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Mittwoch, 11. März 2026

Je brûle de partout

Je brûle de partout

Story:

Die jungfräuliche Jenny (Susan Hemingway) wird von einem Paar (u.a. Brigitte Lahaie) verführt, unter Drogen gesetzt und an Menschenhändler verkauft. Nun muss Jenny in einem Bordell zusammen mit anderen Frauen ihre Dienste für Kunden anbieten. Ein Gas sorgt dafür, dass sich die Opfer immer in einem erregten Zustand befinden. Als das Paar erfährt, wen sie da verkauft haben (die Tochter eines reichen Geschäftsmannes), planen sie, Jenny zurückzuholen um von ihrem Vater Lösegeld erpressen zu können…

Meine Meinung:

Je brûle de partout war ein extrem seltener Jess Franco (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sinister Dr. Orloff, Dracula, Prisoner of Frankenstein) Film, den es scheinbar offiziell nicht auf Heimmedium zu sehen gab. Unter Fankreisen kursierten scheinbar nur qualitativ schlechte Prints, abgefilmte Versionen und andere Bootlegs. Erst das Label Pulse Video schaffte, wohl auch Dank der Mithilfe von einer Crowdfunding-Aktion, Abhilfe. Und lohnt sich der Film? Leider nein. Oder vielleicht und höchstens für Fans von Brigitte Lahaie (Faceless), die hier und da für Jess Franco, Jean Rollin und Co. vor der Kamera stand.

Trotz der interessanten Fakten um die Seltenheit des Filmes, empfand ich Je brûle de partout als wenig sehenswert. In Wahrheit handelt es sich um einen stinklangweiligen, öden, repetitiven und uninteressanten und leider auch wenig erotischen Soft-Sex-Film, der kaum Plot bietet. Das Ende, die schockierende Pointe, drehte Jess Franco schon zuvor in seinem HC-Porno Feuchte Lippen, in welcher die von de Sade erfundene Person Eugenie im Finale feststellt, dass sie da ihren eigenen Vater als Kunden vor sich hat, um genüsslich weiterzumachen.

Je brûle de partout bietet wirklich praktisch gar nichts, was den Film sehenswert macht. Es mutet so an, als sei der Film auf Wunsch der Produzenten erfolgt um Kohle zu scheffeln. Natürlich sind gewisse Jess Franco Merkmale auszumachen, aber im Grossen und Ganzen sind die Szenen und Figuren austauschbar. Selbst Fans der französischen Porno-Darstellerin Brigitte Lahaie dürfen nicht zu viele Momente von ihrem Star erwarten. Sie gerät in den Hintergrund und ab einem gewissen Zeitpunkt ist sie auch nicht mehr zu sehen. Hauptdarstellerin Susan Hemingway, die in Jess Francos Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne debütierte, wirkt besonders lustlos.

Fazit: Nur für Soft-Sex und Brigitte Lahaie-Fans zu empfehlen…

Infos:

O: Je brûle de partout

Frankreich 1979

R: Jess Franco

D: Susan Hemingway, Didier Aubriot, Jean Ferrere, Martine Flety, Brigitte Lahaie

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 81:16 Min.

Gesehen am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die franz. Blu-Ray von Pulse Video vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, franz. O-Ton mit englischen Subs. Wohl die weltweit erste offizielle Heimkinofassung des Filmes. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026). Als Extras gibt es einen weiteren Brigitte Lahaie Film, eine Doku über ihr Leben und einen weiteren Jess Franco Film (= Dark Mission) zu sehen.

Montag, 29. Dezember 2025

The True Story of the Nun of Monza Review

The True Story of the Nun of Monza

Story:

Sister Virginia (Zora Kerova) wird Nonne. Nach ihrem Eintritt hat sie erotische Alpträume. Sie von später von einem Mann (Mario Cutini) bezirzt. Nach einer Weile lässt sie dies zu und steigt später zur Oberschwester auf. Danach folgen sexuelle Ausschweifungen…

Meine Meinung:

The True Story of the Nun of Monza ist der letzte Film aus Severin Films Nasty Habits: The Nunsploitation Collection. Wie die anderen Filme (Cristiana Devil Nun, Images in a Convent, Story of a Cloistered Nun) ist auch The True Story of the Nun of Monza kein Kracher. Was Nonnen und Sleaze angehen, empfehle ich daher andere Werke wie Nonnen bis aufs Blut gequält, Nuns That Bite, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, School of the Holy Beast, Immaculate oder Benedetta.

Der Film ist von Bruno Mattei (Rats: Night of Terror, Robowar, Zombi 3) und es wurde am gleichen Ort gedreht, wie auch sein The Other Hell, der ein Jahr später entstehen sollte. Der Film wartet mit bekannten Namen wie Franco Garofalo (Die Hölle der lebenden Toten, Sex of the Witch) und Zora Kerova auf. Von Franco Garofalo gab es weniger zu sehen, als ich dachte und Zora Kerova war zu der Zeit ein gefragter Star. Sie spielte in Filmen wie Anthropophagous, Cannibal Ferox oder The New York Ripper mit. Filme, die in Deutschland z.T. früher verboten waren und/oder es noch sind.

The True Story of the Nun of Monza soll auf einer wahren Geschichte beruhen. Zora Kerova schlüpft dabei in die Rolle von Marianna de Leyva, die eine verbotene Affäre mit einem Adeligen gehabt haben soll. Soweit der geschichtliche Ursprung, der für das Drehbuch diente. Der Film ist allgemein schick anzusehen, schön gefilmt und auch die Musik passt. Und es gibt Sex. Jede Menge Sex. Aber halt kaum was Anderes. Zudem ist der Film sehr harmlos und somit auch sehr langweilig.

Fazit: Kein Must Have Titel!

Infos:

O: La Vera Storia della Monaca di Monza

Italien 1980

R: Bruno Mattei

D: Zora Kerova, Paola Montenero, Leda Simonetti, Mario Cutini, Franco Garofalo

Laufzeit der US-Blu: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 28.12.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu Ray (Nasty Habits: The Nunsploitation Collection) von Severin Films = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Ital. O-Ton mit englischen Subs. Als Extras gibt es zwei exklusive Interviews. In Deutschland heisst der Film Das Süsse Leben der Nonne von Monza. Gibt es als DVD von X-Rated.

Sonntag, 30. November 2025

Hexen bis aufs Blut gequält Review

Hexen bis aufs Blut gequält

Story:

Österreich im 17. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung:

Unschuldige (Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien) geraten in eine Fehde zwischen zweien Hexenjägern (Reggie Nalder, Herbert Lom) und dessen Männern (Johannes Buzalski, Herbert Fux)…

Meine Meinung:

Hexen bis aufs Blut gequält ist ein legendärer Exploitation-Film aus den 70ern, der heute wohl als Torture Porn Film betitelt worden wäre und somit Filmen à la Hostel und Co. den Rang abläuft. Hexen bis aufs Blut gequält, der in Deutschland lange verboten war und in den USA ein grosser Erfolg war, wurde zu Ehren von Udo Kier gesichtet. Udo Kier spielte in vielen sehenswerten Filmen die Hauptrolle (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein = für mich seine beste Rolle) und/oder markante Nebenrollen (Suspiria, Blade). Er verstarb diesen Monat.

Hexen bis aufs Blut gequält war, laut Udo Kier selbst, sein erster Farbfilm, in dem er mitwirkte. Er war damals noch ganz jung. Unvergessen sind seine Augen, die zu einem Markenzeichen von ihm werden sollten. Er spielt das sehr souverän und seine Rolle bringt einen Hauch Ethik und Dramatik in den Film, der sich augenscheinlich kritisch und geschichtlich präsentieren will, jedoch vor allem mit ausgewalzten Folter- und Gewaltszenen, darunter auch nackter Haut, Kasse machen wollte. Was den Filmemachern auch gelang.

Die Folterszenen sind auch heute besonders fies anzusehen. Interessant ist, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer gefoltert werden. Darunter ist auch Adrian Hoven (Castle of the Creeping Flesh), einer der beiden Regisseure des Filmes. Die Frauen wie Olivera Katarina, Gaby Fuchs (The Werewolf Versus the Vampire Woman) und Ingeborg Schöner sind mit vollem Körpereinsatz dabei und durften die Männerherzen erfreuen, während schmierige «Typen» und «Fressen» wie Reggie Nalder (spielte auch in der Fortsetzung mit), Herbert Lom (99 Women), Johannes Buzalski (Teenage Playmates) und Herbert Fux (Love Letters of a Portuguese Nun) ebenfalls zu Gefallen wussten. Tolle Charakter-Darsteller. Nebst Reggie Nalder ist auch Johannes Buzalski im 2. Teil zu sehen = die Vorfreude wächst. Lustig ist die Tatsache, gemäss meinem alten Review, das ich durch das Buch Deep Wet Torture auf den Film aufmerksam wurde. Das wusste ich nicht mehr…

Fazit: Herrlicher Schundklassiker mit grandioser Musik, die Cannibal Holocaust Vibes geniesst!

Gefolgt von: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Infos:

Deutschland 1970

R: Michael Armstrong, Adrian Hoven

D: Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien, Reggie Nalder, Herbert Lom, Johannes Buzalski, Herbert Fux

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 25.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Turbine vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (Deutsch ist der Originalton), viele Extras (Dokus, Interviews, Audiokommentar). Turbine haben den Film aus der Versenkung geholt (der Film war lange Zeit verboten).

Samstag, 5. Juli 2025

Rusted Body: Guts of a Virgin III

Rusted Body: Guts of a Virgin III

Story:

Zwei Männer und zwei Frauen foltern einen Mann. Sie wollen an Geld und an ein Code gelangen. Nachdem sie die Info haben entführen sie den Manger der Bank und dessen Ehefrau. Sie vermuten, dass sich der Manager an dem Geld bereichert hat…

Meine Meinung:

Der dritte Teil nach Guts of a Virgin und Guts of a Beauty ist der schlechteste Teil der Reihe. Der Film bietet keine Splatter-Effekte und keine Monster mehr. Schade. Denn genau das hat den Reiz der vorherigen Filme und ihren «Erfolg» ausgezeichnet. Rusted Body: Guts of a Virgin III lohnt sich nur, wenn der Zuschauer auf japanische Soft-Sex-Produktionen steht. Der Film, erneut von Kazuo 'Gaira' Komizu, ist ein Mix aus Soft-Sex, Komödie, Sci-Fi/Mad Scientist und Folterfilm.

Am meisten dominieren die humorvollen, nicht ernstzunehmenden Sequenzen gepaart mit den unendlich vielen Soft-Sex-Szenen. Auf der einen Seite hatte der Plot, da so unfassbar komisch und frei- oder unfreiwillig lustig, etwas. Auf der anderen Seite war das Gezeigte vor allem, auch wenn es hier und da Mal einen erotischen Moment gibt, den die Kamera einfängt, langweilig. Der Film, der nur 70 Minuten Laufzeit bietet, langweilt von Anfang an.

