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Sonntag, 21. Juni 2026

Ghost of Kasane Swamp

Ghost of Kasane Swamp

Story:

Ein Sohn eines Samurai wird informiert, dass sein Vater unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Der Sohn findet heraus, dass sein Vater selbst seine Ehefrau und einen blinden Geldeintreiber getötet und die Leichen durch zwei Komplizen in einem Sumpf hat verstecken lassen. Der blinde Masseur hatte viel Geld. Die Frage stellt sich jetzt: Wo ist das Geld und wer hat es?

Meine Meinung:

Ghost of Kasane Swamp stellt ein Remake dar (Original = The Ghost of Kasane aus dem Jahr 1957) und anscheinend, wenn das stimmt, was ich gelesen habe, die letzte Produktion der Daiei Studios. Ich fand den Film solide und unterhaltsam, auch wenn es eigentlich nur sehr wenig Ghost-Szenen in dem Film zu sehen gibt. Der Plot wirkt hier und da etwas überladen. Vor allem am Anfang und Mittelteil geht die Post ab und unzählige Figuren tauchen auf. Dennoch kann dem Treiben gut gefolgt werden, auch wenn es im Verlauf auch noch einige Sub-Plots zu sehen gibt.

Der Film ist zuweilen stimmungsvoll inszeniert, aber nur wenig gruselig. Bei zwei Ghost-Szenen empfand ich die Musik als billig. Der Sumpf selbst kommt nur vereinzelt vor. Die Zwischenmenschlichen Beziehungen, Motive und Intrigen dominieren das Geschehen und überwiegen die kleine Anzahl an Rache- und Ghost-Szenen. Der Film ist allgemein toll inszeniert und die Schauspieler machte ihre Sache ordentlich. Ich fand es gut, dass auf Klamauk verzichtet wurde. Ein Nachteil ist, dass sich keine Gefühle gegenüber den Figuren einstellen.

Das aufgrund der Tatsache, dass alle, und damit meine ich wirklich alle Figuren im Film Dreck am Stecken haben, andere übers Ohr hauen und durch und durch unsympathisch charakterisiert sind. Es gibt keine Guten oder Helden in der Geschichte. Es wird allgemein ein depressives und düsteres Weltbild dargestellt, welches deprimierend erscheint. Da überrascht es dann eigentlich auch nicht, wenn Betrug, Gewalt, Rache, Hintergedanken, Verrat und Tod die Folge sind und die Geister daher auch in den Hintergrund geraten.

Fazit: Fans von klassischen jap. Geisterfilmen können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Kaidan Kasane-ga-fuchi

Japan 1970

R: Kimiyoshi Yasuda

D: Saburô Date, Kenjirô Ishiyama, Teruo Ishiyama, Reiko Kasahara

Laufzeit der UK-Blu: 82:34 Min.

Gesehen am: 21.06.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films (Daiei Gothic Vol. 2) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Freitag, 29. Mai 2026

Der Blob

Der Blob

Story:

Ein militärisches Experiment schlägt fehl = Der Blob droht die Einwohner (Kevin Dillon, Shawnee Smith) einer Kleinstadt zu vertilgen…

Meine Meinung:

Der Blob ist eine Kindheit/Jugenderinnerung von mir und damit mit viel Nostalgie verbunden. Der Film von Chuck Russell (A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors) ist ein Remake des Ende des 50er Jahre Filmes The Blob. Dieses sah ich nie (glaube ich) und muss sagen, dass mich dieses auch nicht interessiert (so alte Filme sagen mir i.d.R. kaum zu). Damit gleicht Der Blob John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt. Wie in diesem überzeugen in Der Blob auch die phänomenalen Effekte- und Make-Up-Sequenzen.

Die Monster- Schleim- und Zersetzungs- und Splatter-Effekte in Der Blob sind der Wahnsinn. Da einzelne Namen rauszupicken, die dafür verantwortlich waren, ist kaum möglich, bei der schier grossen Auswahl an Personen, die an den Effekten gearbeitet haben. Auf jeden Fall sind es absolut sehenswerte Effekte und Horrorfans werden voll auf ihre Kosten kommen. Zudem mag ich die 80er Jahre sowie die typische US-Kleinstadt-Stimmung, in der jeder jeden kennt. So was mag ich einfach. Der Film hat mich von der ersten bis zur letzten Sekunde unterhalten. Dazu kommt, dass mir die Mehrheit der Figuren gefällt. Diese sind, bis in die kleinsten Rollen, toll gewählt und wirken authentisch. Oder zumindest so, wie ich mir das vorstellen würde.

Kevin Dillon (der Haarverlängerungen trug) und Shawnee Smith (Summer School, Saw X) geben ein sympathisches Duo ab. Als Zuschauer fiebert man mit ihnen mit. Was die Figuren angehen, gibt es zwei Überraschungen. Zum einen, dass die von Donovan Leitch gespielte Figur, die zuerst als Hauptfigur eingeführt wird, ein schnelles Ende findet und dann die Szene mit Eddie in der Kanalisation. Das war für einen US-Mainstream Film ungewöhnlich, auch wenn es nicht immer ganz ausgeschlossen werden kann (siehe die Swimming-Pool Szene mit dem Kind in Der Horror-Alligator). Und als Twin Peaks Fan war es eine nette Überraschung, Jack Nance (Blue Velvet) in einem Gastauftritt erleben zu dürfen. Cool.

Fazit: Für mich der beste «Blob»!

Infos:

O: The Blob

USA 1988

R: Chuck Russell

D: Kevin Dillon, Shawnee Smith, Jeffrey DeMunn, Joe Seneca, Del Close, Donovan Leitch, Paul McCrane, Jack Nance

Laufzeit der deutschen DVD: 91:02 Min.

Gesehen am: Kind- oder Jugendzeit / Neusichtung: 29.05.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Columbia TriStar (Horror Box zusammen mit Ghosts of Mars und Candyman’s Fluch) = Uncut, Deutsch/Englisch (die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen), gute Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es in Deutschland inzwischen auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 14. Mai 2026

The Blade

The Blade

Story:

Ting On (Vincent Zhao Wenzhuo) rettet die Tochter (Valerie Chow Kar-Ling) seines Meisters (Austin Wai Tin-Chi) und verliert dabei einen Arm und stürzt in den vermeintlichen Tod. Doch Ting On überlebt und bringt sich selbst, auch mit nur einem Arm, eine Kampftechnik bei, die es ihm erlaubt, zu überleben. Denn er kennt nur ein Ziel: Rache am Killer (Xiong Xinxin) seines Vaters zu üben!

