Heroes
Shed no Tears
Story:
Chinesische Söldner (u.a.
Eddy Ko, Chin Yuet-Sang, Ka Lee, Lee Hye-Sook, Phillip Loffredo) nehmen einen
Drogen-General (Bruce Cheung Mong) fest und ihr Ziel ist es, diesen ausser Land
zu schaffen. Doch Vietnamesische Militärs (u.a. Lam Ching-Ying) und Verbündete
(u.a. Kim Ho-Kon) sagen den Chinesen den Kampf an…
Meine Meinung:
Mit John
Woos Heroes Shed no Tears kam ich als Screen Power VHS in Jugendfahren zum ersten
Mal in Berührung. «Dank» der Zensur in Deutschland war der Film (Blast Heroes
war der Titel der VHS) nebst den John Woo Klassikern A Better Tomorrow 1 + 2,
The Killer und Bullet in the Head oder Hard Boiled ein Begriff – auch wegen den Art of Horror
Schnittberichte Büchern und diversen Filmforen.
Heroes
Shed no Tears, eigentlich bereits 1983 gedreht und 1984 in Korea
veröffentlicht, wurde in Hong Kong zurückgehalten. Dies wusste ich bis vor
kurzem gar nicht. Erst durch John Woos Erfolg mit A Better Tomorrow griff
Golden Harvest den Film auf, ordnete Nachdrehs an und brachte Heroes Shed no
Tears verändert in die Kinos. Interessant ist, dass es die Ursprungsversion jedoch
in Südkorea auf VHS veröffentlicht wurde (als Sunset Warriors).
Mein
Review basiert auf dieser regulären HK-Fassung bzw. Langfassung. Den Original-Cut
werde ich mir aber auf die Wunschliste setzen. Heroes Shed no Tears ist auch in
der veränderten HK-Fassung, vor allem für John Woo Fans, interessant. John Woo
Elemente wie Freundschaft, Aufopferung, Slow-Motion Action-Szenen etc. sind
hier schon deutlich zu erkennen, wie auch Liebesgeschichten und einige
dramatische Sterbeszenen (Chin Yuet-Sang, Ka Lee, Lee Hye-Sook, Phillip
Loffredo).
Dazu kommt
ein Cast und Mix aus HK-Stars, koreanischen Darstellern und einigen westlichen
Namen (Phillip Loffredo, Cecile Le Bailly). Lee Hye-Sook sah man vereinzelt im
HK-Kino (The Bamboo House of Dolls, Enter the Fat Dragon). Sie spielt die Frau
an der Seite von Eddy Ko. Sehr gut gefallen hat mit Kim Ho-Kon. Und natürlich
Eddy Ko (The Postman Fights Back, Shaolin Drunkard, The Thundering Mantis) und
Lam Ching-Ying (Prince of the Sun, Encounters of the Spooky Kind, Slickers Vs
Killers). Mit einem solchen Cast konnte nichts schief gehen.
Einigen
Szene sieht man an, dass sie neu gedreht wurden und leicht deplatziert wirken.
So z.B. die verlängerte Sex-Szene mit dem Gweilo, Drogen-Konsum oder sehr alberne Szenen, die nichts Wirkliches zum Film beitragen (bzw. zum Plot). Ich
denke da z.B. an die Szene mit dem Stück Fleisch oder der Gamble-Szene (auch
wenn ich diese lustig fand). Man merkt, dass diese Szenen eher durch Golden Harvest
als durch John Woo entstanden sind. Der Rest des Filmes ist nämlich relativ
humorlos, brutal, dramatisch und düster.
Die Action
besteht aus Explosionen, Zeitlupen-Aufnahmen, vielen Shoot-Outs (noch nicht so
blutig wie in späteren Woo Filmen aber hier und da geht’s doch ordentlich zur
Sache), kurze Martial Arts Kloppereien. In Deutschland war der Film früher stark
zensiert (ca. zehn Minuten). Der Film ist dank der angenehmen Laufzeit von ca. 80 Minuten
actionreich, kurzweilig und nie langweilig. Nebst dem Cast und Action haben vor
allem das Setting (es wurde scheinbar in Thailand vor Ort gedreht) und der
Soundtack gefallen.
Fazit: Für
John Woo Fans uneingeschränkt zu empfehlen!
Infos:
O: Ying Hung Mo Lui
HK 1986
R: John Woo
D: Eddy Ko, Lam Ching-Ying, Chin
Yuet-Sang, Ka Lee, Lee Hye-Sook, Phillip Loffredo, Bruce Cheung Mong, Kim Ho-Kon,
Ma Ying-Chun, Cecile Le Bailly
Laufzeit der UK-DVD: 83:50
Min.
Neusichtung am: 27.08.21
Fassungen: Mir lag die UK-DVD
von HKL vor. Diese entspricht einer Langfassung, da diese eine längere
Sex-Szene enthält, welche in den regulären HK-Fassungen fehlt. Bild- und
Tonqualität sind hervorragend. Zum O-Ton gibt es englische Subs und einige
Extras runden die Disc ab. Wer den Film noch nicht hat, sollte die 88 Films
Blu-Ray aus England erwerben, da mehr Extras, u.a. Infos zu Woos
Originalversion Sunset Warriors. Wer Deutschen Ton braucht, muss zur DVD von
HDMV greifen (Nameless soll den Film früher oder später auch noch auf Blu-Ray
bringen). Interessant: nachdem John Woo
den Film fertig stellte wurde dieser zurückbehalten. Erst nach John Woos A
Better Tomorrow Erfolg kam der Film in die Kinos – mit vielen Nachdrehs. Joos
Ursprungsversion gibt es legal nur in Südkorea auf VHS (Sunset Warriors). Zudem
lag mir noch die UK-LD von Hong Kong Classics vor = von einem Ebay Verkäufer
(oder FB) dazumal gratis erhalten. Nachtrag 28.12.23: Für eine Neusichtung bzw. Erstsichtung der Originalversion von John Woo (Sunset Warriors) lag mir die deutsche Blu-Ray von Nameless Media vor = Sunset Warriors auf Blu-Ray, Heroes Shed no Tears auf Blu-Ray, Mediabook (limitiert), diverse Extras. Ich schaute den Film in Koreanisch und ohne Subs (da die Subs nicht der koreanischen Fassung entsprechen) und war bis auf eine Szene erstaunt, wie unglaublich gut die Bildqualität ausgefallen ist. Der Wahnsinn! So sah man den Film noch nie. Dank dem Schnittbericht auf Schnittberichte.com waren mir die Unterschiede der zwei Fassungen schon im Voraus bekannt. Mir hat die Sunset Warriors Version sehr gut gefallen. In der Tat sind einige Szenen logischer und erinnern mehr an Woo (Tod der Frau im Finale). Einige deplatziert wirkende Humoreinlagen sind in der Fassung nicht mehr zu sehen. Die wohl brutalste Tötung jedoch auch nicht. In Woos Originalfassung stirbt er jedoch alternativ, aber auch sehr amüsant (Einsatz von Puppe/Dummy). Und der längere Finalkampf zwischen Eddy Ko und Lam Ching-Ying macht auch mehr Spass. Für mich eine der besten Vös des letzten Jahres!