Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Paul Verhoeven werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Paul Verhoeven werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 16. Mai 2026

Total Recall

Total Recall

Story:

Bauarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) plant einen Erinnerungsurlaub (implantiert und sich echt anfühlend). Doch es gibt Probleme und kurze Zeit später wird Douglas Quaid von diversen Personen (Sharon Stone, Michael Ironside, Michael Champion, Robert Costanzo) gejagt und muss um sein Leben kämpfen…

Meine Meinung:

Total Recall ist einer der besten Filme von Paul Verhoeven (Starship Troopers, Benedetta, Flesh + Blood) und mit Arnold Schwarzenegger (Running Man, Terminator 2: Judgment Day, Red Heat). Beide waren damals auf ihrem Karrierehöhepunkt und der Mix aus Sci-Fi und Action sorgt für pausenlose, spektakuläre und höchst abwechslungsreiche und amüsante Unterhaltung. Jede Szene mit Arnie ist ein Genuss. Bei Total Recall, der später ein unnötiges Remake erfuhrt, handelt es sich um einen Big-Budget-Blockbuster.

Der Film stellt praktisch von Anfang an bis zu seinem Ende eine Verfolgungsjagd dar, in der oft mit der Frage, ist das Gezeigte real oder nicht, gespielt wird. Kosten wurden keine gescheut und die Effekte (Raumschiffe, der Mars, Make-Up-Masken, Mutanten) sind sehenswert. Das nötige Kleingeld war vorhanden, was dem Film auch heute noch anzusehen ist. Für die spektakulären Make-Up Masken und blutigen Shoot-Outs war Maskenbildner Rob Bottin (Maniac, The Thing, Piranha, Deep Rising) zuständig. Allgemein ist der Film relativ blutig ausgefallen. Auch Sci-Fi Fans dürften aufgrund des Mars als Setting auf ihre Kosten kommen.

Die Actionszenen bestehen mehrheitlich aus (z.T. sehr blutigen) Shoot-Outs, Explosionen, Stunts, Verfolgungsjagden und kleineren Prügeleien. Arnold Schwarzenegger macht in den Actionszenen eine sehr gute Figur. So auch Sharon Stone (Nico, Nobody 2), die Sexappell in den Film bringt. Michael Ironside (Scanners, Watchers, Red Scorpion 2) gibt einen wunderbaren Fiesling ab. Ronny Cox (Beim Sterben ist jeder der Erste, Beverly Hills Cop) spielte auch in anderen Filmen von Paul Verhoeven mit (z.B. RoboCop). Allgemein sind es bekannte Namen und Gesichter, die ihm Film vor der Kamera stehen und sie überzeugen. Der passende Score von Jerry Goldsmith (The Omen, Rambo, Gremlins) ist ebenfalls toll.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Total Recall

USA 1990

R: Paul Verhoeven

D: Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Michael Ironside, Michael Champion, Robert Costanzo, Rachel Ticotin, Ronny Cox, Marshall Bell, Mel Johnson Jr., Roy Brocksmith

Laufzeit der UK-DVD: 108:37 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 16.05.26

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Momentum vor = Kinofassung, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Untertiteloptionen. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen. Den Film gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray und UHD. Der Film wurde für die US-Kinofreigabe zensiert. Eine richtige Uncut Fassung gibt es nicht (Stand: Mai 2026).

Freitag, 20. Mai 2022

Starship Troopers Review

Starship Troopers

Story:

 

Im Jahr 2197:

 

die Menschheit d.h. Militär und Wissenschaft (Denise Richards, Casper Van Dien, Dina Meyer, Jake Busey, Clancy Brown, Neil Patrick Harris, Patrick Muldoon, Michael Ironside) kämpfen gegen die Bugs - Killer-Käfer aus einer anderen Galaxie…

 

Meine Meinung:

 

1997 nahm sich Skandal-Regisseur Paul Verhoeven (Benedetta) dem Roman Starship Troopers von Robert A. Heinlein an und verfilmte diese. Herausgekommen ist eine Big-Budget Mainstream-Produktion à la Paul Verhoeven. Wer dessen Filme wie Flesh and Blood, RoboCop oder Total Recall kennt, weiss, was ihn erwartet: Übertrieben Gewalt, nackte Haut, Provokationen, viel Augenzwinkern und Satire = fertig war der neue Hit!

