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Mittwoch, 8. Juli 2026

Saccharine

NIFFF 2026 Spezial

Saccharine

Story:

Eine Medizinstudentin (Midori Francis) experimentiert mit Pillen bestehend aus menschlicher Asche, um an Gewicht zu verlieren. Doch das bringt unerwartete Nebenwirkungen mit sich…

Meine Meinung:

Saccharine reiht sich zu Filmen à la Raw (mit Abstrichen Alpha), The Substance, The Beauty (die Serie), Species (auch am diesjährigen NIFFF gesehen) oder Grafted. Die Inhalte? Es geht um Körper (Veränderungen), zuweilen Bodyhorror-Inhalte, Sozialkritik und mehrheitlich nahmen Frauen auf dem Regiestuhl Platz. Saccharine hat mir dabei gut gefallen, auch wenn ich denke, dass es am Ende für die Sammlung trotzdem nicht reicht. Hätte ich den Film hingegen als Blindkauf erworben, hätte ich den wohl in die Filmsammlung integriert. 100% festlegen mag ich mich aber (noch) nicht.

Saccharine ist ein australischer Film und Regie führte Natalie Erika James (Apartment 7A) während Midori Francis die Hauptrolle verkörpert. Ich mochte das Setting. Sie spielt eine lesbische Medizinstudentin. Damit wird auch gleich der Grundstein für den Plot gelegt und wie sie im Verlauf des Filmes weiterhin an «Asche» von Toten kommt. Der Film nimmt sich für seine Plot sehr viel Zeit und der Film beginnt sehr ruhig, die Figuren ausgiebig einzuführen. Der Film nimmt sich da mehr Zeit, als andere Filme. Wer also von Anfang an auf irgendwelche Body-Horror- oder Ekeleffekte hofft, dürfte enttäuscht werden.

Ich fand den Plot interessant, da auch ein Geist eine Rolle spielt. Das verknüpft mit sozialem Druck, schlechtem Selbstwertgefühl, Bodyshaming und Essstörungen ergibt am Ende eine interessante Mischung. Technisch ist der Film hervorragend: tolle Effekte, toll geschnitten (z.B. die Masturbations-Sequenz mit den krassen Gegensätzen als Kontrast), überzeugende Figuren, interessanter Plot, paar hübsch eklige Momente aber auch einen Hauch Erotik. Über das Ende kann gestritten werden. Hätte es dieses so noch gebraucht oder nicht? Auf jeden Fall passt es dich ganz gut zum Film.

Fazit: Fans von Raw und Co. können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Saccharine

Australien 2026

R: Natalie Erika James

D: Midori Francis, Madeleine Madden, Danielle Macdonald

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Samstag, 4. Juli 2026

Species

NIFFF 2026 Spezial

Species

Story:

Margot Loiseau (Mara Taquin) arbeitet neu als Assistenzärztin im Notfall. Sie will Ärztin werden. Sie steht unter der Leitung der renommierten, aber knallharten Ärztin Dr. Vergile (Karin Viard). Mit anderen Kandidaten (Kim Higelin, Sami Outalbali) nimmt der Konkurrenzdruck zu. Nachdem Margot eine Patientin mit sonderbarem Rückenausschlag behandelt hat, nimmt sie kurze Zeit später auch an sich Veränderungen wahr…

Meine Meinung:

Auf Species, so der englische Titel dieses französischen Filmes, war ich gespannt. Von Species wusste ich praktisch nichts. Ich glaube, dass es zu dem Zeitpunkt, als ich mir am NIFFF die Vorstellung gebucht habe, auch noch keinen Trailer zum Film existierte. Das ist nicht Mal so unüblich. Das kommt bei Filmen, die an Filmfestivals laufen, ab und zu vor (oder dass noch kein Filmplakat existiert). Aber auch solche Filme haben ihren Reiz, da der Zuschauer wirklich nicht weiss, was er da zu sehen bekommt. Es ist nicht möglich, sich anhand eines Trailers oder eines Plakates Vorstellungen zum Film zu machen.

Das Setting im Krankenhaus fand ich als Diplomierter Pflegefachmann (so heisst die Ausbildung der Krankenschwester in der Schweiz), der seit über 16 Jahren im Pflegeberuf arbeitet, spannend. Gerade im Bezug auf einen möglichen Horrorfilm mit möglichen Themen wie Paranoia, Infektionen, Zombies bzw. Infizierte. Um was genau geht es denn in Species? Der Film war inhaltlich spannend, konnte mich aber am Ende nicht ganz überzeugen. Der Film ist eine übertriebene und sozialkritische Satire. Das kann der Zuschauer gut finden. Für mich war der Film, der sich zuerst realistisch gibt, am Ende zu überdreht.

Die anti-kapitalistische Sozialkritik von Regisseurin Marion Le Coroller am Ende gefiel mir nicht. Auf der einen Seite ist es schön, dass sie schützend die Hand über die Gen-Z und deren Arbeitsmoral hält und mögliche Folgen, auf satirische und übertriebene Art und Weise, aufzeigt. Auf der anderen Seite sehe ich selbst tagtäglich im Beruf, dass viele der heutigen jüngeren Arbeitskräfte eine schlechte Arbeitsmoral haben und teilweise im Beruf unbrauchbar sind. Der Film zeigt diese Auswirkungen aus der Sicht aus zwei Berufen: im Pflegeberuf und im Bankwesen. Ich selbst habe diese Erfahrungen, die Margot im Film macht, nicht gemacht, obwohl ich seit über 16 Jahren und mit den beiden Ausbildungen zusammen 22 Jahre im Pflegeberuf tätig bin. Ok, sie ist Assistenzärztin, ich «nur» Pflegefachmann.

