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Mittwoch, 21. Dezember 2022

From Dusk Till Dawn 3 - The Hangman's Daughter Review

From Dusk Till Dawn 3 - The Hangman's Daughter

Story:

 

Im Wilden Westen: diverse Personengruppen (Marco Leonardi, Michael Parks, Ara Celi, Lennie Loftin, Rebecca Gayheart, Temuera Morrison) werden in einer Bar von Vampiren (Danny Trejo, Sonia Braga) angegriffen…

 

Meine Meinung:

 

From Dusk Till Dawn 3 - The Hangman's Daughter von Regisseur P.J. Pesce, erneut von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino (From Dusk Till Dawn) produziert, wieder für den Heimmarkt sprich eine Direct to Video und DVD Vö, ist im Vergleich zum Vorgänger (From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money) leicht besser ausgefallen. Ansonsten kehrt aus dem 2. Teil nur Danny Trejo (Anaconda), einmal mehr in einer Kurzrolle als Vampir, zurück.

 

Warum besser? Der Film, der diesmal keine Fortsetzung, sondern die Vorgeschichte zu From Dusk Till Dawn erzählt (ca. 100 Jahre vorher im Wilden Westen von Mexiko), wirkt actionreicher, aufwändiger, Effekte geladener und hat weniger Längen. Das Western-Setting gefiel mir auch definitiv besser als der "Bankraub" im 2. Teil. Zudem gibt es bessere Effekte und etwas mehr Splatter zu sehen. Teil eins bleibt in der Hinsicht aber klar unerreicht.

 

Mit Ausnahme von einer nervenden Figur ist auch die Figurenzeichnung mehr oder weniger gelungen. Marco Leonardi (The Stendhal Syndrome) als Outlaw kommt cool rüber, ebenso Quentin Tarantino-Schauspieler Michael Parks (Kill Bill: Vol. 1, Kill Bill: Vol. 2, Death Wish V). Er war fast zu gut für diese Art Film. Rebecca Gayheart war dazumal bekannt und gern gesehen (Düstere Legenden, Scream 2). Kommerziell war ihr Casting folgerichtig, während Ara Celi etwas fürs Auge bietet (und später sah man sie noch in Robert Rodriguez Machete).

 

Der Unterhaltungswert ist gegeben, auch wenn sich der Film inhaltlich fast mehr wie ein billigeres From Dusk Till Dawn Remake anfühlt, statt wie ein Prequel. Aber dennoch: Fans der Reihe, des Vorgängers und Horrorfans können einschalten! Unterhaltung und paar nette Make-Up Gummikostüme, Vampirfratzen und Bluteffekte sind garantiert!

 

Infos:

 

O: From Dusk Till Dawn 3 - The Hangman's Daughter

 

USA 2000

 

R: P.J. Pesce

 

D: Marco Leonardi, Michael Parks, Ara Celi, Lennie Loftin, Rebecca Gayheart, Temuera Morrison, Danny Trejo, Sonia Braga

 

Laufzeit der US-DVD: 92:57 Min.

 

Neusichtung am: 19.22.12

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dimension Films vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland auch auf Blu-Ray raus (Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs).

Sonntag, 13. November 2022

From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money Review

From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money

Story:

 

Bankräuber (u.a. Robert Patrick, Duane Whitaker, Raymond Cruz) bekommen es nicht nur mit der Polizei (u.a. Bo Hopkins) zu tun, sondern auch mit Vampiren (u.a. Danny Trejo)…

 

Meine Meinung:

 

Nach dem grossen Erfolg von From Dusk Till Dawn ist es auf eine Art verständlich, dass drei Jahre später die erste von zwei Fortsetzungen erschien. Deutlich später erschien noch eine TV-Serie, die es auf bisher auf drei Staffeln brachte. Robert Rodriguez und Quentin Tarantino fungierten bei From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money, der ausserdem eine Direct to Video Produktion darstellt, nur noch als Produzenten.

 

Wenn der Fan mit der Qualität des ersten Filmes vergleicht und diese erwartet, kann er am Ende nur enttäuscht werden. Mit den richtigen Erwartungen macht der B-Film aber Spass. Ich denke sogar, dass der besser ist, als spätere Direct to Video Horror-Fortsetzungen (z.B. die Hellraiser, God’s Army oder Pumpkinhead Reihe betreffend). Auf dem Regiestuhl nahm Scott Spiegel Platz.

