Film Reviews zu Filmen aus den Genres Horror, asiatischem Kino, Action etc. Alte Reviews & Berichte der HP www.reviews.ch.vu werden nach und nach auch hochgeladen und wenn nötig komplett überarbeitet.
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Dienstag, 16. April 2024
6. BIFFF Tag
Nach dem unfreiwilligen Aufstehen durch Laubbläser-Folter,
dem Schreiben der Berichte und der obligatorische Dusche zog es mich ins
Restaurant
Das unterschwellige Kopfweh verschwand mit dem Wetterwechsel. Nach dem Mittag fing es nämlich zu regnen an und es sollte bis am späten Nachmittag regnen. Im Aldi kaufte ich Wraps für am Abend und zog mich zum Erholen ins Hotel zurück. Es standen ja nur zwei Filme ab 19.00 Uhr auf dem Programm. Auf FB haben sie fälschlicherweise zwei Filme um die fast gleiche Uhrzeit für das Cine 1 angekündigt. Meine Frage darauf blieb unbeantwortet.
Das BIFFF hat im Moment wohl andere Sorgen. Der Shitstorm
der Ereignisse vom Wochenende (nervendes BIFFF Publikum Vs. Woke Generation Z
Gruppe) eskaliert in den sozialen Medien. Vor allem Twitter aber auch auf FB gibt
es nun schon über 90 Kommentare dazu. Die bisherigen Folgen:
1.
Das BIFFF hat sich offiziell entschuldigt
2.
Infos gegen Diskriminierung wurde heute auch vor Ort ausgestrahlt (in der Halle oder neu auch vor den Sichtungen im Kino direkt)
3.
Auch auf der offizielle BIFFF HP steht neu folgende Info:
«However, we DON’T welcome misogynist, homophobic, lesbophobic, transphobic, racist comments, nor any other form of discrimination, harassment, shaming or violence, both physical and verbal and basically any form of insults. If you don’t respect this, you have no place here at the BIFFF.»
4.
Auch auf der FB-Seite und auf Twitter wurden die Entschuldigungen auch gepostet.
5.
Auch ausländische Seiten berichten davon. Am ausführlichsten ist Variety:
«‘Love Lies Bleeding’ Brussels Premiere Marred by Homophobia, Toxicity and Violence: ‘Things Spun Wildly Out of Hand’»
6.
Die non-profit Organisation «L’ASBL Genres d’a sous» (Sponsor vom BIFFF) hat ihre Zusammenarbeit mit dem BIFFF vorerst beendet.
Ich schaute mir im Hotel via Notebook dem Film Young Flying Hero an. Einen taiwanesischen Film mit Kaiju-Szenen à la Godzilla. Zuvor überlegte ich, das Kinepolis Brussel aufzusuchen. Theoretisch könnte ich dort Filme wie Immaculate oder The First Omen schauen gehen. The First Omen lief aber nicht und Immaculate würde im O-Ton nur abends laufen = keine Zeit. Also wurde stattdessen wie geplant Young Flying Hero geschaut. Abends regnete es nicht mehr. Es war aber kühl und sehr windig. Am BIFFF standen zwei Filme auf dem Programm. Bei Steppenwolf haben viele aufgrund der nihilistischen Stimmung und Gewalt und dem Umgang mit der weiblichen Hauptfigur die Vorstellung verlassen. Der 2. Film (In a Violent Nature) war leider nebst Destroy All Neighbors der bisher schlechteste Beitrag an diesem Filmfest.
In a Violent Nature Review
In a Violent Nature
Story:
Johnny (Ry Barrett) ist von den Toten auferstanden und sucht
nach der entwendeten Goldkette. Dabei geht er über Leichen…
Meine Meinung:
Was genau mich in In a Violent Nature erwarten würde, wusste ich im Vorfeld nicht. Als ich das Review für meinen BIFFF Besuch vorbereitet habe, gab es noch keine Trailer zum Film. Ich wusste nur, dass es eine Art Backwood- und/oder Slasher-Film war und der Film die Sicht aus der Sicht des Killers erzählt statt von den Opfern. Ein gewagtes Experiment, um dem Slasher- du Backwood-Film neue Impulse zu verleihen.
