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Montag, 18. Mai 2026

The Punisher: One Last Kill

The Punisher: One Last Kill

Story:

Frank Castle (Jon Bernthal) Standort wird sämtlichen Gangstern in der Gegend kommuniziert und ein Kopfgeld auf ihn ausgeschrieben. Kurze Zeit später kämpft Frank ums Überleben…

Meine Meinung:

Marvel Studios haben via Streaming-Plattform eine neue Filmversion von The Punisher ins Leben gerufen. The Punisher: One Last Kill ist ein ca. 50minütiger Kurzfilm. Jon Bernthal, der bereits in den zwei The Punisher Staffeln in die Rolle von Frank Castle schlüpfte, kehrt erneut als totbringender Rächer zurück. Neu jedoch mit Bart und mit viel Dramatik. Für meinen Geschmack mit zu viel Dramatik. Der Film kommt nicht an das Niveau der Serie heran. Von dieser hat zumindest die erste Staffel sehr überzeugt und immerhin der Anfang der 2. Staffel.

Ich las in den letzten Tagen viel zu The Punisher: One Last Kill. Überraschend brutal, zu brutal, actionreich, eine positive Überraschung da auf Disney Plus abrufbar. Ich sah mir The Punisher: One Last Kill heute an und der Kurzfilm ist solide. Aber mehr nicht. Die Action startet in dem Film erst ab der ca. 25. Minute und der Abspann erfolgt bereits in der 44. Minute. Das war am Ende doch zu wenig. Für mich gab es zu viele Längen, zu viel Winselei und Selbstmitleid von Frank (hat sehr genervt) und für die Gesamtlaufzeit zu wenig Action.

Die Actionszenen sind zwar in der Tat gut und blutig (aber gelegentlich spielt sich die Gewalt auch nur im off screen ab), erinnern aber schlicht und einfach zu sehr an The Raid, um eigenständig zu wirken. Es ist auch schade, dass Frank wie ein Penner rumläuft und nur kurz vor dem Abspann sein bekanntes Outfit trägt. Die Actionszenen sind blutig. Es wird nicht nur geschossen, sondern auch anderweitig eliminiert. Es gibt auch 1-2 Stunts und eine Explosion zu sehen. Der Plot endet offen. Das Pack und Gesindel erinnert an Troma, Death Wish oder Hobo with a Shotgun.

Fazit: Kein Kracher, aber Fans vom «Punisher» können durchaus einen Blick riskieren! Ich bleibe beim Dolph Lundgren Punisher!

Infos:

O: The Punisher: One Last Kill

USA 2026

R: Reinaldo Marcus Green

D: Jon Bernthal, Deborah Ann Woll, Jason R. Moore, Judith Light, Kelli Barrett, Andre Royo

Laufzeit der Streaming-Fassung: Ca. 51 Min.

Gesehen am: 18.05.26

Fassungen: Der Film kann bei Disney Plus gestreamt werden. Der Film ist Uncut. Ich sah mir davon die deutschsprachige Ausgabe an (die Synchronisation geht absolut in Ordnung). Da eine Disney Plus Produktion ist es äusserst unwahrscheinlich, dass der Kurzfilm je auf DVD, Blu-Ray oder UHD erscheinen wird.

Der Superfighter

Der Superfighter

Story:

Dragon (Jackie Chan) und seine Freunde (u.a. Tai Bo, Mars) arbeiten bei der Küstenwache. Diese plus die Polizei (Yuen Biao) und Freunde (Sammo Hung) machen es sich zur Aufgabe, störende Piraten (u.a. Dick Wei, Lee Hoi-Sang) aufzuhalten…

Meine Meinung:

Aka Project A. Den Film sah ich nur einmal und das ist 20 Jahre her. Der Superfighter, besser bekannt unter seinem englischen Titel Project A, gilt als Klassiker in Jackie Chans Karriere. Jackie Chan (The Protector, Police Story, Snake and Crane Arts of Shaolin) führte Regie, spielt die Hauptrolle, war am Drehbuch beteiligt und war zusammen mit seinem Stunt-Team und Co. (Mars, Sammo Hung) an der Kampf-Choreographie und den Stunts beteiligt. Jackie Chan das Multitalent. Ich war gespannt auf den Film, da ich bis auf ein-zwei Details (der Uhrwerk-Stunt und das Piraten-Setting) nichts mehr wusste.

Ich bin kein allzu grosser Piraten-Fan. Das ist auch ein Setting, welches im HK-Kino eher selten zum Einsatz kommt. Da kommen mir spontan z.B. The Pirate (Shaw Brothers), Once Upon a Time in China 5 - Dr. Wong gegen die Piraten oder King of the Sea in den Sinn. Der Superfighter ist nebst Filmen wie Wheels on Meals, Winners and Sinners (wobei Jackie Chan und Yuen Biao nur Neben- und Gastrollen haben), My Lucky Stars, Twinkle, Twinkle Lucky Stars und Dragons Forever einer der Filme, in denen Jackie Chan auch mit seinen «Brüdern» Sammo Hung (Point of No Return, Don't Give a Damn) und Yuen Biao (Kick Boxer, On the Run) vor der Kamera stand.

Davon sind Der Superfighter, Wheels on Meals sowie Dragons Forever sicher die bekanntesten und besten Werke. Der Superfighter hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film ist alles in allem wirklich gut, aber für mich dennoch nicht ein Kracher. Wie ich bereits sagte, ich bin kein allzu grosser Piraten-Fan und es gab doch auch einige Längen. Es dauert auch sehr lange, bis der Hauptplot loslegt. Statt Gruppenkämpfe hätte ich mir lieber mehr Ein Mann gegen Ein Mann Duelle gewünscht und da sich Jackie Chan den Film mit Yuen Biao und Sammo Hung teilt, kommen die Stars auch etwas zu kurz. Da gilt auch für die Bösewichte, die von Dick Wei (kommt praktisch nur im Finale vor) und Lee Hoi-Sang (Kung Fu Genius) gespielt werden.

Alles in allem ist der Film dennoch mehr oder weniger unterhaltsam und das nötige Budget war auch vorhanden. Einige der Stunts sind auch heute noch sehr spektakulär und an der Kampf-Choreographie gibt es nichts auszusetzen. Es gibt jedoch weniger zu lachen, als erwartet. Eines der Highlights war für mich nach wie vor die Verfolgungsjagd mit den Fahrrädern. Zudem war es schön, bekannte Gesichter wie Tai Bo (Ninja in the Dragon's Den), Mars (Police Story 3 Super Cop), Wu Ma (Just Heroes), Kwan Hoi-San (Devil Curse), Fung Ging-Man (Two Toothless Tigers), To Siu-Ming (The First Vampire in China) oder Chin Ka-Lok (Mr. Vampire Saga IV) in Gastauftritten gesehen zu haben.