Meine Meinung:

The Blade von Tsui Hark (Shanghai Blues, Dragon Inn) stellt ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The One-Armed Swordsman mit Jimmy Wang Yu dar. Dem Chang Cheh Klassiker. Der Film entstand 1995 und zu einer Zeit, als das goldene HK-Kino schon fast erloschen war. Die Unsicherheit aufgrund politischer und geschichtlicher Ereignisse (1997 die Rückkehr nach China) wirkte sich auch negativ auf das HK-Kino aus. Zudem liess sich Tsui Hark vom Arthouse-Regisseur Wong Kar-Wai beeinflussen.

Obwohl The Blade teilweise sehr gute Kritiken bekam, nehme ich den Film als überbewertet wahr. Zudem ist The Blade nicht das, was ich von einem richtigen HK-Film der 90er erwarte. Ich sah mir The Blade heute, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal an. Im Januar 2006 sah ich den Film via UK-DVD und empfand den gemäss meinem uralten Review als gelungen. Als Warner Archive dazumal ihre DVD veröffentlichte, empfand ich The Blade nur noch als mittelmässig. Dies hat sich auch mit der neusten Sichtung nicht geändert.

Somit blieben Tsui Harks beste Filme nach wie vor Titel wie Once Upon a Time in China oder seine ersten drei Titel, die für die New Wave Bewegung immens wichtig waren: The Butterfly Murders, We're Going to Eat You sowie Dangerous Encounter - 1st Kind. Die drei Titel sind für meinen Geschmack nach wie vor die besten Titel, die Tsui Hark realisiert hat. Was mich seit der 2. Sichtung an The Blade am meisten gestört hat, störte mich auch bei der heutigen Sichtung. Trotz angepassten Erwartungen. Die Erzählweise des weiblichen Charakters und ihre Kommentare waren einfach nur nervend. Sie kommentiert das Geschehen und all ihre Szenen hätten entfernt gehört.

Ohne ihre nervenden Momente wäre der Film auch kurzweiliger gewesen. Die Dreiecksbeziehung fesselt nicht und man fiebert mit ihr auch nicht mit. Es ist zwar ganz nett, am Ende als alte Frau in der Rolle der Siu Ling einen Altstar wie Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife 1 + 2) zu sehen, aber im Grossen und Ganzen waren praktisch alle Momente mit Siu Ling und ihren philosophischen Dialogen ermüdend, nervend und zogen den Film unnötig in die Länge. Das war das grosse Minus des Filmes, dessen Laufzeit mit 109 Minuten zu lang ausgefallen ist. Desweitern gibt es vor allem in den ersten 53 Minuten auch kaum sehenswerte Actionsequenzen zu sehen.

Trotz Beteiligung von Namen wie Stephen Tung Wai (Mars Villa), Mang Hoi (The Blonde Fury) oder Yuen Bun (legt auch einen Gastauftritt hin) ist die Choreographie der Kampfszenen so schnell, so verwackelt und so unübersichtlich gefilmt, dass davon oft sowieso so gut wie nichts erkannt werden kann. Drei solche Choreographen an Bord zu haben und dann solche Actionszenen zu realisieren, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Dass weitere bekannte Gesichter in Gastauftritten nicht aufgefallen sind, überrascht bei der wilden Kameraführung nicht. Da wären u.a. auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und Ngai Sing (Flash Point) zu sehen gewesen.

Dennoch hat mich die wilde Kameraarbeit in den Kampfszenen diesmal nicht mehr sonderlich gestört. Da konnte ich die Erwartungen anpassen und damit meinen Frieden tätigen. Denn rein optisch ist der Film halt schon auch sehr gelungen und düster. Es gibt einige innovative Kamerafahrten die im Mix aus Geschrei, Chaos, Blut und Schlamm (zudem ohne einen Funken Humor inszeniert) bestens funktionieren und in der Tat einen interessanten Mehrwert darstellen. Vincent Zhao Wenzhuo (Once Upon a Time in China 4 & 5, Fong Sai Yuk) gibt alles und am meisten Freude hatte ich an Xiong Xinxin (Once Upon a Time in China and America) als Bösewicht. Der hat mich schon bei der ersten Sichtung absolut überzeugt und der Finalkampf allein empfand ich schon immer als sehenswert. Da kommen Samurai- und Italo-Western Vibes zum Tragen! Sehr cool!

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Für mich leider nur eine durchschnittliche Arbeit, die aufgrund des Finalkampfes und der Optik des Filmes knapp in der Sammlung bleibt…

Infos:

O: Dao

HK 1995

R: Tsuo Hark

D: Vincent Zhao Wenzhuo, Valerie Chow Kar-Ling, Xiong Xinxin, Austin Wai Tin-Chi, Moses Chan Ho, Suet Nei, William Ho Ka-Kui, Michael Tse Tin-Wah, Ngai Sing, Yuen Bun

Laufzeit der US-DVD: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Warner Archive vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland gibt es den Film nur in Deutsch auf DVD (Titel: The Blade - Das zerbrochene Schwert). Die deutsche Synchronisation soll «miserabel» sein. Wer eine Blu-Ray möchte, muss nach USA oder England schauen (The Criterion Collection).

Sonntag, 26. April 2026

Deathstalker

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Deathstalker

Story:

Der Deathstalker (Daniel Bernhardt) kommt in den Besitz eines Amuletts. Auf dieses haben es etliche Monster und Geschöpfe abgesehen. Derweil macht sich der Deathstalker zusammen mit Freunden (Christina Orjalo, Laurie Field) auf den Weg, das Königreich zu retten…

Meine Meinung:

Auf Deathstalker freute ich mich am diesjährigen Filmfestival. Es war auch einer der wenigen Titel, die mir im Voraus schon ein Begriff waren. Vor kurzem wurde der Film nämlich von Shout Factory auf Blu-Ray veröffentlicht und der Film stand so oder so auf meiner Wunschliste. Daher war der Kinobesuch eine beschlossene Sache. Deathstalker ist ein Remake eine Roger Corman Trash-Produktion, der dazumal nach dem Erfolg von Conan der Barbar ins Leben gerufen wurde und es auf drei Fortsetzungen brachte. Regie führte Steven Kostanski.

Steven Kostanski dürfte Horrorfans ein Begriff sein. Er realisierte nicht uninteressante Filme wie The Void, Leprechaun Returns, Father’s Day oder Manborg.  Zudem ist Steven Kostanski auch ein Spezialeffekte und Make-Up-Künstler (für etliche Produktionen, in denen er selbst Regie führte oder für Filme wie In a Violent Nature oder Scared Shitless). So erhoffte ich mir in Deathstalker auch die ein oder anderen sehenswerten Effekte und Monstermasken. Und als zweites Leckerli ist der Schweizer Daniel Bernhardt (Nobody, Nobody 2, John Wick) als Deathstalker in der Hauptrolle zu sehen.

