Die Depesche des Todes
Story:
Nachdem ihr Vater Gangstern zum Opfer fiel, nehmen Sohn Li Kuen Kong (Billy Chong) und Freunde
(Carl Scott) den Kampf gegen die Böswichte (Chan Sing, Chiang Tao) auf…
Meine Meinung:
Die Depesche des Todes aka Kung Fu Executioner
ist eine einmal mehr sehenswerte Zusammenarbeit des Indonesiers Billy Chong (Kung
Fu Zombie, Black Belt Karate, Crystal Fist, Kung Fu from Beyond the Grave, A
Fistful of Talons) und Geweilo Carl Scott (Sun Dragon). Beide fungieren als
Helden und nehmen es mit bösen Japanern und vor allem Bösewicht Chan Sing (7
Men of Kungfu, The Bloody Fists, Jumping Ash) auf.
Wer die Filme mit Billy Chong und Carl Scott
mag, macht auch mit Die Depesche des Todes alles richtig. Der Film ist
unterhaltsam. Der Plot ist zwar sehr dünn und hier und da verworren, dafür gefallen
Cast, Anfang-Credits (Kampfszenen vor rotem Hintergrund), die Kampfszenen und auch
die deutsche Sprachfassung. Ich sah den Film bisher noch nie im O-Ton. Auffallend
war, dass es sehr viele Passagen gibt, in welcher keine Musik zu hören ist
(sowohl in der deutschen als auch englischen Tonspur). Ob dies im Chinesische Original
anders wäre?
Die deutsche Sprachfassung wertet den Film
jedoch auf, da eine alte Kino-(?) oder VHS-Synchro und dazumal gab man sich
noch Mühe. Immer die bessere Alternative als ein furchtbarer Dub in Englisch,
und mehr lag nicht vor (mehr dazu unter Fassungen). Die Kampfszenen rocken vor
allem ab der zweiten Filmhälfte und teilweise sind gesunde Härten zu verzeichnen
inklusive Bruce Lee oder Jimmy Wang Yu Vibes (The Big Boss, Wang Yu - Der
Karatebomber). Cool!
Billy Chong macht alles richtig. Schade, dass
er nicht eine grössere Karriere hatte. Dasselbe gilt für Gweilo Carl Scott, der
schon fast Mondo-Momente in den klassischen Eastern bringt. Schauspielerisch
überzeugt er zwar hier und da leicht weniger (teilweise schneidet er blöde Grimassen),
dafür überzeugt er umso mehr in den spektakulären Kampfszenen. Und Chan Sing ist halt Chan Sing. Charismatisch
und als Bösewicht immer gut. Als böser Japaner (mit Schwert) in einer
Nebenrolle ist Chiang Tao zu sehen, er oft Bösewichte darstellte (z.B. in Bravest
Fist oder Mysterious Footworks of Kung Fu).
Fazit: Für Fans des klassischen HK-Kung Fu
Kinos und von Fans des Cast (Carl Scott, Billy Chong, Chan Sing) unbedingt zu
empfehlen!
Infos:
O: Shou Zhi Ao Chu
Englischer Titel: Kung Fu Executioner
HK 1981
R: Lin Chan-Wai
D: Carl Scott, Billy Chong, Chan Sing, Chiang Tao
Laufzeit der deutschen DVD: 81:40 Min.
Neusichtung am: 17.02.22
Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von NEW vor = Wohl Uncut,
Deutsch/Englisch, durchschnittliche Bildqualität. O-Ton ist nicht vorhanden und
O-Ton Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Feb. 2022). Die deutsche
Synchronisation ist jedoch qualitativ hochwertig und macht Laune! Eine Blu-Ray
gibt es nicht (Stand: Feb. 2022). Nachtrag 03.03.24: Ende 2023/Anfang 2024 fand ich endlich eine O-Ton Fassung. In Südkorea wurde ich fündig und liess mir das VHS von Sam Boo Video Production kaufen. Dieses ist in Vollbild (d.h. die deutsche DVD hat mehr Bildinfos), die Bildqualität ist grenzwertig und in dunklen Szenen schlecht. Dafür gibt es den O-Ton Kantonesisch mit englischen, koreanischen und chinesischen Subs. Die Subs sind mehrheitlich gut lesbar. Interessant ist, dass sich beide Fassungen unterscheiden. Die deutsche Fassung basiert, wie es scheint, auf einer Export-Fassung. Beide Fassungen haben Szenen, die in der anderen fehlen. Dazu kommt, dass es in beiden Fassungen auch aufgrund Zensur Schnitte gibt und in der koreanischen Fassung fehlen auch Szenen zu Beginn beim Vorspann. Habe Mal etwas vergleichen und komme auf folgende Unterschiede:
In der VHS-Fassung fehlen die ersten 33 Sekunden (einschliesslich
der Einfügung „The Eternal Film H.K. Co.“). Nichts Neues mit koreanischen VHS.
In der ersten Mordszene fehlen in der VHS-Fassung 0,5
Sekunden (Messerbewegung nach dem Stechen).
Die VHS-Fassung zeigt nach dem Start mehr Story/Dialog und
eine nicht explizite Sexszene mit Chen Sing
In der zweiten Mordszene ist die VHS-Fassung länger: Nachdem
der Fisch am Boden liegt, sieht man die Leiche und das tropfende Blut vom Tisch
In der Szene, in der der Kerl durch das Glas geworfen wird,
ist die VHS-Fassung in einer Szene länger. Wir sehen noch einmal das blutige
Gesicht mit den Glassplittern darin
Als Carl Scott den Feind in der Fabrik mit dem Werkzeug
tötet, fehlen in der VHS-Fassung ein bis zwei kurze Szenen (Nahaufnahmen).
In der DVD-Fassung fehlt eine Folterszene (anscheinend
schneidet der Typ mit Hut und Messer einem Mann ins Ohr, nicht deutlich zu
erkennen, bedingt durch schlechte Bildqualität)
Vor dem Finale fehlt in der VHS-Fassung die Nacktduschszene
(26 Sek.)
Die deutsche DVD scheint eine Exportversion zu sein. Es gibt
insgesamt drei neue Kampfszenen mit Carl Scott. Billy Chong sitzt im Zug und
erinnert sich an einen Trainingskampf, den er mit Carl Scott hatte. Dies ist
die erste neue Kampfszene (1:34 Min.). Diese passt zur Handlung. In der zweiten
neuen Kampfszene kämpft Carl Scott in einer Fabrik gegen einen unbekannten
Bösewicht (2:56 Min.). In der letzten neuen Kampfszene ist Carl Scott komplett
in Gelb gekleidet und kämpft erneut gegen einen unbekannten Bösewicht. Der
Bösewicht beleidigte ihn mit dem N-Wort (2:23 Min.).
Bildvergleiche:
Titeleinblendungen und Beispiel-Bild der Untertitel: