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Dienstag, 24. März 2026

Violent Panic: The Big Crash

Violent Panic: The Big Crash

Story:

Takashi (Tsunehiko Watase) und sein Kumpel wollen sich mit dem letzten Banküberfall einen Traum erfüllen und nach Brasilien fliehen. Doch bei der Flucht stirbt Takashis Kumpel und seine Identität wird aufgedeckt. Zusammen mit einem Mädchen (Miki Sugimoto), mit welchem er eine Affäre hat, versucht er zu entkommen, während diverse Parteien hinter ihm und dem Geld her sind…

Meine Meinung:

Violent Panic: The Big Crash ist einer von zwei Filmen in einem Blu-Ray Set des US-Labels Film Movement. Der andere Film ist Set ist Wolves, Pigs and Men. Erfreut kann ich sagen, dass mir Violent Panic: The Big Crash besser gefallen hat und das Set dank dem Film in die Filmsammlung aufgenommen wird. Gleichzeitig handelt es sich bei Violent Panic: The Big Crash um einen etwas kuriosen Beitrag von Kinji Fukasaku (Swords of Vengeance, Battle Royale, Virus). Er bleibt zwar seinen technischen Standards treu (verwackelte Kamera, viel Geschrei, Gewalt, Musik), aber bedient sich Genres, welche er zuvor so noch nicht erzählt hat.

Der Film ist mit seinen nur 85 Minuten sehr kurzweilig. Der Film ist praktisch nur eine einzig lange Flucht. Takashi und sein Mädchen sind die einzigen zwei Figuren, die etwas mehr beleuchtet werden. Nebst ihnen gibt es mehrere Nebenfiguren und einige Sub-Plots, die zuerst nichts mit Takashis Banküberfall zu tun haben, aber dann nach und nach und vor allem im (übertriebenen) Finale, integriert werden. Mehr zufällig, als gewollt. Der Film ist eine wilde, zuweilen auch überraschend komische, übertriebene oder je nach Szene auch sadistische Produktion, die einige unerwartete Szenen zeigt, die ich in dem Film so nicht erwartet hätte (sondern mehr im Pinky Violence Genre).

Speziell das letzte Viertel war mir zu doch hier und da etwas zu drüber (und zu unrealistisch), um es ernst nehmen zu können. Hier wäre mehr Ernsthaftigkeit statt komische Momente die etwas bessere Wahl gewesen. Es mutet doch fragwürdig an, dass sich so viele Zivilisten, die nichts mit der Sache zu tun haben, der Verfolgung, auch wenn im Affekt, anschliessen und sich und andere gefährden (zudem hätte es gerne auch mehr zivile Opfer geben dürfen).  Auf der anderen Seite war es dennoch sehr cool, so viele echte Fahrzeige, Crashs, Stunts und Explosionen zu sehen. Das verdient Anerkennung.

Mit Namen wie Tsunehiko Watase (Sympathy for the Underdog), Miki Sugimoto (Tokugawa Sex Ban: Lustful Lord), Hideo Murota (Wolf Guy), Takuzō Kawatani (The Street Fighter), Yayoi Watanabe (tolle Nebenrolle als Powerfrau, die den Männern zeigt, wo es langgeht), Ryō Nishida (Samurai Wolf), Nenji Kobayashi (Message from Space), Akira Shioji (The Magic Serpent) oder Harumi Sone (Gozu) ist der Film prominent besetzt. Nach vielen Yakuza-Geschichten stellt Violent Panic: The Big Crash doch eine willkommene und unterhaltsame Abwechslung dar, die sogar, untypisch für den Regisseur, ein Happy End bietet. Ein kleines Kuriosum in Kinji Fukasakus Schaffen!

Fazit: Kinji Fukasaku Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Daigekitotsu

Japan 1976

R: Kinji Fukasaku

D: Tsunehiko Watase, Miki Sugimoto, Hideo Murota, Takuzō Kawatani, Yayoi Watanabe, Ryō Nishida, Nenji Kobayashi, Akira Shioji, Harumi Sone

Laufzeit der US-Blu: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 24.03.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zusammen mit Wolves, Pigs and Men in einem Set inklusive Schuber und Booklet. Der Film ist Uncut, O-Ton und japanische Subs sind vorhanden und die Bild- und Tonqualität ist exzellent. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).

Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Freitag, 19. April 2024

The Wait


BIFFF 2024 Spezial

The Wait

Story:

Spanien bzw. Andalusien nach der Franco-Diktatur:

Eladio (Víctor Clavijo) ist ein hart arbeitender Ehemann und Vater. Er bewohnt die Gegend mit seiner Frau (Ruth Díaz) und seinem Sohn (Moisés Ruiz) und ist der Aufpasser des (Jagd)Landes. Eladio steht stets zu seinen Prinzipien, bis er sich eines Tages von Don Carlos (Manuel Morón) bestechen lässt: dieser will sich für die Jagd mehr Parzellen, als gesetzlich erlaubt. Eladio willigt ein, mit negativen Folgen…

Meine Meinung:

Auf The Wait, einen spanischen Film, freute ich mich. Ich wusste nicht, um was es geht und in den Trailer hatte ich nur reingezappt. The Wait, ein Slowburner, hat mir sehr gut gefallen. Eine kleine, positive Überraschung und Geheimtipp dieses BIFFF. Zwar ist der Plot zuweilen auch nicht unbedingt neu, aber wenn der Zuschauer nicht weiss, um was es geht, wird man lange auf eine falsche Fährte gelockt. Es ist sicher von Vorteil, so wenig wie möglich über den Film zu wissen.

Eine Spannung ist von Anfang an gegeben. Der Plot hält mysteriöse Überraschungen parat. Nach und nach fragt man sich, was man hier zu sehen bekommt: Ein Drama? Eine Rachegeschichte? Oder doch einen Horrorfilm? Auf jeden Fall hat mich der Film von Beginn an gepackt. Es ist sofort ein unwohles Gefühl vorhanden, so als ob jetzt gleich was Schlimmes passieren wird. Der Film ist sehr stimmungsvoll, im weiteren Verlauf auch unheimlich.

Dabei ist der Film erstklassig gespielt. Von allen Beteiligten. Ganz starke Leistung. Jeder hat einen hervorragenden Job gemacht. Das Setting, die Zeit nach dem Franco-Regime spielen zu lassen, war ein kluger Schachzug. Das abgelegene Land und das Haus sorgen für viel Atmosphäre aber auch viele wunderschöne Aufnahmen. Die Kameraarbeit ist sehr gelungen. Auch die Effekte sind gelungen. In einer Alptraum-Sequenz verändert und verwandelt sich Eladio. Diese Effekte waren wirklich toll (An American Werewolf in London Vibes).

Fazit: Ungemütlicher Slowburner = sehenswert! 

Infos:

O: La Espera

Spanien 2023

R: F. Javier Gutiérrez

D: Víctor Clavijo, Luis Callejo, Pedro Casablanc, Ruth Díaz, Manuel Morón, Antonio Estrada

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 99 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024 / 2. Sichtung: 24.06.25

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD oder Blu-Ray (Stand: April 2024). Nachtrag Juni 2025: Für eine 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Film Movement vor. Der Film liegt Uncut im spanischen O-Ton mit englischen Subs vor. Es gibt zwei Extras und ein Booklet. Letzteres zeigt interessante Theorien und Verknüpfungen zum Filminhalt auf (Bibel, Folkhorror). Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut und der Film hat die 2. Sichtung bestanden.