Fazit: Ich habe die Fortsetzung immer favorisiert. Etwas, was ich nach dieser Sichtung bestätigt sehe. Dennoch für Jackie Chan Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Project A Part II

Infos:

O: 'A' Gai Waak

HK 1983

R: Jackie Chan

D: Jackie Chan, Sammo Hung, Yuen Biao, Dick Wei, Tai Bo, Mars, Kwan Hoi-San, Lee Hoi-Sang, Wu Ma, Fung Ging-Man, To Siu-Ming

Laufzeit der deutschen DVD: 100:34 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 18.05.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Splendid = Uncut, O-Ton mit deutschen Subs, solide Bild- und Tonqualität (Nicht anamorph). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray und UHD.

The Prodigal Boxer II

The Prodigal Boxer II

Story:

Fong Sai-yu (Meng Fei) infiltriert in einer Undercover-Aktion das Anwesen des Bösewichts (Lu Ping). Dessen Mitarbeiter und rechte Hand Kow Lee (Dorian Tan Tao-Liang) erkennt den jungen Helden sofort und will sich mit ihm messen. Nach einem Kampf werden sie zu Freunden und am Ende erkennt auch Kow Lee, dass sein Meister ein Tyrann ist, der aufgehalten werden muss. Treu steht er seinem neuen Freund Fong Sai-yu im Kampf zur Seite…

Meine Meinung (Re-released re-edit/New edit):

The Prodigal Boxer II ist die direkte Fortsetzung von The Prodigal Boxer. In der Hauptrolle kehrt Meng Fei (Take the Rap, Shaolin Hero, Eagle Flying in September) als Volksheld Fong Sai-Yuk zurück. Die Rolle steht im definitiv gut. Regie führt erneut Ulysses Au-Yeung Jun (The Wandering Dragon, Island Warriors, The Ming Patriots). Yasuaki Kurata (Tiger) und Wong Ching (Shaolin Temple) kehren nur in Rückblenden zurück. Neu an Bord sind Dorian Tan Tao-Liang (Tornado of Pearl River) sowie Doris Lung Chun-Erh (keine kampfbetonte Rolle).

Wer den ersten Film mochte, wird auch die Fortsetzung mögen. Mir lag nur die Wiederaufführungsfassung vor. Diese zeigt ca. 30 Minuten des ersten Filmes. Was dabei von der ursprünglichen Version entfernt wurde, ist mir nicht bekannt. Nach dem Start wechselt der Film zu den Szenen des ersten Teiles und zeigt eine Art actionbetonte Zusammenfassung. Daher auch die Szenen mit Yasuaki Kurata & Wong Ching. Dazu wird nett ein Link zur Fortsetzung eingestreut. Plötzlich sehen wir im Finale des ersten Teiles nämlich Dorian Tan Tao-Liang als Zuschauer des Kampfes. Danach wechselt der Film zum neuen Plot.

Und der besteht dann fast nur noch aus Action. Meng Fei muss, bevor er gegen den Hauptboss antreten kann, dessen vier Killer ausschalten. Und wir sehen nach den Flashbacks des ersten Teiles nur noch das plus den Endkampf. Und das war doch ziemlich cool, auch wenn vor allem die von Doris Lung Chun-Erh gespielte Figur ziemlich auf der Strecke bleibt. Die Kampfchoreographie steuerte Lau Kar-Wing (The Fake Ghost Catchers) bei. Die Choreographie war bodenständig, sehenswert und realistisch. Die Duelle muten etwas kürzer an, als im Vorgänger. Dafür wurde der Blutgehalt nach oben geschraubt. Einziges kleines Manko ist, dass Meng Fei die vier Killer relativ schnell besiegt. Da hätte ich mir durchaus härtere, längere und dramatischere Kämpfe gewünscht. Alles in allem aber sehenswert!

Fazit: Fans des ersten Teiles schalten ein!  

Infos:

O: Chuan Ji Fang Shi Yu

Taiwan, HK (je nach Quelle) 1976

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Meng Fei, Dorian Tan Tao-Liang, Doris Lung Chun-Erh, Lu Ping, Wei Ping-Ao

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 85:50 Min. (inklusive einer kurzen Werbeunterbrechung)

Gesehen am: 18.05.26

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Sam Boo Video Production vor = Mandarin O-Ton mit englischen, chinesischen und koreanischen Subs, solide Bild- und Tonqualität. Die englischen Subs fehlen nur in den ersten ca. zehn Minuten und in den letzten Dialogen vor der The End Einblendung. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Mai 2026). Der Film wurde nach seiner Erstaufführung später nochmals unter anderem Titel (Young Hero of Shaolin) und mit Archivaufnahmen (in denen u.a. Yasuaki Kurata zu sehen ist) des ersten Teiles neu aufgeführt. Die südkoreanische VHS-Fassung entspricht auch diesem «New Edit».

Sonntag, 17. Mai 2026

The Living Dead Girl

The Living Dead Girl

Story:

Durch Chemikalien wird Catherine Valmont (Françoise Blanchard), die vor zwei Monaten verstorben ist, wieder zum Leben erweckt. Um leben zu können, braucht sie Menschenblut. Es zieht sie an ihr ursprüngliches Zuhause, wo sie von ihrer früheren Freundin Hélène (Marina Pierro) gefunden wird. Diese sucht nach menschlichen Opfern, um Catherine zu helfen. Derweil hat es eine Fotografin auf Catherine abgesehen, welche sie am Vortrag zufällig fotografiert hat…

Meine Meinung (Deutsche Fassung = veränderte Musik):

The Living Dead Girl ist sicherlich zusammen mit The Grapes of Death der bekannteste Film von Jean Rollin (Requiem for a Vampire). Das liegt vielleicht auch daran, dass beide Filme in Deutschland verboten wurden. The Living Dead Girl sah ich bisher nur einmal und gemäss meinem uralten Review empfand ich den Film auch früher nicht als Kracher. Eine Ansicht, die sich nach dieser Neusichtung nicht geändert hat. Ich denke, Jean Rollin liebt oder hasst man. Ob es ein Zwischendrin gibt? Ich weiss es nicht.

Ich nehme The Living Dead Girl als durchschnittlich wahr. Kein Kracher, aber auch nicht wirklich schlecht. Mich hat der Film heuer jedoch kalt gelassen. Nicht gefesselt, nicht erfreut, nicht unterhalten. Das Gezeigte wirkte monoton, repetitiv, belanglos. Es wollte sich keine Stimmung und Atmosphäre entwickeln, was schade ist, denn die Drehorte, vor allem das Schloss, in welchem gedreht wurde (die Crew schlief auch dort und der Besitzer kochte), ist an sich eine tolle Location für eine schaurig-erotische Vampir-Story.

