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Sonntag, 28. Juni 2026

Im Körper des Feindes

Im Körper des Feindes 

Story:

Agent Sean Archer (John Travolta) ist hinter dem gefährlichen Gangster Castor Troy (Nicolas Cage) her, der vor einigen Jahren seinen Sohn erschossen hat. Als Castor Troy bei einem Einsatz gefunden, schwer verletzt und danach ins Koma gesetzt wird, stimmt Sean Archer einem operativen Verfahren zu, damit er sein Gesicht mit jenem von Castor Troy «tauschen» kann. Ziel ist es, als «Castor Troy» ins Gefängnis gebracht zu werden, um von Castor Troys Bruder (Alessandro Nivola) zu erfahren, wo in Los Angeles eine Bombe versteckt wurde. Doch just in dem Moment erwacht der echte Castor Troy aus dem Koma und nimmt das Gesicht von Sean Archer und dessen Identität an…

Meine Meinung:

Im Körper des Feindes ist, auch wenn ich Operation: Broken Arrow noch nicht aufgefrischt habe, John Woos beste US-Arbeit, auch wenn Harte Ziele im Vergleich die bessere und Woo typischere Action bietet. Im Körper des Feindes war an den Kinokassen ein voller Erfolg und stellt einen der besten 90er Jahre Actionfilme dar. John Travolta (In a Valley of Violence) sowie Nicolas Cage (The Surfer, Mandy, Dream Scenario) befanden sich damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, auch wenn Nicolas Cage aktuell so was wie eine 2. Filmkarriere hinlegt.

Im Vergleich mit seinen anderen US-Filmen (Windtalkers, Silent Night) stellt Im Körper des Feindes jedoch die perfekteste US-Arbeit von John Woo (Hard Boiled, The Killer, Bullet in the Head) dar. Der Film bietet eine tolle Kombination aus Sci-Fi- und Actionfilm, Plot und dessen Verlauf (Tausch der Identitäten) gefallen, es gibt coole Sprüche und etwas Humor (auch wenn der Film keine Komödie ist, aber so waren 90er Jahre Actionfilme halt einfach). Mir hat praktisch alles an dem Film gefallen. Jede Einstellung wirkt wohl überlegt und optisch wie ein Genuss. John Woo integriert sein komplettes Können und seine Erfahrung.

John Travolta und Nicolas Cage brillieren. Aber auch alle anderen Figuren und Nebenfiguren sind toll charakterisiert und mit Namen wie Alessandro Nivola (The Neon Demon), Dominique Swain (Battle Drone), Joan Allen (Death Race), CCH Pounder (Ritter der Dämonen), Nick Cassavetes oder Gina Gershon (Thanksgiving, Red Heat) bestens besetzt. Die Musik ist immer perfekt ausgewählt und die Kameraführung, in jede Szene, eine Augenweide. Die Zeitlupenaufnahmen, für die John Woo bekannt ist, lässt er gekonnt in die Actionsequenzen einfliessen. Die Action-Szenen sind purer Wahnsinn.

Nebst Shoot-Outs bleiben vor allem die Stunts, Crashs und echten Explosionen (Motorboot, Flugzeug) in Erinnerung. Actionszenen, die heute alle mit billigem CGI verseucht wären. Dazu kommen Verfolgungsjagden und Schlägereien. Zwar werden unsere Stars in einigen Szenen (sichtbar) gedoubelt (als sie im Finale durch die Lüfte geschleudert werden oder als Nicolas Cage den Wasserstunt durchführt), das tut dem Spass aber nicht weh. Ich fühlte mich zudem in mehreren Szenen an vergangene John Woo Filme erinnert. Kirchenchor (A Better Tomorrow), Motorboote rammen sich (wie die Autos im Finale von Bullet in the Head), weisse Tauben (The Killer), falscher Schnurrbart von Nicolas Cage (wieder The Killer), Gegner befinden sich Rücken an Rücken im selben Raum (Harte Ziele). So verkommt die Sichtung zu einem tollen Filmerlebnis!

Fazit: Eine der besten Filme von John Woo und mit Nicolas Cage sowie John Travolta!

