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Dienstag, 10. Februar 2026

Demon of Mount Oe

 

Demon of Mount Oe

Story:

Ein Dämon, der auf dem Berg Oe leben soll, versetzt die Gegend in Angst und Schrecken. Es wird erzählt, dass der Dämon seine Gestalt in monströse Gestalten ändern kann. Vor allem auf Frauen hat es der Dämon abgesehen. Ein Samurai (Shintarô Katsu), der sich zudem mit Banditen und mehreren Frauen «rumschlägt», nimmt sich der Herausforderung an…

Meine Meinung:

Nach der Sichtung von The Snow Woman freute ich mich, als Radiance Films eine 2. Daiei Gothic Box veröffentlichte und darin auch Tokuzo Tanakas Demon of Mount Oe zu finden war. Einen japanischen Film von Daiei, den es bis dato ausserhalb Japans nicht offiziell zu erwerben gab. Und der sah, was Bilder, Cover und Monster angehen, vielversprechend aus. Umso enttäuschter bin ich nun nach der Sichtung des Filmes über die Qualität und den Inhalt des Filmes.

Viele Internetseiten beschrieben den Plot um einen Dämon, der von einer Gruppe von Samurai bekämpft wird. Doch das und alle Monsterszenen machen nur ca. 5% des ganzen Filmes aus. Der Rest des Filmes ist langweilig, wirr, verworren, lahm und uninteressant. Der Film läuft dabei auch fast zwei Stunden statt die auf dem Cover angegebenen 83 Minuten. So wird aus einem kurzweiligen Film ein zweistündiger, kaum enden wollender Filmmarathon, der sich deutlich länger als zwei Stunden anfühlte. Die Optik weiss zu gefallen wie auch einige der Effekte (Ochse, Spinne). Aber das war es dann auch schon. Es geht zu 90% nicht wirklich um den "Dämon" sondern um andere Belanglosigkeiten.

Der Film ist sehr dialoglastig, es gibt Intrigen, Liebesgeschichten, uninteressante Figuren, lahme und uninteressante (unblutige) Schwertkampfszenen und vor allem Längen inklusive viele Flashbacks. Es geht primär nicht um eine Samurai-Gruppe, die den Kampf gegen den Dämon aufnimmt, wie der Plot in mehreren Quellen beschrieben wird. Schade. Auch die Darsteller reissen keine Bäume aus. Selbst Zatoichi Star Shintarō Katsu vermag den Film nicht aufzuwerten.

Fazit: Sehr langweiliger Film. Schade um die wenigen tollen Monster- und Make-Up Effekte.

Infos:

O: Ôeyama Shuten-dôji

Japan 1960

R: Tokuzo Tanaka

D: Kazuo Hasegawa, Raizô Ichikawa, Shintarô Katsu, Kojiro Hongo

Laufzeit der UK-Blu: 113:51 Min.

Gesehen am: 10.02.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films (Daiei Gothic Vol. 2) = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, erste offizielle Fassung ausserhalb Japans mit englischen Subs (zum O-Ton), zwei andere Filme und Booklet im Set enthalten. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026).

Dienstag, 18. November 2025

Samurai Wolf II Review

Samurai Wolf II

Story:

Kiba Okaminosuke (Isao Natsuyagi) wird beauftragt, einen Gefangenentransport zu begleiten und zu schützen. Diverse Parteien greifen diesen an. Zudem hat es ein Samurai-Meister auf Kiba abgesehen und will diesen zu einem Duell herausfordern. Als den Gangstern jedoch die Flucht gelingt und sich Kiba verliebt aber später in Gefangenschaft gerät, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Als ich nach der Sichtung von Samurai Wolf, der mir sehr gut gefiel, mit dem Kumpel über die Filme sprach, liess er mich schon wissen (mein Kumpel), dass die Fortsetzung schwächer sei. So habe ich meine Erwartungen angepasst und das war auch gut so. Hideo Gosha, der auf den Regiestuhl zurückkehrte, lässt erneut Isao Natsuyagi (Female Prisoner Scorpion: #701, Virus, Battles Without Honor and Humanity: Police Tactics) als «einsamen Wolf» Kiba ein Abenteuer starten.

In welcher Hinsicht enttäuschte der Film? Allgemein empfand ich den Plot als zu wenig interessant, zu wenig fesselnd und für die Laufzeit von 72 Minuten zu überladen. Zu viele Sub-Plots. Desweitern haben mir mit Ausnahme von Isao Natsuyagi als Titelheld Kiba sämtliche anderen Figuren nur wenig gefallen. Keine Sympathieträger. Niemand, der Charisma und Klasse hat. Was die Duelle, die (blutigen) Schwertkampfszenen und die Optik angeht, ist der Film nach wie vor z.T. ein Traum. Dazu Musik (z.B. zu Beginn), der aus einem Italo-Western stammen könnte.

Das Hauptproblem des Filmes und warum der Film bei weitem nicht an den Vorgänger heranreicht ist folgender: Kiba wird gefangengenommen und gerät dann bis zum Finale in den Hintergrund und kann aktiv nicht mitmischen. Und das fand ich persönlich negativ und störend. Selbst im Finale ist er nicht beeinträchtigt, da z.T. noch immer gefesselt. Zuvor sorgen andere Figuren für die Entwicklung des Plots. Die Love-Story konnte mich zudem, im Gegensatz zum ersten Film, auch nicht überzeugen. So gesehen eine mittelprächtige Fortsetzung, die man eigentlich auch getrost links liegen lassen kann. Mich überrascht es daher nicht, dass Eureka beide Filme in einem Set veröffentlicht hat.

Infos:

O: Kiba okaminosuke jigoku giri

Japan 1966

R: Hideo Gosha

D: Isao Natsuyagi, Chiyo Aoi, Rumito Fuji, Yûko Kusunoki

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 72 Min.

