigene Hand nehmen. Ein Reporter (Tomas Milian) und eine reiche Göre (Barbara Bouchet) versuchen den Fall zu lösen…

Meine Meinung:

Lucio Fulci hat nicht nur blutige Zombie- und Horrorfilme gedreht, sondern auch Abenteuer-, Italo-Western- oder diesen erstklassigen Giallo. Don’t Torture a Duckling ist ein kleines Meisterwerk und leider weniger bekannt als seine Zombiefilme Zombie 2, City of the Living Dead, The Beyond oder House by the Cemetery.

Don’t Torture a Duckling gefällt mir von Mal zu Mal besser. Was ich am Film besonders mag ist die Kleinstadt-Stimmung. Mit dem sehr abgelegenen, einfachen Städtchen, wo jeder jeden kennt, kommt eine sehr intensive Stimmung auf. Das Dorf und die Settings dazu (viel Natur, Autobahn) sind wunderschön und authentisch.

Der Film erzählt eine Krimigeschichte. Es geht ums Rätselraten und Motiv – wer ist der Mörder der Kinder? Die Auflösung dazu und die Szenen mit toten Kindern sind auch heute nichts für schwache Gemüter und dürften vor allem im Erscheinungsjahr 1972 für einige Kontroversen gesorgt haben. Vom heutigen Standpunkt aus kann man sagen, dass Fulci mit dem Täter und Motiv seiner Zeit voraus war. Hier und da ein Satz Exploitation (die komplett nackte Barbara Bouchet macht einen Jungen an) runden das Bild perfekt ab.

Don’t Torture a Duckling ist ein sehr ruhiger Film, der sich für seine Figuren und die Handlung und deren Verlauf Zeit nimmt. Action in Form von Mordszenen oder Effekte-Szenen gibt es wenig. Wenn diese Mal vorkommen, sind sie aber toll getrickst und schön in Szene gesetzt (im Finale darf dann noch ein Dummy ran ) mag ich immer). Die Effekte-Szenen mit den Ketten erinnert natürlich an The Beyond.

Weiter positiv sind die Musik von Riz Ortolani – wunderschön und passend. Wird die filmische Atmosphäre noch spürbarer. Dazu kommt ein Traum-Cast – wenn Namen wie Tomas Milian (Bewaffnet und gefährlich, Der Vernichter, Verdammt zu leben – verdammt zu sterben), Barbara Bouchet (Amuck, Höllenhunde bellen zum Gebet, Die Rache des Paten, The Red Queen Kills Seven Times) und Florinda Bolkan (A Man to Respect, Die Klette) als Haupt-Cast dabei sind, kann man schon Mal mit der Zunge schnalzen. Aber auch die Nebenfiguren oder Kinder-Stars waren extrem gut.

Fazit: Lucio Fulci kann doch mehr als nur Gore – Meisterwerk!

Infos:

O: Non si sevizia un paperino

Italien 1972

R: Lucio Fulci

D: Barbara Bouchet, Tomas Milian, Florinda Bolkan, Marc Porel

Laufzeit der UK-Blu: 105:06 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 02.03.20

Fassungen: Mir liegen drei Fassungen vor.

1. US-DVD von Anchor Bay als 2 Disc Set mit City of the Living Dead. Diese DVD bleibt in der Sammlung, da von Catriona MacColl am NIFFF signiert.

2. Später kaufte ich mir die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment. Grund: Ital. Ton und englische Subs.

3. Die definitive Version stellt für mich die UK-Blu Ray von Arrow Video dar, da Referenz-Disc in Sachen Extras, Ton- und Bildqualität. Natürlich auch Ital. Ton und englische Subs.

