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Donnerstag, 5. Februar 2026

Love Unto Waste

Love Unto Waste

Story:

Tony Cheung (Tony Leung Chiu-Wai) und drei Freundinnen (Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin) geniessen das Party-Leben in Hong Kong in vollen Zügen. Alle Frauen buhlen um Tony. Erst als eine ihrer Freundinnen tot aufgefunden und Inspektor Lan (Chow Yun-Fat) zu ermitteln beginnt, wird das Leben zur Spassbremse...

Meine Meinung:

Als 88 Films den Mitte der 80er Jahre HK-Film Love Unto Waste auf Blu-Ray angekündigt haben, war ich überrascht. Ein Film, dessen Titel ich zuvor noch nie wahrnahm. Angeblich ein gefeierter New Wave-Film mit Mystery-Inhalten und mit einem Cast um damalige Rookies wie Tony Leung Chiu-Wai (People’s Hero, My Heart Is That Eternal Rose, Butterfly Sword) oder den späteren Superstar Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Story of Woo Viet). Da musste ich natürlich zuschlagen. Gleichzeitig fragte ich mich, ob sich ein solcher Nischenfilm lohnt. Von den Verkaufszahlen und so.

Love Unto Waste hat mir leider gar nicht gefallen. Warum Regisseur Stanley Kwan ein so grosses Aufsehen geniesset (New Wave und Arthouse Vibes), kann ich mir wirklich nicht erklären. Auch sein Ghost-Film Rouge, mit welchem er Erfolge feierte, fand ich überbewertet und blieb nur knapp in der Sammlung. Und abgesehen davon gelang ihm sonst gar nichts. Der Film wird seinem New Wave/Arthouse-Ruf nicht gerecht und die vielen Normierungen an den HK-Film Awards (1987) sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Der Film und Plot inklusive dessen Verlauf waren zu sinnlos, zu lahm und zu selbstverliebt. Da wollte Stanley Kwan etwas schaffen, was anderen Regisseuren gelang (z.B. Patrick Tam mit seinem Nomad). Die Dramatik und der Verlauf des Plots fesseln und führen zu nichts (vor allem der Plot). Mystery-Inhalte (davon sprechen Filmdatenbanken und sogar das Back-Cover der UK-Blu-Ray) gibt es auch keine zu sehen.

Der Film hat nur drei gute Szenen: Tony Leung Chiu-Wai kotzt über Billie, Chow Yun-Fat verteilt eine Ohrfeige und sorgt für Ruhe und Chow Yun-Fats Heil Hitler Szene (hat Regisseur Stanley Kwan kurz vorher Let Sleeping Corpses Lie gesehen?). Die Figuren waren alle unsympathisch. Als Zuschauer war mir dessen Schicksal egal und gleichgültig. Chow Yun-Fat nahm ich seine Rolle nicht ab.

Fazit: Kommt im Gegensatz zu Rouge nicht in die Sammlung!

Infos:

O: Deiha tsing

HK 1986

R: Stanley Kwan

D: Tony Leung Chiu-Wai, Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin, Chow Yun-Fat

Laufzeit der UK-Blu: 98:19 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Das US-VHS von Tai Seng zeigt die überraschende Szene mit Chow Yun-Fat und dem Hitlergruss (siehe Bild unten). 

Samstag, 28. September 2024

Bullet in the Head

Bullet in the Head

Story:

Nach einem Mord flüchten die Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) aus Hong Kong nach Vietnam. In Vietnam herrscht aufgrund des Krieges Chaos. Das Trio verspricht sich mit krummen Dingern Geld zu generieren. Zusammen mit Luke (Simon Yam) stehlen sie eine Kiste voller Gold und befreien «das Mädchen» (Yolinda Yan Choh-Sin) des Gangster-Bosses (Lam Chung). Dieser ist wenig erfreut: das Militär nimmt die Fährte auf und bei ihrer Flucht geraten die Freunde zwischen die Fronten des Krieges…

Meine Meinung (Director‘s Cut):

Die Mehrheit der John Woo Filme habe ich in den letzten Jahren aufgefrischt. Titel wie A Better Tomorrow 1 + 2, The Killer, Hard Boiled oder die Ur-Fassung von Heroes Shed No Tears (The Sunset Warrior). Die letzte Sichtung von Bullet in the Head ist sicher 15-20 Jahre her. Dank einem Schnittbericht und den dortigen Infos wurde ich motiviert, mir die deutsche Blu-Ray zu kaufen. Grund war der zuvor nie gesehen Director‘s Cut des Filmes. Die Blu-Ray stellt, Stand Ende Aug. 2024, die bisher weltweit längste Fassung dar. Zudem wurden Tonprobleme vergangener Veröffentlichungen korrigiert. Perfekt also, um den Film aufzufrischen.