Hat sich das Experiment gelohnt? Nein. Ich empfand In a Violent Nature nebst Destroy All Neighbors als den bisher schlechtesten Film an diesem BIFFF. Hauptgrund ist, dass In a Violent Nature einfach langweilig ist. Die Kamera klebt meist am Killer und der irrt und stapft durch den Wald. Oder die Kamera verharrt an einer Szene und man sieht minutenlang eine Einstellung von Büschen, Bäumen oder einem See. Dazu gibt es auch kaum und/oder keine Musik. Man hört nur die Geräusche der Natur: Tiere, das Rauschen des Windes etc. Das Gezeigte erinnerte mich mehr an eine Natur-Dokumentation als an einen Slasher/Backwood-Film.
Dazu kommt, dass mir alle Figuren nicht gefallen haben. Auch das Make-Up Gesicht von Johnny fand ich sehr mässig, die Augen gar billig. Das einzige gute waren ca. vier-fünf Tötungsszenen, die sehr graphisch, innovativ, fantasievoll, fies und breit in die Länge gezogen wurden. Regisseur Chris Nash ist auch ein Spezialeffekte-Künstler. Sein Können hat er ggf. in In a Violent Nature einfliessen lassen, wobei er in der imdb nicht für die Effekte gelistet wurde. Die Angaben dort sind aber noch sehr dünn.
Fazit: Mut zur Innovation hat sich nicht gelohnt. Der Film
ist einfach langweilig und ausser den paar coolen Kills bietet der
Film keinen Mehrwert.
Infos:
O: In a Violent Nature
Kanada 2024
R: Chris Nash
D: Ry Barrett, Charlotte Creaghan, Liam Leone, Cameron Love, Timothy Paul McCarthy, Alexander Oliver
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 94 Min.
Gesehen am: BIFFF 2024
Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton und Uncut. Es gibt
noch keine DVD oder Blu-Ray (Stand: April 2024).
Steppenwolf Review
Steppenwolf
Story:
In bürgerkriegsähnlichen Zuständen, in denen kriminelle
Banden und Anarchie herrschen, sinnt der Steppenwolf (Berik Aytzhanov) nach
Rache. Gangster Taha hat seine Familie umgebracht. Da kommt es dem Steppenwolf
gerade recht, dass die kognitiv eingeschränkte Mutter Tamara (Anna Starchenko) ihren
entführten Sohn sucht, der sich in der Gewalt von Taha befindet…
Meine Meinung:
Auf Steppenwolf habe ich mich irgendwie gefreut (am BIFFF). Ich wusste zwar praktisch nichts von dem Film und kenne mich mit dem Kino aus Kasachstan nicht aus («Borat» ausgenommen), aber ich freute mich auf die Sichtung im Kino. Steppenwolf ist sehr nihilistisch und realistisch, sieht man Mal von einigen Logiklöchern ab. Der Film ist alles anderes als harmlos. Zudem wird Tamara im Film unfein behandelt. Das hat dafür gesorgt, dass mehrere Zuschauer die Vorstellung verlassen haben.
Bis auf hier da etwas Overacting und bitterbösen Humor, ist der Film ernst und humorlos in Szene gesetzt. Es gibt den Steppenwolf, der nach Rache giert und dabei auch über Leichen geht. Er, der für den Staat auch gefoltert hat. Ein knallharter Antiheld. Er hat es stark gespielt. Fast noch eindrücklicher war Anna Starchenko als Tamara. An welcher Krankheit sie leidet, wird nicht erklärt. Für mich sah es aus wie eine stake Form von Autismus oder sonstige kognitive Einschränkungen. Eigentlich spielte jeder stark. Der Film hat auch gefesselt. Nebst der dem brutalen, nihilistischen Grundton hat mich die End-Zeit-Stimmung gepackt. Dazu Gefühle der Hoffnungslosigkeit. Das gefiel mir.