Natürlich werden Menschen im Beruf ausgenutzt, aber viele lassen das halt auch zu. Ich bin der Meinung, dass viele auch selbst schuld sind und nicht zu sich schauen. Ich spreche jedoch aus der Sicht der Langzeitpflege (Alters- und Pflegeheime) und nicht aus dem Akut d.h. nicht aus der Sicht einer Angestellten im Krankenhaus. In der Langzeitpflege ist das krasse Gegenteil der Fall: da kann die Angestellte auch grottenschlecht arbeiten, lügen, immer krank sein, gefährliche Pflege leisten, psychisch auffällig sein, bei Angehörigen Reklamationen auslösen, Rückmeldungen nie annehmen und nie umsetzen, Weisungen missachten etc. und es passiert nichts. Es wird weggeschaut und geduldet da Personalmangel (und schlechte Vorgesetzte). Das ist erschreckend. Da wünschte ich mir, dass man Menschen, die nichts im Pflegeberuf verloren haben, da krank, manipulativ, nicht teamfähig, nicht reflektierend und einfach nur faul und asozial, aussortieren würde. Aber Pustekuchen. Das ist der Alltag in der Langzeitpflege.

Species ist zwar eine Zeitlang inhaltlich spannend, bevor klarer wird, wo die Reise hinsteuert, technisch innovativ und toll gespielt, aber das Problem ist für mich die Tatsache, dass der Film stark an The Substance und vor allem die Serie The Beauty erinnert. Vor allem an Letztere fühlte ich mich sehr erinnert, da sich auch dort die Opfer verändern und aggressive Tendenzen entwickeln, ähnlich wie hier. Und andere auch angesteckt werden können. Daher muss ich sagen, dass ich den Inhalt in Species nicht wirklich neu, erfrischend oder original fand. Die Bodyhorror-Momente hätten für meinen Geschmack auch gerne ekliger sein dürfen. Die Musik von Rob war passend, dennoch kommen die Klänge nicht an seine Arbeit aus Maniac heran.

Fazit: Geschmackssache. Viele werden Species abfeiern. Ich fand den Film absolut in Ordnung, aber ich fühlte mich zu sehr an die Serie The Beauty erinnert und das Ende traf meinen persönlichen Geschmack nicht = Es dürfte bei dieser Sichtung bleiben…

Infos:

O: Sanguine

Frankreich, Belgien 2026

R: Marion Le Coroller

D: Mara Taquin, Karin Viard, Kim Higelin, Sami Outalbali

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 103 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 24. April 2026

Affection

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Affection

Story:

Eine Frau (Jessica Rothe) kann sich nicht mehr an ihren Ehemann (Joseph Cross) und ihre Tochter (Julianna Layne) erinnern. Was hat es damit auf sich?

Meine Meinung:

Von Affection habe ich vor der Sichtung praktisch nichts gewusst. Auf der offiziellen Homepage des Brugggore Filmfestivals stand auch geschrieben, dass es gut sei, möglichst wenig über den Inhalt zu wissen. Regie führte der mir unbekannte BT Meza (wohl ein Pseudonym).

Wer hinter BT Meza steckt, ist unklar. Die Person gibt sich bedeckt. Wahrscheinlich handelt es sich bei Affection um ein Regie-Debüt. Angeblich hat BT Meza eigene traumatische (Beziehungs)Erfahrungen in den Plot integriert.

Die Darsteller waren mir ebenso unbekannt. Die haben aber einen absolut tollen Job abgeliefert, wobei der "Ehemann" vielleicht die am wenigsten tief gezeichnete Figur war. Und leider war er auch sehr unsympathisch. Julianna Layne (das Kind) war superb gespielt und Jessica Rothe agierte toll in den Szenen, in denen sie Krampanfälle und Tremor hat.

Der Film vereint die Genres Drama, Horror, Sci-Fi sowie Bodyhorror. Der Film hat diesbezüglich interessante Ansätze, die in einer möglichen Zukunft (z.B. dank AI) möglich werden könnten. Antworten und Hintergrundinfos bietet der Film zu gewissen Story-Inhalten jedoch nicht. Die Spannung, die bei der Sichtung gegeben ist, dürfte spätestens bei einer Neusichtung dahin sein.

Der Film ist im Grossen und Ganzen toll inszeniert. Das Finale ist vielleicht etwas schnell vorbei, vor allem das mit dem Feuer. Es gibt auch einige, wenige CGI-Momente, die als solche zu erkennen sind. Die "Geburt" am Ende war zwar an sich cool, aber da Sprang mir sofort Matrix vors geistige Auge. Der Film hatte für meinen Geschmack Justin Benson und Aaron Moorhead Vibes. Und genau Fans von diesen würde ich den Film auch empfehlen.

Infos:

O: Affection

USA 2025

R: BT Meza

D: Jessica Rothe, Joseph Cross, Julianna Layne

Laufzeit der Konversion: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Sonntag, 19. April 2026

Lee Cronin's The Mummy

Lee Cronin's The Mummy

Story:

Ein Journalist und dessen Frau gehen durch die Hölle, als ihre Tochter in der Wüste spurlos verschwindet. Acht Jahre später taucht das Mädchen plötzlich wieder bei der Familie auf. Doch sie ist verändert…

Meine Meinung:

Als ich dieses Jahr den Trailer zu Lee Cronin's The Mummy im Kino sah, war ein Kinobesuch beschlossene Sache. Zuvor hatte ich von diesem Titel und dem Namen Lee Cronin noch nie gehört. Der Trailer machte definitiv Lust auf mehr. Richtig gute Mumienhorrorfilme gibt es nämlich viel zu wenige, würde ich sagen.

Gestern sah ich mir den Film, der eine stolze Laufzeit von 133 Minuten beinhaltet, vor meiner 4. von sechs Nächten (ich arbeite als Nachtwache) an. Trotz der langen Laufzeit und der Tatsache, dass ich erst seit 16.00 Uhr wach war, wurde ich im Kino nicht müde. Das spricht für den Film. Vielleicht stimmt das Verhältnis nicht ganz. Am Anfang und Mittelteil ist der Film ruhig erzählt, gegen Ende hin wird es hingegen hektischer.

Wer den Film sieht dürfte sich an Filme wie Drag Me to Hell, Der Exorzist, Das Omen und vor allem die neuen Evil Dead Filme erinnert fühlen. Und das überrascht auch nicht, denn wie ich nach der Sichtung feststellte, handelt es sich bei Lee Cronin um den Regisseur von Evil Dead Rise.

