Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Hoker Records werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hoker Records werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 12. Februar 2026

The Swordsman of All Swordsmen


The Swordsman of All Swordsmen

Story:

Tsai Ying-Chieh (Tien Peng) musste als Kind mit ansehen, wie seine Eltern von mehreren Kämpfern (u.a. Miao Tian) getötet wurden. Nun ist Tien Peng ein junger Mann und sinnt auf Rache. Doch als er auf die Tochter (Polly Shang-Kuan Ling-Feng) eines Täters (Tsao Chien) trifft und sie ihm das Leben rettet, kommt Tien Peng in ein ethisches Dilemma…

Meine Meinung:

The Swordsman of All Swordsmen ist ein wunderschöner und sehenswerter Wuxia aus dem Jahr 1968. Regisseur Joseph Kuo (The 7 Grandmasters, The Mighty One, Born Invincible) liess sich vom Shaw Brothers Film Come Drink with Me und einigen japanischen Filmen beeinflussen und inspirieren. Der Film gilt als erster Teil der «Tsai Ying-Chieh» Trilogie. Tsai Ying-Chieh wird von Tien Peng gespielt. In den «Fortsetzungen» (The Bravest Revenge, The Ghost Hill) führte Joseph Kuo jedoch nicht mehr Regie.

Die Rache-Geschichte in The Swordsman of All Swordsmen mag auf den ersten Blick wenig originell anmuten, dennoch bietet der Plot und Inhalt am Ende doch etwas mehr Anspruch als andere Filme mit ähnlichen Inhalten. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass sich Held Tsai Ying-Chieh im Verlauf des Filmes mit der von Polly Shang-Kuan Ling-Feng gespielten Figur anfreundet und sogar von ihr gerettet wird, nur am Ende festzustellen, dass auch ihr Vater einer der Täter ist, den er jagt. Zudem ist dieser inzwischen blind geworden und geläutert.

Das ethische Dilemma kommt gut zur Geltung. Die schönen Kameraeinstellungen, die stimmungsvollen Settings (das Duell am Strand war eines der Highlights des Filmes) und die überzeugenden Darsteller in den Kampfszenen machen den Film zu einem sehenswerten Sehvergnügen. Tien Peng (The Elimination Pursuit, Sword with the Windbell, The Lost Swordship) macht seine Sache ordentlich und eine damals noch sehr junge Polly Shang-Kuan Ling-Feng (Zodiac Fighters, Empress Dowager's Agate Vase, A Girl Called Tigress) überzeugt wie auch die herrlich fiesen Bösewichte.

Fazit: Sehenswerter Wuxia!

Infos:

O: Yi Dai Jian Wang

Taiwan 1968

R Joseph Kuo

D: Tien Peng, Miao Tian, Polly Shang-Kuan Ling-Feng, Tsao Chien

Laufzeit der UK-Blu: 85:45 Min.

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 11.02.26

Fassungen: Nach meiner 1. Sichtung (DVD aus Taiwan) war nun die UK-Blu-Ray von Eureka an der Reihe. Das Set kommt mit Schuber, Karten, Poster, einem Bonusfilm (Mystery of Chess Boxing) und seinem informativen Joseph Kuo Interview daher. Der Film ist Uncut, im O-Ton und hat englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind exzellent (vom taiwanesischen Filminstitut restauriert). Lief in Deutschland zumindest im Kino (als Der Fünfarmige Tiger).

Samstag, 3. Mai 2025

Prosperous of Family

Prosperous of Family

Story:

Hsueh Tzu-Chi (Tien Yeh) zieht los, um Banditen zu bekämpfen. Er wird gefangen genommen. Durch ein Missverständnis glaubt seine Familie (drei Ehefrauen, ein Butler und ein kleiner Junge) er sei tot. Die Banditen fordern eine Zahlung, um Hsueh Tzu-Chi freizulassen. Die Ehefrauen Nr. 1 und 2 fliehen zusammen mit dem Geld und lassen die 3. Ehefrau (Tinny Ng Sau-Fong) und den Butler (Ko Hsiang-Ting) mit dem verwöhnten, schwer erziehbaren Sohn von Hsueh Tzu-Chi zurück. Die Banditen brennen das Haus ab und sorgen für mehr Sorgen im Leben der 3. Ehefrau, die sich mit viel Mühe und Hürden, durch das Leben schlägt. Und obwohl der Sohn (You Long) ihr das Leben zur Hölle macht, hält sie an den Tugenden von Konfuzius fest…

Meine Meinung:

Ting Shan-Hsi (Blood Reincarnation, Whiplash, Imperial Tomb Raiders), der viele Filme mit Superstar Jimmy Wang Yu realisierte (Showdown, Furious Slaughter, The Fast Fists), war der Mann hinter diesem Schwertkampf-Drama um die Lehren des Konfuzius. Die Produktion aus dem Jahr 1970 legt mehr Wert auf Figurenentwicklungen, Drama und Plot statt auf Kampfszenen, was nicht bedeutet, dass nicht auch gekämpft wird. Ting Shan-Hsi hat einige aufwändige Filme realisiert. Nicht selten auch mit geschichtlichem Hintergrund (Eight Hundred Heroes, The Story of Dr. Sun Yat Sen).