Und was soll ich sagen? Bullet in the Head ist für mich schlicht und ergreifend das HK-Meisterwerk von John Woo (To Hell with the Devil, Silent Night, Hand of Death, Harte Ziele, Windtalkers, Just Heroes, Manhunt, From Riches to Rags, The Crossing 2). Sein bester HK-Film, gefolgt von, und da stehe ich sicher auch alleine da, Last Hurrah for Chivalry. Einem Wuxia Meisterwerk. Bullet in the Head hat im Gegensatz zu A Better Tomorrow, The Killer oder Hard Boiled für mich am besten funktioniert. Am meisten Emotionen ausgelöst. Daher ging meine Stimme an Bullet in the Head, nicht zu verwechseln mit Walter Hills Actionfilm mit gleichnamigem Titel aus dem Jahr 2012.

Bullet in the Head bietet inhaltlich extrem viel. John Woo liess viel aus seiner eigenen Biographie inklusive geschichtlich-politischen Themen (Vietnam-Krieg, Aufstände und Demonstrationen, Tiananmen Square Proteste/Massaker) in den Film einfliessen um hat darum herum eine Story gebildet, die von drei guten Freunden handelt, welche in dem Film vor harte Proben gestellt und am Ende z.T. zu Feinden werden. Themen wie Bruderschaft, Verrat und Aufopferung sind dabei Inhalte, mit denen John Woo, als er zu Shaw Brothers Zeiten unter Chang Cheh (Die Todespagode des gelben Tigers) arbeitete, genügend in Berührung kam. Und so in seine eigenen Filme einbaute. Heroic-Bloodshed Momente.

Der Film ist trotz seiner über zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Die Action-Szenen sind phänomenal gut gefilmt und inzensiert worden. Die richtigen Kameraeinstellungen zur richtigen Zeit, intelligente Schnitte, blutige Shoot-Outs, gekonnter Einsatz von Close-Ups oder Zeitlupenaufnahmen, für die John Woo berüchtigt ist. Dazu echte Panzer, Explosionen und Massenszenen. Perfekt choreographierte Momente, die teilweise wie ein Gedicht anmuten (Simon Yams Shoot-Outs oder Messer-Szenen im Haus des Gangster-Bosses). Die Kameraarbeit war ebenfalls eine Wucht. Und die wunderschöne und stimmige Musik erst. Ein Traum.

Und dazu ein Cast zum Zunge schnalzen: Tony Leung (People’s Hero, Magic Crane, My Heart Is That Eternal Rose), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 3, High Risk, Slickers Vs Killers), Waise Lee (Tough Beauty and the Sloppy Slop, Overheard, A Chinese Ghost Story 2), Simon Yam (Raped by an Angel, Green Killer, Fatal Termination). Top-Cast. Waise Lee und Tony Leung standen bereits für andere John Woo Klassiker vor der Kamera (A Better Tomorrow 1-2, Hard Boiled). Am eindrücklichsten fand ich fast Jacky Cheung. Starke Darbietung. Die einzigen Frauenrollen beziehen sich auf kleinere Nebenrollen, die aber für Dramatik sorgen. In diesen machen Fennie Yuen Kit-Ying (School on Fire) und Yolinda Yan Choh-Sin (The Black Wall) eine gute Figur. John Woo selbst hat einen Gastauftritt.

Fazit: Must See Titel für jeden HK-Filmfan! Ein filmisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dip Huet Gaai Tau

HK 1990

R: John Woo

D: Tony Leung Chiu-Wai, Jacky Cheung, Waise Lee, Simon Yam, Yolinda Yan Choh-Sin, Lam Chung, Fennie Yuen Kit-Ying, John Woo

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 137:06 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 28.08.24

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die neue deutsche Blu-Ray von T&G Vision vor = limitiert auf 3500 Stück (ich habe 3144), mit Booklet, Uncut HK-Kinofassung und dem längeren Director‘s Cut (= längste Fassung weltweit), O-Ton und deutsche oder englische Subs. Es handelt sich bisher um die längste Fassung der Welt. Sogar exklusive Szenen aus einem Trailer wurden in den Film integriert. Die eingefügten Szenen haben eine schlechtere Qualität als der Rest des Filmes. Der Rest des Filmes sieht sehr gut aus. Tonprobleme aus anderen Editionen (Zitat: «neue/doppelte/fehlende Effekte, falsche Abmischung») wurden korrigiert. Löblich. Damit wird meine alte UK-DVD ersetzt und diese zu verkaufen versucht.