Der Cast war solide. Die zwischenmenschlichen Probleme, die durch den Horror entstehen, wollen aber nicht wirklich zünden. Dazu waren die Entscheidungen, welche die Mutter und der Vater treffen, zu oft nicht nachvollziehbar. Die Kinder spielten fast besser als die Erwachsenen. Einzelne Horrorparts wirkten zudem zu drüber und mehr unfreiwillig komisch, statt zum Fürchten (z.B. die Abdankung der Grossmutter). Und einige Ideen werden nicht in den Plot integriert (der Professor).

Abgesehen von zwei-drei billigen CGI-Szenen (Sandsturm und Kojoten) bietet der Film eine ordentliche Palette an blutigen Splattereffekten, Bodyhorror Sequenzen und, und das freute mich am meisten, viele Ekelszenen, die mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Zudem sieht der Film allgemein toll aus und ist stark in Szene gesetzt. Das Make-Up (Gesicht) des Kindes hingegen fand ich wenig originell. Solche Fratzen sah man in den letzten Jahren einfach zu oft in dem Genre. Der Inhalt des Filmes ist auch alles andere als originell. Ägypten als Setting war hingegen cool und eine willkommene Abwechslung.

Fazit: Horrorfans können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Lee Cronin's The Mummy

USA, Irland 2026

R: Lee Cronin

D: Jack Reynor, Laia Costa, Veronica Falcón, May Calamawy, Natalie Grace

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 133 Min.

Gesehen am: 18.04.26

Fassungen: In Bern im Originalton mit deutschen Untertiteln und Uncut im Kino gesehen (ab 16 Jahren, während der in Deutschland keine Jugendfreigabe erhalten hat). Soll am 31.12.26 von Warner in Deutschland auf Blu-Ray und Co. erscheinen.

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Die Brut Review

Die Brut

Story:

Frank (Art Hindle) entdeckt an seiner Tochter (Cindy Hinds) Spuren von Missbrauch. Er verdächtigt seine Ehefrau (Samantha Eggar), die sich in Behandlung von Dr. Hal Raglan (Oliver Reed) befindet. Und dieser schirmt Franks Ehefrau regelrecht ab, ehe es im Verlauf zu mysteriösen Morden in Franks Umfeld kommt…

Meine Meinung:

Die Brut ist ein Film des kanadischen Bodyhorror-Meister-Regisseurs David Cronenberg (Nightbreed, Verzehrt, Crimes of the Future, A History of Violence, Shivers) aus dem Jahr 1979. Der Film, der definitiv auch Scanners Vibes hat (Machart, Musik = von Howard Shore, der in so vielen Filmen mit Cronenberg zusammengearbeitet hat), sah ich zuletzt vor fast 20 Jahren, wenn ich mich korrekt erinnere, nur als leicht entschärfte US-Kinofassung. Das war im Juli 2006 gewesen und es bleib seither bei dieser einzigen Sichtung des Filmes.

Die Brut wurde zu Ehren von Samantha Eggar (die ich sonst nur aus Curtains und The Exterminator kenne) neu angesehen. Die Schauspielerin, die nebst Art Hindle (Black Christmas, Invasion of the Body Snatchers, The Void) und Oliver Reed (The Hunting Party, Revolver – Die perfekte Erpressung) einer der drei wichtigen Hauptrollen spielt, ist diesen Monat (einen Tag nach meinem Geburtstag) verstorben. Ihr zu Ehren wurde Die Brut gesichtet, um den Film auf meinem Blog zu präsentieren und sie zu würdigen. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich.

Obwohl ich den Film sehr lange nicht sah, hatte ich Die Brut nicht als Kracher abgespeichert. Das heisst ich zählte den Film nicht zu meinen David Cronenberg Lieblingen (= Scanners, Die Fliege, Naked Lunch, Videodrome). Und das hat sich nicht geändert. Samantha Eggars Figur ist mir, wie fast alle Figuren im Film, wenig sympathisch. Ich fieberte nicht mit und wurde vom Plot nicht gefesselt oder mitgerissen. Dazu kommt, dass mir der Verlauf der Handlung zu langsam und unspektakulär war. Die Monster-Bastarde waren hingegen ganz amüsant.  Allerdings gab es mit dem einsamen Highlight im Finale zu wenige Highlights, um den Film zu einem Kracher zu machen.

Fazit: Mehr Tempo hätte dem Film gut getan!

Infos:

O: The Brood

Kanada 1979

R: David Cronenberg

D: Art Hindle, Cindy Hinds, Samantha Eggar, Oliver Reed

Laufzeit der deutschen DVD: 88:23 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 20.10.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von NSM vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (die deutsche Synchronisation ist qualitativ hervorragend) und englische Untertitel vorhanden. Limitiert auf 222 Stück (ich habe Nr. 123). Gibt es inzwischen, sicher auch in einer besseren Bildqualität, auf Blu-Ray (Wicked-Vision-Media) und UHD (Plaion Pictures).

Mittwoch, 14. Mai 2025

Die Verwandlung

Die Verwandlung

Inhalt:

Gregor wacht verspätet auf. Hat er den Wecker nicht gehört? Er kommt zu spät zur Arbeit. Plötzlich sind nicht nur seine Eltern und Schwester, die im gleichen Haushalt leben, besorgt, sondern auch der Arbeitgeber. Diese schicken den Prokuristen vorbei, um nach Gregor zu sehen. Dann stellt Gregor ungemütliche Veränderungen an sich fest…

Meine Meinung:

Von Franz Kafka habe ich bisher noch nichts gelesen. Der Name des Autors war mir natürlich bekannt, aber ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich wusste, wer er war, wann er lebte oder was für Romane er schrieb. Ich wusste nur, dass er auch surrealistische Inhalte wie Dali schrieb. Franz Kafka, der als einer der wichtigsten Vertreter der modernen Literatur gilt, hat vor allem Kurzgeschichten geschrieben. Die Verwandlung bekam ich von der Kollegin empfohlen. Als sie mir davon erzählte, fühlte ich mich etwas an David Cronenbergs Die Fliege erinnert.