Ich kenne keinen der Original-Deathstalker Filme. Mir hat dieser neue Deathstalker gut gefallen. Aus einer neutralen Position gibt es ggf. Punkte, die kritisiert werden könnten (keine Nacktszenen, zu lustig, die Musik fand ich unauffällig). Mich haben diese Punkte aber alle nicht gestört. Der Film war unterhaltsam und wie nicht anders erwartet gibt es etliche coole Monster-Effekte, Kostüme, Make-Up Masken und roter Lebenssaft zu sehen, der vergossen wird. Alle Effekte hatten Charme und das eine Monster hat mich sogar an einen Boss aus einem möglichen SNES-Game erinnert. Toller Retro-Charme. Daniel Bernhardt war solide, auch wenn er nicht allzu viel von seinen Martial Arts Künsten zeigen darf.

Fazit: Auf Steven Kostanski ist Verlass! Wer Genres à la Conen der Barbar und Co. mag, dürfte mit Deathstalker viel Freude haben!

Infos:

O: Deathstalker

Kanada, USA 2025

R: Steven Kostanski

D: Daniel Bernhardt, Christina Orjalo, Paul Lazenby, Nina Bergman, Laurie Field

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 102 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Den Film gibt es seit Mitte Feb. in den USA und Kanada auf Blu-Ray. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: April 2026). 

Sonntag, 14. Dezember 2025

Come Out and Play Review

Come Out and Play

Story:

Ein Pärchen (Vinessa Shaw, Ebon Moss-Bachrach) macht auf einer mexikanischen Insel Urlaub. Doch als sie dort ankommen, finden sie nicht die erhoffte Erholung vor, welche sie sich versprochen haben…

Meine Meinung:

Come Out and Play ist ein mexikanisches Remake des spanischen 70er Jahre Kultfilmes Who Can Kill a Child? des mysteriösen Regisseurs Makinov, der den Film den Märtyrern von Stalingrad widmet (siehe Abspann), der bei Filmfestspielen nicht persönlich auftrat, sondern sich nur via Videobotschaften einblendete (maskiert) und wirres Zeug faselte. Laut imdb führte Makinov nicht nur Regie, sondern hat den Film auch produziert, schrieb das Drehbuch, führte die Kamera, war für die Musik verantwortlich (Sound Department und als Composer) und schnitt den Film am Ende. Allerdings gibt die imdb da auch, so wie es aussieht, seinen richtigen Namen Preis: Santiago Cendejas.

Warum 2012 ausgerechnet ein Remake eines 70er Jahre Filmes aus Spanien gedreht werden musste, weiss ich nicht. Vergleiche kann ich im Moment nicht mehr liefern, da ich das spanische Original sehr lange nicht sah. In meinem alten Review schrieb ich noch, dass es sich fast um ein 1:1 Remake handelt. Das kann aber zu grossen Teilen nicht sein. Dazu ist der Laufzeit-Unterschied zu gross (das spanische Original läuft fast zwei Stunden, während das Remake nur knapp über 80 Minuten läuft). Come Out and Play wird dadurch nicht langweilig und wer nicht nach Logik sucht (oder wie sich die Figuren, zum Teil irrational, verhalten), wird kurzweilig unterhalten. Die Figuren spielen das gut, auch wenn der Zuschauer die Protagonisten nicht wirklich zu mögen beginnt. Man fiebert nicht mit ihnen mir, sondern man nervt sich mehr über ihre Handlungen.

Der Film stellt die Frage, wie der Mensch in solchen Ausnahmesituationen handeln würde. Daraus hätte der Film hingegen noch mehr machen können. Die Settings sind gut gewählt, die menschenleeren Strassen der Insel vermögen eine unheilvolle Stimmung zu generieren. Allgemein ist es ein grosses Plus von Come Out and Play, dass der Film unheilvoll wirkt. Ich mochte die Kamerafahrten und das grösste Plus des Filmes was die Musik (das war auch das Einzige, was mir in Erinnerung bleib). Erklärungen gibt es am Ende keine. Das Ende war auf der einen Seite amüsant, auf der anderen Seite endet es offen. Und es war auf eine Art und Weise auch vorhersehbar.

Fazit: Es kann darüber gestritten werden, ob das Remake nötig oder unnötig war. Auf jeden Fall hat es Dissuasionen ausgelöst und ich fühle mich nun motiviert, mir zu Vergleichszwecken das Original anzusehen.

Infos:

O: Come Out and Play

Mexiko 2012

R: Makinov

D: Daniel Giménez Cacho, Ebon Moss-Bachrach, Vinessa Shaw, Gerardo Taracena, Alejandro Alvarez

Laufzeit der deutschen Blu: 86:49 Min.

Gesehen am: 2015 / Neusichtung am: 16.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Maritim Pictures / Ascot Elite vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch, Uncut.

Montag, 8. Dezember 2025

The Toxic Avenger Review

The Toxic Avenger

Story:

Winston (Peter Dinklage) braucht ein Medikament, ansonsten wird er sterben. Er arbeitet als Hausmeister für eine Firma, die Medikamente herstellt. Doch dessen CEO (Kevin Bacon) lehnt ab und demütigt Winston. Winston, der in armen Verhältnissen lebt, bricht nachts auf der Suche nach dem Medikament ein und wird vom Sicherheitsdienst erschossen. Die Leiche wird in Chemikalien entsorgt. Doch diese sorgen dafür, dass Winston als entstellter Freak mit übermenschlichen Kräften (Luisa Guerreiro) zurückkehrt um an den Bösewichten (u.a. Elijah Wood) Rache zu üben…

Meine Meinung:

The Toxic Avenger, angeblich seit Jahren abgedreht aber keinen Verleih gefunden, ist das Remake des Troma-Klassikers mit gleichnamigem Titel. Geben einige Quellen an, dass dafür der Gewaltgrad schuld sei, dann muss ich sagen, dass das nur Marketing-Gequatsche ist. The Toxic Avenger lohnt sich nämlich eigentlich nicht wirklich und wäre auf Netflix und Co. besser aufgehoben gewesen als im Kino. Der Film ist fürs Kino schlicht zu billig. Und das war sicher auch das Grund, warum der Film so lange keinen Verlieh fand.

Es handelt sich in meinen Augen auch nicht um einen echten Troma-Film, auch wenn der Film u.a. von Lloyd Kaufman und Michael Herz produziert wurde. Zwar ist der Film wirklich bemüht, den Charme der alten Filme auferstehen zu lassen (es gibt auch Hommagen an Class of Nuke 'Em High, den Original The Toxic Avenger oder an den Song Body Talk inklusive Gastauftritt von Lloyd Kaufmann am Ende) und für eine einmalige Sichtung ist der Film okay (aber mehr auch nicht). Der Film wirkt für einen Kinofilm zu billig (da ging das Budget wohl für seine Stars drauf).