Gesehen am: Mitte Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Eureka vor = zusammen mit dem Vorgänger, einem Booklet, Wendecover und Schuber in einem Set erhältlich. Uncut, O-Ton, englische Subs, Extras. Die Bildqualität war sehr gut, auch wenn mir das Bild jedoch deutlich zu dunkel schien. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Zatoichi and the Chest of Gold Review

 


Zatoichi and the Chest of Gold

Story:

Zatoichi (Shintarô Katsu) zollt einem Samurai, den er einst tötete, Respekt. Dessen Schwester (Mikiko Tsubouchi) will sich an Zatoichi rächen. Dieser verweilt in dem Dorf und sucht nach einer gestohlenen Ladung Gold, um dem einfachen Volk zu helfen, welches von korrupten Offizieren tyrannisiert wird. Mit seinem Verhalten zieht sich Zatoichi den Zorn des Samurai Jushiro (Tomisaburō Wakayama) auf sich…

Meine Meinung:

Zatoichi and the Chest of Gold ist der sechste Teil der langlebigen Zatoichi-Reihe. Eine Filmreihe, die es nebst den James Bond oder Godzilla Filmen auf etliche Fortsetzungen brachte und sicherlich zu den längsten Filmreihen überhaupt gehört. Zudem folgte eine TV-Serie. Ich habe mit Ausnahme der Takeshi Kitano Version aus dem Jahr 2003 alle Teile bisher nur jeweils einmal gesehen.

Zu Ehren von Regisseur Kazuo Ikehiro kam es nun zu einer Neusichtung. Kazuo Ikehiro verstarb Mitte dieses Monats. Zatoichi and the Chest of Gold war sein Einstieg in die Zatoichi-Reihe. Er sollte später weitere Filme zur Reihe beitragen (Zatoichi’s Flashing Sword, Zatoichi’s Pilgrimage). Abgesehen von diesen drei Filmen kenne ich keine weiteren Filme von Kazuo Ikehiro, der vor allem Samuraifilme gedreht hat. Ich finde 2-3 Titel, die sich interessant anhören = The Daring Nun, Slaughter in the Snow (soll der 3. Teil einer eigenen Trilogie sein) = Wunschliste. 

Da ich die anderen Filme nur einmal sah und deren Sichtungen extrem lange her sind, kann ich mit den anderen Filmen nicht vergleichen. Und vielleicht ist das auch besser so. Die Filme sind, was ich noch weiss, immer relativ ähnlich aufgebaut (wie James Bond Filme). Soll heissen mehr Action, mehr Kämpfe und mehr blutige Samurai-Action wären immer wünschenswert gewesen, aber die Filme waren nie sonderlich Action lastig oder blutig. Im Gegenteil. Die Filme haben oft ruhige Plots mit vielen Dialogen. Der Plot von Zatoichi and the Chest of Gold ist solide, aber nichts Besonderes. Der Film punktet jedoch in Sachen Optik.

Visuell fügt Kazuo Ikehiro dem Werk viele tolle Sequenzen zu, die optisch sehenswert geworden sind. Egal ob Flashback in Zeitlupe, brennende Laternen, die die Dunkle Nacht durchbrechen oder das Intro in den Film, in welchem Zatoichi vor schwarzem Hintergrund seine Feinde besiegt (hatte fast was von einem Old School Kung Fu Intro). Shintarô Katsu (Saga of the Phoenix, The Whale God, Hanzo the Razor: Sword of Justice) agiert einmal mehr eindrücklich als blinder Kämpfer. Dass mit Tomisaburō Wakayama (Ling Fung - Das glorreiche Schwert) der Star aus der Okami-Reihe hier als Bösewicht und Endgegner von Shintarô Katsu zu sehen ist (und das fiel mir bei der Erstsichtung nicht Mal auf), war stark (schon dessen Gamble-Duell vor dem Finale war amüsant und sehenswert).

Fazit: Für Zatoichi Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Zatoichi 7: Zatoichi's Flashing Sword

Infos:

O: Zatôichi senryô-kubi

Japan 1964

R: Kazuo Ikehiro

D: Shintarô Katsu, Mikiko Tsubouchi, Tomisaburō Wakayama, Shōgo Shimada, Machiko Hasegawa

Laufzeit der US-Blu-Ray: 82:27 Min.

Gesehen am: Feb. 2014 / Neusichtung am: 21.10.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von The Criterion Collection (Zatoichi Box Set) = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Es gibt diverse exklusive Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2025).

Mittwoch, 7. Mai 2025

Eight Men to Kill

Eight Men to Kill

Story:

Geheimagent Shikoro Ichibei (Tomisaburô Wakayama) wird beauftragt, eine gestohlene Ladung Gold zu finden…

Meine Meinung:

Eight Men to Kill ist nach Ling Fung - Das glorreiche Schwert und The Fort of Death der dritte und letzte Teil der japanischen «The Bounty Hunter Trilogy» mit Superstar Tomisaburô Wakayama (Samurai Reincarnation, New Battles Without Honor and Humanity 1, Okami - Das Schwert der Rache) in der Hauptrolle. Im Gegensatz zum Vorgänger führte wieder The Street Fighter Regisseur Shigehiro Ozawa (Sister Street Fighter: Fifth Level Fist) Regie. Das zahlte sich aus. Der Film ist dem lahmen Vorgänger überlegen.

Nach dem zweiten Teil hatte ich schon leichte Bedenken und Befürchtungen, dass sich auch die nächste Fortsetzung als «Miss» darstellen würde. Zum Glück war das nicht der Fall. Der Plot ist sehr simpel und im Grossen und Ganzen ist der Film unterhaltsam. Etwas, was ich sehr mochte, waren die vielen Italo-Western Vibes. Die waren ziemlich cool. Zudem macht Tomisaburô Wakayama als Antiheld, wie schon in den Vorgängern, eine starke Figur. Sehr überzeugend. Sowohl in den Action-Momenten, wie auch schauspielerisch.

Auch der restliche Cast ist gelungen. Die Action-Szenen bestehen aus wenigen Shoot-Outs (relativ unblutig und nicht wirklich effektiv) und wenigen Schwertkampfszenen. Diese sind sehr blutig geraten. Das gefiel mir auch. Der Film wartet zudem mit einem Schuss Sex, nackter Haut und Sleaze auf. Es gibt eine Kampfszene, die fast eine nackte Frau beinhaltet. Das erinnerte an Filme wie Ninja: The Final Duel und Co. und machte die Szene definitiv sehenswerter. Etwas, was leicht enttäuschend war, war das Finale. Das war, bis vielleicht auf die Szene mit dem Jungen, doch etwas schwach und unspektakulär.

Fazit: Sehenswerter Abschluss der Bounty Hunter Reihe!

Infos:

O: Shokin kubi: Isshun hachi-nin giri

Japan 1972

R: Shigehiro Ozawa

D: Tomisaburô Wakayama, Sayoko Katô, Minoru Ôki, Shigeru Amachi, Maki Kawamura, Tatsuo Endô, Toshihaki Minami, Kenji Imai

Laufzeit der UK-Blu: 88:02 Min.

Gesehen am: 16.02.25

Fassungen: Gesehen via The Bounty Hunter Trilogy (UK-Blu-Ray von Radiance Films) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Montag, 13. Januar 2025

Samurai Wolf

Japanuary 2025

Samurai Wolf

Story:

Ronin Kiba, «der eiserne Wolf» (Isao Natsuyagi), erreicht ein Dorf. In dessen bittet ihn die blinde Lady Chise (Junko Miyazono) um Hilfe. Gangster (u.a. Tatsuo Endô) bedrohen den Ort und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Kiba willigt ein. Das setzt die Bösewichte, die gegen Kiba keine Chance haben, unter Druck. In dem Killer Sanai (Ryôhei Uchida) werden sie fündig. Er soll Kiba töten…

Meine Meinung:

Der Trailer zu Samurai Wolf, einem japanischen Samurai- und Schwarzweissfilm aus dem Jahr 1966, sagte mir zu. Ich fand den Trailer und dessen Inhalt vielversprechend. Daher tätigte ich einen Blindkauf. Und dieser hat sich gelohnt. Der Film, der sehr ans Italo-Western Genre erinnert, kann ich Samurai-Fans bedenkenlos empfehlen. Den Film von Regisseur Hideo Gosha macht Lust auf mehr soll heissen, sich mehr mit Hideo Gosha zu befassen. Ich kenne tatsächlich keinen einzigen anderen Film von ihm…

Hinter Samurai Wolf stand kein grosses Filmstudio. Die Optik und Bilder, vor allem in Kombination mit dem Schwarzweiss-Verfahren, geben dem Film optisch eine stimmungsvolle, zuweilen sehr innovative und kreative Note. Einige der Schwertkampfszenen sind zudem fast tonlos und in Slow-Mo inszeniert. Extrem schick. Das deutete bereits der Trailer an und die Optik, wie auch die blutigen Schwertkampfszenen, haben mir sehr gefallen. Auch die Musik, die ebenso ans Italo-Western Genre erinnert.

Auch der Plot um einen Fremden, der in ein Dorf kommt, und dort zwischen die Fronten diverser Parteien gerät, ist zwar nicht sonderlich neu oder originell, aber es erfüllt seinen Zweck. Manchmal will ich gar nicht mehr, als so was. Wie z.B. im Eastern das klassische Schüler Meister Rache Setting. Perfekt. Es muss nicht immer was Neues sein?! Samurai Wolf wartet inhaltlich dennoch auch mit einigen Überraschungen auf, die aber etwas vorhersehbar sind. Dennoch gefallen sämtliche Figuren, egal auf welcher Seite sie stehen und die Dramatik funktioniert hier bestens und nervt nicht.

Fazit: Must See Titel für Samurai-Fans. Sehr gespannt auf die Fortsetzung…

Gefolgt von: Samurai Wolf II

Infos:

O: Kiba okaminosuke

Japan 1966

R: Hideo Gosha

D: Isao Natsuyagi, Junko Miyazono, Tatsuo Endô, Ryôhei Uchida

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 74 Min.

Gesehen am: Januar 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray (Double Feature mit dem 2. Teil) von Eureka vor = Schuber, Wendecover, Booklet, Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Freitag, 10. Januar 2025

The Fort of Death

Japanuary 2025

The Fort of Death

Story:

Bauern und Bewohner des Enoki Dorfes planen, eine Festung zu bauen, um sich schützen zu können. Der Aggressor ist der Lord, der Geld braucht, um sein Schloss umzubauen und erhöht die Steuern massiv. Jene, die nicht zahlen können, werden abgeschlachtet. Da gelingt es einem Dorfbewohner, Kopfgeldjäger Ichibei Shikoro (Tomisaburô Wakayama) zu finden. Dieser nimmt an, die Dorfbewohner vor dem Lord und seiner Leute zu schützen…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg des ersten Teiles (Ling Fung - Das glorreiche Schwert) folgte mit The Fort of Death der zweite Teil der «Bounty Hunter» Trilogie mit Tomisaburô Wakayama (Okami – Das Schwert der Rache), der übrigens auch den Titelsong sang. Leider hat mich die Fortsetzung von Regisseur Eiichi Kudo enttäuscht, dessen 13 Assassins wohl sein erfolgreichster Film war der von Takashi Miike eine ein Remake erfuhr.

The Fort of Death erinnert inhaltlich an den lahmen und überbewerteten Seven Samurai. Ich weiss, dass der Film als Klassiker gilt. Aber ich wurde mit dem Film nicht warm. Und daher empfand ich den Plot in The Fort of Death als langweilig. Es passiert wenig und es gibt praktisch keine Highlights. Es dauert fast bis in die 34. Minute, bis wir die erste Action-Szene zu sehen bekommen. Das Problem ist, dass es vor allem Massenszenen sind. Und keine Duelle Mann gegen Mann.

Die Massenszenen waren unspektakulär und lahm. Die Waffe von Ichibei Shikoro, einer Waffe à la Django, sorgt zwar für einen hohen Bodycount, auf der anderen Seite fallen da mehrheitlich die Gegner einfach ohne sichtbare Treffer, sprich billig, nicht effektiv und unblutig, um. Da hätte ich mir lieber blutige Samurai-Kampfszenen gewünscht. Zwischendurch folgt Mal immer wieder etwas Plot oder Komik (Ichibei Shikoro der den Penis eines Pateinten untersucht oder sich gegen «läufige» Frauen zur Wehr setzen muss). Das einzige Action-Highlight ist jenes, in welchem Ichibei Shikoro nachts im Wald gegen einzelne Attentäter kämpft. Und da wurde auch mit blutigen Details nicht gespart.

Fazit: Tomisaburô Wakayama ist toll anzusehen. Leider wird der Film durch ein lahmes Drehbuch und zu wenig effektive Actionszenen im Stich gelassen. Ich hoffe, dass der 3. Teil besser werden wird!