Das reichte aus, um Die Verwandlung zu bestellen. Die Geschichte, die 1915 in der Reihe "Der jüngste Tag" veröffentlicht wurde, ist 79 Seiten lang. Es gibt natürlich viele Anbieter (Verlage), die den Roman zum Verkauf anbieten. Einzeln oder mehrere seiner Kurzgeschichten in einem Band. Die Version vom Nikol Verlag gefiel mir, auch wenn leicht teurer als andere Optionen, am besten. Bestellt und nach drei Wochen Abwesenheit auf Arbeit in meiner ersten Nacht (ich arbeite als Nachtwache) bereits beendet. Die Verwandlung ist keine Die Fliege, was aber auch nicht heissen soll, dass sich Die Verwandlung nicht lohnt.

Die Story legt viel schneller los, als erwartet. Warum sich Gregor in einen Käfer verwandelt, wird nicht erklärt. Die Ausgangslage ist spannend. Der Inhalt ist spannend, fesselnd, dramatisch und auch traurig. Es waren andere Zeiten, in denen Kinder als Ressourcen gesehen wurden, um die Familie zu ernähren und um der Familie das Überleben zu sichern. Die Verwandlung lässt viel Raum für Interpretationen. Der Käfer wird übrigens nicht sonderlich detailliert beschrieben. Die Beschreibungen sind wenig explizit.

Das dramatische Kammerspiel wartet mit einem Ende auf, welches klar werden lässt (zumindest nach meiner Auffassung und meiner Interpretation), dass sich der Titel des Romans, «Die Verwandlung», nicht auf Gregor bezieht, sondern auf dessen Schwester. Ihre Figur wandelt sich am meisten, was in den letzten Zeilen des Romans, am eigentlich traurigen Ende, deutlich wird. Ihr Wandel ist für den Plot und Verlauf am wichtigsten. Ob das jedoch wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Es gibt viele Interpretationen zum Roman und Inhalt, das war meine. Ich nahm es beim Lesen, vor allem im letzten Viertel, so wahr.  

Fazit: Macht Lust auf mehr! Als nächstes kommt In der Strafkolonie auf die (Wunsch)Liste (wurde mir von einem Kollegen empfohlen)!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Nikol Verlag

Anzahl Seiten: 79

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Gebunden

Autor: Franz Kafka

Erschienen: 5. Auflage 2024 (Ursprünglich 1915)

Sonntag, 27. April 2025

Grafted

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Grafted

Story:

Die Austauschschülerin Wei (Joyena Sun) leidet an einer Hauterkrankung. Das belastet ihr Selbstwertgefühl und ihr Sozialleben an der Schule. Als ihr Vater, der an einem Heilmittel zu dieser Hautkrankheit arbeitete, stirbt, führt Wei dessen Arbeiten weiter. Mit unangenehmen Folgen…

Meine Meinung:

Grafted ist das Regiedebüt von Sasha Rainbow, welche zuvor Kurzfilme und Musikvideos realisiert hat. Sie nimmt sich in ihrem Erstlingswerk einem sozialkritischen Thema an. Ähnlich ging es der Überraschungsfilm und Oscar-Kandidat The Substance an. Welchen Einfluss hat Social Media auf junge Frauen? Die Frage um das Schönheitsideal. Der Film vereint dabei vor allem Body-Horror mit Mad Scientist sowie Coming of Age Inhalten.

Eine interessante Mischung. Sogar Elemente des John Woo Meisterwerks Im Körper des Feindes kommen vor. Zu einem grossen Teil. Das machte den Plot interessanter, da die Hauptfigur Wei dann gezwungen ist, sich als andere Figuren und deren Fähigkeiten auszugeben. Und Wei, eine Austauschstudentin aus China, der westlichen Kultur völlig fremd, hat zunächst Mühe damit. Das sorgt für Schmunzeln, schwarzen Humor aber auch Spannung. Und die Darsteller können wechselhaft agieren, was ich mochte.

Die mir unbekannten Darsteller haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Was dem Film negativ anzusehen ist, ist zuweilen das Drehbuch, und wohin die Sache steuert. Teilweise wirkt das unlogisch und es gibt quasi Sprünge im Plot (als die Polizei am Ende sofort auf die fliehende Wei trifft, warum eigentlich?). Nach Logik sollte nicht gesucht werden (der immer bellende Hund = Gefahr für Wei, entdeckt zu werden, warum hat sie sich nie um den Hund gekümmert?). Auch die Effekte haben etwas unter dem kleinen Budget gelitten. Speziell die gesichtslosen Gesichter waren viel zu simpel als Effekt gestaltet worden. Dafür empfand ich das moralische und fiese Ende als sehr gelungen.

Fazit: Erreicht nicht die Qualität von anderen Coming of Age Filmen dieser Art (z.B. Raw), aber war für eine Sichtung absolut ok und solide.

Infos:

O: Grafted

Neuseeland 2024

R: Sasha Rainbow

D: Jess Hong, Jared Turner, Mark Mitchinson, Eden Hart

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englisch. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Samstag, 26. April 2025

Else

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Else

Story:

Anx (Matthieu Sampeur) und Cass (Edith Proust) versuchen in Anx Wohnung zu überleben, während draussen eine unbekannte Pandemie ausbricht. Die Opfer verschmelzen mit der Umgebung. Anx und Cass verweilen isoliert in Anx Wohnung…

Meine Meinung:

Belgien = Salah Abdeslam, Marc Dutroux, Van Damme, (nervendes und z.T. stinkendes) BIFFF Publikum. Daher bin ich bei belgischen Filmen immer skeptisch. Die Idee, den Film während einer unbekannten Pandemie erzählen zu lassen mit zwei Menschen, die sich erst gerade kennengelernt haben und voneinander noch kaum was wissen, ist vielversprechend. Im Verlauf Paranoia à la Bug einzubauen plus Body-Horror- und vor allem Arthouse- und Experimental-Elemente, sind auch nicht verkehrt.

Else ist eine Co-Produktion aus Belgien und Frankreich. Froschschenkel werden in beiden Ländern gegessen, also passt das so. Ich kenne keine anderen Filme von Regisseur Matthieu Sampeur. Obwohl ich den mir unbekannten Cast um Thibault Emin sowie Edith Proust stark, glaubhaft und sympathisch fand, konnte mich der Film, technisch stark inszeniert hin oder her, nicht überzeugen oder abholen. Der Film beginnt stark und ist zunächst interessant.