Der Film, der auch viel Wert auf Ausstattung und Bilder legt, ist optisch gelungen. Das sieht hochwertig aus: Kostüme, Waffen, Requisiten, brennende Gebäude und später folgt sogar eine Sintflut durch einen Tornado verursacht. Das wurde effektiv umgesetzt und sieht wirklich toll aus. Teilweise hatte das fast Kaiju-Momente, wenn Monster dafür sorgen, dass es zu Überschwemmungen kommt. Es geht Regisseur Ting Shan-Hsi in dem Film aber wirklich um die Lehren des Konfuzius. Es gibt vielleicht 2-3 Schwertkampfszenen.

Um Erziehung und wie viel ein Mensch aushalten muss, ohne z.B. das freche Kind einmal zu schlagen. Wird gutes Tun belohnt? Der Film treibt das teilweise, aber ohne lustig zu sein, auf die dramatische Spitze. Die ersten zwei Frauen sind egoistisch und herrisch, der Sohn frech, lernresistent und ein echtes Nervenbündel. Eigentlich wirkt das Balg so, wie die heutige Generation Z. Da war der Film seiner Zeit weit voraus. Die Szenen mit dem Kind sind dann auch wirklich nervend und schwer zu ertragen.

Der Plot und die darin gelebte Dramatik werden aber im Verlauf immer besser und besser. Man beginnt, mit der 3. Ehefrau mitzufühlen und wünscht ihr, dass es sich am Ende für sie auszahlt und die anderen für ihr Verhalten nicht belohnt werden. Dass die Gerechtigkeit obsiegt.  Tinny Ng Sau-Fong (The Adventure) spielt das auch sehr überzeugend. Gefallen haben mir auch Ko Hsiang-Ting (Gambling for Gold) als Butler und Tien Yeh (Beach of the War Gods) als Ehemann, der in eine lange Gefangenschaft gerät. Die Banditen haben auch gut gespielt. Die anderen zwei Frauen und der Sohn waren da deutlich schwächer, da zu viel Overacting.

Fazit: Für sich allein gesehen sicher kein Must Have Titel, in einer 3er DVD-Box aber absolut ok und in der Form wird der gerne mitgenommen!

Infos:

O: San Niang Jiao Zi

Taiwan 1970

R: Ting Shan-Hsi

D: Tien Yeh, Xiu-Fang Wu, Yu Lung, Lee Hung, Ko Hsiang-Ting, Tinny Ng Sau-Fong

Laufzeit der TW-DVD: 103:05 Min.

Gesehen am: 10.02.25

Fassungen: Gesehen via Retro Martial Arts Classic Box. In dieser sind drei Filme enthalten. Darunter der hier besprochene Prosperous of Family = nicht anamorph, gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Feb. 2025).

Montag, 17. März 2025

She'd Hate Rather Love

She'd Hate Rather Love

Story:

China zu Ende der Sung-Dynastie:

Die Chin fallen in China ein und sorgen für Angst und Schrecken. Den Eindringlingen gelingt es, den mächtigen General Chang zu töten. Dessen Tochter (Han Hsiang Chin) schwört Rache und setzt dabei auf Chin Shan Kuo (David Tong Wai). Dieser soll den Tod des Generals rächen und den Täter (Wei Su) zur Rechenschaft ziehen. Einfacher gesagt als getan, denn dieser wird von vier Leibwächtern (u.a. Miao Tian, Chang Feng, Wan Chung-Shan) bewacht…

Meine Meinung:

She'd Hate Rather Love (das DVD-Cover der taiwanesischen Disc schreibt fälschlicherweise Pather statt Rather) ist ein Anfang der 70er Jahre Wuxia/Schwertkampffilm aus Taiwan von Regisseur Hua Hui-Ying, der laut der Hong Kong Filmdatenbank nur bei ganzen zwei Filmen Regie führte und sonst vor allem als Cinematographer zuständig war. Die DVD lag seit Jahren ungesehen in meiner Sammlung. Vor genau zehn Jahren war ich in Taiwan im Urlaub und von den ca. 60-70 Filmen, die ich vor Ort kaufte, gehörte auch She'd Hate Rather Love dazu.

Im Moment spare ich = weniger Kinobesuche, weniger Fast Food Bestellungen, weniger Filmkäufe, weniger Restaurantbesuche, weniger Fahrten in andere Kantone. Dafür bleibt mehr Freizeit um Filme zu schauen. Um meinen Stapel von ungeschauten Filmen zu verkleinern. Dessen Anzahl ist dreistellig. Mein Ziel ist es, wieder unter 800 ungesehen Filme zu kommen. Bald habe ich das Ziel erreicht. She'd Hate Rather Love ist solide. Wer klassische Schwertkampffilme mag, wird sich mit She'd Hate Rather Love anfreunden können.

