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Mittwoch, 7. Januar 2026

Love & Crime

Japanuary 2026

Love & Crime

Story:

Ein Forensiker (Teruo Yoshida) untersucht den Leichnam seiner Frau. Danach erzählt er dem Zuschauer vier True-Crime Vorfälle, die Japan erschüttert haben und in deren Zentrum Frauen standen:

The Toyokaku Inn Incident:

1957: Kunie Munakata (Rika Fujie) will um jeden Preis ein Hotel besitzen, koste es was es wolle. Sie stellt sogar ihren Liebhaber (Takashi Fujiki) ein, um ihrem Ziel näher zu kommen. Dafür geht sie auch über Leichen…

The Abe Sada Incident:

Teruo Yoshida führt mit Sada Abe, die ihrem Lover den Penis abschnitt, auf einer Brücke in Tokyo ein Interview. Danach erzählt der Film zwei kurze Geschichten über zwei Männer (Toru Yuri und Akira Oizumi), die von ihren Frauen (Asano Kanamori) die Penisse abgeschnitten bekommen haben.

The Kodaira Incident:

Während dem 2. Weltkrieg geht ein Vergewaltiger und Serienmörder (Asao Koike) um…

Oden Takahashi:

1879: Takahashi Oden (Teruko Yumi) wird für einen Mord zum Tod durch Enthauptung verurteilt…

Meine Meinung:

Als ich den Film im Nov. 2006 sah, vor 20 Jahren, lag mir nur eine Japanisch gesprochene Fassung ohne (englische) Untertitel vor. Für den Inhalt von Love & Crime, der eine Rahmenhandlung und dazu vier True Crime Verfilmungen erzählt, sind verständliche Untertitel wichtig. Ansonsten ist das Sehvergnügen definitiv eingeschränkt und wirr. Erst 88 Films haben dem Film im Januar 2025 eine offizielle Vö mit englischen Untertiteln spendiert.

Der Film von Teruo Ishii (Yakuza Law, Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight, Japanese Hell) gehört zur Tokugawa-Reihe. Ich würde meinen, dass der Film zusammen mit Yakuza Law, ebenfalls ein Episodenfilm, zu den weniger sehenswerten Beiträgen in der Reihe gehört. Der Film kommt nur knapp in die Sammlung. Im Vergleich zu anderen Beiträgen der Reihe (Shoguns Joy of Torture, Oxen Split Torturing) geht es in Love & Crime harmloser zu. Inhaltlich geht es um Frauen, die Opfer begehen oder zu Opfern werden.

Der Einstieg in den Film war etwas «cheesy», mit dem «Pathologen», dem plötzlich seine eigene Frau auf dem Seziertisch liegt und der danach anhand True Crime Fällen herausfinden will, wie es so weit kommen konnte. Die erste Episode war fast die beste. Solider Mix aus etwas Sex, Sleaze, blutigen Momenten und optisch gelungenen Szenen (wie sie ihren Lover am Ende absticht und das Feuer). Danach wird es bizarr, als der Film die echte Abe Sada präsentiert und sie einige Dinge erzählt. Danach folgen zwei Kurzgeschichten über Männer, die von ihren Frauen entmannt werden.

The Kodaira Incident, die Episode die nur in s/w gefilmt wurde, erinnert leicht an den Shaw Brothers Film The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare und dessen zweite Episode The Teenager’s Nightmare. Dreckig und schmuddelig geht es zu, wenn der Vergewaltiger am Ende das junge Mädchen tötet. Das ist inhaltlich vielleicht die härteste Episode. Die letzte war eher kurz, aber gefiel vor allem optisch. Und es gab einige tolle Make-Up Effekte (das entstellte Gesicht). Die Enthauptung vor verschneiter Kulisse und in Zeitlupe wurde optisch wunderschön inszeniert. Das können die Japaner einfach.

Fazit: Wer keine Ansprüche hat und True Crime Inhalte mit etwas Sex, Blut und Sleaze mag, kann einen Blick riskieren.

Gefolgt von: Orgies of Edo

Infos:

O: Meiji · Taishô · Shôwa: Ryôki onna hanzaishi

Japan 1969

R: Teruo Ishii

D: Rika Fujie, Takashi Fujiki, Teruo Yoshida, Toru Yuri, Akira Oizumi, Abe Sada, Asano Kanamori, Asao Koike, Teruko Yumi

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:18 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung: Jan. 2026

Fassungen: Ich sah den Film vor 20 Jahren als japanische DVD ohne verständliche Untertitel. Später kamen die Franzosen mit ihrer Vö = noch immer (für mich) ohne verständliche Untertitel. Erst 88 Films schaffte mit ihrer UK-Blu-Ray Vö Abhilfe. Für die Neusichtung lag die UK-Blu Ray vor = Wendecover, Booklet, DVD & Blu-Ray zum Film, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität sowie Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Montag, 21. Juli 2025

Sentenced to Hang

Sentenced to Hang

Story:

Drei «Blutsbrüder» (Elvis Tsui, Kent Cheng, Tony Leung Ka-Fai) planen den Sohn (Stuart Ong) ihres reichen Bosses (Tien Feng) zu entführen und Lösegeld zu erpressen. Doch es läuft nicht wie geplant, mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Schon erstaunlich, wie viele Stars des HK-Kinos an Krebs verstorben sind. Oft zu jung. Egal ob Lam Ching-Ying (Vampire Vs. Vampire, Her Vengeance, Forced Nightmare), Anita Mui (Rouge, Scared Stiff, A Better Tomorrow 3), Suet Nei (A Mysterious Weapon, Paragon of Sword and Knife) oder Shing Fui-On (Hong Kong Adam's Family, Return of the Evil Fox, Enemy Shadow). Nun hat es auch Taylor Wong getroffen. Der hat vielleicht nicht so viele Regie-Arbeiten wie andere Regisseure aus Hong Kong vorzuweisen, aber seine Auswahl bietet an breiteres und interessantes Spektrum.

In seinen Anfängen drehte er die Indie-Produktion Return of the Deadly Blade, ehe er zu den Shaw Brothers ging. Dort heuerte er an, Jahre bevor diese ihre Kinoproduktionen einstellen sollten. Es entstanden Titel wie Buddha's Palm (1982), Behind the Yellow Line (1984) sowie Pursuit of a Killer (1985). Danach waren seine und die Zeit von Shaw vorbei. Danach folgten Filme wie Tragic Hero (Chow Yun-Fat), Triads - The Inside Story (liegt mir noch ungesehen vor), Deadly Dream Woman, No More Love, No More Death (Michael Chan Wai-Man), The Three Swordsmen (Andy Lau) oder Girls Unbutton (CAT. III).

Ich hätte Taylor Wong zu Ehren einige Filme schauen können, aber aktuell hatte ich kaum Zeit. Viel Arbeit, wenig Frei. Es blieb daher bei nur einer Sichtung. Ich entschied mich für die True-Crime Verfilmung Sentenced to Hang. Der Plot wurde schon durch die Shaw Brothers verfilmt (Kidnap mit Lo Lieh). Beim Fall handelt es sich um einen Entführungs- und Mordfall (bzw. mehrere Morde), die sich Ende der 50er und Anfang der 60er in Hong Kong zugetragen haben. Im HK-Trailer des Filmes werden echte Menschen auf der Strasse zu ihren Ansichten zum Fall (inklusive der Todesstrafe) gefragt. Spannend.

Der Film, der in HK eine CAT. III Freigabe bekam (angeblich einer, wenn nicht sogar der erste Film mit diesem Rating), sah ich bisher nur einmal im Juli 2012. Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Sentenced to Hang ist ein durch und durch eindrücklicher Film. Vor allem die letzten 20-30 Minuten gehen unter die Haut und gehen am Zuschauer nicht spurlos vorbei. Wenn es einem Film gelingt, solche Emotionen im Zuschauer zu wecken, haben die Filmemacher schon alles richtig gemacht. Stark gespielt von Elvis Tsui (Shaolin Intruders), Kent Cheng (Crazy Boy & Pop-Eye) und Tony Leung Ka-Fai (The Twins Effect 2), den ich sonst nicht sonderlich mag. In weiteren Rollen sind noch Carrie Ng (Thrilling Story), Stuart Ong (Robotrix) und Tien Feng (My Son) zu sehen.

Fazit: Eindrückliches Drama! Sehr zu empfehlen!

Infos:

O: San Lang Qi An

HK 1989

R: Taylor Wong

D: Elvis Tsui, Kent Cheng, Tony Leung Ka-Fai, Carrie Ng, Stuart Ong, Tien Feng

Laufzeit der HK-DVD: 104:42 Min.

Gesehen am: Juli 2012 / Neusichtung am: 16.07.25

Fassungen: Mir lag die Code Free-HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, O-Ton, englische Subs vorhanden. Jedoch ist die Bildqualität nicht mehr zeitgemäss. Nur durchschnittlich und sehr oft viel zu dunkel und unscharf. Da bräuchte es dringend eine bessere, hellere und restaurierte Fassung. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).

Donnerstag, 26. Juni 2025

Hotel Mumbai

Hotel Mumbai

Story:

Diverse Hotelgäste und Angestellte (u.a. Dev Patel, Jason Isaacs, Anupam Kher, Nazanin Boniadi, Armie Hammer) kämpfen im Taj Mahal Palace Hotel im Mumbai um ihr Überleben, nachdem vier Terroristen (u.a. Amandeep Singh, Suhail Nayyar) ins Hotel eingedrungen sind und ein Massaker veranstalten…

Meine Meinung:

2008 wurde Mumbai vor einer koordiniert geplanten Anschlagsserie heimgesucht, die in ihrem Ausmass auch an spätere Anschläge (z.B. in Paris im Jahr 2015) erinnert. Schwach erinnere ich mich an Berichterstattungen. Doch im Gegensatz zu Anschlägen auf europäischen Boden, wurde vor heimischen Medien deutlich weniger über die Mumbai Attacken berichtet. Und Social Media war weniger verbreitet wie heute, wo praktisch jeder in ein solches Drama und Desaster quasi live von Zuhause aus verfolgen kann. Ich wusste relativ wenig über die Attacke und das wollte ich ändern.

Hotel Mumbai ist ein Spielfilm des mir unbekannten Anthony Maras, der die Geschehnisse von dazumal filmisch aufarbeitet. Es wurde mit vielen Überlebenden gesprochen, Interviews gesichtet und auch die Behörden kooperierten mit den Filmemachern. Die Telefon-Aufnahmen zwischen den Terroristen und den Hintermännern aus Pakistan wurden ihnen ausgehändigt wie auch Aufnahmen und Interviews des Verhörs mit dem einzigen Überlebenden Terroristen, der 2012 in Indien durch den Strang hingerichtet wurde.

Im Sinne von Hotel Mumbai kann also von einer True-Crime Verfilmung die rede sein. Obwohl einzelne Momente und Figuren fiktiv sind, hält sich der Streifen mehr oder weniger an die realen Vorgaben. Auf grössere Stars wurde verzichtet. Mir selbst sagte keiner der Schauspieler etwas. Dies kommt der Authentizität zu gute. Es gibt vielleicht zwei Figuren (der Ami mit Bart und der Russe), die etwas mager charakterisiert wurden und/oder mehr an einem fiktiven Spielfilm erinnern, an als einen Film «based on true events». Die restlichen Figuren wirken authentischer und man fiebert wirklich mit ihnen mit.

Die Terrorattacken fanden an unterschiedlichen Orten statt. Der Film hat nicht Platz für jedes Setting. Die Attacke auf den Bahnhof und das Café werden gezeigt aber hauptsächlich geht es um das Taj Mahal Palace Hotel, dessen brennende Bilder 2008 um die Welt gingen. Der Film ist technisch stark in Szene gesetzt, das gezeigte geht definitiv unter die Haut und der Film war stellenweise schon fast (zu fies) unerträglich spannend. Ein Film, der aufwühlt und berührt.

Fazit: Sehenswerte und spannende Verfilmung!

Infos:

O: Hotel Mumbai

Australien, Grossbritannien, Indien, Singapur, USA 2018

R: Anthony Maras

D: Armie Hammer, Dev Patel, Jason Isaacs, Nazanin Boniadi, Natasha Liu Bordizzo, Angus McLaren, Anupam Kher, Tilda Cobham-Hervey, Amandeep Singh, Suhail Nayyar

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 123:09 Min.

Gesehen am: 28.03.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray ohne Wendecover von Universum Film vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton (diverse Sprachen mit deutschen Untertiteln) oder Deutsch. Als Extras gibt es Interviews mit den Darstellern.

Dienstag, 7. Januar 2025

Village of Doom

Japanuary 2025

Village of Doom

Story:

Japan in den 30ern:

der 21jährige Tsugio Inumaru (Masato Furuoya), der nach dem Tod seiner Eltern alleine bei der Grossmutter in einem kleinen Bergdorf wohnt, ist deprimiert. Richtige Freunde hat er nicht, er sorgt für Unruhen und, was ihn am meisten stört, er wird nicht zum Militäreinsatz berufen. Er wird bei der Aushebung abgewiesen, da er an Tuberkulose erkrankt ist. Dies spricht sich auch im Dorf rum, so dass sich nun auch das weibliche Geschlecht von ihm abwendet (zuvor waren sexuelle Kontakte nicht selten). Da plant Tsugio sich zu rächen und plant einen Amoklauf…

Meine Meinung:

Auf Village of Doom wurde ich durch das US-Label Unearthed Films aufmerksam, als sie den Film auf Blu-Ray angekündigt hatten. Bei Village of Doom, einem japanischen Film aus dem Jahr 1983, handelt es sich um eine True-Crime Verfilmung. Das Tsuyama-Massaker, welches sich 1931 31 Opfer forderte, wurde von Regisseur Noboru Tanaka verfilmt. Mit Masato Furuoya in der Hauptrolle als Amokläufer und Täter. Der Plot war mir bekannt. Durch die Inhaltsangabe auf der Blu-Ray-Disc-Verpackung wird um den Amoklauf und die dazu benutzten Waffen (Axt, Samurai Schwert, Shotgun) kein Geheimnis gemacht.

Der Film nimmt sich Zeit, bis das Massaker startet. Das ist nicht negativ zu werden. Mögliche Gründe und Hypothesen werden aufgestellt: Mobbing (durch andere Dorfbewohner), Krankheit (Tuberkulose), unerfüllte Wünsche (dem Militär dienen zu können), Stigmata (die Eltern sind an Tuberkulose gestorben), sexuelle Zurückweisung (nachdem sich das mit seiner Tuberkulose im Dorf rumgesprochen hat). Was nur im Bonusmaterial deutlich wird ist, dass auch ein Rückzug an sozialer Interaktion vorhanden war, nachdem seine Schwester ihn und die Grossmutter verlassen hat. Eine Schwester wird im Film hingegen nie erwähnt. 

Ebenso wenig, dass Tsugio Inumaru sich von Abe Sada («Abe Sada wurde bekannt durch die erotische Asphyxiation (Strangulation) ihres Geliebten Ishida Kichizō (石田 吉蔵) am 18. Mai 1936, dem darauffolgenden Abschneiden seines Gliedes und seiner Hoden, die sie dann in ihrer Handtasche herumtrug») inspirieren liess. Er soll sogar an einem Roman geschrieben haben (= "Yūtokaiōmaru"), dessen Inhalt sich von dem Abe Sada Fall inspirieren liess. Da der Film den einzelnen Figuren und Parteien genug Zeit einräumt, sind die Folgen, die für den Zuschauer nachvollziehbar sind, wenig überraschend.

Der Film hält sich da scheinbar auch mehr oder weniger an die Vorgaben. Die Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht. Der Film ist ein Drama. Die Mehrheit des Filmes ist sehr ruhig erzählt. Sehr stimmungsvoll. Hier und da, wird zu schocken versucht (Quälen und Töten eines Huhns). Mit nackten Tatsachen hält sich der Film auch nicht zurück. Masato Furuoya, der den Amoktäter spielte, hat sich später im realen Leben suizidiert (2003 erhängt). Warum, ist nicht bekannt. Das Finale des Filmes ist das Massaker. Und im Gegensatz zu den ersten sehr ruhigen ¾ des Filmes, ist das Finale intensiv, brutal und kompromisslos inszeniert. Ohne jeden Funken Humor und hart anzusehen. Auch stark gespielt. Ein Schlag in die Magengrube.

Fazit: Sehenswerte True-Crime Verfilmung!

Infos:

O: Ushimitsu no mura

Japan 1983

R: Noboru Tanaka

D: Masato Furuoya, Misako Tanaka, Kumiko Ohba, Isao Natsuyagi, Midori Satsuki

Laufzeit der US-Blu: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Unearthed Films vor = Schuber, Region-A-Disc, Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras (kurzes Special über den echten Fall und Audiokommentar). Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Donnerstag, 3. Oktober 2024

The Gory Murder

Horroktober 2024

The Gory Murder

Story:

Eine zerstückelte Frauenleiche wird gefunden. Die Polizei in Taipei steht vor einem Rätsel. Wer war das Opfer? Wer kannte die Frau? Was ist passiert? Aufwändige Ermittlungen stehen an, ausserdem wird versucht, à la «Aktenzeichen XY … ungelöst», die Bevölkerung in den Fall mit einzubeziehen, um so die Identität des Opfers ermitteln zu können. Und danach und viel wichtiger, den Täter finden zu können…

Meine Meinung:

Der unbekannte und seltene Titel, der schon Motive der Anfang 90er Jahre True-Crime Filme aus Hong Kong vornewegnimmt (ähnlich wie Hong Kong Butcher) und/oder an die Frühwerke der Shaw Brothers erinnern (The Criminals plus Fortsetzungen), ist ein in Fan-Kreisen doch relativ wenig gesehener Film. Obwohl in Taiwan bzw. Taipei spielend und gedreht, handelt es sich um eine HK-Produktion aus dem Jahr 1978. Interessanterweise stand The Eternal Film (H. K.) Co. hinter dem Film.

The Eternal Film (H. K.) Co. sind sonst mehr für ihre Kung Fu Filme bekannt. Da kamen Titel wie The Rage of Wind, Little Superman, Crystal Fist, Sun Dragon, Kung Fu Executioner, Kung Fu Zombie, Kung Fu from Beyond the Grave oder A Life Full of Evils (ok, kein Kung-Fu-Film). Interessant ist, dass das VHS in der Mitte eine Pause einlegt um einen Trailer zu zeigen. Und von welchem Film? Von Kung Fu from Beyond the Grave! Und was hat er zusammen mit The Gory Murder sowie Crystal Fist und Sun Dragon noch gemeinsam? Die gibt es alle von dem Label Orchids International auf VHS. So als ob das Label die Lizenzgeber von The Eternal Film (H. K.) Co. Produktionen gefunden und ein Paket-Filmrechte davon erworben hätte. Spannend!

Die Namen im Film sind mir unbekannt. Regie führte Hua Shan, der, wie ich nun erst jetzt sehe, für die Shaw Brothers zwei Jahre zuvor bereits erwähnten The Criminals gedreht hat. Er war also bei den Shaw Brothers unter Vertrag (teilweise). Da sind noch andere Titel, welche ich kenne: The Super Inframan, Usurpers of Emperor's Power, Little Dragon Maiden, Portrait in Crystal oder Brotherhood. Helen Poon Bing-Seung war mir bis zum August namentlich auch nicht bekannt. Seit dem Shawgust sagt sie mir aber was: ich nahm sie in Emperor Chien Lung and the Beauty wahr. Wen sie in The Gory Murder spielt, ist mir jedoch nicht bekannt.

Die vielleicht wichtigste Frage: lohnt sich der Film überhaupt? Leider knapp nein. Der Film ist dafür zu langweilig, zu uninteressant, zu lahm und vor allem zu harmlos. Dazu eben kaum bekannte Namen. Natürlich spielte der Dub (Dialoge in Vietnamesisch statt Kantonesisch) auch eine Rolle. Der Dub hört sich nämlich billig an. Aber auch das Schauspiel überzeugte mich, leider besonders vom Täter, nicht. Gore gibt es fast keinen. Einige abgetrennte Leichenteile und vor allem Obduktion- und Tatort-Fotos. Eine Strangulation, mehrere Vergewaltigungen (Tat sieht man nie, könnte ggf. auch zensiert sein), eine angedeutete Zerstückelung (Kopf in Plastiksack packen, nicht explizit). Mehr gibt’s nicht zu sehen. Ohne grosse Qualität, Budget, Namen und Spektakel. Leider.

Fazit: Hätte ich davon eine Fassung in Kantonesisch, hätte ich den vielleicht knapp in die Sammlung integriert, aber nicht in dieser Version. Ähnlich wie mit Hong Kong Butcher, auch ein seltener True-Crime-Film, verpasst man nichts. Definitiv kein Must See Titel…

Infos:

O: Can ku da fen shi

HK 1978

R: Hua Shan

D: Rosalind Chan Yee-Hing, Lau Dan, Leung Seung-Wan, Homer Cheung Hung-Cheong, Helen Poon Bing-Seung, Cheng Suk-Ying

Laufzeit der französischen/vietnamesischen VHS: Ca. 84 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag das VHS aus Frankreich und/oder Vietnam von COGEDA vor = Uncut-Status unklar, Dubbed in Vietnamesisch mit festen englischen und chinesischen Untertiteln. Vollbild. Die Bildqualität ist ok. Der Dub ist billig. SECAM VHS. Es gibt in den USA von Orchids International eine seltene VHS. Mehr Infos dazu sind mir nicht bekannt und diese VHS sah ich noch nie zum Kaufen. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt. 2024).

Dienstag, 3. September 2024

Hong Kong Butcher

Hong Kong Butcher

Story:

Ein Taxifahrer (Huang Jiang) entführt, tötet und zerstückelt Frauen. Als Trophäen behält er Körperteile und bewahrt diese auf. Zudem macht er davon Fotos. Als Körperteile gefunden werden, springt die Presse auf den Fall an. Die Polizei beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Hong Koch Butcher ist ein seltener Hong Kong True Crime Film aus dem Jahr 1983 (oder 1985, je nach Quelle), der kaum bekannt ist. Dies dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass es den Film offiziell kaum zu erwerben gibt (mir sind nur zwei VHS-Fassungen bekannt). Der Film erzählt die Geschichte von Lam Kor-Wa. Den «Taxi Morden». Der Plot wurde später den Zuschauern in Dr. Lamb mit Simon Yam nähergebracht. Anfang der 90ern waren True-Crime Filme in Hong Kong aktuell und gern gesehen (The Untold Story und Co.), daher überrascht Hong Kong Butcher als früher True-Crime Streifen.

Der Film beginnt interessant mit einem Mord. Danach folgen jedoch viele harmlose Szenen und Füllszenen. Das ist vielleicht das grösste Problem des Filmes: Fans werden den Film, direkt oder indirekt, mit Dr. Lamb vergleichen. Dieser hatte Starpower (Danny Lee, Simon Yam), ein deutlich grösseres Budget (und somit mehr Sex, Effekte) = ist objektiv der klar bessere und aufwändigere Film. Hong Kong Butcher bietet eigentlich nur im ersten Viertel und im letzten Viertel «Action» in Sachen «Taxi-Morde». Diese Szenen sind nicht uninteressant und dem Film gelingt es, Stimmung zu kreieren.

Schade ist, dass der Film dann endet, wann der Täter gefasst wird und dann setzt gleich der Abspann ein. Die Darsteller waren bemüht und solide. Es sind keine grossen Namen dabei. Als Inspektor sehen wir Kwan Hoi-San (Crocodile Evil, Devil Curse), als Killer Huang Jiang (hatte keine grosse Karriere) und Regie führte Chung Gwok-Yan (The Four Invincibles, 0.38). Was die Füllszenen angehen, gibt es dazwischen viel Sleaze und schmuddelige Szenen zu sehen. Diese passen gut zur Stimmung des Filmes. Dennoch wären mehr Tatort-Szenen interessant gewesen. Die Polizei und deren Ermittlungen werden auch nur oberflächlich gezeigt.

Fazit: Noch unsicher, den zu behalten oder teuer zu verkaufen…

Infos:

O: Xiang Gang tu fu

HK 1983 (je nach Quelle 1985)

R: Chung Gwok-Yan

D: Huang Jiang, Kong Oh-Oi, Christina Hsia, Chung Gwok-Yan, Kwan Hoi-San, Cheng Mei-Mei

Laufzeit der US-VHS: 90:18 Min.

Gesehen am: 05.06.24

Fassungen: Nebst dem US-VHS von Rainbow Audio (habe ich vor Jahren auf Ebay verpasst, wurde dazumal für 250 USD verkauft) liegt mir nur eine US-VHS von Uneasy Archive Video Distributors / King of the Witches. Dieses VHS ist, wenn ich mich nicht irre, auf nur 50 Stück limitiert. Uncut, O-Ton, feste englische und chinesische Subs, Vollbild, mässige bis zu dunkler Bildqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2024).

Samstag, 6. Juli 2024

Des Teufels Bad


NIFFF 2024

Des Teufels Bad

Story:

1750 Oberösterreich:

Agnes (Anja Plaschg) heiratet Wolf (David Scheid). Statt bei der Schwiegermutter Mutter Gänglin (Maria Hofstätter) zu wohnen, beziehen Wolf und Agnes ein eigenes Haus. Doch nach dem ersten Glück, macht sich bei Agnes Frust, Einsamkeit und Unglück breit. Sehr zum Leidwesen von Wolf und Mutter Gänglin. Deren Reaktionen üben auf Agnes viel Druck aus, an dem sie zu zerbrechen droht…

Meine Meinung:

Vom Duo (Severin Fiala, Veronika Franz) der vergangenen NIFFF Filme Field Guide to Evil (eine Episode) und The Lodge kommt mit Des Teufels Bad ein interessantes Werk daher, welches auf wahren Begebenheiten und authentischen Aufzeichnungen beruhen soll. Also eine Art «True-Crime» Film (der Vergleich ist jetzt sehr weit von mir hergeholt) und psychologisches Drama verpackt im «Mittelalter» Setting. Cool. Ich war froh, am NIFFF einen Film in Deutsch schauen zu können, dass tut gegen die Müdigkeit gut. Dennoch war ich oft froh um die Untertitel, da natürlich nicht das heutige Deutsch gesprochen wird.

Der Film startet gleich mit einem Ausrufezeichen (Frau, die ein Baby einen Wasserfall runterwirft und exekutiert wird), welches jedoch wichtig für den weiteren Verlauf des Filmes sein sollte. Dass dies üblich war, wusste ich nicht. Vor dem Abspann informiert der Film mit Texteinblendungen darüber. Des Teufels Bad aka The Devil's Bath ist ein humorloser Slow-Burner, der sich langsam entwickelt und dabei optisch wunderschön und stimmungsvoll eingefangen und inszeniert wurde. Ich habe anhand des Trailers (nur kurz reingeschaut) eher einen Film à la The Witch erwartet, aber damit hat Des Teufels Bad nichts zu tun. Hexen sind in dem Film kein Thema.

Das Leidwesen von Agnes wird dabei glaubhaft dargestellt. Man leidet mit ihr mit. Der mir total unbekannte Cast war hervorragend. Ansonsten ist der Film schnörkellos kühl und steril in Szene gesetzt: ungeschönt und ohne Verluste wird das damalige Leben gezeichnet. Ein älteres Paar, welches neben mir sass (die Kinovorstellung war voll), sind mehrfach zusammengezuckt und/oder mussten bei einigen Szenen wegschauen (Maden, Wunden, Tier-Gore, Exekutionen, Barbierchirurgen). Diesbezüglich trifft die Gewalt unverhofft auf den Zuschauer. Nur das Ende war, irgendwie, grotesk übertrieben aber dennoch nicht uninteressant.

Fazit: Am 1. NIFFF Tag gleich die 1. positive Überraschung, so darf es gerne weitergehen!

Infos:

O: Des Teufels Bad

Österreich, Deutschland 2024

R: Severin Fiala, Veronika Franz

D: Anja Plaschg, Maria Hofstätter, David Scheid, Natalya Baranova, Lukas Walcher

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 121 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024 / 2. Sichtung (Blu-Ray): 13.02.26

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Deutsch mit Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024). Nachtrag Feb. 2026: 2. Sichtung nach dem NIFFF. Gefällt noch immer. Der Film hat eine spezielle Atmosphäre, ist stimmungsvoll und überzeugt durch Bilder, Musik und Schauspiel, statt durch Schockeffekte (auch wenn es hier und da einige fiese und/oder eklige Szenen zu sehen gibt). Die deutsche Blu-Ray von Plaion Pictures hat ein Wendecover, ist Uncut (ab 16 Jahren freigegeben), hat zum Glück deutsche Untertitel und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. 

Samstag, 23. September 2023

The Sparring Partner

The Sparring Partner

Story:

Henry Cheung (Alan Yeung Wai-Leun) und Angus Tong (Mak Pui-Tung) stehen vor Gericht. Es geht um den Mord und die Zerstückelung von Henrys Eltern. Strafverteidiger (u.a. Michael Chow Man-Kin) und Jury (u.a. Gloria Yip) müssen in dem Fall entscheiden…

Meine Meinung:

The Sparring Partner ist das Regiedebüt von Ho Cheuk-tin und ein Mix aus True-Crime und Drama Gerichtssaal-Kammerspiel. Der Film erinnert dabei phasenweise an die guten alten Zeiten sprich an die 90er Jahre True Crime CAT. III Filme aus Hong Kong wie The Untold Story, Raped by An Angel, Dr. Lamb oder Daughter of Darkness und beruht auf echten Morden, die Henry Chau 2013 begangen hat.

Es ist die typische Story vom Versager, der, aus diversen Gründen und durch Fehlen von Mitgefühl und Empathie (wie üblich bei Soziopathen oder Serienkillern), Morde beging. Dass Henry Chau, im Film als Henry Cheung, schuldig ist, ist klar. Der Film thematisiert in Rückblenden die Taten, die Motive und die Frage, ob der 2. Angeklagte ebenso Schuldig ist oder nicht und inwieweit er daran beteiligt war oder nicht.

Der Film hält sich mehr oder weniger an die Vorgaben, auch wenn paar kleine Details im Film weggelassen oder verändert wurden. Was aber klar ist, ist die Tatsache, dass Henry Chau definitiv die Nazis und Hitler glorifizierte. So soll sein MSN-Account-Bild ein Hitler gezeigt haben. Deshalb auch die hier und da auftauchenden Nazi-Fantasien im Film, die den Mörder als «Hitler» zeigen. Ansonsten gibt es wenig nackte Haut und hier und da 2-3 blutige, krude Details zu sehen (Morde, Entsorgung der Leichen).

Der Film ist optisch sehr gelungen. Inhaltlich fesselt der Film. Auch die Diskussionen der Jury, alles sehr unterschiedliche Charaktere, sind interessant. Zudem ist der Film gut gespielt. Ich kenne nur zwei Namen von Mitwirkenden: ein Name konnte ich erst nach dem Schauen zu ordnen, den zweiten Namen erfuhr ich auch erst im Abspann. Einer der Strafverteidiger wird von Michael Chow Man-Kin gespielt, der in den 90ern in vielen HK-Filmen mitwirkte (The Third Full Moon, City Cop, Thou Shalt Not Swear, Fight Back to School 2). Und als Jurymitglied ist Gloria Yip (Story of Ricky, The Cat, Peacock King) zu sehen. Schön!

Fazit: Beachtliches Regiedebüt! Für Fans von Gerichtsfilmen und True-Crime Verfilmungen zu empfehlen!

Infos:

O: Jing yi wui long

HK 2022

R: Ho Cheuk-tin

D: Alan Yeung Wai-Leun, Mak Pui-Tung, Michael Chow Man-Kin, Gloria Yip

Laufzeit der HK-Blu-Ray: Ca. 137 Min.

Gesehen am: 15.09.23

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray von Mei Ah vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (aber kam nie Blu-Ray Feeling auf), O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2023).

Samstag, 7. Januar 2023

Concrete Review

Japanuary 2023

Concrete

Story:

 

Mehrere High School-Schüler entführen eine 17jährige und foltern sie zu Hause, bis sie an den Verletzungen stirbt. Danach stellt sich die Frage: Wohin mit der Leiche?

 

Meine Meinung:

 

Concrete ist ein Low-Budget True-Crime Film mit All Night Long Optik und basiert auf dem Mord an der der 17jährigen Junko Furuta, die 1989 nach 41tägiger Geiselnahme und Folter verstarb, ehe die Leiche in einem zubetonierten Fass gefunden wurde. Der Film ist nach Concrete-Encased High School Girl Murder Case: Broken Seventeen-Year-Olds (aus dem Jahr 1995) und Shônen no hanzai (aus dem Jahr 1997) die 3. Verfilmung der grausamen und tragischen Geschichte.

 

Der Film, der in Japan sogar ein Vertriebsverbot bekommen haben soll (keine Ahnung, ob das noch aktuell ist), hat mich in Jugendjahren aus Sicht eines Horror- und Gore-Freaks interessiert, ohne dazumal die genauen Hintergründe zur Tat gewusst zu haben. Im Film wurde aus Junko Furuta ein anderes Mädchen (Namenswechsel), aber ansonsten hielt man sich an die Vorgaben zum echten Fall. Im Vergleich zum Original-Fall wurde der Inhalt zum Glück verhältnismäßig "harmlos" inszeniert.

 

Dies lag zum einen sicher auch am Budget. Wirkliche Effekte dürften nicht erwartet werden. Fans, die auf solche japanischen Sickos abfahren, dürfen definitiv keine All Night Long und Co. Qualitäten erwarten. Es wird ein relativ steriles, uninteressantes und langweiliges Bild gezeichnet. Zwar wird versucht, die Figuren (Täter) ausreichend zu charakterisieren, dies bleibt aber ziemlich auf der Strecke und berührt gleich null. Auch das Opfer ist dem Zuschauer mehr oder weniger egal, da kaum charakterisiert. Die Entführung passiert erst nach einer langen 1. Hälfte in der Mitte des Filmes.

 

Dazu kommt, dass der Film nicht nur ein kleines Budget, eine zu sterile und zu saubere Video-Optik geniesst, sondern auch, dass die Darsteller ihre Sache teilweise nur wenig glaubhaft verkörpern. Das Ganze lässt kalt und schockt nur, wenn man weiss, dass es sich um einen echten Fall handelt, der sich in Wirklichkeit noch viel sadistischer und unmenschlicher abgespielt hat (der Wiki-Eintrag z.B. ist härter als der Film). Der Film will als Unterhaltung schocken und tut dies jedoch nicht. Alles falsch gemacht! Interessant ist eigentlich nur, dass die Täter für ihre Strafen nicht die Todesstrafe bekamen…

 

Fazit: Zu billig, zu langweilig und ohne glaubhafte Charakterisierung der Figuren = Zeitverschwendung!

 

Infos:

 

O: Konkurîto

 

Japan 2004

 

R: Hiromu Nakamura

 

D: Katsuya Kobayashi, Miki Komori, Masanori Machida, Kensuke Mano, Mika Mifune

 

Laufzeit der jap. DVD: 89:59 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Benten Entertainment vor = Uncut, Jap. O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Eine Fassung mit englischen Subs, eine deutsche Fassung und eine Blu-Ray Ausgabe gibt es nicht (Stand: Jan. 2023).

Dienstag, 1. November 2022

The Frenchman's Garden Review

 
Horroktober 2022

The Frenchman's Garden

Story:

Spanien frühes 20. Jahrhundert:

In der Kleinstadt Peñaflor führt «The Frenchman» (Paul Naschy) eine Bar und ein Restaurant. Doch er pflegt noch diverse andere Hobbies (Bordellbesitzer etc.) und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Doch das Verschwinden von Menschen bleibt nicht unbemerkt…

Meine Meinung:

The Frenchman's Garden, den Paul Naschy (The Werewolf and the Yeti, Inquisition, Die Stunde der grausamen Leichen) laut Blu-Ray Cover Zitat als seinen besten Film betitelt, erzählt die wahre Geschichte des Serienkillers Juan Andrés Aldije, der zusammen mit seinem Komplizen zwischen 1898 und 1904 mehrere Morde beging. Vornehmlich an Bordellgästen, um diese bestehlen zu können.

Der Film, mehr ein True-Crime Drama als echter Horror, ist wie ein HK-True-Crime Film aufgebaut: der Film zeigt Paul Naschy im Knast, der daraufhin seine Geschichte erzählt (in einer langen Rückblende), ehe er und sein Gehilfe im Finale zum Tode verurteilt werden. Hört sich alles interessant an, ist es aber leider nicht.

The Frenchman's Garden ist enttäuschender Paul Naschy Film. Trotz der Tatsache, dass er Regie führte und die Hauptrolle spielte. Praktisch keinen Gore, kaum nackte Haut und vor allem einfach eins: stinklangweilig! Die bis vor paar Jahren selteneren Naschy Titel waren nun fast durch die Bank schlechter und wurde ihren Rufen nicht gerecht (The Beast and the Magic Sword, The Devil Incarnate, The Mummy’s Revenge).

Fazit: The Frenchman's Garden stellt jedoch bis dato den Tiefpunkt dar = wird nicht in Sammlung aufgenommen!

Infos:

O: El Huerto del Francés

Spanien 1977

R: Paul Naschy

D: Paul Naschy, María José Cantudo, Ágata Lys, José Calvo, Carlos Casaravilla, José Nieto, Silvia Tortosa

Laufzeit der US-Blu: 97:23 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Uncut, neues Master, exklusive Extras, spanischer O-Ton, englische Subs. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2022).

Donnerstag, 25. August 2022

My Friend Dahmer Review

My Friend Dahmer

Story:

 

Erzählt wird die Jugendzeit des späteren US-Serienkillers Jeffrey Dahmer (Ross Lynch)…

 

Meine Meinung:

 

Derf Backderf besuchte während der Schulzeit als Jugendlicher die gleiche Klasse wie der spätere US-Serienkiller, Kannibale und Nekrophile Jeffrey Dahmer. Nach Dahmers Tod 1994 begann Derf Backderf an einem Jeffrey Dahmer Comic zu arbeiten, welches später als My Friend Dahmer verkauft wurde (als Graphic Biographies/Graphic Novels). Es zeigt die Zeit Dahmers als Jugendlicher, der nicht so recht ins System passt und aneckt.  

 

US-Serienkiller von dazumal übten einen grossen Reiz aus. Die Presse, Schaulustige und Groupies waren keine Seltenheit. Egal ob die Täter Charles Manson, Ted Bundy oder Jeffrey Dahmer hiessen. Während meines Urlaubes schaute ich die Dokumentation Fresh Meat: Jeffrey Dahmer (A Tubi Original). Die war interessant, wenn auch nicht allzu viel Neues dabei rauskam. Interessant waren aber Interviews mit Menschen, die mit Dahmer zu tun hatten (Drag Queen, Nachbarn, Interviewerin).

 

 

 


 

Desweitern guckte ich mir ein fast zweistündiges Court Video (Trial of Jeffrey Dahmer) an, in welchem die Antwort auf die Frage, ob Dahmer verrückt sei oder nicht, zu beantworten war. In diesen Aufnahmen kommen Polizisten, entflohene Opfer, Psychiater, Dahmer selbst und die Angehörigen von Opfern zu Wort. Aufnahmen, die unter die Haut gehen. Als der My Friend Dahmer Comic im Jah 2017 verfilmt wurde, wurde der Independent Film in Deutschland auf dem Fantasy Film Fest aufgeführt. Durch deren Magazin zum Filmfest wurde ich auf den Film aufmerksam, der seither auf der Wunschliste stand.

 

Nebst diesen zwei Dokus zu Jeffrey Dahmer guckte ich mir also auch My Friend Dahmer an, wenn sich dafür schon Mal gratis die Gelegenheit bietet. Ich fand den Film ok, aber kein Kracher. Viel Neues kommt eigentlich nicht bei raus. Was mich überraschte war die Tatsache, dass im Film Jeffrey Dahmer doch einen grösseren Freundeskreis und diverse Kontakte hatte. Etwas, was in Dokus, welche ich bisher sah, nie ein Thema war. Ob dies stimmt? In einem 1-Stern Amazon Review zur Graphic Novel wird folgendes geschrieben:

 

"I thought that this book would include special moments between Dahmer and his so called "friends" but Backderf even admits that Dahmer didn't really have friends! Backderf even acknowledged that he didn't know much about Dahmer because they weren't very close and rarely spent time together."

 

Auch im Buch The Encyclopedia of Serial Killers (Second Edition) zu Jeffrey Dahmer findet sich kein Wort über Freude während der Schulzeit. Ein anderes, meiner Meinung nach wichtiges Detail, wird im Film hingegen nicht angesprochen: Dahmer wurde 1968 als Junge von einem Nachbarsjungen sexuell belästigt. Ein wichtiges Detail, welches Dahmer für spätere Aktionen in seinem Leben geprägt haben könnte. Dies hätte eigentlich auch irgendwie noch in den Film gehört, auch wenn dieser spezifisch die Jugendjahre beleuchtet.

 

Der Film erzählt nicht von den Taten Dahmers, sondern von seiner Schulzeit. Wie er aneckt und nicht ins System passt. Der Film ist also mehr Biographie, Drama und fast schon Coming of Age Film statt True-Crime-Genre. Dem sollten sich Fans bewusst sein. Wer True-Crime Geschichten à la Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Henry - Portrait of a Serial Killer und Co. erwartet, dürfte enttäuscht werden. Der Film endet, als er sein erstes Opfer findet. Im Grossen und Ganzen war der Film zu lang, aber doch ok.

 

Fazit: "Fans" von Jeffrey Dahmer können einen Blick riskieren! Nach der Sichtung kann ich sagen: war ok, Zeit ging beim Schauen vorbei aber kein Film für die Sammlung! 

 

PS: Den Roman Dahmer's Not Dead von Edward Lee kann ich an der Stelle hingegen empfehlen!

 

Infos:

 

O: My Friend Dahmer

 

USA 2017

 

R: Marc Meyers

 

D: Ross Lynch, Vincent Kartheiser, Anne Heche, Dallas Roberts, Alex Wolff

 

Laufzeit der Originalversion: Ca. 107 Min.

 

Gesehen am: Mitte August 2022

 

Fassungen: Im Urlaub in New York im Hotel gesehen (via Tubi Stream über den TV). Uncut und in Englisch. Den Film gibt es bisher nicht in Deutschland (Stand: Aug. 2022). Da müssen sich Fans mit Importen (UK, USA; Australien) begnügen.