Freitag, 8. März 2024

A Chinese Ghost Story 3

A Chinese Ghost Story 3

Story:

Mönch Fong (Tony Leung Chiu-Wai) und sein Meister (Lau Shun) begeben sich zum Orchid Tempel. Dumm nur, dass dieser verhext ist. Es tauchen weibliche Geister (Joey Wong, Nina Li Chi) auf und auch ein Baummonster (Lau Siu-Ming) hat es auf die Helden abgesehen…

Meine Meinung:

Der dritte Teil gefiel mir auch früher deutlich weniger gut als seine Vorgänger (A Chinese Ghost Story 1 + 2). Dies hat nun auch die Neusichtung bestätigt. Der Film spielt zwar 100 Jahre nach dem ersten Teil, doch wirkt die neue Fortsetzung mehr wie ein lahmes und wenig originelles Remake statt eine Fortsetzung. Dazu kommt, dass der Cast mit Ausnahme von Joey Wong (Butterfly Sword) und Lau Siu-Ming als Baum-Dämon, ausgetauscht wurde.

Joey Wong agiert einmal mehr sehr souverän, auch Lau Siu-Ming. Wie schon im 2. Teil ist Jacky Cheung Hok-Yau (Tiger Cage) in einer grossen Rolle auszumachen. Er spielt aber einen neuen Charakter und macht in den Kampfszenen eine tolle Figur. Statt Wu Ma und Leslie Cheung sind nun Lau Shun (The Ultimate Vampire) und Tony Leung Chiu-Wai (Hard Boiled) in den Hauptrollen als Meister und Schüler zu sehen. Beide sind solide, aber erreichen nicht die Intensität und Klasse von Wu Ma und Leslie Cheung.

In einer kleinen Nebenrolle ist noch Tommy Wong Kwong-Leung (Justice My Fool) zu sehen. Der Film bietet Action, Monster, eine Liebesgeschichte und Humor. Jedoch gibt es deutlich weniger Action, Fantasy und Monster als in den Vorgängern. Zwar sind die Effekte noch immer stark und die wahren Highlights des Filmes, aber viel zu wenig vorhanden, um den Film als Gesamtpaket qualitativ über das Mittelmass zu hieven. Dazu war der Plot einfach zu lahm und diesmal zu wenig fesselnd.

Fazit: Schlechtester Teil der Reihe. Fans der Vorgänger können dennoch einen Blick riskieren. Erwartungen sollten aber reduziert werden.

Infos:

O: Sin Neoi Jau Wan III: Dou Dou Dou

HK 1991

R: Ching Siu-Tung

D: Tony Leung Chiu-Wai, Lau Shun, Joey Wong, Lau Siu-Ming, Jacky Cheung Hok-Yau, Tiffany Lau Yuk-Ting, Tommy Wong Kwong-Leung, Nina Li Chi,

Laufzeit der deutschen DVD: 104:51 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 22.01.24

Fassungen: Siehe die Vorgänger A Chinese Ghost Story sowohl A Chinese Ghost Story 2.

Montag, 3. Mai 2021

People’s Hero Review

People’s Hero

Story:

Zwei Amateure (Tony Leung Chiu-Wai, Ronald Wong Ban) überfallen eine Bank. Der Versuch geht in die Hose: ein Wächter (Mansook Ahmed) wird verletzt und die zwei Möchtegern-Gangster mit Geiseln (u.a. Sabrina Ho Pui-Yi, Teddy Yip Wing-Cho) in der Bank eingeschlossen. Doch dann entpuppt sich einer der Geiseln (Ti Lung) als notorischer und bekannter Gangster, der die Situation schon bald unter seine Gewalt bringt und von der Polizei (Tony Leung Ka-Fai, Paul Chun) fordert, dass seine im Gefängnis sitzende Freundin (Elaine Jin) zu ihm gebracht wird. Ansonsten: Sterben Geiseln…

Meine Meinung:

People’s Hero ist absolut zu empfehlendes HK-Kino, Drama und Kammerspiel in einem. Der Film fesselt von der ersten Sekunde an und die Story spielt zu 99% nur in einer Bank mit Geiseln. Der Film von Shaw Brothers Star Derek Yee ist absolut empfehlenswert.

