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Samstag, 18. Januar 2020

Azumi Review



NIFFF 2004 Spezial / Japanuary 2020 (DVD wurde 2005* am NIFFF von Kitamura signiert)
* Europa Premiere von Godzilla: Final Wars
Azumi

Story:

Japan im 17. Jahrhundert:

Ein Meister (Yoshio Harada) verspricht einem Sterbenden auf dem Schlachtfeld, dass er alles tun wird, um zukünftige Kriege und damit Leid zu verhindern. Für diesen Zweck bildet er trainierte Killer aus. Eine davon ist Azumi (Aya Ueto). Ihr Auftrag: drei Warlords zu eliminieren. Doch die Aufgabe gestaltet sich beim 2. Warlord schwieriger als erwartet…

Meine Meinung:

Azumi durfte ich 2004 auf der grossen Leinwand erleben (NIFFF) und die damalige Sichtung war eine Wucht! Den Film habe ich sehr lange nicht mehr gesehen, wusste kaum mehr etwas. Dies wurde nun für den Japanuary nachgeholt und mir gefällt Ryûhei Kiamuras (Versus) Manga-Verfilmung mit der J-Pop Sängerin Aya Ueto als Azumi in der Hauptrolle nach wie vor sehr gut! Was für ein schöner Film.

Der Film, mit über 140 Minuten Laufzeit fast ein kleines Epos, erzählt eine unkomplizierte Geschichte, der man sogar eine "Battle Royale" Hommage nachsagen könnte. Man nimmt sich für die Figuren Zeit und langweilig wird es trotz langer Laufzeit nie.

Der Film ist aufwendig gemacht und bietet einige herrlich schöne Aufnahmen, die optisch mehr als gelungen sind. Bei den Kampfszenen nutzt Kitamura diverse Stilmittel – einige wenige erinnerten dabei an die Action-Szenen aus The One und gefielen mir nur wenig gut. Zum Glück sind es nur wenige solcher Szenen. Ansonsten gibt es Zeitlupenaufnahmen zu sehen und eine coole Kamerafahrt (380 Grad Drehungen) beim Finalkampf zwischen Azumi und Bijomaru Mogami, die einfach nur cool waren.

Der Action- und Blutgehalt ist relativ hoch (beim Blutgehalt war ich überrascht). Die Settings sind realistisch gehalten. Ob der Film dem Manga standhält, kann ich nicht sagen, da ich dieses nicht kenne. Aya Ueto als Azumi, die auch in der Fortsetzung zu sehen war und ihre Karriere danach (nebst Sängerin) vor allem in TV-Geschäft weiterführte, macht als Heldin eine starke Figur. Auch die Musik passt immer wunderbar zu den Szenen.

Was auffiel, vor allem im Vergleich zu neueren jap. Samurai Actionfilmen (z.B. Blade of the Immortal von Takashi Miike), ist die Tatsache, dass die Actionsequenzen 2003 noch deutlich ruhiger gefilmt und von der Kamera übersichtlicher eingefangen wurden als dies heute der Fall ist. Kein Schnittgewitter. Das war schon erste Sahne. Die anderen Figuren sind okay bis sehr gut. Wie das öfters der Fall ist, gefielen mir in Azumi die Bösewichte deutlich besser als die Helden (Ausnahme stellt natürlich Azumi dar).

Vor allem die rechte Hand von Warlord Katō Kiyomasa, «Monkey Face» und der irre Bijomaru Mogami, der extra aus dem Gefängnis geholt wird, um Azumi und Co. zu töten, haben mir sehr gut gefallen. Solche Figuren, Overacting hin oder her (ist ja absolut gewollt und entspricht sicher dem Manga), machen für mich in einer Action-Samurai-Story den zusätzlichen Reiz aus, der Dank Regisseur Ryûhei Kiamura zu einem optischen Leckerbissen verkommt.

Fazit: Für Fans des jap. Kinos zu empfehlen und einer der besten Filme von Ryûhei Kiamura! 

Gefolgt von: Azumi 2

Infos:

O: Azumi

Japan 2003

R: Ryûhei Kiamura

D: Aya Ueto, Joe Odagiri, Naoto Takenaka,

Laufzeit der jap. DVD: 143:02 Min.

Gesehen am: Juli 2004 (am NIFFF) / Review überarbeitet: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die limitierte Doppel-DVD aus Japan von Toshiba vor, die 2004 vom Regisseur am NIFFF signiert wurde (damalige Europa Premiere von Godzilla: Final Wars, an welcher Kitamura anwesend war). Die DVD ist Uncut, bietet eine hervorragende Bild- und Tonqualität und O-Ton und englische Subs. Wer den Film Uncut (d.h. Langfassung) und in Deutsch möchte, muss u.a. zur Ösi Fassung von NSM greifen (viele andere europäische Fassungen entsprechen nur einer zensierten internationalen, nicht zu empfehlenden Fassung).

