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Samstag, 18. Januar 2025

Blue Velvet

Blue Velvet

Story:

Jeffrey (Kyle MacLachlan) findet ein menschliches Ohr und bringt es auf die Polizeiwache zu Detektiv Williams (George Dickerson). Jeffrey trifft danach auf die Tochter von Williams. Sandy (Laura Dern) ist ihr Name.  Sie erzählt Jeffrey, der über den Fall mit dem gefundenen Ohr neugierig ist, mehr. Dies führt die beiden zur Wohnung einer Sängerin (Isabella Rossellini). Jeffrey beschliesst, nachts in ihre Wohnung einzudringen…

Meine Meinung:

Blue Velvet wurde zu Ehren von Regisseur David Lynch angesehen, der Mitte Januar dieses Jahres verstorben ist. Ich kenne von David Lynch relativ wenige Arbeiten. Als ich vor 15 Jahren Blue Velvet das erste Mal sah, gefiel mir der Film, gemäss meinem alten Review, nicht sonderlich. Dazumal kannte ich keine anderen Arbeiten von David Lynch. Inzwischen habe ich Twin Peaks kennen und lieben gelernt und nachdem ich Eraserhead im Arthouse-Kino sah, wanderte der Film danach auch in meine Filmsammlung. Da ich Eraserhead auf dem Blog schon besprochen und keine anderen Filme ausser Blue Velvet habe, musste dieser ausgewählt werden, zu Ehren von David Lynch neu gesichtet zu werden. Und Blue Velvet hat die 2. Sichtung bestanden.

Ich fand Blue Velvet nicht nur besser als bei der ersten Sichtung, sondern ich empfand den Film schlicht als Meisterwerk. Ein cineastisches Juwel. Genau dafür wurde das Kino erfunden. Über Blue Velvet wusste ich seit Mai 2010 nicht mehr viel. Nur dass Kyle MacLachlan mitspielt und Dennis Hopper den Psychopathen darstellt. Mehr Erinnerung war nicht vorhanden. Blue Velvet aufzufrischen, fühlte sich definitiv mehr an wie eine Erstsichtung. Warum ich den Film so überragend fand? Der Film hat so unendlich viele Twin Peaks Momente und Vibes, dass das für mich als grosser Twin Peaks Fan ein feuchter Traum war (auch wenn Twin Peaks erst nach Blue Velvet entstand).

Jeder spielt hervorragend. Kyle MacLachlan mag ich seit The Hidden und Twin Peaks. Und Dennis Hopper (Land of the Dead, True Romance, The Texas Chainsaw Massacre 2) als krimineller Psychopath macht einen ebenso grandiosen Job. Als schmierige Typen gefallen auch Jack Nance (spielte danach auch in Twin Peaks mit) und ein junger Brad Dourif (Halloween II, Cult of Chucky, Critters 4). In weiteren Nebenrollen überzeugen George Dickerson (Death Wish 4: The Crackdown) und Dean Stockwell (Beverly Hills Cop II). Letzterer arbeitete mit David Lynch bereits in Dune zusammen. Und bei den Mädels sollen Laura Dern und Isabella Rossellini (The Funeral) nicht unerwähnt bleiben.

Die Story ist interessant und wird vor allem ruhig und mysteriös erzählt. Erst gegen Ende nimmt der Plot langsam Fahrt auf. Langweilig wird es nie. Man muss sich aber auf die Art von Lynch einlassen können. Sonst wird es schnell «langweilig». Der Film und viele seiner Momente sind herrlich traumhaft-surreal. Das Highlight war für mich, als Frank Jeffrey auf die Spritztour mitnimmt und das spätere Treffen bei Ben. Herrlich komisch. Zum Brüllen komisch. Jetzt bin ich am überlegen, mir auch Mulholl Drive und Lost Highway anzusehen. Die sah ich beide noch nie…

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Blue Velvet

USA 1986

R: David Lynch

D: Kyle MacLachlan, George Dickerson, Laura Dern, Isabella Rossellini, Jack Nance, Dennis Hopper, Dean Stockwell, Brad Dourif

Laufzeit der deutschen DVD: Ca. 116 Min.

Gesehen am: Mai 2010 / Neusichtung: 17.01.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MGM/20th Century Fox vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs (die deutsche Synchro ist jedoch absolut hervorragend), gute Bild- und Tonqualität. Der DVD sieht man das Alter in Sachen Bildqualität an. Könnte optimaler sein (Schärfer etc.). Da könnte ich über ein Upgrade nachdenken. In Deutschland wurde der Film inzwischen auch auf Blu-Ray veröffentlicht.

