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Sonntag, 15. Mai 2022

A Better Tomorrow 3 Review


A Better Tomorrow 3

Story:

 

Kurz vor dem Ende des Vietnam-Krieges: Mark (Chow Yun-Fat) reist nach Vietnam, um dort seinen Cousin (Tony Leung Ka-Fai) und Onkel (Sek Kin) zu treffen. Er plant, diese nach Hong Kong zu bringen. Doch als sich sowohl Mark als auch sein Cousin in die mysteriöse, aber auch mächtige Kit (Anita Mui) verlieben und in kriminelle Machenschaften miteinbezogen werden, eskaliert die Situation…

 

Meine Meinung:

 

John Woo (Regisseur von A Better Tomorrow 1 + 2) und Tsui Hark (Produzent von A Better Tomorrow 1 + 2) sollen sich während des 2. Teiles zerstritten haben, sodass Tsui Hark den dritten und letzten Teil der Reihe, gleich selbst drehte. Der Film erzählt dabei eine Vorgeschichte, in deren Mittelpunkt Mark aus A Better Tomorrow steht. Warum jedoch dessen Zwillingsbruder (aus A Better Tomorrow 2) keine Erwähnung findet, dessen bleiben die Filmemacher Antworten schuldig.

 

Teil drei sah ich im Gegensatz zu den Vorgängern, glaube ich, nur einmal während meiner Jugendzeit. Ich wusste so gut wie nichts mehr, so dass die erneute Sichtung mehr einer Premiere glich, als einer Neusichtung. Ich war vorsichtig gespannt auf den Film aber wurde leider sehr enttäuscht: A Better Tomorrow 3 ist absolute Zeitverschwendung und eine Schlaftablette von einem Film.

 

In dem Film, der leicht an John Woos Bullet in the Head erinnert, überzeugt nur Anita Mui. Sie, die bereits zuvor mit Chow Yun-Fat vor der Kamera stand (Scared Stiff, 100 Ways to Murder Your Wife), hat sowohl in den Action- wie auch in den schauspielerischen Szenen überzeugt und sang dazu das Theme zum Film. Das war es denn aber auch schon mit den positiven Seiten des Filmes.

 

Tsui Harks Abschluss der Reihe hat keinen Stich gegen die Vorgänger und fühlt sich an wie eine drittklassige Variante, einen auf John Woo machen zu wollen. Dabei kann es Hark doch selbst so gut! Warum versuchen, es à la Woo zu tätigen?! Dessen Stil kopieren wollen? Das konnte nur in die Hose gehen…

 

Lahme Story, zu viel Kitsch, unlogischer und wenig glaubhafter Plot, vorhersehbare Klischees (Liebesgeschichte der zwei Brüder und Anita Mui), unfreiwillig komisches Ende (wäre nicht überrascht gewesen, wenn Chow Yun-Fat Tokito Saburo noch geküsst hätte) und ein schwacher Tony Leung Ka-Fai sind die Schwachpunkte des Filmes. Zudem ist der Film einfach nur langweilig und mit seinen zwei Stunden zu lang, die Erzählweise konfus. Chow Yun-Fat war solide, aber mehr auch nicht.

 

Selbst die Action-Szenen sind lahm in Szene gesetzt. Da hat mich keine einzig wirklich überzeugt. Sie erinnerten, ohne dessen Klasse zu erreichen, zu sehr an John Woo. Billig kopiert, ungenügend umgesetzt. Dazu sind viele der Shoot-Outs zu unblutig. Im Grossen und Ganzen sind die Action-Szenen total unspektakulär. Nichts, was mich vom Hocker gerissen hat. Und die Anzahl ist klein, für einen 120minütigen Film. Schade!

 

Fazit: Finger weg! Lohnt sich nicht…

 

Infos:

 

O: Ying Hung Boon Sik III: Jik Yeung Ji Gor

 

HK 1989

 

R: Tsui Hark

 

D: Chow Yun-Fat, Anita Mui, Tony Leung Ka-Fai, Saburô Tokitô, Sek Kin, Cheng Wai-Lun

 

Laufzeit der koranischen DVD: 118:48 Min.

 

Neusichtung am: 10.04.22

 

Fassungen: Mir lag die koreanische Lederbuch-Box mit allen drei Teilen vor. Zu A Better Tomorrow 3 = Uncut (reguläre HK Fassung), sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. In Deutschland nur auf DVD raus (Deutsch/Canto, keine Subs). In China, Frankreich und Taiwan gibt es eine Langfassung (mehr Handlung). Eine Blu-Ray ist in Hong Kong zu bekommen.

Mittwoch, 11. Mai 2022

A Better Tomorrow 2 Review



A Better Tomorrow 2

Story:

Kit (Leslie Cheung) arbeitet Undercover, um Gangster Lung (Dean Shek Tin) dingfest zu machen. Um den Fall zu lösen setzt die Polizei auch Kits Bruder Sung (Ti Lung) und entlässt diesen nach den Ereignissen aus dem ersten Teil aus dem Gefängnis. Doch als Lung verraten wird und Unschuldige sterben, endet dies für Lung mit einem Nervenzusammenbruch und auch Kit begibt sich in Lebensgefahr. Da tut sich Sung mit Marks Bruder Ken (Chow Yun-Fat) zusammen, um die Bösewichte zu stoppen…

Meine Meinung:

A Better Tomorrow 2 erreicht nicht die Klasse des Vorgängers. Ähnlich wie Jackie Chan mit Police Story 2, schafft es John Woo (Last Hurrah for Chivalry) nicht, seinen Vorgänger zu übertreffen oder dessen Qualität zu erreichen. Dennoch ist A Better Tomorrow 2 nach wie vor ein sehenswerter Heroic-Bloodshed Film, der sich lohnt, gesichtet zu werden.

John Woo brachte Leslie Cheung, Ti Lung und Chow Yun-Fat zurück. Chow Yun-Fats Figur verstarb zwar im ersten Film, also wurde halt ein Zwillingsbruder aus dem Hut gezaubert. John Woo und Co. konnten damals noch nicht ahnen, wie erfolgreich A Better Tomorrow und wie beliebt Chow Yun-Fat bei den Fans werde würde.

Daneben sind Emily Chu, Kenneth Tsang, Ng Man-Tat (Rape and Die), Shing Fui-On sowie Dean Shek (By Hook or by Crook) zu sehen. Es gibt zwei Gründe, die A Better Tomorrow 2, der in True Romance zitiert und gewürdigt wird, die dafür sorgen, dass mir Teil eins besser gefällt: die Reis-Szene mit Chow Yun-Fat und den Schutzgelderpressern fand ich doof und peinlich und schwer erträglich war Dean Shek als kognitiv beeinträchtigter. Diese Szenen habe ich sogar spulen müssen.

Abgesehen davon wartet der Film mit einem coolen Cast, genug Drama und Überraschung (erneut stirbt eine der Hauptfiguren – äusserts dramatisch), einem tollen Soundtrack und vor allem ultrablutigen Shoot-Outs und Action-Szenen auf, in denen teilweise auch Äxte und Samuraischwerter zum Einsatz kommen, um den Feind zu vernichten. Das Finale ist in der Hinsicht ein absoluter Traum für jeden Actionfan.

Fazit: Nicht eine geniale, aber dennoch sehr gute Fortsetzung und jedem Action- und John Woo Fan zu empfehlen!  

Gefolgt von: A Better Tomorrow 3

Infos:

O: Ying Hung Boon Sik II

HK 1987

R: John Woo

D: Ti Lung, Chow Yun-Fat, Dean Shek, Leslie Cheung, Kenneth Tsang, Ng Man Tat, Emily Chu Bo-Yee, Shing Fui-On, Regina Kent, Lung Ming-Yan

Laufzeit der koreanischen DVD: 103:36 Mn.

Neusichtung am: 01.04.22 / Sichtung der US-Blu: 16.12.25

Fassungen: Siehe Teil eins mit der Ausnahme, dass es Teil zwei Uncut in Deutschland von Laser Paradise auf DVD gibt (Deutsch/Kanto mit Subs). Eine deutsche Blu-Ray bzw. Blu-Ray gibt es nicht bzw. nur in Hong Kong (Stand: April 2022). Nachtrag Dez. 2025: Für eine Neusichtung lag mir die neue US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Die haben alle drei Teile in einer Box veröffentlicht und das Highlight aus der Edition ist die längere Workprint Fassung von A Better Tomorrow 2. Nur aufgrund dieser habe ich mir diese Edition auch gekauft. Die Fassung hat mir bis auf die nervenden Szenen mit dem Reis und dem irren Dean Shek (und davon gibt es auch etwas mehr zu sehen) gut gefallen. Alles andere, was neu dazukommt (Story, Charaktertiefe, Gewalt und Action) sind toll. Gefällt mir leicht besser als der erste Teil. Die Dramatik gegen Ende (Leslie Cheungs Tod und der Übergang zum 20minütigen Actionfinale) ist eine Wucht und in Zukunft wird nur noch der Workprint im Player landen. 

Sonntag, 13. März 2022

A Better Tomorrow Review




A Better Tomorrow

Story:

 

Sung (Ti Lung), ein Triaden-Mitglied, kommt nach drei Jahren aus dem Gefängnis. Mit seinem ehemaligen Triaden-Leben will er nichts mehr zu tun haben.  Entlassen muss er feststellen, dass sein Bruder Kit (Leslie Cheung), Polizist von Beruf, Sung nicht verzeihen kann. Sungs Wurzeln zur Triade haben dafür gesorgt, dass dessen Vater (Tien Feng) vor drei Jahren starb. Zudem wurde Sungs bester Freund Mark (Chow Yun-Fat), ebenso ein Triade, verkrüppelt. Derweil übt der neue Triaden-Boss (Waise Lee) Druck auf Sung aus, wieder ins Geschäft einzusteigen…

 

Meine Meinung:

 

A Better Tomorrow ist ein moderner Klassiker des 80er Jahre Hong Kong Kinos. Der Film mache das Heroic Bloodshed Genre salonfähig und sorgte dafür, dass Regisseur John Woo (Heroes Shed no Tears, Windtalkers, Manhunt, Just Heroes) und Star Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Postman Fights Back) zu gefragten Stars und Grössen des Hong Kong (und später Hollywood) Kinos aufstiegen. Zwei Fortsetzungen und ein Remake aus Südkorea waren die Folge.

 

John Woo, ehemaliger Schüler von Chang Cheh (Five Element Ninjas, The Duel, Kuan - Der unerbittliche Rächer) zu Shaw Brothers Zeiten, hat seinen Meister gut studiert und dessen Handschrift gekonnt ins Moderne übertragen. A Better Tomorrow, den ich sehr lange nicht mehr sah, hat mir aktuell im Vergleich sogar besser als The Killer (da weniger dramatisch) und Hard Boiled (da mehr Plot) gefallen.

 

Handlung, Verlauf, Dramaturgie, Figurenzeichnung, Musik und Action harmonieren prächtig miteinander. Seien es typischer John Woo-Elemente (Slow-Mo, Freundschaft, Verrat, blutige Shoot-Outs), der Unterhaltungswert, überraschendes Figurensterben à la Tiger Cage oder ultracoole und blutige Action- und Shoot-Outs bis hin zu einem starken Soundtrack (Star Leslie Cheung fungierte auch als Sänger).

 

Dazu ein Traum-Cast bestehend aus vielen bekannten Namen. Nebst den bereits erwähnten John Woo, der auch eine Nebenrolle als Polizist spielt, Leslie Cheung und Star Chow Yun-Fat sind Shaw Brothers Legende Ti Lung (Ti Lung – Die tödliche Kobra, The Avenging Eagle), Waise Lee (A Serious Shock! Yes Madam!, Pink Bomb) als obligatorischer Bösewicht, Shing Fui-On (Brave Young Girls, Who’s Killer) ebenso als obligatorischer Gangster (nur ca. zwei Szenen), Tien Feng (auch aus Shaw Brothers Filmen bekannt, z.B. My Son oder The One-Armed Swordsman), Emily Chu (glaub die einzige Frauenrolle im Film) und Tsui Hark (der Produzent legt einen amüsanten Gastauftritt hin!) im Film zu sehen.

 

Fazit: Gilt zurecht als Klassiker und ist ein klarer Must See Titel für Fans des modernen Hong Kong Action-Kinos, von John Woo und Chow Yun-Fat!

 

Gefolgt von: A Better Tomorrow 2

 

Infos:

 

O: Ying Hung Boon Sik

 

HK 1986

 

R: John Woo

 

P: Tsui Hark

 

D: Chow Yun-Fat, Ti Lung, Waise Lee, Leslie Cheung, Shing Fui-On, Tien Feng, John Woo, Tsui Hark, Emily Chu

 

Laufzeit der koreanischen DVD: 95:09 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 22.01.22 / Sichtung der Shout Blu-Ray: 05.12.25

 

Fassungen: Mir lag das Lederbuch aus Südkorea vor = alle drei Teile Uncut, restauriert und im O-Ton mit englischen Subs. Ob es in diesen Fassungen auch neue Soundgeräusche und/oder veränderte Musik gibt (HK Blu-Ray) gibt, ist mir nicht bekannt. Eine Blu-Ray gibt es z.B. in Hong Kong. In Deutschland nur auf DVD raus (Laser Paradise).  Zudem nur zensiert. Uncut sind nur die deutsche LD / VHS. Nachtrag Dez. 2025: Film neu gesichtet als US-Blu-Ray von Shout Factory. Der Film liegt zusammen mit den beiden Fortsetzungen in einer Box vor. Als Blu-Ray und UHD. Neu restauriert und ohne zusätzliche, unechte Effekte und Töne bei der Tonspur. Der Film sieht schon sehr gut aus. Zum Film ist alles gesagt. Zwar hier und da etwas zu dramatisch, aber die Action-Szenen, die Inszenierung und Musik sind schon herrlich anzusehen. Es gibt viele Extras. Ich habe mir nur jene von den Film-Beteiligten angesehen d.h. das neue Interview mit John Woo (ca. 30 Min.), dem Produzenten (ca. sieben Min.) und dem Drehbuchschreiber (ca. 20 Min.). Leider bietet vor allem das von John Woo, zumindest für Kenner, wenig Neues. Dennoch als Fan interessant. 

Freitag, 8. Dezember 2017

Fist of Fury Review










 
Webmaster 2012 in Seattle, Bruce und Brandon Lee Respekt zollen
Fist of Fury

Story:

Als ein chinesischer Kung-Fu Meister auf mysteriöse Art und Weise stirbt, sieht sein bester Schüler Chen (Bruce Lee) rot. Er findet auch schnell die Drahtzieher (der Meister wurde vergiftet): Shanghai steht zu der Zeit (Jahr 1908) unter Herrschaft von Japan und ein japanische Meister (Riki Hashimoto) der verfeindeten Schule, da rassistisch auftretende Grundhaltung, haben den Tod von Chens Meister in Auftrag gegeben. Nun will Chen Rache was jedoch Gegenaktionen der Japaner auf den Plan ruft…

Meine Meinung:

Fist of Fury ist ein grosser Klassiker des Kung-Fu Kinos und wird von vielen Fans als besten Film des legendären Bruce Lee angesehen! Mir gefällt der Film auch sehr gut. Mit Bruce Lee habe ich mich spät befasst das heisst erst nach den Shaw Brothers, nach Jet Li, nach Jackie Chan, nach Donnie Yen, nach Yuen Biao und nach Sammo Hung. Zudem habe ich die wenigen Filme mit Bruce Lee, der ja kurze Zeit später verstarb, nachdem er ins Filmgeschäft einstieg, bisher nur einmal gesehen.

