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Samstag, 7. Oktober 2017

A Touch Of Zen Review





A Touch Of Zen

Story:

Zeichner Ku Shen-Chai (Shih Chun) lebt in einem verlassenen, ehemaligen Fort. Er lebt zusammen mit seiner Mutter (Chang Ping-Yu). Bald schon nimmt Ku seltsame Figuren in der Gemeinschaft wahr. Es sind Gesandte der Regierung, welche nach einem General und einer jungen Frau (Hsu Feng) suchen. Letztere lebt unter falscher Identität im selben Fort wie Zeichner Ku, welcher sich in sie verliebt. Doch die Schergen der Regierung sind ihnen bereits auf den Fersen…

Meine Meinung:

A Touch Of Zen stellt den wichtigsten und bekanntesten Beitrag des taiwanesischen Regisseurs King Hu dar, der u.a. für Filme wie Come Drink With Me (Shaw Brothers Arbeit), Dragon Inn (weiterer Klassiker der mehrere Remakes erhielt, u.a. Arbeiten mit Tsui Hark, Donnie Yen und Jet Li), Painted Skin (mit Sammo Hung und Wu Ma) oder Legend Of The Mountain (der 2018 von Eureka in England auf Blu Ray erscheinen soll) verantwortlich war.

A Touch Of Zen ist mehr als ein gewöhnlicher 08/15 Wuxia, welche es zu der Zeit viele gab. Es überrascht nicht, dass der Film auch international grossen Anklang fand, an Cannes aufgeführt wurde (und einen Preis gewann) und von den HK Film Archiven unter den 100 besten chinesischen Filmen aller Zeiten auf Platz neun aufgeführt wird.

Der dreistündige Film, der ursprünglich sogar noch länger gelaufen sein soll, überzeugt nicht nur durch seine exzellenten Kampfszenen, die in den Duellen oft ans japanische Samurai Kino erinnern (auch optisch so eingefangen), sondern bietet auch inhaltlich mehr:

der aufwändige und toll gespielte Film ist trotz seiner Laufzeit von drei Stunden zu keiner Sekunde langweilig. Das Schauen kommt einem deutlich kürzer vor. Der Film baut teilweise eine unheimliche und atmosphärische dichte Stimmung auf, welche für das Genre ungewöhnlich ist. Zudem ist eine knisternde Spannung vorhanden, vor allem gegen Ende im «2. Finale» wie ich es nenne. Als dort die Mönche auftauchen und sich dem Bösewicht in den Weg stellen, wird die Spannung gar unerträglich!

Diesbezüglich ist die Geschichte auch viel komplexer als gedacht und hochphilosophisch, wenn über Buddhas Lehren gesprochen wird analog zu den Taten und Gesprächsinhalten der Mönche im Film. Den Weg der Protagonisten am Ende kann man als Weg ins Nirvana vergleichen und die Darsteller machen allesamt einen ausgezeichneten Job. Teilweise geraten Shih Chun und Hsu Feng im letzten Viertel gar in den Hintergrund und die Mönche und Chief Commander Hsu Hsien-Chen und seine Filmsöhne (u.a. Sommo Hung in einer Nebenrolle mit Actionszene, wird hier auch der «der dicke» genannt) stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Han Ying-Chieh als Commander Hsu ist eine extreme Präsenz im Film. Er kommt nur im Finale vor, aber seine Präsenz und sein Auftreten lassen ihn im Gedächtnis zurück. Ganz starke, in Erinnerung bleibende Leistung von ihm! Sein Kontrahent, Gaststar Roy Chiao, als Mönch, macht da keine Ausnahme. Ebenso starke Leistung.

Philosophische Grundsätze in eine Wuxia Actionhandlung mit politischen Seitenhieben verpackt, Geister-Themen und starken Actionszenen und wunderschönen Naturkulissen (man sieht war Taiwan alles bietet) in einem Film vereint – das ist King Hus Meisterwerk A Touch Of Zen!

Wunderschöner Film, absolute Empfehlung meinerseits!

Infos:

O: Xia Nu

Taiwan 1971

R: King Hu

D: Hsu Feng, Shih Chun, Pai Ying, Tien Peng, Sit Hon, Roy Chiao, Sammo Hung

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 187 Min.

Gesehen am: 10.09.17 (Kino in Bern, Schweiz)

Fassungen: Die dt. DVDs sind nicht zu empfehlen. Die UT sollen in der O-Ton Fassung viel zu kurz zu sehen sein, die O-Ton Fassung soll sich schlecht anhören. Bei dem Film ist eine gute Bildqualität wichtig, daher sollte man die UK oder US Blu Ray erwerben (Uncut, viele Extras, O-Ton, englische Subs). Mir lag die DVD aus Taiwan vor (vor paar Jahren in Taiwan gekauft aber Film nie gesehen da lange Laufzeit) bzw. Film sah ich in Bern im Kino im Arthouse Kino (mit dem Master, welches das taiwanesische Filmarchiv 2014 selbst restauriert hat). Film lief in der OV mit dt. Subs. Die Bildqualität war sehr gut.

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