Trotz einiger Nacktszenen geht der Erotikfaktor gleich null. Der Inhalt ist auch alles andere als originell. Das hat man als Horrorfan schon alles irgendwie gesehen und da der Film Längen hat, bietet The Living Dead Girl abgesehen von Mix aus Nacktszenen und einigen drastischen, schön blutigen Momenten und Make-Up-Effekten, keinen Mehrwert, erneut im Blu-Ray Player zu landen. Zudem hat die Fotografin mit ihrer penetranten Art sehr genervt. Das war sogar für diese Art Film einfach bescheuert und unglaubwürdig. Françoise Blanchard (Caligula and Messalina) sowie Marina Pierro (Suspiria) waren hingegen sehr solide in ihren Auftritten.

Fazit: Nur für Jean Rollin Fans zu empfehlen!

Infos:

O: La Morte vivante

Frankreich 1982

R: Jean Rollin

D: Marina Pierro, Françoise Blanchard, Mike Marshall, Carina Barone, Fanny Magier, Patricia Besnard-Rousseau

Laufzeit der europäischen DVD: 86:16 Min.

Gesehen am: Dez. 2005 / Neusichtung am: 17.05.26

Fassungen: Gesehen als 3-Disc Edition von Encore Films aus Holland = PAL, Code Free, zwei DVDs und eine Soundtrack CD inklusive Schuber und einem ca. 60seitigem Booklet mit Gedanken von Jean Rollin. Der Film ist Uncut, bietet nebst dem O-Ton auch die deutsche Synchro (gelungen, aber hat eine neu komponierte Musik von Gerhard Heinz) und massenhaft Untertitel-Optionen. Die Bild- und Tonqualität sind auch für heutige Verhältnisse noch ausgezeichnet. In Deutschland ist der Film unter dem Titel Lady Dracula noch immer verboten. In den USA, England und Österreich (in deutscher Sprache) ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray zu haben sowie UHD (UK). Bildvergleiche zeigen auf, dass sämtliche Blu-Ray Fassungen inklusive die UHD in Sachen Bildqualität dunkler ausfallen als die DVD von Encore Films. Die sieht für mich daher immer noch am besten aus.

Samstag, 16. Mai 2026

The Black Enforcer

The Black Enforcer

Story:

Kuan Yun-Fei (Tien Feng) hat 14 Menschenleben auf dem Gewissen und ist auf dem Weg, zum Gericht eskortiert zu werden. Nachts gelingt ihm die Flucht. Doch zuvor töten er und seine Männer die ganze Familie von Kung Tien-Lung (Tang Ching) inklusive vergewaltigen dessen Tochter. Kung Tien-Lung wird verletzt und wandert danach 15 Jahre ins Gefängnis. Danach sieht er die Zeit der Rache gekommen. Derweil lebt Kuan Yun-Fei, der inzwischen erblindet ist, mit seiner Familie ein ruhiges und abgelegenes Leben…

Meine Meinung:

The Black Enforcer war auch einer dieser Shaw Brothers Titel, die es mit Ausnahme der ZiiEagle Fassung nicht auf VCD und DVD gab. Celestial hat um das Jahr 2000 zwar begonnen, ca. 90% aller Shaw-Titel zu restaurieren und auf VCD und DVD zu veröffentlichen, doch einige Titel gingen ihnen, warum auch immer, durch die Lappen. Titel wie This Man Is Dangerous, To Kill a Mastermind, Ghosts Galore, I Will Finally Knock You Down, Dad!Pursuit of a KillerCurse of Evil, Spirit of the Raped, Revenge of the Corpse, Misfire, The Imperial Tomb Raiders, Crazy Nuts of Kung Fu, Karate King, The Psychopath, Mission Impossible, Die Wilden Engel von Hong KongShadow GirlLovers Blades, Die Bande des gelben Drachen oder Na Cha and the Seven Devils.

Dank verschiedenen Labels wie Shout Factory, TVP, Koch Media und 88 Films sind nun einige dieser Filme auf physikalischem Medium erschienen. Einige der oben genannten gab es immerhin auf VHS oder LD. Zu diesen "verschollenen" Titeln gehörte auch The Black Enforcer. Ein Wuxia und eine angebliche Co-Produktion zwischen den Shaw Brothers (also Hong Kong) sowie Südkorea, wobei in Datenbanken nur Ho Meng-Hua (Shaolin Abbot, Shaolin Hand Lock, The Mighty Peking Man) als Regisseur und kein zweiter, koreanischer gelistet wird. Fakt ist, dass scheinbar der Cast während des Drehs ausgetauscht wurde. Gedreht wurde vor Ort im kalten und verschneiten Südkorea.

Der Film ist zwar kein Kracher, hat mir aber dennoch wirklich gut gefallen. Es sind vor allem zwei Dinge, dir mir zusagten. Zum einen die teilweisen Drehorte vor Ort in Südkorea. Die geben dem Film einen anderen Touch. Viele der Shaw-Filme sind reine Studio-Filme d.h. auch alle Outdoor-Aufnahmen sind nicht selten in Studios gedreht worden. So nicht in The Black Enforcer, auch wenn es selbstverständlich auch hier einige Studio-Aufnahmen gibt (z.B. das Finale = die Bildqualität der Blu-Ray ist so gut, dass an der übermalten Wand am Ende sogar Türen zu erkennen sind!).

Der andere Punkt, den ich mochte, war die grimmige Geschichte um Moral und Rache. Und dass sich diese eben oft auch nicht lohnt. Der Film nimmt sich für seine Figuren Zeit, das mochte ich. Einige der Duelle erinnerten an japanische Samuraifilm und/oder den Italo-Western. Tien Feng (The Awaken Punch, General Invincible) gibt einen soliden Bösewicht und Tang Ching (Bat Without Wings, Thirty Six Killers) einen soliden (Anti)Helden ab. Abgesehen von den beiden und von Choe Kwang-Ho haben mir ansonsten die Mädels gut gefallen. Auch in den ethischen Momenten. Da waren die Filmtöchter den Filmsöhnen überlegen. Cliff Lok (The Invisible Terrorist), den ich nicht wirklich charismatisch finde, hat nur eine kleine Rolle bekommen (zum Glück).  Die Kampfszenen sind hübsch blutig umgesetzt worden. Zusammen mit dem Weiss des Schnee ergibt das hier und da eine schöne Ästhetik.