Montag, 11. September 2017

Eraserhead Review

Eraserhead

Story:

Henry (Jack Nance) schwängert seine Freundin Mary X (Charlotte Stewart). Sie heiraten und ziehen daraufhin zusammen. Doch Mary X gebärt kein normales Kind – sondern ein monströses Geschöpf welches Henry in den Wahnsinn zu treiben scheint…

Meine Meinung:

Eraserhead war mir vom Titel her schon immer ein Begriff – doch habe ich den Film bis dato nie gesehen. Auch David Lynch war mir ein Begriff. Allerdings kenne ich kaum etwas von ihm – Ausnahmen stellen der Film Blue Velvet und die Kultserie Twin Peaks dar, wobei ich vor allem letztere massiv gerne mag (eine der besten Serien überhaupt).

Andere Filme von Lynch haben bei mir nie gross Interesse geweckt. Ein Umstand, dem es wohl zu verdanken ist, dass ich Eraserhead auch nie gekauft/gesehen habe. Ich wusste jedoch, dass der Film experimentell ist – ein Arthouse Film. Meist habe ich den Titel im Zusammenhang mit dem japanischen Arthouse Film Tetsuo – The Iron Man wahrgenommen wobei die Filme dann doch nicht wirklich ähnlich sind (bis auf die radikale Bildästhetik).

Da sah ich zufällig, dass der Film in Bern (Schweiz) im Kino läuft und diese Chance liess ich mir nicht entgehen – und der Besuch hat sich gelohnt, so dass der Film auf meiner Wunschliste landen wird.

Die Story erklärt das Gezeigte nicht, die Erzählmethoden sind unüblich, der Film ist sehr dialogarm, vieles kann man interpretieren. Mir hat der Film, vor allem die Bildsprache und die Optik, sehr gut gefallen. Die Darsteller machen ihre Sache gut und vor allem die bedrohliche, depressive Stimmung war eine Klasse für sich. Dafür sorgte auch das ekelhafte Monsterbaby, welches durch geniale Effekte zustande gekommen ist – herrlich bizarr und skurril was durch die s/w Bilder nochmals verstärkt wird.

Teilweise fühlte ich mich an den durch Troma vertriebenen Film Combat Shock erinnert – auch dieser Low-Budget Film, der in einigen Kreisen Kultstatus geniesst, erzählt von einem Paar, welches ein monströses Kind zur Welt bringt und alle Figuren versinken in Hoffnungslosigkeit und Depression – mit fatalen, dramatischen Folgen.

So ähnlich geht es auch in Lynchs Erstlingswerk, ein beachtliches Regie-Debüt, zu. Auch der Einsatz der Musik trägt viel zur Stimmung des Filmes bei. Das Ende fand ich klasse, sah ich aber kommen. Wenn man schon den ein oder anderen speziellen Arthouse Film gesehen hat, die schräg enden, entwickelt man ein Gespür für so was. Ich wusste: jetzt kommt das abrupte Ende und so war es dann auch. Und ich verliess zufrieden das Kino.

Und ich freue mich schon jetzt – den Film auf Heimmedium ein 2. Mal sichten zu können – um ggf. neue Details entdecken zu können da man viel in die Story interpretieren kann.

Fazit: Eindrückliches Debüt welches die Klasse des Regisseurs aufzeigt und den es lohnt, sich mehrfach anzusehen!

Infos:

O: Eraserhead

USA 1977

R: David Lynch

D: Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, Jeanne Bates, Judith Roberts

Laufzeit der Originalversion: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 17.08.17 (Kino)

Fassungen: Ich habe den Film Mitte August 2017 in Bern im Kino gesehen (an einer Art David Lynch Retro) im Originalton mit deutschen UT. In Deutschland Uncut, im O-Ton und mit Subs von Capelight auf Blu Ray erschienen (eher helles Bild), in den USA mit neuer Restauration von Criterion (Bild weniger hell als bei der deutschen Blu). Der Film wurde nie in Deutsch synchronisiert. Nachtrag 29.12.22: Inzwischen befindet sich die deutsche DVD von StudioCanal in meiner Sammlung = Neues 4K Master, O-Ton, deutsche Subs, Wendecover, Uncut.