Eine Spannung ist erst Mal gegeben. Aber nach einer Weile verliert der Zuschauer das Interesse, da der Film immer abgefuckter und futuristischer wird. Am Ende gibt es keine Erklärungen. Schade ist, dass die Effekte vor allem digitale Kreationen sind. Body-Horror à la Die Fliege und Co. wären mir deutlich lieber gewesen. Die Kreationen sind auch sehr abstrakt. Zudem sind die meisten Kreationen nur kurz zu sehen. Die Umgebung stockfinster oder die Kamera verwackelt. Es wirkt so, als hätten die Macher selbst nicht gewusst, was sie da eigentlich tun. Schade.

Fazit: Pseudo-Arthouse Film, der sich im geistigen Nirvana verliert und am Ende einfach langweilt.

Infos:

O: Elsa

Belgien, Frankreich 2024

R: Thibault Emin

D: Lika Minamoto, Edith Proust, Matthieu Sampeur

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Dienstag, 25. Februar 2025

Kuso

Kuso

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Kuso war einer der Titel, welche ich dazumal 2017 am Fantasy Film Fest in Deutschland verpasst habe. Durch die Ankündigung der offiziellen US-Blu-Ray kam ich nun in den Genuss, den Film anzusehen. Mehr dazu unter Fassungen. Wobei, kann im Falle von Kuso wirklich von einem «Film» gesprochen werden? Die Hintergründe zum Film oder den Machern war mir unbekannt. Bei Kuso handelt es sich nicht um einen Spielfilm mit Plot, sondern mehr oder weniger um ein Arthouse-Musik-Video in Spielfilmlänge, in dem diverse Sequenzen abgespielt werden.

Ich wusste auch nicht, wer Steven Ellison ist. Steven Ellison ist u.a. ein DJ und Rapper, der auch ein Musik-Label gegründet hat. Im Film sind wohl etliche namhafte Künstler aus der Szene anzutreffen. In der Hinsicht und Musikrichtung bin ich jedoch ein Greenhorn, so dass ich dazu keine Hintergrundinfos liefern kann. Ich ging also, und das ist auch nicht schlecht, mit neutralen Infos an Kuso. Die Hintergründe um Regisseur Steven Ellison kannte ich vor der Sichtung nicht. Hat mir Kuso, der sehr eklig sein soll, gefallen?

Leider gar nicht. Kuso gefiel mir aus zwei Gründen nicht. Zum einen gefiel mir die ganze Machart (Optik, Musik, Settings) nicht (wobei es schon 1-2 Sequenzen gab, die optisch cool waren) und zum anderen war mir der Film auch zu wenig eklig. Die ekligen Parts wirkten aufgesetzt oder repetitiv (die ganzen Hautgeschwüre z.B. wirkten auch zu künstlich, zu sauber, zu steril). Die Machart ist natürlich Geschmackssache. Fans der im Projekt involvierten Künstler dürften mit Kuso audiovisuelle Orgasmen erleben.  Die Leidenschaft und Energie, welche ins Projekt geflossen sind, sind erwähnenswert, trafen aber nicht meinen Geschmack. 

Fazit: Wenn ich mir Filme mit Ekel-Faktor ansehen will, die mir persönlich mehr zusagen, dann empfehle ist stattdessen Werke wie Feed oder Pink Flamingos.  

Infos:

O: Kuso

USA 2017

R: Steven Ellison

D: George Clinton, Bus Driver, Tim Heidecker, Hannibal Buress

Laufzeit der Bootleg DVD: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 19.12.24

Fassungen: Der Film wurde, wie es scheint, erst Ende 2024 von Vinegar Syndrome bzw. durch eines ihrer Partner-Labels in den USA als Blu-Ray angekündigt. Ich bekam den Film vom Kollegen als Bootleg-Blu-Ray geschenkt = Hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, Englischer Ton, Englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Mittwoch, 6. November 2024

The Substance

 

The Substance

Story:

Promi Elisabeth Sparkle (Demi Moore) kämpft und hadert mit dem Älterwerden. Auf dem Schwarzmarkt findet sie eine Droge namens «Substance», welche den Alterungsprozess aufhalten soll. Sie testet das Mittel. Ein Fehler...

Meine Meinung:

Ich sah einen Trailer des Filmes und las danach von meinem Kumpel aus Zürich ein vielversprechendes Review, so dass ein Kinobesuch für mich beschlossene Sache war. Der Film von Coralie Fargeat, dessen Revenge mir persönlich nicht wirklich zusagte, läuft derzeit auch in Deutschland am Fantasy Film Fest. Ans BIFFF, Brugggore Movie Festival oder ans NIFFF hat es der Film hingegen nicht geschafft. Dafür gewann der Film in Cannes den Preis für das beste Drehbuch.

The Substance läuft über zwei Stunden und bietet dabei bis zum Enden einen spannenden Plot. Einen nicht vorhersehbaren Plot. Der Film ist auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Film und abseits vom Mainstream angelegt. Ein Film, den ich auch erst Mal wirken lassen sollte und dem ich sicherlich auch später, auf Blu-Ray, eine weitere Sichtung schenke. Gespannt, wie der Film dann wirken wird. Ein Film, der eine Botschaft erzählt. Was diese für das Individuum bedeutet, ist jedoch individuell.

Der Film ist dabei stark gespielt, voller What the Fuck Momente und grandiosen, so nicht erwarteten Effekten. Der Film ist ein wilder Mix aus Satire, Sozialkritik und Bodyhorror. Dementsprechend fällt auch das Overacting aus. Demi Moore, Margaret Qualley & Dennis Quaid (was für ein wunderbares Ekel = seine Fressszenen) liefern. Im Finale fühlte ich mich ans Kino von Frank Henenlotter (Basket Cage), Dario Argento (Tenebre) oder Yoshihiro Nishimura erinnert. Muss man gesehen haben, um es zu glauben! Was musste ich lachen!

Fazit: Abgefahren!

Infos:

O: The Substance

USA, Grossbritannien 2024

R: Coralie Fargeat

D: Margaret Qualley, Dennis Quaid, Demi Moore, Hugo Diego Garcia, Joseph Balderrama, Oscar Lesage, Gore Abrams

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 140 Min.