Es sind zwar keine mir bekannten Namen dabei, aber die Akteure machen einen soliden und glaubhaften Job, sowohl bei den Helden (das Mädel und der Bärtige Held) sowie die überzeichneten Schurken und Bösewichte. Die Kampfszenen sind dabei auf den ersten Blick nichts Besonderes und relativ harmlos. Dafür ist der Film stimmig was den Einsatz von innovativen Waffen, Kostümen und originellen Kameraeinstellungen angehen. Und ich mochte den äusserts simplen Plot des Filmes, bei welchem der Zuschauer nicht mitdenken muss. Ausserdem drückt der Film, vor allem am Anfang, stark aufs Tempo.

Fazit: Swordplay/Wuxia Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Ci Man Wang

Taiwan 1971

R: Hua Hui-Ying

D: Han Hsiang Chin, David Tong Wai, Wei Su, Miao Tian, Chang Feng, Wan Chung-Shan

Laufzeit der taiwanesischen DVD: 91:15 Min.

Gesehen am: 04.01.25

Fassungen: Gesehen via Retro Martial Arts Classic Box von Hoker Records = zusammen mit zwei weiteren Filmen in einer Box veröffentlicht. Widescreen, Mandarin O-Ton, englische Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2025).

Mittwoch, 11. September 2024

Woman with Knife

Woman with Knife

Story:

Gao Hung-Fur (Kao Ming) begeht einen Mord. Der reichte Geschäftsmann kauft korrupte Cops, welche den Mord Lin (?) anhängen. Gao gibt zudem an, Lins Freund zu sein, um die Sache glaubhafter zu gestalten. Inspector Chen (Lee Tao-Hung) hingegen glaubt nicht daran und ermittelt, wird deshalb jedoch in eine andere Stadt «strafversetzt». Während Chens Abwesenheit wird Lin durch Folter zum Geständnis gezwungen und zum Tode verurteilt. Da taucht ein neuer Zeuge auf und gleichzeitig plant Lins Frau Chiou-Hua (Au-Yeung Ling-Lung) Rache an den wahren Tätern…

Meine Meinung:

Aka Woman Grinder's Revenge. Bei Woman with Knife handelt es sich nicht um das klassische Taiwan Black Movie, sondern mehr um einen Mix aus Drama und Racheplot im klassischen Setting mit wenigen Giallo-Vibes. Dazu passt nicht nur der erste Mord, der optisch aus einem Giallo stammen könnte (leider erkennt man aufgrund der zu dunklen Bildqualität fast nichts), sondern auch die Musik. Die stammt, auch wenn mir die Filme nicht eingefallen sind, aus dem westlichen Kino. Zunächst aus dem Horrorgenre, später ggf. auch von Action- und/oder Abenteuerfilmen.

Eine bessere Fassung hätte den Film qualitativ aufgewertet. Der im Original in 2,35:1 gedrehte Film liegt in dieser DVD-Fassung nur im Vollbild vor, die englischen Untertitel, die mehr Fehler haben als bei ihren Kollegen aus Hong Kong, sind an beiden Seiten stark beschnitten. Gegen Ende gibt es digitale Bildfehler, die wohl von einem schlechten Verfahren stammen (VHS auf DVD überspielen). Vor allem im Finale wird deutlich, dass ein Breitbildformat dem Film gut zu stehen gekommen wäre. Der Film ist vor allem ein Drama.

Woman with Knife ist ein sehr ruhiger und dialoglastiger Film. Es gibt drei Szenen, die Messer beinhalten, einmal gibt es nackte Tatsachen zu sehen (ungewöhnlich für einen taiwanesischen Film aus der Zeit) und es gibt eine Kampfszene zu sehen (der korrekte Cop, der in der Szene vom Aussehen und Outfit an Ti Lung erinnert, kämpft in einem Casino). Der Film und dessen Plot spielen im klassischen, also, vergangenen Taiwan (oder China). Regisseur Chang Chih-Chao ist für spätere Werke in Kung Fu Film Kreisen bekannt (für Werke wie Virago oder Golden Fists of a Duo). Woman with Knife hingegen ist unbekannt, da mehr Drama und Thriller.

Lee Tao-Hung spielt den korrekten Inspektor. Ihn kennt der Fan aus ähnlich unbekannten Low-Budget Filmen aus Taiwan, z.B. aus The Demons in the Flame Mountain oder The Horrible Honeymoon Tour. Unser weiblicher Star, Au-Yeung Ling-Lung, macht sowohl in den dramatischen wie auch im Rache-Part im Finale, Spass. Gutes, glaubhaftes Schauspiel. Schade, dass sich die Rache nur aufs Finale bezieht. Dieses wird von einem tollen Twist, aber dennoch von einem Happy End, abgelöst. Au-Yeung Ling-Lung wirkte in Produktionen wie Filthy Guy oder Sleeping Fist mit.

Fazit: Solides Drama aus Taiwan und dank dem klassischen Setting und den Giallo-Vibes eine willkommene Abwechslung zu den damaligen Dramen im modernen Gangster-Setting.

Infos:

O: Ye Ye Mo Dao De Nü Ren

Taiwan 1980

R: Chang Chih-Chao

D: Au-Yeung Ling-Lung, Lee Tao-Hung, Go Ming, Kiu Wa-Kwok, Kok Man-Lai, Lin Hsiao-Hu, Cheng Ching, Kao Ming

Laufzeit der taiwanesischen DVD: 84:41 Min.

Gesehen am: 20.06.24

Fassungen: Mir lag die taiwanesische DVD von Hoker Records vor = Schuber, Code Free, O-Ton und englische Subs, solide bis schlechte (= zu dunkel) Bild- und Tonqualität. Das Vollbild fällt sehr störend auf, die Dunkelheit ebenso (z.B. bei der Mordszene). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2024). Als Master dürfte eine VHS gedient haben.

Montag, 4. September 2023

The Legend of Mother Goddess

The Legend of Mother Goddess

Story:

Sung-Dynastie:

Mak-Leung (Judy Lee) bekommt von einem Drachen, der sich in einen kleinen Jungen verwandelt, ein Buch geschenkt. Der Junge sagt, er handle im Auftrag von Gott. Mit dem Buch soll Mak-Leung die Welt retten. Dazu braucht sie aber die Hilfe eines Taoist-Priesters…

Meine Meinung:

The Legend of Mother Goddess wiederzugeben fällt nicht einfach, da die Fassung keine englischen Untertitel hatte und es wohl um buddhistische Inhalte geht – inklusive Götter, als Seele den Körper verlassen, Monster und sich von Drachen in Jungen verwandeln und Co.! Hört und sieht, wenn man im Internet Bilder zum Film anschaut, auch herrlich vielversprechend und charmant aus. Und dazu noch mit Kung Fu Star Judy Lee (Revengeful Swordswoman)! Was will man mehr?

Mehr Abwechslung, mehr Action, mehr Monster, mehr Effekte, mehr Charme. Das hätte ich gewollt und mir gewünscht. Leider ist The Legend of Mother Goddess kein Kracher. Der Film nervt zwar nicht wie andere Filme dieser Art (Kinder-Figuren), aber es gibt doch deutlich mehr Längen als Sehenswertes. Daran ändert auch Judy Lee nichts. Der Fantasy-Aspekt war mir viel zu klein und schlecht über die Handlung verteilt. Der Film hat gefühlt drei Szenen, die tolle Effekte-Kreationen, Gummimonster à la Godzilla und Co. zeigen. Das ist sehr wenig!

Die Effekte haben meinen Geschmack jedoch getroffen. Es gibt zwei Drachen. Einen kleinen und einen grossen. Daneben eine Art Dinosaurier, der dem aus The Boy and a Magic Box ähnelt, während der Drache an Filme wie Flying Dragon Attacks, The Fairy and the Devil oder Tsu Hong Wu erinnert. Vielleicht sogar das gleiche Modell oder teilweise die gleichen Szenen. Da wurde auch oft gestohlen. Judy Lee macht ihre Sache souverän, aber in Sachen Kung Fu ist sie klar unterfordert.

Der Plot hat halt Längen. Da passiert nicht viel Aufregendes. Sehr dialoglastig. Ich bezweifle, das verständliche englische Untertitel den Film sonderlich interessanter gestaltet hätten. Wohl nicht. Auf eine Art und Weise hat mich der Plot an die Shaw Brothers Komödien The Mad Monk und The Mad Monk Strikes Again erinnert, auch wenn in diesen natürlich der Monster- und Fantasy-Effekt fehlt und die Dinger mehr Richtung Komödie gehen. Aber auch dort sorgt ein Titelheld, ein Priester, mit Magie für Recht und Ordnung.

Fazit: Bleibt nur aufgrund der tollen, aber wenigen Effekten und Tricktechnik/Monster-Kreaturen und zwei zugedrückten Augen in der Sammlung. Erwartungen klein halten!

Infos:

O: Ma Zu Shou Yao

Taiwan 1975

R: Hou Cheng

D: Judy Lee, Yueh Yang, Wang Tai-Lang, Chang Yi-Kuai, Li Li-Hua

Laufzeit der TW-DVD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: 06.08.23

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Taiwan von Hoker Records vor = Schuber, O-Ton mit festen chinesischen Subs (keine englischen Subs), Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023). Eine Fassung in Mandarin mit englischen Subs ist mir nicht bekannt.

Dienstag, 5. Februar 2019

A Valiant Villain Review

A Valiant Villain

Story:

Ein kleines Dorf wird von einem Tiger, einem Seeungeheuer und einem Banditen (Tien Yeh) bedroht. Letzterer ist es jedoch, der die Rettung für das Dorf bedeuten könnte…

Meine Meinung:

Der relativ unbekannte A Valiant Villain (ich fand kein einziges Review im Internet), ein taiwanesischer Mix aus Kung Fu, Abenteuer- und Fantasyfilm, war ein reiner Blindkauf. Ich sah das DVD Cover bei einem taiwanesischen Ebay-Verkäufer, bei welchem ich schon oft eingekauft habe, und der Preis war fast geschenkt (fünf Schweizer Franken). Mir war bewusst, dass keine englischen Subs an Bord waren, aber was soll man machen, mangels Alternativen (mehr dazu unter Fassungen)?

