Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Redneck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Redneck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. April 2026

Dolly

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Dolly

Story:

Macy (Fabianne Therese) wird, während einem Wochenendausflug mit ihrem Freund (Seann William Scott) im Wald von einer maskentragenden Person (Max Lindsey) entführt. Diese sieht in Macy ihr Kind, welches aufgezogen werden muss…

Meine Meinung:

Dolly ist Backwood-Fans zu empfehlen. Der Film von Regisseur Rod Blackhurst basiert auf seinem vergangenen Kurzfilm Babygirl aus dem Jahr 2022. Nun realisierte er drei Jahre später in Spielfilmlänge seinen Festivalbeitrag dazu. Dolly bietet schnörkellose, charmante 70er- und 80er Jahre Charme, auch wenn der Film in der heutigen Zeit spielt (die einzige Szene mit einem Handy kommt zum Glück nur am Anfang vor). Dank der Inszenierung, gedreht wurde auf 16mm, hat der Film einen stimmungsvollen Grindhouse-Stil. Der Film wirkt definitiv mehr wie ein 70er Jahre Film.

Der Film braucht etwas, um in Fahrt zu kommen. Ihr Freund wird von American Pie-Star Seann William Scott (Final Destination) gespielt. Er konnte mich jedoch nicht überzeugen und der Verlauf seiner Figur war relativ unglaubwürdig, selbst für diese Art Genre. Ansonsten hält sich der Film, der auch in diverse Kapitel unterteilt wurde (eigentlich unnötig), an die typischen Genre-Klischees, die der Zuschauer von dieser Art Film auch erwartet. Es geht jedoch relativ humorlos zu. Hier sind keine dummen, austauschbaren Teens Opfer, sondern eine Frau, die zum Kind degradiert wird und viel einstecken muss, ehe sie am Ende zurückschlägt. Das ist zwar nicht wirklich mit grossen Überraschungen versehen, aber zielstrebig und unterhaltsam umgesetzt worden. Der Film bietet auch einige, wenn auch wenige, Splatterszenen. Aufgrund des Budgets ist nicht alles explizit, lange oder im Detail zu sehen.

Der Film punktet aber vor allem durch seine Settings, die gelungene Kameraarbeit und seine Backwood-Stimmung und der wunderbaren Dolly, die von einer Wrestlerin verkörpert wurde. Wrestler sind nebst dem Eastern-Genre (z.B. Nathan Jones in Fearless oder Tom Yum Goong) immer gern im Horrorfilm zu sehen (z.B. Kane in See No Evil), da sie dank ihrer Statur perfekt in die Rolle eines Serienkillers, oder hier, einer verwirrten, gestörten Mutter passen. Dolly wird von der Wrestlerin Max the Impaler verkörpert. Und die macht das, auch ohne ein Wort zu sagen (mehr Grunzen und nonverbale Kommunikation) sehr gelungen.

Im letzten Viertel wird es auch optisch toll und Fabianne Therese gibt ein tolles Final Girl ab. Sie macht ihren Job ordentlich. 2015 sammelte sie bereits in Southbound Horrorerfahrungen. Hier und da hat mich der Film sogar leicht an Romane von Edward Lee (Goon, The Minotauress, Family Tradition) erinnert. Er mag Backwood-Geschichten, Rednecks und Obszönitäten. Zwei Szenen aus Dolly könnten aus dem Edward Lee Universum stammen, wenn es um «perverse Erotik» geht (die Szene mit der Brust oder das Wickeln der Windel). Zur Abwechslung tat es gut, in dem Hinblick einen ernsteren Tonfall entdecken zu dürfen. Gelacht wurde im Kino nämlich wenig.

Fazit: Backwood-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Dolly

USA 2025

R: Rod Blackhurst

D: Seann William Scott, Ethan Suplee, Michalina Scorzelli, Fabianne Therese, Max Lindsey

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Sonntag, 27. April 2025

Chainsaws Were Singing

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Chainsaws Were Singing

Story:

Maria (Laura Niils) wird von einem Kettensägen schwingenden Irren entführt. Ihr Freud Tom (Karl Ilves) setzt alles daran, Maria aus dessen Fängen zu befreien…

Meine Meinung:

Nach The Black Hole der zweite Betrag aus Estland am diesjährigen Brugggore Filmfestival. Den Film nahm ich nur schon aufgrund des Titels und des Plakates in mein persönliches Programm auf. Der Film, der an unzähligen Film Festivals rund um die Erde gezeigt wird und der sich zehn Jahre (!!!) in der Post-Produktion befand, kann nicht nur als Hommage an Tobe Hoopers Blutgericht in Texas verstanden werden, sondern auch als rabenschwarte, total verrückte und sympathische Idee seitens Regisseur Sander Maran und seinem Bruder, wobei letzterer im Film auch mitspielt.

Beim Film handelt es sich um einen Mix aus Hommage, Backwood-Horror, Musical, Liebesgeschichte und Komödie/Satire. Eine wilde Mischung, die so erstaunlich gut funktioniert. Low Budget hin oder her, der Film hat sehr viel Spass gemacht, auch wenn bei Leibe nicht alles perfekt geworden ist. Mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist der Film, der mehreren der Hauptpersonen ein Kapitel widmet, in denen ihre Vorgeschichte erzählt wird, sicher etwas zu lange geraten. Zumindest die Figur Cobra und dessen Sub-Plot (Bukkake…) hätte man z.B. zuhanden einer etwas kürzeren Laufzeit komplett weglassen können.

Der Film, der viele Blutgericht in Texas Vibes bietet, ist charmant und auch die Mehrheit der Figuren fand ich sympathisch. Vor allem die Helden und die Guten. Speziell Tom, Maria und Jaan waren super gespielt. Auch die kannibalistische Redneck Familie war gut gespielt: total verrückt und überzeichnet, aber meine Sympathien galten den Helden, nicht der Kannibalen-Familie. Auch Nebenfiguren (die trotteligen Cops z.B.) waren amüsant und der Film bot allgemein extrem viel zu lachen. Mit Blut wird auch nicht gespart. Der Film kaschiert das kleine Budget wunderbar.

Fazit: Sicher einer der wildesten, fantasievollsten und verrücktesten Filme, den ich in den letzten Jahren an einem Filmfestival sah! Tolles Konzept, welches in seiner Entstehungsgeschichte an Bad Taste erinnert.

Infos:

O: Mootorsaed laulsid

Estland 2024

R: Sander Maran

D: Karl Ilves, Laura Niils, Martin Ruus, Janno Puusepp, Rita Rätsepp

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 117 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, O-Ton und englische Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Mittwoch, 2. April 2025

The Minotauress

The Minotauress

Inhalt:

"HELL'S BITCH IN HEAT...

Seething, slavering, and insane, it cringes, not wanting to slip forth from the noxious, bloated belly of its abyssal mother until the most hideous sexual atrocities beckon it from Hell's hot bowels: the dread monstrosity of unfathomable beauty and the most vile horror--revulsion and desire incarnated into one...

...PREGNANT TO BURSTING WITH ABOMINATIONS UNTOLD...

Atop the moon-drenched hillock sits the leaning manse, surrounded by ancient graves rich with the bones of witches, and amid the dense cricket-choruses of these ghastly twilight deeps, it stalks, thrashes and prowls, its nipples gorged with evil, its loins a frenzy of Luciferic lust...

RITES OF REDNECK PASSAGE... 

Behold Balls and Dicky (of THE BIGHEAD fame) as they embark on their first sociopathic epiphany teeming with down and dirty redneck whores, occult science, corpse-sex, and scatological gross-out the likes of which would make the BTK Killer faint. These boys think they're bad...but are they bad enough to face—

THE MINOTAURESS

Edward Lee's latest novel of irredeemable harder-than-hardcore horror...

This edition also contains the story "The Horn-Cranker"."

Meine Meinung:

In diesem Roman, der 2007 erschienen ist, sind zwei Edward Lee Romane hinterlegt. Zuerst die titelgebende Geschichte The Minotauress, dessen Artwork bereits sehr vielversprechend anmutet und Lust auf mehr macht. In dessen Plot gibt es ein Wiedersehen mit Balls und Dicky aus Edward Lees Roman The Bighead. Die Story aus The Minotauress spielt jedoch vor The Bighead. Fans der zwei Rednecks werden voll auf ihre Kosten kommen. The Minotauress endet enttäuschend, da offenes Ende. Auf der anderen Seite gibt mein Buch an, dass The Minotauress 2007 veröffentlicht wurde, während der 2. Roman in diesem Buch, The Horn-Cranker, bereits 2002 veröffentlicht worden sein soll.

Das ist spannend, da The Horn-Cranker als Fortsetzung zu The Minotauress zu verstehen ist. The Minotauress nimmt von 286 Seiten 176 ein. Um die Story, welche ich bereits einmal las, zu Ende zu lesen, brauchte ich heuer sehr lange. Oft waren lange Pausen dazwischen. Es wird vor allem Fokus auf Balls und Dicky gelegt. Zum einen ist das fiese, spassige und makabre Redneck-Action, auf der anderen Seite wird mit der Hauptfigur, die dem Roman auch den Namen gab, dem Minotauress, viel zu wenig Zeit gewidmet. Eigentlich geht es darum, dass Balls und Dicky einen reichen Mann bestehlen, in dessen Haus der Minotauress auf sie wartet. Dieser Sub-Plot nimmt aber nur ca. ein Viertel der Story ein und das offene Ende hat mich beim Lesen wirklich enttäuscht.

Die 3. Person, die nebst Balls und Dicky vorkommt, ist ein Autor. Dessen Szenen und sein Philosophieren gingen mir, ehrlich gesagt, auf den Sack. Diese Zeilen fand ich nervend und schwach. Daher ist The Minotauress, vor allem im Vergleich mit einem Highlight wie The Bighead, eine ziemliche Enttäuschung. Auch vom Vergleich losgelöst würde ich den Roman nur als qualitativ durchschnittlichen Roman betiteln. Umso erfreuter war ich, dass die Gottheit (der Minotauress) dann in der 2. Geschichte des Romans wieder auftaucht und der Plot quasi in einer neuen Geschichte weiter und vor allem zu Ende erzählt wird. Das gab Pluspunkte.

The Horn-Cranker hat mir besser gefallen als The Minotauress. Ich habe den Roman sehr schnell verschlungen. Der Plot ist ein Mix aus Redneck- und Backwood-Setting. Die Figuren waren, auch wenn mehr als 100% frauenfeindlich (und wie), sympathischer als jene in The Minotauress. In traditioneller Edward Lee Manier wird das so extrem übertrieben dargestellt, dass man das nicht ernst nehmen kann. Held der Geschichte ist Dean, der nach einer Weil an seinen Geburtsort zurückkehren muss, wo er der Held der Stunde war. Er hat alle Frauen flachgelegt und war der Champ der Region und der Weltmeister als Horn-Brecher. Ob es diese Disziplin überhaupt gibt, weiss ich nicht. Dean, der mehr und mehr Tagträume voller Gewalt hat, muss sich seiner Vergangenheit stellen, seinen verletzten Vater unterstützten, seine Jugendliebe retten und wird dabei von Ajax, seinem ebenso frauenfeindlichen Pseudo-Hobby-Psychologen aus der Grossstadt, begleitet, der sich in Deans 60 Jahre alte (!!!) Haushälterin verguckt. Und dann gibt es noch einen amüsanten Nebenplot mit einem schweinischen und korrupten Cop. Und Edward Lee scheint kein Hip-Hop und Rap-Fan zu sein. Das macht er im Roman auf amüsante Art und Weise mehrfach deutlich.

Fazit: Solide, aber kein Meisterwerk. Dafür hatte The Minotauress zu viele Schwachstellen. Pluspunkte gibt es, da die «Fortsetzung» The Horn-Cranker auch im Roman verewigt wurde. Ich empfehle, beide Geschichten nacheinander zu lesen. Edward Lee hat schon zuvor mehrere seiner Geschichten in einem Roman veröffentlicht (The House/The Pig).

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 286

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 01.01.2007

Samstag, 7. September 2024

Family Tradition

Family Tradition

Inhalt:

"In this Novel of Eldritch Horror and Gourmet cooking, the Authors whet your Appetite with a delectable Trip to the Pacific Northwest in Search of the rare Crackjaw Eel. This Romp through the Woods is flavored with Inbred Rednecks, sauced with generous Helpings of Sex and topped with an Ending that’s sure to have Food Critics Raving the World over. Only those with Strong Stomachs and a Taste for Heavy Spice should Attempt this Meal.

In Family Tradition, Lee and Pelan show that there are far more Terrible Things Lurking in the Rain Forests of the Pacific Northwest than Amphetamine-Crazed Rednecks…Secrets man was not meant to Sample. It’s «Kitchen Confidential» written by Jeffrey Dahmer on Acid, with Just a Touch of Lovecraftian Flavor and a Hint of Gritty Realism to Satisfy even the Most Discriminating Palate.

Indulge Yourself and Enjoy the Sumptuous Haute Cuisine Served up by these Two Masters of Guerilla Gastronomic Outrage. Not Only will you Think Twice before Visiting the Woods again, you Just Might Never Look at the Food Network in Quite the Same Way…

From the Duo that Brought you Goon, Shifters, and the Cult Favorite Splatterspunk, Family Tradition is a Feast of the Senses that is Best Devoured before it Devours You."

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe und Beschreibung, vom Back-Cover des Buches zitiert, hört sich in meinen Augen nicht speziell an. Dennoch gehört Family Tradition zu den besseren Werken von Edward Lee. Mit einer Länge von nur 150 Seiten ist es unglaublich kurzweilig, unterhaltsam und amüsant zu lesen. Trotz der Kürze wurden unglaublich viele verrückte und fantasievolle Themen in den Plot gesteckt inklusive vieler kaputter Typen (nicht nur die Rednecks). Und wie für Edward Lee üblich, gibt es gegen Ende einen Twist.

Dieser könnte aber auch von John Pelan stammen. Oder zumindest die letzte Szene des Romans, denn diese hat mir persönlich irgendwie nicht gefallen. Passte nicht zum Rest der Story. Da wäre ein anderes Ende mit ihr wünschenswerter gewesen. Die beiden haben schon für andere Romane zusammengearbeitet. In Shifters oder Goon. Family Tradition bietet viel Sex (Frau und Transsexuelle), Perversitäten (Würmer in die Selbstbefriedigung einbinden), Backwood- und Rednecks, absolut perverse Koch-Szenen (in denen Opfer als Lebensmittel herhalten müssen) und Monster- und Tierhorrorelemente. Jedoch immer mit viel schwarzem Humor. 

Ich hatte Family Tradition schon einmal gelesen. Ich wusste jedoch nicht mehr viel. Einige Dinge hatte ich auch mit Edward Lees Slither verwechselt. Die Innovationen und der Fantasiegehalt, vor allem in den Rezepten des Rednecks, der dazu lebende Menschen verwendet, war wohl eines der Highlights des Filmes. Da musste ich mehrfach staunen! Zumal auch mit grossem Ekelfaktor verbunden, Mal abgesehen von Szenen die Würmer oder Blutegel beinhalten. Die eher «normalen» Sex-Szenen sind diesmal eigentlich weniger «pervers». Da gibt es Momente mit Rollenspielen, Unterwerfung und Natursekt.

Fazit: Für Edward Lee Fans zu empfehlen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 150

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch 

Autor: Edward Lee, John Pelan

Erschienen: Feb. 2014

Dienstag, 9. Juli 2024

The Bighead

The Bighead

Inhalt:

"Rape. Murder. Brain-Eating.

THE BIGHEAD - Who is he? What is he? An inbred homicidal pervert? A supernatural psychopath? Who or whatever he is, he’s on a roll now, raging out of the Virgina backwoods, and leaving in his wake a trail of blood, guts, and disgust far beyond the limits of your reckoning.

 

JERRICA - Sex-addict, drug-addict - a woman so far out of control she would make Linda Lovelace look like a schoolmarm. And little does she know, The Bighead is coming…for her.

 

THE ABBEY - Closed for years, Wroxeter Abbey is back in business, haunted by two nuns…from hell. Erotopathic, clinically demented, gross beyond belief. Tot he faithful priest, Father Alexander, they will do things that absolutely beggar description…"

Meine Meinung:

Als ich The Bighead vor ca. über zehn Jahren das erste Mal gelesen habe, war ich, glaube ich, etwas enttäuscht. Ich kann mich jedoch nicht mehr wirklich erinnern. Nun, nachdem ich den Roman in den letzten Monaten erneut gelesen habe, ich nahm mir Zeit (aufgrund Norovirus auf der Arbeit, aufgrund BIFFF, aufgrund Brugggore Filmfestival, aufgrund NIFFF, aufgrund Die Macht der Kränkung = viel los und das Leben am Geniessen), fand ich Edward Lees Roman super. The Bighead, welchen es inzwischen auch in Deutsch zu lesen gibt (ich frage mich, wie sie den Redneck Slang übersetzen?!), hat mit seinen über 300 Seiten richtig viel Spass gemacht.

The Bighead ist mehr als nur einer 08/15 Monster- oder Backwood-Story. Und genau deshalb war ich eventuell früher auch enttäuscht und nun dafür umso positiv gestellter. Ich würde gar sagen, dass die Kreatur Bighead sogar nur eine Randerscheinung ist. Es ist so viel los in dem Plot und es kommen so viele Figuren vor, dass für genug Makabre, perverse und gewalttätige, aber immer auch bitterböse und schwarzhumorige, Elemente gesorgt ist. Langweilig wird es daher nicht und wer die Fantasie von Edward Lee aus anderem Romanen kennt, weiss, dass praktisch alles möglich ist.

Die zwei Rednecks waren besonders fies, dann gibt es zwei unterschiedliche Frauen. Eine mit einem mysteriösen Geheimnis, die andere bietet genug Stoff für ein eigenes Buch, da drogen- und sexabhängig. Dazu ermordete Nonnen, perverse Sex-Träume und ein fluchender Pfarrer, dessen Arsch regelmässig durch Traumvisionen und amüsanten Konversationen mit (einem rauchenden und coolen) Jesus gerettet wird. Abgerundet wird der Roman durch viel schmerzhafte Grausamkeiten, die der Leser nicht Mal seinem Feind wünscht (oder gerade deshalb doch) und, wie für Edward Lee typisch, nicht vorhersehbaren Twists im Finale. Cool!

Absolut empfehlenswert für Fans von Edward Lee!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Englisch

Verlag: Overlook Connection Press

Anzahl Seiten: 354

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 1999

Samstag, 11. Mai 2024

Wrong Turn

Wrong Turn

Story:

Eine Gruppe von Teens (u.a. Eliza Dushku) erleiden im Backwood von West Virgina eine «Autopanne» und werden kurz darauf von Kannibalen gejagt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Wrong Turn, eine Co-Produktion aus Amerika und Deutschland (nebst Stan Winston gab Constantin Film Geld für die Produktion), war eine der erfolgreichsten Horrorfilmreihen der Neuzeit. Die Reihe brachte es (bis 2024) auf fünf Fortsetzungen und ein Reboot. Wrong Turn lief dazumal aber noch im Kino, was man dem Film ansieht. Die Fortsetzungen, die mir schon früher deutlich weniger zusagten, waren alles Direct to Video Vös = weniger Budget & weniger Qualität.

Wrong Turn ist sehr solide und noch immer gut schaubar. Aber mein Filmgeschmack hat sich etwas gewandelt. Der Film ist mir aktuell zu wenig speziell und zu sehr 08/15. Ich empfinde moderne Backwood-Filme mit Ausnahmen (wie z.B. The Hills Have Eyes, House of 1000 Corpses) als ausgelutscht - ähnlich halte ich es mit dem Zombiefilm. Das haut mich kaum mehr vom Hocker. Und Wrong Turn ist halt sehr 08/15 und bietet keinerlei Überraschungen.

Stan Winston (Predator, Congo, Aliens - Die Rückkehr) war nicht nur als Produzent am Film beteiligt, sondern sein Studio realisiert auch die Effekte: Kannibalen-Masken & Gore-Szenen. Daher gibt es einige nette Make-Up Arbeiten der Effekte-Künstler zu sehen. Was den Cast angeht, wurde auf dazumal bekannte Serien-Namen gegriffen: Eliza Dushku (Buffy - Im Bann der Dämonen) oder Jeremy Sisto (spielt in Six Feet Under eine total unsympathische Figur). Obwohl der Film von Regisseur Rob Schmidt ein Erfolg wurde, konnte er in seiner Karriere keine grossen Würfe hervorbringen. Wrong Turn war sozusagen seine "Eintagsfliege".

Der Film ist mehr oder weniger unterhaltsam, actionreich und kurzweilig. Die Figuren sind ok gezeichnet. Was der Film aber leider nicht ist, ist spannend oder stimmungsvoll. In der Hinsicht wirkt der Film zu hell, zu glatt, zu harmlos und der Plot zu gehabt und bekannt. Überraschungen gibt es keine. Daher fliegt der Film auch aus der Sammlung.

Fazit: Horrorfilm-Fans können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Wrong Turn 2: Dead End

Infos:

O: Wrong Turn

USA, Deutschland 2003

R: Rob Schmidt

D: Eliza Dushku, Desmond Harrington, Emmanuelle Chriqui, Jeremy Sisto, Kevin Zegers, Lindy Booth

Laufzeit der US-DVD: 84:06 Min.

Gesehen am: 06.10.2003 / Neusichtung am: 20.02.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von 20th Century Fox vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es inzwischen auch in Deutschland auf Blu-Ray. Uncut.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

The House

The House

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

"Two of Edward Lee’s most infamous grossout Horror Novellas in one Book!

The Pig

You know…the traditional tale of a Man with big City Dreams of Becoming the Next Huge Movie Director and how One Wrong Deal put him Deep, Deep into the Woods filming the Most Vile and Obscene Porn with Junkie Whores, an Endless Parade of Sexual Freaks, Psycho Mobsters and, oh Yeah…a Pig.

The House

Thirty Years ago this House was Scarred Forever. Now the Story continues.

Melvin has Come to Investigate the «Snuff» House Deep in the Woods. People Say It’s Haunted. Melvin doesn’t Believe in Haunted Houses.  But that Will Soon Change as His Dreams Smash Head First Into the Memories of a Man Sentenced to Film the Most Atrocious Sex Acts Imaginable. As Melvin Begins to Unravel the Clues to What Happend so Long Ago, the House sends Him and All those Around Him Into a Whirlwind of Depraved Sex and Despicable Horror."

Meine Meinung:

Der im Sept. 2010 erschienene Roman The House von Edward Lee beinhaltet gleich zwei Romane von ihm. Nämlich die bereits erwähnte Story The House (ursprünglich aus dem Jahr 2005) und den Vorgänger The Pig (ursprünglich aus dem Jahr 1997). The House ist eine Fortsetzung, die rund 30 Jahre später spielt. Ich hatte beide Geschichten bereits einmal gelesen, wusste aber nicht mehr allzu viel. 2-3 Momente waren mir noch im Kopf. Wer Edward Lee mag, wird beide Geschichten mögen!

The Pig bietet, wie der Titel bereits suggeriert, Zoophilie-Momente. Jedoch mehr als Rahmenhandlung. Es geht nicht primär darum, so viel sei an der Stelle erwähnt. Es sind auch weniger die Junkie-Prostituierten noch die Mafia-Mitarbeiter die Hauptfiguren, sondern der verschleppte Jung-Regisseur Leonard, dem die «Mobsters», um ihn gefügig zu machen, einen Hoden abgeschnitten haben. Das wird in grausamen, aber auch amüsanten Rückblenden erzählt. Leonard träumt von einer Karriere als erfolgreicher Regisseur und landet dann in einem Mafia-Haus, wo gefoltert, getötet und Snuff-Filme (und andere Sex-Werke) gedreht werden.

Die Story bietet viel Perversitäten, Grausamkeiten, weitere Trademarks, die Edward Lee mag (Gangster, Rednecks, Junkies…) aber auch viel schwarzen, bitterbösen Humor. Und es gibt ein Wiedersehen mit Gangster-Boss Vinchetti, noch bekannt aus Geschichten wie Header 2, The McCrath Model SS40-C, Series S (in Brain Cheese Buffet), der hier am Rande auch vorkommt. Das Einzige, was man dem Plot ankreiden kann, ist der Ausgang. Und ich mochte die Story von Leonard nicht (The Confessor), die im Roman mit Regisseuren wie Bergman, Polanski, Fulci und Hitchcock vergleichen wird. Diese habe ich beim Lesen dann übersprungen. Der Roman war schnell verschlungen. An der Fortsetzung, The House, hatte ich länger.

Warum? Seit Mitte November hatte ich 20 Tage frei. Zuvor habe ich vor allem in meinen Nächten (arbeitete als Nachtwache) gelesen. Daher hat sich das Lesen von The House unnötig in die Länge gezogen. Die Story knüpft lose auf den Ereignissen von The Pig an. Kam im ersten Roman Vinchetti vor, so gibt es hier einen Link zu Miss Torso (auch in Brain Cheese Buffet enthalten). The House hat mir dabei besser gefallen. Ich mochte die Flashbacks und Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart und ich mochte die Ausgangslage:

Ein verfluchtes Haus, ein jungfräulicher Autor und Nerd, der das Haus zusammen mit seiner fast immer nackt umherwanderten, sexuell provozierenden Stiefmutter bewohnen soll, während er an einem Artikel für eine Lokal-Zeitung arbeitet und recherchiert. Das gibt natürlich viel Stoff für feuchte Träume und sexuelle Darbietungen - auch im amüsanten Sinne. Ich glaube die meisten Worte in diesem Roman lauteten «mastruabted in grand style». Armer Melvin.

Der Verlauf der Story gefiel mir besser als beim Vorgänger und es gibt auch hier einige total abgefuckte, perverse (Kot verzehren) und fantasievolle Momente, die man einfach gelesen haben muss, um sie zu glauben. War The Pig mehr eine Backwood-Story, so gibt es in The House mehr eine Kleinstadt-Stimmung, da noch andere Personen vorkommen (der Sheriff, eine Biker-Gang und eine Hure namens Squirrelly). Das einzige negative war das Schicksal von Squirrelly. Die war sympathisch und so authentisch, die hätte gerne überleben dürfen.

Fazit: Wer es gerne pervers-humorvoll-unterhaltsam-amüsant mag, macht mit dieser Lektüre alles richtig! Gefundenes Fressen für Fans von Edward Lee!  

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja (aber einzeln)

Sprache: Englisch

Verlag: Necro Publications

Anzahl Seiten: 189

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: Sept. 2010

Donnerstag, 16. November 2023

Bullet Through Your Face

Bullet Through Your Face

Inhalt:

«No writer is more extreme, perverted, or gross than Edward Lee. His world in one of psychopathic redneck rapists, sex-addicted demons, and semen-stealing aliens. Brace yourself, the king of splatterspunk is guaranteed to shock, offend, and make you laugh until you vomit. Bullet Through Your Face collects three novellas demonstrating Lee’s mind-blasting talent.


Ever Nat

One man is forced to endure an unimaginable torment just to stay alive, one night at a time.


The Salt-Diviner

A touching story of one couple and the quadriplegic, homeless fortune teller locked in their basement.


The Refrigerator Full of Sperm

Why are all the men of Luntville falling into comas with their pants down and dicks up?


Meine Meinung:

Bullet Through Your Face war damals vor ca. zehn Jahren nach Brain Cheese Buffet mein 2. Buch von Edward Lee (Header 2), welches ich gelesen habe. Der Roman umfasst die drei Kurzgeschichten Ever Nat, The Salt-Diviner sowie The Refrigerator Full of Sperm. Ich wusste nicht mehr allzu viel vom Inhalt, so dass ich beim erneuten Lesen gut unterhalten wurde. Ich würde den Roman zusammenfassend zwar nicht zu seinen besten Werken zählen, aber unterhaltsam waren die abwechslungsreichen Geschichten allemal.

Die ersten zwei Geschichten sind dabei solide, die 3. gefiel mir hingegen klar besser und nur schon wegen dieser lohnt der Roman. Die Themen sind dabei jene, welche Edward Lee mag: Extreme Gewalt, viel Ekel, Sex und Perversionen aber auch immer viel bitterböser schwarzer Humor inklusive Redneck-Inhalten. Was die drei Kurzgeschichten allesamt innehaben, sind Slangs. Ever Nat und The Refrigerator Full of Sperm haben viel Redneck-Slang, was auf den ersten Blick nicht immer einfach zu lesen ist. Aber nach Mr. Torso (in Brain Cheese Buffet) war ich es gewohnt.

Die 1. Story ist wohl die typische Backwood-Story mit gewissen 08/15 Elementen wie ein abgelegenes Farmhaus, Rednecks und dem Klischee, das es nie gut ist, eine Anhalterin mitzunehmen. Es gibt viel Ekel in dem Buch mit diversen Ausscheidungen (Durchfälle z.B.) und viel Sex und Male to Male Rape-Kram. Die Hauptfigur hätte sich anders und besser verhalten können. Das Schicksal hätte ich z.B. nicht akzeptiert und aufgegeben, aber es passt zum Titel Ever Nat – die Pointe wird dem Zuschauer erst in den letzten Zeilen ersichtlich.

Die 2. Story bringt einen interessanten Inhalt um einen «Salt-Diviner». Es geht um Salz und einen Wahrsager. Auch hier: viel Sex, herrlich verschrobene Figuren aber die Auflösung war vorhersehbar. Die 3. Story war das amüsante, fantasievolle, auch hier und da super eklige Highlight der drei Geschichten mit dem wohl frauenfeindlichsten Cop der Welt. Füllszenen, die nichts zum Plot beitragen, bestehen aus sonderbaren Frauengeschichten, die PFC Hays zum Besten gibt. Herrlich eklig. Die Gegensätze des alten Chief Kinion, der seiner Traumfrau nachjagt, und PFC Hays, der sie alle erobert, sind einfach herrlich amüsant zum Lesen. Dazu mochte ich die Kleinstadt-Stimmung und auch den aberwitzigen, fantasievollen Plot um Sperma, Verschwörungen und Aliens. Interessanterweise sehe ich, dass Edward Lee seiner Figur PFC Hays sogar einen eigenen Roman spendiert hat. 2016 erschien Splatterspunk: The Micah Hays' Stories, wobei ich annehme, dass einige seiner Frauen-Geschichten aus Bullet Through Your Face auch dort erneut integriert wurden. Der Roman wird auf die Wunschliste gesetzt.

Fazit: Wer Edward Lees Romane mag, kommt um Bullet Through Your Face nicht herum!

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: Deadite Press

Anzahl Seiten: 203

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2010

Freitag, 15. September 2023

Brain Cheese Buffet

 

Brain Cheese Buffet

Inhalt:

"You've seen Cannibal Holocaust.

You've seen Salo.

You've seen Nekromantik.

You ain't seen shit!

Zombie prostitutes, religious rapists, horny werewolves, death by vomit, and sexual fetishes scraped off the sidewalk. From sex prisons to mafia torture chambers, hold on tight because you're about to enter the perverted and twisted mind of Edward Lee. Once you've seen what he hast o show you - there's no coming back.

Brain Cheese Buffet collects nine of Lee's most sought after tales of violence and body fluids. Featuring the Stoker-nominated «Mr. Torso, »the legendary gross-out piece «The Dritiphilist, »the notorious» The McCrath Model SS40-C, Series S» and six more stories to test your gag reflex."

Meine Meinung:

Brain Cheese Buffet war zwischen 2010-2011 das erste Buch von Edward Lee (The Stickmen, The Dunwich Romance, Sacrifice, Header 3, Portrait of the Psychopath as a Young Woman), welches ich gelesen habe. Es ist eine Ansammlung von mehreren, älteren Kurzgeschichten. Dazumal fand ich es extrem gut, heute noch immer, auch wenn ich bei einigen Geschichten paar Abstriche machen muss. Die Wirkung war nicht mehrt 100% die gleiche, da ich paar Sachen noch wusste.

Es handelt sich um neun Kurzgeschichten. Starten tut das Buch mit Mr. Torso. Diese Story fand ich nach wie vor sehr gut bis auf die philosophischen Ansätze. In anderen Romanen von Edward Lee dient das Thema Philosophie hier und da als Hauptthema – und das Gebiet finde ich halt eher zäh und lahm. Deswegen gab es bei der Story Abstriche. Rein von der perversen Fantasie und dem Backwood- und Redneck-Thema, immer gern gesehen bei Edward Lee, war die Kurzgeschichte aber hübsch innovativ und pervers.

Miss Torso, die 2. Geschichte, nimmt am Ende in einer amüsanten Pointe, Bezug zu Mr. Torso. Diese Story war überzeugt durch das Gangster-Setting und die vulgären Kraftausdrücke. Und viel perversen Sex. Apropos Bezüge: die Story handelt auch von Gangster-Boss Vinchetti bzw. dieser findet an mehreren Stellen eine Erwähnung. Und der kommt auch in anderen Kurz- und Lang-Romanen von Edward Lee immer wieder vor = The McCrath Model SS40-C, Series S, The Pig oder Header 2. Das finde ich cool.

Grub Girl in the Prison of Dead Women ist einer der schwächeren Kurzgeschichten in diesem Buch. Noch immer kurzweilig, amüsant und unterhaltsam, aber inhaltlich nichts Besonderes und nichts Spezielles: Zombies, Endzeit-Setting, WIP-Feeling und viel Splatter- und Gewalt! Gefolgt von The Dritiphilist, der wohl perversesten Geschichte des Buches mit viel Ekelfaktor und daher genau nach meinem Geschmack! Ob es dieses Krankheitsbild/Fetisch wirklich gibt? Wohlmöglich! Wer es gerne eklig, sonderbar und krank mag, wird die Story lieben! Makak war cool: Dschungel-Setting mit US-Kriminellen im südamerikanischen Busch, Drogen- und Gangstergeschäfte mit bizarrem, wenn auch vorhersehbarem Ende.

The Mother war guter Durchschnitt, kommt aber nicht an den Grossteil der anderen Geschichten heran. Vielleicht die 3. schlechteste Story in dem Buch. Paar amüsante Details (Ehemann als Voyeur), aber ansonsten auch relativ zahm. Danach folgt mit The Wrong Guy die für mich persönlich schwächste Geschichte: zwei Frauen bringen Männer um. Gegen die Patriarchen. Würde gut zur heutigen Woke-Zeit passen. Lee hat das aber sicher nicht deswegen geschrieben, sondern mehr à la Psycho Sisters (USA, 1988, Film) plus Werwolf-Inhalt. Schmerzhafte Folter- und Sex-Beschreibungen, aber sonst nichts Spezielles.

The Baby war sehr eklig. Und beinhaltet, fast schon grenzüberschreitend, auch ein Baby. Kranke Fantasie mit fiesem Ende. Wieder Redneck- und Backwood-Setting. An die letzte Geschichte mit dem langen und sonderbaren Namen The McCrath Model SS40-C, Series S konnte ich mich beim 2. Durchgang nicht mehr erinnern. Ich dachte zuerst, es handelt sich um eine Story, in der es um ein Auto geht = langweilig. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: Mafia-Folter-Porno-Gangster Boss Vinchetti, Folterinhalte, Mad-Scientist (auch wenn ungewollt, da der Arzt dazu gezwungen wird) und viel Ekel-Fantasien bestimmen den Inhalt = sehr lesenswert, fies und amüsant!

Fazit: Wer sich einen Einblick in die perverse und innovative Fantasie von Edward Lee machen möchte, sollte sich dieses Werk auslesen, um ins Universum Edward Lee reinschnuppern zu können.

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: deadite Press

Anzahl Seiten: 179

Roman/Sachbuch: Kurzgeschichten

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2010

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Razorback Review


Horroktober 2019
Razorback

Story:

Eine Reporterin (Judy Morris) wird im australischen Outback zuerst zum Opfer von Rednecks (Chris Haywood, David Argue) um danach von einem abnormen Eber gefressen zu werden. Derselbe Eber hat vor Jahren bereits für Opfer gesorgt. Ein Jäger (Bill Kerr) und Carl (Gregory Harrison), der Ehemann der Reporterin, versuchen das Tier aufzuhalten…

Meine Meinung:

Razorback ist einer der besten Tierhorrorfilme und wohl der beste Tierhorrorfilm mit einem Schwein (Boar kann dagegen einpacken). Der Film ist quasi Jaws im Outback (und/oder Jaws im Wald à la Grizzly) und allgemein einer der besten Filme von Regisseur Russell Mulcahy (Ricochet, Silent Trigger, Resurrection). Kaum zu glauben das Razorback eine seiner ersten Arbeiten war!