Gefolgt von: Bounty Hunter 3: Eight Men to Kill

Infos:

O: Gonin no shokin kasegi

Japan 1969

R: Eiichi Kudo

D: Tomisaburô Wakayama, Kanjuro Arashi, Seizo Fukumoto, Goro Ibuki, Eizo Kitamura, Asao Koike

Laufzeit der UK-Blu: 97:39 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die "The Bounty Hunter Trilogy" Box von Radiance Films vor. Alle drei Teile in einer Box. Wendecover, Booklet, in Japanisch mit Englischen Subs, Uncut, gute aber mir zu dunkle Bild- und Tonqualität. Im Gegensatz zum Vorgänger ist The Fort of Death nicht in Deutschland veröffentlicht worden.

Mittwoch, 8. Januar 2025

The Ghost of Yotsuya

 

Japanuary 2025

The Ghost of Yotsuya

Story:

Oiwa (Yasuko Nakada) erlebte eine Fehlgeburt. Die Ehe zu Samurai und Ehemann Iemon (Kazuo Hasegawa) ist danach trist und gefühlslos. Oume (Yôko Uraji), die schon länger ein Auge auf Iemon geworfen hat, sieht sich bestätigt, als sie von Iemon von einer Horde betrunkener Männer gerettet wird. Um den Weg für Oume frei zu machen, wird Oiwa von Vertrauten von Iemon, ohne dessen Wissen, vergiftet. Nach dessen Tod erscheint sie als Geist, um Rache zu üben…

Meine Meinung:

Yotsuya Kaidan ist eine in Japan extrem bekannte, populäre und weit verbreitete Ghost-Story. Egal ob in Filmen, Serien, Animes oder Mangas, fast jeder kennt dort die Geschichten von Oiwa und Iemon. Vergleichbar mir der Wong Fei-Hung Legenden, welche wohl jeder Chinese kennen dürfte. So stelle ich mir den Bekanntheitsgrad vor. Allein im Jahr 1959 wurden mehrere Filme mit dem Titel The Ghost of Yotsuya gedreht. Zum einen der hier besprochene Film von Regisseur Kenji Misumi (Hanzo the Razor: Sword of Justice) oder die Shintoho Film-Produktion von Nobuo Nakagawa (Jigoku).

Es geht um Oiwa, die meist durch den Ehemann oder im Auftrag des Ehemannes (Iemon) vergiftet wird und danach als Geist Rache nimmt. Eigentlich sehr simpel. In dieser Version von Kenji Misumi ist der Haupttäter nicht Iemon. Das ist vielleicht die einzige Neuerung, welche er der ansonsten bekannten Story hinzufügt. Ich sah bisher zwei Filme mit dem Thema: Crest of Betrayal von Kinji Fukasaku (der integrierte dazu noch den 47 Rōnin-Plot) und Takashi Miikes Over Your Dead Body (wobei ich hier noch nie den Director's Cut sah). The Ghost of Yotsuya ist in der neuen Daiei Gothic: Japanese Ghost Stories Box von Radiance Films enthalten.

Um ehrlich zu sein, finde ich die Story relativ lahm und unspektakulär. Haute mich nicht vom Hocker. Ähnlich nehme ich die Nosferatu Storyline wahr. Die kennt man. Lahm und unspektakulär. Beim Schauen von The Ghost of Yotsuya fühlte ich mich sofort an Crest of Betrayal erinnert. Man wartet dann einfach ab, bis im Finale die Ghost-Szenen in Erscheinung treten. Diese sind solide, stimmungsvoll und schön gefilmt. Die Samurai-Schwertkampfszenen hingegen waren unspektakulär. Da sieht man dem Film sein Alter einfach negativ an. Abgesehen davon passiert nicht wirklich viel Interessantes.

Es wäre anders, wenn ich mit den Figuren, mit Oiwa und Iemon, mitgefühlt und mit gefiebert hätte. Doch das war beides nicht der Fall. Beider Hauptfiguren fand ich nicht wirklich sympathisch, so dass das gezeigte wenig gefesselt hat. Ihr Schicksal war mir gleichgültig. Das ist natürlich schade, wenn dem Zuschauer die Hauptfiguren nicht am Herz liegen. Dann können auch keine Emotion und keine wirkliche Dramatik, die der Zuschauer fühlt, auf die Figuren oder umgekehrt übertragen werden. Und der historisch zwar realistische Einsatz von "Ohaguro" (Zähne der Frauen werden schwarz gefärbt) war zwar passend und authentisch, aber jedes Mal, wenn Oiwa den Mund öffnete, sah das einfach wenig einladend aus. Sie sah dadurch ungepflegt aus, was sie nochmals unsympathischer machte. 

Fazit: Ich hoffe, dass die anderen zwei Filme in der Box mehr bieten werden…

Infos:

O: Yotsuya kaidan

Japan 1959

R: Kenji Misumi

D: Kazuo Hasegawa, Yasuko Nakada, Yôko Uraji

Laufzeit der UK-Blu: 83:29 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray Box «Daiei Gothic - Japanese Ghost Stories» von Radiance Films vor = drei Filme plus Booklet in einer Box mit Schuber und Wendecover. Zu The Ghost of Yotsuya = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Jap-. O-Ton, denglische Subs, exklusive Extras (u.a. zur legendären Ghost-Story um Oiwa).  Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 6. Januar 2025

When the Last Sword Is Drawn

Japanuary 2025

When the Last Sword Is Drawn

Story:

Kanichiro Yoshimura (Kiichi Nakai) ist ein Samurai. Er verdient jedoch zu wenig, um seine Familie, die er liebt, unterstützen zu können. Um dies zu ändern, tut er sich mit einem berüchtigten Clan zusammen. Sein Ziel ist es, so viel Geld wie möglich zu verdienen, um damit seine Familie unterstützen zu können…

Meine Meinung:

Der Regisseur von Ashura, Yojiro Takita, der seine Karriere im Erotikfilm begann (mit Titeln wie The Serial Rape Murderer, High Noon Ripper, Molester’s School Infirmary, The Bondage, Pink Physical Examination oder Molester Train: Seiko’s Ass), gewann mit seinem 2002er Samurai-Film When the Last Sword Is Drawn an den Japanese Academy Awards mehrere Preise. Ich hörte zuvor noch nie von diesem Film, den ich geliehen bekam.