Die Story unterhält und fesselt bis zum dramatischen Ende. Der Inhalt ist spannend und das Finale geht unter die Haut: bitter und dramatisch! Genau so hat HK-Kino auszusehen! Derek Yee hat einen tollen Job gemacht. Auch bei der Auswahl der Stars erwies Derek Yee (Shaolin Prince) ein goldenes Händchen.

Der Cast ist nämlich superb bis in die Nebenrollen: ein junger Tony Leung Chiu-Wai (My Heart is That Eternal Rose) überzeugt ebenso wie Shaw Brothers Legende Ti Lung (The Duel), dessen Präsenz und Schauspiel eine Wucht sind! Er trägt den Film eigentlich ganz alleine und macht einen hervorragenden Job! Schön, ihn auch nach seiner Shaw Brothers Ära in einer solch starken Hauptrolle sehen zu dürfen!

In Nebenrollen sind u.a. noch Tony Leung Ka-Fai (She Shoots Straight), Paul Chun (Arschloch-Rolle) oder Teddy Yip (Miss Magic) zu sehen. Sie überzeugen ebenso. Der Plot ist fesselnd und spannend. Ti Lung gibt gleichzeitig eine sympathisch wie auch beängstigende Person wieder, so dass der Zuschauer nie weiss, was die von ihm verkörperte Figur als nächstes tun wird = Spannung gegeben!

Der Film wurde an den siebten Hong Kong Film Awards mit zwei Preisen belohnt. Unter anderem gewann Tony Leung Chiu-Wai für seine Leistung (ich hätte es Ti Lung gegönnt, k.A. ob er jedoch nominiert war). Den Zuschauer dürfte dies, nach dem Betrachten des Filmes, nicht überraschen.

Fazit: Ausgezeichnetes HK-Kino von Derek Yee!

Infos:

O: Yan Man Ying Hung

HK 1987

R: Derek Yee

D: Ti Lung, Tony Leung Chiu-Wai, Tony Leung Ka-Fai, Elaine Jin, Paul Chun, Ronald Wong Ban, Sabrina Ho Pui-Yi, Teddy Yip Wing-Cho, Mansook Ahmed

Laufzeit der malaysischen DVD: Ca. 82 Min.

Gesehen am: 20.01.21

Fassungen: Mir lag die malaysische DVD vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es auch in HK auf DVD und, wenn ich mich nicht irre, nun auch auf Blu-Ray. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2021).

Mittwoch, 3. Februar 2021

Hard Boiled Review

Hard Boiled

Story:

Ein harter HK-Cop (Chow Yun-Fat) und ein Undercover-Cop (Tony Leung) sind hinter Gangstern (Anthony Wong, Phillip Kwok Chun-Fung) her…

Meine Meinung:

Hard Boiled wird nebst A Better Tomorrow 1 + 2, The Killer und Bullet in the Head als bester HK-Film von Regisseur John Woo (Manhunt, From Riches to Rags) angesehen. Hard Boiled, welches 1992 quasi Woos Abschiedsgeschenk Richtung seiner HK-Fans war, bevor er danach in den USA anheuerte und Harte Ziele mit Van Damme realisierte, ist ein Actionbrett sondergleichen!

Der Film hat für meinen persönlichen Geschmack aber nicht mehr den gleichen Stellenwert wie ganz früher. Dies liegt daran, dass der Film fast schon zu sehr dem Mainstream-Geschmack entspricht und weniger wie das klassische HK-Kino von dazumal wirkt. Soll heissen: auf Figurenzeichnung wird wert gelegt und auf kitschige Drama-Klischees wird nicht verzichtet.

Diverse Nebenplots und/oder Füll-Szenen hätte man streichen können (die Treffen von Chow Yun-Fat und John Woo in der Bar oder Drama-Klischees die nebenbei gesagt werden und/oder passieren aber nichts zur Story beitragen, z.B. dass Stephen Tungs Mutter nun im Altersheim ist oder dass Tony Leung im Finale auch einen Cop erschiesst). Der Film ist auch ein wenig zu lang geraten und nutzt sich leicht ab.