Zu Ehren des Japaners Riki Hashimoto, der Mitte Oktober dieses Jahres verstarb, habe ich mir Fist of Fury nun ein 2x angesehen! Dort spielt er Bruce Lees Gegenspieler.

Der Film hat mir nach wie vor sehr gut gefallen. Ob es der beste Bruce Lee Film ist, darauf will ich mich nicht festlegen, da ich zuerst die restlichen Filme mind. noch einmal anschauen müsste, um dies beurteilen zu können.

Der Film war, wie schon der Vorgänger von Bruce Lee, an den Kinokassen ein grosser Erfolg. Bruce Lee war auch der Grund, warum der Stern von Shaw Brothers Legende Jimmy Wang Yu, der 1967 mit The One-Armed Swordsman zum grossen Star wurde (= erster HK Film, der an den HKer Kinokassen die 1 Mio. HKD Grenze sprengte), schnell wieder unterging.

Die Geschichten zwischen den Shaw Brothers und Golden Harvest ist so oder so erwähnenswert. Die Shaw Brothers bekamen durch Golden Harvest durch Raymond Chow grosse Konkurrenz. Vor allem in den 80ern und 90ern übernahmen die Golden Harvest Produktionen und deren neuen Stars (Bruce Lee, später Jackie Chan, Yuen Biao, Sammo Hung etc.) das Zepter und der endgültige Todesstoss war das Jahr 1985, nachdem die Shaw Brothers ihre Tore schlossen. Viele starteten bei den Shaw Brothers und wechselten dann zu Golden Harvest (auch Jimmy Wang Yu und auch Golden Harvest Boss Raymond Chow soll zuerst 1959 zu den Shaw Brothers gegangen sein, ehe er diese verliess und ein eigenes Unternehmen gründete).

Die Shaw Brothers wollten auch den bekannten Bruce Lee unter Vertrag nehmen – im Internet gibt es tolle Fotos, die Lee mit vielen Shaw Brothers Legenden auf Fotos zeigen. Sehr sympathisch. Es sollte nicht zur Zusammenarbeit kommen, da die Shaw Brothers weniger Lohn als Golden Harvest zahlten. Nach dem Tod von Bruce Lee gab es auch viele Gerüchte – auch jene, dass die Shaw Brothers ihn getötet haben sollen, da er für die Konkurrenz mit seinen wenigen Filmen, auch international, sehr erfolgreich war (Einsatz von Ausländern, in Europa vor Ort gedreht etc.).

Bruce Lee war zur richtigen Zeit am richtigen Ort – eine Art Zeitgeist Phänomen und daher auch seine Popularität, welche bis heute nichts von seiner Magie verloren hat. Dies wurde durch seinen tragischen Tod (und später durch den tragischen Tod von seinem Sohn Branden Lee während der Dreharbeiten von The Crow 1994) zusätzlich verstärkt.

Zurück zum Film: dieser gefällt mir sehr gut. Regisseur Lo Wei, der später auch einen erfolgreichen Nachzügler und neuen Star fand (nämlich Jackie Chan), spielt zudem eine solide Rolle als HK Cop im Film. Bruce Lee überzeugt vor allem durch seine Präsenz und Coolness inklusive Charisma. Es wundert nicht, dass er bei den Fans so gut ankam. Nora Miao spielt die tragische Figur in der Liebesgeschichte des Filmes, während Tien Feng sowohl in den Action- als auch in den schauspielerischen Szenen eine gute Figur macht.