Ich habe mich gut vorbereitet und ging daher ohne falsche Erwartungen an den Film (viel Plot, viel Dramatik, viel Story, wenig Action). Leider hat mir When the Last Sword Is Drawn nicht gefallen. Die schwächste Phase hat der Film in den letzten 20-40 Minuten. Erstmals muss ich aber auch sagen, dass die von mir gesehene DVD keine wirklich gute Qualität mehr bietet, wenn man mit anderen neuen Filmen oder Restaurationen vergleicht. Die Optik wirkt z.T. billig. Die Laufzeit war zu lang. Es gab zu wenig Action. Geschichtlich waren der Film und die Samurai-Rituale zwar interessant, aber das alleine macht einen Film noch nicht gut.

Die Musik empfand ich teilweise als unpassend und gefiel mir persönlich nicht. Auch das Schauspiel vermochte mich nicht immer zu überzeugen. Kiichi Nakai (Princess from the Moon), der die Hauptrolle als Samurai Yoshimura mimt, gefiel mir nur in den wenigen Action-Szenen. Ansonsten fand ich sein Schauspiel schwach. Da nicht viel gekämpft wird, hat er mich halt auch mehrheitlich nicht überzeugt. Am schlimmsten waren die übertrieben dargestellt melodramatischen Szenen, die gegen Ende immer ätzender und zahlenmässig stark zunehmen. Schade, dass war trotz schöner Bilder und Kameraeinstellungen nichts für mich…

Fazit: Lieber ältere Samurai-Streifen schauen!

Infos:

O: Mibu gishi den

Japan 2003

R: Yôjirô Takita

D: Kiichi Nakai, Kôichi Satô, Yui Natsukawa, Takehiro Murata, Miki Nakatani, Yuji Miyake

Laufzeit der US-DVD: Ca. 137 Min.

Gesehen am: 08.11.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von genius entertainment = Uncut, O-Ton, englische Subs durchschnittliche Bild- und Tonqualität (einige Videos auf YouTube sind massiv besser als diese DVD in Sachen Bildqualität). Gibt es in Deutschland inzwischen unter dem Titel The Last Sword - Die Wölfe von Mibu auf Blu-Ray (Deutsch/Japanisch mit deutschen Subs).

Donnerstag, 2. Januar 2025

Haunted Samurai

Japanuary 2025

Haunted Samurai

Story:

Rokuheita (Hideki Takahashi) ist ein Samurai des Yagyu Ninja Clan. Als er einen Auftrag nicht ausführt und sein Opfer leben lässt, setzt er sich selbst auf die Todesliste. Er findet Zuflucht an einem abgelegenen Ort. Dort herrschen eigene Probleme, doch seine Vergangenheit holt ihn bald wieder ein…

Meine Meinung:

Haunted Samurai war bis vor kurzem ein ausserhalb Japans unbekannter Samurai-Film. Nur dank dem US-Shop DiabolikDVD gibt es den Film inzwischen auf Blu-Ray. Dies ausserhalb Japans und mit englischen Untertiteln. Der US-Shop DiabolikDVD hat nämlich ein Label geründet und Haunted Samurai, eine japanische Produktion aus dem Jahr 1970 von Nikkatsu, war deren erste Veröffentlichung. Regie führte Keiichi Ozawa (Outlaw: Gangster VIP 2, Outlaw: Black Dagger, Outlaw: Goro the Assassin) und der Inhalt basiert auf einem Comic (?) von Goseki Kojima, dessen Arbeiten auch Ursprung für die legendäre Lone Wolf and Cub Reihe war. Jedoch sollte Haunted Samurai nicht zwingend mit dem grossen «Vorbild» vergleichen werden.

Mir hat der Film besser gefallen als erwartet. Da gilt auch für die Optik, die Bildsprache, die Choreographie der Kampfszenen, die Darbietung der Darsteller und den Plot. Der Plot hat mich inhaltlich halt trotzdem ganz leicht an die Lone Wolf and Cub-Filme erinnert, auch wenn dessen Blutgehalt nicht erreicht wird (was nicht heissen soll, dass Haunted Samurai unblutig inszeniert ist). Und ich fühlte mich an einige der Zatoichi-Fortsetzungen erinnert. So gelangt Rokuheita, unser Held, auch auf Abwege, taucht in einem kleinen Dorf unter und hilft den örtlichen Personen bei Angelegenheiten, doch seine Vergangenheit holt ihn ein.

Die Bilder sind wunderschön und stimmungsvoll (Krähen). Die Kampfszenen ein Genuss und die Effekte können sich ebenfalls sehen lassen (abgetrennte Körperteile, Blut-Fontänen). Der Film ist auch toll gespielt, auch wenn ich die Darsteller namentlich und vom Aussehen her nicht kenne. Für mich ist kein bekannter Name dabei, auf den ersten Blick. Hideki Takahashi (Fighting Elegy) ist als Lead jedoch stark. Gewissenhaft, mit Moral und in Sachen Schwertkampftechnik fast nicht zu bezwingen, wie bald mehrere Feinde feststellen müssen. Die Kampf- und Gewaltszenen sind wohl dosiert und kommen nur sporadisch zum Einsatz. Dessen sollten sich Fans bewusst sein.