Ansonsten natürlich superbe Action-Sequenzen: schön blutige Shoot-Outs, aufwändig, viele tolle Stunts (explodierende Motorräder) und wunderschöne Bilder aus Hong Kong, die einfach nur toll eingefangen wurden! Ex-Shaw Brothers Venom Star Phillip Kwok (Chinatown Kid, Demon of the Lute) zeichnete sich dafür verantwortlich und spielt auch die rechte Hand von Gangster-Boss Anthony Wong (Ebola Syndrome, Cop Image).

Anthony Wong kommt im Vergleich zu den anderen Figuren, die mehr Tiefe widerfahren, etwas zu kurz. Er spult seine 08/15 Psycho-Rolle (= viel Overacting und Fiesheit) gekonnt ab. In weiteren Nebenrollen sind u.a. Stephen Tung (den ich zuerst für Tai Bo hielt) und Phillip Chan (in seiner obligatorischen Rolle als Cop-Chef) zu sehen. Getragen wird der Film von dem ultracoolen Duo Chow Yun-Fat (The Postman Fights Back, The Romancing Star) und Tony Leung (Magic Crane, My Heart Is That Eternal Rose). Beide sind charismatisch, spielen glaubhaft und machen vor allem in den vielen Action-Szenen eine gute Figur.

Fazit: Aufgrund leichter Abstriche für mich nicht mehr der ultimative Kracher, aber noch immer ein überdurchschnittliches Actionfest von John Woo und für HK-Film-Fans ein absoluter Must See Titel!

Infos:

O: Lat Sau San Taam

HK 1992

R: John Woo

D: Chow Yun-Fat, Tony Leung, Anthony Wong, Phillip Kwok Chun-Fung, Teresa Mo Sun-Kwan, Phillip Chan Yan-Kin, Stephen Tung Wa

Laufzeit der deutschen DVD: 122:23 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 08.11.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s- vor = Uncut, O-Ton, deutsche Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die bis dato beste Blu-Ray scheint es nur in Japan zu geben (Nicht Englisch freundlich). Englischsprachige Alternativen: US-Blu Ray von Dragon Dynasty. In Taiwan auf VHS und DVD in einer längeren Fassung erschienen. In Deutschland gibt es keine Blu-Ray (Stand: Nov. 2020).

Dienstag, 25. August 2020

Magic Crane Review

Magic Crane

Story:

Bei einem Zusammentreffen diverser Clans und Martial Arts Helden werden diese von Fledermäusen angegriffen. Eine mysteriöse Frau (Anita Mui) und ihr Kranich vernichten die Fledermäuse und retten die übrigen Kämpfer. Ma Kwun-Mo (Tony Leung) ist von der Unbekannten angetan und wird in einen Konflikt diverser Personen hineingezogen (u.a. Rosamund Kwan, Norman Chu)…

Meine Meinung:

Zu Ehren von Regisseur Benny Chan, der vor kurzem (23.08.20) an Krebs verstorben ist, gab es eine Neu- bzw. Zweitsichtung zu seinem 1993er Frühwerk Magic Crane mit Anita Mui (The Fortune Code), Rosamund Kwan (Tricky Brains) und Tony Leung (My Heart Is That Eternal Rose) in den Hauptrollen. Es handelt sich um eine Tsui Hark (The Master) Zusammenarbeit, was man dem Film auch ansieht.

Benny Chan, der vor allem für moderne HK-Produktionen zuständig war (Call of Heroes, The White Storm, Shaolin, Invisible Target, Rob-B-Hood), startete Anfang der 90er Jahre im Filmgeschäft (A Moment of Romance, What a Hero!) und arbeitete später oft mit Jackie Chan zusammen (New Police Story). Ich empfand Connected stets als sein bester Film. Von seinen neuen Filmen dürften aktuell einige Filme meine Sammlung verlassen, da mein Filmgeschmack, gerade was das neue HK-Kino angeht, strenger geworden ist. Doch bevor das passiert, muss ich Neusichtungen abwarten…

Magic Crane ist eine seiner besseren Arbeiten, da ans gute alte HK-Kino der goldenen Generation erinnernd. Dennoch ist die grosse Euphorie, welche bei der Erstsichtung vorherrschte, gewichen und nicht mehr vorhanden. Magic Crane hat definitiv nicht mehr den gleichen (hohen) Stellenwert wie früher.