 

Starship Troopers zähle ich zu seinen besten Filmen! Für das Kino war ich dazumal zu jung und dennoch hege ich nostalgische Gefühle zum Film. Ich sah den Film als Grundschulschüler, als ich in den 5. oder 6. Schulklasse war (müsste ich ca. 11-13jährig gewesen sein). Meine Mutter hat mir damals die VHS aus der Videothek gekauft, da ab 18 Jahren freigegeben! Schöne Kindheitserinnerungen und schon damals sammelte ich VHS:-)

 

Ob Paul Verhoeven Robert A. Heinleins Roman 1:1 oder verändert verfilmt hat, ist mir nicht bekannt, da ich diesen nicht gelesen habe. Ich las dazu, dass nur die Grundidee des Romans verfilmt wurde. Auf der anderen Seite habe ich gelesen, dass die zynischen Dialoge fast 1:1 aus dem Buch übernommen wurde (in der deutschen Sprachfassung entschärft und verändert).  Die Kritik und Satire (Glorifizierung des Krieges) sind von Beginn an klar spürbar, ohne lächerlich oder unfreiwillig komisch zu wirken.

 

Der Film ist, auch jetzt im Jahr 2022, gut schaubar und wirkt keinesfalls veraltet. Die Effekte (Raumschiffe, Bugs, Requisiten, Splattereffekte) sind der Wahnsinn, sowohl in den Trainings- wie auch Kriegsszenen. Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig und die damaligen Jung-Darsteller passen perfekt ins Schwarzweiss-Bild, welches der Film aufzeigt: selbstverliebt, über Leichen gehend, oberflächlich.

 

Denise Richards (Tammy and the T-Rex), Casper Van Dien (wird auch im kommende Schweizer Fun-Splatter Mad Heidi zu sehen sein), Dina Meyer oder Neil Patrick Harris (wurde dann vor allem in der Serie How I Met Your Mother bekannt) passten perfekt in ihre Rollen. Michael Ironside ist in einer Nebenrolle zu sehen. Er spielte bereits zuvor mit Paul Verhoeven mit (Bösewicht aus Total Recall) und macht, wie erwartet, einen starken Job. Dazu kommt ein starker Soundtrack von Basil Poledouris (auch hier: arbeitete schon für RoboCop mit Paul Verhoeven zusammen).

 

Fazit: Starker Mix aus Action-, Sci-Fi, Satire und Splatter und unbedingt empfehlenswert. Einer der besten Filme von Paul Verhoeven!

 

Gefolgt von: Starship Troopers 2: Held der Föderation

 

Infos:

 

O: Starship Troopers

 

USA 1997

 

R: Paul Verhoeven

 

D: Denise Richards, Casper Van Dien, Dina Meyer, Jake Busey, Clancy Brown, Neil Patrick Harris, Patrick Muldoon, Michael Ironside

 

Laufzeit der deutschen DVD: 124:14 Min.

 

Neusichtung am: 15.04.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Touchstone vor = Special Edition, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch und diverse Subs. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 3. März 2022

Benedetta Review



Benedetta

Story:

 

17. Jahrhundert, Italien, Stadt Pescia: die junge Benedetta entscheidet von ihren wohlhabenden Eltern unterstützend ein Leben im Kloster führen zu wollen, um Gott zu dienen. 20 Jahre später:  Benedetta (Virginie Efira) nimmt Bartolomea (Daphne Patakia) unter ihre Fittiche. Sie starten eine (heimliche) lesbische Beziehung und Benedetta wird gleichzeitig von Visionen und Stigmata heimgesucht. Ist sie das Werkzeug Gottes? Bald schon wird sie die neue Äbtissin, was einigen im Kloster nicht zusagt und man versucht, Benedetta zu zerstören…

 

Meine Meinung:

 

Auf Benedetta, dessen Premiere (Filmfest in Cannes) aufgrund Corona verschoben wurde, bekam im Dez. dieses Jahres tatsächlich einen kleinen Kinostart spendiert. Als Fan von Paul Verhoeven (Spetters, Flesh + Blood, Elle) war der Kinobesuch Pflichtprogramm. Paul Verhoeven nahm sich die literarische Vorlage Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy zur Brust und hat daraus einen für religiöse Menschen kontroversen Film geschaffen.

 

Der Kinobesuch hat sich gelohnt: Benedetta gefiel mir besser als erwartet und stellte wohl den besten Kinobesuch im Jahr 2021 dar (nach durchschnittlichen Filmen wie Candyman, Halloween Kills, The Green Knight, Spell…). Teilweise kamen Flesh + Blood und/oder Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne Vibes auf. Die europäische Produktion hat mir viel Spass bereitet.

 

Benedetta ist toll gespielt. Alle Beteiligten haben mir gut gefallen. Die Mädels sehen hübsch aus (Virginie Efira) und auch die Gegenseite – die Äbtissin oder die männlichen Figuren, haben mir gut gefallen, da die Kirche und dessen Handlungen doppeldeutig wegkommen. Kritik und Satire mit viel amüsantem Wortwitz und herrlichen Figurenzeichnungen. Kino à la Verhoeven!

 

Auch die Settings passten (Pest, Inquisition). Unschön fielen dabei nur 2-4 miese CGI Szenen ins Auge (Hintergründe, Feuer, Schlangen). Das sind kleine Details, die unschön waren. Schade, dass man z.B. die Szenen mit den Schlangen oder dem Feuer nicht auf altmodische Art und Weise drehte. Dies wäre möglich gewesen, denke ich. Aber wie ich sagte: es sind nur kleines Details...

 

Auch den Plot mochte ich. Ich habe mich nicht informiert, so dass ich nicht wusste, wie der Film enden wird. Verhoeven hätte ich alles zugetraut. Die Story fand ich phasenweise sogar spannend. Sexy ist der Film teilweise auch, aber nicht immer obwohl es doch viel nacktes Fleisch zu sehen gibt. Virginie Efiras Körper und Rundungen agieren dabei wir die Kreatur in einem Tierhorrorfilm: mit dem Fortschreiten der Geschichte sieht man immer mehr und länger die Objekte der Begierde.

 

Fazit: Kommt auf die Wunschliste! Auf Paul Verhoeven ist Verlass!

 

Infos:

 

O: Benedetta

 

Frankreich, Belgien, Holland 2021

 

R: Paul Verhoeven

 

D: Charlotte Rampling, Lambert Wilson, Virginie Efira, Olivier Rabourdin, Daphne Patakia, Clotilde Courau, Satya Dusaugey, Louise Chevillotte

 

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 131 Min.

 

Gesehen am: 02.12.21

 

Fassungen: Gesehen im Schweizer Kino im O-Ton, mit deutschen Subs und Uncut. In Deutschland soll der Film von Koch Films am 24.02.21 erscheinen. Nachtrag Aug. 2024: für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von Capelight vor = Uncut, O-Ton mit deutschen Subs, Wendecover, sehr gute Bild- und Tonqualität. Ich kaufte die Single-Disc Edition. Diese bietet paar wenige Standart-Extras. Nicht alles am Film ist toll = das teilweise kleine Budget sieht man dem Film an, Hintergründe und andere CGI-Momente sind billig (Feuer, Schlangen) und die Optik wirkt zu sauber für den Inhalt. Nebst lesbischen Sexszenen gibt es jedoch noch andere positive Inhalte wie Machtmissbrauch, Kritik an der Kirche, Folter und Pest. Mag ich.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Flesh + Blood Review

Flesh + Blood

Story:

1510 Europa:

Nach einer gewonnenen Schlacht werden einige der Kämpfer, unter anderem Martin (Rutger Hauer) und dessen Kumpanen, um ihre Beute betrogen. Später: Martin und dessen Bande (u.a. Brion James) stehlen und morden sich durchs Land. Zufällig geraten sie an den Steven (Tom Burlinson), dessen nobler Vater sie in der Vergangenheit um ihre Beute brachte. Dafür wird Steven bestohlen, sein Vater verletzt und man entführt Stevens ihm versprochene Frau (Jennifer Jason Leigh) und zieht weiter. Martin und Co. nehmen eine Burg ein, während Steven den Gegenangriff auf Martin startet…

Meine Meinung:

Zu Ehren des Holländers Rutger Hauer, der in vielen sehenswerten Filmen mitspielte*, der leider vor paar Tagen (19. oder 24.7 – je nach Quelle) überraschend nach kurzer Krankheit starb, gab es eine Sichtung und ein überarbeitetes Review zu seinem 1985er Klassiker Flesh + Blood!