Gesehen am: 19.09.24

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Originalton und deutsche Subs, Uncut. Erscheint am 09.12.24 in Finnland auf Blu-Ray. Andere Versionen sind noch nicht angekündigt (Stand: Sept. 2024).

Montag, 8. Juli 2024

Animale

NIFFF 2024

Animale

Story:

Camargue, Südfrankreich:

Nejma (Oulaya Amamra) trainiert für den Corsa camarguenca Wettbewerb. Kurze Zeit darauf werden im Dorf tote Männer gefunden. Die Gerüchte, dass dafür ein Stief verantwortlich ist, machen die Runde…

Meine Meinung:

Animale, der auch bei der Eröffnungszeremonie des diesjährigen NIFFF lief (und somit ganze dreimal gezeigt wird), ist ein sehr stimmungsvoller und bildgewaltiger Film. Stark gespielt, tolles Setting, extrem stimmungsvolle, atmosphärische Bilder. Was den Inhalt angeht, hatte ich eine Theorie, welche such am Ende, wenig überraschend, auch bestätigt hat. Was Animale angekreidet werden kann, ist der Plot. Nejma wird von Männern vergewaltigt. Sie rächt sich und tötet diese. Rape & Revenge Inhalt, jedoch nicht im Exploitation-Setting. Die Bodyhorror-Elemente, die bereits die Vorführerin am NIFFF erwähnte, sind als Metapher zu verstehen, die der gequälten Nejma entsprechen.

Sieht man von aktuellen Klischees und Stereotypen in vielen (Woken) Filmen und auch hier ab (alle Männer sind böse mit Ausnahme des homosexuellen Mannes), hat Animale gefesselt und war der bisher 2. beste NIFFF Beitrag. Ja, der Plot war in der Hinsicht spannungsarm, gar vorhersehbar. Aber dennoch war das Gezeigte (optisch) schön anzusehen. Zudem hatte ich von dieser Sportart noch nie gehört. Dass dies in Frankreich Tradition hat, war mir nicht bewusst. Am Anfang dachte ich, es geht um Stierkämpfe. Falsch gedacht.

Der Film war nicht nur schön gefilmt, sondern auch technisch toll in Szene gesetzt. Die wenigen Kills hingegen finden praktisch alle im off screen statt. In der Hinsicht darf nicht viel erwartet werden. Die Bodyhorror-Momente hätten für meinen Geschmack auch zahlreicher sein dürfen und sind Grund dafür, dass ein Film wie Animale schlussendlich durch diesen «fantastischen» Einschuss, an einem Fantasy Film Fest laufen darf. Die mir unbekannten Darsteller haben allesamt einen guten Job gemacht, auch wenn die meisten Figuren mit Ausnahme von Nejma kaum beleuchtet werden.  

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Animale

Frankreich 2024

R: Emma Benestan

D: Oulaya Amamra, Vivien Rodriguez, Elies-Morgan Admi-Bensellam, Damien Rebattel, Claude Chaballier

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Franz. mit englischen Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Sonntag, 28. April 2024

Strange Dreams

Strange Dreams

Story:

Die junge Sarah (Julia Sarah Stone), eine Ausreisserin, nimmt an einer Schlafstudie teil. Mit ungeahnten Folgen…

Meine Meinung:

Strange Dreams lag einige Jahre ungesehen rum. Ich glaube, ich wurde dazumal durch ein Filmforum auf den kanadischen Film aufmerksam. Nun kam es zur Sichtung und am Ende muss ich sagen, dass viele Emotionen vorhanden sind. Strange Dreams war schon ein ziemlich abgefahrenes Erlebnis. Es ist gut, so wenig wie möglich über den Film zu wissen und bei dem Inhalt und Ende, lohnt es sich auch, den Film wiederholt zu schauen.

Anfangs war ich etwas skeptisch, da mir die Hauptfigur zunächst nur wenig gefiel. Aber der Film nimmt sich für die Figuren, den Plot und den Verlauf Zeit. Das Schauspiel von Julia Sarah Stone und auch allen anderen war hervorragend. Der Film, eine Art Arthouse-Sci-Fi-Bodyhorror-Variante im Stranger Things Retro-Stil (Junge Frau, Fahrrad, Experimente, Kleinstadt, Einsatz von Synth-Musik), wird langsam erzählt. Der Film ist in Kapitel unterteilt.

Ich fühlte mich anhand diverser Momente/Szenen nebst Stranger Things an David Cronenberg, A Nightmare on Elm Street, Nightwish, Drive oder It Follows erinnert. Das war schon ein ganz schönes Stück Film. Intensiv, fesselnd, teilweise herrlich stimmungsvoll. Es gab 1-2 Momente, wo es mir wirklich eiskalt den Rücken runterlief und wo durch Bilder, Stimmung und Musik eine extrem grosse Spannungsblase aufgebaut wurde. Die Kameraführung und Optik waren hervorragend.

Die besten Momente hat der Film im Mittelteil. Als die Beziehungselemente in den Vordergrund treten, verliert der Film für einige Momente etwas von seiner Kraft.  Ich hätte z.B. gerne gewusst, was in der Klinik passiert ist und wie es dort weiterging. Aber man hat sich dann auf den anderen Verlauf konzentriert. Am Ende wird sowieso alles über Bord geworfen. Es wird spannend sein, bei einer 2. Sichtung zu schauen, ob es schon während dem Plot Hinweise auf das Ende gibt. Das Ende wird nicht jedem gefallen. Ich finde es aber gut, dass die Filmemacher damit Mut bewiesen haben.

Fazit: Einer der besten neuen Horrorfilme der letzten Jahre!

Infos:

O: Come True

Kanada 2020

R: Anthony Scott Burns

D: Landon Liboiron, Skylar Radzion, Julia Sarah Stone, Tiffany Helm, Chantal Perron, Tedra Rogers, Carlee Ryski

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 105:07 Min.

Gesehen am: 17.02.24

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Films vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs.