Fazit: Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Hei Ling Guan

HK 1972

R: Ho Meng-Hua

D: Tien Feng, Tang Ching, Wang Ping, Fang Jen-Tzu, Choe Seong, Chao Hsiung, Choe Kwang-Ho, Cliff Lok

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Juni 2015 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Früher sah ich davon eine ZiiEagle Kopie. Nun sah ich den Film via US-Blu-Ray von Shout Factory (Shaw Brothers Classics Vol. 6) = Wohl die erste Heimmedium Version (zuvor gab es weder eine VHS, LD, VCD, DVD oder Blu-Ray Fassung, zumindest nicht von Celestial), O-Ton mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Pakt der Wölfe

Pakt der Wölfe

Story:

Frankreich im Jahr 1766:

Morde im ganzen Land, begangen von einer Bestie, sollen im Auftrag des Königs untersucht werden. Dieser schickt Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) und seinen Helfer (Mark Dacascos) los, um den Fall aufzuklären…

Meine Meinung (Kinofassung):

Pakt der Wölfe sah ich 2002 mit meinem Bruder und meinem Vater im Kino. Ich war damals noch ein Jugendlicher. Pakt der Wölfe gefällt mir auch heute noch extrem gut. In meinen Augen ist Pakt der Wölfe einer der besten Filme von Christophe Gans (Crying Freeman, Necronomicon). Dass Christophe Gans ein Fan des HK-Kinos ist, sieht man auch Pakt der Wölfe in den Actionszenen an. Dazu kommt, dass Christophe Gans hier nach Crying Freeman erneut mit Mark Dacascos (Sabotage, John Wick: Chapter 3 - Parabellum, China Strike Force) zusammenarbeitete.

Pakt der Wölfe ist ein nicht uninteressanter Mix aus Historienfilm, Kostümdrama, Actionfilm (Martial Arts), Krimi sowie Monster- und Tierhorrorfilm. Der Mix ist in der Tat speziell, originell und innovativ. Mir gefiel er. Trotz seiner stolzen Laufzeit von über zwei Stunden (auch in der regulären, von mir gesichteten Kinofassung) wurde mir zu keiner Sekunde langweilig. Der Film sieht mit Ausnahme von einzelnen Aufnahmen des Biestes, dem man hier und da etwas billiges CGI ankreiden darf, einfach toll aus. Superbe Kameraarbeit und Choreographien, viel Einsatz von Zeitlupe und einfach schöne gefilmt und passende Settings.

Mark Dacascos macht in den Kampfszenen, wenig überraschend, eine starke Figur. So aber auch Samuel Le Bihan. Samuel Le Bihan gibt einen sympathischen Helden ab.  So stark Samuel Le Bihan als Held agiert, so toll macht das auf der anderen Seite Vincent Cassel als Bösewicht. Vincent Cassel, der dazumal mit Monica Bellucci (Beetlejuice Beetlejuice) zusammen war, die im Film auch mitwirkt, war dazumal im franz. Kino ein grosser Star. So war es damals nicht ungewöhnlich, ihn und seine Freundin in vielen Kinofilmen gesehen zu haben (z.B. Dobermann, Irreversible, Die purpurnen Flüsse). In einer Nebenrolle ist noch Genre-Star Philippe Nahon (High Tension) zu sehen.

Fazit: Abgefahren und fantasievoll. Der beste Film von Christophe Gans!

Infos:

O: Le Pacte des loups

Frankreich 2001

R: Christophe Gans

D: Samuel Le Bihan, Mark Dacascos, Émilie Dequenne, Vincent Cassel, Monica Bellucci, Jacques Perrin, Christian Marc, Karin Kriström, Philippe Nahon

Laufzeit der deutschen DVD (Kinofassung): 136:57 Min.

Gesehen am: 21.02.2002 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Mir lag die deutsche Doppel-DVD von Helkon / Columbia TriStar vor = Kinofassung sowie der längere Director’s Cut (etwas mehr Figurentiefe) plus viele Extra verteilt auf zwei Discs. Ich sah mir die Kinofassung an = Deutsch/Franz. mit Untertiteln (sehr gute deutsche Synchronisation), exzellente Ton- und Bildqualität (DTS-Deutsch). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.

Ghost Ambulance

Ghost Ambulance

Story:

Die Studenten Dicky (William Alvin), Ocha (Ratna Galih), Popi (Fitri Ayu) und Rano (Dimaz Andrean) mieten ein altes Haus, um in Ruhe studieren zu können. Dumm nur, dass das Haus verflucht ist. Zudem scheint ein Zusammenhang zu Ranos Familie zu bestehen. Er fragt bei seiner Grossmutter (Suzzanna) nach…

Meine Meinung:

Ghost Ambulance ist definitiv kein Kracher in Suzzannas (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) langer Karriere und sollte am besten auch nicht mit ihren Klassikern aus den 70-90ern verglichen werden. Ihre letzten Filme drehte sie 1991 und danach war es mit ihrer Filmkarriere vorbei, bis sie 2008 entschied, für Ghost Ambulance in die Filmlandschaft zurückzukehren. In Ghost Ambulance spielt Suzzanna, wie auch Clift Sangra (Sangkuriang), eine Nebenrolle. Es sollte ihre letzte Rolle werden. Kommerziell war es sicher ein kluger Schachzug, Suzzanna an Bord zu holen.

Der Film stammt von keinem grossen Filmstudio. Ein weiteres Argument, den Film nicht mit früheren Werken von z.B. Rapi Films vergleichen zu wollen. Ich fand Ghost Ambulance relativ belanglos und langweilig. Dazu passt, dass das Original-Master verschollen ist und es nur noch qualitativ schlechtere Versionen vom Regisseur selbst gibt. Regie führte Nayato Fio Nuala, der vor kurzem verstorben ist (18.04.26). Er hat viele Filme gedreht, aber vor allem solche billigen, zu modernen Dinger wie Ghost Ambulance. Er arbeitete auch auf mit anderen Namen (Pseudonyme).

Ghost Ambulance bietet keinen originellen Plot, lässt echte Stimmung und Grusel vermissen, zeigt sich auch relativ harmlos (Sachen Blutgehalt) und spielt im Teenie- Milieu. Suzzanna kommt vor allem im ersten Viertel öfters vor, taucht mit der Zeit unter. Clift Sangra ist noch weniger zu sehen. Die Jungdarsteller sind solide. Die Videooptik wirkt billig. Mir ist nicht bekannt, ob Ghost Ambulance ein Kinofilm war (kann ich mir kaum vorstellen). Im Grossen und Ganzen wirkt der Film mehr wie eine Direct to Video oder TV-Produktion. Das Schauspiel ist okay, die Horrorparts wirken harmlos und das Dauergeschrei hysterisch und nervend. Eine Ambulanz ist selten zu sehen. Ein bis drei Szenen beinhalten Maden = die seltenen Highlights des ansonsten lahmen Filmes…

Fazit: Selbst als Fan von Suzzanna kein Must See Titel!