 

Scott Spiegel, der auch für das Drehbuch verantwortlich war, hat Horrorerfahrungen im Horror-Genre vorzuweisen. So stammt der legendärere 80er Jahre Slasher Intruder von ihm. Später sollte er in eine weitere Horrorreihe einsteigen: Hostel! So drehte er die 2. Fortsetzung dazu, die auch direkt auf DVD/Blu-Ray erschienen ist. Ansonsten war er vor allem im Kurzfilm-Sektor, Drehbuchautor (Evil Dead II) und als Produzent (2001 Maniacs) tätig.

 

From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money geht einfach alles etwas kleiner an. Weniger bekannte Stars, weniger Effekte, weniger Splatter, weniger Titty Twister, weniger Qualität. Dem muss man sich bewusst sein. Das Titty Twister wird durch eine Bank ersetzt, in der es am Ende knallt (Gangster Vs. Vampir-Gangster Vs. Cops). Das ist zwar nicht so geil wie beim Vorgänger, aber alles in allem auch nicht übel. Danny Trejo kehrt in einer Nebenrolle zurück und als Cameo darf Evil Dead Star Bruce Campbell ran.

 

Scott Spiegel bringt einige innovative Kamerawinkel und Aufnahmen in den Film, die er schon in Intruder demonstriert hat. Der Cast und die Figuren sind cool = Robert Patrick (Tone-Deaf), Duane Whitaker (Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III), Raymond Cruz (Under Siege), Danny Trejo, Bo Hopkins (The Wild Bunch). Viele Machos, viel Overacting, aber ohne ins Lächerliche abzudriften. Für die Effekte war einmal mehr die KNB-FX Group (Jason Goes to Hell) zuständig. An den Effekten und Monstern (plus Fledermäuse in Nahaufnahme) hatte ich Freude. Da gab es schon paar nette Gore-Szenen. Nur die Shoot-Outs im Finale und miesen digitalen Effekte (Lift, Fledermäuse) waren mies getrickst…

 

Fazit: Kein Kracher und eine Fortsetzung, die es eigentlich nicht gebraucht hätte. Hätte man gut unter einem anderen Titel statt als direkte Fortsetzung vermarkten sollen. So gesehen kann der Film "nur verlieren". Schlecht ist aber anders und Horrorfans finden mit dem Film einen kurzweiligen, sympathischen Genre-Film vor.

 

Gefolgt von: From Dusk Till Dawn 3 - The Hangman's Daughter

 

Infos:

 

O: From Dusk Till Dawn 2 - Texas Blood Money

 

USA 1999

 

R: Scott Spiegel

 

D: Robert Patrick, Duane Whitaker, Raymond Cruz, Danny Trejo, Bo Hopkins, Bruce Campbell

 

Laufzeit der US-DVD: 88:02 Min.

 

Neusichtung am: 09.10.22

 

Fassungen: Mir lag die alte US-DVD von Dimension Films vor = Uncut, O-Ton und englische Subs. Leider für heutige Verhältnisse sehr mässige Bild- und Tonqualität (und ich habe eigentlich kaum Ansprüche): nicht anamorph, viel zu dunkel, unscharf etc. Daher wird die DVD verkauft/entsorgt mit dem Ziel, eine Blu-Ray Ausgabe (UK Disc?) zu kaufen! Gibt es auch in Deutschland auf DVD/Blu-Ray (aber wohl zum O-Ton ohne Subs). Nachtrag 08.12.23: Wie im Okt. 2022 angekündigt, habe ich mir nun die UK-Blu-Ray (von Miramax und Lions Gate) als Upgrade zur US-DVD (= entsorgt) angesehen und diese Fassung hat mich qualitativ überzeugt = Uncut, sehr gute Bildqualität, anamorph, englische Subs vorhanden. Der Film macht, vor allem mit angepassten B-Film Erwartungen, Spass. Robert Patrick ist einfach eine coole Socke und der Film hat vereinzelt sehenswerte Momente und ist allgemein unterhaltsam und abwechslungsreich. Anspruchslose Unterhaltung garantiert. 

Sonntag, 17. Oktober 2021

Inside Review

 Horroktober 2021

Inside

Story:

Sarah (Alysson Paradis), schwanger und seit einigen Monaten Witwe, wird einen abends von einer unbekannten Frau (Béatrice Dalle) aufgesucht und terrorisiert. Als die Polizei auftaucht ist von der Unbekannten nichts mehr zu sehen, doch der Alptraum ist für Sarah noch lange nicht vorbei...