* Anfänge in Holland mit Filmen wie Türkische Früchte, Das Mädchen Keetje Tippel oder Spetters bis hin zu seinen Durchbrüchen in Hollywood mit Filmen wie Nachtfalken, Der Blade Runner, Hitcher, der Highway Killer oder Surviving the Game bis hin zu seinen Ausflügen ins B-Film-Genre/Direct to Video Universum mit Filmen wie Sobibor, Wedlock, Split Second, Hemoglobin, Hobo with a Shotgun (der ging am NIFFF sehr geil ab) oder in Dracula 3D von Dario Argento.

Rutger Hauer tat sich für Flesh + Blood mit einem weiteren, nicht minder bekannten Holländer zusammen: mit Star- und Skandal-Regisseur Paul Verhoeven, dem die Fans auch grosses Kino wie Total Recall, Starship Troopers oder RoboCop zu verdanken haben. Flesh + Blood, ein Mittelalter-Epos mit viel Anarchie, Gewalt, nackter Haut und einem grossartigen Cast (nicht nur auf Hauer bezogen), war bei Verhoeven in den richtigen Händen.

Die Hauptfiguren werden gut charakterisiert, man nimmt sich für die Geschichte und den Verlauf Zeit, genug Budget war vorhanden. Die Requisiten und Bauten sind auch 2019 fantastisch anzusehen (Burgen, Explosionen, Rammbock…) und eine Spannung ist vorhanden (wird Martin ewig Glück haben? Für wen wird sich Jennifer Jason Leigh entscheiden?). Das Ende hatte eigentlich etwas von Starship Troopers (in dem Sinn gings auch dort um eine 3er Beziehung zwischen zwei Männern und einer Frau).

Mit Gewalt und mutigen Szenen, die vor Sex-, Nackt- und Rapeszenen nicht zurückschrecken, dürften ungeübte Zuschauer, die die Filme eines Paul Verhoeven nicht kennen, vor den Kopf stossen. Doch der Film zeigt realistisch wieder, was früher halt Gang und Gäbe war. Starke Leistungen von allen Beteiligten. Nebst Rutger Hauer brillieren Namen wie Brion James (House III), Jack Thompson (Mad Dog Morgan) oder die mutige Jennifer Jason Leigh (eXistenZ).

Wer sich vom Mittelalter-Setting nicht abschrecken lässt, findet eine spannende, aufwändige und fesselnde Geschichte vor, in der die Figuren und deren Entwicklung und Charakterisierung nicht vernachlässigt werden. Eine Geschichte um Moral, Gier und Opfer! Fazit: Absolute Empfehlung!

Infos:

O: Flesh + Blood

Spanien, USA 1985

R: Paul Verhoeven

D: Rutger Hauer, Jennifer Jason Leigh,

Laufzeit der US-DVD: 127:40 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 25.07.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD von MGM vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (In D von Koch Media). Mir ist die US-DVD völlig ausreichend.

Samstag, 2. September 2017

Elle Review

Elle

Story:

Michèle (Isabelle Huppert), eine erfolgreiche aber auch knallharte Power- und Geschäftsfrau, wird in ihrem zu Hause überfallen und vergewaltigt. Sie geht nicht zur Polizei und managt ihr Leben weiterhin so, als wäre nichts passiert. Der Täter belästigt sie jedoch weiterhin und sie versucht, die Identität des Mannes herauszufinden und bereitet sich auf ein weiteres Treffen vor (Pfefferspray, Waffen etc.)…

Meine Meinung:

Elle, der mich inhaltlich leicht an Era el cielo erinnerte, hat mir sehr gut gefallen. Thriller-Drama von Paul Verhoeven, dem Regisseur von solch namhaften Werken wie Spetters, Flesh + Blood, RoboCop oder Total Recall.

Sein letzter Film den ich kenne und schätze war Black Book – seinen letzten Film Steekspel habe ich ausgelassen da wenig Interesse (FSK 12 Drama, Kurzfilm). Mit Elle geht er zwar ruhigere Wege, aber die Handschrift von Verhoeven sieht man dem Film und vor allem den Figuren zu jeder Sekunde an.