Auch die Folterungen zu Beginn (ein Zahn und ein Zehnagel werden blutig gezogen), vermögen nicht zu «unterhalten». Die Dialoge sind komisch. Die Soft-Sex-Szenen sind natürlich typisch «Japanisch» d.h. mit Fesseln, Bondage oder Tieren (Eimer voller Aale) «verfeinert». Und nein, es gibt keine echte Zoophilie in dem Film zu sehen. Was stark war, war die Kameraarbeit und die Ästhetik. Die Bilder sind optisch schön eingefangen. Die japanische Fogging-Zensur war somit zum grossen Teil nicht notwendig.

Fazit: Lohnt sich nur für Erotikfans japanischer «Erotikfilme». Wer einen Mix aus Soft-Sex, Splatter und Monster-Horror erwartet, dürfte hingegen enttäuscht werden…

Infos:

O: Gômon kifujin

Japan 1987

R: Kazuo 'Gaira' Komizu

D: Asano Keiko, Kiduki Saeko, Kiyokawa Ayu, Sakanishi Ryouta, Yoshihara Hirokazu

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 70 Min.

Gesehen am: 02.04.25

Fassungen: Mir lag die Gaira's Guts Trilogy aus England von 88 Films vor = alle drei Teile Uncut in einer Box, Japanischer O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, Booklet, Wendecover. Zu Rusted Body: Guts of a Virgin III = hervorragende Bild- und Tonqualität, wenig Fogging-Zensur, im Vergleich zu den Vorgängern keine Extras. Wer Deutschen Ton (oder Untertitel) braucht, muss auf die Blu-Ray von Shock Entertainment ausweichen (Österreich).

Montag, 26. Mai 2025

Guts of a Beauty

Guts of a Beauty

Story:

Eine Krankenschwester macht es sich zum Ziel, den Suizid einer Patientin zu rächen…

Meine Meinung:

Aka Entrails of a Beautiful Woman. Bei Guts of a Beauty handelt es sich um den zweiten Teil der «Guts Trilogie» von Kazuo 'Gaira' Komizu (Guzoo: The Thing Forsaken by God - Part I). Die Fortsetzung ist ok und solide. Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten mögen, auch wenn die Filme bis dato von einem Highlight-Faktor weit entfernt sind. War der erste Film mehr im Backwood-Slasher-Setting zu Hause, spielt der 2. Film im Yakuza-Setting.

Es geht um eine Frau, die Opfer der Yakuza wird. Sie wird vergewaltigt und mit einer speziellen Droge gefügig gemacht. Die Krankenschwester, die das Opfer später betreut, will deren Tod durch Suizid rächen. Die Krankenschwester (typischer Erotik-Fetisch in Japan und anderswo) setzt auf vollen Körpereinsatz, um ein Yakuza Mitglied nach dem anderen in den Tod zu schicken. Dazu helfen ihr auch die Drogen, mit welchen sie sich in ein schleimiges Monster verwandelt.

Einzelne Szenen des Filmes sah ich bereits im Bonusmaterial zum ersten Teil. Mind. eine Splatterszene und wie das Monster aussieht. Bemängelte ich im ersten Film das «Monster» als Mensch mit Schlamm bedeckt, so gibt es hier wirklich ein monströses Geschöpf zu sehen. Ohne Haut, blutig und schleimig. Dies hat mich an einige der hautlosen Gestalten aus Hellraiser 1 + 2 erinnert. An den Effekten hatte ich grosse Freude. Die Effekte (Monster und Gore) waren die Highlights in Guts of a Beauty.

Die sehenswerten Splatter- und schleimigen Monstereffekte sind jedoch erst im letzten Viertel des Filmes zu sehen. Zuvor gibt es Längen. Vor allem Längen und viel nackte Haut und Sex. Mir hätte der Film besser gefallen, wenn die Rache und die Monster-Effekte schon ab Mitte des Filmes vorgekommen wären, statt erst gegen Ende. Eine Szene erinnerte mich an den Edward Lee Roman Header 2. Da musste ich schmunzeln!

Fazit: Solide Fortsetzung!

Gefolgt von: Rusted Body

Infos:

O: Bijo no harawata

Japan 1986

R: Kazuo 'Gaira' Komizu

D: Megumi Ozawa, Ayako Ishii, Seira Kitagawa, Ken Yoshizawa, Shinji Sekikawa, Kazuhiro Sano

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 68 Min.

Gesehen am: 02.03.25

Fassungen: Gesehen via Gaira's Guts Trilogy von 88 Films (UK-Blu-Ray) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, ca. 14minütiges Interview mit dem Regisseur. In mind. einer Szene zensiert via Fogging Zensur. Wer Deutschen Ton braucht, muss zur Blu-Ray aus Österreich greifen (von Shock Entertainment).

Mittwoch, 13. November 2024

Gutterballs

 

Gutterballs

Story:

Lisa (Candice Lewald) wird in einer Bowling-Halle vergewaltigt. Eine Nacht später bringt ein unbekannter Killer während einer Partie Bowling die Täter um, einen nach dem anderen…

Meine Meinung (XXX Pin-Etration Edition):

Gutterballs hat die 2. Sichtung nicht bestanden. Ich sah mir nun erstmals die XXX Pin-Etration Edition an. Diese bietet vor allem Alternativmaterial (HC-Szenen), aber nicht mehr Story oder Effekte. Insgesamt läuft die Fassung nur ca. 20 Sek. länger als die reguläre Edition. Ob man diese XXX Pin-Etration Edition braucht, sei Mal dahingestellt. Ob des den Film per se braucht, ist ebenfalls fraglich. Der Film stammt vom kanadischen Amateur-Filmer Ryan Nicholson.