Meine Meinung:

High Tension, ein Mix aus Terrorfilm und hartem Slasher aus Frankreich, hat 2003 international für Furore gesorgt. Der Film kam auf Filmfestspielen und vor allem im Horrorfilm-Lager sehr gut an. Weitere Filme dieser Art aus Frankreich waren die Folge: Inside, Martyrs, Frontier(s), Livid oder Among the Living.

Mit Inside kommt damit nebst High Tension der meiner Meinung nach beste neuzeitliche Terrorfilm aus Frankreich, während ich betreffend Martyrs oder Frontier(s) denke, dass es Kandidaten sind, die nach Neusichtung aus der Sammlung fliegen könnten.

Nicht so Inside: zwar ist die ganz grosse Schlagkraft nicht mehr vorhanden (da man bei Neusichtung ja schon weiss, wie der Film ausgehen wird), aber Inside ist bestes Terrorkino aus Frankreich. Wer radikale Filme wie High Tension mag, wird wohl auch Inside mögen. Inside, der 2016 sogar ein englischsprachiges Remake aus Spanien erhielt, ist eine kammerspielartige Schlachtplatte sonderglichen.

Inside ist herrlich fies, blutig, kompromisslos und schmerzhaft. Auch auch bei Zweitsichtung sind genug Szenen vorhanden die noch immer unter die Haut gehen und in ihrer Intensität und Kompromisslosigkeit nichts von ihrer Stärke verloren haben.  Beim Plot, der schnell zur Sache kommt und minimalistisch erzählt wird, müssen hingegen Abstriche in Kauf genommen werden.

Vor allem das Verhalten einiger Figuren und derbe Logiklöcher (Türe geöffnet lassen, Cops, "Zombie-Cop") sollen an der Stelle nicht unerwähnt belieben. Aber wer sucht in dieser Art Film schon nach Logik? Und der Inhalt von Inside ist HORROR und TERROR pur (schon ab und an in der Zeitung von solchen Fällen gelesen – erschreckend). 

Dazu kommt, dass der Film technisch stark inszeniert ist (absolut spektakuläre Splatter-Effekte) und glaubhaft gespielt. Vom Duo Alysson Paradis und Béatrice Dalle überzeugt vor allem letztere als durchgeknallte Psycho-Tante. Sie sah man wie auch die Regisseure noch in weiteren Horrorfilmen (Leatherface, ABCs of Death 2, Lux Æterna).

Fazit: Wer das neue franz. Horrorkino liebt, sollte sich Inside nicht entgehen lassen!  

PS: 2018 erschien auch eine franz. TV-Serie: À l'intérieur mit Béatrice Dalle.

Infos:

O:  À l'intérieur

Frankreich 2007

R: Alexandre Bustillo, Julien Maur

D: Béatrice Dalle, Alysson Paradis, Nathalie Roussel, François-Régis Marchasson, Jean-Baptiste Tabourin

Laufzeit der US-DVD: 82:19 Min.

Gesehen am: 31.08.08 / Neusichtung am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die US-DVD mit Schuber von Dimension vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englisch oder O-Ton franz. mit englischen Subs. Wer in Deutsch schauen möchte muss zur Ösi-Fassungen von NSM schauen (Deutsch/Franz. und deutsche Subs, Uncut). Gibt es auch als Blu-Ray. Film wurde in Deutschland verboten!

Mittwoch, 2. Oktober 2019

13: Game of Death Review

Horroktober 2019 / NIFFF 2008 Spezial

13: Game of Death

Story:

Phuchit Puengnathong (Krissada Sukosol) hat Schulden, verliert seinen Job und sein Auto. Doch ein Telefonanruf verändert sein Leben: Phuchit wurde ausserwählt, an einer Game-Show mitzuwirken. Dafür muss er jedoch 13 Aufgaben bewältigen, die es in sich haben…

Meine Meinung:

13: Game of Death ist ein origineller Film aus Thailand, den ich, so viel ich weiss, nach NIFFF Zeiten (Film sahen wir am NIFFF 2008) nicht mehr sah. Daher wusste ich kaum mehr was über den Film = eine Spannung war gegeben. Man fiebert z.T. richtig mit, da ich die Auflösung und Motive hinter der Game-Show nicht mehr in Erinnerung hatte.

13: Game of Death ist ein guter, solider Film, den man sich gut anschauen kann, ohne sich zu langweilen. Trotz der längeren Laufzeit von fast zwei Stunden. Nur gegen Ende flacht der Film ab und die Auflösung war leider nicht sonderlich befriedigend und dann plötzlich auch nicht mehr originell (erinnerte an Saw inklusive die ähnlich nervige Musikuntermalung dazu).