Zudem wirkt der Film zu steril, zu sauber, zu zahm und zu harmlos. Wenig Splatter. Wenn, dann geht es ultraschnell (Kamera fängt Szene zu kurz ein oder schwankt zu schnell weg), findet im off screen statt oder mehrheitlich wird auf erkennbares und billiges CGI-Blut- und Splattereffekte gesetzt, was einfach billig aussieht und den Szenen jeglichen Charm und Härte raubt. Auch in der Hinsicht (Splattergehalt) überzeugt der Film nicht. Der Film spielt das Ganze mit angezogener Handbremse ab und moderne, eigene Inhalte haben hier und da auch einen gewissen Woke-Charakter.

Das Einzige, was mir gut gefallen hat, war der verseuchte Vogel, der immer wieder auftaucht und die Bösewichte. Die haben mir durch die Bank gefallen und die verspürten so was die ein Troma-Feeling. Zudem haben Stars wie Elijah Wood (The Faculty, Maniac, Come to Daddy) und Kevin Bacon (Freitag der 13., Beverly Hills Cop: Axel F, MaXXXine) auch viel mehr Screentime erhalten, was erwartet. Die gehen als Bösewichte schon gut ab, ebenso ihre Gang (dessen Ende auf der Bühne war aber eine grosse Enttäuschung, da so massiv viel CGI-Einsatz).

Fazit: Ein Remake, welches die Welt nicht braucht!

Infos:

O: The Toxic Avenger

USA 2023

R: Macon Blair

D: Jacob Tremblay, Elijah Wood, Kevin Bacon, Peter Dinklage, Macon Blair, Julia Davis, Luisa Guerreiro

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 25.09.25

Fassungen: In Bern im Kino gesehen: Uncut (ab 16 Jahren), Englischer Ton, deutsche Untertitel. Das Kino in Muri b. Bern scheint das einzige in der ganzen Schweiz zu sein, dass den Film in den nächsten Tagen immerhin mind. 3x im Originalton zeigen wird. In Deutschland soll der Film am 22.01.26 von capelight pictures auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Samstag, 17. Mai 2025

7 Commandments of Kung Fu

7 Commandments of Kung Fu

Story:

Hsiao Peng (Li Yimin), der in der Apotheke seines Onkels (Ku Cheng) arbeitet, findet eines Tages den verletzen Martial Arts Meister Lung Szu-Hai (Chang Yi). Dieser zieht durch das Land, um Kung Fu Meister herauszufordern. Hsiao Peng pflegt ihn gesund und wird zu Meister Lungs Schüler. Danach ziehen sie durchs Land. Doch nach und nach bröckelt die Fassade von Lung Szu-Hai, der sich als Killer entpuppt. Nachdem dieser Hsiaos Onkel tötet, plant Hsiao dessen Tod zu rächen…

Meine Meinung:

Aka The Seven Commandments of Kung Fu. Nach dem Erfolg von Drunken Master und Co. waren Kung Fu Komödien angesagt. 7 Commandments of Kung Fu von Ko Pao (Ninja Kids) macht dabei keine Ausnahme, auch wenn es mit den humoristischen Momenten doch schneller vorbei ist, als in anderen Kung Fu Komödien dieser Art. Andere Kung Fu Komödien starten kurz vor der 60. Minute mit dem eigentlichen Plot und/oder der Zunahme von Ernsthaftigkeit. 7 Commandments of Kung Fu startet dabei deutlich früher. Somit sind die Szenen mit pubertierendem Klamauk (die viele abführende Medikamente beinhalten) gut auszuhalten.

Inhaltlich macht der Film dabei also keine Überraschungen. Der Film wird sogar als eine Art HK-Remake des Italo-Western Day of Anger mit Lee Van Cleef und Giuliano Gemma angesehen. Dabei schlüpft unser akrobatischer Held Li Yimin (The 7 Grandmasters) in die Rolle des Giuliano Gemma und Dauer-Bösewicht Chang Yi (Die Tödliche Rache) spielt auch hier schlussendlich den Bösewicht, und nicht, wie ich das zuerst falsch erwartet habe, Lung Fei (The Ming Patriots). Letzterer spielt nur eine kürzere Nebenrolle. Das gibt dem Film eine interessante Wendung, da Chang Yi nicht von Beginn an als super fieser Bösewicht dargestellt wird.

Die Musik, gerade in den lustigen Momenten, ist keine bekannte Dudelei, die der Fan aus unzähligen solchen Filmen kennt. Schade, hat man passend zum Italo-Western Inhalt, keine gestohlene Italo-Western Musik in die Szenen integriert. Das wäre cool gewesen. Li Yimin macht als Schüler eine starke Figur, gerade auch dank seiner Akrobatik und Physis. Im Vorspann zeigt er bereits, teilweise im Split-Screen, sein Können. Lung Fei gefällt als Bösewicht und an Chang Yi als, natürlich weisshaariger Bösewicht, hatte ich auch Freude. 

Er gefällt mir als Bösewicht einfach besser statt als Held. Er gibt einen starken Gegner ab. Allgemein wechselt der Ton schnell von der Komödie zum härteren Eastern. Ab einem gewissen Zeitpunkt folgt praktisch nur noch Kampfszene auf Kampfszene. Die Choreographie kann sich dabei sehen lassen. Die Ringe und/oder übergrossen Gottesanbeterinnen aus Stroh, die zum Trainieren dienen, sind innovativ.

Fazit: Für Old School Kung Fu und Chang Yi Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Gong Fu Qi Jie

HK 1979

R: Ko Pao

D: Li Yimin, Ku Cheng, Chang Yi, Lung Fei, Hsiao Hou-Tou, Ma Chin-Ku

Laufzeit der US-VHS: Ca. 84 Min.