Donnerstag, 11. April 2024

Kryptic

BIFFF 2024 Spezial

Kryptic

Story:

Kryptozoologin Barb Valentine verschwindet auf der Suche nach dem Suka-Monster. Kay (Chloe Pirrie) besucht den Krypto Gipfel und bucht eine Führung. Während dieser bekommt sie das Monster zu Gesicht. Danach verändert sich ihr Leben für immer…

Meine Meinung:

Kryptic war einer der wenigen BIFFF-Titel, wo ich vor der Sichtung kaum etwas über den Film wusste. So gibt es bis heute (10.04.24) weder ein Plakat noch einen Trailer zum Film. So habe ich mir auch keine konkreten Vorstellungen gemacht, was ich schauen werde. Mit Kryptic, einem kanadischen Film (aber auch mit Geldern aus England), kommt für mich schon am ersten BIFFF Tag ein Geheimtipp und Überraschungsfilm daher.

Der Film hat mich von Beginn an interessiert, da ich die Themen um Monster und Kryptozoologie sehr spannend finde. Daraus nun eine Art Mystery-Unterhaltung zu generieren, fand ich von Beginn an fesselnd. Den Film empfand ich allgemein als sehr fesselnd und spannend. Als Zuschauer wollte ich wissen, wo die Reise hinführt. Der Film startet nicht nur für seine Hauptperson wie ein grosses Rätsel und Fragezeichen, sondern auch für den Zuschauer.

In anderen Reviews wird der Film, der diverse Themen wie Monster, Sexualität, Road Trip, Bodyhorror, «Krankheit oder gibt es das Monster?» und Zeitschleifen beinhaltet, gar mit Gössen wie David Lynch oder David Cronenberg vergleichen. Zurecht, wie ich meine. Mir kamen beim Schauen auch Filme wie Murder Me, Monster, La Bête, Possession, Twin Peaks oder Under the Silver Lake in den Sinn. Die Spannung ist bis zum Ende gegeben.

De Film hat viele tolle Momentaufnahmen. Die Kameraarbeit und Settings (kanadische Wälder) sind der Wahnsinn. Die Musik ist toll. Retro-Stil und Pop-Songs (die Bar-Szene war der Hammer). Allgemein wirkt der Film durch die Kameraarbeit, die Bilder und die Musik sehr stimmig und hypnotisch. Die wenigen Effekte sind auch sehr gelungen. Starke Arbeit. Chloe Pirrie in der Wahl als Hauptfigur war eine Wucht. Sie trägt den Film mit ihrer mutigen und starken Performance von ganz alleine.

Fazit: Ein Film, den man gut mehrfach schauen kann, um neue Hinweise und Details zu entdecken! Ich freue mich schon jetzt auf die 2. Sichtung dieses BIFFF Geheimtipps = landet auf meiner Wunschliste! 

Infos:

O: Kryptic

Kanada, Grossbritannien 2024

R: Kourtney Roy

D: Chloe Pirrie, Jeff Gladstone, Jason Deline

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton, Uncut. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Donnerstag, 12. Oktober 2023

Cyclops



Horroktober 2023

Cyclops

Story:

Ein mysteriöser Typ mit Sonnenbrille verfolgt eine junge Frau, Ärzte untersuchen die Leiche einer Nackten, eine gebärende Frau wartet im Spital auf ihre Entbindung. Am Ende folgt ein Blutbad…

Meine Meinung:          

Cyclops hat auch die 2. Sichtung bestanden und verständliche Subs machen auch den Anfang und Mittelteil interessant, da endlich was verstanden. Bisher gab es nämlich keine Fassungen mit deutschen oder englischen Untertiteln. Bisher gab es nur Fassungen in Japanisch oder Kantonesisch. Der Film ist für Fans von Filmen wie Guzoo, Gakidama, Biotherapy oder Conton zu empfehlen. Der Kurzfilm läuft nur ca. 50 Minuten. Der Film von Regisseur Jôji Iida (Battle Heater, Another Heaven) ist typisch für die damaligen Direct to Video Kurz-Splatterfilme dieser Zeit.

Wert wurde vor allem auf Effekte, Schleim, groteske Verwandlungsformen und Co. gelegt. Da kamen doch teilweise Die Fliege oder Das Ding aus einer anderen Welt Vibes auf. Zwar muss damit bis zum letzten Viertel zugewartet werden, doch das Warten lohnt sich! Die Effekte sind wirklich der Wahnsinn und eine solche Pracht und Fantasie und Innovation können fast nur aus Japan kommen. Die Splatter- und Mutations-Szenen haben definitiv Anime-Charakter. So, als ob Cyclops eine Anime-Verfilmung wäre…

Aber auch davor gelingt es dem Film, eine sonderbare Stimmung und Atmosphäre zu generieren. Dafür sorgen nicht zuletzt das Overacting einiger Figuren, die Darstellung von obskuren Charakteren wie dem Sonnenbrillen tragenden Mann oder Mad-Scientist-Motive inklusive einiger Nackt-Szenen, die in Verbindung mit dem Genre und Schulmädchen, die im Film auch hier und da zu sehen sind, die perfekte Mischung bieten, welche Fans des Genres von Cyclops erhoffen und erwarten können. Erwartungen sollten dennoch angepasst werden, damit es keine allzu grossen Enttäuschungen gibt (Effekte = erst vor und im Finale).

Fazit: Für Fans von Filmen à la Biotherapy, Conton und Co. zu empfehlen!

Infos:

O: Kikuropusu

Japan 1987

R: Jôji Iida

D: Mayumi Hasegawa, Kai Atô, Kazuhiro Sano, Yoshimasa Kondô, Yôko Higashino

Laufzeit der österreichischen Blu-Ray: 52:05 Min.

Gesehen am: April 2015 / Neusichtung am: Horroktober 2023

Fassungen: Für eine 2. Sichtung lag mir die deutschsprachige Blu-Ray von Cinestrange Extreme vor. Daneben gibt es auch den O-Ton Japanisch. Als Untertitel gibt es zwei Optionen (Deutsch oder Englisch). Die Bildqualität ist, mit Ausnahme des Anfanges, als gut zu betiteln. Der Ton hingegen rauscht. Das Mediabook ist nett umgesetzt worden, so auch das Booklet mit Hintergrundinfos. Als Extras gibt es u.a. ein kurzes Interview mit dem Regisseur (Japanisch mit deutschen Subs). Das VHS aus Japan habe ich inzwischen dem Kumpel geschenkt. Der Film ist in Deutschland offiziell noch verboten (die HK-LD), daher wurde die Blu-Ray über Österreich veröffentlicht.