Am Cover sprach mich an, dass man den Tiger und das Seeungeheuer abgebildet sieht – was ich fast immer liebe, dann sind es asiatische Fantasy-Filme mit Monster, Gummikostümen und charmanten Effekten à la Godzilla und Co., die einfach meinem Geschmack entsprechen. Daher war der Blindkauf schnell beschlossene Sache. Und ein weiteres Detail erfreut: A Valiant Villain ist mein 6000. Film in der Sammlung! Stolze Anzahl!

Abgesehen von diesen Hintergrundinfos ist A Valiant Villain ein solider Film, an dem jedoch nicht alles glänzt. Die Szenen mit dem Tiger und dem Seeungeheuer, die Highlights, kommen in den ersten 15 Minuten und danach noch kurz vor dem Finale vor, mehr nicht. Trotzdem haben mir diese Szenen sehr gut gefallen und ein Lächeln zeichnete sich in meinem Blick ab. Spektakuläre Effekte, vor allem wenn man das ansonsten einfache Budget des Filmes anschaut.

Dafür ging Regisseur Chen Hung-Min (The Fly Dragon Mountain, Ma Su Chen mit Jimmy Wang Yu, The Big Calamity / 大災難 aka The War God * = was gäbe ich dafür, von letzterem eine offizielle Fassung sehen zu dürfen!!!) extra nach Japan, wo er sich in Sachen Spezialeffekte durch die Film-Studios (Giganten) Toho und Toei ausbilden liess. Daher überrascht es auch nicht, dass er auch in späteren Filmen auf Effekte à la Godzilla setzte (*).

Die Darsteller sind mir nicht bekannt. Aber sie haben gut agiert und waren sympathisch. Dies gilt sowohl für Tien Yeh als heldenhaften Banditen und Tso Yen-Yung als weibliche Hauptrolle. Ein Kind kommt auch noch vor, zum Glück nicht allzu oft und es nervt kaum. Im Gegensatz zu vielen männlichen Shaw Brothers Stars dieser Zeit, verstand es Tien Yeh, glaubhaft, sympathisch, charmant und cool zu spielen – etwas, was viele männliche Shaw Brothers Darsteller dazumal nicht schafften (und meist von den Mädels an die Wand gespielt wurden).

Fazit: Kein Kracher, da im Mittelteil keine Fantasy-Szenen (die ich erwartet hatte) und in den Kampfszenen relativ statisch d.h. man sieht dem Film sein Alter an, aber die Fantasy-Szenen am Anfang und Ende machen viel Spass und entschädigen, so dass ich den Film allen Fans von taiwanesischen Fantasy-Filmen nur empfehlen kann!

Infos:

O: Gan kun san jue dou

Taiwan 1969

R: Chen Hung-Min

D: Tien Yeh, Tso Yen-Yung, Ko Hsiang-Ting, Chung Yau, Melvin Chang Yun-Wen

Laufzeit der TW DVD: Ca. 99 Min.

Gesehen am: 03.12.18

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Taiwan von Hoker Records vor = Uncut, O-Ton, keine englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität. Mir sind keine Alternativen bekannt. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Dez. 2018). Die DVD war fast gratis (ca. fünf CHF auf Ebay gekauft).

Montag, 26. März 2018

Love and Sword Review

Love and Sword

Story:

Eine Familie wird von unbekannten Killer ausgelöscht. Nur die blinde Tochter (Tang Pao-Yun) überlebt. Ein Held und Schwertkämpfer (Tien Peng) macht es sich zur Aufgabe, die Killer zu finden. Die Martial Arts Welt ist beunruhigt und versucht den heldenhaften Schwertkämpfer zu beseitigen…

Meine Meinung:

Love and Sword har mir sehr gut gefallen. Es handelt sich um einen taiwanesischen Wuxia Streifen – sicherlich einer der besseren seiner Art bzw. die meisten sind ja nicht schlecht und gefallen mir – aber Love and Sword war mehrheitlich gar überdurchschnittlich gut.

Die Story ist, wie manchmal in dem Genre, etwas unübersichtlich und wartet mit vielen Charakteren und Twists auf. Eigentlich kann man sich nur an die männliche Hauptfigur hängen (Tien Peng) – diesem wollen alle an den Kragen und mehr braucht man nicht zu wissen. Er kämpft sich durch den Film.

Shaw Brothers Star Wong Chung (The Turning Point) ist in einer Nebenrolle zu sehen und bekommt immerhin zwei tolle Kampfszenen spendiert. Schön, ihn auch Mal ausserhalb des Shaw Brothers Universums zu sehen.

Der Film besticht durch wunderschöne Kameraeinstellungen und Aufnahmen. Nur schon wie das Massaker zu Beginn des Filmes gefilmt ist, teilweise lange und ohne Schnitt, ist optisch ein Meisterwerk geworden. Dazu kommt, dass die abwechslungsreichen und wunderschönen Natur-Settings Taiwans oft auch dementsprechend eingefangen wurden: weite Aufnahmen, Panorama Bilder – sieht einfach alles im Vergleich zu den 08/15 Billig-Eastern aus Taiwan deutlich schicker und schöner aus hier.