Gesehen am: 19.02.25

Fassungen: Ich sah beim Kollegen die US-VHS von Tai Seng = eine 1:1 Kopie der HK-VHS von Video Village = Vollbild, Mandarin O-Ton, feste englische und chinesische Subs, die an den Seiten stark beschnitten sind. Das zweite HK-VHS von Ocean Shores ist zwar auch im O-Ton, hat aber keine englischen Subs. DVDs gibt es z.B. in England (nur Englischer Dub). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Dienstag, 11. März 2025

Nosferatu

Nosferatu

Story:

Vampir Count Orlok (Bill Skarsgård) ist hinter Ellen Hutter (Lily-Rose Depp) her. Dazu braucht er jedoch ihren Ehemann (Nicholas Hoult). Prof. Albin Eberhart von Franz (Willem Dafoe) versucht den Vampir aufzuhalten und Ellen zu retten…

Meine Meinung (Kinofassung):

Die Sichtung des neuen Nosferatu war für mich persönlich ein zwiespältiges Pferd. Auf der einen Seite mochte ich Robert Eggers (The Northman) Filme The Witch und The Lighthouse sehr, so dass mich der Kinobesuch interessierte. Auf der anderen Seite bin ich kein wirklich grosser Fan des Nosferatu-Universums. Die 20er Jahre Version ist in meinen Augen zu lahm und auch die Klaus Kinski Variante habe ich als überbewertet abgespeichert. Von Werken wie Nosferatu in Venedig sprechen wir erst gar nicht. Allerdings war ich nie ein grosser Fan von Filmen wie Bram Stoker’s Dracula und Co., auf dessen Roman schlussendlich auch Nosferatu basiert. Ich finde den besagten Vampir-Inhalt einfach relativ lahm und wenig interessant. So ist das leider auch bei Eggers Version und die Tatsache, dass auf Heimmedium bereits eine Extended Fassung angekündigt wurde, macht die Sache nicht unbedingt vielversprechender.

Der Kinobesuch (wir gingen zu dritt), der mich immerhin von einem späteren Fehlkauf bewahrt hat, war für uns alle drei kein besonders positives Erlebnis. Schlecht ist der Film natürlich nicht, aber auch kein Kracher. An die zwei älteren Nosferatu Filme kann ich mich kaum mehr erinnern, so dass ich nicht sicher bin, was in der neuen Version alles eigenständig dazu gedichtet wurde. In einem Review las ich als Vergleich von Andrzej Żuławski Possession und in der Tat ist der Vergleich, wenn ich reflektiere, gar nicht so verkehrt. Unter dieser Ansicht und mir einer besseren Hauptdarstellerin, hätte mir der Film vielleicht sogar mehr zugesagt. So bin ich aber teilweise fast eingeschlafen.

Nebst der Tatsache, dass der Plot im Grossen und Ganzen bekannt und das Gezeigte relativ lahm ist (der Film läuft bereits in der Kinofassung über zwei Stunden), hat mich vor allem Johnny Depps Tochter Lily-Rose Depp (Yoga Hosers) gestört. Ich empfand ihr Schauspiel als grottenschlecht. Ihre Mimik und ihr Spiel damit sahen sowas von gelangweilt und abgedriftet aus. Schlimm. Absolute Fehlbesetzung. Positiv waren da mehr oder wenig nur Kleinigkeiten wie Willem Dafoes Schauspiel und dass er einen Schweizer spielt, mehreren Katzen-Szenen (und sie überleben), eine kurze Maden-Szene (auf einer «Leiche»), der Todes- und Lustschrei von Nosferatu oder die Tatsache, dass dieser nur einen Schnauz trägt (da kamen doch Bronson, Merli und Co. Vibes auf).

Bill Skarsgård (It 1 + 2) liefert immerhin, was seine Arbeit mit seiner Stimme angeht. Ansonsten hätte man jeden x-beliebigen Mann als «Vampir» casten können, da er praktisch bis aufs Finale kaum (Mal von nah, in hellem oder erkennbar) zu sehen ist. Willem Dafoe (Beetlejuice Beetlejuice) war, wie erwähnt, der beste der Truppe. Nicholas Hoult (The Menu) war solide. Solide war auch die Optik, auch wenn vieles künstlich oder zu dunkel wirkt. Da wurde versucht, der Stimmung des Originales (s/w) zu huldigen. Richtige Horrorparts gibt es kaum. Eine echte Spannung war nie gegeben und gruselig war das Gezeigte auch nie, trotz stimmungsvoller Bilder und Ausstattungen. Es gibt 1-2 Momente, wo von einem leichten Ekelfaktor gesprochen werden könnte (Erbrechen, Speichel, einer Taube blutig den Kopf abbeissen etc.).

Fazit: Stark Geschmackssache. Ich würde Mal sagen, dass der Film vor allem für Fans der alten Nosferatu-Filme zu empfehlen ist!

Infos:

O: Nosferatu

USA, Tschechische Republik 2024

R: Robert Eggers

D: Bill Skarsgård, Aaron Taylor-Johnson, Emma Corrin, Willem Dafoe, Nicholas Hoult, Ralph Ineson, Lily-Rose Depp

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 132 Min.

Gesehen am: 02.01.25

Fassungen: Im Kino gesehen in Englisch mit deutschen Subs. Auf Heimmedium ist bereits eine längere Extended Fassung angekündigt. Hier und da merkt man, dass Material fehlt.

Sonntag, 9. März 2025

Her Vengeance


Her Vengeance

Story:

PR-Direktorin Chieh Ying (Pauline Wong Siu-Fung), die in Macao in einem Club arbeitet, wird auf dem Heimweg von einer Horde Männer (Shing Fui-On, Tse Fook-Yiu, Chan Ging, Hon Yee-Sang, Billy Chow Bei-Lei) vergewaltigt. Nachdem bei ihr eine sexuell ansteckende Krankheit diagnostiziert wurde, flieht sie nach Hong Kong. Dort arbeitet sie u.a. als Kellnerin, ehe sie zufällig auf einen der Vergewaltiger trifft. Nun plant sie, diese zu töten. Sie wird dabei von Hung (Lam Ching-Ying), einem Krüppel, unterstützt…

Meine Meinung:

Lam Nai-Choi (Saga of the Phoenix), der vor allem sehenswerte Genre-Filme wie Brothers from Walled City, Men from the Gutter, The Seventh Curse, Killer's Nocturne, The Peacock King, Story of Ricky oder The Cat realisiert hat, blickt auf eine abwechslungsreiche Karriere zurück. Leider hat er nur wenig Filme realisiert und die Anfänge machte er auch, wie viele andere, bei den Shaw Brothers. Ohne die Shaw Brothers gäbe es wohl auch Her Vengeance nicht. Warum? Her Vengeance wird als Remake des Shaw Brothers Filmes Kiss of Death betitelt. Story of Ricky dürfte wohl einer seiner bekanntesten Filme sein.

Her Vengeance ist ein CAT. III Rape & Revenge Schocker, dessen Drehbuch, und das ist überraschend, von einer Frau (Shirley Woo Suet-Lai) stammt. Ob Her Vengeance mit Ausnahme des Settings (Kiss of Death spielt im klassischen China) viele Unterschiede zum Original widerfahren sind, weiss ich nicht. Ich weiss nicht Mal (auswendig), ob ich Kiss of Death überhaupt gesehen habe, auch wenn ich denke, dass das der Fall ist (Well Go USA DVD?). Auf jeden Fall bekomme ich jetzt Lust, mir auch das Original anzusehen. Her Vengeance wurde aus aktuellem Anlass geschaut, nachdem 88 Films und Vinegar Syndrome ihre Vös nun als Pre-Order gelistet haben.