Infos:

O: Hantu Ambulance

Indonesien 2008

R: Nayato Fio Nuala

D: Suzzanna, William Alvin, Dimaz Andrean, Fitri Ayu, Giannina Emanuela, Ratna Galih, Clift Sangra

Laufzeit der US-Blu: 88:16 Min.

Gesehen am: 16.05.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Als Bonusfilm im Set enthalten, solide bis mässige (Texteinblendungen, z.B. Vor- und Abspann total unscharf) Bild- und Tonqualität, wahrscheinlich Uncut, O-Ton und englische Subs. Dazu gibt es exklusive Extras (Interviews und ein Making of). Es dürfte die bisher erste Vö im O-Ton mit englischen Subs sein. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Total Recall

Total Recall

Story:

Bauarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) plant einen Erinnerungsurlaub (implantiert und sich echt anfühlend). Doch es gibt Probleme und kurze Zeit später wird Douglas Quaid von diversen Personen (Sharon Stone, Michael Ironside, Michael Champion, Robert Costanzo) gejagt und muss um sein Leben kämpfen…

Meine Meinung:

Total Recall ist einer der besten Filme von Paul Verhoeven (Starship Troopers, Benedetta, Flesh + Blood) und mit Arnold Schwarzenegger (Running Man, Terminator 2: Judgment Day, Red Heat). Beide waren damals auf ihrem Karrierehöhepunkt und der Mix aus Sci-Fi und Action sorgt für pausenlose, spektakuläre und höchst abwechslungsreiche und amüsante Unterhaltung. Jede Szene mit Arnie ist ein Genuss. Bei Total Recall, der später ein unnötiges Remake erfuhrt, handelt es sich um einen Big-Budget-Blockbuster.

Der Film stellt praktisch von Anfang an bis zu seinem Ende eine Verfolgungsjagd dar, in der oft mit der Frage, ist das Gezeigte real oder nicht, gespielt wird. Kosten wurden keine gescheut und die Effekte (Raumschiffe, der Mars, Make-Up-Masken, Mutanten) sind sehenswert. Das nötige Kleingeld war vorhanden, was dem Film auch heute noch anzusehen ist. Für die spektakulären Make-Up Masken und blutigen Shoot-Outs war Maskenbildner Rob Bottin (Maniac, The Thing, Piranha, Deep Rising) zuständig. Allgemein ist der Film relativ blutig ausgefallen. Auch Sci-Fi Fans dürften aufgrund des Mars als Setting auf ihre Kosten kommen.

Die Actionszenen bestehen mehrheitlich aus (z.T. sehr blutigen) Shoot-Outs, Explosionen, Stunts, Verfolgungsjagden und kleineren Prügeleien. Arnold Schwarzenegger macht in den Actionszenen eine sehr gute Figur. So auch Sharon Stone (Nico, Nobody 2), die Sexappell in den Film bringt. Michael Ironside (Scanners, Watchers, Red Scorpion 2) gibt einen wunderbaren Fiesling ab. Ronny Cox (Beim Sterben ist jeder der Erste, Beverly Hills Cop) spielte auch in anderen Filmen von Paul Verhoeven mit (z.B. RoboCop). Allgemein sind es bekannte Namen und Gesichter, die ihm Film vor der Kamera stehen und sie überzeugen. Der passende Score von Jerry Goldsmith (The Omen, Rambo, Gremlins) ist ebenfalls toll.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Total Recall

USA 1990

R: Paul Verhoeven

D: Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Michael Ironside, Michael Champion, Robert Costanzo, Rachel Ticotin, Ronny Cox, Marshall Bell, Mel Johnson Jr., Roy Brocksmith

Laufzeit der UK-DVD: 108:37 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Momentum vor = Kinofassung, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Untertiteloptionen. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen. Den Film gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray und UHD. Der Film wurde für die US-Kinofreigabe zensiert. Eine richtige Uncut Fassung gibt es nicht (Stand: Mai 2026).

Freitag, 15. Mai 2026

Born Under Crossed Stars

 

Born Under Crossed Stars

Story:

Japan in den 20ern:

Jûkichi Suzuki (Ken Yamauchi) ist ehrgeizig und will was werden. Er gerät mit seinem Vater in Konflikt und später sind es zwei Frauen, die ihm den Kopf verdrehen. Taneko (Yumiko Nogaw) ist modern, frech und charmant. Suzuko (Masako Izumi) ist traditionell und altmodisch veranlagt. Nach und nach gerät Jûkichis Leben aus den Fugen und er kämpft gegen seine eigenen Prinzipien an…

Meine Meinung:

Mit Born Under Crossed Stars habe ich Arrow Videos Edition Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1 endlich beendet. Und ich muss sagen, dass der Kauf für mich ein Fehlkauf darstellt. Die Frühwerke von Seijun Suzuki (The Boy Who Came Back, The Wind-of-Youth Group Crosses the Mountain Pass, Teenage Yakuza sowie The Incorrigible) sind, zur Liebe zu den späten Klassikern (Detective Bureau 2-3: Go to Hell Bastards!, Branded to Kill, Tokyo Drifter, Youth of the Beast) des Regisseurs, nicht meine Kragenweite. Definitiv nicht.

Es sind vielleicht zwei ganze Filme aus dem Set, die leicht besser sind (Teenage Yakuza und The Incorrigible), aber dennoch von Must See Titeln weit entfernt sind. Und den Rest kann man knicken. Born Under Crossed Stars wartet teilweise mit dem gleichen Cast aus The Incorrigible auf. Letzterer war aber besser. Born Under Crossed Stars ist zwar gut gespielt und optisch schick, aber der Inhalt fesselt wenig. Der Film war mir auch viel zu lustig. Das hätte ich nicht erwartet und war störend. So muss man um die Figuren nie Angst haben und der Film, der Coming of Age und New Wave Vibes beinhaltet, wirkt dadurch zu wenig dramatisch. Die komischen und lustigen Momente haben hier definitiv gestört.

Was den Cast angeht, macht vor allem Yumiko Nogaw eine gute Figur. Sie spielte auch in späteren Filmen von Seijun Suzuki mit (Gate of Flesh sowie Story of a Prostitute) und war auch abgesehen davon in vielen Genre-Filmen zu sehen (Hokuriku Proxy War, Killer’s Mission). Ken Yamauchi war aufgrund des Overacting wenig überzeugend. Er konnte danach auch nicht wirklich auf eine bekannte Filmographie zurückblicken. Masako Izumi (Haunted Samurai) war solide, aber bliebt im Schatten von Yumiko Nogaw. Alles in allem machten die Schauspieler ihre Sache solide.

