Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 11. Mai 2019

The Sadist of Notre Dame Review

The Sadist of Notre Dame

Story:

Ein irrer Ex-Priester (Jess Franco) sucht in den Strassen von Paris nach Frauen (u.a. Lina Romay), die er umbringen kann…

Meine Meinung:

The Sadist of Notre Dame kann ich jedem Jess Franco Fan (Jack the Ripper, Two Female Spies with Flowered Panties, Sinfonía erótica) nur empfehlen. Nach seinem Hit Exorcisme (1974) nahm er Szenen davon und fügte mit The Sadist of Notre Dame eine neue Rahmenhandlung dazu. Er verzichtete auf Sex und Erotik und bot dem irren Hauptprotagonisten mehr Szenen, um die Figur zu charakterisieren. Dazu kommt, das Figuren neue Namen erhielten und Dialoge geändert wurden.

Herausgekommen ist ein eigener, neuer Film: The Sadist of Notre Dame – mit dem Meister persönlich, Jess Franco, in der Hauptrolle! Die Sichtung von Exorcisme liegt sicher 10-15 Jahre zurück – das war von der Zeit, in welcher ich Franco wirklich zu schätzen wusste und ich ihm und seiner Qualität noch nicht gerecht wurde. Ich kann mich kaum mehr an den Film erinnern, aber diese The Sadist of Notre Dame Version sagte mir sehr zu.

Mit gefiel der nahezu ernste, pessimistische, düstere Grundton des Filmes und seiner Figur. Hier gibt es kaum amüsante Szenen, trotz viel nackter Haut kaum Erotik. Der Film versteht sich als düsterer Psychothriller mit gestörtem Sex-Killer. Was Jess Franco von der Kirche hält, bekommt der Zuschauer auch zu spüren. Diese bekommt hier Mal so richtig ihr Fett ab.

Viel explizite körperliche Gewalt oder Effekte darf man nicht erwarten. Aber durch das glaubhafte Schauspiel von Jess Franco (der kann ja richtig toll schauspielern!) und dem nihilistischen Setting wirkt der Film und der Umgang mit den Mädels, sobald sie in Jess Francos Gewalt sind (mit vielen Szenen im SM-Setting), alles andere als harmlos. Der Film ist allgemein technisch sauber inszeniert. Da Jess Franco sehr oft vor statt hinter der Kamera steht, ist die Kamera auch weniger verwackelt und verfilmt als gewöhnlich.

Die anderen Darsteller machen ihre Sache auch ordentlich. Nebst Franco dürften Fans vor allem Lina Romay kennen, die später zu seiner grossen Liebe werden sollte (oder vielleicht zu dem Zeitpunkt schon war). Viele Sex- oder gar Erotikszenen darf sich der Fan hier allerdings auch von Lina Romay nicht erhoffen, da man sie fast mehr angezogen als nackt sieht (auch selten in einem Jess Franco Film).

Fazit: Pessimistisch, stark gespielter Psychothriller den ich allen Jess Franco Fans nur empfehlen kann!

Infos:

O: El Sádico de Notre-Dame

Belgien, Frankreich, Spanien 1979

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Olivier Mathot, Pierre Taylou, Antonio de Cabo, Maria Forlan

Laufzeit der US-Blu Ray: Ca. 99 Min.

Gesehen am: 31.03.19

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray von Severin vor. Die Bildqualität würde ich, gerade im Vergleich zu anderen Franco Veröffentlichungen (vom Label) nur als gut bewerten, da das Ausgansmaterial schon nicht perfekt war (es wird, bevor der Film startet, auch darauf eingegangen). Film ist Uncut und liegt in Spanisch/Englisch/Franz. vor. Die franz. Sprachfassung ist aber z.T. massiv asynchron, so dass das Schauen, vor allem im letzten Viertel, unmöglich wird (gewechselt auf spanischen Ton – dort passen die Szenen, bei der englischen Tonspur auch). Schwach für ein Label wie Severin (Qualitätskontrolle?). Exklusive Extras vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2019).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen