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Montag, 9. Februar 2026

Caligula und Messalina

Caligula und Messalina

Story:

Caligula (Vladimir Brajovic) führt ein Leben voller Ausschweifungen. Als er in der Arena Messalina (Betty Roland) kämpfen sieht, beginnt er mit ihr eine Affäre. Das passt Caligulas Schwester Agrippina (Françoise Blanchard) nicht in den Kram. Sie plant, ihren Sohn Nero auf den Thron zu bringen. Doch Messalina verfolgt eigene Pläne…

Meine Meinung:

Caligula war 1979 ein grosser Erfolg. Dass andere Filmemacher, vor allem aus Italien, an den Erfolg anknüpfen wollten, war keine Überraschung. Dies geschah mehrfach. Auf den Erfolg von Alien folgte Alien 2: On Earth. Auf Dawn of the Dead folgte Zombi 2 und auf Jaws folgte The Last Jaws. Und auf Caligula folgte u.a. Caligula und Messalina. Caligula und Messalina war dabei jedoch eine Co-Produktion aus Italien und Frankreich.

Die Versionen unterscheiden sich. Für die Ital. Fassung wurde Trash-Filmer Bruno Mattei (Rats: Night of Terror, Die Hölle der lebenden Toten, Robowar) geholt. Bei den Franzosen ging Antonio Passalia den Start. Das Duo sollte ein Jahr später noch den ähnlich gelagerten Nero und die Huren des römischen Reiches inszenieren. Mir hat Caligula und Messalina jedoch zu wenig gut gefallen, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Es besteht meinerseits auch kaum ein Interesse, mich in Zukunft noch an Nero und die Huren des römischen Reiches zu versuchen.

Der Film, der mit Stars wie Vladimir Brajovic, Betty Roland oder Françoise Blanchard aufwartet, enttäuschte mich vor allem in Sachen Effekte und Gewalt. Den fehlenden Make-Up Effekten, den schwachen, langsamen und unspektakulären Arena-Kämpfen oder aus anderen Filmen gestohlene Sequenzen (aus The Beast) lassen erahnen, dass nur wenig Budget vorhanden gewesen ist. Viele der Schandtaten finden im off-screen statt. Anders behandelt werden Sex- und Nacktszenen. Da werden Fans auf ihre Kosten kommen.

Der Cast war mir unbekannt. Namen wie Vladimir Brajovic oder Betty Roland verschwanden danach gleich wieder in der Versenkung, auch wenn sie doch sehr solide agiert haben. Die damalige (18jährige) Debütantin Françoise Blanchard die ist einzige, die danach eine kleine Karriere als Schauspielerin hinlegte. So sah man sie in Filmen von Jean Rollin oder Jess Franco. Aber kein Vergleich zu Stamm-Schauspielerinnen und Schauspielern wie Lina Romay, Howard Vernon oder Katja Bienert. Françoise Blanchard verstarb überraschend im Alter von nur 59 Jahren.

Fazit: Kein schlechter Film und wer eine abgespeckte Low-Budget Variante von Caligula gutheissen kann, kann einen Blick riskieren, zumal die deutsche Synchronisation sehr gelungen ist. Für meinen persönlichen Geschmack reicht es hingegen nicht für die Sammlung…

Infos:

O: Caligula et Messaline

Frankreich, Italien 1981

R: Bruno Mattei (Ital. Version), Antonio Passalia (Franz. Version), Jean-Jacques Renon (Co-Director)

D: Vladimir Brajovic, Betty Roland, Françoise Blanchard

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 101 Min.

Gesehen am: 09.02.26

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Cinestrange Extreme vor = Mediabook mit DVD, Blu-Ray & Booklet. Als Extras gibt es alternative und erweiterte Szenen. Das Hauptmaster hat eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen. Ob die Fassung als Uncut gilt, kann ich nicht sagen. Bei den erweiterten Szenen gibt es Szenen, die nicht im Film zu sehen sind, da angeblich kein HD-Niveau. Da hätte das Label ja eine Bonusfassung als Extra anbieten können.

Montag, 19. Januar 2026

28 Years Later: The Bone Temple

28 Years Later: The Bone Temple

Story:

Nach dem Ende des Vorgängers geht es wie folgt weiter:

Spike (Alfie Williams) muss eine Prüfung ablegen und wird, mehr gegen seinen Willen als freiwillig, in Sir Jimmy Crystals (Jack O'Connell) Gang (u.a. Erin Kellyman) integriert. Danach ziehen sie mordend durch das Land bis sie zufällig auf Dr. Kelson (Ralph Fiennes) stossen, der in der Zwischenzeit mit Alpha Samson (Chi Lewis-Parry) experimentiert hat…

Meine Meinung:

Nach dem Ende des Vorgängers, welches mir missfallen hat, wollte ich mir die Fortsetzung von Candyman Regisseurin Nia DaCosta eigentlich nicht (im Kino) ansehen. Aber nach einigen Reviews und Zeilen, die ich dazu gelesen habe, entschied ich mich dann doch, den Film spontan im Kino zu besuchen. Eigentlich sollte jedoch abgewartet werden, bis auch noch der neue dritte Teil dieser Trilogie folgt und dann sollten alle drei Filme am Stück als "ein Film" angesehen werden. Das käme sicher besser. Ich mochte die Tatsache, dass der Film nicht wirklich ein 08/15 Mainstream-Streifen ist und die künstlerische Note des Filmes gefiel mir auch.

Dennoch mochte ich den ersten Teil etwas mehr da mehr Plot, mehr Action, mehr Abwechslung, mehr Settings, optisch interessanter und mehr Tiefe und Dramatik die Figuren betreffend. 28 Years Later: The Bone Temple hat so gut wie keinen Plot, ist an sich wenig spannend und war z.T. vorhersehbar. Das galt zum einen für das offene Ende oder die Tatsache, wer aus Jimmys Truppe überleben wird und wer nur Kanonenfutter ist. Mit den Jimmys wurde ich nicht sonderlich warm, konnte sie als Story-Gerüst aber annehmen. Deren Sub-Plot nimmt mehr Zeit ein, als jener von Ralph Fiennes und Samson (letztere haben schon fast unterschwellig homoerotische bzw. Bob und Day of the Dead Vibes). Am Ende gibt es die tolle 28 Days Later Musik zu hören. Unschön fallen mehrere billige CGI-Momente (mit Feuer) ins Auge. Der Gewalt-Level ist in einigen, wenigen Momenten nett anzusehen.