Ryan Nicholson verzeichnet in Amateur-Splatter-Kreisen eine kleine Fangemeinde. Dies, nachdem er mit dem Hostel Klon Live Feed für Aufmerksamkeit sorgte. Danach folgten Titel wie Gutterballs, Hanger, Star Vehicle, Famine und Collar. Ryan Nicholson ist 2019, wenn ich mich nicht irre, an Krebs verstorben. So kann es gut sein, dass seine neueren Filme nie offiziell veröffentlicht werden, so z.B. auch die Fortsetzung Gutterballs 2, die als eine Art Rohschnitt in Texas am Frightmare Weekend gezeigt wurde.

Film-Plakate für Gutterballs und Gutterballs 2 wurden in Bezug auf Klassiker wie Blutgericht in Texas, Der Exorzist, Maniac, Kinder des Zorns, Ab in die Ewigkeit, I Spit on Your Grave, Sie leben oder Halloween gestaltet. Bei der Sichtung des Filmes fühlte ich mich tatsächlich leicht an I Spit on Your Grave inklusive den Slasher Intruder erinnert. Der Film hält am Ende typische Slasher-Regeln parat (das Präsentieren der ganzen Leichen) und auch die Musik hat einen angenehmen Retro-Vibe.

Abgesehen davon und mind. vier tollen, handgemachten Splattereffekten (die Tötungen sind kreativ) kann Gutterballs nicht überzeugen. Der Film wirkt wie ein armer Versuch, einerseits Filmen wie I Spit on Your Grave zu huldigen, andererseits à la Troma voll auf die Kacke zu hauen. Dies, sogar mit teilweisem Erfolg. Nur die Qualität ist dabei schlechter, der Film derber da weniger lustig und vulgärer. Woke-Bewegungen würden heuer von Homo- und Transphobie sprechen inklusiven frauenfeindlichen Inhalten (tatsächlich viele solche Meinungen auf Letterboxd zu finden). Die Figuren sind allesamt uninteressant, nervend und das Schauspiel ist laienhaft und schlecht. Zudem hat der Film, vor allem in den ersten ¾, viele Längen.

Fazit: Nur für Amateur-Splatter-Fans interessant. Mich konnte der Film nicht mehr überzeugen = Film fliegt aus der Sammlung!

Gefolgt von: Gutterballs 2

Infos:

O: Gutterballs

Kanada 2009

R: Ryan Nicholson

D: Alastair Gamble, Jeremy Beland, Nathan Dashwood, Saraphina Bardeaux, Wade Gibb, Mihola Terzic, Stephanie Schacter, Trevor Gemma, Candice Lewald

Laufzeit der holländischen DVD: 95:58 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung: 21.09.24

Fassungen: Für die 1. Sichtung lag mir die Special Collector’s Edition von Japan Shock vor = Uncut Hardcore Version mit Schuber, Postkarten, Deutsch/Englisch ohne Untertitel. Für die 2. Sichtung lag mir die auf 50 Stück limitierte XXX Pin-Etration Edition Fassung (= bekam ich geschenkt) vor = auch von Japan Shock in Deutsch/Englisch ohne Untertitel. Im Vergleich zur regulären Fassung gibt es in Form von HC-Sequenzen neues Alternativmaterial zu sehen. Die Bild- und Tonqualität sind schlecht. Beide DVDs werden entsorgt/Verkauft. In den USA gibt es beide Fassungen in einem Set von Unearthed (Blu-Ray).

Donnerstag, 16. Mai 2024

Cristiana Devil Nun

Cristiana Devil Nun

Story:

Während eines Fluges mit Turbulenzen schwört die junge Cristiana (Toti Achilli), falls sie die Reise überleben sollte, in ein Kloster einzutreten und Nonne zu werden. Doch ihre lüsterne Vergangenheit holt sie mehrfach ein…

Meine Meinung («Hot» American cut):

Cristiana Devil Nun war doch recht enttäuschend da sogar in der expliziteren «Hot» American Fassung harmlos und lahm. Der Film wirkt zuweilen mehr wie ein laues Erotik-Hippie-Drama mit hier und da etwas nackter Haut. Schockiert heute niemanden mehr. Das Hippie-Setting und die Musik trafen überhaupt nicht meinen Geschmack. Wenn man sich ansieht, welches Klientel in dem Flugzeug sitzt und die Gäste stört, hofft man als Zuschauer sogar, dass es abstürzt.

Von der Box, die Severin films zu dem Nunsploitation-Genre veröffentlicht hat, haben mir Story of a Cloistered Nun sowie Images in a Convent klar besser gefallen, auch wenn diese Werke sicher nicht zu den Top-Titeln dieses Genres zählen. Richtige Highlights sind rar gesät. Filme, die Top-Streifen nahekommen und/oder zu den besten Titeln des Genres zählen, sind für meinen Geschmack Werke wie Nonnen bis aufs Blut gequält, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne oder School of the Holy Beast. Apropos Japan:  Nuns That Bite lohnt auch, Geheimtipp!

Der Film wirkt zu übertrieben, unrealistisch und zu unausgegoren. Die Dramatik (z.B. das Ende) wirkt unfreiwillig komisch. Die Reise, welche Titelfigur Cristiana durchstehen muss, zwischen Lust und Gelübde hin- und her gerissen und gegen ihre Triebe ankämpfend und/oder auslebend, wirkt an die De Sade Geschichte von Justine und Juliette (u.a. thematisch festgehalten in Woods Are Wet), aber ohne dessen wirkliche Dramatik fühlbar auf die Leinwand zu zaubern.