Fazit: Für Samurai-Fans zu empfehlen

Infos:

O: Kaze no tengu

Japan 1970

R: Keiichi Ozawa

D: Hideki Takahashi, Masako Izumi, Isao Natsuyagi, Seiichirō Kameishi, Shōki Fukae, Yuji Odaka, Eiji Gō

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Januar 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von DiabolikDVD vor = Schuber, Trailer, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Scheinbar die bisher erste Fassung, die ausserhalb Japans und mit englischen Subs erschienen ist. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sonntag, 7. Januar 2024

Lone Wolf & Cub Teil 6 - Blutiger Schnee

Japanuary 2024

Lone Wolf & Cub Teil 6 - Blutiger Schnee

Story:

Itto Ogami (Tomisaburô Wakayama) und sein Sohn (Akihiro Tomikawa) sind noch immer auf ihrem Rachegeldzug. Yagyū Retsudō (Minoru Ōki) schickt nun seine Tochter Karoi (Junko Hitomi), seinen unehelichen Sohn Hyoei um den Tsuchigumo -Clan, die auch der schwarzen Magie mächtig sind, in den Kampf gegen Itto Ogami…

Meine Meinung:

Als ich die Reihe dazumal zum ersten Mal sah, war ich aufgrund des offenen Endes des sechsten und letzten Teiles der Lone Wolf & Cub Reihe enttäuscht. Dies finde ich auch jetzt noch schade, aber es war weniger enttäuschend. Alles in allem ist die Lone Wolf & Cub Reihe (Okami - Das Schwert der Rache, Lone Wolf & Cub Teil 2 - Am Totenfluss, Lone Wolf & Cub Teil 3 - Der Wind des Todes, Lone Wolf & Cub Teil 4 - Die tätowierte Killerin, Lone Wolf & Cub Teil 5 - Der weisse Pfad der Hölle, Lone Wolf & Cub Teil 6 - Blutiger Schnee) eine der besten Samurai-Reihen aus Japan. Und das ist nicht übertrieben.

Lone Wolf & Cub Teil 6 - Blutiger Schnee geht es länger ruhig an. Der Plot wird konsequent weiterverfolgt und diesmal schickt Yagyū Retsudō noch seine leiblichen Kinder in den Kampf gegen Itto Ogami. Tomisaburô Wakayama und Akihiro Tomikawa spielen erneut sehr stark. Aber ich mochte auch Minoru Ōki (Yakuza Law) als Bösewicht und die Tatsache, dass er hier mehr Screentime bekommt als in den Vorgängern. Und speziell Freude hatte ich an seiner Filmtochter, gespielt von Junko Hitomi. Gerade ihre Trainingsszenen oder das Duell gegen Itto sind der Wahnsinn.

Die ruhige Kameraarbeit und die wunderschönen Bilder sind erneut ein Genuss. Wie vor einer Actionszene/vor einem Duell Spannung generiert wird, ist der der Wahnsinn. Tolle Musik, tolle Bilder. Der Film hat mit Ausnahme des Finales eher wenig Action zu bieten und ist ruhig. Die Actionszenen und Duell sind sehenswert und blutig. Das Highlight ist selbstverständlich das lange, blutige Finale im Schnee, wo es zu eindrücklichen und spektakulären Actionszenen kommt.

Fazit: Sehenswert! Eine der besten Film-Reihen aus Japan!

Infos:

O: Kozure Ôkami: Jigoku e ikuzo! Daigoro

Japan 1974

R: Yoshiyuki Kuroda

D: Tomisaburô Wakayama, Akihiro Tomikawa, Minoru Ōki, Junko Hitomi,

Laufzeit der deutschen DVD: 83:24 Min.

Gesehen am: Sept. 2006 / Neusichtung am: Jan. 2024

Fassungen: Siehe Okami - Das Schwert der Rache!

Dienstag, 2. Januar 2024

Die blinde schwertschwingende Frau

Japanuary 2024

Die blinde schwertschwingende Frau

Story:

Die blinde Oichi (Yôko Matsuyama), welche als Kind von ihrer Mutter verstossen wurde, wird von einem Ronin gefunden und im Kampf ausgebildet. Nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat zieht sie umher, um den Armen zu helfen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Ihr Hauptziel ist aber Rache an Denzo (Satoshi Amatsu)…

Meine Meinung (Uncut DDR-Kinofassung):

Die blinde schwertschwingende Frau hat mir leider nicht sonderlich gut gefallen und der Film wird nicht in die Sammlung aufgenommen. Es gibt etliche Filme, die von Kämpfern mit Handicap handeln. Kämpfer denen ein Arm fehlt (The Crippled Masters, Two Crippled Heroes, Wu Xia, The One-Armed Swordsman, One Armed Against Nine Killers), Kämpfer denen Beine fehlen (Crippled Avengers), Kämpfer, die kognitiv beschränkt sind (Six Kung Fu Heros, Vier Schlitzaugen rechnen ab) und eben Kämpfer oder Kämpferinnen, die blind sind (Blind Warrior, The Warrior II, The Sword of Swords, A Sword Renounced, Master of the Flying Guillotine). Die blinde schwertschwingende Frau erinnert dabei vor allem an die Zatoichi Klassiker mit Shintaro Katsu.

Der Film, der es auf mehrere Fortsetzungen brachte, gefiel mir aufgrund der Tatsache nicht, dass zu wenig Schwertkämpfe gab. Der Film war mir viel zu dramatisch. Es gab, trotz der kurzen Laufzeit, Längen. Zudem war der Plot mit den ewigen Sub-Plots und Flashbacks sehr verworren, um unterhaltsam zu sein. Ich empfand den Plot als mühsam. Zudem mochte ich die meisten Figuren nicht d.h. sie haben mich weder überzeugt noch angesprochen. Das gilt für Oichi wie auch ihren Ausbildner/Ronin oder den alten Mann, den sie zu Beginn rettet. Nur Denzo, der Bösewicht, der aber sehr spärlich auftaucht, ist die positive Ausnahme.

Was mir teilweise bei Oichi nicht gefiel verdanke ich aber auch der Version, welche ich gesehen habe. Ich guckte mir die Uncut DDR-Kinofassung an und in dieser Form hat Oichi eine sehr weiche, softe Stimme. Das passt nicht zu ihr. Ich habe später die 2. Filmfassung (Originalfassung, die auch auf Japanisch vorliegt) getestet und in der Form sind a) die Dialoge anders und b) wirkt Oichi viel selbstbewusster und tougher - was der Darstellung mehr gerecht wird. Ein anderes Detail war die Bildqualität: Oichis Gesicht ist total in weiss geschminkt, was in der DDR-Kinofassung durch die Bildqualität als «Effekt» verstärkt wird.

Ich weiss, dass in Asien weisse Hautfarbe als Statussymbol gilt und deshalb viele Asiatinnen mit Sonnenschirm rumlaufen. Aber das weiss war sehr stak und so penetrant, dass es mich total irritierte. Was mich noch mehr Irritierte war Folgendes: Als ich Oichi zum ersten Mal mit dem Gesicht sah, kam mir sofort Franks tote Frau (in Sado - Stoss das Tor zur Hölle) in den Sinn, wie sie, mit total weissem Make-Up-Gesicht, «leichenblass» und tot im Bett liegt, während Frank sexuellen Vorlieben nachgeht. Den Vergleich und die Bilder bekam ich nicht mehr aus dem Kopf. Dafür kann per se der Film nichts, aber mich störte das weisse Gesicht von Oichi.

Abgesehen davon bietet der Film einige schöne Aufnahmen und Kameraeinstellungen, blutige Schwertkampf-Action (allerdings nur sehr wenige und z.T. viel zu kurze Duelle), einen soliden Bösewicht und eine unterhaltssame Gamble-Szene. Hätte der Film eine gradlinigere Story und mehr Action und weniger Längen/Drama gehabt, hätte ein echter Leckerbissen bei rauskommen können. Aber so kommt mir Die blinde schwertschwingende Frau leider nicht in die Sammlung…

Gefolgt von: Trapped, the Crimson Bat

Infos:

O: Mekura no Oichi monogatari: Makkana nagaradori

Japan 1969

R: Sadatsugu Matsuda

D: Yôko Matsuyama, Satoshi Amatsu,

Laufzeit der deutschen DVD: 84:37 Min.

Gesehen am: Japanuary 2024

Fassungen: Mir lag die deutsche Doppel-DVD von Filmjuwelen / AL!VE vor = zwei Fassungen an Bord = DDR-Kinofassung/Uncut und die Originalfassung (Auch Uncut). Die Bildqualität der Originalfassung war etwas besser, zumal nur in dieser Fassung auch der O-Ton Japanisch mit Subs vorliegt. Die DDR-Kinofassung/Uncut ist nur in Deutsch und zumindest die Stimme von Oichi kommt im O-Ton klar besser. Wer den Film jedoch früher in Deutsch guckte, wird am Set Freude haben, da beide deutschen Synchros vorhanden. Gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Sonntag, 25. Juni 2023

Lone Wolf & Cub Teil 5 – Der weisse Pfad der Hölle

Lone Wolf & Cub Teil 5 – Der weisse Pfad der Hölle

Story:

 

Ittô Ogami (Tomisaburô Wakayama) und Sohn (Akihiro Tomikawa) beschreiten weiterhin "den Pfad der Hölle" und nehmen einen Auftrag an: Sie sollen die Prinzessin des Kuroda-Clans töten, welche dem Volk als Junge "verkauft" wird. Auch die Eltern sollen sterben…

 

Meine Meinung:

 

Der vorletzte Teil der sechsteiligen Comic-Verfilmung ist, zumindest nach der 2. Sichtung, in meinen Augen der bisher schwächste Teil der Reihe. Für sich gesehen ist der Film noch immer sehr gut, aber er kommt definitiv nicht an die Klasse und Qualität der Vorgänger (Okami – Das Schwert der Rache, Lone Wolf & Cub Teil 2 – Am Totenfluss, Lone Wolf & Cub Teil 3 – Der Wind des Todes, Lone Wolf & Cub Teil 4 - Die tätowierte Killerin) ran.  

 

Der Grundplot ist schnell erzählt, wobei die kleineren Duelle, die Ittô Ogami im ¼ des Filmes beschreiten muss, um an Infos und sein Salär zu kommen, wenig spektakulär geraten sind. Allgemein habe ich im ganzen Film spannende 1:1 Duelle vermisst. Dazu kommt, dass der Film im Mittelteil zäh und lahm geworden ist. Die Szenen z.B. mit der Taschendiebin oder dem Auspeitschen von Ittôs Sohn fand ich relativ uninteressant.

 

Auch die Musikwahl traf mehrheitlich weniger meinen Geschmack. Zuweilen hörte sich das mehr wie Musik aus einem Abenteuerfilm an, als aus einem japanischen Samurai-Film. Schade. Den Plot an sich fand ich auch wenig fesselnd. Zur grossen Hauptgeschichte wird wenig beigetragen. Positiv waren erneut die Leistungen der Darsteller, wobei ich in der Hinsicht auch spezifisch Akihiro Tomikawa als Sohn von Ittô erwähnen möchte.

 

Die Kampfszenen nach dem lahmen Mittelteil oder im Finale sind extrem blutig geraten. In der Hinsicht wird der Vorgänger sicherlich getoppt. Es wäre aber wünschenswerter gewesen, wenn es fesselndere 1:1 Duelle gegeben hätte und/oder die Kampfszenen mehr durch den Film verteilt gewesen wären = weniger lahme Füllszenen.

 

Fazit: Obwohl der bisher schlechteste Teil der Reihe, Fans noch immer zu empfehlen!

 

Gefolgt von: Lone Wolf & Cub Teil 6 - Blutiger Schnee

 

Infos:

 

O: Kozure Ôkami: Meifumandô

 

Japan 1973

 

R: Kenji Misumi

 

D: Tomisaburô Wakayama, Akihiro Tomikawa, Michiyo Ôkusu, Shingo Yamashiro, Taketoshi Naitô

 

Laufzeit der deutschen DVD: 89:17 Min.

 

Neusichtung am: 12.05.23

 

Fassungen: Siehe Okami - Das Schwert der Rache!

Montag, 3. April 2023

Along with Ghosts Review


Along with Ghosts 

Story:

 

Die kleine Miyo (Masami Burukido) wird Zeugin, wie ein alter Mann und Bewacher eines Friedhofs, auf dem heiligen Boden durch Gangster Higuruma (Yoshito Yamaji) und seine Männer getötet wird. Das hat zweierlei zur Folge: Miyo wird von den Gangstern gesehen und verfolgt. Miyo versucht ihren Vater zu finden. Als zweites erscheinen die Yokais, da ein Mord auf heiligem Boden geschah…

 

Meine Meinung:

 

Der dritte Teil schliesst sich qualitativ in etwa dem 2. Teil (Spook Warfare) an = d.h. besser als der 1. Teil (100 Monsters). Zusammengefast muss ich nun aber sagen, dass die Filme für mich zu wenig gut sind, in die Sammlung aufgenommen zu werden. Alles in allem bietet jeder der drei Teile einzelne Momente, die für sich gelungen sind. Aber im Grossen und Ganzen bieten die Filme für mich zu wenig, um was Besonderes zu sein. Zu wenig Monster, zu wenig Effekte.