Alfie Williams wird in den Hintergrund gedrängt. Seine Figur kann sich nicht entfalten und es gibt kein Wiedersehen mit seinem Film-Vater. Das ist etwas schade, da er im ersten Film sehr überzeugt hat. Ralph Fiennes spielt klasse. Sein Overacting im Finale war fast zu drüber. Die Iron Maiden Szene war Edel-Trash vom Feinsten. Alpha Samson wird weiter charakterisiert (wie erwähnt à la Bob in Day of the Dead). Die Tanzeinlagen fand ich hingegen grossen Mist. Jack O'Connell spielt den Anführer der Bösewichte, die scheinbar vom Pädophilen Künstler Jimmy Savile inspiriert wurden. Ein Schlag für alle Missbrauchsopfer auf der einen, auf der anderen Seite halt britischer, schwarzer Humor. Jack O'Connell fällt am Ende ab, was seine Darbietung angeht. Er gefiel mir als böser Vampir in Sinners besser. Eindrücklicher. Von den neuen Figuren hat mir Erin Kellyman (The Green Knight) gut gefallen. Es darf gespannt sein, wie es im dritten Teil, der noch nicht gedreht wurde, weitergeht.

Fazit: Nur schon wegen der Iron Maiden Nummer lohnt sich der Kinobesuch!

Infos:

O: 28 Years Later: The Bone Temple

Grossbritannien, USA 2026

R: Nia DaCosta

D: Jack O'Connell, Ralph Fiennes, Emma Laird, Alfie Williams, Chi Lewis-Parry, Erin Kellyman, Robert Rhodes

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 19.01.26

Fassungen: Im Kino gesehen = Uncut (ab 16), Englischer O-Ton, deutsche Subs. Soll am 31.12.26 von Sony Pictures in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen. In Deutschland hat der Film keine Jugendfreigabe erhalten.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Montag, 22. Dezember 2025

Mark of the Devil Part II Review

Mark of the Devil Part II

Story:

Hexenjäger Natas (Reggie Nalder) und sein Vorgesetzter Balthasar von Ross (Anton Diffring) haben es auf die Gräfin Elisabeth von Salmenau (Erika Blanc) abgesehen, nachdem ihr Ehemann eine Hexen-Folterung störte und dabei zu Tode kam…

Meine Meinung:

Als das deutsche Label Turbine Medien Hexen - Geschändet und zu Tode gequält angekündigt haben, war ich vor Freude aus dem Häuschen. Den Film gab es jahrelang nur in einer wenig ansehbaren Fassungen. Die holländische DVD z.B. war qualitativ ziemlich übel. Umso mehr freute ich mich auf eine fette Edition. Und den Film restauriert und in voller Pracht (mit Originalton und Originalbildformat) sehen zu können, sollte sich perfekt für eine Neusichtung anbieten.

Umso enttäuschter war ich nach der Sichtung des Filmes. Qualitativ gibt es an Vö nichts auszusetzen. Nach dem grossen Erfolg von Mark of the Devil wollten die Filmemacher scheinbar mit dem gleichen Konzept nochmals Geld machen. Doch leider erreicht Mark of the Devil Part II nicht die Qualität des Vorgängers. Alles ist eine Nummer kleiner ausgefallen. Einen tollen Soundtrack wie im ersten Film sucht man vergebens und auch bekannte Namen wie Udo Kier und Co. konnten nicht mehr gecastet werden.

Aus dem Vorgänger kehren nur Reggie Nalder und Johannes Buzalski zurück. Der Film wirkt weniger aufwändig, billiger und zum Teil leider auch unfreiwillig komisch und sogar trashig. Die 2-3 humorvollen Szenen wollen nicht Rest zum Rest des Filmes passen. Einen ähnlichen Plot wie im Vorgänger zu zeigen, war keine gute Idee. Der Film hat nicht gefesselt, zumal der Film auch deutlich harmloser ausgefallen ist als das Erstlingswerk. Die heutige FSK16 Freigabe überrascht mich daher kaum. Der Folter-, Nacktheits- und Blutgehalt ist zurückgefahren worden.

Erika Blanc (Kill Baby Kill, So Sweet… So Perverse, A Dragonfly for Each Corpse) als «Hexe» ist solide. Ebenso Anton Diffring (Love Letters of a Portuguese Nun, Faceless, Seven Deaths in the Cat’s Eyes). Regisseur Adrian Hoven ist, wie bereits im ersten Film, in einer kurzen Rolle zu sehen (diesmal nicht als Folteropfer). Andere Figuren sind mehr Karikaturen (der vergewaltigende Folterknecht und Fettsack Joachim Hackethal) und am schlimmsten am Film war das absolut nervende Kind. Das hat viele Punkte gekostet.

Fazit: Kommt nicht an Mark of the Devil heran!

Infos:

O: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Deutschland 1973

R: Adrian Hoven

D: Reggie Nalder, Erika Blanc, Anton Diffring, Astrid Kilian, Dietrich Kerky, Joachim Hackethal, Johannes Buzalski

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 90:15 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 16.12.25

Fassungen: Die holländische DVD habe ich entsorgt/verkauft, nachdem Turbine ihre deutsche Blu/UHD Fassung angekündigt haben. Das Set kommt im Mediabook mit Booklet daher. Der Film ist Uncut und neu ab 16 Jahren freigegeben. Der deutsche O-Ton ist an Bord und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt drei Discs: den Film als Blu-Ray, den Film als UHD und eine Bonus-Blu-Ray mit Extras.

Sonntag, 30. November 2025

Hexen bis aufs Blut gequält Review

Hexen bis aufs Blut gequält

Story:

Österreich im 17. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung:

Unschuldige (Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien) geraten in eine Fehde zwischen zweien Hexenjägern (Reggie Nalder, Herbert Lom) und dessen Männern (Johannes Buzalski, Herbert Fux)…

Meine Meinung:

Hexen bis aufs Blut gequält ist ein legendärer Exploitation-Film aus den 70ern, der heute wohl als Torture Porn Film betitelt worden wäre und somit Filmen à la Hostel und Co. den Rang abläuft. Hexen bis aufs Blut gequält, der in Deutschland lange verboten war und in den USA ein grosser Erfolg war, wurde zu Ehren von Udo Kier gesichtet. Udo Kier spielte in vielen sehenswerten Filmen die Hauptrolle (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein = für mich seine beste Rolle) und/oder markante Nebenrollen (Suspiria, Blade). Er verstarb diesen Monat.

Hexen bis aufs Blut gequält war, laut Udo Kier selbst, sein erster Farbfilm, in dem er mitwirkte. Er war damals noch ganz jung. Unvergessen sind seine Augen, die zu einem Markenzeichen von ihm werden sollten. Er spielt das sehr souverän und seine Rolle bringt einen Hauch Ethik und Dramatik in den Film, der sich augenscheinlich kritisch und geschichtlich präsentieren will, jedoch vor allem mit ausgewalzten Folter- und Gewaltszenen, darunter auch nackter Haut, Kasse machen wollte. Was den Filmemachern auch gelang.