Die Darsteller sind allesamt solide und auch mit nackten Tatsachen wird nicht gespart. Dennoch ist der Erotikfaktor klein, Schockierendes gibt es gar nicht zu sehen und die wenigen reingeschnittenen HC-Szenen sind lahme Füllszenen, die vielleicht dazumal noch Leute in die Kinos lockten. Die sonst wo viel gelobte Musik, war leider, wie schon gesagt, gar nicht mein Fall. Es gibt auch etliche Längen, so dass ich den Film nicht wirklich empfehlen kann.

Fazit: Schwacher Beitrag zur Nunsploitation-Welle!

Infos:

O: Cristiana monaca indemoniata

Italien 1972

R: Sergio Bergonzelli

D: Toti Achilli, Magda Konopka, Vassili Karis Jerry Ross, Maria Virginia Benati

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 92 Min.

Gesehen am: 01.03.24

Fassungen: Siehe Story of a Cloistered Nun! Der «Hot» American cut legt mehr Wert auf Schmuddel und Sleaze (inklusive HC-Szenen, die reingeschnitten wurden), während die längere Ital. Fassung mehr Wert auf Story, Handlung und Charaktere legt. Für Fans sind beide Fassungen interessant. Ich habe mir die US-Fassung angesehen. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Den Englischen Dub fand ich aber nur mittelmässig. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2024).

Montag, 15. Januar 2024

Flower & Snake 3

Japanuary 2024

Flower & Snake 3

Story:

Toyama (Hideaki Nagai), ein Geschäftsmann, weigert sich, seinem ehemaligen Geschäftspartner Tashiro in Not zu helfen. Dieser lässt als Rache Toyamas Ehefrau Shizuko (Minako Ogawa) und dessen Schülerin Mitsuko (Mariko Kajikawa) entführen…

Meine Meinung:

Nach den ersten beiden sehenswerten Filmen (Flower & Snake, Flower and Snake 2) ist die Fortsetzung leider enttäuschend ausgefallen. Der Film ist fast mehr ein Remake als eine neue Idee/Fortsetzung. Der Film vermisst das Niveau, den Anspruch, die Klasse, die Qualität, die Erotik und den schwarzen Humor der Vorgänger. Alles ist grundsolide, aber mehr nicht.

Natürlich gibt es viel nackte Haut und Schweinereien. Aber das regt im Zuschauer wenig. Wirklich erotisch/ästhetisch waren vielleicht ca. zwei ganze Szenen im ganzen Film. Klar zu wenig. Der Rest ist belanglos soll heissen wenig sehenswert, wenig erotisch und wenig schockierend. Mehr langweilig und übertrieben. Dem Zuschauer egal. Das liegt auch daran, dass die Figuren nicht interessieren.

Visuell ist der Film zusätzlich lahm und der Plot, obwohl eigentlich wenig Längen bei der kurzen Laufzeit von 71 Minuten, uninteressant. Minako Ogawa (Female Market), Star des Filmes, hat weder die Klasse, noch das Schauspiel und das Charisma ihrer Vorgängerinnen Kaori Asô und/oder Naomi Tani. Auch der restliche Cast ist überschaubar. Flower & Snake 3 ist solide, aber kein Film, der aus der Masse herausragt und daher fliegt der Film aus meiner Sammlung.

Fazit: Besser die Vorgänger schauen. Nur für Nikkatsu-Sammler interessant!

Aka Flower & Snake 5 - Domestication

Gefolgt von: Flower & Snake 4

Infos:

O: Hana to hebi: Shiiku-hen

Japan 1986

R: Shôgorô Nishimura

D: Minako Ogawa, Yuri Yau, Sadami Sakamoto, Mariko Kajikawa, Yûichi Minato, Hideaki Nagai, Shin'ichi Satô

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: Jan. 2024

Laufzeit der HK-DVD: 71:05 Min.

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Panorama vor = solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Gibt es von Japan Shock in Österreich auf DVD (Japanisch mit deutschen Untertiteln). Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Jan. 2024).

Samstag, 13. Januar 2024

Female Market

Japanuary 2024

Female Market

Story:

Frauen werden entführt. Das Ziel: sie auf dem Schwarzmarkt (in Afrika) zu verkaufen. Dafür werden sie trainiert, erniedrigt und gefoltert, damit den Frauen ihr Willen gebrochen wird. Doch eine Frau denkt an Flucht. Ob es ihr gelingen wird?

Meine Meinung:

Female Market bekam ich vom Kumpel geschenkt. Den Film fand ich jedoch relativ mässig, wenig interessant und vor allem, trotz seiner kurzen Laufzeit von nur 68 Minuten, langweilig. Mitte der 80er Jahre hatten die Nikkatsu-Produktionen definitiv nicht mehr das Budget und die Klasse älterer Produktionen wie Flower & Snake und Co. Das geringe Budget sieht man dem Film vor allem in den Settings an.

Der Film von Yasurô Uegaki hat kaum Plot. Es dauert bis zur ca. 50.-55. Minuten, bis etwas Plot erklärt wird und die Handlung einen kleinen Verlauf einlegt. Zuvor wird nur gefoltert, erniedrigt, vergewaltigt. Alle Frauen willigen ein bis auf zwei. Eine davon ist jene, die dann zusammen mit einem Typ, der drogenabhängig ist, flüchtet und ihr Infos Preis gibt. Ziemlich lahm, wie auch das total unspektakuläre Finale. Von Regisseur Yasurô Uegaki kenne ich noch Female Teacher: In Front of the Students. Der dürfte nach einer 2. Sichtung auch aus der Sammlung fliegen.

Ansonsten war Yasurô Uegaki vor allem im Erotik-Film zu Hause. Auch die «Stars» waren vor allem im Erotik-Kino der Nikkatsu-Studios zu sehen. In Filmen mit Titeln wie Wife to Be Sacrificed, Slave Contract, Beast-Man (Wolf), Subway Serial Rape, Beautiful Teacher in Torture Hell, Young Lady Ashiya: Sacrifice, Female Bank Teller: Rape Office, Wife Collector oder Rope Torture. Wer abfährt, wie Frauen missbraucht und erniedrigt werden, wird in Female Market voll auf seine Kosten kommen. Ich fand die Szenen wenig abstossend, da selbstzweckhaft, aber fand die Szenen auch alles andere als «erotisch».

Fazit: Langweilig, billig und uninteressant! Nur ultimativen Nikkatsu-Erotik-Fans/Sammlern zu empfehlen…

Infos:

O: Ryôjoku mesu ichiba: kankin

Japan 1986

R: Yasurô Uegaki

D: Kaori Asô, Minako Ogawa, Kayo Kiyomoto, Tatsuya Aoki, Nobutaka Masutomi

Laufzeit der holländischen VHS: 68:36 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen: Mir lag die holländische VHS von Japan Shock vor = Uncut, Widescreen, O-Ton, englische Subs, gute Ton- und Bildqualität. Gibt es von Japan Shock auch auf DVD (sogar mit deutschen Subs). Eine Blu-Ray und eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Jan. 2024).

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Macumba Sexual

Macumba Sexual

Story:

Alice (Lina Romay) bekommt in ihrem Urlaub den Anruf, sich auf eine nahe entfernte Insel zu begeben um dort Prinzessin Obongo (Ajita Wilson) zu treffen. Vor Ort angekommen erfährt sie vom Hotel-Angestellten (Jess Franco), dass die Prinzessin schon lange tot sei. Alice hat Alpträume und Visionen. Bald schon macht sich Alices Freund (Antonio Mayans) auf die Suche nach der verschwundenen Alice…

Meine Meinung:

Macumba Sexual hat mir nicht gefallen. Viele der zuletzt von Severin Films veröffentlichten Jess Franco Filme waren in meinen Augen nur mittelmässig oder solide (Night of Open Sex, Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip), aber keine Kracher wie die bekannteren Filme des Regisseurs (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, A Virgin Among the Living Dead). Das Hauptproblem waren die Längen und der kaum vorhanden, uninteressante Plot.

Obwohl der Film nur 80 Minuten läuft, sind der Plot und die Szenen, die uns Jess Franco, der auch einen Kurzauftritt hinlegt, wenig interessant. Es tun sich Längen auf. Die Szenen sind wenig abwechslungsreich und es wird mehr oder weniger immer das gleiche gezeigt. Es wird zwar versucht, eine mysteriöse Story und eine Art phantastische Stimmung zu generieren, aber dies kommt aufgrund der Langweile nicht positiv zum Tragen.

Es gibt hier und da Momente, die schön gefilmt wurden oder die an andere Filme erinnern (nackte Menschen via Leine um den Hals als «Hunde» auf allen Vieren = Die 120 Tage von Sodom Vibes) oder denen es ganz leicht gelingt, etwas Stimmung zu generieren. Leider sind solche Momente Mangelware und der Film ist wirklich nur eins: langweilig, langweilig und langweilig. Von echtem Horror keine Spur. Dafür gibt es ellenlangen, immer gleichen (und vor allem unerotischen) Sex.

In den körperbetonten Rollen geben Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sadist of Notre Dame, Night Has a Thousand Desires), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, The House of Lost Women, Bahia Blanca) und Ajita Wilson alles. Letztere sah man auch in Francos Sadomania vor der Kamera.

Fazit: Nur den Jess Franco Sammlern zu empfehlen, die von ihrem Liebling alles sammeln, unabhängig von der Qualität der Filme. Mir persönlich war der Film zu uninteressant und zu lahm, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Infos:

O: Macumba sexual

Spanien 1983

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Ajita Wilson, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 80 Min.

Gesehen am: 28.11.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, exklusive Extras, Region A, B und C. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2023).

Mittwoch, 24. Mai 2023

Salon Kitty

Salon Kitty 

Story:

 

Berlin 1939: SS-Offizier Helmut Wallenberg (Helmut Berger) tauscht die Prostituierten von Kitty Kellermanns (Ingrid Thulin) Bordell mit Agentinnen des Nazi-Regimes aus. Zusätzlich verwanzt er die Räumlichkeiten, um Infos zu erlangen und Druckmittel zu besitzen. Doch als eine Prostituierte (Teresa Ann Savoy) hinter das Geheimnis kommt, planen sie und Kitty, Wallenberg das Handwerk zu legen…

 

Meine Meinung:

 

Zu Ehren des österreichischen Schauspielers Helmut Berger gab es eine Neusichtung von Tinto Brass Epos Salon Kitty, der auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Helmut Berger verstarb am 18. Mai dieses Jahres. Ihm zu Ehren gönnte ich mir eine Neusichtung von Salon Kitty, den ich bisher nur einmal (vor weitaus mehr als zehn Jahren) gesehen habe. Ich wusste nicht einmal mehr, dass Helmut Berger im Film mitwirkt…

 

Wer Tinto Brass andere Filme (Caligula) kennt, weiss, was ihn erwartet: schriller Glanz, Geschmacklosigkeiten, hohen Produktionsstandorts, Provokationen, wunderschöne Sets und Kostüme (von Ken Adam), Overacting, ein Euro-Cult Cast zum Zunge schnalzen. Einzelne Inhalte erinnern dabei an Gestapo's Last Orgy, Love Camp 7, Deported Women of the SS Special Section (aufgrund John Steiner), Private House of the SS-Girls oder Die 120 Tage von Sodom.