Zudem kommt, dass die Martial Arts Choreographie deutlich besser ist als bei manchem anderen Film dieser Art. Die Kampfszenen sind qualitativ auf einem hohen Level, so auch die sehenswerte und beeindruckende Kampfchoreographie. Diese ist auch abwechslungsreich in Szene gesetzt. Die Anzahl der Kampfszenen ist hoch. Somit wird auch der Kung Fu Film Fan bestens bedient.

Einziges Manko: nach dem Finalkampf gibt es meiner Meinung nach noch zu lange dramatisches Gelaber – da lobe ich die Shaw Brothers Streifen, wo oft nach dem Tod des Bösewichts (oder Helden oder allen) sofort die «The End» Einblendung kommt!

Trotzdem: absolut sehenswert für Fans des Genres!

Infos:

O: Yao Ming Di Xiao Fang

Taiwan 1979

R: Yue Ham Ping

D: Tien Peng, Tang Pao-Yun, Tin Hok, Wong Chung

Laufzeit der TW-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 15.01.18

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2018). Mir lag die Code Free DVD aus Taiwan vor = Schuber, gute Bildqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs vorhanden. Als Alternativen: Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs sind auch die Scheiben aus England und den USA. Label der Taiwan-DVD: Hoker Records.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

He Is My Brother Review

He Is My Brother

Story:

Nachdem ein Gangster-Boss in eine Falle läuft und getötet wird, kümmert sich ein Onkel um die zwei kleinen Jungs. Im jungen Erwachsenenalter sind die Brüder Er-Lan und I-Lan unterschiedlicher Natur. Er-Lan hält sich an den Rat des Onkels und gibt sich nicht mit Triaden und Gangstern ab. Er hilft einer jungen Frau, welche eine Firma leitet die sie von ihrem Vater übernommen hat. I-Lan, der mit einer Sängerin liiert ist, verdient sich sein Geld hingegen mit Morden und arbeitet für einen Gangster. Als die Gangster dem Vater von Er-Lans Freundin an den Kragen gehen, eskaliert die Situation zwischen den Brüdern…

Meine Meinung:

He Is My Brother hat mir gut gefallen. War besser als erwartet. Allerdings ging ich auch mit Null Erwartungen an den unbekannten, taiwanesischen Film heran. Die Inhalte, welche der Film bietet, sind nicht neu. Einige Szenen erinnern an Hong Kong-Werke aus dieser Zeit (z.B. The Killer).

Doch das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. He Is My Brother geht es nämlich von der ersten Sekunde actionreich und blutig an und zieht seine Linie konsequent bis zum Ende durch. Es gibt viele blutige Shoot-Outs, viel Drama, viel Verrat, coole Martial Arts und blutige Messeraction zu sehen wie auch obligatorische Settings wie Lagerhallen, abgelegene Orte, verlassene Hafen etc. Orte, an welchen gekämpft und Duelle via Schiesseisen ausgetragen werden können, ohne dass jemand dazwischenfunkt (die Polizei ist in der Handlung so oder so nicht vertreten).

Dazu kommen schöne Bilder Taiwans (Regen), sogar Lieder (Aufeinandertreffen der Brüder im Regen) und sympathische Figuren – dies gilt vor allem für die zwei Brüder, ihren Onkel und ihre Film-Frauen. Die Bösewichte waren extra arg übertrieben dargestellt (fies, schmierig, fett) – aber passte doch ganz gut zum Geschehen. Die rechte Hand des Bösewichtes hingegen (oder andere Killerfiguren) hingegen passten sehr gut ins Geschehen. Im Vergleich zu anderen Gangsterstreifen aus Taiwan (z.B. von Anfang der 80er Jahre), kommt dieser Film deutlich besser weg, da der Inhalt viel verständlicher ist, die Action viel sauberer und schöner choreographiert wurde, die Action blutiger und effektiver ist und die Fassung eine deutlich bessere Bildqualität aufweist (zudem in Widescreen).

Daher: Film bietet nichts neues, dafür unterhaltsame, blutige Action und vergisst dabei trotzdem die Figuren und dramatischen Elemente nicht! Sehenswert!

Infos:

O: Hai Kou Ren

Taiwan 1989

R: Hsu Yu-Lung

D: Chou Chia-Jung, Li Tai-Ling, Li Chung-Yi, Lung Shao-Hua, Wu Pin-Nan

Laufzeit der TW DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 24.11.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2017). Mir lag die DVD aus Taiwan von Hoker Records vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, Widescreen Bild, recht gute Bildqualität.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

A City Called Dragon Review

A City Called Dragon

Story:

In der Drachen Stadt sucht eine Rebellin (Hsu Feng) Verbündete nachdem viele ihrer Kameraden durch den neuen Bürgermeister (Shih Chu) gejagt und getötet wurden. Auch sie ist in Gefahr, so lauern viele Spione und Feinde an allen Ecken und Enden der Stadt.