Die Folterszenen sind auch heute besonders fies anzusehen. Interessant ist, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer gefoltert werden. Darunter ist auch Adrian Hoven (Castle of the Creeping Flesh), einer der beiden Regisseure des Filmes. Die Frauen wie Olivera Katarina, Gaby Fuchs (The Werewolf Versus the Vampire Woman) und Ingeborg Schöner sind mit vollem Körpereinsatz dabei und durften die Männerherzen erfreuen, während schmierige «Typen» und «Fressen» wie Reggie Nalder (spielte auch in der Fortsetzung mit), Herbert Lom (99 Women), Johannes Buzalski (Teenage Playmates) und Herbert Fux (Love Letters of a Portuguese Nun) ebenfalls zu Gefallen wussten. Tolle Charakter-Darsteller. Nebst Reggie Nalder ist auch Johannes Buzalski im 2. Teil zu sehen = die Vorfreude wächst. Lustig ist die Tatsache, gemäss meinem alten Review, das ich durch das Buch Deep Wet Torture auf den Film aufmerksam wurde. Das wusste ich nicht mehr…

Fazit: Herrlicher Schundklassiker mit grandioser Musik, die Cannibal Holocaust Vibes geniesst!

Gefolgt von: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Infos:

Deutschland 1970

R: Michael Armstrong, Adrian Hoven

D: Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien, Reggie Nalder, Herbert Lom, Johannes Buzalski, Herbert Fux

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 25.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Turbine vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (Deutsch ist der Originalton), viele Extras (Dokus, Interviews, Audiokommentar). Turbine haben den Film aus der Versenkung geholt (der Film war lange Zeit verboten).

Samstag, 4. Oktober 2025

Hexenhammer Review

Horroktober 2025

Hexenhammer

Story:

Böhmen gegen Ende des 17. Jahrhundert:

Ein Inquisitor missbraucht seine Macht, um an den Reichtum besser gestellten Einwohnern zu kommen. Durch Folter gestehen sie am Ende alle. Der Prozess beginnt…

Meine Meinung:

Aka Die Hexenjagd. Hexenhammer, den ich im März 2010 unter dem Titel Witches' Hammer sah, sah ich nun erstmals auf Blu-Ray und in Deutsch. Der Film erzählt von einigen der letzten Hexenprozesse aus Böhmen, die sich am Ende des 17. Jahrhunderts zugetragen haben. Der Film aus der Tschechoslowakei wirkt, auch aufgrund der Schwarzweissbilder, sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Im Gegensatz zu Mark of the Devil und Co. geht es in Hexenhammer, was die grafischen Gewalt- und Folterszenen angehen, harmloser zu.

Der Film zeigt klar, deutlich und eindrücklich, wie Menschen dazumal ihre Macht missbrauchten. Macht, um reich zu werden. Macht, um andere zum Schweigen zu bringen. Macht, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Macht, um im Namen der Kirche Opfer zu bringen. Vor allem Frauen, aber auch Männer, wurden zu Opfern. Und es sollte nicht beim Pöbel bleiben. Auch reiche und besser gestellte Menschen wurden zu «Opfern».

Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Die deutsche Synchronisation ist auch gelungen. Obwohl der Film harmloser ist, als andere Filme zum Thema Hexenverfolgung, gibt es auch hier die ein oder andere fiese Sequenz oder einen Hauch Erotik- und Nacktheit zu erspähen. Interessant ist jedoch, wie die Prozesse ablaufen und wie sich auch das Gremium nicht immer einig ist. Machtbesessen und falsch sind sie aber praktisch alle. Auch vor Freunden wird nicht halt gemacht. Die Denunziation war an der Tagesordnung. Jeder auf seinen eigenen Vorteil aus.

Fazit: Nicht uninteressantes Historiendrama!

Infos:

O: Kladivo na carodejnice

Tschechoslowakei 1970

R: Otakar Vávra

D: Elo Romancik, Vladimír Smeral, Sona Valentová, Josef Kemr, Lola Skrbková, Jirina Stepnicková

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 106:58 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Ostalgica vor = DVD und zwei Hörspiel-CDs, Booklet und Schuber. Uncut, Deutsch/Tschechisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.  

Mittwoch, 10. September 2025

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein Review

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein

Story:

Cagliostro (Howard Vernon) will die perfekte Rasse züchten. Dazu lässt er durch die Vogelfrau Melissa (Anne Libert) das Monster (Fernando Bilbao) von Dr. Frankenstein (Dennis Price) entführen. Letzterer wird getötet. Dr. Frankensteins Tochter (Beatriz Savón) sinnt auf Rache…

Meine Meinung (französische Originalversion):

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein ist Fans von Jess Franco (Night of the Skull, Kiss Me Monster, Rififi in the City) zu empfehlen. Der Film wartet in der französischen Originalversion mit einem simplen Plot auf. Heute würde man von einem Style over substance Faktor sprechen. Der Film ist durch seine kurze Laufzeit von nur 75 Minuten sehr kurzweilig und kaum langweilig. Die später durch neue Szenen verlängerte spanische Fassung ist mehrheitlich uninteressant und wartet mit Szenen auf, die nicht zum Originalfilm passen (= neue Charaktere z.B. von Lina Romay verkörpert).

Jess Franco arbeitet hier mit einem seiner Lieblingsschauspieler zusammen: dem Schweizer Howard Vernon (The Other Side of the Mirror, Castle of the Creeping Flesh, Seven Women for Satan). Dessen Overacting ist besonders auffällig und in Erinnerung bleibend, während die Mädels für ihre Nacktheit und schrillen Kostüme/Rollen in Erinnerung bleiben. So spielt Anne Libert (stand oft in den Filmen Jess Francos vor der Kamera = z.B. in Daughter of Dracula) eine «Vogelfrau» oder ein «Vogelwesen». Beatriz Savón überzeugt als rächende Tochter von Dr. Frankenstein und Fernando Bilbao (Light the Fuse…Sartana Is Coming) passt aufgrund seiner Statur perfekt in die trashig angehauchte Rolle des Monsters.

Der Film gefällt vor allem durch tolle Settings (das Schloss als Kulisse), fantasievolle Masken, der Vermischung von Gewalt (Film jedoch grafisch sehr harmlos) und Sex (wobei der Erotikfaktor trotz vieler Nacktszenen erstaunlich klein ist), einen wunderbaren Lead (Howard Vernon) und vielen hypnotischen, surrealen und trashigen Eindrücken, die den Film stellenweise mehr zu einem Fiebertraum und Trip umwandeln, statt eines «echten Spielfilmes». Wer Jess Francos Filme mag, kann sich freuen!