Der Film lebt von der Story aber vor allem von den Figuren, welche alle bis zu den Nebenrollen perfekt besetzt sind und glaubhaft agieren und überzeugen. Dass Verhalten einiger Figuren ist sonderbar und irgendwie fehlt es an positiven Charakteren – alle haben irgendwie ihre Macken, Dreck am Stecken oder sind unsympathisch – was die Story interessant und teilweise auch spannend macht.

Vor allem Isabelle Huppert als Miststück Michèle war eine Wucht und es ist wenig verwunderlich, dass dies sogar eine Oscar Nomination zur Folge hatte. Teilweise regt der Film nebst Spannung und Staunen auch zum Schmunzeln an – jedoch muss man schon schwarzen Humor mögen, um Elle als amüsant zu empfinden.

Fazit: Wer die Filme von Verhoeven mag, kann sich Elle gut ansehen! Verhoeven geht es ruhiger an und trotzdem ist seine Handschrift unverkennbar = sehenswert!

Infos:

O: Elle

Belgien, Deutschland, Frankreich 2016

R: Paul Verhoeven

D: Isabelle Huppert, Alice Isaaz, Christian Berkel, Virginie Efira, Anne Consigny

Laufzeit der CH DVD: Ca. 124 Min.

Gesehen am: 09.08.17

Fassungen: Mir lag die DVD aus der Schweiz vor = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Sehr gute Bild- und Tonqualität.

Dienstag, 15. August 2017

Spetters Review

Spetters

Story:

Holland zu Beginn der 80er:

Drei Freunde verbringen ihre Zeit mit: Mädchen, trinken, Spass haben und feiern, Motorradfahren. Vor allem ihr Idol Witkamp (Rutger Hauer) hat es ihnen angetan. An einem Rennen lernen die drei die Verkäuferin Fientje kennen, welche ihnen den Kopf verdreht. Die drei Freunde machen es sich zum Ziel, Fientje zu erobern. Dies ist einfacher gesagt als getan, zumal Fientje vom grossen Geld träumt – und dafür ist ihr jeder Preis recht. Das Leben der drei Freunde beginnt zu wanken…

Meine Meinung:

Spetters, eine der letzten Arbeiten bevor es den holländischen Regisseur Paul Verhoeven nach Hollywood zog (und so auch den holländischen Schauspieler Rutger Hauer), hat mir gut gefallen.

Es handelt sich um ein authentisches Jugenddrama aus Sicht von drei Freunden, dessen Leben durch eine Frau und andere Umstände getragen und positiv wie auch negativ beeinflusst wird. Die mir unbekannten Darsteller agieren glaubhaft und überzeugend. Der grosse Name des Filmes, Rutger Hauer, kommt nur in einer Nebenrolle vor.

Der Film wird trotz der langen Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig und das Leben und die Bilder Hollands sind interessant zu sehen. Im Gegensatz zu späteren Werken sorgt Paul Verhoeven nicht durch brutale Gewalt für Aufsehen, sondern durch die bittere Realität (unterdrückte Homosexualität, Glauben vs Rebellion, Probleme in der Familie, Krankheit, Suizid, Zukunftsperspektiven…) und einige sehr explizite Sex- und Nacktszenen, die meistens Männer und deren Geschlechtsteile angehen wobei mind. eine Szene gar über Softcore hinausgeht.

Dass Verhoeven damit aneckt (z.B. bei den prüden Amerikanern) versteht sich natürlich von selbst. Ob man solche Szenen mag, gut findet oder in einem Spielfilm sehen will, ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Zu einem Verhoeven Film passt es auf jeden Fall gut – unerwartet wie ein Schlag in die Magengegend und eben typisch für den Regisseur.

Mich störten diese Szenen daher nicht und ich kann das Drama jedem Fan des holländischen Regisseurs, vor allem wenn man auch seine holländischen Werke mag (Der 4. Mann, Türkische Früchte, Das Mädchen Keetje Tippel, Der Soldat von Oranien), nur empfehlen.

Infos:

O: Spetters

Holland 1980

R: Paul Verhoeven

D: Hans van Tongeren, Renée Soutendijk, Toon Agterberg, Maarten Spanjer, Marianne Boyer, Peter Tuinman, Rutger Hauer

Laufzeit der deutschen DVD: 117:44 Min.

Gesehen am: Ende Juli 2017

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Uncut, O-Ton, deutsche Subs, sehr gute deutsche Synchro, sehr gute Bild- und Tonqualität, Wendecover ohne FSK Logo = positiv.