Der Wuxia wartet mit einer wirren und konfusen Story auf, die phasenweise auch episodenhaft wirkt. Vergleiche tun sich auf mit Swordsman oder The East is Red. Das ist zwar auf der einen Seite fast immer unterhaltsam, aber nicht immer stark fesselnd.

Dazu kommt, und dies ist für mich das Hauptproblem, dass mir bis auf den Filmbösewicht und die Damen Anita Mui und vor allem Rosamund Kwan die restlichen Figurenzeichnungen nicht zusagten.

Vor allem Tony Leung (warum musste es eine lustige Rolle werden?) hat mehr genervt als überzeugt und Norman Tsuis (Miss Magic) Part fand ich total verschenkt.

Immerhin wartet der Film auf der Plus-Seite mit rasanten, fantasievollen und coolen Action-Szenen auf. Besonders die Tierhorror-Szene mit den Fledermäusen wie auch das Finale in der Wüste sollen an der Stelle erwähnt werden. Dazu kommen Effekte, die nach meinem Geschmack sind, d.h. praktische Effekte mit viel Charme und Sympathien. Dazu zähle ich den Kranich, auf welchem Anita Mui reitet und fliegt und eine Riesen-Schildkröte à la Gamera. Das waren die Szenen, denen der Film bei der Erstsichtung meine grosse Euphorie auslöste.

Fazit: Mit Abstrichen guter und sehenswerter Wuxia von Benny Chan, dessen Plot zu vernachlässigen ist.

Infos:

O: San Sin Hok San Jam

HK 1993

R: Benny Chan

D: Anita Mui, Tony Leung, Rosamund Kwan, Norman Chu, Damian Lau, Zhang Tie-Lin, Lawrence Ng Kai-Wah, Jay Lau Gam-Ling

Laufzeit der US-DVD: 92:16 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / Review überarbeitet am: 24.08.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Ground Zero vor = US-DVD, Kopie der US-LD, soll ein Bootleg sein, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Die HK LD soll eine bessere Bildqualität haben. Es gibt weder eine deutschsprachige noch eine Blu-Ray Fassung (Stand: Aug. 2020). Das VHS aus Taiwan läuft länger (u.a. mehr Gewalt).

Freitag, 19. Juli 2019

My Heart Is That Eternal Rose Review


Signierte DVD von Gordon Liu (Webmaster in Amsterdam 2011)
My Heart Is That Eternal Rose

Story:

Hong Kong: Rick (Kenny Bee) und Lap (Joey Wong Cho-Yin) wollen ausserhalb Hong Kongs ein neues Leben beginnen. Doch Gangsterboss Shen (Michael Chan Wai-Man) nimmt Lap unter Zwang (droht Laps Vater zu töten) an seine Seite und so verschwindet Rick aus Laps Leben, bis jener Jahre später als Profikiller nach Hong Kong zurückkehrt und zufällig auf Lap stösst – welche sich nun definitiv von Shen abwenden und mit Rick flüchten will. Shen und dessen Killer (u.a. Gordon Liu) sind alles andere als erfreut. Währenddessen bekommen Rick und Lap Hilfe von Cheung (Tony Leung Chiu-Wai), der sich damit selbst auf die Abschussliste von Shen setzt…

Meine Meinung:

My Heart Is That Eternal Rose ist HKer Heroic Bloodshed vom Feinsten! Der Film hat, die letzte Sichtung ist neun Jahre her, den aktuellen Seh-Test mehr als bestanden und der Film kann ich allen Heroic Bloodshed Fans nur empfehlen! Der Film braucht sich hinter John Woo und Co. nicht verstecken.

Der Film kombiniert erfolgreich Story, Figurenzeichnung, Dramatik und Action miteinander. Ohne, dass Szenen ohne Action langweilig wirken oder dramatische Szenen zu kitschig / zu dramatisch / ohne nervend zu wirken. Die Genre-Inhalte gehen Hand in Hand. Man freut sich über die Action, man fiebert mit den Figuren mit, das Schicksal der Charaktere ist einem nicht gleichgültig. So sollte es sein, wenn man einen Heroic Bloodshed Film inszeniert.

Eine Spannung ist gegeben und für echt gefühlte Dramatik gesorgt – dies auch Dank der tollen Inszenierung und vor allem der Figurenzeichnung. Wichtig war auch die Wahl der Darsteller und massgeblich daran beteiligt waren die starken Leistungen der Akteure. Kenny Bee (100 Ways to Murder Your Wife), die liebliche Joey Wong (Butterfly Sword) oder Tony Leung Chiu-Wai (The Longest Nite) überzeugen auf der Seite der Helden und der Guten.

Nicht minder interessant ist die Wahl der Bösewichte: die beiden ehemaligen Shaw Brothers Stars Michael Chan Wai-Man (Widow Warriors) und Gordon Liu (Fury in Shaolin Temple) geben höllisch charmante aber auch fiese Bösewichte ab. Michael Chan Wai-Man spielt den Gangster-Boss und Gordon Liu dessen rechte Hand. An dieser Stelle noch eine extra Erwähnung für Ng Man-Tat, der nur zu Beginn vorkommt: der Wechsel vom lustigen und albernen Sidekick in eine ernste, böse Rolle tut ihm sehr gut! Sehr stark gespielt – ein Jammer, dass er nicht mehr solche Rollen gespielt hat! Das zeigt aber auch nur einmal mehr, wie gut die HK-Darsteller agieren und wie wechselhaft sie auftreten können (in Tiger Cage spielte er ja auch eine ernste Rolle).

Die Action-Szenen bestehen vor allem aus blutigen Shoot-Outs, die wunderbar gefilmt wurden. Dazu kommt, dass einzelne Szenen, die in ländlichen Gegenden Hong Kongs spielen, eine intensive Atmosphäre und Stimmung heraufbeschwören – durch die Hitze, den Schweiss und dem surren von Insektengeräuschen und Grillen, kommt es vor allem zu Beginn (die Szenen mit Ng Man-Tat) und im Finale zu einer sonderbaren, intensiven und spannenden Atmosphäre, die ihresgleichen sucht und gleichzeitig Unheil ankündigt. 

Fazit: Jedem HK-Film-Fan der goldenen Generation zu empfehlen!

Infos:

O: Saat Sau Woo Dip Mung

HK 1989

R: Patrick Tam Kar-Ming

D: Kenny Bee, Joey Wong Cho-Yin, Michael Chan Wai-Man, Gordon Liu, Tony Leung Chiu-Wai, Ng Man-Tat

Laufzeit der HK-DVD: 90:30 Min.

Gesehen am: Nov. 2010 / Review überarbeitet am: 17.05.19 / Sichtung der UK-Blu-Ray: 09.03.25

Fassungen: Mir lag die HK DVD von Mei Ah vor = Schuber, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung und noch keine Blu-Ray (Stand: Mai 2019). Die HK DVD ist out of Stock und relativ teuer zu bekommen ( ab 80 USD aufwärts). Nachtrag März 2025: Inzwischen gibt es mehrere Blu-Ray Fassungen zum Film, u.a. in den USA und in England. Mir lag für eine Neusichtung die UK-Blu-Ray von Radiance vor. Der Film ist in einem Set mit Nomad enthalten (nur wegen Nomad kaufte ich die Vö). Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, ein informatives Booklet und eine absolut hervorragende Bild- und Tonqualität warten auf den Zuschauer. Den Film von The Sword und Love Massacre Regisseur Patrick Tam mag ich sehr. Nebst The Sword und Love Massacre der beste Film des damaligen New Wave Regisseurs. Der Film ist ein Mix aus Love-Story, Drama, Heroic Bloodshed und Triaden-Flick. Michael Chan Wai-Man als Bösewicht und Gordon Liu als dessen rechte Hand sind stark. Die liebliche Joey Wang brilliert ebenso. Tony Leung ist Tony Leung und wer als einziger Name abfällt ist Sänger-Schauspieler Kenny Bee, der laut Interview mit dem Regisseur (UK-Blu-Ray-Booklet) auch nicht die erste Wahl war und als einziger nicht von ihm gecastet und ausgewählt wurde. Es ist schön, Ng Man-Tat nebst Rape and Die in einer weiteren ernsten Rolle (als Dreckskerl) zu sehen. Die Kameraarbeit und die Optik sind ein Genuss und die UK-Blu-Ray ist technisch ein feuchter Traum. Als Extras gefällt vor allem das 9minütige Interview mit John Shum.