Darstellerisch war der Film gut gespielt und auf sonderbaren (asiatischen) Klamauk wird verzichtet. Der Film ist mehr ernst als lustig, was nicht heisst, dass man ab und zu nicht doch auch lachen muss – aber der Humor ist immer pechschwarz und makaber. So auch die Taten, die der Lead durchführen muss, um ein Level weiter zu kommen.

Sind die Aufgaben zunächst harmlos (tote Fliege runterschlucken, Kinder zum Weinen bringen), werden sie im Verlauf des Inhaltes immer böser, drastischer und ekliger (Die 120 Tage von Sodom lässt in einer Szene grüssen). Das macht aber auch den Reiz des Filmes aus. Inhaltlich haben mich einzelne Szenen auch an den Film Falling Dawn und an Cheap Thrills erinnert.

Ich kann zwar meine ganz alte Meinung (im alten Review) nicht mehr vertreten, doch im Grossen und Ganzen ist 13: Game of Death doch ein recht ansehnlicher und spannender Film aus Thailand, den man sich gut einmal ansehen kann. Aber einen Mehrwert für zukünftige Sichtungen sind ausgeschlossen, so dass der Film aus der Sammlung ausgeschlossen wird.

PS: Erhielt 2014 ein US-Remake (13 Sins - Spiel des Todes).

Infos:

O: 13 game sayawng

Thailand 2006

R: Ma-Deaw Chukiatsakwirakul

D: Krissada Sukosol, Achita Sikamana, Sarunyu Wongkrachang, Nattapong Arunnate, Namfon Pakdee, Piyapan Choopech

Laufzeit der US-DVD: 113:46 Min.

Gesehen am: NIFFF 2008 / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Habe den Film ursprünglich am NIFFF 2008 gesehen – Uncut, O-Ton und englische Subs aber mit Filmriss im dümmsten Moment. Neusichtung erfolgte als US-DVD von Dimension Extreme = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Es gibt nach wie vor keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2019).

Montag, 21. Mai 2018

Hellraiser Judgment Review

Hellraiser Judgment

Story:

Ein Serienkiller treibt sein Unwesen. Drei Cops (Damon Carney, Randy Wayne, Alexandra Harris) versuchen den Täter zu fangen. Die Cenobiten (Gary J. Tunnicliffe, Paul T. Taylor) versuchen ebenso, an den Täter zu gelangen, um ihn einer Jury (Andi Leah Powers, Mary Kathryn Bryant, Valerie Sharp) zu präsentieren ob schuldig oder nicht…

Meine Meinung:

Die Reihe präsentiert mit Hellraiser Judgment bereits den zehnten Film der langlebigen Reihe. Nach dem schwachen Teil neun, den ich übrigens nie gesehen habe (anhand Reviews, Trailer, Bilder, Cover, Wahl des Pinhead Darstellers boykottiere), war ich auf den neusten Streich gespannt – denn der Trailer sah gut und interessant aus. Vielversprechend. Man schien wieder eine düstere Grundstimmung zu fahren – weg von den Teilen sechs, sieben und acht, die anspruchslose und durchschnittliche Direct To Video Fortsetzungen waren.

Auf dem Regiestuhl, aber mit einem kleinen Budget auskommend und auch direkt auf Video (DVD/Blu Ray) veröffentlichend, nahm Gary J. Tunnicliffe Platz – ein Effekte Künstler. Er wirkte schon in früheren Horrorfilmen mit, wenn es um Spezialeffekte ging. Zum Beispiel Kinder des Zorns 2, Lord of Illusions, Wishmaster, Sleepy Hollow und anderen Hellraiser Fortsetzungen (Hellraiser Inferno, Hellraiser Deader, Hellraiser Hellworld). Weiter: Filme wie Scream 4, Autopsy, The Collection, Feast, Warlock 2, Candyman oder Waxwork 2. Also der Mann kann auf eine erfolgreiche Berufslaufbahn schauen und sich durch viele Effekte Kreationen in Genre-Filme auszeichnen.

Auch vor Hellraiser Judgment hat er bereits auf dem Regiestuhl Platz genommen, die Werke sind aber wenig interessant, bekannt oder vor Bedeutung (z.T. auch diverse Kurzfilme dabei). In Hellraiser Judgment war er auch für die sehenswerten Effekte (vor allem wenn man das Budget bedenkt) zuständig und spielte die neue Cenobiten Figur The Auditor – nebst Pinhead, die Jury, The Butcher, The Surgeon und die Cleaner die am meisten auftauchende neue Figur (plus der Typ, der die Seiten frisst und das Ergebnis der Jury präsentiert). Und ein weiterer Cenobite nebst Pinhead, den man bereits aus Teil eins kennt, kehrt ebenso zurück! Welcher – dies sei an dieser Stelle nicht verraten.

Der Film hat mir im Grossen und Ganzen Gefallen. Okay, guter Durchschnitt, wenn man keine Ansprüche stellt. Das Ende fand ich zu konstruiert und es ging plötzlich Schlag auf Schlag – das war etwas schade. Da schien Cast und Crew Studio vorgaben eingehalten haben zu müssen – nur 81 Minuten und keine Minute länger schien die Devise. Gerüchte behaupten ja, der Film wurde nur gedreht, damit Dimension Films die Rechte weiterhin halten darf. Das Ende ist sicherlich stark Geschmackssache. Die Szenen zuvor im Finale (inklusive Jesus wept Hommage) aber vor allem die ersten drei Viertel des Filmes sind für mich die Highlights des Filmes. Das Ende selbst, so kann man Studio Dimension Films gar vorwerfen, sich bei ihren anderen Produktionen bereichert zu haben, was Ideen angeht (z.B. God’s Army). Da bin ich gespannt, wie das bei einer zukünftigen 2. Sichtung wirken wird. Leider wird auch einiges noch offengelassen (was passiert mit den zwei anderen Cops?).

Die Cenobiten Figuren und alle ihre Szenen waren für mich Highlights. Der Film ist düster, ernst und auch recht derb, auch wenn viel im off geschieht (gibt aber genug Bluteffekte zu sehen, keine Angst). In vielen anderen Reviews werden Filme wie Saw oder Hostel zitiert. Diese Meinungen kann ich nicht ganz teilen, da die Cenobiten schon immer aus diesem Setting bzw. umgekehrt hätten stammen können. Nur aus Aussehen des «The Surgeon» fand ich etwas schwach, weil wirklich nicht als Cenobite zu erkennen – kommt mehr aus der Fetisch-S/M Szene. Paar Neuerungen (Blutdusche, das mit dem Erbrochenen etc.) passen gut dazu und dürften einigen Zuschauern eklig aufstossen / vor den Kopf stossen. Die Vermischung von sexueller Komponenten und Gewalt passt aber gut zum Hellraiser Universum, wie ich meine (oder zu Clive Barker allgemein, nicht nur auf seinen Hellraiser Roman oder Film bezogen, auch auf seine sonstigen Romane). Pinhead fand ich gut – zwar kein Doug Bradley, aber Paul T. Taylor macht einen ordentlichen Job und ist sehr bemüht Doug Bradleys Schauspiel zu imitieren.

Der Plot, um die menschlichen Figuren und die Cenobiten zusammenzubringen, ist nicht neu oder originell, aber war halt nötig und fand ich neutral gesehen okay. Ein Serienkiller-Subplot (wie schon in Teil fünf, wenn ich nicht irre) mehr – verschmerzbar. Gewisse Spannungen sind vorhanden, die Darsteller okay, wenn jedoch, was die menschlichen Charaktere angehen, nicht wirklich gross sympathisch sind. Immerhin nerven sie nicht und trotz Vorhandensein von einigen Klischees halten sich diese arg in Grenzen. Heather Langenkamp, Star aus A Nightmare on Elm Street (Teile eins, drei und sieben), wird zwar im Vorspann erwähnt, hat man nur einen kurzen Gastauftritt erhalten – trotzdem sympathisch sie aus der Versenkung zu holen und ihr damit zu würdigen.

Fazit: Solide Fortsetzung, die zumindest nicht schlechter als die Teile 5-8 ist. Wem diese gefallen haben, kann sich gut an Hellraiser Judgment wagen. Aber – die Reihe hätte eigentlich nach Teil zwei bzw. spätestens nach Teil vier enden sollen – und die Filme danach sind nüchtern betrachtet auch keine Klassiker, Highlights oder Must See Titel mehr…

Infos:

O: Hellraiser Judgment

USA 2017

R: Gary J. Tunnicliffe

D: Paul T. Taylor, Damon Carney, Randy Wayne, Alexandra Harris, John Gulager, Gary J. Tunnicliffe, Tony Payne

Laufzeit der US-DVD: Ca. 81 Min.

Gesehen am: 01.03.18

Fassungen: Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: März 2018). Mir lag die US-DVD vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, englische Subs vorhanden. Die DVD ist von Dimension / Lions Gate.