Fazit: Für Jess Franco Fans zu empfehlen!

Infos:

O: La Maldición de Frankenstein

Frankreich, Spanien 1973

R: Jess Franco

D: Dennis Price, Carmen Yazalde, Howard Vernon, Anne Libert, Luis Barboo, Fernando Bilbao, Jess Franco

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 73:55 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung und 1. Sichtung der franz. Originalversion: 09.06.25

Fassungen: Für die 1. Sichtung (2012) sah ich die spanische Fassung (In Spanisch mit jap. Subs = DVD aus Japan von Atlus). In dieser fehlen sämtliche Nacktszenen und/oder wurden durch harmlose Einstellung ersetzt. Es wurden teilweise neue Szenen gedreht (alle Szenen mit Lina Romay), um den Film zu strecken. Zum Teil passen die Szenen nicht in den Originalfilm. Für eine 2. Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von Wicked Vision vor = Mediabook, zwei Fassungen an Bord (franz. Originalfassung mit den Nacktszenen und die später alternativ ausgestattete spanische Fassung) in Deutsch, Franz. oder Englisch (mit deutschen Subs). Ich sah mir die franz. Originalfassung in Franz. mit Subs an. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, der Film Uncut. Als Bonus waren vor allem das Interview mit Stephen Thrower (ca. 26 Minuten) und Jess Franco (ca. 15 Minuten) interessant.

Donnerstag, 24. Juli 2025

Nightmare Castle

Nightmare Castle

Story:

England 1870:

Ein Ehemann bringt seine Frau (Barbara Steele), die ihn betrog, und dessen Liebhaber, um. Danach heiratet er die Halbschwester (Barbara Steele) der Getöteten, da diese als Erbe eingetragen ist. Danach versucht er, sie in den Wahnsinn und auch in den Tod zu treiben…

Meine Meinung:

Nightmare Castle ist ein Mitte der 60er Jahre Gruselstreifen (mit Mad Scientist-Motiven) im stimmungsvollen Schwarzweiss gedreht. Regie führte Mario Caiano (Nosferatu in Venedig, Vrouwenkamp, Weapons of Death) und mit Barbara Steele (Revenge of the Blood Beast, Shivers, Piranha) war eine Euro-Cult-Legende an Bord. Und das noch in einer Doppelrolle. Leider hat mich der Film nicht überzeugt.

Der Film bietet inhaltlich nicht wirklich was Neues. Es gibt meiner Meinung nach keine Überraschungen. Zudem wirkt der Film auch etwas überladen. Der Film weiss nicht, was er sein möchte. Stimmungsvoller Grusel? Krimi (Ehefrau durch Paranoia in den Wahnsinn treiben)? Mad Scientist-Film? Folterfilm? Egal aus welchem Blickwinkel betrachtet, funktionierte Nightmare Castle für mich nicht. Da konnte leider auch ein grosser Name wie Barbara Steele nichts daran ändern.

Ich empfand den Film nämlich als sehr langweilig. Ich wurde nicht gefesselt, ich wurde müde, das Gezeigte hat mich nicht gefesselt, nicht interessiert und auch kaum unterhalten. Ich nahm den Inhalt als belanglos und steril wahr. Die wenigen Effekte (z.B. elektrischer Todesstoss) wirkten sehr billig und sehr veraltet. Nebst der Langeweile ist mein grösster Kritikpunkt das z.T. relativ hölzerne und laienhaft anmutendem Schauspiel sämtlicher Figuren. Das hat nicht überzeugt. Vielleicht lag es auch am unmotivierten Englischen Dub.

Fazit: Schwach. Ich hoffe, dass die Bonusfilme im Set (Castle of Blood und Terror Creatures From the Grave) besser sind, sonst wird das Ding gleich wieder entsorgt/verkauft…

Infos:

O: Amanti d'oltretomba

Italien 1965

R: Mario Caiano

D: Barbara Steele, Paul Muller, Helga Liné, Laurence Clift, Giuseppe Addobbati

Laufzeit der US-Blu: 104:34 Min.

Gesehen am: 30.04.25

Fassungen: Mir lag die Region-All-Disc-Blu-Ray aus den USA von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, nur Englischer Ton, keine Untertitel. Als Extras gibt es einen AK (u.a. von Barbara Steele) und Interviews mit Barbara Steele sowie Mario Caiano. Zudem sind folgende Bonusfilme im Set enthalten: Castle of Blood und Terror Creatures From the Grave als US-Versionen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2025).

Samstag, 5. Juli 2025

Rusted Body: Guts of a Virgin III

Rusted Body: Guts of a Virgin III

Story:

Zwei Männer und zwei Frauen foltern einen Mann. Sie wollen an Geld und an ein Code gelangen. Nachdem sie die Info haben entführen sie den Manger der Bank und dessen Ehefrau. Sie vermuten, dass sich der Manager an dem Geld bereichert hat…

Meine Meinung:

Der dritte Teil nach Guts of a Virgin und Guts of a Beauty ist der schlechteste Teil der Reihe. Der Film bietet keine Splatter-Effekte und keine Monster mehr. Schade. Denn genau das hat den Reiz der vorherigen Filme und ihren «Erfolg» ausgezeichnet. Rusted Body: Guts of a Virgin III lohnt sich nur, wenn der Zuschauer auf japanische Soft-Sex-Produktionen steht. Der Film, erneut von Kazuo 'Gaira' Komizu, ist ein Mix aus Soft-Sex, Komödie, Sci-Fi/Mad Scientist und Folterfilm.

Am meisten dominieren die humorvollen, nicht ernstzunehmenden Sequenzen gepaart mit den unendlich vielen Soft-Sex-Szenen. Auf der einen Seite hatte der Plot, da so unfassbar komisch und frei- oder unfreiwillig lustig, etwas. Auf der anderen Seite war das Gezeigte vor allem, auch wenn es hier und da Mal einen erotischen Moment gibt, den die Kamera einfängt, langweilig. Der Film, der nur 70 Minuten Laufzeit bietet, langweilt von Anfang an.

Auch die Folterungen zu Beginn (ein Zahn und ein Zehnagel werden blutig gezogen), vermögen nicht zu «unterhalten». Die Dialoge sind komisch. Die Soft-Sex-Szenen sind natürlich typisch «Japanisch» d.h. mit Fesseln, Bondage oder Tieren (Eimer voller Aale) «verfeinert». Und nein, es gibt keine echte Zoophilie in dem Film zu sehen. Was stark war, war die Kameraarbeit und die Ästhetik. Die Bilder sind optisch schön eingefangen. Die japanische Fogging-Zensur war somit zum grossen Teil nicht notwendig.

Fazit: Lohnt sich nur für Erotikfans japanischer «Erotikfilme». Wer einen Mix aus Soft-Sex, Splatter und Monster-Horror erwartet, dürfte hingegen enttäuscht werden…

Infos:

O: Gômon kifujin

Japan 1987

R: Kazuo 'Gaira' Komizu

D: Asano Keiko, Kiduki Saeko, Kiyokawa Ayu, Sakanishi Ryouta, Yoshihara Hirokazu

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 70 Min.

Gesehen am: 02.04.25

Fassungen: Mir lag die Gaira's Guts Trilogy aus England von 88 Films vor = alle drei Teile Uncut in einer Box, Japanischer O-Ton, englische Subs, exklusive Extras, Booklet, Wendecover. Zu Rusted Body: Guts of a Virgin III = hervorragende Bild- und Tonqualität, wenig Fogging-Zensur, im Vergleich zu den Vorgängern keine Extras. Wer Deutschen Ton (oder Untertitel) braucht, muss auf die Blu-Ray von Shock Entertainment ausweichen (Österreich).

Mittwoch, 2. Juli 2025

Women Prison 1991

Women Prison 1991

Story:

Im 2. Weltkrieg werden Frauen in einem Frauen-Lager zum Arbeiten gezwungen. Wer fliehen will, wird exekutiert. Eine Spionin will die Machenschaften aufdecken, während die Betreiber nach einem wichtigen Mikrochip suchen. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel um Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Women in Prison Streifen aus Taiwan von Chester Wang Chung-Kuang (Mad Rose, Butcher). Bei Women Prison 1991 handelt es sich um eine Anfang der 80er Jahre Produktion. Der Film spielt im 2. Weltkrieg. WIP-Filme à la Greta - Haus ohne Männer, Ilsa: She Wolf of the SS, Deported Women of the SS Special Section oder Women in Heat Behind Bars waren dazumal gefragt. Diese Sorte Filme brachte Geld ein und machte Kasse. Auch die Asiaten sprangen auf den Women in Prison Zug auf. Das sind aber nicht wirkliche Kracher. Escape from Hell Hole oder War Victims (beide aus Indonesien) wurden verkauft und/oder entsorgt. The Bamboo House of Dolls (Shaw Brothers) finde ich leicht überbewertet. Von der "Fortsetzung" sprechen wir erst gar nicht.

Wenn wir gerade bei den Shaw Brothers sind: "Frauen im Foltercamp" ist mehr ein Flüchtlingsdrama, als ein echter WIP-Titel. Andere HK-Werke (z.B. Erotic Journey) waren sehr enttäuschend. In diese Kategorie kommt auch der sehr harmlose Im Camp der gelben Tigerinnen. In Sachen Action überzeugte immerhin Caged Beauties (auch HK). Ungesehen liegt mir noch The Great Escape from Women's Prison (aka Straflager der Geschändeten) vor. Da erwarte ich aber auch keinen Spitzenfilm. Women Prison 1991 empfand ich als mindestens gut. Wer jedoch Rape-, Nackt-, Sex- und lesbischen-Sex und/oder Shower-Szenen erwartet, dürfte 100% enttäuscht werden (Bethmann gibt in seinem Buch Deep Wet Torture in der Kategorie Erotik auch nur drei Peitschen). Davon gibt es in Women Prison 1991 nichts zu sehen. Eine Rape-Szene wird angedeutet. Die Kamera schwenkt aber weg und es folgt ein Schnitt.

Der Film überzeugt trotzdem da immer was los ist. Längen gibt es fast keine und der Film ist auch abgesehen von der nicht vorhandenen sexuellen Gewalt fies, schweinisch und abwechslungsreich. Zudem gibt es hier und da blutige Messer-Action und/oder Shoot-Outs zu sehen. Es gibt ein-zwei derbere Szenen (lebend verbrennen, blutig abgestochen und erschossen werden). Die Musik ist komplett aus westlichen Filmen geklaut. Auf der A-Seite der Laserdisc hört man u.a. Italo-Western Musik. Das fand ich Cool. Die Musik auf der zweiten Seite der LD empfand ich als unpassend (erinnerte mehr an einen Abenteuerfilm). Schmunzeln musste ich bei einer surrealen Baum-Szene, die schon fast The Evil Dead oder Das Kindermädchen Vibes hatte. Total verrückt. Pauline Wong (Peacock King) und Wang Hsieh (Cantonen Iron Kung Fu) wirken mit. Letzterer kommt nur im Finale vor.

Fazit: Fans von WIP-Filmen können einschalten. Ich hätte den Film schlechter erwartet.

Infos:

O: 少女集中營

Aka Training Camp

Taiwan 1983

R: Chester Wang Chung-Kuang

D: Wang Hsieh, Pauline Wong, Juliet Chen Li-Yu, Liu Chia-Fen, Yang Hsiung, Huang Feilong, Richard Cui Shou-Ping

Laufzeit der HK-LD: Ca. ?

Gesehen am: Ende März 2025

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Uncut, Widescreen, gute bis durchschnittliche (Nachtszenen) Bildqualität, Kanto/Mandarin Track mit festen englischen und chinesischen Subs. Beim Canto Ton soll es sich um eine «schrottige Neusynchro» handeln. Ob der Mandarin Track auch eine neue Synchro ist, ist mir nicht bekannt. In Deutschland Uncut auf DVD zu haben (Deutsch/Englisch). Titel: Aufstand im Frauenlager. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Ende März 2025).

Mittwoch, 7. Mai 2025

Eight Men to Kill

Eight Men to Kill

Story:

Geheimagent Shikoro Ichibei (Tomisaburô Wakayama) wird beauftragt, eine gestohlene Ladung Gold zu finden…

Meine Meinung:

Eight Men to Kill ist nach Ling Fung - Das glorreiche Schwert und The Fort of Death der dritte und letzte Teil der japanischen «The Bounty Hunter Trilogy» mit Superstar Tomisaburô Wakayama (Samurai Reincarnation, New Battles Without Honor and Humanity 1, Okami - Das Schwert der Rache) in der Hauptrolle. Im Gegensatz zum Vorgänger führte wieder The Street Fighter Regisseur Shigehiro Ozawa (Sister Street Fighter: Fifth Level Fist) Regie. Das zahlte sich aus. Der Film ist dem lahmen Vorgänger überlegen.

Nach dem zweiten Teil hatte ich schon leichte Bedenken und Befürchtungen, dass sich auch die nächste Fortsetzung als «Miss» darstellen würde. Zum Glück war das nicht der Fall. Der Plot ist sehr simpel und im Grossen und Ganzen ist der Film unterhaltsam. Etwas, was ich sehr mochte, waren die vielen Italo-Western Vibes. Die waren ziemlich cool. Zudem macht Tomisaburô Wakayama als Antiheld, wie schon in den Vorgängern, eine starke Figur. Sehr überzeugend. Sowohl in den Action-Momenten, wie auch schauspielerisch.

Auch der restliche Cast ist gelungen. Die Action-Szenen bestehen aus wenigen Shoot-Outs (relativ unblutig und nicht wirklich effektiv) und wenigen Schwertkampfszenen. Diese sind sehr blutig geraten. Das gefiel mir auch. Der Film wartet zudem mit einem Schuss Sex, nackter Haut und Sleaze auf. Es gibt eine Kampfszene, die fast eine nackte Frau beinhaltet. Das erinnerte an Filme wie Ninja: The Final Duel und Co. und machte die Szene definitiv sehenswerter. Etwas, was leicht enttäuschend war, war das Finale. Das war, bis vielleicht auf die Szene mit dem Jungen, doch etwas schwach und unspektakulär.

Fazit: Sehenswerter Abschluss der Bounty Hunter Reihe!

Infos:

O: Shokin kubi: Isshun hachi-nin giri

Japan 1972

R: Shigehiro Ozawa

D: Tomisaburô Wakayama, Sayoko Katô, Minoru Ôki, Shigeru Amachi, Maki Kawamura, Tatsuo Endô, Toshihaki Minami, Kenji Imai

Laufzeit der UK-Blu: 88:02 Min.

Gesehen am: 16.02.25

Fassungen: Gesehen via The Bounty Hunter Trilogy (UK-Blu-Ray von Radiance Films) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Donnerstag, 24. April 2025

1978

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

1978

Story:

Argentinien während der Militärregierung:

Während dem WM-Finale zwischen Argentinien und Holland wird eine Gruppe von jungen Menschen entführt und gefoltert. Doch die Folterer bekommen nicht das, was sie sich von ihren Handlungen erwarten…

Meine Meinung:

1978 erinnerte mich ein wenig an Filme wie The Void, Baskin oder From Dusk Till Dawn. Der Film beginnt nicht uninteressant und ist bemüht, ein reales Setting zu generieren (Fussball-Weltmeisterschaft und folternde Militärdiktatur) und daraus einen Horrorfilm mit sozialkritischer Note zu gestalten. Dank der kurzen Laufzeit von nur 76 Min. wird der Film zu keiner Sekunde langweilig.   

Dennoch vermag der Film nicht wirklich vollkommen zu überzeugen. Es fehlt dem Film an Identifikationsfiguren. Jene, welche am Anfang am meisten Screentime erhalten, sind die Folterer. Und diese werden leider viel zu schnell ausgeschaltet und dezimiert. Obwohl der Film paar saftige und blutige Effekte und ein-zwei weitere coole Make-Up Masken und Effekte zu verzeichnen hat, sieht man dem Werk sein limitiertes Budget an.

Schnelle Schnitte, off screen Morde, die Nacharbeit ist zu sehen aber nicht die Tat selbst (oder ein Kehlenschnitt und es spitzt so gut wie kein Tropfen Blut). Lange macht es 1978 solide, aber ausgerechnet gegen Ende flacht der Film ab. Alles geht zu schnell. Schlag auf Schlag. Sei es die Geburt des Teufels, des Babys oder wie der Teufel besiegt wird. So als ob die Filmemacher unbedingt unter 80 Minuten bleiben mussten. So endet 1978 unbefriedigend.

Fazit: Es wäre mehr möglich gewesen. Verschenktes Potenzial…

Infos:

O: 1978

Argentinien 2024

R: Luciano Onetti, Nicolás Onetti

D: Agustín Pardella, Carlos Portaluppi, Mario Alarcón, Agustin Olcese, Jorge Lorenzo, Santiago Ríos

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 76 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Mittwoch, 15. Januar 2025

13 Steps of Maki

Japanuary 2025

13 Steps of Maki

Story:

Maki (Etsuko Shihomi) ist die Anführerin einer Frauentruppe genannt 13 Steps. Mit dem Karate, welches sie von ihrem Vater (Sonny Chiba) gelernt hat, weiss sie sich zu wehren. Bis sie eines Tages im Knast landet. Dort erwartet sie Schikane und Folter. Sie muss überleben. Derweil geht es auch ihrer Gang und weiteren Gangs an den Kragen (unter Drogen setzen, sich prostituieren gehen etc.). Maki gelingt die Flucht und sie kennt nur ein Ziel: Rache!

Meine Meinung:

13 Steps of Maki ist zwar in der «The Sonny Chiba Collection, Volume 2» von Shout Factory enthalten, es handelt sich aber nicht wirklich um einen «Sonny Chiba Film». Das ist eine kleine Mogelpackung. Ja, Sonny Chiba (Swords of Vengeance, Karate for Life, Samurai Reincarnation) spielt im Film mit, aber er kommt nur in einer einzigen Szene vor. In einer kurzen Flashback-Szene, in welche er seine Tochter, gespielt von Sister Street Fighter Star Etsuko Shihomi (Soul of Bruce Lee, Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno), Karate beibringt.

Fans, besonders jene von Sonny Chiba, sollten dies vorher wissen. Ansonsten sind falsche Erwartungen und Enttäuschungen vorprogrammiert. 13 Steps of Maki, was ich nicht wusste, basiert auf einem Comic. Bei dieser Toei-Produktion handelt es sich also um eine Comic-Verfilmung. Dazu passt dann auch das Overacting der Figuren wunderbar dazu. Der extrem kurzweilige Film (nur 78 Minuten Laufzeit) ist äussert unterhaltsam. Etsuko Shihomi gibt eine wunderbare Antiheldin und Rächerin ab.

Regisseur Makoto Naito, von dem ich scheinbar keinen einzigen anderen Film kenne, hat ganze Arbeit geleistet. Der Film bietet von Beginn an (nur schon der grandiose Vorspann macht Lust auf mehr) Unmengen an Schlägereien, blutigen Szenen, viel nackter Haut und Sleaze. Teilweise kommen klar WIP (Women in Prison) Motive zum Tragen. Fast jeder zieht hier blank, nur Etsuko Shihomi nicht. Sie bleibt sich treu und ihre Figur kann den Gefahren trotzen. Der Mix aus harter Frauengang-Action, Yakuza und WIP machen den Plot hübsch abwechslungsreich. Actionszenen dominieren das Geschehen.

Fazit: Pflichtprogramm für Exploitation-Fans!