Die Musik hat mir gefallen. Hypnotische Klänge und Retro-Vibes. Etwas vom besten waren die Kameraführung und die wunderschönen, abwechslungsreiche und karge Aufnahmen von Kasachstan. Die Einöde passt perfekt zum gewalttätigen Endzeit-Szenario. Die Action-Szenen sind realistisch eingefangen worden und gehen zum Teil unter die Haut. Teilweise fühlte ich mich an Italo-Western erinnert, was die Kameraführung angeht. Überall liegen zerstörte Autos, Leichen, brennende Wracks. Ziemlich stimmungsvoll.
Fazit: Knallhart und nicht uninteressant!
Infos:
O: Steppenwolf
Kasachstan 2024
R: Adilkhan Yerzhanov
D: Anna Starchenko, Berіk Aitzhanov, Azamat Nigmanov, Yerkin Gubashev
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 102 Min.
Gesehen am: BIFFF 2024
Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton mit englischen Subs, Uncut. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).
Young Flying Hero Review
Young Flying Hero
Story:
Ein kleiner Junge (Pa Ke) mit magischen Fähigkeiten kämpft gegen einen bösen Lord (Chao Chiang) an, um seine Familie zu befreien…
Meine Meinung:
Young Flying Hero ist ein seltener, fast unmöglich zu bekommender Film (in einer legalen, physikalischen Fassung/Form) aus Taiwan aus dem Jahr 1970. Deshalb und aufgrund Monster-Kaiju-Szenen ist der Film bei Sammlern sehr gefragt. Ich kenne den ähnlich gelagerten Golden Boy subdues Monsters, den ich vor vielen Jahren einmal am NIFFF in meinem Hotelzimmer sah. Dasselbe tat ich nun auch mit Young Flying Hero am BIFFF. Der lag mir nämlich seit paar Jahren als Youtube Kopie bzw. Download vor.
Wird der taiwanesische Fantasy-Film mit Kaiju-Momenten seinem Ruf gerecht? Leider definitiv nicht. Young Flying Hero darf sogar als Enttäuschung betrachtet werden. Viele dieser Filme sehen besser aus, als sie sind (z.B. The Boy and a Magic Box). So auch Young Flying Hero von Regisseur Tang Mu-Hua. Das Kind wird von Pa Ke gespielt. Er wirkte in mehreren Filmen mit Fantasy-Elementen und Gummi-Monstern mit (Devil Fighter, A Valiant Villain). Regisseur Tang Mu-Hua wurde in Japan geboren und war u.a. für den verschollenen Devil Fighter für die Effekte verantwortlich.
Das Hauptproblem von Young Flying Hero ist folgendes: der Film ist schlicht und einfach langweilig. Die Monster kommen nur in einer einzigen Szene im Finale vor und dies dauert vielleicht fünf Minuten. Abgesehen davon gibt es keine Monster zu sehen. Sehr schade, sehr enttäuschend. Die Monster-Szenen sind zwar cool, charmant und nach meinem Geschmack, doch würden diese fünf Minuten nie einen hohen Kaufpreis rechtfertigen, seltener Film hin oder her.
Ansonsten ist der Film einfach langweilig. Es gibt viele Längen und der Film überzeugt weder von den harmlosen, unblutigen und unspektakulären Schwertkampfszenen, dem Plot oder der unauffälligen, lahmen Musik. Immerhin hat Pa Ke als Kind in seiner Rolle nicht genervt und auf Klamauk wird verzichtet. Die Darsteller um Pa Ke, Chao Chiang und Co. waren glaubhaft und bemüht. Das war dann leider aber schon alles.
Fazit: Wird dem Hype nicht gerecht. Würde ich mir nur für wenig Geld und aufgrund der (wenigen) Kaiju-Szenen aus dem Finale in die Sammlung stellen!
Infos:
O: Xiao Fei Xia
Taiwan 1970
R: Tang Mu-Hua
D: Chao Chiang, Pa Ke
Laufzeit der Onlinefassung: Ca. 90 Min.