Infos:

O: Face/Off

USA 1997

R: John Woo

D: John Travolta, Nicolas Cage, Alessandro Nivola, Dominique Swain, Joan Allen, CCH Pounder, Nick Cassavetes, Gina Gershon,

Laufzeit der deutschen DVD: 133:19 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 28.06.26

Fassungen: Gesehen als deutsche DVD von Touchstone / Buena Vista (Special Edition) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Sonntag, 5. März 2023

Stirb langsam – Jetzt erst recht Review

Stirb langsam – Jetzt erst recht 

Story:

 

Ein Gangster (Jeremy Irons) und seine Crew (u.a. Nick Wyman, Sam Phillips) terrorisieren New York mit Bomben. Cop John McClane (Bruce Willis) und Co. (u.a. Samuel L. Jackson, Graham Greene, Colleen Camp, Larry Bryggman) versuchen ihn zu stoppen…

 

Meine Meinung:

 

Die ersten drei Teile der Stirb langsam Reihe sind für mich perfektes US-Actionkino aus einer Zeit, wo das US-Kino noch Spass machte und sehenswerte Action und Qualität abgeliefert hat. Nicht wie heute. Nach dem dritten Teil hätte auch definitiv Schluss sein sollen. Die Fortsetzungen sind wenig sehenswert und mit den Vorgängern überhaupt nicht zu vergleichen. Können getrost links liegen gelassen werden. Die Filme haben auch einen nostalgischen Wert für mich.

 

Mit John McTiernan kehrt der Regisseur des Originals zurück. Und Bruce Willis. Seine Film-Frau, Holly, ist jedoch nicht mehr mit von der Partie. Bruce Willis macht seinen Job toll und Fans von ihm kommen voll auf ihre Kosten. Der Start in den Film und die Settings sind toll gewählt. Der Film geht es etwas gemächlicher und harmloser an, als die Vorgänger, auch wenn der Film für die R-Rating Freigabe in Sachen Gewalt zensiert worden ist (ursprünglich gab es eine NC-17 Freigabe, was ich kaum glauben kann).

 

Der Unterschied zu den Vorgängern ist, dass der 3. Teil ein Buddy-Movie ist. Bruce Willis arbeitet, notgedrungen versteht sich, mit Samuel L. Jackson (True Romance) zusammen. Und das sorgt für viel Humor. Dass das nicht unbedingt allen Fans, vor allem Fans der Vorgänger, gefällt, kann ich sogar irgendwie nachvollziehen. Die beiden harmonieren aber sehr gut. Und auch der Bösewicht macht viel Freude: Jeremy Irons! Der macht das sehr intensiv. Dazu gibt es einen Link zum 1. Teil, da Jeremy Irons Hans Gruber Bruder spielt (dem Bösewicht des 1. Filmes).

 

Den Plot empfinde ich als spannend, originell, abwechslungsreich, unterhaltsam und durchdacht. Technisch ist der Film so oder so stark in Szene gesetzt. Die Action-Szenen bestehen aus Schlägereien, Verfolgungsjagden, Schiessereien und Explosionen. Die Action-Szenen beinhalten Züge, Hubschrauber, Schiffe und diverse Fahrzeuge (Fahrräder oder ein Taxi z.B.). Dass der Film nun an verschiedenen Orten spielt und nicht mehr wie ein Kammerspiel wirkt (Hochhaus oder Flughafen) kam dem Film auch gut zu stehen. Änderungen müssen nicht nur negativ sein.

 

Fazit: Wem die ersten beiden Filme zusagten, kann sich bedenkenlos an McClanes Abenteuer in New York wagen!

 

Gefolgt von: Stirb langsam 4.0

 

Infos:

 

O: Die Hard: With a Vengeance

 

USA 1995

 

R: John McTiernan

 

D: Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Jeremy Irons, Graham Greene, Colleen Camp, Larry Bryggman, Nick Wyman, Sam Phillips,

 

Laufzeit der deutschen DVD: 122:54 Min.

 

Neusichtung am: 19.02.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Doppel-DVD (Special Edition) von Buena Vista / Touchstone vor = Deutsch/Englisch mit diversen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, viele Extras, US-Kinofassung (wurde vor US-Kinostart entschärft, z.B. im Finale Kampf mit Kette). Die 1. Auflage hatte technische Probleme, so fehlt, zumindest in der deutschen Fassung ein Dialog, der nicht zu hören ist. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray. Die Szenen, die für die US-Freigabe (Kino) zensiert wurden, sind bisher in keiner Filmversion enthalten (Stand: Feb. 2023).