Ich warte noch Bildvergleiche und Schnittberichte ab. Warum? Weil die Laserdisc aus Hong Kong in Sachen Gewalt länger als alle anderen Fassungen ist und ich nicht weiss, ob diese Zusatzmomente auch auf den neuen Versionen zu sehen sein werden. Auf jeden Fall wird die Laserdisc, fehlende englische Untertitel hin oder her, in der Sammlung bleiben. Der Film geht gut ab. Grausam, im Plot gradlinig und auch die Rachemomente sind innovativ und brutal. Die Vergewaltiger werden u.a. von HK-Film-Bösewichten Billy Chow (Tough Beauty and the Sloppy Slop) und Shing Fui-On (Hong Kong Adam's Family) gespielt. Es gibt sogar etwas Martial Arts mit Mr. Vampire Star Lam Ching-Yin zu sehen, der einen Krüppel spielt. Sehenswert!

Fazit: Empfehlenswerter CAT. III und Rape & Revenge Streifen aus Hong Kong!

Infos:

O: Hyut Mui Gwai

HK 1988

R: Nam Nai-Choi

D: Pauline Wong Siu-Fung, Shing Fui-On, Tse Fook-Yiu, Chan Ging, Hon Yee-Sang, Billy Chow Bei-Lei, Lam Ching-Ying, Elaine Jin

Laufzeit der HK-LD: 79:33 Min.

Gesehen am: April 2007 / Neusichtung am: 08.03.25 / Sichtung der Vinegar Syndrome Vö: 26.05.25

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Star vor = bis auf eine «Porno-Dreh-Sequenz» Uncut und somit bis dato die beste Fassung. O-Ton, keine Subs, gute Bildqualität. Die VCD von Joy Sales/Fortune Star (The Legendary Collection) lohnt nicht, da praktisch in allen Gewaltszenen zensiert. Die VCD von Mega Star entspricht einer gut schaubaren Fassung, auch wenn diese noch immer in wenigen Gewaltspitzen zensiert ist. Der Film wird demnächst in England von 88 Films und in den USA von Vinegar Syndrome erscheinen. Es werden sowohl die CAT IIb und die CAT III Fassung an Bord sein. Beide Labels werben mit dem Zusatz «komplett unzensiert». Die Frage wird sein, ob die Zusatzszenen der HK-LD auch in der Fassung integriert sein wird. Vinegar Syndrome gibt, was Her Vengeance angeht, sogar drei Fassungen an = «CAT III (two versions) & CAT IIb». Gut möglich, dass in der einen CAT. III Fassung die exklusiven LD-Szenen enthalten sein werden. Bevor ich kaufe, warte ich Schnittberichte und Bildvergleiche ab. Bei der US-Disc wird Devil Fetus im Set enthalten sein. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2025). Nachtrag Mai 2025: Rape & Revenge Streifen für Fans von Filmen wie Naked Vengeance, I Spit on Your Grave, Last House on the Left oder Hunting Ground. Den Film sah ich nun, dank Vinegar Syndrome, erstmals in einem durchgehenden Uncut-Print, restauriert (= hervorragende Qualität), im O-Ton und mit englischen Subs. Nebst Wendecover und Booklet gibt es noch ein kurzes Special zu den diversen Schnittfassungen zum Film und ein kurzes Special zum CAT. III Genre. Beides nett und ok, aber für Kenner relativ uninteressant.

Samstag, 16. Dezember 2023

14 Schwerter

14 Schwerter

Story:

Die Familie Yang erleidet in einer Schlacht gravierende Verluste. Die weiblichen Yang (Yukari Oshima, Cheng Pei-Pei, Kathy Chow, Li Jing, Yu Na) schwören Rache am Tod ihrer Brüder, Söhne und Väter…

Meine Meinung:

Aka The Legendary Amazons. Bei 14 Schwerter handelt es sich um eine Festland-China-Produktion und um ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The 14 Amazons. Der von Jackie Chan (Police Story) produzierte Film hat die 2. Sichtung nicht bestanden und fliegt aus der Sammlung. Nicht alles an 14 Schwerter ist schlecht und für junge Fans, die z.B. nicht gerne alte Filme schauen, könnte der Film dennoch interessant sein.

Der Plot dürfte mehr oder weniger dem von The 14 Amazons erinnern. Teilweise erinnert der Film auch an den Shaw Brothers Film The Eight Diagram Pole Fighter mit Alexander Fu Sheng. 14 Schwerter bietet hier und da einige nette Bilder, nette Kämpfe, schöne Pferdestürzte und einen fiesen Bösewicht. Neutral betrachtet ist es auch schön, dass Regisseur Frankie Chan (Fun and Fury) Namen wie Yukari Oshima (Devil Cat), Wu Ma (14 Blades), Fung Hak-On (Edge of Darkness) oder Lam Wai vor die Kamera brachte.

Laut hkmdb «Lam Wai» aka «Vincent Lam Wai». Es ist jedoch wirklich der andere, bekanntere Lam Wai (Bloody Brotherhood), trotz Outfit und Bart klar zu erkennen am Gesicht/Mimik. Wu Ma und Fung Hak-On haben nur Gastauftritte, während Lam Wai eine Nebenrolle spielt und Yukari Oshima eine der Yang-Schwestern. Daneben sind noch die vor kurzem verstorbene Kathy Chow, Shaw Brothers Legende Cheng Pei-Pei (Whiplash) und die mir nicht sonderlich sympathische und relativ talentfreie Cecilia Cheung (Ausnahme: ihre Rolle in King of Comedy) als Yang-Schwestern zu sehen.

Die Schwestern auseinander zu halten war oft nicht einfach, da viele Massenszenen und die Mädels praktisch alle gleich aussehen (Outfits, Rüstung, Helme, schwarze Haare). Der Mix aus altmodischen Effekten und CGI hat nicht immer gepasst. Einige der CGI-Effekte waren mies, ebenso CGI-Hintergründe. Hier und da wurde jedoch auch mehr Aufwand betrieben (Feuerbälle). Auch im Abspann bei den Outtakes zu sehen. 

Was mir nicht gefiel war die sterile, zu saubere und billige Optik, der Humor, die miesen Songs auf Soap Opera Niveau und die Leads Cecilia Cheung und ihr Gegenstück, Xiao Mingyu. Die haben beide einfach schlecht gespielt und haben genervt. Zu keiner Sekunde glaubwürdig und totale Fehlbesetzungen. Die Füllszenen sind lahm und es gibt keine einzige wirklich tolle Action-Szene, so dass 14 Schwerter aus der Sammlung fliegt.

Fazit: Besser The 14 Amazons oder The Eight Diagram Pole Fighter schauen!