Samstag, 8. September 2018

Der Mann, der Venedig hiess Review


Der Mann, der Venedig hiess

Story:

Ein ehemaliger Cop (Maurizio Merli) schleusst sich in Berlin in eine internationale Gangsterbande ein, um den Tod seines Kollegen zu rächen. Eine Tänzerin (Jutta Speidel) verliebt sich in ihn und umgekehrt. Doch die Gangster schöpfen alsbald Verdacht an der Identität des Cops – zum Beweis, dass er ein echter Gangster ist, muss er als Test einen Polizisten erschiessen…

Meine Meinung:

Bei Der Mann, der Venedig hiess, soll es sich insgesamt um die sechste und letzte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Stelvio Massi und Star Maurizio Merli (Special Cop in Action) handeln nach den Filmen Convoy Busters, Die Zuhälterin, Highway Racer, Hunted City und Kommissar Mariani - Zum Tode verurteilt. Danach, so schien es, hat sich Maurizio Merli aus dem Poliziotteschi Genre verabschiedet, ehe er neun Jahre später aus dem Leben schied (Herzinfarkt).

Der Mann, der Venedig hiess hat mir nur durchschnittlich gefallen. Bisher einer der mässigeren Filme aus dem Genre, welche ich gesehen habe. Mit 1980 auch ein eher später Vertreter seiner Art und mehr Polit-Thriller/Krimi als echter Poliziotteschi. Da bin ich nicht nur von Merli, sondern auch von Regisseur Stelvio Massi deutlich Besseres gewohnt, z.B. The .44 Specialist.

Was meinen Geschmack angeht, haben mir all die Poliziotteschi Titel, welche ich zuletzt sah, jedoch deutlich besser gefallen als Der Mann, der Venedig hiess. Die Gründe sind: viele Längen, wenig und nur unspektakuläre Action, keine spannende Geschichte, die Rachestory kommt viel zu kurz und auch der Soundtrack ist, Stelvio Cipriani hin oder her, nur mässig und bleibt nicht in Erinnerung. Nicht erwähnenswert, obwohl Stelvio Cipriani tolle Lieder fürs Italo Kino komponiert hat (Wild Dogs, Der Tod trägt schwarzes Leder, Der Polyp – Die Bestie mit den Todesarmen).

Gut bzw. solide waren die wenigen Actionszenen, exotische Drehorte (Venedig, Berlin vor Mauerfall) und halt Maurizio Merli (seine Liebe, die er im Film kennenlernt, wird sofort als erstes «gemassregelt» wie man es von Merli nicht anders kennt – erst schlagen, dann fragen) – so dass der Film immerhin nicht unter den Durchschnitt fällt. Und – was sehr gut sein soll – ist die deutsche Sprachfassung. Diese soll den Film aufwerten, was nachvollziehbar ist.

Fazit: Kein Must See Titel. Nur für Fans interessant, die von ihren Lieblingen (Stelvio Massi und Maurizio Merli) alles sehen wollen!

Infos:

O: Poliziotto solitudine e rabbia

Deutschland, Italien 1980

R: Stelvio Massi

D: Maurizio Merli, Jutta Speidel, Arthur Brauss, Francisco Rabal, Jochen Schröder

Laufzeit der jap. VHS: Ca. 104 Min.

Gesehen am: 30.06.18

Fassungen: Mir lag der Film unter dem Titel The Rebel als VHS aus Japan von Toshiba vor = Englisch Dubbed mit jap. Subs, Uncut (104 Min. während die deutsche Fassung nur ca. 87 Min. läuft), gute aber sehr blasse Bildqualität (schwache Farben). In Deutschland nur zensiert erhältlich (Ca. 87 Min., jap. VHS 104 Min.) Eine DVD scheint es weltweit nicht zu geben (Stand: Juli 2018).

Sonntag, 4. Februar 2018

Creature Review



Creature

Story:

Ein Alien dezimiert die Besatzung eines Raumschiffes…

Meine Meinung:

Die Geschichte ist wie so oft in dem Genre nur Nebensache bei diesem Alien Verschnitt. Für einen B-Sience-Fiction Film ist Creature aber wirklich nicht schlecht und kam bei der Zweitsichtung besser als erwartet daher. Ich hatte den Film weniger gut, weniger blutig/effektiv und weniger stimmungsvoll in Erinnerung. So kann man sich negativ täuschen.

Im Gegensatz zu manchem andern Film seiner Sorte bietet Creature schon im ersten Viertel hier und da Effekte und Action, wobei natürlich obligatorische Füllszenen vorhanden sind. Das Alien ist auch meist noch nicht zu sehen – man hält sich an die Spielregeln und will es dem Zuschauer nicht zu früh zeigen, damit eine Spannung aufrecht erhalten bleibt (analog zum Tierhorrorfilm Sub-Genre). Die meisten Actionszenen in Form von Alienattacken und der Dezimierung der Crew beginnt aber erst im späteren Verlauf des Filmes. Die 2. Filmhälfte ist daher sicherlich die bessere.

Die Sets, zumindest im Raumschiff, sind oft billig und wenig stimmungsvoll. Ausnahmen sind die nebligen Szenen auf dem Planeten und die Szene kurz vor Ende, als das Alien scheinbar tot aus dem Boden liegt. Dort kam wirklich Stimmung auf und eine Spannung entsteht in der 2. Filmhälfte, wenn die Helden das Alien jagen und umgekehrt. Dies hatte ich weniger gut in Erinnerung.