 

Im Vergleich ist Salon Kitty jedoch klar aufwändiger (Budget) aber auch harmloser (Gewalt, Effekte, Folterungen). Salon Kitty legt den Inhalt / das Gewicht nicht darauf, mit Gewaltexzessen und Folter zu "unterhalten". Der Film überzeugt durch die Bilder, die Ideen, die Dialoge und das Schauspiel. Helmut Berger, von dem ich nur ganz wenig gesehen habe, u.a. den grandiosen Der Tollwütige oder seine Rolle in Jess Francos Faceless inklusive Gastauftritt in der Kult-Serie Der Alte, ist der grosse Star des Filmes.

 

Jede Szene mit ihn ist ein Genuss! Starke Leistung von ihm! Der bereits kurz erwähnte John Steiner (The .44 Specialist, Tenebrae, Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!) mochte ich auch. Er hat mich schon in Deported Women of the SS Special Section überzeugt und tut das auch hier: seine Art den fiesen Nazi zu spielen ist sehr charismatisch und bleibt in Erinnerung. Bei den Frauen gibt es viel Schönes zu sehen. Wer mich jedoch nicht sonderlich überzeugt, sondern durch ihr Overacting (und den Englischen Dub, mehr dazu unter Fassungen) sehr nervte, war Ingrid Thulin. Die Puffmutter. Ihre Szenen oder jene ihrer Mitreiter waren mir oft zu schrill, zu tuntig, zu abgedreht. Cabaret mässig. Kein Setting für mich. Solche Szenen störten mich zuletzt schon in Die 120 Tage von Sodom, der jedoch deutlich laienhafter war.

 

Fürs Auge bieten dann die Damen wie Teresa Ann Savoy oder Tina Aumont etwas. Und wer Nazi-Settings mag, wird in dem Film voll auf seine Kosten kommen. Aber mehr in Sachen Kunstform. Ja, in einzelnen Szenen will der Film auch klar schocken, wenn Adolf Hitler mit Jesus vergleichen oder die Nazi-Agentinnen mit Behinderten oder Zwergen in Sachen Erotik ausgebildet werden. Aber die Szenen sind, wie das Schauspiel einiger Beteiligten, zu übertrieben, um wirklich zu schocken. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Laufzeit: mit einer Laufzeit von über zwei Stunden ist der Film dann doch auch zu oft zu lang geraten = es gibt auch lahme Füllszenen und Längen. Negativ wirkt sich der schlechte Englische Dub auf den Film und die Qualität aus. Mehr dazu unter Fassungen…

 

Fazit: Extrem starke Leistung von Helmut Berger! Wer das europäische Sexploitation-Kino der 70er voller Erotik, nackter Tatsachen, Schmuddel und Sleaze mag, wird in Salon Kitty voll auf seine Kosten kommen!

 

Infos:

 

O: Salon Kitty

 

Deutschland, Italien, Frankreich 1976

 

R: Tinto Brass

 

D: Helmut Berger, Ingrid Thulin, Teresa Ann Savoy, John Steiner, Tina Aumont, Dan van Husen

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 133 Min.

 

Neusichtung am: 21.05.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Blue Underground vor = Code Free, Englisch/Ital. mit englischen Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Den englischen Dub fand ich, zuweilen mit dem hysterischen Gekreische im Film, mehrfach nervend, billig und unerträglich. Die deutsche Synchro ist, was ich anhand von Clips gesehen habe, qualitativ die beste Fassung und wertet den Film wohl zusätzlich auf. Mit anderen Worten: die US-DVD wird entsorgt und der Film bekommt in Zukunft in Deutsch nochmal eine Chance (die deutsche Blu-Ray ist auch erstmalig in Deutsch/Ital. mit Subs und Uncut erhältlich).

Samstag, 25. März 2023

Silip: Daughters of Eve Review

Silip: Daughters of Eve

Story:

 

Tonya (Maria Isabel Lopez) und Selda (Sarsi Emmanuelle) sind ungleiche Schwestern. Tonya ist streng religiös, hetzt gegen Männer und ersetzt den eigentlichen Priester, der aufgrund Krankheut ausfällt in ihrem Heimatdorf Ilocos an der philippinischen Küste. Besonders die Kinder und Jugendlichen will sie von den «bösen Männern» retten. Sehr zum Unwesen der Eltern der Kinder. Selda, die viele Jahre in Manila in der Stadt lebte, ist hingegen sexuell offen, modern und aufgeschlossen und besucht Tonya zusammen mit ihrem ausländischen Freund. Im Dorf angekommen beginnen alte Fehden zwischen den Beiden neu zu entflammen. Im Mittelpunkt steht dabei Metzger Simon (Mark Joseph), mit fatalen Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Auf den philippinischen Film Silip: Daughters of Eve wurde ich nur dank Mondo Macabro und deren Blu-Ray Vö aufmerksam. Der Film hörte sich interessant an. Viel wusste ich nicht – kannte nur einige Bilder aus einem Blu-Ray Review und das sah vielversprechend aus. Silip: Daughters of Eve hat mir ausgezeichnet gefallen und war besser als erwartet. Obwohl von 1985, entflammt der Filme eine intensive Wirkung wie ältere (Zeitgeist)Klassiker aus den 70ern, wo nackte Tatsachen, Tabus und Tiersnuff im Kino nicht selten zu sehen waren.

