Demon
Story:
Piotr (Itay Tiran), der in London lebte, kehrt in sein Heimatland Polen zurück. Dort will er seine Freundin Zaneta (Agnieszka Zulewska) zur Frau nehmen, was seinem neuen Schwiegervater (Andrzej Grabowski) nicht sonderlich passt, da ihm Piotr fremd ist. Piotr und Zaneta bekommen ein Haus auf dem Anwesen von Zanetas Familie. Als Piotr bei Arbeiten (Aushebung für einen Swimming-Pool) ein Skelett findet, nimmt die Hochzeit unerwartete Formen an…
Meine Meinung:
Demon ist ein polnisch-israelischer Film von Marcin Wrona und mit Itay Tiran in der Hauptrolle aus dem Jahr 2015. Der Film, der am Filmfestival in Toronto (International Film Festival) erfolgreich gezeigt worden sein soll, markiert den letzten Film von Marcin Wrona. Letzterer hat sich im Hotelzimmer erhängt, während der Film kurz vor seiner polnischen Premiere stand (Gdynia Film Festival). Demon ist ein nicht uninteressanter und durchaus sonderbarer Film, der gut in Severin Films Sammlung von Folk-Horrortiteln in deren Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 passt.
Was Israel und fantastisches Kino angeht, ist mir eigentlich nur The Vigil und eine Akte-X Folge bekannt (Der Golem). Demon ist vor allem sozialkritisches Kino an dem Schicksal der Juden in Polen. Ein Film, der, wie der Plot am Ende auch zeigt, verneint und wegschaut. Auf der anderen Seite ist es ein Folk-Horror-Streifen und es geht um Besessenheit und den Dibbuk. Beim Dibbuk handelt es sich um den Geist einer Verstorbenen Person, welche eine Person in Besitz nimmt, um unerledigte Aufgaben zu meistern. Das Setting ist eine polnische Hochzeitsnacht. Der Film bietet einen Mix aus Sozialkritik, Surrealität (die Szenen der Hochzeitsparty am Ende hatten fast Twin Peaks Vibes), Komik und Horror.
Der Musik gelang es mehrfach, dass eine Gänsehaut-Stimmung aufkam. Das fand ich sehr gelungen Das hätte ich von der Musik und den einzelnen, stimmungsvollen Gruselmomenten nicht erwartet. Da wurde ich angenehm überrascht, da so nicht erwartet (zumal die US-Blu-Ray fantastisch vertont wurde). Obwohl das Setting weniger mein Fall ist (ich weiss schon, warum ich nie heiraten werde), war die Darstellung, nehme ich Mal an, relativ authentisch, was polnische Traditionen und Feste angeht. Auf jeden Fall war der Film glaubhaft gespielt. Das Ende mag zwar konsequent sein, auf der anderen Seite nimmt die Gruselstimmung im letzten Viertel leider rasant ab.
Fazit: Nicht uninteressanter Folk-Horror!
Info:
O: Demon
Polen, Israel 2015
R: Marcin Wrona
D: Maja Barelkowska, Maria Debska, Piotr Domalewski, Katarzyna Gniewkowska, Andrzej Grabowski
Laufzeit der US-Blu: Ca. 94 Min.
Gesehen am: 03.02.26
Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = All
The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Der Film ist Uncut und
im O-Ton (vor allem Polnisch mit englischen Subs). Die Bildqualität ist sehr
gut, die Tonqualität sogar exzellent. Als Extras gibt es u.a. einen Kurzfilm.
In Deutschland wurde der Film unter dem Titel Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen (siehe Plakat unten) von Donau Film auf DVD veröffentlicht.