Bei den Bösewichten überzeugen vor allem der HK Verräter gespielt von Wei Ping-Ao, Gweilo Robert Baker (spielt den russischen Kämpfer und ist ein Real Life Freund von Bruce Lee und kam durch diesen zur Rolle) und der Japaner Riki Hashimoto. Letzterer spielte nur in einer Handvoll (vor allem japanischer) Filme mit – u.a. der Daimajin Trilogie. Schade, dass man ihn nicht mehr sah, denn ich fand, dass er eine grosse Präsenz und Ausstrahlung als Bösewichte hatte.

Interessant sind auch die bekannten Namen in Minirollen – alles spätere Stars von Golden Harvest, welche hier teilweise mitgewirkt haben (habe sie meist nicht erkannt):

Yuen Wah (Kung Fu vs. Acrobatic, Coward Bastard), der auch bei den Shaw Brothers seine Karriere begann, Corey Yuen (In the Blood, The Bodyguard from Beijing), Mars, Lam Ching-Ying (Rape in Public Sea, Crazy Safari) und Jackie Chan (Dragon Fist). Die Mehrheit der genannten Namen waren als Schüler der Japaner zu sehen. Yuen Wah hat jedoch auch Bruce Lee in mind. einer Kampfszene (mit Salto) gedoubelt und Jackie Chan ebenso – im Finale, als Bruce Lee den japanischen Endgegner in den Garten tritt und er mit Wucht durch die Mauer fällt, doubelt Jackie Chan Riki Hashimoto. Lam Ching-Ying durfte im späteren Film Enter the Dragon erneut mit Bruce Lee zusammenarbeiten – und zwar als Assistant Action Director. In Game of Death II (mit reingeschnittenen Bruce Lee Szenen) waren u.a. Corey Yuen und Yuen Biao für die Actionszenen zuständig (unter Meister Yuen Woo Ping).

Bruce Lee, der seine Kampfszenen selbst inszenierte (als Erfinder von Jeet Kune Do auch kein Problem), macht in diesen eine tolle Figur. Der Film hat viel und gute Action – aber, etwas bemängle ich an diesen: Bruce Lee ist, mit Ausnahme von zwei Kampfszenen (gegen Robert Baker und danach gegen Riki Hashimoto), meist unschlagbar in den Kampfszenen. Das bedeutet auch, dass seine Gegner nach ein-zwei Schlägen bereits erledigt sind. Dies wiederum hat zur Folge, dass lange 1:1 Kämpfe und somit schön choreographierte Kampfszenen, die lange andauern und ohne Schnitt zu sehen sind, kaum vorhanden sind. Die Actionszenen sollten auch eher als übertriebene Unterhaltung angesehen werden, die gut zum Film und seinem düsteren Grundton passen (böse Japaner, gute Chinesen). Das war danach unzählige Male in HK-Kino zu sehen – doch für Bruce Lee bedeute dies die Beendung der Zusammenarbeit zwischen ihm und Regisseur Lo Wei nach nur zwei Filmen – Lee selbst war der Film zu rassistisch.

Doch die von Lee gespielte Figur Chen Zhen wurde auch danach noch weitere Male im HK Film aufgegriffen. Zum Beispiel im Remake Fist of Legend (Chen Zhen wird durch Jet Li gespielt), in Legend of the Fist: The Return of Chen Zhen (Chen Zhen wird durch Donnie Yen gespielt, der die Rolle schon zuvor in einer TV Serie mimte), in New Fist of Fury (Quasi Fortsetzung mit Nora Miao und Jackie Chan als Japanhasser), Filme die einen ähnlichen Titel wählten (Fist of Fury 1991 – CAT. III Film mit Stephen Chow) oder auch sonst Japaner als Bösewichte darstellten (z.B. viele Jimmy Wang Yu Filme oder Ip Man, in welchem Donnie Yen Ip Man spielt, wobei Bruce Lee bei letzterem trainiert hat). Dass es auch anders geht bewiesen die Shaw Brothers - z.B. Heroes of the East. Grandioser Eastern der japanische und chinesische Traditionen und Kampfkünste (und Darsteller) unter einem Hut bringt, ohne rassistisch zu wirken – aber durch seine grandiosen, beispielhaften und sehenswerten Kampfszenen besticht (Gordon Liu Vs. Yasuaki Kurata) und zu den besten Shaw Brothers Streifen zu zählen hat.