Infos:

O: Wakai kizoku-tachi: 13-kaidan no Maki

Japan 1975

R: Makoto Naito

D: Etsuko Shihomi, Sonny Chiba, Misa Ohara, Hiroshi Kondô, Hiroshi Nawa

Laufzeit der US-Blu: Ca. 78 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (= The Sonny Chiba Collection, Volume 2) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Extras. In dem Set sind mehrere Sonny Chiba Filme enthalten. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 30. Dezember 2024

Undeclared War

Undeclared War

Story:

Hong Kong:

Inspektor Bong (Danny Lee) und sein Kollege (Tommy Wong Kwong-Leung) sehen sich gezwungen, mit einem FBI-Agenten (Peter Lapis), einer Reporterin (Rosamund Kwan) und einer Inhaftierten (Olivia Hussey) als Köder einem Top-Terroristen (Vernon G. Wells) und seiner Gang (Louis Roth, Mars, Mark King) auf die Schliche zu kommen…

Meine Meinung:

Undeclared War ist ein Hong Kong-Film im modernen Setting von Ringo Lam (School on Fire, Full Contact, Burning Paradise) und ein Mix aus Action, Politik-Thriller und Buddy-Movie mit einem internationalen Cast und diversen Schauplätzen (Russland, Hong Kong, China). Den Film sah ich seit dem Jahr 2007 nicht mehr und wurde zu Ehren von Olivia Hussey, welche vor kurzem verstorben ist, aufgefrischt. Der Film hat sie Neusichtung bestanden.

Ich mag diese Filme von Ringo Lam sehr. Die Action-Szenen sind, wie von Ringo Lams anderen Filmen dieser Art (Wild Search, Touch and Go), realistischer gehalten als in anderen HK-Filmen der Zeit. Die Action-Sequenzen in Undeclared War bestehen aus Verfolgungsjagden, wenigen tödlichen Stunts (aus hohen Gefilden runterfallen, Bambusgerüst), echten Explosionen, echten Hubschraubern, einer Prügelei, Folterszenen und blutigen Shoot-Outs und Messermorden. Zudem haben Unschuldige und auch Zivilisten nichts zu lachen. Der Film ist grimmig und düster, auch wenn der Film durch seine Buddy-Movie Elemente für kruden Humor zwischen Danny Lee (Fearless Match, The Greatest Eight Kinds of Kung Fu, Dr. Lamb) und Peter Lapis sorgt oder in einer anderen Sequenz auch vor Störung der Totenruhe nicht halt gemacht wird.

Die Action-Momente waren die Highlights des Filmes. Nebst Danny Lee, Peter Lapis und Olivia Hussey (sie spielt einen etwas naiven Charakter) sind ausserdem noch Namen wie Tommy Wong Kwong-Leung (A Chinese Ghost Story 3, Justice My Fool), Rosamund Kwan (Twinkle Twinkle Lucky Stars, The Assassin), Louis Roth (Naked Killer, Legacy of Rage), Mars (in einer Nebenrolle als Bösewicht, wird von Peter Lapis von einer Brücke geworfen), Gweilo Mark King (In the Line of Duty V - Middle Man, Godfather's Daughter Mafia Blues) und Commando Bösewicht Vernon «Bennett» Wells (The Debt Collector 2, T-Force) zu sehen.

Fazit: Für HK-Filmfans sehenswert!

Infos:

O: Sheng zhan feng yun

HK 1990

R: Ringo Lam

D: Danny Lee, Tommy Wong Kwong-Leung, Peter Lapis, Rosamund Kwan, Olivia Hussey, Louis Roth, Mars, Mark King

Laufzeit der deutschen DVD: 102:37 Min.

Gesehen am: Juni 2007 / Neusichtung: 28.12.24

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Atomik-Films / Ascot Elite = Deutsch oder Kantonesisch mit deutschen Subs, Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Wer eine Blu-Ray möchte, sollte zur US-Ausgabe von Vinegar Syndrome & Partners greifen (O-Ton, Englische Subs, neu restauriert, exklusive Extras). In Deutschland ist der Film True Grit / Cargo Records auch auf Blu-Ray raus.

Escape 2000

Escape 2000

Story:

In der Zukunft: Menschen werden z.T. willkürlich entführt und von der Regierung auf eine Insel in Lager verschleppt. Dort sollen sie «umerzogen» werden. Nicht selten sind Folter, Vergewaltigung und Schikane an der Tagesordnung. Eine Gruppe Opfer (Olivia Hussey, Steve Railsback, John Ley, Lynda Stoner, Bill Young) wird auserwählt und zur Menschenjagd freigegeben…

Meine Meinung:

Der australische Film von Brian Trenchard-Smith, der Fans auch Genre-Filme wie Leprechaun 3, The Man from Hong Kong oder Night of the Demons 2 präsentiert hat, traf 1982 mit Escape 2000 aka Turkey Shoot den Nerv der Zeit. Der Mix aus Zukunftsvision, Sozialkritik, Exploitation und Menschenjagd war ein perfektes Beispiel für das Ozploitation-Sub Genre. Darunter fallen Titel wie Long Weekend, Razorback oder Mad Max.  Escape 2000 passt mit seinen Inhalten perfekt dazu.

Den Film, den ich seit 20 Jahren oder mehr nicht mehr sah, wurde zu Ehren von Olivia Hussey, die Ende Dez. 2024 verstarb, aufgefrischt. Olivia Hussey war mir vor allem durch ihre Nebenrolle in der TV-Verfilmung von Stephen Kings Es bekannt. Ausserdem spielte sie in Kinji Fukasaku Virus nebst Namen wie Sonny Chiba, George Kennedy und Bo Svenson mit. Escape 2000 bleibt nach der Neusichtung knapp in der Sammlung. Der Film ist kein Kracher, aber auch nicht schlecht. Der Film ist eines nicht: langweilig.

Escape 2000 lässt sich in zwei Teile aufteilen: in der 1. Hälfte schreitet der Plot voran, der Film spielt im Camp (mit WIP-Inhalten) und stellt dem Zuschauer die Figuren vor. Diese sind relativ oberflächlich gezeichnet. Von den Helden hat mich da eigentlich fast nur Bill Young überzeugt, der ein derbes Ende findet. Olivia Hussey spielt nicht wirklich eine Kämpferin, sondern eine verletzliche Person. Steve Railsback als Held fand ich unglaubwürdig. Lynda Stoner bringt immerhin Sex-Appeal in den Film. Die Bösewichte sind herrlich überzeichnet und agieren mit viel Overacting.