Infos:

O: Yang Men Nu Jiang Zhi Jun Ling Ru Shan

China 2011

R: Frankie Chan

P: Jackie Chan

D: Yukari Oshima, Cheng Pei-Pei, Kathy Chow, Li Jing, Yu Na, Cecilia Cheung, Richie Ren Xian-Qi, Lam Wai, Wu Ma, Fung Hak-On

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 108:08 Min.

Gesehen am: Juli 2012 / Neusichtung am: 13.12.23

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Splendid vor = Uncut, Wendecover, O-Ton, deutsche Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.

Donnerstag, 19. Oktober 2023

Night of the Living Dead


Horroktober 2023

Night of the Living Dead

Story:

Diverse Überlebende (Patricia Tallman, Tony Todd, Tom Towles, William Butler, Katie Finneran) verschanzen sich in einem Haus und kämpfen ums Überleben, als Horden von Zombies auftauchen…

Meine Meinung:

Night of the Living Dead ist in meinen Augen nach wie vor ein sehr gutes Horror-Remake zu George A. Romeros Zombieklassiker mit dem gleichnamigen Titel aus dem Jahr 1968, der wohl die berühmteste Zombie-Reihe der Welt lostrat (Dawn of the Dead, Day of the Dead). Neu ist, dass hier auch auf Effekte und eine starke Frauenrolle wert gelegt wird. Anders als im Original wandelt sich Barbara hier von der ängstlichen, hysterischen Frau zur knallharten Überlebungskünstlerin.  

Ansonsten handelt es sich, mehr oder weniger, um denselben Plot wie im Original. Regie führte Effekte-Techniker Tom Savini (From Dusk Till Dawn, Land of the Dead, Deathdream), der in den 80ern wohl seine besten Arbeiten ablieferte (Friday the 13th: The Final Chapter, Maniac, Freitag der 13., The Texas Chainsaw Massacre 2). Und als Regisseur war es selbstverständlich, dass Tom Savini auch die Effekte für das besprochene Remake erstellte. Eine kleine Schande, dass einige der besten Szenen der Zensur zum Opfer gefallen sind.

Die Zombie-Make-Up Masken sind superb. Der eine Zombie (mit der Naht, erfolgt durch die Autopsie) erinnert dabei an den Italo-Film Let Sleeping Corpses Lie. Das Grauen wird, wie im Original, quälerisch langsam deutlich. Und stellt auch die Menschen untereinander als potenzielle Gegner dar. Sei es den von Anfang an unsympathischen Choleriker Cooper oder die schiesswütigen Rednecks am Ende. Der Grundidee von George A. Romero wird damit Früchte getragen. Was den Cast angeht, ist ein grosser, späterer Horrorstar dabei: Tony Todd (Candyman's Fluch). Und in einer kleinen Rolle ist Bill Moseley (House of 1000 Corpses) zu sehen.

Der Film fängt ohne lange Einleitung an und der Film bleibt fesselnd, actionreich und spannend. Die Effekte sind soll anzusehen und auch der Cast macht seine Sache sehr gut. Wer jedoch das Original kennt, wird in dem Remake wenig neue Überraschungen vorfinden. Dem sollte sich der Zuschauer bewusst sein. Da gibt es sicher jene, die finden das gut und hätten Neuerungen kritisch betrachtet und umgekehrt. Man kann es nie allen recht machen. Apropos Remake: Angeblich sollte Tom Savini auch ein Remake zu Umberto Lenzis Film Nightmare City verwirklichen – doch in den letzten Jahren gab es dazu keine News mehr. Wohl ein Projekt, welches nie das Licht der Welt erblicken wird…

Fazit: Wer gerne klassisches Zombie-Kino mag, sprich die langsamen Fleischfresser, macht mit Tom Savinis Remake nichts falsch – im Gegenteil, es lohnt sich!

Infos:

O: Night of the Living Dead

USA 1990

R: Tom Savini

D: Patricia Tallman, Tony Todd, Tom Towles, William Butler, Katie Finneran

Laufzeit der US-DVD: 88:11 Min.

Neusichtung am: Okt. 2023 / Sichtung der UHD: 14.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Columbia Pictures vor = zensierte US-R-Rated Kinofassung (eine echte Uncut gibt es nicht), solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Für die US-Freigabe wurden vor dem Kinostart mehrere blutige Kopfschüsse bei Zombies zensiert und/oder durch unblutige Einstellungen ausgetauscht. Auch die Szene mit dem Schürhaken im Zombiekopf wäre ursprünglich grafischer ausgefallen. In Deutschland auch nur in dieser Version zu haben. Gibt es auch auf Blu-Ray von Nameless Media. Der Film ist bzw. war (?) in Deutschland lächerlicherweise sogar Mal verboten, wenn ich nicht irre. Nachtrag Juni 2026: Meine Gebete wurden erhört: Night of the Living Dead wurde 2025 erstmals offiziell in der völlig unzensierten Version veröffentlicht. Der Film, der dazumal (1990) für seine US-Kinofreigabe in Gewaltszenen zensiert wurde, gibt es nun schick restauriert auf Blu-Ray und UHD. Mir lag die deutsche Steelbook Fassung von Sony / Plaion Pictures vor. Ich sah mir die UHD an = Englischer O-Ton mit englischen Subs, Uncut, neues Master. Das Master beginnt in s/w und wird im ersten Viertel farbig. Die ehemals zensierten Szenen erstrahlen in einer hervorragenden Qualität. Von den zwei Tonspuren sah ich mir die DD 5.1 Tonspur an. Die war ein Genuss. Den deutschen Ton gibt es nur für die zensierte Kinofassung. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Sehr solider Zombiehorror mit tollem Cast (Tony Todd, Patricia Tallman, Bill Moseley). Trotz Regie und Effekten von Tom Savini, ist der Film eigentlich relativ harmlos gehalten, was das frühere Verbot in Deutschland (oder die US-Kinozensur) noch lächerlicher erscheinen lässt. Das Verbot wurde 2018 bzw. 2020 aufgehoben. Horrorfans sollen sich den Film in dieser Form nicht entgehen lassen. 

Sonntag, 4. Dezember 2022

Dawn of the Dead Review

Dawn of the Dead

Story:

 

Ein unbekannter Virus verwandelt Menschen in Zombies. Diverse Überlebende (u.a. Ving Rhames, Sarah Polley, Michael Kelly, Jake Weber, Ty Burrell, Mekhi Phifer, Kim Poirier) verschanzen sich in einem Einkaufszentrum vor den Zombie-Massen…

 

Meine Meinung:

 

Dawn of the Dead war 2004 der erste Spielfilm von Zack Snyder, der später mit einigen audiovisuellen Filmen auf sich aufmerksam machen sollte (300, Watchmen), ehe er zum totalen Comic- und Kommerz-Regisseur aufsteigen sollte. Sein letzter Film war für Netflix und auch ein Zombiefilm (Army of the Dead). Abgesehen von den erwähnten Filmen wie Watchmen oder 300 interessieren mich die anderen Werke von ihm gar nicht.