 

Silip: Daughters of Eve wird oftmals als pure Exploitation abgetan. Aber der Film ist mehr als das. Eine Art sozialkritische Kunstform als Film. Das würde es gut treffen. Der Film bietet Themen wie Traumata, Rollenverteilung, Eifersucht, Wahn, religiöse/sektenähnliche Inhalte, Grundbedürfnisse wie Sexualität, Fehden und Gruppendynamik (Mob und Lynchjustiz). Der Film bietet viel nackte Haut und Sex. Ja. Aber dabei ist der Film in meinen Augen selten schmuddelig, sondern viel mehr ästhetisch und wirklich auch sexy und erotisch.

 

Das liegt nicht nur an den hübschen (aber auch talentierten) Schauspielerinnen Maria Isabel Lopez, Sarsi Emmanuelle und Myra Manibog, sondern auch, wie die Szenen stimmungsvoll gefilmt und eingefangen wurden. Die Settings in der einsamen und trostlosen Wüste sind eine Wucht, ebenso die Bilder und Musik. Trotz über zwei Stunden Laufzeit wird es zu keiner Sekunde langweilig und der Film schreitet langsam aber grauenvoll dramatisch einem herrlich fiesen und bösen Ende zu inklusive Who Can Kill a Child? Vibes entgegen. Der Film bietet einige Szenen die eine tolle Schockwirkung haben (Mischung aus Gewalt und Sex, Kinder, Tiersnuff).

 

Mit anderen Worten: der Film hat eine intensive Wirkung, die mir gut gefällt wie sein Inhalt, die Machart oder das mutige Schauspiel = klare Empfehlung von meiner Seite her!

 

Infos:

 

O: Silip

 

Philippinen 1985

 

R: Elwood Perez

 

D: Maria Isabel Lopez, Sarsi Emmanuelle, Mark Joseph, Myra Manibog

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 125 Min.

 

Gesehen am: 10.03.23

 

Fassungen: Mir lag die Region All US-Blu Ray von Mondo Macabro vor = Englisch/Tagalog mit englischen Subs, Uncut, exklusive Extras (Interviews, Audiokommentare), erstklassige Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2023).

Dienstag, 14. März 2023

Mansion of the Living Dead Review

Mansion of the Living Dead

Story:

 

Die lesbischen Freundinnen Tina, Vicky, Marta und Maria (u.a. Lina Romay) reisen in den Urlaub. Im Hotel angekommen finden sie ein praktisch menschenleeres Hotel vor. Sie ahnen nicht, dass eine mörderische Sekte in der Gegend ihr Unwesen treibt und auch sie als Opfer auserkoren hat…

 

Meine Meinung:

 

Ich mag ja die meisten Filme von Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, The Sadist of Notre Dame, Two Female Spies with Flowered Panties), aber Mansion of the Living Dead gehört leider nicht wirklich dazu. Der Film, der leicht an die Blind Dead Filme (Tombs of the Blind Dead, Return of the Evil Dead) erinnert, ist einfach vor allem eines: es wird kaum eine Geschichte erzählt und der Film ist stinklangweilig.

 

Der Mix aus Horror, Erotik und Komödie funktioniert nicht. Der Film ist weder gruselig, noch wirklich lustig und auch nicht erotisch, trotz viel nacktem Fleisch, Sex und auch lesbischem Sex. Der Plot ist sehr schleppend und dünn. Selbst für Franco-Verhältnisse. In den ersten 40-45 Minuten passiert gar nichts ausser etwas Bett-Action und wenig anregenden Nackt- und Lesben-Szenen. Unfreiwillig komische Szenen tun sich auf (der Rezeptionist oder der Gärtner als Spanner). Könnte ggf. mit einer tollen deutschen Synchro Spass machen, aber nicht auf Spanisch mit Subs.

 

Die Tempelritter tauchen vor allem im letzten Viertel auf. Da gibt’s eine längere Rape-Szene und eine unblutige Opferung. Und eine Frau an Ketten wird von ihrem Freund, der S/M-Spiele mag, mit Gift ermordet. Damit hätten wir die Highlights auch schon. Das "Make-Up" der Tempelritter ist zumeist lachhaft und wenig effektiv. In ein-zwei wenigen Szenen gelingt es Franco, so was wie eine Spur an Stimmung und Atmosphäre zu schaffen. Die wenig zusammenhängende Story verhindert dies aber grösstenteils.

 

Lina Romay (Black Boots, Leather Whip), hier wieder als Candy Coster unterwegs, ist solide. Aber die Perücke mag ich nicht. Mit ihrer echten Frisur gefällt sie mir besser. Nebst ihr sind  noch Jess Franco Stamm-Schauspieler Antonio Mayans (The House of Lost Women, Bahia Blanca) und die Mädels Mabel Escaño (arbeite mit Franco für Lolita am Scheideweg zusammen), Elisa Vela (Cries of Pleasure), Eva León (Blue Eyes of the Broken Doll) und Mari Carmen Nieto (Night Has a Thousand Desires) zu sehen. Für mich keine bekannten Namen, auch wenn die Damen bereits in anderen (Franco) Filmen mitwirkten, welche ich gesehen habe. Jess Franco taucht, wie es den Anschein hat, diesmal nicht vor der Kamera auf.

 

Fazit: Zu langweilig und wird daher nicht in die Film-Sammlung integriert. Und wirklich nur für ultimative Jess Franco Fans interessant…

 

Infos:

 

O: La Mansión de los muertos vivientes

 

Spanien 1982

 

R: Jess Franco

 

D: Lina Romay, Antonio Mayans, Elisa Vela, Mari Carmen Nieto, Eva León, Mabel Escaño

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 93 Min.

 

Gesehen am: 28.02.23

 

Fassungen: Mir lag die US-All-Region-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, O-Ton Spanisch, englische Subs, exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland auf DVD (einzelne Ausgaben haben keinen deutschen Ton und die Bild- und Tonqualität sollen oftmals sehr schlecht sein).