 

Was Daiei angeht bleibe ich da lieber bei den Daimajin oder Gamera Streifen. Die Aushängeschilder von Daiei. Die Yokai Trilogie kann mit denen definitiv nicht mithalten. Die wenigen Geister-Szenen und Make-Up Effekte und Kostüme sind auch hier wieder gelungen. Zuweilen stimmungsvoll umgesetzt. Aber die Szenen machen nur wenig Laufzeit aus, was schade ist. Was ich noch mochte war die Gamble-Szene kurz vor dem Finale mit den Würfeln, die aus den Knochen der toten Mutter bestanden. Die Szene fand ich sogar grossartig.

 

Ansonsten besteht der Film aus lahmen Samurai-Kampfszenen, uninteressanten Figuren, wenig charismatischen Schauspielern und Längen. Und hier und da Klamauk (Hund unter Eimer). Wobei der Humor zum Glück schon eher selten ist. Der Film versucht mehrheitlich düster zu sein. Düster und gruselig sind auch die wenigen Yokai-Szenen (z.B. die fliegenden Köpfe). Aber wie bereits erwähnt sind solche Szenen Mangelware und von wenig sehenswertem Plot/Inhalt umgeben. 

 

Fazit: Wer die ersten beiden Filme mochte, kann einen Blick riskieren. Für mich sind die Filme im Grossen und Ganzen zu uninteressant, so dass sie nicht in die Sammlung aufgenommen werden! Schade…

 

Infos:

 

O: Tôkaidô obake dôchû

 

Japan 1969

 

R: Kimiyoshi Yasuda, Yoshiyuki Kuroda

 

D: Kojiro Hongo, Pepe Hozumi, Masami Burukido, Mutsuhiro, Yoshito Yamaji

 

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 78:15 Min.

 

Gesehen am: 17.03.23

 

Fassungen: Siehe 100 Monsters!

Dienstag, 31. Januar 2023

Seven Samurai Review

Japanuary 2023

Seven Samurai

Story:

Ein Dorf mit Farmern sucht nach Samurai um sich vor bewaffneten Banditen zu schützen. Sieben Samurai (u.a. Toshirô Mifune) werden gefunden und ins Dorf gebracht, wo die Vorbereitungen für die kommende Schlacht beginnen…

 

Meine Meinung:

 

Der Japanuary 2023 wird mit dem epischen und wegweisenden s/w Klassiker Seven Samurai von Akira Kurosawa abgeschlossen, der viele Filme, Filmemacher und Genres inspiriert hat. Mich haben Szenen an Shaw Brothers Werke von Chang Cheh (Heldensterben) oder ans spätere Italo-Western Genre (Schlamm und Duelle im Finale) erinnert. Der Erfolg gibt dem Film sicherlich recht.

 

Klassiker hin oder her, mit der Personalakte Akira Kurosawa kenne ich mich kaum aus. Ich glaube, ich kenne nur einen seiner Filme (Sanjuro). Die Filme sind mir einfach zu alt, deshalb wenig Interesse. Seven Samurai ist für mich persönlich auch kein Kracher und kein Film für die Sammlung. Die DVD lag unendlich viele Jahre ungesehen rum. Abgeschreckt hat mich die sehr lange Laufzeit von 206 Filmminuten. Stolze Laufzeit!

 

Der Plot war mir aus Seven Samurai Ablegern bekannt. Der Plot nimmt sich für die Figuren und dessen Charaktereigenschaften Zeit. Es dauert auch, bis die Mission erfüllt und die sieben Samurai gefunden, zusammengestellt und ins Dorf gelangen. Das nimmt die erste Stunde ein. Danach folgt Strategie und Ausbildung der Dorfbewohner und im Finale gibt es die Konfrontation mit den Banditen. Etwa so würde ich den Film einschätzen. Im Mittelteil gibt es eine musikalische Intermission. Da fühlte ich mich an Stummfilme (z.B. den Start in King Kong) erinnert.

 

Jetzt aber zur Frage, die alle beschäftigt: Wird der Film seinem Ruf gerecht? Nein, leider nicht wirklich! Ich halte Seven Samurai für überbewertet. Da waren mir 08/15 Ableger, z.B. Seven Warriors aus Hong Kong (1989) deutlich lieber. Die Gründe sind schnell gesagt: für mich war der Film deutlich zu lang (206 Minuten Laufzeit). Zudem mochte ich den Humor nicht. War doof. Und ausgerechnet Toshirô Mifune (Swords of Vengeance) spielt der Kasper und Sprücheklopfer. Nervend.

 

Abgesehen davon kann ich kaum motzen: das Schauspiel, die Optik (z.B. bereits der Vorspann), Kameraeinstellungen (Grab am Ende), Aufnahmen (Finale im Regen und Schlamm oder das brennende Wasserrad) und speziell die Musik waren eine klasse für sich und lassen erahnen, warum die Filme von Akira Kurosawa dazumal so erfolgreich waren! Mit einer weniger langen Laufzeit und Verzicht von Klamauk / Overacting hätte durchaus ein Kracher entstehen können! In der Form jedoch kein Film für meine Filmsammlung.

 

Fazit: Wird seinem Ruf nicht gerecht! Seven Samurai kann man Mal schauen, aber definitiv kein Must See Titel!

 

Infos:

 

O: Shichinin no samurai

 

Japan 1954

 

R: Akira Kurosawa

 

D: Toshirô Mifune, Takashi Shimura, Keiko Tsushima, Yukiko Shimazaki, Kamatari Fujiwara, Daisuke Katô, Isao Kimura

 

Laufzeit der US-DVD: 206:27 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Criterion (The Criterion Collection) vor. Die 1. Auflage. Spätere Auflagen sollen qualitativ besser sein. Ich empfand die Bild- und Tonqualität als gut. Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden wie auch Extras und ein Booklet. In Deutschland als Die Sieben Samurai von New KSM auf DVD raus (Deutsch/Jap. Mit deutschen Subs). Wer eine Blu-Ray Ausgabe möchte, sollte zur US- oder UK-Variante greifen (The Criterion Collection #2 / BFI).