Freitag, 20. Mai 2022

Starship Troopers Review

Starship Troopers

Story:

 

Im Jahr 2197:

 

die Menschheit d.h. Militär und Wissenschaft (Denise Richards, Casper Van Dien, Dina Meyer, Jake Busey, Clancy Brown, Neil Patrick Harris, Patrick Muldoon, Michael Ironside) kämpfen gegen die Bugs - Killer-Käfer aus einer anderen Galaxie…

 

Meine Meinung:

 

1997 nahm sich Skandal-Regisseur Paul Verhoeven (Benedetta) dem Roman Starship Troopers von Robert A. Heinlein an und verfilmte diese. Herausgekommen ist eine Big-Budget Mainstream-Produktion à la Paul Verhoeven. Wer dessen Filme wie Flesh and Blood, RoboCop oder Total Recall kennt, weiss, was ihn erwartet: Übertrieben Gewalt, nackte Haut, Provokationen, viel Augenzwinkern und Satire = fertig war der neue Hit!

 

Starship Troopers zähle ich zu seinen besten Filmen! Für das Kino war ich dazumal zu jung und dennoch hege ich nostalgische Gefühle zum Film. Ich sah den Film als Grundschulschüler, als ich in den 5. oder 6. Schulklasse war (müsste ich ca. 11-13jährig gewesen sein). Meine Mutter hat mir damals die VHS aus der Videothek gekauft, da ab 18 Jahren freigegeben! Schöne Kindheitserinnerungen und schon damals sammelte ich VHS:-)

 

Ob Paul Verhoeven Robert A. Heinleins Roman 1:1 oder verändert verfilmt hat, ist mir nicht bekannt, da ich diesen nicht gelesen habe. Ich las dazu, dass nur die Grundidee des Romans verfilmt wurde. Auf der anderen Seite habe ich gelesen, dass die zynischen Dialoge fast 1:1 aus dem Buch übernommen wurde (in der deutschen Sprachfassung entschärft und verändert).  Die Kritik und Satire (Glorifizierung des Krieges) sind von Beginn an klar spürbar, ohne lächerlich oder unfreiwillig komisch zu wirken.

 

Der Film ist, auch jetzt im Jahr 2022, gut schaubar und wirkt keinesfalls veraltet. Die Effekte (Raumschiffe, Bugs, Requisiten, Splattereffekte) sind der Wahnsinn, sowohl in den Trainings- wie auch Kriegsszenen. Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig und die damaligen Jung-Darsteller passen perfekt ins Schwarzweiss-Bild, welches der Film aufzeigt: selbstverliebt, über Leichen gehend, oberflächlich.

 

Denise Richards (Tammy and the T-Rex), Casper Van Dien (wird auch im kommende Schweizer Fun-Splatter Mad Heidi zu sehen sein), Dina Meyer oder Neil Patrick Harris (wurde dann vor allem in der Serie How I Met Your Mother bekannt) passten perfekt in ihre Rollen. Michael Ironside ist in einer Nebenrolle zu sehen. Er spielte bereits zuvor mit Paul Verhoeven mit (Bösewicht aus Total Recall) und macht, wie erwartet, einen starken Job. Dazu kommt ein starker Soundtrack von Basil Poledouris (auch hier: arbeitete schon für RoboCop mit Paul Verhoeven zusammen).

 

Fazit: Starker Mix aus Action-, Sci-Fi, Satire und Splatter und unbedingt empfehlenswert. Einer der besten Filme von Paul Verhoeven!

 

Gefolgt von: Starship Troopers 2: Held der Föderation

 

Infos:

 

O: Starship Troopers

 

USA 1997

 

R: Paul Verhoeven

 

D: Denise Richards, Casper Van Dien, Dina Meyer, Jake Busey, Clancy Brown, Neil Patrick Harris, Patrick Muldoon, Michael Ironside

 

Laufzeit der deutschen DVD: 124:14 Min.