Fazit: Kein Must Have Titel, auch nicht für Fans von Seijun Suzuki!

Infos:

O: Akutarôden: Waruihoshi no Shita Demo

Japan 1965

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamauchi, Masako Izumi, Yumiko Nogaw, Jun Tatara, Kotoe Hatsui, Masahiko Tanimura, Masao Mishima

Laufzeit der UK-Blu: 96:52 Min.

Gesehen am: 15.05.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, fünf Filme und Booklet in einem Set (jeweils auf DVD und Blu-Ray), in Japanisch mit englischen Subs. Born Under Crossed Stars ist zensiert (Hahnenkämpfe). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Donnerstag, 14. Mai 2026

The Blade

The Blade

Story:

Ting On (Vincent Zhao Wenzhuo) rettet die Tochter (Valerie Chow Kar-Ling) seines Meisters (Austin Wai Tin-Chi) und verliert dabei einen Arm und stürzt in den vermeintlichen Tod. Doch Ting On überlebt und bringt sich selbst, auch mit nur einem Arm, eine Kampftechnik bei, die es ihm erlaubt, zu überleben. Denn er kennt nur ein Ziel: Rache am Killer (Xiong Xinxin) seines Vaters zu üben!

Meine Meinung:

The Blade von Tsui Hark (Shanghai Blues, Dragon Inn) stellt ein Remake des Shaw Brothers Klassikers The One-Armed Swordsman mit Jimmy Wang Yu dar. Dem Chang Cheh Klassiker. Der Film entstand 1995 und zu einer Zeit, als das goldene HK-Kino schon fast erloschen war. Die Unsicherheit aufgrund politischer und geschichtlicher Ereignisse (1997 die Rückkehr nach China) wirkte sich auch negativ auf das HK-Kino aus. Zudem liess sich Tsui Hark vom Arthouse-Regisseur Wong Kar-Wai beeinflussen.

Obwohl The Blade teilweise sehr gute Kritiken bekam, nehme ich den Film als überbewertet wahr. Zudem ist The Blade nicht das, was ich von einem richtigen HK-Film der 90er erwarte. Ich sah mir The Blade heute, wenn ich mich nicht irre, zum dritten Mal an. Im Januar 2006 sah ich den Film via UK-DVD und empfand den gemäss meinem uralten Review als gelungen. Als Warner Archive dazumal ihre DVD veröffentlichte, empfand ich The Blade nur noch als mittelmässig. Dies hat sich auch mit der neusten Sichtung nicht geändert.

Somit blieben Tsui Harks beste Filme nach wie vor Titel wie Once Upon a Time in China oder seine ersten drei Titel, die für die New Wave Bewegung immens wichtig waren: The Butterfly Murders, We're Going to Eat You sowie Dangerous Encounter - 1st Kind. Die drei Titel sind für meinen Geschmack nach wie vor die besten Titel, die Tsui Hark realisiert hat. Was mich seit der 2. Sichtung an The Blade am meisten gestört hat, störte mich auch bei der heutigen Sichtung. Trotz angepassten Erwartungen. Die Erzählweise des weiblichen Charakters und ihre Kommentare waren einfach nur nervend. Sie kommentiert das Geschehen und all ihre Szenen hätten entfernt gehört.

Ohne ihre nervenden Momente wäre der Film auch kurzweiliger gewesen. Die Dreiecksbeziehung fesselt nicht und man fiebert mit ihr auch nicht mit. Es ist zwar ganz nett, am Ende als alte Frau in der Rolle der Siu Ling einen Altstar wie Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife 1 + 2) zu sehen, aber im Grossen und Ganzen waren praktisch alle Momente mit Siu Ling und ihren philosophischen Dialogen ermüdend, nervend und zogen den Film unnötig in die Länge. Das war das grosse Minus des Filmes, dessen Laufzeit mit 109 Minuten zu lang ausgefallen ist. Desweitern gibt es vor allem in den ersten 53 Minuten auch kaum sehenswerte Actionsequenzen zu sehen.

Trotz Beteiligung von Namen wie Stephen Tung Wai (Mars Villa), Mang Hoi (The Blonde Fury) oder Yuen Bun (legt auch einen Gastauftritt hin) ist die Choreographie der Kampfszenen so schnell, so verwackelt und so unübersichtlich gefilmt, dass davon oft sowieso so gut wie nichts erkannt werden kann. Drei solche Choreographen an Bord zu haben und dann solche Actionszenen zu realisieren, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Dass weitere bekannte Gesichter in Gastauftritten nicht aufgefallen sind, überrascht bei der wilden Kameraführung nicht. Da wären u.a. auch CAT. III Psycho William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und Ngai Sing (Flash Point) zu sehen gewesen.

Dennoch hat mich die wilde Kameraarbeit in den Kampfszenen diesmal nicht mehr sonderlich gestört. Da konnte ich die Erwartungen anpassen und damit meinen Frieden tätigen. Denn rein optisch ist der Film halt schon auch sehr gelungen und düster. Es gibt einige innovative Kamerafahrten die im Mix aus Geschrei, Chaos, Blut und Schlamm (zudem ohne einen Funken Humor inszeniert) bestens funktionieren und in der Tat einen interessanten Mehrwert darstellen. Vincent Zhao Wenzhuo (Once Upon a Time in China 4 & 5, Fong Sai Yuk) gibt alles und am meisten Freude hatte ich an Xiong Xinxin (Once Upon a Time in China and America) als Bösewicht. Der hat mich schon bei der ersten Sichtung absolut überzeugt und der Finalkampf allein empfand ich schon immer als sehenswert. Da kommen Samurai- und Italo-Western Vibes zum Tragen! Sehr cool!

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Für mich leider nur eine durchschnittliche Arbeit, die aufgrund des Finalkampfes und der Optik des Filmes knapp in der Sammlung bleibt…

Infos:

O: Dao

HK 1995

R: Tsuo Hark

D: Vincent Zhao Wenzhuo, Valerie Chow Kar-Ling, Xiong Xinxin, Austin Wai Tin-Chi, Moses Chan Ho, Suet Nei, William Ho Ka-Kui, Michael Tse Tin-Wah, Ngai Sing, Yuen Bun

Laufzeit der US-DVD: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Warner Archive vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. In Deutschland gibt es den Film nur in Deutsch auf DVD (Titel: The Blade - Das zerbrochene Schwert). Die deutsche Synchronisation soll «miserabel» sein. Wer eine Blu-Ray möchte, muss nach USA oder England schauen (The Criterion Collection).