Gesehen am: 15.04.24
Fassungen: Ich sah mir davon eine Online-Kopie (Youtube und
Co.) an = Uncut, Vollbild, O-Ton, chinesische Subs. Als legale Fassungen sind mir
Fassungen aus Taiwan (VHS) und Indonesien (VHS) bekannt. Beide befinden
sich im Besitz aus Sammlern aus London (TW VHS) und den USA (Indonesische
Fassung). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: April 2024). Bilder der Fassungen aus Taiwan und Indonesien:
Restaurant Besuch (Taverne - Restaurant le Dynastie)
Heute standen nur zwei Filme auf dem Programm. Ich wollte etwas länger schlafen (10.00 Uhr) und mich erholen. Jedoch wurde dies, zu meiner negativen Überraschung, durch einen extrem lauten Laubbläser verhindert, der schon nach 08.00 Uhr massiv Lärm verursacht hat. Mein Zimmer ist auf den grossen Parkplatz des Hotels ausgerichtet, wo der Folterknecht motiviert seine Arbeit verrichtete und mich quälte. Also nichts mit Ausschlafen. Ich stand auf und schrieb mit Kopfhörer und Filmmusik dazu die Reviews und Berichte von gestern.
Ich war sehr kaputt und verspannt. Zudem war mit schwindelig, da zu wenig getrunken. Es war draussen sehr windiges und wechselhaftes Wetter. Etwas, worauf ich seit paar Jahren neu mit Kopfweh und teilweise leichter Migräne reagiere. Ich brauchte lange, bis ich heute die Texte geschrieben hatte. Kam schwer in die Gänge. Kurz vor 12.00 Uhr verliess ich das Hotel. Nachts habe ich im Südwesten der Expo noch nach neuen Restaurants gesucht und eines gefunden, welches ich heute testen wollte und welches am Montag geöffnet sein sollte: das Taverne - Restaurant le Dynastie.
Das Restaurant liegt in der belebtesten Gegend nahe dem Filmfest. Hier gibt es mehr als nur drei Geschäfte, diverse Essmöglichkeiten und sogar einen Aldi. Und Menschen. Richtiges Leben, wie ich es seit der Ankunft in Brüssel nicht wahrnahm. Ich fand das Restaurant. Auf dem Weg dorthin sah ich weitere Restaurants, welche mir google letzte Nacht angezeigt hat. Viele geschlossen (da montags geschlossen) und einige «für immer geschlossen» und nur noch leere Ruinen vergangener Tage.
Das Restaurant hatte genau einen einzigen Kellner. Der hat
seine Sache aber selbstsicher erledigt. Es gab auch eine englische Karte. Ich bestellte:
Als Vorspeise:
Carpaccio de bœuf
16,00 €
Als Hauptgang:
Pure beef tenderloin - Sauce of your choice
29,50 €
Mit Pommes und
sauce bearnaise
Als Dessert: Chocolate
mousse
7,50 €
Ich hätte besser auf die Vorspeise verzichten sollen. Alles war fast zu viel für mich. Am Mittag habe ich weniger Hunger als z.B. abends, wenn ich den ganzen Tag wenig bis nichts gegessen habe. Auf der anderen Seite war gerade die Vorspeise ein Traum (aber sehr grosse Portion). Ich hatte vor zwei Tagen (siehe Restaurant Bericht) schon Carpaccio, aber das von heute war eine andere Liga! Super gewürzt, super lecker, hervorragend für sich allein gesehen! Ich hatte einen Fensterplatz und konnte so genau das Treiben draussen beobachten. Das Wetter war typisch für im April: Windig, sonnig bewölkt, bedeckt etc. Unterschwellig machte sich, seit dem Morgen, ein leichtes Kopfweh bereit.
Der Hauptgang war gut (die Pommes) bis sehr gut (Fleisch).
Eher ein kleines Stück (Medium gebraten) und super zart. Den Salat habe ich
nicht erwartet. Das sah ich jetzt schon mehrfach, dass es einen solchen gab
obwohl nicht offiziell bestellt. Der war absolut nichts Besonderes, zu gross
und viel zu wenig Sauce. Bis auf paar wenige Pommes habe ich alles gegessen,
ehe ich als Dessert noch Schokoladen-Mousse bestellte. Da war ok, aber nichts
Besonderes und nicht wirklich frisch zubereitet. Inzwischen regnete es draussen.
Ich zog mich danach, mit einem Abstecher ins Aldi, ins
Hotel zurück.
Fazit:
Hervorragend
Sehr gut
Gut und solide (Vorspeise = Hervorragend)
Enttäuschend