 

Neusichtung am: 15.04.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Touchstone vor = Special Edition, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch und diverse Subs. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Montag, 8. Februar 2021

The Crow - Die Krähe Review

The Crow – Die Krähe

Story:

 

Eric (Brandon Lee) wird von Gangstern (Michael Massee, Laurence Mason, Angel David, David Patrick Kelly) getötet. Seine Freundin (Sofia Shinas) zusammengeschlagen und vergewaltigt. Sie stirbt später im Spital. Die Polizei (Ernie Hudson) ist in Bemühen, den Fall aufzuklären, machtlos. Also kehrt Eric als Untoter aus dem Totenreich zurück (dank einer Krähe), damit er sich an den Mördern seiner Freundin und sich selbst und dessen Auftraggebern (Michael Wincott) und Dritten (Tony Todd, Bai Ling) rächen kann…

 

Mine Meinung:

 

The Crow ist einer meiner Lieblingsfilme nebst Filmen wie Stirb langsam, Predator, Candyman oder Only God Forgives. Filme, die ich wöchentlich schauen könnte. The Crow kenne und liebe ich seit Jugendjahren. Aber erst, als es den Film schon länger auf VHS und im Free-TV zu bewundern gab. Als Brandon Lee, Star des Filmes, tragischerweise bei den Dreharbeiten ums Leben kam, bekam ich das zeitnah nicht mit, da ich dazumal noch zu jung war.

 

Für mich spielt dieses Ereignis keine Rolle, wenn es darum geht, den Kult, der um den Film entstanden ist, zu erklären zu versuchen. Doch mit dem Tod von Brandon Lee, dessen Vater ebenso durch seinen viel zu frühen Tod zur Filmlegende aufstieg (Bruce Lee), wird es wohl auch so gewesen sein: nebst Ausflügen ins HK-Filmgeschäft (Legacy of Rage) war Brandon Lee nun dran, in Hollywood Fuss zu fassen (Laser Mission, Showdown in Little Tokyo, Rapid Fire), als es ihn während den Dreharbeiten viel zu früh aus dem Leben riss.

 

The Crow, der eine Serie und mehrere Fortsetzungen auslöste, ist eine Comic-Verfilmung. Ob diese gelungen ist (im Vergleich zum Comic) kann ich nicht bestätigen, da ich dieses nicht kenne. Den Film als Eigenprodukt gefällt mir hingegen extrem gut: es gibt viele wunderbare Momente im Film, die Figuren sind sympathisch, die Gangster schön fies, Brandon Lee macht in den Action-Szenen eine gute Figur.

 

Das Design des Filmes, die Bilder und dargestellte Gotik der Stadt erinnern teilweise an spätere Comic-Filme wie Sin City und Co. Die Effekte und die Optik sind der Wahnsinn. Die Musik gefällt mir extrem gut und hier und da etwas passender, schwarzer Humor kommt auch nicht zu kurz, nebst tollen Action-Szenen und selbstverständlich vielen dramatischen Szenen. Die Shoot-Outs in der Lagerhalle im letzten Viertel des Filmes haben gar John Woo Qualitäten (Zeitlupen-Einsatz etc.) und alle Darsteller machen ihre Sache perfekt bis in die kleinsten Nebenrollen (auch das Mädel bzw. Kind nervt nicht).

 

Im Film sind spätere Hollywood- und Genre Stars wie Tony Todd (Sabotage, Pay Day, Final Destination) oder Bai Ling (Taxi 3, Crank 2) zu sehen, während Stars wie Ernie Hudson schon in den 80ern in Hollywood-Filmen mitwirkenten (Ghostbusters, Leviathan, Congo). Regie führte Alex Proyas, der vor allem auch Werbespots und Musikvideo drehte. Dieses Können und Potenzial kam den Bildern in The Crow gut zu stehen.

 

Fazit: Wunderschönes Gothic-Drama mit Action-Rache-Plot und trotzdem viel Gefühl! Absolut sehenswert!

 

Gefolgt von: The Crow - Die Rache der Krähe

 

Infos:

 

O: The Crow

 

USA 1994

 

R: Alex Proyas

 

D: Brandon Lee, Sofia Shinas, Anna Thomson, Rochelle Davis, Michael Massee, Laurence Mason, Angel David, David Patrick Kelly, Ernie Hudson, Michael Wincott, Tony Todd, Bai Ling

 

Laufzeit der deutschen DVD: 97:34 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 15.11.20

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Touchstone / Buena Vista (Special Edition) vor = leider nur die stark zensierte Kinofassung. Ein grosser Teil der damaligen Gewalt-Schnitte ist in Workprint-Qualität als Bonus auf der Disc. Bisher gibt es keine echte Uncut Fassung. Die Deutsche Synchronisation ist sehr gelungen und Bild- und Tonqualität sind sehr gut. O-Ton und Subs wären als Alternative auch auf der Disc. Gibt es in Deutschland von Euro Video auf Blu-Ray.