Dienstag, 29. Oktober 2019

Dellamorte Dellamore Review

Horroktober 2019
Dellamorte Dellamore

Story:

Francesco Dellamorte (Rupert Everett) und sein Gehilfe Gnaghi (François Hadji-Lazaro) arbeiten auf dem Friedhof. Wer hier begraben wird, steht innert sieben Tagen als Zombie wieder auf. Francesco und Gnaghi nehmen sich dem Problem an. Doch die Liebe zu einer mysteriösen Frau (Anna Falchi), Morde, Ermittlungen durch die Polizei und Bürgermeister-Wahlen erschweren ihre Mission…

Meine Meinung:

Obwohl das Ital. Genre-Kino Mitte der 90er Jahre nahezu tot war (Ende der 90er folgten noch Das Phantom der Oper von Dario Argento und Wax Mask von Sergio Stivaletti), folgte 1994 mit Dellamorte Dellamore einer der besten Ital. Genre-Filme und der beste Film von Michele Soavi überhaupt!

Soavi, ein Schüler von Dario Argento und selbst Regisseur von Filmen wie The Church, The Sect, Stagefright oder Uno Bianca, hat mit Dellamorte Dellamore ein fantastisch Schönes Stück Film geschaffen, der mir nicht nur unglaublich gut gefällt, sondern auch zu meinen Lieblingsfilmen zählt. In Dellamorte Dellamore, inspiriert von Ital. Comics (Dylan Dog), stimmt einfach alles:

Unterhaltsame, kurzweilige, abwechslungsreiche, originelle und spannende Story. Das Ende, welches mir extrem gut gefällt, wurde erst gedreht, nachdem 90% des Filmes bereits im Kasten war. Den Link zum Anfang des Filmes (Schneekugel), kam Soavi spontan, dies stand so nicht im Drehbuch und man hat diverse Enden (Szenarien) im Kopf gehabt. Nur in der Ital. Sprachfassung (UK Disc) wird klar, dass die zwei Freude am Ende einen Körpertausch vollzogen haben, während in anderen Fassungen (Deutsch/Englisch) die Antwort nur "nein" lautet.

Mir gefiel vor allem die mystische, naive, märchenhafte Stimmung des Filmes, in der die Realität (oder Fantasie) nicht hinterfragt wird, sondern es zur Verschmelzung kommt – einige surrealistische Szenen, die Trauminhalten ähneln, lassen darauf schliessen. Inhalte des Films sind interpretierbar. Antworten gibt es nicht. Das Annehmen solcher unlogischen Szenen, die jedoch als real und ungefragt dargestellt werden, geben dem Film das Gewisse Etwas.

Dazu kommen Motive des Zombie-Filmes, wichtige Themen wie Einsamkeit, Tod, Liebe, Freundschaften und auch eine herzige Liebesgeschichte ist in einem Nebenplot Inhalt des Filmes (Gnaghi und Valentina). Man darf den Film nicht ernst nehmen d.h. nicht nach Logik suchen (das Motorrad, welches z.B. als Grab-Dekoration herhalten muss). Der Film ist keine Komödie, aber es gibt einige Momente, die mich immer zum Schmunzeln bringen.

Der Film hat nicht viele Effekte. Diese wurden von Sergio Stivaletti ansehnlich getrickst. Den Soundtrack des Filmes mag ich auch sehr – jede Musikuntermalung passt perfekt zu den Bildern und den sonderbaren, wunderschönen Kameraeinstellungen eines Michele Soavis, dem man sein Mentor/Vorbild (Dario Argento) in jeder Sekunde ansieht. Die mir unbekannten Darsteller sind alle, bis in die kleinsten Nebenrollen, perfekt besetzt.

Fazit: Dellamorte Dellamore ist ein unglaublich schöner Filmgenuss! Schade, dass Soavi erst so spät so bekannt & erfolgreich wurde – aber dessen Filme und allen voran Dellamorte Dellamore zu entdecken, lohnt sich definitiv!

Infos:

O: Dellamorte Dellamore

Italien, Frankreich, Deutschland 1994

R: Michele Soavi

D: Rupert Everett, François Hadji-Lazaro, Anna Falchi

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:07 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen vor: die deutsche DVD von Laser Paradise (Nostalgie, da für Red Edition Verhältnisse eine eher bessere Disc), die UK-Disc (da Ital. Ton und Audiokommentar mit Regisseur) und die deutsche Blu-Ray von 84 Film (da qualitativ besser als die LP Disc und da Soundtrack als Bonus).