 

Zack Snyder nahm sich unter finanzieller Mithilfe von Universal einem Horrorklassiker an: George A. Romeros Dawn of the Dead. Das Remake hat mir dazumal (2004) im Schweizer Kino gut gefallen. Besser als erwartet. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich mag den Film tatsächlich auch aktuell noch sehr gut. Im Gegensatz zu anderen Remakes (Evil Dead, Friday the 13th, Last House on the Left, Candyman, The Stepfather) nach wie vor sehenswert!

 

Ich mag bereits den Start des Filmes. Das Unheil ist, bevor der Horror beginnt, spürbar. Die Panik und das Chaos wurden toll eingefangen und auch das Intro mit dem Song When a Man Comes Around von Johnny Cash passt perfekt ins Geschehen! Später fühlte ich mich bei anderen Zombiefilmen (dem Taiwanesischen Film The Sadness z.B.) ans Unbehagen erinnert, welches Dawn of the Dead in den ersten Minuten spürbar werden lässt. Toll!

 

Der Cast ist auch nicht übel. Sarah Polley (die Krankenschwester) oder Ving Rhames (der Cop) sind sympathisch. Das gilt mehr oder weniger für die Hauptfiguren. Die Nebenfiguren sind mehr 08/15 gezeichnet, aber m Vergleich zu heutigen neuen Filmen weitaus weniger nervend. Sie erfüllen ihrem Zweck (mehr oder weniger Kanonenfutter). Schön fand ich die Hommagen und Zitierungen ans Original ("When there's no more room in hell, the dead will walk the earth") oder die Gastauftritte von Tom Savini (zeichnete sich im Original für die Effekte verantwortlich plus kleine Nebenrolle) und Ken Foree (Hauptfigur im Original).

 

Sieht man von einigen wenigen miesen CGI-Explosionen/Feuer-Sequenzen ab, sind die Effekte ordentlich und aufwändig in Szene gesetzt. Das nötige Kleingeld war vorhanden, und das sieht man Dawn of the Dead zu jeder Sekunde an. Die Splatter-Szenen und Zombie-Make-Up Masken sind stark in Szene gesetzt. Auch jetzt, fast 20 Jahre später noch. Tolle Arbeit. Und wer jetzt denkt, dass dafür Profis wie z.B. die KNB-FX verantwortlich war = Fehlanzeige! Wer es gerne blutig mag, kommt m Film definitiv auf seine Kosten. Es gibt auch Neuerungen wie ein Zombie-Baby (Hommage an Dead Alive?) wie auch im Finale eine Hommage an Cannibal Holocaust. Apropos Finale: ich mochte das Ende!

 

Fazit: Gelungenes Remake und sehenswerter Zombie-Horror-Film!

 

Infos:

 

O: Dawn of the Dead

 

USA, Kanada, Frankreich, Japan 2004

 

R: Zack Snyder

 

D: Ving Rhames, Sarah Polley, Michael Kelly, Jake Weber, Ty Burrell, Mekhi Phifer, Kim Poirier, Tom Savini, Ken Foree

 

Laufzeit der jap. DVD: 109:06 Min.

 

Neusichtung am: 18.11.22

 

Fassungen: Mir lag die jap. Premium Edition (Doppel DVD mit Schuber) aus Japan von Universal vor. Die alte Universal DVD aus Deutschland habe ich entsorgt? Warum? Weil die 1. Universal Disc aus Deutschland, verglichen mit der jap. Disc, in Sachen Bild- und Tonqualität deutlich schlechter abschnitt. Deshalb. Zur japanischen Ausgabe: Uncut, DTS Ton, Englischer O-Ton, englische Subs, Unrated Fassung. Inzwischen auch als Blu-Ray zu haben (jedoch sind hier Brüste zensiert, sogar in der Unrated Fassung da gleiches Master wie aus den USA).

Sonntag, 6. November 2022

The Grudge Review

 
Horroktober 2022

The Grudge

Story:

Eine Familientragödie (Mutter bringt ihre Familie um) wird von Detektive Muldoon (Andrea Riseborough) untersucht. Der Fall scheint mysteriös und unheimlich und schon bald ereignen sich auch in Muldoons Umfeld merkwürdige Vorkommnisse…

Meine Meinung:

The Grudge aus dem Jahr 2020 ist ein erbärmlicher und unnötiger Versuch, einen neuen The Grudge mit "Conjuring" Vibes (Rolle gespielt von Lin Shaye) in die Kinos zu bringen. Als Regisseur fungiert Nicolas Pesce, dessen Piercing ich am NIFFF und auch danach sehr mochte. Leider gilt das nicht für The Grudge, der bereits 2004 ein US-Remake erfuhr (allerdings noch mit Zusammenarbeit des Original The Grudge Regisseurs Takashi Shimizu).

In der Regel kann ich mich gut auf solche Filme einlassen und mich gruseln lassen. Ich mag Filme wie Smile, Ringu 1 + 2, The Empty Man, Terrified, The Open House und Co. Teilweise sicher auch mehr als andere Zuschauer, da ich mich gewollt und erfreut auf diese Art Film einlassen kann. Doch in Bezug auf The Grudge war dies nicht der Fall, was gar nicht für den Film spricht. Es gab keine Spannung, keine Schreckmomente und es wurde keine Stimmung/Atmosphäre generiert. Nichts!

The Grudge war nun wirklich praktisch in allen Belangen schlecht: die Figuren sind durch die Bank uninteressant und/oder überzeugen in ihren Rollen nicht. Lin Shaye sollte zudem langsam abdanken. Den schlimmsten Punkt (Keine Spannung, keine Stimmung etc.) wurde ja bereits erwähnt. Weiterhin wirkt die Laufzeit massiv länger, als der Film läuft. Es gibt Längen. Dies wurde mit Hilfe von 1-2 derben Gore-Szenen zu kompensieren versucht. Half nicht. Die Erzählweise ist auch total bescheuert. Da kann natürlich auch keine Stimmung entstehen, bei den ständigen Wechseln von Plots, Figuren und Zeitebenen.

Fazit: Absolut unnötig, ungut und Zeitverschwendung!

Infos:

O: The Grudge

USA, Kanada 2020

R: Nicolas Pesce

D: Betty Gilpin, Andrea Riseborough, Lin Shaye, John Cho, William Sadler, Jacki Weaver, Demián Bichir, Frankie Faison

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 93:44 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Sony vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Wendecover, Deutsch/Englisch mit diversen Subs.