Die Figuren sind 08/15. Man darf keine Meisterleistungen erwarten. Die Schicksale sind einem egal. Choleriker Klaus Kinski ist in einer Nebenrolle zu sehen, darf auch Deutsch sprechen im Original und spielt die restliche Cast und Crew locker an die Wand. War schön, ihn in einem solchen „Schundfilm“ zu sehen auch wenn nur Nebenrolle (Hauptrolle konnte man sich wohl nicht leisten). Er wertet den Film zusätzlich etwas auf. Klaus spielt übrigens einen Deutschen namens Hans Rudi Hofner – als Hommage an H.R. Giger, der das Original Alien in Alien (1979) entworfen hat.

Überrascht war ich von den Effekten: der Film ist effektiver und blutiger als andere Alien B-Film-Kopien. Es gibt einige schön blutige und handgemachte Splattereffekte, welche schön getrickst wurden (fehlende Gesichtshaut, explodierender Kopf à la Scanners). Daher wäre eine möglichst gute (und helle) Bildqualität auch wichtig. Auch in der japanischen Laserdisc, welche wohl besser als die DVD Versionen sind, sind einige Effekte Arbeiten nicht gut zu erkennen, da recht dunkel (z.B. Leichen auf dem Planeten). Daher werde ich wohl auch Ausschau halten nach der DVD welche direkt beim Regisseur zu erwerben war (mehr dazu unter Fassungen). Die Effekte-Crew soll die gleiche sein, welche auch für James Camerons Aliens zuständig war. Das Alien selbst dürfte einigen billig erscheinen (Gummikostüm), ich fand es klasse – genau nach meinem Geschmack und mit viel Charme. Vor allem den Kopf fand ich cool und schön getrickst (kein Wunder sieht man dieses auf jedem Cover-Motiv zum Film).

Fazit: Unterhaltsamer Alien-Plagiat, welches hier und da durch stimmungsvolle Bilder aber vor allem durch tolle Effekte und Blut zu glänzen vermag. Zudem bekommt der Fan mit Klaus Kinski ein herrliches Extra präsentiert! 

Infos:

O: Creature

USA 1985

R: William Malone

D: Klaus Kinski, Stan Ivar, Wendy Schaal, Lyman Ward, Robert Jaffe, Diane Salinger

Laufzeit der jap. LD: 94 Min.

Gesehen am: Erstsichtung war vor 2006 / Überarbeitet am: 21.12.17

Fassungen: Die ohne Zweifel beste Fassung ist die US-DVD von Luminous Processes, welche es nur limitiert zu erwerben gab = Uncut, im Original Bildformat, Originaltonformat, neues Master (sehr gute Bildqualität), keine englischen Subs, exklusive Extras und gab es nur direkt beim Regisseur Online zu kaufen (2014). Unverständlicherweise seitdem nicht regulär im Handel nachgeschoben obwohl neues Master. Die DVD sieht man selten auf Ebay (200 USD). Mir lag die jap. Laserdisc von Toshiba EMI vor = Uncut, gute bis durchschnittliche (paar wenige Szenen welche dunkel sind) Bildqualität, sehr guter Ton (Englisch mit jap. Subs) und vor allem: Widescreen! Alle offiziellen DVDs weltweit sind nur in Fullscreen. Viele der offiziell erhältlichen DVDs (z.B. aus Amerika) scheinen eine sehr schlechte Bildqualität zu haben (Bildstörungen, Unschärfen, «grottenschlechte Bildqualität», Ton «noch gerade okay», «mässiges VHS Niveau», «Bildqualität nicht das Wahre, lässt sich noch ertragen»). Auch die UK DVD kommt nicht besser weg («Bild unter aller Kanone») und die jap. DVD ist im Gegensatz zum jap. VHS oder LD auch nur Full Screen. Von den deutschen Fassungen (alle zensiert) reden wir erst gar nicht. Denke, mit der Laserdisc bin ich am besten dran (nebst der teuren DVD vom Regisseur selbst). Nachtrag 24.04.22: Inzwischen ist der Film von Vinegar Syndrome veröffetlicht worden: Schuber, Wende-Cover, Originalbildfomat, O-Ton, englsche Subs, viele Extras. Nebst der regulären Creature Fassung befindet sich noch die Titan Find Fassung auf der Disc. Ich habe mir diese angesehen. Vorteil: Die Dunkelheit sorgt für eine unheimliche Stimmung und die Fassung ist in mind. zwei Gore-Szenen länger als der reguläre Cut. Nachteil: die Bildqualität ist so dunkel, dass viele (blutige) Details und schicke Monster- und Make-Up Effekte nicht bis kaum bis weniger gut zur Geltung kommen. Daher empfehle ich den regulären Creature-Cut. Schade, dass das Label die zwei Gore-Szenen aus der Titan Find Fassung nicht in den Creature Cut hinzugfügt hat:-(