Sleepaway Camp

Sleepaway Camp

Story:

Ricky (Jonathan Tiersten) und dessen Schwester Angela (Felissa Rose) verbringen ihren Sommer im Sommercamp. Doch der Spass wird zum tödlichen Alptraum, als ein unbekannter Killer die Teens zu meucheln beginnt…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen von Halloween und Freitag der 13. war die grosse Zeit der 80er Jahre US-Slasher gekommen. Sleepaway Camp ist der erste Teil einer insgesamt fünfteiligen Reihe und speziell in den USA erlangte Sleepaway Camp Kultstatus. Der vierte Teil entstand erneut durch Regisseur Robert Hiltzik, jedoch erst deutlich später und zwar im Jahr 2008. Dass 2012 sogar noch eine weitere Fortsetzung folgte, war mir nicht bewusst.

Sleepaway Camp hat die Neusichtung bestanden. Der Film ist selbstverständlich kein Highlight und es gibt viele bessere Slasher, dennoch wurde ich doch relativ gut und anspruchslos unterhalten. Nicht mehr, und nicht weniger. Dennoch hat der Film auch einige interessante Aspekte zu bieten. Zum einen war ein grosser Teil des Cast während den Dreharbeiten minderjährig, so z.B. auch Hauptdarstellerin Felissa Rose (Victor Crowley, Terrifier 2). Das sorgt dafür, dass der Film, vor allem in Sachen Drogen und nackter Haut, sehr harmlos ist.

Auf der anderen Seite sehen die Kids und Jugendlichen auch Mal aus wie Kinder und Jugendliche. Auch in Sachen blutiger Morde ist der Film eher auf der harmlosen Seite, was nicht heisst, dass es nicht die ein oder andere blutige Szene zu sehen gibt. Einige der Morde sind, auch wenn mehrheitlich im off screen stattfindend, cool da innovativ und z.T. ist das Endresultat zu sehen. Und diese Make-Up-Effekte sind ziemlich cool. Die Kills sind innovativ und beinhalten u.a. kochendes Wasser oder Bienen. Im Grossen und Ganzen folgt der Film den 08/15 Klischees des Slasher-Genres. Die Ausnahme stellt das überraschende und originelle Ende dar, welches den Film und Schauspielerin Felissa Rose zu ihrem Kultstatus verhalf.

Fazit: 80er Jahre Slasher-Fans können durchaus einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Sleepaway Camp II: Unhappy Campers

Infos:

O: Sleepaway Camp

USA 1983

R: Robert Hiltzik

D: Felissa Rose, Jonathan Tiersten, Karen Fields, Christopher Collet, Mike Kellin, Katherine Kamhi, Paul DeAngelo

Laufzeit der US-Blu: 84:50 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor = Schuber, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs und diverse Extras (Interviews, Audiokommentare etc.) runden die Disc ab. Zudem liegt mir noch die Sleepaway Camp Survival Kit Box von Anchor Bay vor = alle drei Teile in einer Box inklusive Booklet. Die 1. Auflage mit rotem Kreuz musste nach Beschwerden des roten Kreuzes für spätere Auflagen abgeändert werden. Die Anchor Bay Fassung ist in Gewalt und Handlung zensiert. In Deutschland Uncut von Retro Gold 63 auf Blu-Ray zu haben (als Sleepaway Camp oder Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens, je nach Cover-Auflage).

Vier Fliegen auf grauem Samt

Vier Fliegen auf grauem Samt

Story:

Roberto (Michael Brandon) wird von einem unbekannten, mysteriösen Hutträger verfolgt und beschattet. Eines nachts folgt Roberto dem Hutträger um ihn zur Rede zu stellen. Bei dem Handgemenge stirbt der Hutträger. Derweil hält eine Person, die eine Maske trägt, den Akt auf Fotos fest. Danach wird Roberto von einem unbekannten Killer terrorisiert. Roberto heuert einen Detektiv (Jean-Pierre Marielle) an, um mehr herauszufinden. Es kommt zu Morden an Robertos Umfeld…

Meine Meinung:

Vier Fliegen auf grauem Samt ist Dario Argentos (Tenebrae, Sleepless, Phenomena) dritter Teil seiner Tier-Trilogie nach Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Die neunschwänzige Katze. Leider hat der Film seine Zweitsichtung, diesmal sah ich mir den Film erstmals in Deutscher Sprache an, nicht bestanden. Vier Fliegen auf grauem Samt ist leider nur eine durchschnittliche und relativ öde Angelegenheit. Das hatte ich besser in Erinnerung, denn der Film gefiel mir früher, warum auch immer, besser.

Der Plot ist minimalistisch, wie oft bei Argento. Es geht um die Suche nach dem Mörder und Motiv. Das erinnert an frühere und spätere Auflösungen im Schaffen von Dario Argentos Filmwelt. Das Detail mit den Fliegen fand ich einen interessanten Ansatz und gefiel mir. Ebenso der Traum mit der Köpfung. Die Kameraführung war zuweilen erneut exzellent, fantasievoll und innovativ. Die Musik war hingegen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits tolle Klänge von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt, Malastrana), andererseits hat mich nicht jedes Stück abgeholt.

Leider war der Film für seine Laufzeit sehr langweilig. Zudem haben mir, praktisch durch die Bank, alle Figuren missfallen. Ich fand diese nicht wirklich sympathisch oder charismatisch. Was die Morde angehen, muss gesagt werden, dass der Bodycount relativ klein und der Film in Sachen Blutgehalt relativ harmlos und blutleer ausgefallen ist. In der Hinsicht waren andere Filme von Dario Argento fieser. Etwas, was mich während dieser zweiten Sichtung am meisten gestört hat, war der unpassende Klamauk und Humor. Das ist nebst der Langeweile auch der Hauptgrund, warum der Film jetzt aus der Sammlung fliegt. Wie ich das früher nicht bemängeln konnte, wissen nur die Sterne.

Fazit: Wird seinem Ruf nicht gerecht. Zu langweilig und zu lustig…

Infos:

O: 4 mosche di velluto grigio

Italien 1971

R: Dario Argento

D: Michael Brandon, Francine Racette, Mimsy Farmer, Bud Spencer, Jean-Pierre Marielle, Marisa Fabbri

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:16 Min.

Gesehen am: Mitte Feb. 2009 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook (Drei Discs d.h. DVD, Blu-Ray, Bonusdisc sowie Booklet) von Koch Media vor = bis auf ein-zwei Handlungsszenen, die aus einer schwächeren Quelle stammen, gute bis sehr gute Bildqualität, Uncut, Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist gut. Den Film gibt es inzwischen von Plaion Pictures auch als UHD (inklusive Blu-Rays und Soundtrack CD).