Trotz der Laufzeit von etwas mehr als 100 Minuten wird es nicht langweilig. Die Story ist zwar eher dünn, aber dank viel Action, einem charismatischem Bruce Lee, dem nötigen Kleingeld (Film wirkt recht aufwändig und kommt mit einem bunten, fetzigen Vorspann und cooler Mucke daher) und tollen Kultcharakter geniesst der Film auch heute noch einen grossen Stellenwert und überzeugt durch eine hohe filmische Umsetzung und Qualität – völlig zu Recht!

Fazit: Klassiker der Kung-Fu Kinos!

Infos:

O: Jing Wu Men

HK 1972

R: Lo Wei

D: Bruce Lee, Riki Hashimoto, Tien Feng, Nora Miao, Robert Baker, Lo Wei, James Tien, Wei Ping-Ao

Laufzeit der HK DVD: 105:56 Min.

Gesehen am: Review überarbeitet am 08.12.17 (Erstsichtung muss 2005 oder früher gewesen sein)

Fassungen: Mir lag die HK DVD aus der HK Box mit allen Bruce Lee Filmen vor (Fortune Star/IVL). Daneben liegt mir noch die Lederbuch Box aus Südkorea vor (Label: Spectrum, Fortune Star Maser). Alle Filme sind Uncut und kommen u.a. im O-Ton (u.a. DTS oder Original Mono). Master dürften gleich sein. Zur HK DVD: Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden, inklusive Bonus DVD und 36seitigrs Booklet in Chinesisch / Englisch. In Hong Kong von Fortune Star / KAM auch auf Blu Ray zu haben (jedoch weniger Extras als die HK DVD Box und auch keinen Original Mono Sound mehr). Mir langt die DVD Box aus Hong Kong vor– sehr gute Qualität – ist man als HK Filmfan abseits der grossen Golden Harvest und Shaw Brothers Produktionen deutlich miesere Scheiben gewohnt…In Deutschland auf DVD oder Blu Ray von Universum erhältlich (auch Uncut, auch O-Ton, deutsche Subs).Die Korea DVD hat keinen Original Mono Ton. Nachtrag Aug. 2024: Für eine weitere Sichtung lag mir die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor (aus der Bruce Lee at Golden Harvest Box). In dieser sind sämtliche Bruce Lee Filme und Booklet vorhanden. Fist of Fury ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind hervorragend, es gibt O-Ton und englische Subs und viele Extras (u.a. Interviews, Dokus, abweichende Englisch-Export Fassung etc.). Die ultimative Fassung zum Film! Ein wegweisender Klassiker von Lo Wei, der unzählige Nachahmer zur Folge hatte inklusive Remakes und TV-Serien mit dem gleichen Plot plus tonnenweise Hommagen (die eine Szene in Fist of Fury 1991). Bruce Lee darf hier endlich zulangen. Doch überraschend lahm präsentieren sich bei der Neusichtung die Füllszenen abseits der soliden Kung-Fu-Momente, die mehr durch Bruce Lees Charisma und ausländische Kämpfer glänzen, als durch eine spektakuläre Choreographie. Fist of Legend, das 1994er Remake mit Jet Li, ist in meinen Augen der klar eindrücklichere Film. Sowohl von der Dramatik, wie auch von der Qualität der Kampfszenen her. Die Musik mochte ich.