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Samstag, 25. Juli 2026

Mercenario - Der Gefürchtete

Mercenario - Der Gefürchtete

Story:

Paco (Tony Musante) will eine Revolution anzetteln und erkauft sich dafür die Hilfe des Söldners Sergei 'Polack' Kowalski (Franco Nero). Um ihr Ziel erreichen zu können, müssen sie jedoch zuerst Ricciolo (Jack Palance) aus dem Weg räumen…

Meine Meinung:

Mercenario - Der Gefürchtete ist ein Italo-Western (Mithilfe von spanischen Hilfsmitteln) des legendären Sergio Corbucci (Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, Django, Leichen pflastern seinen Weg). Dazu kommen Namen wie Franco Nero (Die Klette, Djangos Rückkehr, High Crime), Jack Palance (Zwei Supertypen räumen auf, Tango & Cash, Die Strickmütze), Ennio Morricone (Malastrana, The Thing) sowie Bruno Nicolai (The Case of the Scorpion's Tail, The Night Evelyn Came Out of the Grave). Letztere waren selbstverständlich für den tollen Soundtrack und die Musik des Filmes zuständig.

Leider hat mir Mercenario - Der Gefürchtete nicht gut gefallen. Aufgrund des Cast war ich am Ende sogar sehr enttäuscht von dem Film. Der Film ist kein Vergleich zu den anderen Italo-Western, die ich von Sergio Corbucci gesehen habe. Franco Nero war solide. Der Film ist technisch auch gut gemacht und zum Teil aufwändig (kleinere Stunts, Explosionen, Massenszenen, Pferdestürzte). Die Musik war, wie bereits erwähnt, toll. Sie kam mir auch bekannt vor. Ob Quentin Tarantino diese in einem seiner Filme benutzt hat? Am besten war Jack Palance.

Abgesehen davon hat mir der Film nicht gefallen. Die Handlung empfand ich als uninteressant und langweilig. Ich mochte die Tatsache nicht, dass der Plot als Rückblende erzählt wird. Und dann sehen wir Paco noch als Clown. Ich mag Clowns nicht (Ausnahme als Gestalten in Horrorfilmen). Der Film war viel zu zahm und harmlos, der Humor hat mir nicht gefallen und der Verlauf der Handlung fesselte nicht. Ich mag keine Revolutionsgeschichten und der Humor triggerte mich selten, zu lachen. Und das Jack Palance nach seinem tollen Auftritt bis zum Finale von der Bildfläche verschwindet, war ein fataler Schachzug.

Fazit: Besser Compañeros schauen!

Infos:

O: Il Mercenario

Italien, Spanien 1968

R: Sergio Corbucci

D: Franco Nero, Jack Palance, Tony Musante, Giovanna Ralli, Eduardo Fajardo, Álvaro de Luna

Laufzeit der deutschen DVD: 101:55 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Booklet, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Audio (Deutsch, Englisch oder Ital.) und Untertitel (Deutsch) Optionen. Die deutsche Sprachfassung ist die beste. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Subsuelo

NIFFF 2026 Spezial

Subsuelo

Story:

Ein Unfall während des Sommers sollte das Leben der Zwillinge Eva (Julia Martínez) und Fabián (Diego Garisa) grundlegend verändern…

Meine Meinung:

Subsuelo ist ein schwieriger Film. Hier und da war im Voraus schon klar, was der Inhalt sein würde. Da brauchte man gar nicht viel zu lesen, tief zu graben oder Bilder aus dem Trailer zu interpretieren. Es handelt sich um eine spanisch-uruguayische Co-Produktion von Regisseur Fernando Franco. Dieser wie auch die Schauspieler um Julia Martínez oder Diego Garisa sind mit total unbekannt. Subsuelo gelingt es, durch seine unangenehme Prämisse zu fesseln und zu schocken.

Der Film und seine Themen (sexueller Missbrauch, Inzest, Pädophilie, Tierleid) werden hier nicht exploitativ gezeigt, sondern trocken, kühl, nüchtern und erschreckend realistisch erzählt, so dass einige Momente, Szenen und Dialoge, vor allem zwischen Eva und Fabián, kaum auszuhalten sind. Ist so was unterhaltsam oder darf so was Entertainment sein? Der Film zeigt eine gebrochene Familie, in der praktisch jeder leidet. Dennoch wird klar, dass da schon vor dem Unfall solche Tendenzen vorhanden waren.

Julia Martínez und Diego Garisa spielen das, wie auch alle anderen, grandios. Es handelt sich fast um eine Art Kammerspiel im Familienhaus der Familie. Der Plot ist spannend. Als Zuschauer will man wissen, wie der Film endet. Wird es für Eva Gerechtigkeit geben? Wird sie Kraft finden, aus ihrer Hölle und der toxischen Umgebung fliehen zu können? Und immer, wenn man meint, im Film schon alles gesehen zu haben, setzt der noch einen drauf. Das einzige, was mir dann extrem missfiel und den Film auch schlecht enden lässt und qualitativ stark runterzieht, war das Ende. Was sollte das denn? Ein offenes Ende bei dem Plot und den Gefühlen, die zuvor aufgebaut wurden? Eine Schande! Dass wäre so, als würde Titanic enden, bevor das Schiff den Eisberg rammt… Schwach von Regisseur Fernando Franco!

Infos:

O: Subsuelo

Spanien, Uruguay 2025

R: Fernando Franco

D: Julia Martinez, Diego Garisa, Sonia Almarcha

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 115 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 3. Juli 2026

Gaua

NIFFF 2026 Spezial

Gaua 

Story:

17. Jahrhundert in Spanien, Baskenland:

Kattalin (Yune Nogueiras) flüchtet nachts vor ihrem Ehemann in die tiefen Wälder. Als ihr Kreaturen nachjagen, weiss Kattalin noch nicht, wohin sie ihre Reise führen wird…

Meine Meinung:

Gaua ist meine erste NIFFF-Buchung in diesem Jahr. Ich habe einen Film über Geister und Hexen im spanischem 17. Jahrhundert-Setting erwartet. Ähnlich wie zuletzt in Akelarre, übrigens auch einem spanischen Film. Oder sollte mich ein zweiter Pans Labyrinth erwarten, in dem sich die Protagonistin in eine Zauberwelt flüchtet? Der genaue Inhalt von Gaua war mir schlicht nicht bekannt. Aber so habe ich meine NIFFF-Besuche am liebsten, wenn ich ohne grosses Vorwissen und somit ohne falsche Erwartungen Filmvorstellungen besuchen gehen kann.

Leider hatte ich heute kein Glück. Der Film hat mir nicht gefallen und am Ende des Tages war Gaua in meinen Augen auch der schwächste filmische Beitrag, den ich am ersten NIFFF-Tag gesehen habe. Ich wurde auch müde und hatte am meisten Mühe, wach zu bleiben. Mein Kumpel, der hier und da eingenickt ist, hat den Film am Ende eigentlich nicht schlecht beschrieben: «Wie The Witch (von Robert Eggers) von Temu». Dem kann ich mich nur anschliessen. Gaua startet interessant, aber umso weiter der Plot voranschreitet, umso mehr Längen gibt es. Und umso uninteressanter wurde das Gezeigte.

Zwar ist der Film mit Ausnahme von CGI-Feuer und CGI-Kaninchen (sehr übel) technisch gut gemacht und die Darsteller gut, aber inhaltlich konnte mich der Film nicht überzeugen. Eine richtige Grusel-Stimmung wollte sich nicht einstellen, die Figuren waren mit total egal und die Zeit ging nicht vorbei. Die Rückblenden erklären zwar inhaltlich einiges, aber ein gradliniger Plot wäre mir in dem Film, der in diverse Kapitel gegliedert wurde, lieber gewesen. Der Plot wurde mit viel weiblicher Empowerment gegen das Patriarchat gestaltet, was mir nicht gefallen hat (alle männlichen Figuren waren negativ und schlecht).

Fazit: Geschmackssache. Leider war Gaua nicht mein Fall…

Infos:

O: Gaua

Spanien, USA 2025

R: Paul Urkijo Alijo

D: Jon Jauregui González, Ane Gabarain, Iñake Irastorza, Elena Irureta, Yune Nogueiras

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 23. Juni 2026

Akelarre

 

Akelarre

Story:

17. Jahrhundert in Navarre:

Lord Fermin (Walter Vidarte) lässt das Dorf nach Hexen absuchen und erhält dabei Hilfe des Inquisitors (José Luis López Vázquez).  Verdächtige werden verhaftet und durch Folter zu Geständnissen gezwungen. Damit will sich der tyrannische Lord Fermin einen Bauer namens Unai (Patxi Bisquert) vom Leib halten, der gegen seine tyrannischen Machenschaften ankämpft und als eine junge Frau (Silvia Munt) in Haft gefoltert wird, kommt es zum Aufstand…

Meine Meinung:

Einerseits freute ich mich auf Akelarre, andererseits war ich skeptisch. Ich freute mich da klassisches Hexen-Verfolgungssetting. Ich hoffte auf einen stimmungsvollen Film. Auf der anderen Seite fand ich schon das offizielle Plakat zum Film irgendwie «billig», völlig uninteressant und wenig ansprechend. Und leider trifft das auch als Gesamtfazit auf den Film von Pedro Olea zu. Der Film passt damit jedoch thematisch und inhaltlich in die Box von Severin Films (Folklore-Inhalte).

Das macht einen Film aber noch lange nicht gut. Für meinen Geschmack hatte der Film durchs Band TV-Niveau. Ich dachte, hier einen TV-Film vorgesetzt zu bekommen. So wirkt der Inhalt und dessen Qualität auf mich. Das wirkte so, als schaue ich mir im Free-TV einen deutschen TV-Film auf ZDF und Co. an, statt einen fantastischen Beitrag aus Spanien. Ich bin überrascht, dass der überhaupt im Kino lief. Weniger überrascht bin ich, als ich gelesen habe, dass der in der Berlinale gezeigt wurde. Wohl mehr aufgrund politischer Hintergründe statt filmischer Qualität. Passt.

Der Film wirkte auf mich, wie bereits das Film-Plakat, durch und durch billig. Zudem ist der Film zu 95% ein dialoglastiges Drama. Der Plot um Hexen, Folter oder deren Folgen sind sehr klein. Wer da andere Erwartungen hegt, dürfte sehr enttäuscht werden. Der Film bietet praktisch nur Dialoge und dürfte daher höchstens Fans von (billigen-TV-Soap-Opera) Dramen befriedigen. Ich fand den Film einfach nur öde und total langweilig. Da halfen auch die soliden Darsteller nicht, dass zu optimieren. Schade. Da wäre durchaus mehr möglich gewesen…

Fazit: Zeitverschwendung!  

Infos:

O: Akelarre

Spanien 1984

R: Pedro Olea

D: Silvia Munt, José Luis López Vázquez, Mary Carrillo, Walter Vidarte, Patxi Bisquert

Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 23.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es Interviews mit Cast und Crew. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Samstag, 13. Juni 2026

The People Who Own the Dark

 

The People Who Own the Dark

Story:

Auf einem abgelegenen Anwesen feiert der Baron (Paul Naschy) und die High Society inklusive einiger Escort-Damen schmuddelige Partys, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Deren «Flash» lässt alle Opfer erblinden. Da die Partygäste im Untergrund gefeiert haben, wurden sie davon verschont. Als sie sich in die Stadt aufmachen, um Nahrungsmittel zu plündern, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

Als ich mich für diesen Film vorbereitet habe, musste ich sofort an den auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain enthaltenen Creation of the Damned denken, der ein ähnliches Szenario erzählt: eine Gruppe von Personen auf engsten Raum, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Mir schwante Böses, aber zum Glück ist The People Who Own the Dark besser und effektiver als der langweilige Creation of the Damned. The People Who Own the Dark ist bis dato nebst The Bell from Hell der beste Film in Severin Films Box-Set.

The People Who Own the Dark sah ich mir in der spanischen Originalfassung an. Der US-Edit hat nicht nur die sprachliche Veränderung, sondern ist auch kürzer. Es wurden Inhalte (Story-Verlauf und Figurentiefe) entfernt. Zudem hat die US-Fassung eine neue Musik erhalten. Die spanische Originalfassung von León Klimovsky (Vengeance of the Zombies, The Werewolf vs. Vampire Woman, Trauma) hat mir gefallen. León Klimovsky hat in seiner Karriere oft mit Paul Naschy (The Beast and the Magic Sword, Human Beasts, The Werewolf and the Yeti) zusammengearbeitet, der hier ebenfalls an Bord ist.

Der Film ist interessant, da die Gruppe aus reichen Personen besteht, die in der Stadt dann auf die einfachen Bürger treffen, die an den Folgen der nuklearen Katastrophe zu leiden haben. Und es gibt Spannungen, die danach zu den Szenen führen, die, und das kommt wirklich so rüber, an Die Nacht der lebenden Toten erinnern. Der einfache Bürger tut sich zusammen, um am «Adel» Rache zu nehmen. So in etwa gestaltet sich der Plot. Nebst Paul Naschy sind hier noch Namen wie Nadiuska (Challenge of the Tiger) sowie Jess Franco Stammschauspieler Antonio Mayans (Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip, Macumba Sexual) zu sehen. Und das fiese End war genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Ultimo Deseo

Spanien 1976

R: León Klimovsky

D: Paul Naschy, Nadiuska, Alberto de Mendoza, Tony Kendall, Maria Perschy, Teresa Gimpera, Emiliano Redondo, Julia Saly, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu: 99:57 Min.

Gesehen am: 13.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain) = nebst der spanischen Uncut Fassung (Spanisch mit englischen Untertiteln) befindet sich auch die ca. 20 Min. gekürzte und veränderte (neue Musik) US-Fassung auf der Disc. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Antonio Mayans und ein Sitges Filmfest Special. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Dienstag, 2. Juni 2026

Pleasure of Killing

Pleasure of Killing

Story:

Zwei Profikiller (Antonio Banderas und Mathieu Carrière) treffen zufällig aufeinander und werden danach zu Freunden. Nachts ziehen sie durch die Bars und unternehmen Schiessübungen. Doch nach einer Weile beginnen sie, auf echte Menschen zu zielen…

Meine Meinung:

Pleasure of Killing befindet sich als Bonusfilm auf der deutschen Perdita Durango DVD. Ansonsten hätte dieser spanische Film aus dem Jahr 1987 nie meinen Weg gekreuzt. Um meine Liste von ungesehenen Titeln zu reduzieren, kam es trotzdem zur Sichtung. Ich las nicht viel Gutes über Pleasure of Killing und ging mit niedrigen Erwartungen an den Film. Und leider muss ich das bestätigen, was ich über den Film gelesen habe.

Pleasure of Killing hat mir nicht wirklich gefallen. Der Film versucht irgendwie, eine Stimmung à la Funny Games zu generieren. Die zwei Männer rauchen (wie JEDE andere Person in dem Film), trinken und erschiessen Unschuldige. Kaltblütig. Da die Opfer aber oft total Fremde sind, wirkt das nicht wirklich grausam oder brutal, zumal die Exekutionen auch sehr harmlos und blutleer inszeniert sind. Der Film wirkt sehr unsympathisch. Das gilt auch für sämtliche Figuren.

Viele der Frauen nerven und/oder sind stereotypisch naiv in Szene gesetzt, während die Antihelden um Mathieu Carrière und einen jungen, damals noch wenig bekannten Antonio Banderas (The Expendables 3, Assassins – Die Killer) gefühlskalt und unterschwellig homosexuell anmuten. Chang Cheh hätte Freude gehabt, mit Ausnahme der fehlenden nackten Oberkörper. Pleasure of Killing fesselt und begeistert nicht. Ich wurde nicht wirklich gut unterhalten und ein Interesse an dem Inhalt baute sich kaum auf.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: El Placer de matar

Spanien 1987

R: Félix Rotaeta

D: Antonio Banderas, Mathieu Carrière, Victoria Abril, Berta Riaza, Walter Vidarte, Victoria Peña

Laufzeit der deutschen DVD: 89:52 Min.

Gesehen am: 02.06.26

Fassungen: Gesehen als Bonusfilm aus der deutschen Perdita Durango DVD = Uncut, nur Deutscher Ton (Synchro absolut okay), durchschnittliche Bildqualität, nicht anamorph. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Samstag, 9. Mai 2026

Perdita Durango

Perdita Durango

Story:

Gangster und «Satanist» Romeo (Javier Bardem) trifft auf seiner Reise auf Perdita Durango (Rosie Perez). Beide entführen für ihre Rituale mit Menschenopfer zwei Jugendliche (Aimee Graham, Harley Cross), als Romeo vom reichen Gangsterboss Santos (Don Stroud) einen Auftrag erhält, der viel Geld einbringen soll. Derweil ist jedoch auch ein Polizist (James Gandolfini) hinter Romeo und Co. her…

Meine Meinung:

Als ich im Feb. 2006 Perdita Durango erstmals sah, war mir weder der Film noch Álex de la Iglesia wirklich ein Begriff. Zu dem Zeitpunkt kannte ich (durch eine Free-TV Aufnahme) nur Aktion Mutante. Perdita Durango ist sicherlich auch heute noch einer der besten und bekanntesten Filme von Álex de la Iglesia (Crimen ferpecto, My Big Night, El Bar). Der Film erinnert an ähnliche Filme in den 90ern, die nach dem Erfolg von Quentin Tarantino entstanden sind. So erinnert Perdita Durango leicht an Natural Born Killers, dessen Drehbuch aus der Feder von Tarantino stammt.

Perdita Durango hat die Neusichtung bestanden. Ich mag solche 90er Jahre Filme auch heute noch. Die Filme wirkten zum Teil viel lockerer als der heutige Zeitgeist. Der Film ist ein wilder Mix und ein fieser, schwarzhumoriges Road Movie, an welchem sicherlich auch ein Tarantino Freude hätte. Trotz seiner zwei Stunden Laufzeit wird der Film nie langweilig. Da ich den Film so lange nicht mehr gesehen habe, wurde ich bestens unterhalten. Vieles hatte ich vergessen, so dass ich zum Teil auch positiv überrascht wurde.

Javier Bardem (Mother!) und Rosie Perez machen als irres Pärchen à la Bonnie und Clyde seine gute Figur. Sehr abgedreht, sehr überzeugend und trotz ihrer Grausamkeiten wachsen sie dem Zuschauer ans Herz. Im krassen Gegenstück (als Parodie auf den American Way of Life) agieren als die zwei Entführten Aimee Graham (spielt in From Dusk Till Dawn eine Geisel) und Harley Cross (Die Fliege 2). Die sind ebenso überzeugend in ihren Rollen. Wie sich ihre Dynamik während der Entführung verändert, erinnerte mich als an Chucky und seine Braut.  

James Gandolfini (True Romance) spielt den Cop, der von einem Fettnäpfchen ins andere tritt und einfach nicht sterben will. Sehr amüsante und dadurch auch sympathische Rolle. Er ist es, der verbissen dem Killerpaar hinterherjagt und aus noch so jeder brenzligen Situation, teilweise geschunden aber überlebend, herausfindet. Das hat fast Running Gag und Comic-Charakter. Und Don Stroud (The Amityville Horror, Carnosaur II) spielt ein Ekel und den reichen Gangsterboss Santos. Er macht das auch wunderbar fies, auch wenn er weniger charakterisiert wird als die anderen Nebenfiguren.

Wer abgedrehte, blutige Road-Movies mit viel Abwechslung und Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, mag, wird mit Perdita Durango bestens bedienst!

Infos:

O: Perdita Durango

Spanien, Mexiko, USA 1997

R: Álex de la Iglesia

D: Javier Bardem, Rosie Perez, Aimee Graham, Harley Cross, Don Stroud, James Gandolfini, Screamin’ Jay Hawkins

Laufzeit der deutschen DVD: 124:50 Min.

Gesehen am: Feb. 2006 / Neusichtung am: 09.06.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von M.I.B. vor = Bonusfilm auf der Disc, Uncut, Deutsch/Englisch, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland von Black Hill / Koch Media auf Blu-Ray und von Wicked-Vision Media auf UHD. Die UHD ist vier Sekunden länger als alle vorherigen Fassungen. Diese längere Fassung wurde erstmals in den USA (Severin Films) ausgegraben. Bildvergleiche zeigen jedoch auf, dass mir die DVD von den Farben, Farbfiltern und dem Master mehr zusagt als die Blu-Ray oder die UHD. Die vier Sekunden sind zu verschmerzen. Angeblich soll am Fantasy Film Festival dazumal sogar eine ca. zehn Minuten längere Fassung mit mehr Sex und Gewalt gelaufen sein.

Freitag, 24. April 2026

The Treehouse

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

The Treehouse

Story:

Ale (Sandra Escacena) und Jesús (Claudio Portalo) machen einen romantischen Ausflug in den Wald, den Jesús nicht überlebt. Ein Jahr später kehr das traumatisierte Ale zurück an den Ort des Schreckens, auf der Suche nach Antworten…

Meine Meinung:

The Treehouse hat mir nicht sonderlich gefallen. Es handelt sich um einen spanischen Genrefilm. Ich wusste kaum etwas über den Film und auch nach der Sichtung bleiben viele Fragen offen. Mehr als vorher. Der Film von Regisseur Luis Calderón, der vor allem Musikvideos und Kurzfilme drehte, erinnert dabei an Filme wie Timecrimes, Sleepaway Camp (vor allem) sowie an den franz. Slasher- und Backwood Film High Tension.

Eine für den Film eigentlich unnötige und für den Plot unwichtige Szene beinhaltet ein Rohr und eine Ratte. Wer den American Psycho Roman gelesen hat, weiss, was damit geschieht. Es gibt einige blutige Momente, klassische Musik (vor allem im Vor- und Abspann), einen Hauch Erotik und lobend, ob einem der Film jetzt zusagt oder nicht, ist die Tatsache, dass der Film inhaltlich Mal was Neues und Anderes gewagt hat.

Abgesehen davon sollten kein Realismus gefordert werden. Es gibt viele typische Horrorklischees, die erst aufgrund des Twists am Ende über Bord geworfen werden. Die Kameraarbeit fand ich nicht speziell erwähnenswert. Über das Ende, welches stark Geschmackssache ist und sicherlich polarisieren wird, kann man streiten. Welche Aussage Luis Calderón damit treffen will oder ob er Privates im Plot integriert und/oder offengelegt hat, ist mir unbekannt und ehrlich gesagt auch gleichgültig.

Fazit: War leider weniger mein Fall…

Infos:

O: La casa en el árbol

Spanien 2025

R: Luis Calderón

D: Sandra Escacena, Claudio Portalo, Kandido Uranga

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 80 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Spanisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Donnerstag, 2. April 2026

The Devil's Exorcist

 

The Devil's Exorcist

Story:

Die junge Sheila Roberts (Inma de Santis) ist von einer bösen Macht befallen. Sie hört Stimmen, hat Visionen und böse Gedanken…

Meine Meinung:

Gesehen via Severin Films Boxset Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain und, wie der Titel schon sagt, einen spanischen Der Exorzist-Klon erwartet. Nach dem Erfolg von Der Exorzist gab es nicht nur Fortsetzungen, Vorgeschichten und Remakes, sondern auch diverse Nachzügler aus anderen Ländern. Zum Beispiel aus Italien (The Antichrist). Und aus Spanien kenne ich den tollen (vor allem aufgrund der deutschen Kult-Synchronisation) Der Exorzist und die Kindhexe. Ich freute mich auf die Sichtung von The Devil's Exorcist. Was kann bei einem Der Exorzist Klon schon schief gehen?

Leider viel. The Devil's Exorcist hat die Sichtung nicht bestanden. Schon wie der letzte Film aus der Collection (Creation of the Damned) lohnt sich The Devil's Exorcist nicht. Der Film ist zwar schön gefilmt und am Anfang auch interessant, aber danach tun sich diverse Schwächen auf. Die grössten Schwächen hat der Film mit seinem Plot. Es wirkte so, als wissen nicht Mal die Filmemacher, wohin sie steuern wollten. Es passiert eigentlich praktisch gar nichts. Alles ohne Sinn und Verstand. Vereinzelt gibt es Mal eine leicht stimmungsvolle Szene, aber sonst passiert nichts.

Und so richtig wie «Der Exorzist» wird es in The Devil's Exorcist auch nie. Im ganzen Film gibt es weder Nacktszene, noch Sex noch Horrorelemente zu sehen. Keine Obszönitäten, kein vulgäres Vokabular, kein Schleim, kein Erbrochenes.  Auch Make-Up Effekte, Blut oder sonstige Effekte sucht der Fan vergebens. Der Film ist viel zu zahm und konservativ. Der Film wirkt daher vor allem eines: blutleer, sinnlos und langweilig. Sehr langweilig. Gegen Ende wird es etwas interessanter, aber das macht den Braten auch nicht mehr fett. Das ist schade, da vor allem die junge Inma de Santis (The Killer of Dolls) stark agiert und spielt (bis auf hier und da ihr künstliches und irres Lachen, das unecht wirkte).

Fazit: Zeitverschwendung! Besser Der Exorzist und die Kindhexe ansehen!

Infos:

O: El Juego del diablo

Spanien 1975

R: Jorge Darnell

D: Inma de Santis, María del Puy, Jack Taylor, Luis Prendes, Alicia Altabella, José Orjas

Laufzeit der US-Blu: 83:30 Min.

Gesehen am: 02.04.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain) = Uncut, O-Ton mit englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse exklusive Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Mittwoch, 1. April 2026

Dark Mission

Dark Mission

Story:

C.I.A.-Agent Derek Carpenter (Christopher Mitchum) soll einem Drogenboss (Christopher Lee) das Handwerk legen…

Meine Meinung:

Dark Mission, der zweite Film im Set von Pulse Vide nebst Je brûle de partout, habe ich mehr als Bonusfilm angesehen. Gekauft habe ich das Set primär wegen Je brûle de partout. Wie auch dieser hat mir Dark Mission zu wenig gut gefallen, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Im Vergleich ist der Film aber definitiv unterhaltsamer als Je brûle de partout. Und für einen Jess Franco Film ist Dark Mission sogar technisch einwandfrei in Szene gesetzt.

Zudem kann sich der Cast sehen lassen = Christopher Mitchum (Murder in a Blue World, Faceless), Christopher Lee (The Bloody Judge, Die Rache der Pharaonen, Panga), Richard Harrison (Challenge of the Tiger, Ninja Terminator, Der Tollwütige), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip) oder Brigitte Lahaie (Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff)! Viele bekannte Namen des damaligen europäischen Kinos. Mit vielen hatte Jess Franco (Night of the Skull, Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Silence of the Tomb) bereits in anderen Filmen zusammengearbeitet.

Dark Mission ist okay. Kann einmal angesehen werden. Die deutsche Sprachfassung, welche im Set auch als Option vorhanden ist, wertet den Film zudem qualitativ noch etwas auf und macht ihn besser, als er sonst wäre. Trotz der soliden Leistungen der Darsteller und der soliden Inszenierung fehlt es dem Film an Höhepunkten. Das ist nicht Jess Francos Zuhause, nicht sein Ding, nicht sein Metier. Man merkt, dass es (für Eurociné) eine Auftragsarbeit war. Ohne Seele. Ohne Gefühl. Das Ding ist harmlos (keine blutige Action) und vor allem belanglos und langweilig.

Fazit: Lohnt sich nicht. Den Film können sich Jess Franco Fans sparen…

Infos:

O: Operación cocaína

Frankreich, Spanien 1988

R: Jess Franco

D: Christopher Mitchum, Christopher Lee, Richard Harrison, Antonio Mayans, Brigitte Lahaie, Cristina Higueras

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 91:08 Min.

Gesehen am: 01.04.26

Fassungen: Siehe Je brûle de partout. Dark Mission liegt sogar in mehreren Sprachen vor (darunter auch Deutsch) und deren Bildqualität ist absolut fantastisch. Es scheint, als sei das gleiche Master mit den gleichen Audio-Optionen auch in Deutschland auf Blu-Ray erschienen. Label: 8-Films!

Mittwoch, 11. März 2026

Blind Alley

NIFFF 2012

Blind Alley

Story:

Rosa (Ana de Armas) begegnet nachts in einem Waschsalon einem jungen Mann (Diego Cadavid). Nach allmählichem Palaver beginnt die zuerst empfundene Vorfreude Angst zu weichen, denn Rosa nimmt an, dass es sich bei dem Mann um einen Mörder handelt. Ein Katz- und Maus-Spiel nimmt seinen Lauf…

Meine Meinung:

Blind Alley ist eine spanisch-kolumbianische Koproduktion, die ich 2012 am NIFFF sah. Der Film hat mir heute nicht mehr so zugesagt, wie damals am NIFFF, wo ich natürlich etwas überraschter war. Trotz seiner Laufzeit von nur 73 Minuten nahm ich bei der 2. Sichtung Längen wahr. Blind Alley ist ein Film, der nach einer einmaligen Sichtung, viel von seinem Pulver bereits verschossen hat, da der Zuschauer den Twist bereits kennt. Dieser wirkt zudem auch, aus heutiger Sicht, weniger überraschend, als damals im Kino (à la From Dusk Till Dawn).

Blind Alley ist ein Mix aus Horror- und Kammerspiel, auch wenn das bunte Intro direkt aus Austin Powers stammen könnte. Die Horrorparts nehmen erst im letzten Viertel zu. Hier wäre ein früherer Start wünschenswert gewesen. Einige Effekte, besonders die Gesichter und Masken, waren z.T. auch recht billig, und wenn ich nicht irre, auch unschöne digitale Effekte. Der rote Saft wird hier und da vergossen und es wird öfters mit einem Splitscreen gearbeitet. Regisseur Antonio Trashorras hat zumindest keine grössere Karriere hingelegt. Seine letzte Regiearbeit ist schon über zehn Jahre alt (Anabel 2015).

Apropos Anabel: in diesem setzte Antonio Trashorras wieder auf seine Blind Alley Hauptdarstellerin Ana de Armas. Sie ist wohl der einzige wirkliche Hingucker und durch und durch positive Aspekt des Filmes. Sie spielt nicht nur im Film einen Charakter aus Cuba, sondern sie stammt tatsächlich von dort, ehe sie später in Spanien landete und dort im Filmgeschäft Fuss fasste. Und im Gegensatz zu Regisseur Antonio Trashorras hat sie den Aufstieg geschafft. So wirkte Ana de Armas zuletzt in Hollywood-Filmen wie No Time to Die, Blonde, Blade Runner 2049 sowie Ballerina mit. Die anderen Figuren waren leider relativ uninteressant.

Fazit: Eigentlich kein schlechter Film, aber auch nichts für meine Sammlung. Das Konzept hätte als Kurzfilm besser funktioniert.

Infos:

O: El Callejón

Spanien, Kolumbien 2011

R: Antonio Trashorras

D: Ana de Armas, Diego Cadavid, Leonor Varela, Judith Diakhate, Alfonso Rojas

Laufzeit der deutschen DVD: 73:02 Min.

Gesehen am: NIFFF 2012 / 2. Sichtung am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Mit Wendecover, Uncut, Deutsch/Spanisch mit deutschen Untertiteln. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Den Film gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Dienstag, 10. März 2026

Conquest


Conquest

Story:

In einer barbarischen und animalischen Welt, in der das Gesetz des Stärkeren regiert, ziehen zwei Männer (Andrea Occhipinti, Jorge Rivero), durch Schicksal vereint, durch die Welt, um diese vor dem Bösen (u.a. Sabrina Siani) zu befreien…

Meine Meinung:

Conquest wird von vielen Fans belächelt, als schwacher Fulci-Film oder als Trash angesehen und betitelt. Ich kann dem nicht zustimmen. Es ist unendlich viele Jahre her, seit ich mir diesen Film, eine italienisch-mexikanisch-spanische Koproduktion, angesehen habe. Heute hatte ich Lust darauf und habe die Sichtung nicht bereut. Conquest gefiel mir heuer sogar noch besser als früher. Ich sah mir den Film heute erstmals in Deutsch an. Die Synchronisation ist dem Englischen oder Ital. Dub klar vorzuziehen.

Ob der Film eine Conan (Conan der Barbar, USA 1982) Kopie ist, ist mir nicht bekannt. Jedoch ist das gut möglich. Lucio Fulci sprang schon auf andere Trends auf (z.B. folgte auf Dawn of the Dead Zombi 2). Conquest spielt in einer eigenen, nicht definierten Welt. Dem Film gelingt es, eine wunderbare Endzeit- und Fantasy-Stimmung zu generieren. Dies durch klug eingesetzt Stilmittel wie z.B. die Kameraoptik oder den Einsatz von viel Nebel. Die Settings sind abwechslungsreich, muten surreal und traumhaft an. Die Bilder sind stark und die Settings abwechslungsreich.

Dazu kommt, dass der Film viele charmante Effekte, Kostüme und Monster nach meinem Geschmack bietet. Es gibt diverse Ungeheuer, die Zombies ähneln, aber per se keine wirklichen Zombies sind. Zu der bösen Monster-Truppe gehören auch Kreaturen, die aus Star Wars entsprungen sein könnten (ein umgewandelter, monströser Chewbacca), fischartige Monster und eine fast splitternackte Anführerin, die den ganzen Film über eine Maske trägt (und erst im Finale ihr tolles Make-Up-Monster-Gesicht präsentiert). Hier und da schmust sie mit einer Schlange.

Dazu gibt es einige CGI-Laser-Effekte. Wenn unsere Helden den Pfeilbogen als Waffe einsetzen, so sind das ebenfalls charmante Effekte nach meinem Geschmack. Es gibt eine Szene, da waren die Effekte in der Tat «billig ins Bild kopiert». Dann, als unsere Helden in Deckung gehen und von unzähligen Pfeilbögen der Bösewichte beschossen werden. Das war die einzige Sequenz, welche tricktechnisch nicht genügt hat. Ansonsten waren es tolle Make-Up Kreationen, Masken und Kostüme. Für Lucio Fulci Verhältnisse mag es zwar eher harmlos zugehen, aber es gibt dennoch auch einige sehenswerte Splattereffekte und genug nackte Haut zu sehen, um Euro-Cult Fans zufriedenzustellen.

Der Film legt ein angenehmes Tempo an den Tag. Der kaum vorhandene Plot bietet immer wieder Verschnaufpausen. Dank den tollen Settings, den soliden Leistungen der Darsteller um Andrea Occhipinti (Der New York Ripper), Jorge Rivero oder Sabrina Siani (Aenigma) inklusive der tollen Musik von Claudio Simonetti (Mother of Tears) überzeugt der Film auch in diesen ruhigeren Momenten. Das Finale hätte etwas effektiver und länger ausfallen dürfen, aber im Grossen und Ganzen bietet Conquest ein unterhaltsames Sehvergnügen. Gehört Conquest also zu den schwächeren Filmen von Lucio Fulci (Lizard in a Woman's Skin, The House by the Cemetery)? Ich sage nein!

Fazit: Italo-Fantasy vom Feinsten!

Infos:

O: Conquest

Italien, Spanien, Mexiko 1983

R: Lucio Fulci

D: Andrea Occhipinti, Jorge Rivero, Sabrina Siani

Laufzeit der deutschen DVD: 85.00 Min.

Gesehen am: 27.07.04 / Neusichtung am: 10.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film via US-DVD von Anchor Bay oder Blue Underground. Als 84 Entertainment dann eine Fassung in Ital. mit Subs anbot, kaufte ich den neu. Die heutige Sichtung erfolgte daher über das deutsche Mediabook von 84 Entertainment. Der Film liegt in zwei Fassungen vor (regulär und als Grindhouse Version). Dazu gibt es ein Booklet und eine Soundtrack CD mit der Musik von Claudio Simonetti. Das Set wurde am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert. Der Film liegt in Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Subs vor. Ich sah mir den Film erstmals in Deutsch an und die Synchronisation ist gelungen und qualitativ besser als der Englische oder Ital. Dub. Wer eine Blu-Ray möchte, muss zur neuen US-Ausgabe von Cauldron Films greifen. Die haben den Film mit einer Soundtrack-CD, mit einer Bonus-Blu-Ray, einer Blu-Ray (Film) und einer UHD (Film) veröffentlicht. Dazu Ital./Englischen Ton mit englischen Untertiteln und vielen Extras (unzählige exklusive Interviews).

Montag, 9. März 2026

Lizard in a Woman's Skin

Lizard in a Woman's Skin

Story:

Carol Hammond (Florinda Bolkan) hat Alpträume von sexuellen Orgien. In den Träumen kommt auch Carols Nachbarin Julia Durer (Anita Strindberg) vor. Julia wird im Traum von Carol getötet. Carol begibt sich aufgrund der Träume in Therapie zu Dr. Kerr (Jorge Rigaud). Als Julia eines Tages ermordet vorgefunden wird, so wie es Carol im Traum sah, macht sie sich bei der Polizei (u.a. Stanley Baker) zur Tatverdächtigen…

Meine Meinung:

Lizard in a Woman's Skin ist ein nicht uninteressantes Frühwerk (1971) von Lucio Fulci (A Cat in the Brain, Der New York Ripper, The Devil's Honey) und eine Co-Produktion zwischen Frankreich, Italien und Spanien. Der Film ist ein Mix aus Mystery, Thriller, Krimi, Horror, Giallo und Erotik. Der Film hat sich vor allem aufgrund einiger surrealistischer Traum- und Horrorsequenzen einen Ruf gemacht, wobei der Film im Grossen und Ganzen ein ruhiger und harmloser Film darstellt.

Die erwähnten Traumszenen sind jedoch wirklich gelungen, stimmungsvoll und sehenswert geworden. Sehr surreal. Sehr sexy. Teilweise hübsch horrorhaft. Speziell erwähnen möchte ich in dieser Hinsicht die Sequenz mit den Hunden. Diese Make-Up-Effekte und Kreationen von Carlo Rambaldi (The Hand That Feeds the Dead, Mondo Cane 2, Rex: A Dinosaur's Story) waren exzellent und perfekt geeignet für jeden Horrorfilm. Dazu die Musik von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt) unter der Leitung von Bruno Nicolai (Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger). Perfekt.

Auch der Cast kann sich sehen lassen. Florinda Bolkan (Nonnen bis aufs Blut gequält, La settima donna, A Man to Respect), Star aus der sehenswerten Serie Allein gegen die Mafia, spielt die Hauptrolle. Sie macht das sehr gut und sollte nur ein Jahr später in einem weiteren sehenswerten Frühwerk von Lucio Fulci mitwirken: in Don’t Torture a Duckling. Anita Strindberg spielt mehr eine Nebenrolle und «Küken» Ely Galleani (Die Wiege des Teufels, High Crime), die später in vielen Erotikfilmen mitwirkte (an der Seite von Laura Gemser), ist hier in einer ihrer ersten Rollen zu sehen. Jean Sorel spielt die männliche Hauptrolle.

Jean Sorel (Murder in a Blue World, Malastrana) spielte in ähnlichen Filmen wie Lizard in a Woman's Skin mit. In den Gialli vom Umberto Lenzi (A Quiet Place to Kill). Im Vergleich zu diesen ist der Lucio Fulci Film jedoch erotischer, aufwändiger und blutiger, auch wenn es der Film im letzten Viertel, wenn Twist auf Twist folgt, etwas übertreibt. Ich kann auch verstehen, wenn Zuschauer mit der ruhigen Art und Weise des Filmes Mühe haben und sich gerne mehr Horror- oder Erotikparts gewünscht hätten. Auch der hier und da durchbrechende Humor und die Over-the-Top Figurenzeichnung (der eine Inspektor auf dem Revier, der irische Hippie, der Schwule auf dem Polizeirevier) sind zum Teil schlecht gealtert. Halt ein Zeitgeist-Ding.

Fazit: Wer von Lucio Fulci nicht nur Gore erwartet und seine Frühwerke mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!  

Infos:

O: Una Lucertola con la pelle di donna

Frankreich, Italien, Spanien 1971

R: Lucio Fulci

D: Florinda Bolkan, Anita Strindberg, Leo Genn, Jean Sorel, Mike Kennedy, Stanley Baker, Ely Galleani, Jorge Rigaud

Laufzeit der US-Blu-Ray: 104:11 Min.

Gesehen am: März 2005 / Neusichtung: 08.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film via US-DVD von Shriek Show. Die DVD wurde schon lange durch die US-Blu-Ray von Mondo Macabro ersetzt = Hervorragende Bild- und Tonqualität in Englisch oder Ital. mit englischen Subs, Uncut. Es gibt viele Extras. Am besten fand ich die Doku Fulci: Day for Night. Leider ist die Doku nicht komplett. Es sind davon nur 33 Minuten zu sehen, in denen Lucio Fulci über seine Karriere spricht. Spannend. Ich wusste z.B. nicht, dass seine Ehefrau Suizid beging oder er einen damals noch sehr jungen Adriano Celentano (Onkel Addi - Gib dem Führer Saures) ins Filmgeschäft geholt hat. Der Film soll Ende Mai 2026 von filmArt erstmal in Deutschland erscheinen. Titel: Eine Eidechse in der Haut einer Frau.

Samstag, 7. März 2026

Dracula, Prisoner of Frankenstein

 

Dracula, Prisoner of Frankenstein

Story:

Dem Vampirjäger Sewart (Alberto Dalbes) gelingt es, Dracula (Howard Vernon) zu töten. Doch Wissenschaftler Frankenstein (Dennis Price) erweckt Dracula wieder zum Leben. Dieser soll ihm nun, wie auch sein Monster (Fernando Bilbao), als Werkzeug dienen. Derweil nimmt Sewart den Kampf gegen Dracula wieder auf…

Meine Meinung:

Dass ich Dracula, Prisoner of Frankenstein irgendeinmal schonmal als japanische DVD unter dem Titel Drácula contra Frankenstein sah, daran konnte ich mich nicht erinnern. Auch nicht, als ich mir den Jess Franco (Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, Greta – Haus ohne Männer, The Sadist of Notre Dame) Film heute ansah. Der Film hat mir heute, wenn ich mit meinem uralten Review vergleiche, schlechter gefallen. Allerdings möchte ich mir erst in Zukunft bei einer weiteren Sichtung mit angepassten Erwartungen ein definitives Urteil erlauben.

Der Film ist, trotz der kurzen Laufzeit von nur 82 Minuten und trotz Beteiligung von diversen Moneten und Geschöpfen wie Dracula, Frankenstein, Frankensteins Monster und einem Werwolf (nur in den letzten acht Minuten oder so zu sehen), langweilig. Die 82 Minuten fühlten sich definitiv länger an. Der Film, der teilweise an Paul Naschy (Werwolf-Maske) oder Jean Rollin Werke erinnert hat, ist sehr dialogarm. Es wird praktisch nichts gesprochen in dem Film. Das war sonderbar. Der Film hat allgemein eine traumhafte und surreale Note. In Sachen Sex und Gewalt ist der Film völlig harmlos. 

Das sind dann auch die Pluspunkte des Filmes: die Bilder sind atmosphärisch dicht und stimmungsvoll eingefangen worden. Die Settings (Schloss) sind toll gewählt und wer Gothic-Stimmung mag, wird mehr als belohnt. Howard Vernon (Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Other Side of the Mirror, Faceless) hat zudem stark gespielt. Die Frauen machten ihre Sache auch ordentlich. Bei den anderen Herren ist ein gewisses Overacting auszumachen und auch eine unfreiwillige Komik (z.B. Kampf Frankenstein gegen den Werwolf im Finale). Nach Antworten und Logik sollte nicht gesucht werden. Jess Franco schuf mit Dracula, Prisoner of Frankenstein eine Hommage an die Universal Gruselklassiker der 40er Jahre.

Fazit: Jess Franco Fans können einen Blick riskieren.

Infos:

O: Drácula contra Frankenstein

Frankreich, Liechtenstein, Portugal, Spanien 1972

R: Jess Franco

D: Alberto Dalbes, Howard Vernon, Dennis Price, Paca Gabaldón, Carmen Yazalde, Josyane Gibert, Fernando Bilbao, Geneviève Robert

Laufzeit der US-Blu: 82:59 Min.

Gesehen am: ? / 2. Sichtung am: 07.03.26

Fassungen: Ich habe den Film als japanische DVD von Atlus (Drácula contra Frankenstein) in der Sammlung (Best of Jess Franco Special Pack). Dieses kaufte ich 2010 in Japan im Urlaub. Über die Spezifikationen weiss ich nicht mehr Bescheid. Für die 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (vielleicht hier und da etwas dunkel), viele Extras (das Interview von Stephen Thrower ist interessant), Region-All-Disc und ganze fünf Audio-Optionen sind vorhanden inklusive englische Untertitel. Ich sah mir den Film in Deutsch an. In Deutschland ist der Film von Colosseo Film / AL!VE Uncut auf Blu-Ray zu haben (Titel: Die Nacht der offenen Särge).

Donnerstag, 5. März 2026

Creation of the Damned

 

Creation of the Damned

Story:

Nordamerika in einer entfernten Zukunft:

Nach einem Atomkrieg leben fünf Personen in einem Bunker unter der Erde. Mit der Zeit machen sich Spannungen breit…

Meine Meinung:

Creation of the Damned ist ein Mitte der 70er Jahre Film aus Spanien und ein Mix aus Endzeit, Kammerspiel, Sci-Fi und unterschwelliger Sozialkritik (der Bunker und das Szenario wird metaphorisch als Untergang des Franco Regimes gesehen, daher wurde der Film auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain aufgenommen). Ob die Filmemacher dies jedoch tatsächlich auch so sahen, ist mir nicht bekannt. Auf der Blu-Ray hätte es ein Interview mit Regisseur José Ulloa, ggf. würde er mehr dazu sagen.

Allerdings werde ich mir dieses nicht ansehen, da ich Creation of the Damned vor allem einfach langweilig und öde fand. Ich habe nichts gegen Kammerspiele (z.B. Der Totmacher). Aber Creation of the Damned merkt man das kleine Budget negativ an, zumal auch die Figuren nicht wirklich glaubhaft agieren. Der Film ist wirklich einfach langweilig und der Plot kommt schwer in die Gänge. Es gibt eigentlich keine wirklichen Highlights. Nur als in der einen Aussenaufnahme paar verweste Leichen zu sehen sind, kann ich da ansatzweise von kleineren «Highlights» sprechen. Ansonsten darf in Sachen Effekte, Gewalt, Action oder Sex nichts erwartet werden.

Für heutige Verhältnisse wirkt der Film auch angestaubt. Die Stars um Craig Hill (Anguish), Patty Shepard (Slugs), Teresa Gimpera (The Night of the Devils) oder Fernando Hilbeck (Flesh + Blood) haben zwar Genre-Erfahrungen, werden aber durch ein schwaches Drehbuch im Stich gelassen. Der Film spielt zu 95% im Bunker. Es kommt auch eine Katze namens Pussy (sehr originell) vor, die den Film leider nicht überlebt und gehäutet im Kühlschrank landet. Wenn die künstliche Intelligenz danach gefragt wird, so bekommen wir die Antwort, dass die Katze wirklich getötet wurde (was ich mir jedoch nicht vorstellen kann). Denn, wenn anders oder alternativ danach gefragt wird, heisst es bei der nächsten Antwort, das Effekte und/oder ein toter Hase für die «tote Katze» verwendet wurden. 

Fazit: Langweiliges Kammerspiel und daher nicht zu empfehlen!

Infos:

O: El Refugio del miedo

Spanien 1974

R: José Ulloa

D: Craig Hill, Patty Shepard, Teresa Gimpera, Fernando Hilbeck, Fernando Millet

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 05.03.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain Box) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, exklusive Interviews. Gibt es in Deutschland unter dem Titel Gefangene der Tiefe auf VHS.