Meine Meinung:

A City Called Dragon hat ein bisschen an A Touch of Zen erinnert. Das verwundert nicht, immerhin sind mit Shih Chu und Hsu Feng die zwei Hauptdarsteller des King Hu Streifens auch hier zu sehen. Regie führt Tu Chong-hsun, der in A Touch of Zen als assistant director fungierte.

Und der Film erschien zwischen Dragon Gate Inn und A Touch of Zen. Der Film hat mir recht gut gefallen. Der Film nimmt sich für Story und die Figuren mehr Zeit als andere Filme dieser Art. Es gibt nur wenig Kampfszenen zu sehen und auch hier geht es um die Regierung Vs. Rebellen. Die Drachen Stadt bringt viel Stimmung und Atmosphäre auf. Die Kameraführung und Bilder sind wunderschön eingefangen worden. Die wenigen Kampfszenen wissen zu überzeugen. Schade, dass im Finale die Bildqualität leider deutlich schlechter geworden ist (vor allem sehr unscharf, was viel von der Intensität raubt, schade). Hier wäre eine Restauration à la A Touch of Zen durch Taiwan wünschenswert!

Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut. Hsu Feng gefällt mir wie auch schon in A Touch of Zen sehr gut. Sehr überzeugend und starker Charakter. Shih Chu, der in A Touch of Zen den etwas naiven Künstler spielt, hat mir hier als harter Brocken und Mayor, der Shih Chu das Leben zuerst schwer macht, sehr gut gefallen – sogar besser als seine Rolle in A Touch of Zen. Das zeigt nur einmal mehr, dass er ein sehr guter und wandelbarer Schauspieler ist.

Fazit: wer das taiwanesische Wuxia Genre aus dieser Zeit mag, kommt um A City Called Dragon, ein besserer Vertreter seiner Art, nicht herum.

Infos:

O: Long Cheng Shi Ri

Taiwan 1969

R: Tu Chong-hsun

D: Shih Chu, Hsu Feng, Chan Wai-Lau, Sit Hon, Wan Chung-Shan, Go Ming

Laufzeit der Taiwan DVD: 90:19 Min.

Gesehen am: 07.10.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2017). Mir lag die DVD aus Taiwan vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bildqualität bis auf das Finale (dort sehr unscharf und weniger gut).

Montag, 16. Oktober 2017

The Fly Dragon Mountain Review

The Fly Dragon Mountain

Story:

Erhfutzu (Steve Chan Ho) ist ein bekannter Schwertkämpfer, der nach dem Mörder seiner Mutter sucht. Bald kommt es zu einer Konfrontation, bei dem Erhfutzu den vermeintlichen Mörder seiner Mutter tötet. Doch in Wahrheit hat Erhfutzu einen Unschuldigen Vater getötet - dies merkt Erhfutzu erst, als er sich ausgerechnet in dessen Tochter (Yeung Mung-Wa) verliebt. Zusammen mit ihr sucht er nach dem Mörder ihres Vaters und behält die Wahrheit für sich - vorerst...

Meine Meinung:

The Fly Dragon Mountain ist pures Wuxia Kino das besser war als erwartet! Der Film hat mich überrascht: die Story ist nicht nur rein 08/15, sondern bietet eine gute Charakterisierung und Gefühle und Dramatik. Der Film nimmt sich auch mit der Story, der man jedoch einfach folge kann (= unterhaltsam), viel Zeit so dass der Actionfreund zuerst auf Kung Fu Szenen verzichten muss.

Die schöne Natur Taiwans kommt im Film voll zur Geltung, welche ein grosses Plus waren. Optisch bietet der Film sehr schöne Bilder und Einstellungen, die direkt aus einem Italo Western und/oder japanischen Samurai-Film hätten stammen können.

Dies ist ein grosses Plus des Filmes, welches vor allem in den fantasievollen Schwertkampfduellen zum Tragen kommt. Und da wären wir schon beim nächsten Highlight des Filmes: die Kampfszenen sind erste Sahne, rasant und aggressiv geschnitten und typisch für das, was das Wuxia Kino ausmacht und geschichtlich geprägt hat. Besonders das Finale und die Flashbacks davor (die farblich auch ganz anders gehalten sind, Stilmittel oder Masterfehler?) sind erste Sahne und machten das Finale sehenswert!

Fazit: nicht nur das Finale, sondern der Film als Ganzes ist für Fans des Genres absolut zu empfehlen und sehenswert! So darf es mit den Filmen in der Box gerne weitergehen!

Infos:

O: Fei Long Shan

Taiwan 1971

R: Chan Hung-Man

D: Yeung Mung-Wa, Steve Chan Ho, Ko Hsiang-Ting, Cho Kin

Laufzeit der TW DVD: 84:57 Min.

Gesehen am: 22.07.16

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2016). Mir lag die DVD aus Taiwan vor = Uncut, gute Bildqualität, O-Ton, englische UT vorhanden. Mir lag der Film in einer 3er Box vor.