Dem Film kommen vor allem der australische Outback und die Landschaften gutzustehen. Dazu kommt, dass der Film wunderschön gefilmt ist. Durch den Outback erzeugt der Film eine extrem intensive und stimmungsvolle Atmosphäre, die seinesgleichen sucht! Schön creepy und optisch ist fast jede Szene ein Genuss. Da fühlte ich mich nicht selten an Wake in Fright erinnert – einen ebenso starken Film aus Australien!

Die Figuren sind sympathisch, die Rednecks richtig fies und eklig gezeichnet (fast schon kippt deren Overacting ins Übertrieben, aber nur fast) und die Effekte sind stark geworden! Die Sau und deren Taten sind nur selten zu sehen – sagen wir zu Beginn und gegen Ende – im Mittelteil gibt es vor allem Story zu sehen (Ehemann sucht nach Frau und gerät auch an die Rednecks). Dem sollte man sich bewusst sein. Razorback ist ein eher ruhiger Film, aber wenn die Sau dann Mal zuschlägt, dann so richtig fies, schmerzhaft, intensiv.

Die Spezialeffekte sind auch stark getrickst – dies gilt für Make-Up Effekte / Masken (Leichen), für Bluteffekte und vor allem für die Sau! So was kann CGI nie ersetzen und/oder an dessen Qualität heranreichen! Die Macher dahinter sind mir unbekannt – schade, denn die Effekte in Razorback sind erste Sahne und absolut sehenswert!

Fazit: Jedem Tierhorrorfilmfan zu empfehlen, einer der besten Tierhorrorfilme überhaupt!

Infos:

O: Razorback

Australien 1984

R: Russell Mulcahy

D: Gregory Harrison, Arkie Whiteley, Bill Kerr, Chris Haywood, David Argue, Judy Morris

Laufzeit der australischen Blu-Ray: 94:50 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen die alte Anchor Bay DVD aus England (originalsigniert von Regisseur Russell Mulcahy) und die neue Blu-Ray aus Australien vor (von Umbrella). Diese lohnt, weil: sehr gute Bild- und Tonqualität, speziell wegen den englischen Subs und da als Bonus auch die Uncut-Fassung an Bord ist (ohne Subs, in mind. neun Gewaltszenen länger = VHS Master der australischen VHS). Alle anderen weltweiten Fassungen sind zensiert. In Deutschland nur auf DVD und auch nur in der gängigen und zensierten Kinoversion zu bekommen.

Mittwoch, 24. Juli 2019

Body Melt Review

Body Melt

Story:

Einwohner einer Kleinstadt werden für Tests missbraucht, mit unangenehmen Folgen (Halluzinationen, Körper verflüssigen sich etc.)…

Meine Meinung:

Body Melt stand lange auf meiner Wunschliste. Mir war wenig über den Film bekannt. Ich wusste, dass es ein Film aus Australien ist, Horror-Genre und dass es Melt-Szenen geben muss (ein-zwei bekannte Bilder zum Film sah ich öfters in Magazinen, Büchern, Covern, im Internet).

Zum Glück habe ich gewartet – denn erst vor kurzem wiederfuhr es dem Film an würdigen Fassungen, die keine Wünsche offenlassen (mehr dazu unter Fassungen). Der Film selbst bleibt nach der Erstsichtung knapp in der Sammlung. Gerne möchte ich dem Film in Zukunft nochmal eine Chance geben.

Body Melt ist ein sonderbarer Film, dessen Nichtgefallen ich auch nachvollziehen kann. Es handelt sich um eine Groteske, aber auch sozialkritische schwarzhumorige Fun-Splatter Komödie aus Australien inklusive derben Humors à la Troma und Backwood und Hillbilly-Inhalten. Einzelne Szenen erinnerten mich leicht an den spanischen Film Aktion Mutante.

Das ist schon eine krude, oft unpassende und nicht leicht zu verdauende Mischung – vor allem im Zusammenhang mit dem Techno-Sound (den ich für sehr unstimmig hielt im Zusammenhang mit den Bildern), den Redneck-Szenen und der relativ lahmen ersten Filmhälfte. Der Film bleibt seiner Linie aber treu – die Macher ziehen ihr Ding voll durch – egal was die Zuschauer davon halten mögen und das fand ich auf der anderen Seite wieder sehr sympathisch.

Den Film gerettet haben dann vor allem die actiongeladene 2. Hälfte mit weniger Längen, politisch unkorrektem Humor (gegen Schwangere, gegen Kinder etc.) und dem vermehrten Auftreten von Spezialeffekten. Diese sollen, angeblich, von den Effekte-Spezialisten stammen, welche schon in Peter Jacksons Braindead wundervolle Effekte auf die Leinwand gezaubert haben. Die Anzahl und Qualität ist trotz allem nicht mit Braindead vergleichbar und sonderlich viele Schmelz-Szenen gibt es, trotz Filmtitel, gar nicht. Diesbezüglich darf man keinen zweiten Street Trash erwarten.

Fazit: Für Fans von skurrilen Fun-Splatter-Filmen die Troma Humor mögen, zu empfehlen! Allen anderen empfehle ich gleich Street Trash!

Infos:

O: Body Melt

Australien 1993

R: Philip Brophy

D: Gerard Kennedy, Andrew Daddo, Ian Smith, Regina Gaigalas, Vincent Gil, Neil Foley

Laufzeit der UK Blu: Ca. 83 Min.

Gesehen am: 20.05.19

Fassungen: Mir lag die UK Blu Ray von 88 Films vor = Schuber, Booklet, Uncut, O-Ton und englische Subs, neues Master (erstklassige Bild- und Tonqualität). In Deutschland nur mit altem Master auf DVD zu haben (Uncut). Viele Extras (Interviews, Audiokommentare etc.) vorhanden.

