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Montag, 25. Februar 2019

Legend of the Mountain Review

Legend of the Mountain

Story:

Scholar He Qingyun (Shih Chun) wird von einem Mönch beauftragt, eine buddhistische Sutra abzuschreiben. He Qingyun will dies in der ruhigen Natur durchführen – so wandert er los, tief in die Wildnis der umliegenden Bergregionen. Dort trifft er auf Madame Wang (Rainbow Hsu) und dessen Tochter Melody (Hsu Feng), welchen er verspricht, Melody als Lehrer zu dienen. Durch Umstände heiraten Melody und He Qingyun, doch scheinen böse Mächte den Ort heimzusuchen, welche hinter der Sutra her sind. Als wiederholend Mönche (u.a. Ng Ming-Choi) und eine zweite Frau (Sylvia Chang Ai-Chia) auftauchen, spitzt sich die Lage langsam zu…

Meine Meinung:

Legend of the Mountain, eine auf einer Geistergeschichte basierender Film von Regisseur King Hu, hat mir sehr gut gefallen. Kino in Perfektion, sozusagen. Wie schon andere Werke des Regisseurs, vor allem A Touch of Zen, nimmt der Film viel Zeit in Anspruch. Es vergehen sagenhafte 192 Minuten Spielfilm, bis der Film und die Story, eine tragische Liebesgeschichte zwischen einem Menschen (Shih Chun) und einem weiblichen Geist (sehr süss und bezaubernd: Sylvia Chang Ai-Chia), zu Ende erzählt werden.

Bot A Touch of Zen mehr Martial Arts und Kung Fu, so bietet Legend of the Mountain mehr Stimmung, Grusel und Geister-Szenen da inhaltlich eine Geister-Legende erzählt wird. Wie andere Werke von King Hu, der auch kurz für die Shaw Brothers tätig war, bietet der Film atemberaubende Bilder – die Naturkulisse Koreas (Film wurde dort gedreht) ist sagenhaft und unbeschreiblich schön – dazu das Auge von King Hu und fertig ist das optische Meisterwerk!

Durch die vielen spektakulären und sonderbaren Aufnahmen und die langsame Erzählweise der Story, entwickelt der Film eine unglaubliche Stimmung und eine Spannung ist auch vorhanden (was wollen die Geister mit der Sutra? Welches Mädel gewinnt am Ende das Herz des Menschen? Kann Shih Chun entkommen?). Was Optik, Farben und Kameraeinstellungen angehen, so ist das quasi schon Kunst, die King Hu hier präsentiert. Nur auf ellenlange Aufnahmen von Tieren, die irgendwie nicht zum Rest passten, hätte verzichtet werden können (bei den Aufnahmen bekam ich Hunger).

King Hu vertraut auf seine A Touch of Zen Stars Shih Chun (Dragon Inn) und Hsu Feng (A City Called Dragon) in den Hauptrollen. Später stösst noch die bezaubernde Sylvia Chang Ai-Chia (Slaughter in San Francisco) dazu, die mehr Dramatik und Tragik in die Geschichte bringt. In Nebenrollen zu sehen: Rainbow Hsu als Mutter von Hsu Feng, der bekannte Tien Feng als Krüppel-Diener vom Dienst, Tung Lin als Nachbar, der Shih Chun und Hsu Feng zusammenbringt und Ng Ming-Choi als Mönch, der sich den Geistern entgegenstellt und für Recht und Ordnung sorgen möchte.

Die Story ist komplex und man muss bei der Sache sein. Kennt man sich mit dieser Art Film und asiatischen Legenden/Glaubensrichtungen gar nicht aus, dann könnte das Schauen kompliziert werden. Ich mochte den Film sehr – die Geschichte ist spannend, tragisch und wunderschön gespielt und die Darsteller machen ihre Sache mehr oder weniger glaubhaft und gut (nur kürzere Slapstick-Einlagen / Overacting seitens Madame Wang, die mit einer Männerstimme spricht, fallen leicht negativ ins Gewicht) und zur sagenhaften Optik des Filmes muss ich, glaube ich, keine weiteren Worte mehr verlieren. Atemberaubend!

Fazit: Für Fans von A Touch of Zen und King Hu und solche, die es noch werden wollen, absolut zu empfehlen! Ein Film, bei dem man aber auch in der richtigen Stimmung sein sollte, immerhin ist der Film ein über dreistündiges und komplexes Werk, welches es zu bestaunen gilt…

PS: das neue Master wurde von taiwaneischen Filmarchiv restauriert - wie schon vor paar Jahren A Touch of Zen. Es wäre wunschenswert, wenn noch andere Filme wie A City Called Dragon, Three-Head Monster, Child of Peach (ganze Reihe), Hello Dracula (ganze Reihe), Wolf Devil Woman (ganze Reihe und alles mit Pearl Cheung Ling), Filme von/mit Lee Tso-Nam (Eagle's Claw, The Challenge of the Lady Ninja, Aloha Little Vampire Story), Wang Tao (ganzen Old School Eastern), John Liu (Dito), Alexander Lou (Shaolin Vs. Lama und weitere, unbekannte Filme), Lam Siu-Lau (The Iceman Cometh, The War Dogs), Polly Shang-Kuan Ling-Feng (unzählige Wuxia und klasssiche Kung Fu Filme), Chen Hung-Min (The Big Calamity, Little Hero),  Ulysses Au-Yeung Jun (Woman from the Hell, The Nude Body Case in Tokyo, King of the Children) oder Elsa Yang Hui-Shan (Mob Busters, A Life of Ninja, Pink Force Commando, Seven Knights) restauriert und veröffentlicht würden! Da gäbe es noch so viel zu entdecken...

Infos:

O: Shan Zhong Chuan Qi

Taiwan 1979

R: King Hu

D: Shih Chun, Hsu Feng, Sylvia Chang Ai-Chia, Tung Lin, Tien Feng, Rainbow Hsu, Ng Ming-Choi

Laufzeit der UK Blu-Ray: 192:15 Min.

Gesehen am: Ende Dez. 2018

Fassungen: Mir lag die Blu-Ray aus England von Eureka vor = Schuber, Booklet, Uncut Fassung, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2018).

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