Samstag, 7. Oktober 2017

A Touch of Zen Review


 
A Touch of Zen

Story:

Zeichner Ku Shen-Chai (Shih Chun) lebt in einem verlassenen, ehemaligen Fort. Er lebt zusammen mit seiner Mutter (Chang Ping-Yu). Bald schon nimmt Ku seltsame Figuren in der Gemeinschaft wahr. Es sind Gesandte der Regierung, welche nach einem General und einer jungen Frau (Hsu Feng) suchen. Letztere lebt unter falscher Identität im selben Fort wie Zeichner Ku, welcher sich in sie verliebt. Doch die Schergen der Regierung sind ihnen bereits auf den Fersen…

Meine Meinung:

A Touch of Zen stellt den wichtigsten und bekanntesten Beitrag des taiwanesischen Regisseurs King Hu dar, der u.a. für Filme wie Come Drink with Me (Shaw Brothers Arbeit), Dragon Inn (weiterer Klassiker der mehrere Remakes erhielt, u.a. Arbeiten mit Tsui Hark, Donnie Yen und Jet Li), Painted Skin (mit Sammo Hung und Wu Ma) oder Legend of the Mountain (der 2018 von Eureka in England auf Blu Ray erscheinen soll) verantwortlich war.

A Touch of Zen ist mehr als ein gewöhnlicher 08/15 Wuxia, welche es zu der Zeit viele gab. Es überrascht nicht, dass der Film auch international grossen Anklang fand, an Cannes aufgeführt wurde (und einen Preis gewann) und von den HK Film Archiven unter den 100 besten chinesischen Filmen aller Zeiten auf Platz neun aufgeführt wird.

Der dreistündige Film, der ursprünglich sogar noch länger gelaufen sein soll, überzeugt nicht nur durch seine exzellenten Kampfszenen, die in den Duellen oft ans japanische Samurai Kino erinnern (auch optisch so eingefangen), sondern bietet auch inhaltlich mehr:

der aufwändige und toll gespielte Film ist trotz seiner Laufzeit von drei Stunden zu keiner Sekunde langweilig. Das Schauen kommt einem deutlich kürzer vor. Der Film baut teilweise eine unheimliche und atmosphärische dichte Stimmung auf, welche für das Genre ungewöhnlich ist. Zudem ist eine knisternde Spannung vorhanden, vor allem gegen Ende im «2. Finale» wie ich es nenne. Als dort die Mönche auftauchen und sich dem Bösewicht in den Weg stellen, wird die Spannung gar unerträglich!

Diesbezüglich ist die Geschichte auch viel komplexer als gedacht und hochphilosophisch, wenn über Buddhas Lehren gesprochen wird analog zu den Taten und Gesprächsinhalten der Mönche im Film. Den Weg der Protagonisten am Ende kann man als Weg ins Nirvana vergleichen und die Darsteller machen allesamt einen ausgezeichneten Job. Teilweise geraten Shih Chun und Hsu Feng im letzten Viertel gar in den Hintergrund und die Mönche und Chief Commander Hsu Hsien-Chen und seine Filmsöhne (u.a. Sammo Hung in einer Nebenrolle mit Actionszene, wird hier auch der «der dicke» genannt) stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Han Ying-Chieh als Commander Hsu ist eine extreme Präsenz im Film. Er kommt nur im Finale vor, aber seine Präsenz und sein Auftreten lassen ihn im Gedächtnis zurück. Ganz starke, in Erinnerung bleibende Leistung von ihm! Sein Kontrahent, Gaststar Roy Chiao, als Mönch, macht da keine Ausnahme. Ebenso starke Leistung.

Philosophische Grundsätze in eine Wuxia Actionhandlung mit politischen Seitenhieben verpackt, Geister-Themen und starken Actionszenen und wunderschönen Naturkulissen (man sieht war Taiwan alles bietet) in einem Film vereint – das ist King Hus Meisterwerk A Touch of Zen!

Wunderschöner Film, absolute Empfehlung meinerseits!

Infos:

O: Xia Nu

Taiwan 1971

R: King Hu

D: Hsu Feng, Shih Chun, Pai Ying, Tien Peng, Sit Hon, Roy Chiao, Sammo Hung

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 187 Min.

Gesehen am: 10.09.17 (Kino in Bern, Schweiz)

Fassungen: Die deutschen DVDs sind nicht zu empfehlen. Die UT sollen in der O-Ton Fassung viel zu kurz zu sehen sein, die O-Ton Fassung soll sich schlecht anhören. Bei dem Film ist eine gute Bildqualität wichtig, daher sollte man die UK oder US Blu Ray erwerben (Uncut, viele Extras, O-Ton, englische Subs). Mir lag die DVD aus Taiwan vor (vor paar Jahren in Taiwan gekauft aber Film nie gesehen da lange Laufzeit) bzw. Film sah ich in Bern im Kino im Arthouse Kino (mit dem Master, welches das taiwanesische Filmarchiv 2014 selbst restauriert hat). Film lief in der OV mit dt. Subs. Die Bildqualität war sehr gut. Nachtrag 01.01.23: inzwischen liegt mir auch die neue deutsche Blu-Ray von REM vor = O-Ton, deutsche Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Master diente die neue Restauration aus Taiwan!