Freitag, 12. Juli 2019

Girls with Balls Review

NIFFF 2019 Spezial
Girls with Balls

Story:

Ein Volleyball-Team hat eine Panne – ausgerechnet in einem Gebiet, in welchem Killer-Jäger (kannibalistische, Inzucht treibende Rednecks) wüten. Doch die Volleyball-Spielerinnen wissen sich zu wehren und drehen den Spiess um…

Meine Meinung:

Auf Girls with Balls habe ich mich gefreut und ich muss sagen: der war spassig, kurzweilig und hat einfach gut unterhalten! Girls with Balls stellte an diesem NIFFF Tag den vierten und letzten Film dar, der erst um 00.30 Uhr anlief. Doch mit Müdigkeit hatte ich nicht zu kämpfen: dafür sorgte der kurzweilige und unterhaltsame Film, der zudem eine angenehme Laufzeit aufweist und die Tatsache, dass der Film im frischen Open Air lief.

Girls with Balls bedient sich allen Horror-, Backwood- und Redneck-Klischees, die man sich nur ausdenken kann. Es handelt sich um einen übertriebenen (viel Over-Acting auf beiden Seiten – den Girls, dem Coach und den Inzest-Kannibalen) Fun-Splatter der in der Tat hier und da auch nett splattert (aber oft spritzt auch nur Blut und/oder geschieht die Szene im off und gegen Ende scheint ihnen diesbezüglich das Geld ausgegangen zu sein).

Längen gibt es kaum welche, das Tempo ist hoch, es gibt einen Gitarrenspieler à la Takashi Miikes IZO und auch der Humor macht, zumindest meist, Spass in Verbindung mit der actionreichen Splatterei und der Backwood-Story. So gesehen macht Girls with Balles eigentlich alles richtig! Da habe ich in Sachen Fun-Splatter am NIFFF schon deutlich schlechtere Filme gesehen (Inbred) die vom Inhalt her (Kannibalen, Backwood-Story, Inzest, Fun-Splatter) ähnlich waren – aber eben schlechter und auch nervender.

Fazit: Spassiger und unterhaltsamer Fun-Splatter!

Infos:

O: Girls with Balls

Belgien, Frankreich 2018

R: Olivier Afonso

D: Dany Verissimo-Petit, Denis Lavant, Manon Azem, Camille Razat, Anne-Solenne Hatte

Laufzeit der Originalversion: Ca. 77 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF Uncut und im O-Ton mit u.a. englischen Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2019).

Donnerstag, 13. September 2018

Header 3 Buchtipp

Header 3 Buchtipp

Story:

Drei reiche Männer aus Manhattan, Clark und die Brüder Augie und Brice, planen Ferien auf dem Lande – in einer kleinen Backwood Ortschaft wollen sie Spass haben und die Sau rauslassen. Dort stossen sie auf Striplokale, Hühnerkämpfer, Spuck-Wettbewerbe, Prostituierte und Rednecks wohin das Auge reicht. Brice freundet sich mit Sally (arbeitet im Stripclub) an und kommt dem Mythos eines «Headers» auf die Spur während sein Bruder Augie und Clark die Redneck Tochter des Bürgermeisters vergewaltigen – die Rache der Rednecks lässt nicht lange auf sich warten…

Meine Meinung:

Dass es zum Roman Header, der auch verfilmt wurde (Synapse Films), zwei Buch-Fortsetzungen gab, wusste ich lange Zeit nicht. Erst Header 2 machte mich nach dem Lesen auf Header 3 aufmerksam. Teil drei kann mit Teil zwei nicht mithalten – das war mir aber schon vor dem Lesen bewusst, da Teil zwei wirklich alle Register von Lees schwarzhumorigem, makabren und abartigen Fantasiegehalt bot, so dass es gar nicht möglich war, dessen Inhalt und Ideen zu toppen.

So war Header 3 dann auch nur eine solide Angelegenheit, die sogar lange Zeit brauchte, um zu fesseln und hier und da ein müdes Lächeln aus dem Leser hervorzulocken. Erst im letzten Viertel dreht die Story auf und es gibt einige Perversitäten, die Lee typisch sind (betrifft vor allem das Schicksal der Brüder).

Die Story ist nichts Besonderes – der Endgag kam wenig überraschend und in dieser Hinsicht hat Lee schon Besseres geboten. Sein Faible für Rednecks, Sex und Gewalt kommt hier einmal mehr zum Tragen. Die drei Männer aus Manhattan sind zudem wenig sympathisch, so dass es einem egal ist, dass sie sich auf die Todesliste der Rednecks setzen. «Held» Brice war ein wenig sympathischer, aber leider auch nur 08/15 charakterisiert (und natürlich von seiner Ex getrennt, welcher er nachtrauert).

Man merkt, dass Edward Lee hier zusammen mit einem anderen Autor, nämlich Ryan Harding, am Werk war. Leider merkt man das negativ. Man spürt es förmlich heraus, welche Passagen nicht von Lee stammen. Da hätte man besser auf die Zusammenarbeit verzichtet oder andere Autoren genommen. Da hat Lee mit anderen Autoren nämlich schon bessere Zusammenarbeitern in seiner Karriere hingelegt:

Family Tradition (eines seiner Highlights, u.a. war noch Autor John Pelan beteiligt), Dahmer's Not Dead (auch eines seiner Highlights – Serienkiller Einschlag mit Autorin Elizabeth Steffen), Teratologist (auch eines seiner Highlights – hier wird versucht, Gott herauszufordern, mit Autor Wrath James White) und die amüsante, im Wrestling Setting spielende Geschichte Goon (2. Zusammenarbeit mit Autor John Pelan)! Das sind Edward Lee Romane, welche ich, wie auch Header 2, zu seinen besten Werken zähle!

Fazit: Header 3 ist nur für ultimative Edward Lee Fans zu empfehlen und stellt eine solide Arbeit dar, die dank dem letzten Viertel der Geschichte und dessen Aufschwung, vom Totalausfall bewahrt wird!

Fazit: Lohnt sich nur bedingt, ein Meisterwerk wie Header 2 war einfach unmöglich zu toppen!

Infos:

Autor: Edward Lee, Ryan Harding

Herausgeber: Necro Publications

Sprache: Englisch

Buchart: Taschenbuch

Anzahl Seiten: 223

In Deutschland erschienen: Mir nicht bekannt

Roman/Sachbuch: Roman