Mittwoch, 5. Juli 2023

In My Skin

 
NIFFF 2023 Spezial

In My Skin

Story:

Esther (Marina de Van) verletzt sich auf einer Party am Bein. Zurück bleibt, trotz tiefer Wunde, kaum Schmerzen, sondern eine tiefe Faszination für die Wunde. Mit unliebsamen Folgen für Esther und ihr Umfeld (Laurent Lucas)…

Meine Meinung:

In My Skin hat mir gar nicht gefallen. Der Film war für mich der bisher schlechteste Film am NIFFF 2023. Ein typisch französischer Arthouse-Film, der wie ein Studentenfilm wirkt. Ich mochte die Story nicht, ich mochte das Ende nicht, ich mochte die Musik nicht, ich mochte die optischen Spielereien (Splitscreen) nicht, ich mochte die Handlungen der Figuren nicht. Zudem ist der Film sehr harmlos. Da hätte ich mehr erwartet. Explizit ist anders. Für mich war der Film sinnlos. Und billig. Vor der Vorstellung hoffte ich auf eine harmlose Naked Blood Variante, aber Pustekuchen!

Und da geben mir andere Reviews Recht, Zitat: "Writer-director-star, Marina de Van seems to be obsessed with reusing shots of herself posing into the camera, hoping someone encodes meaning into it, because it’s clear she can’t" (Quelle: Rory Kinghan, Letterboxd). Es gibt praktisch keine Effekte zu sehen sondern vor allem rote Farbe und angemalte Haut und teilweise gibt’s auch unfreiwillige Komik (die Dinner-Szene). Die 90 Minuten fühlten sich viel länger an. Schade, denn hier und da hat Marina de Van das Auge für Kunstvolles – sie wäre in einer Kunstschule oder in der Werbe- und Videoclip (oder Musik-Branche) Szene sicherlich besser aufgehoben als im Film. Und einige Motive im Film (die sichtbar lesbische Freundin) werden gar nicht weiter thematisiert. Dafür wirkt Marina de Van selbst zeigefreudig wie Gott sie schuf. Auf mich wirkte ihr Projekt mit ihr als Hauptdarstellerin zu selbstverliebt, zu billig und zu sinnlos, um zu überzeugen.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: Dans ma peau

Frankreich 2002

R: Marina de Van

D: Marina de Van, Laurent Lucas, Léa Drucker, Thibault de Montalembert, Dominique Reymond

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 93 Min.

Gesehen am: NIFFF 2023

Fassungen: Am NIFFF 2023 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Gibt es in Deutschland von I-On New Media auf DVD (Deutsch/Franz. mit deutschen Subs, Uncut). Es scheint noch keine Blu-Ray zu geben (Stand: Juli 2023).

Mittwoch, 18. Januar 2023

Organ Review

Japanuary 2023

Organ

Story:

 

Zwei Cops arbeiten an einem Fall, in dem eine Bande von illegalen Organhändlern am Werk ist. Mit ungesunden Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Kei Fujiwara, die Regisseurin des Filmes, liess sich für ihre Arbeit von David Cronenberg (Body-Horror Inhalte à la Die Fliege, Videodrome etc.) und von Shinya Tsukamoto (Tetsuo: The Iron Man) inspirieren. Ganz von ungefähr kommt dies nicht, denn Kei Fujiwara spielt in Tetsuo: The Iron Man mit (die Frau, die dem Metall-Penis zum Opfer fällt). Kei Fujiwara ist eine Theaterbesitzerin und führt dort mit ihrer Gruppe bizarre Stücke auf.

 

Eines davon war auch Ursprung des Filmes Organ. Organ, 1996 veröffentlicht, ist eine Verfilmung eines ihrer Theaterstücke. Dabei ist nicht nur sie als Regisseurin und Hauptdarstellerin, sondern auch viele andere Darsteller der Theatergruppe haben Rollen im Film übernommen. So viel zur spannenden Hintergrundgeschichte zum Film. Dass die Darsteller vom Theater und nicht per se vom Film kommen, sieht man ihnen nicht an. Also gute Leistung.

 

Der Film ist im Grossen und Ganzen nicht uninteressant, aber irgendwie nichts mehr für die Sammlung. Das war so in Jugendjahren als Gore-Fan interessant, aber jetzt nicht mehr. Wobei ich dem Film nicht unterstellen will, nur ein billiger Splatterfilm zu sein. Der Film hat durch seine Machart, Hitergründe und Inszenierung mehr Anspruch als manch anderer solcher Titel.

 

Warum der Film nicht in der Sammlung bleibt? Wo der Film sehr krankt ist der Plot und wie in Handlung in Szene gesetzt wurde. Nämlich total mühsam, wirr und schwer zu folgen. Etwas zu viel des Guten (Figuren und Sub-Plots). Da wäre es besser gewesen, sich z.B. nur auf die von Kei Fujiwara gespielte Figur und deren Film-Bruder, der nebenbei noch mit Schulmädchen Experimente anstellt, zu fokussieren. Schade. Das macht dann leider wenig Lust sich auf die an sich interessanten Inhalte (Yakuza, Organ-Handel, Rache-Plot, Mad Scientist, Arthouse, Gore, Body Horror) zu konzentrieren und daran Freude zu haben.

 

Fazit: Stark Geschmackssache. Wer Filme wie Guinea Pig, All Night Long, Evil Dead Trap, Pinocchio 964 oder Female Harakiri: Glorious Death mag, kann auch hier einschalten!

 

Gefolgt von: Id

 

Infos:

 

O: Orugan

 

Japan 1996

 

R: Kei Fujiwara

 

D: Hasegawa Kimihiko, Natsuyo Kanahama, Kei Fujiwara, Reona Hirota, Ryo Ookubo

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 105 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Synapse Films vor = Code Free, Jap. O-Ton, englische Subs, Uncut, durchschnittliche und solide Bild- und Tonqualität. Gibt es mit deutschen Subs von Shock Entertainment (DVD aus Österreich). Eine Blu-Ray Vö ist mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2023).