Die erste Hälfte hat zwar auch seine Momente, aber wirkte irgendwie, aus heutiger Sicht, auch etwas lahm und billig. So auch die (sehr langsamen) Fahrzeuge der Bösewichte. Die 2. Filmhälfte widmet der Film dann der Menschenjagd à la Harte Ziele. In dieser dominieren die Action-Momente und der Streifen zeigt in diesen Momenten seine Stärken. Die australische Landschaft wird gekonnt und abwechslungsreich (fast wie bei einem Eastern aus Taiwan) in die brutale Jagd integriert. Überraschend bietet der Film auch einige blutige Splatter-Effekte, welche ich in diesem Ausmass nicht mehr in Erinnerung hatte und die dem Film zu seinem Bekanntheitsgrad verhalfen.

Fazit: Etwas angestaubte Exploitation aus Australien mit Stärken in der 2. Filmhälfte! Guter Durchschnitt…

Infos:

O: Turkey Shoot

Australien 1982

R: Brian Trenchard-Smith

D: Carmen Duncan, Olivia Hussey, Steve Railsback, Michael Petrovitch, Steve Rackman, Roger Ward, Michael Craig, Noel Ferrier, John Ley, Lynda Stoner, Bill Young

Laufzeit der US-DVD: 93:14 Min.

Gesehen am: 30.10.2003 / Neusichtung am: 28.12.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = Schuber, O-Ton, keine Subs, Uncut, auch heute noch eine sehr gute Bild- und Tonqualität (Scheibe ist von 2003). Den Film gibt es inzwischen auch Uncut in Deutschland: Ascot Elite, Blu-Ray, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Titel: Insel der Verdammten.

Donnerstag, 26. Dezember 2024

The Gold Connection

The Gold Connection

Story:

Ah Wai (Bruce Lai) und seine Freunde stossen beim Tauchen auf Gold. Dieses gilt Immigranten aus Vietnam. Daher wird das Gold an Ort und stelle belassen. Doch Ah Keung (Hon Kwok-Choi) kann es nicht lassen und klaut das Gold einen Tag später. Dies zieht den Zorn einer Vietnamesischen Gangster-Bande auf Ah Keung und dessen Freude. Selbst vor Folter und Mord wird nicht zurückgeschreckt. Doch als Ah Wai und Co. zurückschlagen, schicken die Hintermänner einen Profikiller (Phillip Ko Fei) los, der die Sache erledigen soll…

Meine Meinung:

The Gold Connection hat mich positiv überrascht. Der Film lag lange ungesehen rum. Ich dachte, es handelt sich um einen klassischen Kung-Fu-Film. Falsch gedacht. Die Goldig Films-Produktion, die dem Fan schon einige tolle Eastern wie Duel of the 7 Tigers, Two Wondrous Tigers, Snake in the Monkey's Shadow oder Tiger Over the Wall präsentiert haben, stammt aus dem Jahr 1979. Die Hong Kong Produktion spielt in der Gegenwart, nicht im vergangenen China. Das war die erste Überraschung.

Der Film war deutlich besser als erwartet. Der Film kommt düster, nihilistisch, brutal und schmerzhaft daher. Die Kampfszenen sind nicht ästhetisch, übertrieben oder unrealistisch, sondern mehr realistisch, bodenständig und da, um dem Gegner zu schaden, ihm Schmerzen zuzufügen, den Feind zu töten und zu zerstören. Der Grundton des Filmes ist düster. Und wer hätte da als Regisseur nicht besser gepasst als Shaw Brothers-Regisseur Kuei Chih-Hung (The Bamboo House of Dolls, The Killer Snakes).

Kuei Chih-Hung, der tolle Kracher wie The Delinquent, Payment in Blood, Spirit of the Raped, Killers on Wheels, Killer Constable, Coward Bastard, Corpse Mania, Curse of Evil, The Boxer's Omen, The Teenager's Nightmare, Hex oder Misfire inszenierte, war auch der Mann hinter The Gold Connection. Am ehesten lässt sich der Film mit Kuei Chih-Hungs Werken wie The Delinquent oder Payment in Blood vergleichen. Die handeln auch in der modernen Grossstadt, sind düster, grimmig und z.T. ohne Happy End.

The Gold Connection ist dank der kurzen Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig und den Film im modernen Hong Kong, in der Grossstadt, in dunklen Gassen oder anderen abgelegenen Orten (Kiesgrube) spielen zu lassen, war ein willkommener Zug und eine Abwechslung zum ständigen klassischen Kung Fu-Kino (1979) der Zeit. Bruce Lai (Fury in Shaolin Temple, Bruce Lee – Seine Erben nehmen Rache), der damit laut Interviews (auf der US-Blu-Ray laut YouTube Videos) seinen Bruceploitation-Filmen «entkommen wollte», macht eine sehr gute Figur.

Selbst Namen wie Hon Kwok-Choi (Little Super Man, Crocodile Evil, Crazy Horse and Intelligent Monkey) haben mich hier überzeugt. Und toll fand ich selbstverständlich, nebst den harten Kampfszenen und dem Ende, auch den Auftritt von Phillip Ko Fei (Lethal Panther 2, The Challenger, The War of the Boundary). Er kommt hier nur vereinzelt und sagen wir Mal, im letzten Viertel des Filmes vor. Er spielt einen geheimnisvollen Profikiller. Sein Finalkampf gegen Bruce Lai ist absolut sehenswert und allein diese Szenen rechtfertigen den Kauf des Filmes. Phillip Ko Fei macht das unglaublich gut. Er wirkt bedrohlich und unheimlich. Er nimmt damit fast schon seine spätere Rolle als Psychopathen und Profikiller-Rolle in Profile in Anger vorneweg.

Fazit: Empfehlenswert!

Infos:

O: Hui Feng Hao Huang Jin Da Feng Bao

HK 1979

R: Kuei Chih-Hung

D: Bruce Lai, Hon Kwok-Choi, Phillip Ko Fei

Laufzeit der UK-DVD: 88:24 Min.

Gesehen am: 16.11.24

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Vengeance Video vor. Uncut, solide Bild- und Tonqualität, Mandarin mit englischen Subs. Es gibt zwei längere Passagen, welche in Englisch sind. Das sind vermutlich Szenen, die in der Mandarin Version zensiert wurden und zu denen es keinen Mandarin Ton gibt. Wahrscheinlich handelt es sich allgemein um ein Englisch Dubbed Master, über welches die Mandarin Ton-Spur angelegt wurde. Die deutschen DVDs (Titel: Rache ohne Gesetz) sind auch Uncut, aber ohne O-Ton. Es gibt noch eine US-Blu-Ray von (Titel: The Iron Dragon Strikes Back). Dort liegt der Film scheinbar restauriert (35mm Print) vor. Das angeblich in Englisch oder Mandarin mit englischen Subs. Da müsste ich in dem Fall ein Upgrade tätigen.