Class of 1999

Class of 1999

Story:

1999:

Unter der Leitung von Dr. Bob Forrest (Stacy Keach) werden Roboter (Patrick Kilpatrick, Pam Grier, John P. Ryan) als Lehrer eingestellt, um das Gewaltproblem an Schulen zu lösen. Doch als es unter den Schülern zu Toten kommt, will der Rektor (Malcolm McDowell) das Programm stoppen während sich die Roboter-Lehrer mit Gang-Anführer Cody (Bradley Gregg) anlegen…

Meine Meinung:

Mark L. Lester (Showdown in Little Tokyo, Commando, Truck Stop Women) tut es wieder. Nach seinem Class of 1984 aus dem Jahr 1982 drehte er acht Jahre später diese Fortsetzung/Remake. Der Film spielt in einer leicht entfernten Zukunft (1999), in denen das Land vor Ganggewalt erschüttert wird. Mark L. Lester verbindet somit Motive des Sci-Fi-Filmes (Roboter) mit den Themen B-Action und Selbstjustiz. Erneut spielt sich der Plot mehrheitlich in einer Schule und in Klassenräumen ab. Class of 1999 ist ein sehr unterhaltsamer B-Actionfilm.

Ich sah den Film ewig nicht. Ich mag Selbstjustiz-Inhalte und diese klassischen, kitschigen Filme, in denen klischeehafte Figuren das bekommen, was sie verdienen. Natürlich wird alles mit einem grossen Augenzwinkern und viel Overacting erzählt. Die Figuren, speziell die Gangs, könnten aus Troma-Filmen stammen. Der Inhalt ist spassig, mehr oder weniger unterhaltsam und regt zum Schmunzeln an. Für einen B-Actionfilm gibt es im Verlauf auch bessere Actionmomente, als erwartet (Stunts und Explosionen mit echtem Feuer).

Dass Mark L. Lester ansonsten im Actionfilm Zuhause ist, sieht man der Produktion jede Sekunde an. Die Roboter-Effekte, die selbstverständlich an Terminator, Nemesis und Co. erinnern, sehen für diese Art Film sehr gut aus. Die Make-Up-Effekte, speziell im Finale, sind cool. Die drei Lehrer sind die heimlichen Stars des Filmes und werden überzeugend vom Trio Patrick Kilpatrick (The Toxic Avenger, The Cellar, Alarmstufe: Rot 2), Pam Grier (Coffy, Nico, Pet Sematary: Bloodlines) sowie John P. Ryan (Futureworld, Death Wish 4: The Crackdown) gespielt.

Die Jungschauspieler fallen im Vergleich mit den älteren Kollegen etwas ab. In grossen Nebenrollen sind sogar noch bekannte Namen wie Malcolm McDowell (, Halloween, 31, Halloween II) sowie Stacy Keach (Slave of the Cannibal God) zu sehen. Für die tollen Effekte waren u.a. Eric Allard und Rick Stratton zuständig. Die haben ihr Können in vielen Filmen unter Beweis gestellt (Sleepwalkers, Windtalkers, Alien: Resurrection, Demolition Man). Auf diversen Blu-Ray Fassungen geben sie zudem exklusiven Einblick in ihre Arbeit in Class of 1999.

Fazit: Für Mark L. Lester Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Class of 1999 Part II

Infos:

O: Class of 1999

USA 1990

R: Mark L. Lester

D: Stacy Keach, Bradley Gregg, Malcolm McDowell, Patrick Kilpatrick, Pam Grier, John P. Ryan, Traci Lind, Joshua John Miller, Darren E. Burrows, Sharon Wyatt

Laufzeit der jap. DVD: 96:02 Min.

Gesehen am: 22.12.2004 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die japanische DVD von Beam Entertainment vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, nicht anamorph, Englisch/Japanisch ohne englische Untertitel. Inzwischen gibt es davon auf DVD sowie Blu-Ray sicherlich qualitativ (Bildformat, Untertitel, Bildqualität, exklusive Extras) bessere Alternativen (Vestron Video / Lionsgate, Nameless).

Mittwoch, 13. Mai 2026

Godzilla vs. Hedorah

Godzilla vs. Hedorah

Story:

Aus den Folgen der Umweltverschmutzung entsteht das Monster Hedorah. Godzilla sagt der Kreatur den Kampf an…

Meine Meinung:

Die grosse Mehrheit der Godzilla Filme sah ich bisher nur einmal. Zeit, dass nach und nach zu ändern. Nach einer Diskussion mit dem Kumpel sah ich mir heute Abend Godzilla vs. Hedorah an. Den Godzilla mit Öko-Botschaft. Und ich muss sagen, dass mir dieser Beitrag zur langlebigen Reihe sehr gut gefallen hat. Warum Regisseur Yoshimitsu Banno danach keine weiteren Filme mehr drehte, ist mir nicht bekannt.

Fakt ist, dass Godzilla vs. Hedorah einige Punkte bietet, die interessant sind. Ob diese gefallen oder nicht, ist Geschmackssache. Mir haben sie gefallen. Der Film wirkt dunkel und düster. Mit wenigen Ausnahmen wird auf Humor verzichtet. Natürlich gibt es einige komische Momente (fliegender Godzilla im Finale), aber im Grossen und Ganzen ist der Film erwachsener als andere Godzilla-Werke. Dazu passen dann auch ein höherer Bodycount sowie Skelette der Opfer oder aus dem Schädel entfernte Augen. Durch die vielen dunklen Szenen wirkt der Film zudem stimmungsvoll.

Dazu kommt, dass der Film teilweise sehr psychedelisch wirkt. Wie ein Fiebertraum. Auch die Musik war sonderbar und dann gibt es noch schräge Animationen, die in den Film eingeflossen sind. Das, und die Tatsache, dass der Film sehr viele Monster-Kämpfe bietet, machte den Film für meinen Geschmack sehr unterhaltsam und sehr sehenswert. Es geht eigentlich von Anfang an schnell zur Sache und die Figuren sind hier definitiv nur «Ballast». Hauptaugenmerk sind die zwei kämpfenden Monster. Und die Effekte sind, wie immer, sehr cool anzusehen. Hedorah ist definitiv ein vielversprechender Gegner mit einigen coolen Gimmicks.

Fazit: Für Godzilla-Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Godzilla vs. Gigan

Infos:

O: Gojira tai Hedora

Japan 1971

R: Yoshimitsu Banno

D: Akira Yamauchi, Toshie Kimura, Hiroyuki Kawase, Keiko Mari, Toshio Shiba, Yukihiko Gondo

Laufzeit der US-DVD: 85:43 Min.

Gesehen am: Jan. 2008 / Neusichtung am: 13.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Columbia TriStar vor = gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs. Gibt es in Deutschland als Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster auf Blu-Ray.